streptokokken und antibiotikum

  • hallo,


    ich lebe in frankreich und hier wird die untersuchung auf b-streptokokken routinemäßig durchgeführt. wenn man im krankenhaus entbindet und positiv getestet wurde, wird man automatisch unter antibiotika gesetzt. wenn man die untersuchung nicht gemacht hat, wird man, so las ich, ebenfalls automatisch unter antibiotika gesetzt.


    ich plane eine hausgeburt. meine hebamme möchte, daß ich mich dieser untersuchung unterziehe.
    nach meinen informationen ist es relativ wahrscheinlich, daß eine frau trägerin von b-streptokokken ist, jedoch ziemlich unwahrscheinlich, daß das baby sich ansteckt und noch sehr viel unwahrscheinlicher, daß es an dieser infektion stirbt.
    in meiner umgebung wird "streptokokken" und "das baby stirbt" quasi von jedem in einem atemzug ausgesprochen 8I :S selbst von der hebamme und ich bin jetzt dementsprechend außer mir.


    erschwerend kommt hinzu, daß sowohl ich als auch meine tochter schon auf verschiedene antibiotika allergisch reagiert haben. ich werde also wirklich leicht panisch, weil ich auf der einen seite meine hausgeburt bedroht sehe (da ja die wahrscheinlichkeit, daß streptokokken nachgewiesen werden recht hoch ist) und andererseits wegen der routinemäßigen antibiotikagabe.


    ich frage mich nur: wie gefährlich ist diese infektion wirklich? lohnt es sich, zu kämpfen? ich würde am liebsten die untersuchung gar nicht machen.
    aber was ist, wenn das baby sich doch ansteckt? ich las, daß man das in den allermeisten fällen sehr schnell und sehr klar erkennen kann. wie sind die heilungsaussichten, wie wird behandelt (mit antibiotika, nehme ich an)?
    ist es verantwortungslos, wenn ich, bei einem positiven test, die prophylaktische antibiotikagabe verweigere (ich weiß noch nicht mal, ob das überhaupt geht?)


    selbstverständlich werde ich darüber mit meiner hebamme nochmal sprechen. aber gerade bin ich so aufgeregt, daß ich angst habe, daß sie sich angegriffen fühlt, wenn ich meine zweifel äußere #schäm außerdem ist sie gerade im urlaub, und eigentlich hatten wir abgemacht, daß ich diese untersuchung schon gemacht habe, wenn sie zurückkommt...

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Hast du schon mal auf dem Beratungsblog vom B-Streptokokken-Projekt in Dresden bißchen rumgelesen? Dr Sven Hildebrand, Link ist http://b-streptokokken-projekt…tokokken-projekt-7064594/


    Les dir da mal ein bißchen die Kommentare durch, mir hat das damals bei der Entscheidung geholfen, wobei da schon wieder neue Erkenntnisse stehen, soweit ich das überblicke.


    Man kann mit Fragen auch immer noch dort ankommen, das ist noch aktuell und wird beantwortet.

    Grüße von Trüffel mit Franz von Hahn (*06/2010) und Johnny Mauser (*10/2013)

  • Hallo Madrone,


    ich habe auch b-Streptokokken. Meine Gynäkologin hat mir bei meiner 1. Schwangerschaft gesagt, ich müsse während der Geburt Antibiotikum bekommen, daher rate sie mir sehr dringend von der Geburt im Geburtshaus ab. Meine Hebamme sah das anders. Sie hat mich wieder beruhigt (ich war nach diesem Arztbesuch total durch den Wind). Sie meinte, wir müssten das Kind nach der Geburt und in den ersten Tagen sehr genau beobachten und bei bestimmten Anzeichen sie anrufen oder sofort ins KH. Sie hat uns einen Merkzettel mit den Anzeichen gegeben und uns sehr genau erklärt, worauf wir achten müssen. Einmal haben wir sie mitten in der Nacht angerufen, weil unser Kleiner leichtes Fieber hatte. Sie ist sofort gekommen, eine ganze Weile da geblieben und hat dann Entwarnung gegeben.


    Bei meiner zweiten Schwangerschaft das gleiche, die Gynäkologin hat Panik verbreitet und mich sogar aufgefordert, zu unterschreiben, dass ich den Streptokokken-Test diesmal auf eigenen Wunsch nicht machen lasse, obwohl sie mich über das damit verbundene Risiko aufgeklärt hat. Ich hatte mit der Hebamme zusammen beschlossen, wieder auf Anzeichen zu achten und entsprechend zu reagieren. Da ich bei der 1. Schwangerschaft Streptokokken hatte, sind wir davon ausgegangen, dass ich sie immer noch habe, dafür brauche ich keinen (kostenpflichtigen) Test. Na ja, ich bin jetzt bei einer anderen Gynäkologin.


    Ich habe mich gegen die Antibiotika-Gabe während der Geburt entschieden, da ich von der Wirkung nicht überzeugt bin und eine tierische Panik vor Zugängen habe. Ich habe die beiden Male, die das bisher unumgänglich war, das Bewusstsein verloren und das ist für eine Geburt ja nun nicht förderlich.


    Die prophylaktische Antibiotikagabe kannst Du meiner Meinung nach auf jeden Fall verweigern. Das wird aber wahrscheinlich Diskussionen geben, auf die Du während der Wehen wahrscheinlich keine Lust haben wirst. Ich würde an Deiner Stelle meinen Partner bitten, diese Diskussion für mich zu führen bzw. klarzumachen, dass Du eine prophylaktische Antibiotikagabe ablehnst. Das würde ich sicherheitshalber auch vorher schriftlich festhalten und im Krankenhaus abgeben.


    Ich persönlich finde es nicht verantwortungslos, diese Antibiotikagabe zu verweigern, solange sichergestellt ist, dass das Kind danach sehr genau beobachtet wird.


    Liebe Grüße

  • Bei mir war der Test kurz vor der Geburt negativ.


    Ich hatte dann jedoch einen vorzeitigen Blasensprung und Fieber unter der Geburt, so dass ich doch ein Antibiotikum bekommen habe. Das Baby war dann mehrere Tage unter Antibiose zur Überwachung auf der Kinderstation.


    100% Sicherheit kann dir der Test also scheinbar auch nicht geben.


    Ich bin übrigens auch gegen Penicillin allergisch und habe ein Alternativmittel bekommen, das ich gut vertragen habe. Auch der Kleine wurde vorsorglich mit einem Alternativmittel behandelt, das er augenscheinlich auch gut vertragen hat. Er hat nur einige Zeit nicht gut gerochen bis das Medikament komplett aus dem Körper draußen war.

    I feel like procrastinating... but I think I'll wait.

  • ich bin ja sehr anti Antibiose und co eingestellt. Bei einem positivem Test würde ich das allerdings anders sehen.
    In meiner Nähe ist gerade ein Kind geboren. Geplant war ein Kaiserschnitt, daher hat die Mutter keinen Test gemacht.
    Das Kind ist auf natürlichem Weg geboren. Mutter war wohl positiv.
    Und das Kind hat die Infektion bekommen.
    Sie hat dadurch wohl diverse Behinderunge/Beeinträchtigungen erworben.
    Es muss wohl schlimm sein.
    Ich weiß nichts genaues darüber. Ich höre es nur immer wieder, weil es hier in unmittelbarer Nachbarschaft passiert ist.


    Ich glabe ich würde es mich nicht trauen, aber ich weiß es nicht so ganz genau.
    Als Eumel geboren wurde wußte ich gar nichts von diesen Tests.
    Viele Grüße
    Eumelmama

    Trummelbiene startet durch in diesem Jahr!

  • Eumelmama, ich will dir keinesfalls zu nahe treten, und ich finde es selbstverständlich tragisch, wenn ein Kind durch eine Infektion oder anderes Beeinträchtigungen zurück behält.


    Aber du schreibst selbst, dass du nichts genaues weißt. Du hörst es. Du wusstest nichts von diesen test. Du kannst folglich keinerlei Einschätzungen dazu abgeben, sondern nur eine Geschichte dazu liefern, die auf Hörensagen beruht, und die du nicht verifizieren kannst. Wie gesagt, ich will dir nicht zu nahe treten, aber unter diesen Umständen finde ich deine Antwort wenig hilfreich :(


    Mein Sohn hatte bei unklarem Status meinerseits (ich habe mich bewusst geweigert den test zu machen, allerdings war die Datenlage 2010 auch noch eine andere) eine üble Infektion, die NICHT auf B-Streptokokken beruht hat. Sämtliche Symptome waren gleich, aber es waren keine Streptokokken. ICH habe bemerkt, dass etwas nicht stimmt. ICH habe gesagt, dass er schwitzt und komisch hechelt und habe gefragt ob das normal ist. ICH habe gebeten, Fieber zu messen. Zu dem Zeitpunkt, als mir auffiel, dass etwas nicht stimmt, war ich komplett alleine mit ihm, keiner bei mir, kein Arzt, keine Schwester, niemand. Ich habe dadurch die Erfahrung gemacht, dass ich diese Infektion erkennen könnte, vorausgesetzt, ich bin bei "Sinnen" und körperlich halbwegs anwesend. Ich habe damals nicht gezögert, jemanden zu rufen, und ich würde auch in Zukunft nicht zögern. Für MICH rechtfertigt das nicht, prophylaktisch Antibiose zu geben. Die Antibiose ist keine Garantie, dass das Kind sich nicht infiziert.

    Grüße von Trüffel mit Franz von Hahn (*06/2010) und Johnny Mauser (*10/2013)

  • Hallo Trüffel,


    Du trittst mir nicht zu nahe. Ich habe auch länger überlegt ob ich schreiben soll oder nicht.
    Ich wollte mit meinem Post ausdrücken, dass ich trotz eigener schwerer Krankheiten der Schulmedizin kaum vertraue. Antibiose usw. eigentlich ablehne.
    Aber dadurch dass dieser geschilderte Fall hier in meinem direkten Umfeld passiert ist, wüßte ich nicht, ob ich mich das trauen würde.
    Es tut mir leid, wenn das wenig hilfreich ist.


    Es waren einfach meine Gedanken dazu.
    Die Betroffene ist eine Freundin meiner Freundin.
    Ich weiß schon, dass es so stimmt. Ich habe nur nicht weiter nachgefragt.


    Ich wünsche der TS eine gute Entscheidung und hilfreichere Posts.
    Viele Grüße
    Eumelmama

    Trummelbiene startet durch in diesem Jahr!

  • Hallo Madrone!


    Vielleicht ist es gar nicht mehr aktuell, aber da dies ein immer wieder heißdiskutiertes Thema ist, möchte ich noch eine kleine Anregung geben.
    Im Falle eines positiven ß-Streppt.-Test ist es möglich, ein Aromatogram zu erstellen! Das heißt: Es wird geschaut, welche ätherischen Öle auf den bestimmten Erreger antibiotisch wirken, es wird ein entsprechendes Rezept geschrieben (Zäpfchen), die Zäpfchen angewandt und dann ein Kontroll-Test durchgeführt (eventuell vorher auf Allergien überprüfen!).
    Meine persönlichen Erfahrungen sind in vielen Fällen Erreger-negative Kontroll-Ergebnisse, sodass eine Antibiose unter der Geburt nicht angezeigt ist!
    Sprech Deine Hebamme mal darauf an :)


    Liebe Grüße!


    Anna

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