Quereinstieg Lehramt/Referendariat Berufsschule

  • Hast du mal Richtung Berufsschule gedacht? Das könnte mit deiner Berufserfahrung ganz spannend sein.

    Bis übermorgen bin ich nur mit Handy unterwegs, wenn du magst, melde ich mich dann gerne noch mal

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

  • ich tute mal ins gleiche Hirn wie Hermine , ich hab ja auch den Quereinstieg Berufsschule gemacht. Bei mir im Semester waren wir 23 LiV (Lehrkraft im Vorbereitungsdienst #rolleyes) für Berufsschule, davon 4 oder 5 Quereinsteiger. "Wir" Quereinsteiger hatten von Anfang an unsere Schulen denn der Quereinstieg wurde ja von ebendiesen Schulen ausgeschrieben, der Rest wurde gut 1 Monat vor Beginn auf alle in Frage kommenden Schulen im Schulamtsbezirk verteilt.

    Wenn das in Berlin + Brandenburg genauso läuft wäre bei einem Ref in Berlin der Radius in dem sich die Schulen befinden etwas überschaubarer. ;)


    Ich kenne aus dem Sportverein eine Mutter flüchtig, die auch "aus der Wirtschaft" kam und dann Quereinstieg gemacht hat. Soll heissen: was Richtung Banken, Wirtschaftsberater o.ä.

    Ich würde die Berufsschulen, die zu Deinem jetzigen Job bzw. Deinem Masterabschluss passen, mal kontaktieren und dort fragen wie ein Quereinstieg laufen könnte.


    Berufsbegleitend heisst hier "Quizz", und ganz ehrlich, das hätte ich niemals gepackt. Klar hatten unsere 2 Quizz-Leute nur alle 14 Tage halbtägig Seminar (statt 1,5 Tage jede Woche). Dafür hatten sie 20 Stunden Unterricht #kreischenReferendare haben hier 10-12 Stunden, eine volle Stelle nach dem Ref sind 24,5 Std - so zum Vergleich. Die Zeit, die ich an Seminar (und Unterrichtsbesuchen) weniger gehabt hätte, hätte niemals gereicht um die fast 10 Stunden mehr Unterricht aufzufangen. Ich habe pro Doppelstunde, die ich selbst gestaltet habe, 1 Abend Vorbereitungszeit gebraucht (und brauche ich auch heute noch, nur heute besitze ich schon einiges an eigenem Material)! Der Faktor 1,7 mit dem da offiziell gerechnet wird reicht am Anfang nur, wenn Du quasi fertiges, mehr oder weniger selbsterklärendes Unterrichtsmaterial von jemand bekommst. Dann kann man schon sagen, dass man mit 1 Stunde noch mal genau anschauen, überlegen wie was laufen soll, Sachen nochmal oberflächlich nachschlagen etc. hinkommt.


    Soweit meine Ideen dazu, allerdings eben aus der Erfahrung hier geschrieben, inwiefern das für Deine Region passt weiss ich nicht.


    Viel Glück! #banane

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -

  • Die Quereinsteiger in Berlin, die das berufsbegleitende Referendariat machen, besuchen dieselben Seminare wie die "normalen" Referendare (ein Hauptseminar und 2 Fachseminare), aber sie müssen rund doppelt so viele Stunden unterrichten, nämlich 19 Stunden statt 8-10. Dafür bekommen sie mehr Geld, was dazu führt, dass auch Leute mit Lehramtsstudium zum Teil das berufsbegleitende Ref machen.

    Vom Arbeitsaufwand her ist es wirklich viel, dafür ist es nach 1,5 Jahren vorbei. Aber die 1,5 Jahre sind hart.


    Ich habe mich vor einer Weile mit einem Bekannten unterhalten, der Hauptseminarleiter ist, und der meinte, dass viele abbrechen, weil sie nicht gut genug aufs Unterrichten vorbereitet sind. Ein Problem für viele ist wohl, den Stoff tatsächlich schülergerecht aufzuarbeiten und sich auf die Schülerinnen und Schüler einlassen zu können.

    Mirjam mit Clown (2006) und Spaßvogel (2008) und Quatschkopf (2010)
    #motz#kreischen

  • Hier wieder Erfahrungen aus BW - aber verheiratet mit drei Kindern verdient man im reg nicht sooo schlecht, man ist ja schon verbeamtet.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

  • Die Quereinsteiger in Berlin, die das berufsbegleitende Referendariat machen, besuchen dieselben Seminare wie die "normalen" Referendare (ein Hauptseminar und 2 Fachseminare), aber sie müssen rund doppelt so viele Stunden unterrichten, nämlich 19 Stunden statt 8-10. Dafür bekommen sie mehr Geld, was dazu führt, dass auch Leute mit Lehramtsstudium zum Teil das berufsbegleitende Ref machen.

    Vom Arbeitsaufwand her ist es wirklich viel, dafür ist es nach 1,5 Jahren vorbei. Aber die 1,5 Jahre sind hart.


    Ich habe mich vor einer Weile mit einem Bekannten unterhalten, der Hauptseminarleiter ist, und der meinte, dass viele abbrechen, weil sie nicht gut genug aufs Unterrichten vorbereitet sind. Ein Problem für viele ist wohl, den Stoff tatsächlich schülergerecht aufzuarbeiten und sich auf die Schülerinnen und Schüler einlassen zu können.

    hier (Hessen) ist das reguläre Ref Berufsschule (egal ob als Quereinsteiger oder mit "echtem" 1. Staatsexamen oder mit anerkanntem Magister oder so ;)) 21 Monate. Bezahlt wird hier AnwA13Z.

    Abziehen muss man davon noch den PKV-Anteil der je nach Alter halt noch Ausbildungstarif ist oder schon der reguläre Tarif.

    Wenn man noch Ausbildungstarif bezahlt, ist (verheiratet mit 3 Kindern) der Unterschied zwischen Ref und knapp 1/2 Planstelle nur marginal.


    Quizz ist soweit ich weiss länger. Und nur seeehr selten, denn das wird nur in absoluten Mangelfällen angeboten.

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -

  • Danke für eure vielen Tipps! :)


    Berufsschule interessiert mch in der Tat sehr. Da muss ich aber mal recherchieren, was da für mich in Frage käme. Und ihr meint echt, einfach anrufen und nachfragen, ob sie in nächster Zeit Quereinsteiger brauchen, ja? Das ist ja irgendwie lustig, aber warum nicht. Initiative und so. ;)



    (Familienzuschlag zum Anwärtergehalt werde ich nicht bekommen, mein Mann ist ja auch Beamter und bekommt schon den Familien- und Kinderzuschlag. Und Berlin verbeamtet doch sowieso nicht mehr, oder mira76 )

  • Na, das hilft.

    Entschuldigung, ich hatte nicht verstanden, dass du ausschließlich Zuspruch wolltest. Du kannst natürlich auch Glück haben ...

    Liebe Aoide, natürlich brauch ich nicht nur Zuspruch. Ich hoffe, du hattest die Smileys hinter meinem Originalposting auch gesehen: :D:P#zwinker Ich hatte ehrlicherweise gehofft, das damit klar wird, dass ich dir deinen Einwand nicht krumm nehme. #ja

  • Ach du, ich war davon ausgegangen, dass du meinen Einwand für zu wenig begründet hieltest. Ich kann das auch nicht verschriftlicht begründen, nur so pauschal, das ist IHMO nicht ok. Aber ich habe viel zu Tun mit KollegInnen in diesen Bundesländern, alle am Gymnasium oder an Gesamtschlen, und natürlich sprechen wir darüber, was läuft und was nicht. Und mir scheint, dass ich hier in NRW doch recht gut aufgehoben bin im Schuldienst, obwohl ich hier ganz genau sagen kann, was schiefläuft und warum, und sogar qualifizierte Vorschläge hätte, wie die Landesregierung das ändern könnte (wenn sie denn wollte), das kann ich auf dem Niveau für die anderen Bundesländer nicht.


    Mit mehreren Berufskollegs hier in Köln habe ich jetzt seit einem Jahr eine ziemlich intensive Zusammenarbeit und staune echt Bauklötze, was es da für dolle Ausbildungswege und -möglichkeiten gibt. Meine SchülerInnen, die ich bisher dahin vermittelt habe, sind allesamt ziemlich glücklich. Und die KollegInnen, die ich da kennengelernt habe, machen einen deutlich zufriedeneren Eindruck als viele meiner Gymnasialkollegen. Letzteres ist aber mein subjektiver, nicht wirklich überprüfbarer Eindruck aus wenigen Begegnungen.

  • Danke für eure vielen Tipps! :)


    Berufsschule interessiert mch in der Tat sehr. Da muss ich aber mal recherchieren, was da für mich in Frage käme. Und ihr meint echt, einfach anrufen und nachfragen, ob sie in nächster Zeit Quereinsteiger brauchen, ja? Das ist ja irgendwie lustig, aber warum nicht. Initiative und so. ;)

    ja :)

    Meine Stelle (+ die meines Mit-Referendars) wurde 03/15 ausgeschrieben, Beginn 11/15. Auf der ersten Gesamtkonferenz im November 15 sagte die Schulleitung bereits, dass im März 16 für November 16 wieder 2 Stellen ausgeschrieben werden. Davon wurde nur 1 besetzt, die Person für die 2. Stelle sagte kurzfristig ab.

    Im März 17 waren sogar 3 Stellen ausgeschrieben, 2 wurden besetzt, 1 kam am 1.11. (die 2. ging kurz vor Beginn in Mutterschutz). Ich gehe davon aus, dass mindestens die 3., unbesetzte Stelle im Frühjahr wieder ausgeschrieben wird.

    Das nur als Beispiel.

    Da bei uns trotzdem Mangel ist, haben wir noch Leute aus der Industrie, die jeweils ein paar Stunden abdecken.

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -

  • Berlin verbeamtet seit 2003 nicht mehr.

    Wer mit Verbeamtung aus einem anderen Bundesland kommt und 5(?) verbeamtet ist, behält beim Wechsel nach Berlin den Beamtenstatus und erhält zumindest zur Zeit noch eine Zulage, so dass das Gehalt dem aus dem Herkunftsbundesland entspricht. Berlin ist meines Wissens bei der Beamtenbesoldung Schlusslicht.

    Mirjam mit Clown (2006) und Spaßvogel (2008) und Quatschkopf (2010)
    #motz#kreischen

  • Vollkommen vergessen - interessiert es dich noch?


    Alle Angaben (Föderalismus sei Dank) ohne Gewähr: Hier könntest du mit deiner Fächerkombination an einem beruflichen Gymnasium unterrichten, die in aller Regel (immer?) mit einer Berufsschule kombiniert sind. Reine Berufsschule mit Englisch/Politik stelle ich mir sehr anstrengend vor: Beide Fächer unterrichtest du einstündig, um auf ein anständiges Deputat zu kommen, müsstest du also viele Klassen unterrichten (grosso modo 20?). Heißt auch 20 Arbeiten pro Halbjahr. Auch wenn die schnell korrigiert sind, ist das doch eine Hausnummer. (Wenn die Berufsschule mit einem beruflichen Gymnasium kombiniert ist, sieht es etwas anders aus, dann unterrichtest du Politik zwei- und Englisch vierstündig. Dafür sind die Klausuren natürlich anspruchsvoller).


    Eine Möglichkeit waere aus meiner Sicht, dass du mal schaust, für welche beruflichen Fächer du qualifiziert sein könntest: Eventuell Steuerung und Kontrolle (SuK)? BWL? Marketing? Und mal schauen, was die Berufsschulen im Berliner Umland/Berlin so an Fächern anbieten. Wir sind hier eine kaufmännische Schule für Auszubildende aus dem Bank- und Versicherungswesen - entsprechend die Fächerauswahl der Kollegen. Was für Ausbildungsberufe haben denn mit dir zusammengearbeitet? Auf was für Berufsschulen sind die gegangen? Was für Fächer gibt es dort noch? Ich glaub, bei dir geht es eher in Richtung Neue Medien, oder?

    Wenn du dich dafür entscheidest - dann wende dich direkt an die interessanten Berufsschulen. Die kennen sich in aller Regel gut mit Quereinsteigern aus, sind interessiert an Leuten aus der Praxis und können dir weiterhelfen (Direkteinstieg/Ref, etc.)


    Wenn es dich eher in Richtung des klassischen Schulbetriebs zieht, dann ist dein erster Weg wohl, dir alle Scheine etc. anerkennen zu lassen (läuft hier über das Regierungspräsidium) und so genau in Erfahrung zu bringen, was dir noch fehlt. Meiner Erfahrung nach wird das dann eher bürokratisch (mein persönliches Highlight war, als ich um einen politikwissenschaftlichen Schein in einem Bereich gebeten wurde, in dem ich Seminare gegeben habe. Ob das nicht als Qualifikation reiche? Nein, es müsse der Schein sein. Weiteres Nachfragen meinerseits, ob Blankoscheine mit Uni-Stempel und meiner Unterschrift (hatte ich seinerzeit mit in die Elternzeit genommen, da ich da noch Seminararbeiten korrigiert und benotet hatte) reichen würden - ja, das waere gut *arrgh!*). Da galt für mich die Devise: Augen zu und durch, nicht das System hinterfragen. Mein Magister ist mir dann z.Bsp. mit einer mündlichen Nachprüfung am Seminar als Staatsexamen anerkannt worden.


    Eine letzte Anmerkung: Berufliches Gymnasium ist echt nicht verkehrt, allerdings ist der Korrekturaufwand nicht ohne, da man beinahe nur Oberstufe unterrichtet. Nur so am Rande vermerkt.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

  • Zu Hermines Post von mir eine Anmerkung: In Berlin gibt es die Oberstufenzentren (OSZ), die bieten normalerweise gymnasiale Oberstufe und Ausbildungen an. Vielleicht schaust du da mal, was es gibt.

    Mirjam mit Clown (2006) und Spaßvogel (2008) und Quatschkopf (2010)
    #motz#kreischen

  • Ich bin mir nicht sicher, ob alle Beruflichen Schulen in Berlin davon betroffen sind, aber einige haben die klassischen Fächer aufgelöst und unterrichten in Lernfeldern, orientiert an Fragestellungen und Projekten. Die Fachlehrer werden dann einem oder mehreren Lernfeldern zugeordnet und arbeiten mit Lehrern anderer Fachrichtungen in einem Lernfeld zusammen. Ob das evtl. das Klausuraufkommen reduziert, kann ich nicht sagen.