• Hallo Liebes Rabeneltern-Team!


    Meine Kleine ist mittlerweile fast 4 und - ich finde - sehr gut geraten :-)


    Nach anfänglichen Trennungsproblemen im Kindergarten geht sie mittlerweile so gerne, dass ich froh bin, wenn ich eben noch "Hallo" sagen kann. Ich hatte ein gutes Gespräch mit der Erzieherin und denke auch, das es ein bisschen an mir lag, dass sie sich schlecht trennen konnte. Seitdem ich sie mit gutem Gefühl bringe, ist es super!
    Die Erzieher sind begeistert, wie sie sich seitdem macht und sagen, dass sie besonders motorisch und sprachlich sehr weit ist und auch lieber mit älteren spielt.


    Was mich allerdings etwas beschäftigt, ist ihr soziales Verhalten bei Auseinandersetzungen. Oft fängt sie, wenn es nicht so läuft, wie sie es sich vorstellt, sofort an zu weinen, schreien oder haut / schubst / beisst. Ich erkläre ihr dann, das andere Kinder eben nicht wie Sipelzeuge bestimmt werden können und man nicht handgreiflich werden darf sondern es sagen sollte, wenn man etwas nicht will.
    Besteht hier weiterer Handlungsbedarf oder gibt sich das irgendwann? Bei anderen Kindern habe ich das Gefühl, dass diese oft verständiger sind und sich auch mit anderen Ansichten zufrieden geben können.


    Ein weiterer Riesenpunkt ist zurzeit ihre Wut, wenn Sie von einer Freundin vom Spielen abgeholt wird. Sie sagt sofort, wenn ich da bin, dass sie noch dableiben will. Meist komme ich eh etwas früher, dass noch so 10 - 15min gespielt werden kann und wir uns dann in Ruhe verabschieden. Immer öfter eskaliert das allerdings. Sie will dann noch dies und das, alles ist falsch und schreit sich oft richtig in Rage, dass ich nicht mehr an sie rankomme und sie auch oft um sich haut und kneift.
    Ich bin dann etwas hilflos, heute habe ich sie dann irgendwann auf den Arm genommen, als alles zureden nicht half und sie sich dann noch umziehen wollte und alles falsch war und sie total in Rage geschrien. Dann bin ich mit ihr unter Protest zum Auto, stand da ne Weile weil sie nicht rein wollte. Sie hat sich dann auch da erst anschnallen lassen als der Motor lief und ich gesagt habe, das ich jetzt fahre. Zuhause haben wir im Auto gesessen, bis sie sich beruhigt hatte... Es hat bestimmt eine halbe std gedauert, weil ihr dann noch einfiel, sie will noch kurz zum Spielplatz (das war der nächste Aufhänger). Ich habe versucht, ruhig mit ihr zu reden, sage immer, das man irgendwann nach Hause muss und es bald Schlafenszeit ist. Aber auch, das ich es nicht gut finde, das sie so ein Theater macht und ich sie dann ungerne irgendwo spielen lasse, wenn das Abholen nicht klappt.
    Später habe ich ihr dann gesagt, das es mir leid tut, dass ich auch so sauer war, ich es verstehe, dass sie gerne spielt, aber dass ich leider keine Lösung für unser Problem weiß und ich es so nicht mag, sie irgendwo abzuholen.


    Wie kann man so eine Situation entschärfen (kann man das überhaupt?) War es richtig, sie aus der Situation zu nehmen? das hat es erstmal natürlich schlimmer gemacht :-/ und sie hat auch sehr agressiv mir gegenüber reagiert :-(


    Über eine Rat würde ich mich sehr freuen!


    Vielen Dank und Viele Grüße!

  • Hallo anna_b,


    zu deiner Beschreibung fallen mir verschiedene Ansatzpunkte ein:


    Zum einen klingt es so, als wäre deine Tochter noch nicht sehr lange im Kindergarten, vielleicht sind es also Eingewöhnungsprobleme. Findet sie ähnliche Situationen auch schwierig, wenn ihr euch privat mit anderen Kindern trefft?


    Es könnte sein, dass sie schlicht überfordert ist und noch keine besseren Handlungsalternativen zur Verfügung hat. Da hilft geduldiges Vormachen und ggf. ganz kurze Tipps wie "gib du ihr ein anderes Spielzeug, vielleicht mag sie tauschen". Erklärungen sind oft noch eine Überforderung und erfordern einen Überblick, der in dem Moment gerade nicht vorhanden ist.


    Ebenso könnte es (ggf. auch zusätzlich) der Fall sein, dass sie in diesen Momenten (ggf. auch sehr plötzlich) hungrig, durstig oder müde geworden ist. Vielleicht beobachtest du sie eine Weile und schaust, ob dir Gemeinsamkeiten in den Situationen auffallen, z.B. immer kurz vor dem Mittag, immer wenn sie morgens besonders früh wach war oder anderes. Dann hilft natürlich, die Situation im Vorfeld möglichst schon zu entschärfen, etwas zu Essen und zu Trinken parat zu haben, bevor es eskaltiert etc.


    Die Abhol-Situation klingt mir sehr danach. Vielleicht hilft ein kleiner Snack vor dem Abschied, vielleicht ist aber auch die Situation insgesamt gerade zu viel. Ein kurzer, schneller Abschied könnte helfen, weniger Erklärungen vielleicht, ggf. auch ein früheres Abholen, früher am Tag und nicht erst kurz vor dem Schlafengehen, damit sie noch nicht zu müde ist.


    Wichtig scheint mir noch, dass du als Mutter die Verantwortung bei dir behältst. Sie als Tochter darf es doof finden, abgeholt zu werden, darf aber weder hauen noch sonst anderen weh tun. Manchmal hilft es, die Gefühle noch mal deutlich zu bennen, "Mensch, du siehst aber sauer/traurig/... aus, bist du ärgerlich/enttäuscht/..., dass wir jetzt nach Hause fahren?".


    Kinder entwickeln sich ja alle individuell in ihrem eigenen Tempo, da ist es schon möglich, dass andere in dieser Beziehung weiter sind, das macht gar nichts. Andererseits sieht man aber immer nur einen Ausschnitt und meist ist der eigene Blick wenig objektiv :) Wie oft hat sie denn im Kindergarten solche Konfliktsituationen? Wie oft - und auf welche Weise - greifen die Erzieherinnen ein?


    Vielleicht kannst du deinem Gefühl, dass deine Tochter sehr gut geraten
    ist, noch ein wenig mehr Raum geben. Allein das hilft oft schon sehr,
    denn je entspannter du bist, um so schneller lösen sich Probleme.
    Jedenfalls fast immer ;)


    Alles Gute für euch!

  • Vielen Dank für die Worte!! Die beruhigen mich doch schon sehr :)


    Ich mache mir sehr viele Gedanken, auch über die Bindung meiner Tochter, da es ja auch Foren im Internet gibt, die schnell alles auf eine missglückte Bindung schieben ..
    Und da ich seit ihrer Geburt alleinerziehend bin und sie anfangs einmal in der Woche und später auch über Nacht von ihrem Papa betreut wird, wobei beim Abschied von mir im Vorfeld sehr oft tränen gab, habe ich angst, das sie damit einen Schaden genommen hat.


    Im kindergarten ist sie jetzt ein Jahr, Kurz vorm 3. Geburtstag wurde sie in die Kita (3 Erzieher 12 kinder) eingewöhnt. Eine Woche mit mir, da war sie sehr explorativ, begeistert. Die Erste Trennung abgebrochen, weil sie weinte. Danach bin ich am nächsten Tag vor dem Mittag gegangen, die Oma kam dann 15 - 30min später, war gar kein Problem. Ich habe das Gefühl, die Erzieher sind sehr bemüht. Die Ersten Trennungen morgens waren dann gut, dann gabs wieder tränen. Nach 4 Monaten hat sie in die Gruppe nebenan (25 kinder) gewechselt, die sie aber auch schon öfter besucht hat während sie in der Kita war die Erzieher waren ihr gut bekannt. Die Ersten Tage waren gut, aber sie war wohl eher abwartend und wollte nicht so spielen. Wenn es morgens tränen gab, bin ich noch etwas geblieben, bis sie mit der Erzieherin gehen konnte oder wenigstens gewunken hat. Manchmal hat sie dann aber noch geweint. Es gab auch 1-2 Situationen wo ich mich losreißen musste und gegangen bin (bereue ich sehr!)
    Dann, durch ein neues Ritual und gute Gespräche mit der Erzieherin ist meine Tochter wie ausgewechselt! Ich Kann morgens manchmal grad nur kurz hallo sagen, bis sie sich von mir verabschieden will. beim abholen will sie oft noch dableiben. Manchmal beim Abschied wirkt sie aber kurz um - als ob sie schnell weg will oder die Gefühle nicht zeigt.
    Ist das nur meine Wahrnehmung oder kann eine vermeidende Bindung entstanden sein?


    Neulich als ich sie zum Papa gebracht habe, hat sie auch an mich geklammert und gesagt, das ich nicht gesehen soll und dableiben soll, da hat ihr Papa dann scherzhaft gesagt, das sie dabei doch grinst und uns veräppelt. Da hat meine Tochter grinsend meinen Arm geschnappt mich "rausgeworfen"und mir tschüss gesagt. Wie ist das zu werten? Weiß sie, das Papa da konsequenter ist oder kriegt sie meine Zurückhaltung mit?


    Nach dem Papa Wochenende hat sie oft einen Wutanfall im Auto. Ich weiß nicht, ob es Überforderung ist, oder die Umstellung oder das sie weiß, das ich da voll drauf einsteige? Zunehmend richtet sich ihre wut dann auf mich, oder sie sagt, das sie alles kaputt machen will und so? Ich bin echt ratlos?


    Vielleicht haben sie noch ein paar gute Ratschläge für mich..


    Vielen Dank?!

  • Nachtrag:


    Zum Thema kindergarten:


    Sie ging für letzte Zeit ja immer so gern. Dann hatte sie letzte Woche einen tag, wo sie nicht wollte und auch geweint hat (hat sich durch Wutanfall hochgeschaukelt bis sie dann sagte: ich will noch in den kiga) hab sie dann Zuhause gelassen.


    Freitag wieder, sie sollte zu Papa, wollte dann nicht und auch nicht in den kiga. Hab sie Nicht in den kiga gebracht sondern gleich zu Papa, dann kam die Situation mit dem "veräppeln" und dann fröhlich rausschmeißen ...


    Heute Drama: erst hat sie noch wie immer rausgeschmissen, kam dann weinend zur Tür und wollte nicht, das ich gehe. Bin dann dageblieben, hab alles versucht, weitere Versuche misslangen.
    Eine Erzieherin wollte es dann kurz machen, sie auf den Arm nehmen und ich sollte gehen. Tochter hat total Panik (?) bekommen , eine andere Erzieherin meinte, wenn ich so ein schlechtes Gefühl dabei habe, bringt es nichts. Habe sie dann nach Hause genommen, sie war sichtlich gut drauf und gelöst.
    Zuhause dann erst alles gut, als sie dann aber keine Kekse durfte und ich ihr sie aus der Hand nahm und wegpackte ( das gleiche danach nochmal mit anderen Sachen) war die Situation so schlimm für uns beide. Ich erkannte meine kleine nicht mehr (die mich wohl auch nicht)..
    Als am Nachmittag unsere nachbarstochter kam, wurde die auch so angemotzt, das ich sie wieder nach Hause brachte...
    Wir haben sowas sonst nicht so krass?? Was ist da los?
    Bin völlig verzweifelt?
    Fühlt sie sich im kiga dich nicht wohl und wir steuern eine bindungsdtörung an?
    Hilfe...

  • Hallo anna_b,


    in deiner Beschreibung sehe ich keine Anzeichen für eine Bindungsstörung. Dass deine Tochter nicht immer begeistert auf die Trennungssituation im Kindergarten reagiert ist ja verständlich.


    Natürlich ist die Eingewöhnung in den Kindergarten und die erste Lösung vom vertrauten Umfeld etwas besonderes und nicht immer einfach. Eine Gefahr für die Bindung zwischen Eltern und Kind ist diese Situation nicht - es sei denn, diese Bindung war auch vorher schon zerbrechlich oder sehr gestört, wie es zum Glück aber nur sehr selten vorkommt.


    Schädlich ist, wenn die Bedürfnisse des Kindes systematisch oder völlig unvorhersagbar ignoriert oder abgewertet werden, wenn das Kind in eine dauerhafte und schwerwiegende Unsicherheit gerät und nicht mehr verlässlich auf seine Bezugspersonen bauen kann.


    Vermutlich nimmt sie deine Unsicherheit und vielleicht auch Unentschiedenheit wahr und möglicherweise gerät sie selbst auch in einen Konflikt zwischen dableiben wollen und sich nicht von dir trennen wollen. In diesem Fall wäre es hilfreich, wenn du für dich selbst klärst, wie wichtig es dir ist, dass sie regelmäßig in den Kindergarten geht, wie lange diese Zeit täglich sein soll etc. Wenn du das klar hast, kannst du deiner Tochter die Hilfestellung geben, die sie benötigt und ihr auch signalisieren, dass sie dort sicher ist und sich wohl fühlen kann. Sofern du das tatsächlich so siehst. Hast du dagegen Zweifel am Kindergarten oder den Erzieherinnen, wäre es der erste Schritt, diese zu klären und auszuräumen. Du wirst dich dann besser und sicherer fühlen und deine Tochter sich (da wette ich drauf) auch. Kinder fühlen sehr genau, wie klar ihre Bezugspersonen sind - oder eben nicht. Und Unsicherheit führt zu Unsicherheit - nur dass die Kinder dies in der Regel nicht rational klären können, sondern eben mit ihrem Verhalten die wesentlichen Fragen stellen, wie zum Beispiel "meinst du das wirklich ernst?" oder "bist du dir sicher, dass ich hier bleiben soll?"
    Die Antwort wiederum kommt ebenfalls über das Verhalten - deines nämlich. Wenn du ihr ruhig und freundlich hilfst, sich wieder zu beruhigen, ist die Antwort, die bei ihr ankommt "alles in Ordnung"


    Alles Gute für euch!