An die Lehrer: muss man jede Vertretungsstunde machen?

  • So, wir haben mal wieder das selbe Problem, wie schon so oft:rolleyes::
    mein Mann hat Dienstags erst ab 10Uhr Schule. Ich hab morgen früh einen wichtigen Termin, er sollte bis 9:30 Uhr auf den Jüngsten aufpassen. Nun hat er heute Nachmittag für morgen früh eine Vertretungsstunde bekommen. Nun steh ich wieder kurzfristig ohne Betreuung da:rolleyes:. Da das auch schon oft an meinen Arbeitstagen so war, möchte ich nun schon mal wissen, ob man als Lehrer wirklich zu jeder Zeit Vertretungsstunden übernehmen muss? Weil dann kann ich mich ja gar nicht darauf verlassen, dass er mal die Kinder betreut. Dann kann ich meine Arbeit quasi an den Nagel hängen, denn wir haben keine Nachmittagsbetreuung und ich habe meine Arbeit extra auf seinen Stundenplan angepasst.
    Wie sieht denn das rechtlich aus? Wie macht ihr das?

  • Selber war ich noch nicht in der Situation. Rechtlich ist es so, dass man als (verbeamteter?) Lehrer tatsächlich dazu verpflichtet ist (in Bayern, vermutlich auch in anderen BL), gelegentlich Vertretungsstunden zu übernehmen (Stichwort Dienstpflicht). Das darf nicht über ein bestimmtest Maß (ausgehend von der Pflichtstundenzahl) hinausgehen und nicht regelmäßig sein. Wo das steht, kann ich Dir auf Anhieb nicht sagen.
    Vertretungsstunden sollten auch einigermaßen fair im Kollegium aufgeteilt werden, das trifft jeden Mal. Freigestellt sind davon nur Referendare und evt. stillende Mütter.
    Ich als Dein Mann würde in diesem Fall mit meinem Chef bzw. im Kollegium besprechen wollen, wann mir Vertretungsstunden organisatorisch möglich sind und wann nicht. Er ist sicherlich nicht der erste Mensch mit Kindern an dieser Schule.
    Ich denke jetzt mal, wenn ich niemanden für meine Kinder organisieren könnte, könnte ich in meinem Kollegium sicherlich tauschen bzw. Zeiträume blocken.

  • Ja er ist verbeamtet. An sich finde ich das ja auch total in Ordnung, aber für mich ist es halt doof, wenn ich dann zu meiner Arbeit nicht erscheinen kann, weil er halt plötzlich noch ne Vertretungsstunde hat. Ich meine wir können ja nicht die Kinder auf Verdacht jeden Tag von 7 bis 16Uhr betreuen lassen. Mal abgesehen davon, dass die KiTa und die Schule diese Betreuungszeit gar nicht anbieten:rolleyes:.
    Ach ich glaub ich bin grad bisschen geladen, weil das jetzt mal wieder MEIN Problem ist:rolleyes:. Dabei hatte ich das seit Wochen organisiert und so auf die Schnelle bekomme ich ja jetzt keinen Babysitter mehr.


    Er hat im Übrigen in der Erkältungszeit (von September bis etwa April) pro Woche immer so 1-2 Vertretungsstunden bei vollem Deputat. Keine Ahnung, ob das jetzt viel oder wenig ist.

  • Ich drösel das morgen mal auseinander, es ist, kurz, eine Frage der Schulinternen Organisation. Die Rechtslage kann ich nur für NRW.


    Morgen, wach und nicht am Handy, mehr.

  • Zitat

    Ich drösel das morgen mal auseinander, es ist, kurz, eine Frage der Schulinternen Organisation. Die Rechtslage kann ich nur für NRW.


    Morgen, wach und nicht am Handy, mehr.


    Alles klar, danke:)
    ...und schlaf gut:)

  • ... Ich meine wir können ja nicht die Kinder auf Verdacht jeden Tag von 7 bis 16Uhr betreuen lassen...


    Da muss ich ketzerisch fragen: warum nicht? Das heißt ja nicht, dass die Kinder dort tatsächlich täglichen diesen Zeitraum ausnutzen.


    Ich finde, das klingt nach einer relativ normalen Buchungszeit, für eine Familie, in der ein Partner Vollzeit arbeitet (und somit nur bringen oder abholen schafft, alles anderes ist utopisch) und der andere Teilzeit. Auch wenn eines der Kinder unter drei ist.


    Liebe Grüße!

  • Naja schrieb ich ja oben, dass die KiTa und die Schule das momentan für uns nicht anbieten. Wir haben ja gerade erst her gewechselt und haben daher null Chance auf Ganztagsbetreuung. Eine Tagesmutter hab ich schon vor einiger Zeit übers Jugendamt angefragt, da gibts aber auch gerade keine laut Jugendamt.
    Es geht mir auch gar nicht darum, mich generell zu beschweren. Ich finde unsere Berufe sehr familienfreundlich. Es geht mir darum, dass ich jetzt wieder kurzfristig einen MEINER Termine absagen muss, weil ER nicht absagen kann, weil ER meint, er ist in der Pflicht, jede Vertretungsstunde anzunehmen. Mir stellt sich da wirklich die rechtliche Frage, ob wir verpflichtet sind, dass mein Mann jede Woche über die gesamte Unterrichtszeit der Schule zur Verfügung steht und somit in der Kinderbetreuung seiner eigenen Kinder nicht fest eingeplant werden kann? Also er hat 24 oder 23 Stunden zu halten pro Woche, muss er dann trotzdem dafür sorgen, dass seine Kinder jeden Tag 9 -10 Stunden betreut sind? Und wenn er heim kommt, muss er sich ja auch noch vorbereiten, da betreue ich ja dann auch noch die Kinder und kann dann nicht arbeiten.
    Ach, jetzt wirds wirr:o.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von safira ()

  • Also meine Frage ist, ob er nicht auch mal einmal ausnahmsweise sagen könnte, dass er nicht kann und ein anderer der 60 Kollegen die Vertretung übernehmen könnte?

  • Also bei uns kann man durchaus auch mal eine Vertretung ablehnen, wenn sie sich mit einem anderen Termin überschneidet. Sollte man nicht ständig tun, aber ab und an geht.
    Ich suche mir dann oft selbst einen Kollegen, der für mich einspringen kann und biete meinem Chef/Vertretungsplaner die fertige Lösung an. Der ändert dann nur den Plan.
    Wenn ich von einem Termin weiß und das Gefühl habe, ich könnte mal wieder dran sein, dann bitte ich auch schon mal im Vorfeld darum mich an diesem Tag zu verschonen. Hier kann eigentlich immer eine Lösung gefunden werden.


    Eine gewisse Anzahl an vertretungsstunden muss man als Beamter leisten, was darüber hinaus geht, wird als Überstunden bezahlt. Hier führt allerdings die schulleitung listen, um das zu vermeiden und um eine gerechte arbeitsverteilung zu gewährleisten.

    I feel like procrastinating... but I think I'll wait.

  • Hessen, an unserer Schule ist es so:


    Bei voller Stelle sind zwei Vertretungsstunden pro Monat Pflicht. Wir haben in unserem Stundenplan sogenannte "Randstunden" vermerkt, an denen wir Vertretung reinkriegen können. Zu anderen Zeiten bekommt man nur in Notfällen was rein oder wenn eigene Stunden wegen Abwesenheit der Klasse dort ausfallen. Es ist also vorhersehbar, zu welchen Terminen eine Vertretung kommen kann. Wenn ich einen wichtigen Termin habe, sage ich den vorher in der Planung an mit der Bitte, mir dort keine Vertretung zu geben. Das ist im Allgemeinen kein Problem, denn es gibt ja genug Kollegen. Wenn man eine Vertretung bekommt und hinterher sagt, dass man da nicht kann, wird das nicht gerne gesehen. Denn das macht dann ja zusätzliche Arbeit, die nicht unerheblich ist, wenn das viele Kollegen so machen.


    Insgesamt müssen wir aber nicht so viele Vertretungsstunden leisten, weil wir dafür Studenten und so haben, die das gegen Stundenlohn machen.


    Schwangere bekommen übrigens gar keine Vertretung und keine Pausenaufsichten, sofern das irgendwie möglich ist.


  • Alles klar, danke:)
    ...und schlaf gut:)


    Sodele.


    Also. Der Beamte ist weisungsgebunden. Sagt der Schulleiter: Du machst Mehrarbeit, hier: die Vertretung, machst du die Vertretung.


    Zugleich aber muss der Schulleiter, der ja Chef im besonderen Sinne ist - primus inter pares -, dafür sorgen, dass niemand über die Gebühr belastet ist. Muss ich die Paragrafen raussuchen? Ich bin ja noch krankgeschrieben und zu Hause und hab nicht alles so flockig zur Verfügung...) Das heißt, es kann nicht sein, dass einer drölfzig Vertretungen macht und der andere keine. Mit zu berücksichtigen ist auch, ob der eine 3 Korrekturfächer und der andere "nur" Physik und Sport hat. Und: Teilzeitkräfte haben zwar mehr Springstunden, das heißt aber nicht, dass sie deshalb mehr Vertretungsstunden machen müssen/ sollen/ dürfen.


    In NRW dürfen Teilzeitkräfte alle Mehrarbeitsstundenn (=hier Vertretungen, sofern nicht was anderes wegen, watweißich, Klausur oder Klassenausflig ausfällt, das muss Minus-gerechnett werden) als normale Arbeitsstungen im Überstundenausgleich abrechnen, bis sie die volle Stundenzahl erreichen. Vollzeitbeschäftigte Lehrkräfte dürfen das ab der 4. Zusatzstunde, auch das Minus mitrechnen, und dann aber alle. Heißt: Macht dein Mann drei zusätzliche Stunden im Monat (Malus weggerechnet), hat er Pech gehabt. Macht er 4, kann er alle 4 abrechnen. Ich rede jetzt von Beamten. Wie das bei Angestellten ist, weiß ich nicht auswendig. Das muss er aber selber einstielen, das passiert nicht von alleine!


    So. Wie organisiert man das in der Schule?
    Ich kenne das so, dass es "Bereitschaftsstunden" gibt. Das sind Spring- oder Randstunden, die jeder Lehrer selber in seinem Stundenplan markiert und zu denen er da zu sein hat - weil er in diesen "Frei"-stunden besonders gut kann. Das muss ein bisschen koordiniert werden, in den ersten Stunden des Tages braucht es z.B. mehr Bereitschaftslehrer als in der 8.; freitags in der 7. muss auch noch wer dasein und so. Aber im Grunde wird das abgesprochen, wer wann zur Verfügung zu stehen hat. Der ist dann auch anwesend! In darüber hinausgehenden Freistunden kann es natürlich auch mal sein, dass man gebraucht weird, enn viele krank sind oder in Klausurzeiten etwa. Dann wird man gefragt, ob das möglich ist. Und dann kann man auch mal begründet nein sagen.


    So scheint das aber in der Schule deines Mannes nicht geregelt zu sein. Aber ich bin sicher, auch da gibt es Kollegen, die darum bitten, z.B. montags erst zur 3. zu kommen, weil sie sonst um 4 Uhr losfahren müssen, des Staus wegen. Oder deren Tagesmutter dienstags frei hat und die deshalb dienstags nur Notbetrieb machen können. Das muss eigentlich möglich sein. Das muss man sich auch trauen. Ich finde also, dein Mann sollte mal mit seinenm Schulleiter reden und seine/ eure Bedürfnisse klären - dass ihr eine Vollzeitbetreuung braucht, langfristig, sehe ich auch so. Die Schulorganisation kann darauf nicht ständig Rücksicht nehmen. Aber noch ist eure Situation ja nicht anders lösbar und es kann auch nicht sein, dass deine berufliche Perspektive deswegen geknickt wird. Da muss man halt individuelle Lösungen finden, und das klappt, wie fast überall, nur, wenn man darüber spricht.


    Im Übrigen könnte dein Mann ja in Absprache mit seiner Schulleitung ein Konzept zur Vertretungsregelung erarbeiten - offenkundig gibt es nix Gescheites an der Schule deines Mannes -, die Rolle des Stundenplanmachers anstreben und sich damit langfristig auf A15 hocharbeiten, hm? Das ist ein Schulleitungs-Stellvertreter-Job. Karriere winkt!!!

  • Wir haben letztens in einer Konferenz übrigens darüber gesprochen, dass laut Schulgesetz es nicht erlaubt sei, mehr als die festgelegten zwei Überstunden reinzukriegen. Scheint in Hessen also strenger zu sein. Wir machen trotzdem mehr, wenn es nötig ist. Passiert aber selten.
    Wenn Stunden ausfallen, muss man die eben auch runterrechnen, da kann man also Vertretung bekommen, die nicht als Überstunden zählen. Diese Vertretungen können auch zu anderen Zeiten kommen als der Ausfall war, nur zum Monatsende wird quasi tabula rasa gemacht, man nimmt weder Über- noch Unterstunden mit in einen neuen Monat. Zumindest bei uns ist das so.

  • Hier in BY müssen die Vollzeitlehrer drei Stunden pro Monat unentgeltlich machen. Ab der vieeten werden dann alle (also auch die drei vorher) dann bezahlt. 8 Stunden im Monat halte ich für recht viel. Das kommt bei uns nur in Krankenhochzeiten mal vor.
    Hier weiß der Vertretungsplanmensch ja, dass ich drei Kinder habe und daher zeitlich manchmal etwas eigeschränkt bin. Daher fragt er vorher immer, ob ich länger kann.....müsste er nicht, macht er aber netterweise. Lass deinen Mann doch mal mit dem bei ih, Zuständigen reden, vielleicht ist dem das Problem gar nicht bewusst.

  • Danke, das war alles sehr aufschlussreich:).
    Es ist auch tatsächlich so, dass viele Mütter ganz klar sagen, wann sie kommen können und wann nicht, dass sie erst ab der 2. Stunde können oder Bitte nicht zu viel Freistunden wollen. Darauf wird im Stundenplan Rücksicht genommen. Auch in Vollzeit. Mein Mann mag halt nur nicht Nein sagen. Er ist von der Sorte, die sich noch mit 40º C Fieber in die Schule schleppt und Klassenarbeiten grundsätzliche spätestens nach 5 Tagen zurück gibt und normalerweise JEDE Vertretung macht, die ihm aufgetragen wird. Ich mag das halt nur nicht, wenn es immer zu Lasten meiner Arbeit geht. Ich hab zwar weniger Stunden, aber darum sind die ja nicht gleich weniger wichtig.
    Klar, wenn wir weiterhin jeder so arbeiten, brauchen wir mehr Betreuung. Gibt's aber momentan noch nicht. Bis dahin wird er sich nun trauen und bei wirklich wichtigen Terminen meinerseits Bescheid geben, dass er da keine Vertretung übernehmen kann.


    Es geht aber auch um einen festen Tag in der Woche, an dem er um 11 Uhr Schluss hat und ich dann bis abends meine PräsenzStunden arbeite. Da ist es dann schon doof, wenn er Vertretungen machen muss und ich ins Schleudern komme. Vielleicht kann er da mal vorsichtig fragen, ob die Vertretungsstunden auf die restlichen 4 Tage verteilt werden können. Aber das ist schon unverschämt zu fragen,oder:o?
    Ansonsten kann er eigentlich bis auf mal 1-2 Ausnahmen im Jahr immer zusätzlich, das krieg ich hin.
    Kann nicht irgend wer mal Tagesmütter wachsen lassen?!:o

  • Vergessen: es geht mir noch nicht mal darum, ob die Zusatzstunden bezahlt werden. Ich hätte nur gern an dem einen Tag die Sicherheit, dass er da betreuen kann. Zumindest so lange, bis wir eine Tagesmutter haben. Ich find das halt bisschen ungerecht, dass es bei vielen Müttern möglich ist an seiner Schule, bei ihm aber momentan nicht. Das kann aber auch daran liegen, dass er nicht mal nachhorcht...

  • Sorry, wenn ich es nicht ganz mitbekommen haben sollte...
    aber hast du neben der Nachfrage beim Jugendamt für eine Tagesmutter auch mal bei einem Tagesmütter-/Tageselternverein nachgefragt?

  • Vergessen: es geht mir noch nicht mal darum, ob die Zusatzstunden bezahlt werden. Ich hätte nur gern an dem einen Tag die Sicherheit, dass er da betreuen kann. Zumindest so lange, bis wir eine Tagesmutter haben. Ich find das halt bisschen ungerecht, dass es bei vielen Müttern möglich ist an seiner Schule, bei ihm aber momentan nicht. Das kann aber auch daran liegen, dass er nicht mal nachhorcht...


    Ja, fragen muss man schon!

  • Zitat

    Sorry, wenn ich es nicht ganz mitbekommen haben sollte...
    aber hast du neben der Nachfrage beim Jugendamt für eine Tagesmutter auch mal bei einem Tagesmütter-/Tageselternverein nachgefragt?


    Das gibt es hier nicht in unserem Kreis bzw sagte mir die Frau beim JA, dass sie das organisieren würde und ich da nicht weiter suchen brauche, weil sie das eh regelt. Alternativ hat der Kleine aber auch ab April einen Krippenplatz. Dann wäre das Problem eh gelöst:)


    Edit: ach ich bin grad so allgemein genervt, weil ich das Gefühl hab, ich strampele und strampele und darf alles allein hinkriegen:rolleyes:. Daher ist es wichtig für mich zu lesen, wie das anderswo geregelt ist, einfach um besser informiert zu sein.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von safira ()

  • Von wegen bezahlen: es könnte halt sein, dass er plötzlich schlagartig weniger Vertretungen machen muss, wenn er anfängt sie abzurechnen... honi soit qui mal y pense

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)