Überfordet

  • Hallo und guten Tag.


    Prolog:
    - Unerwartet schwanger mit Ü40
    - Trennung vom Partner in der Schwangerschaft
    - Alleinerziehend
    - Schwangerschaftsdepression, 3 Tage Klinikaufenthalt, Antidepressiva verschrieben (aber geringe Dosis)
    - Kind ist nun 10 Monate alt



    Ich brauche mal einen Rat, denn ich fühle mich in letzter Zeit im Alltag
    mit dem Kind einfach immer häufiger überfordert. Eigentlich ist
    überfordert nicht das richtige Wort, ich bin einfach so ausgepowert und
    ohne Energie, dass ich gegenüber dem Kind richtig lieblos werde und
    leicht die Gelduld verliere.


    Um ein Beispiel zu nennen:
    Das Einschlafen abends ist der reinste Horror. Das Kind wird in den Schlaf
    gestillt hat dabei seit einigen Monaten Mühe, zur Ruhe zu kommen. Es ist
    extrem unruhig, kneift mich in Bauch und Bust, tritt mich in den Bauch
    und gegen die Beine, wâlzt sich herum und zieht dabei an der Brust so
    dass ich wahnsinnig werde. Meist habe ich zu dem Zeitpunkt noch nicht
    gegessen und breche häufig einfach in Tränen aus weil ich physische und
    psychisch nicht mehr kann. Häufig dreht sich das Kind dann auf den
    Bauch, kichert und fängt an im Bett herum zu krabbeln. Es ist dann schon
    passiert, dass ich das Kind fast anbrülle es solle verdammt noch mal
    einschlafen und es wieder auf den Rücken zurück drehe. Das bringt
    natürlich gar nichts, aber ich kann dann einfach nicht mehr anders. Es
    macht mir auch Angst, dass ich mittlerweile fast ausraste. Vor einigen
    Monaten habe ich versucht das Kind sanft in den Schlaf zu singen. Aber
    ich habe jetzt keine Geduld mehr und mir kommen die Tränen wenn ich
    anfange zu singen.


    ich sehe zur Zeit die schönen Momente gar
    nicht, sondern nur all das Mühsame. Es kamen auch Gedanken, dass ich das
    Kind am besten weggebe.


    irgendwie sehe ich, dass ich Hilfe brauche, war schon bei diversen Stellen/Einrichtungen, habe aber den
    Eindruck als würde mich keiner so recht ernst nehmen.


    ich habe kurz vor der Geburt die Stadt gewechselt und der neuen Gynäkologin
    gesagt, dass ich Antidepressiva nehme wegen der
    Schwangerschaftsdepression. Sie konnte mir die dann aber nach der Geburt
    nur 1x verschreiben und hat mir gesagt ich müsse dazu zu einem
    Psychiater. Wissend, dass ich noch Tabletten für 2 Wochen hatte und man
    diese Dinger ja nicht einfach so absetzten kann oder soll. Sie konnte
    oder wollte mir aber keine Arzt nennen. Da stand ich dann in den neuen
    Stadt mit einem 3 Monate alten Baby und hatte 2 Wochen um einen Termin
    bei einem Arzt zu bekommen. Immerhin wünschte sie mir "viel Glück" beim
    Abschied. Und ich heulte auf der Rückfahrt im Bus.


    Ich habe mich dann an die Klinik gewand in der ich entbunden habe, da die eine
    Abteilung für Frauengesundheit haben. Einen Termin habe ich dann
    bekommen in der dortigen Ambulanz für Psychiatrie. Da gehe ich nun alle 8
    Wochen hin, die Ärztin fragt, wie es geht, verschreibt die Tabletten,
    das ganze dauert maximal 7 Minuten.. .Die Ärztin hat gar keine Zeit sich
    anzuhören wie es mir geht. Ich hatte ihr gesagt, dass eine Art
    Psychotherapie oder ähnliches ganz gut wäre um einfach mal mir alles von
    der Seele zu heulen und Strategien zu entwickeln aber irgendwie hat sie
    das nicht gehört. (ich hätte dort auch mit einer Psychologin spechen
    sollen, aber das hat die Ärztin ausfallen lassen, mein Fall sei ja nicht
    so schlimm)


    Über einen Verein habe ich jetzt eine Ehrenamtliche
    bekommen, die jede Woche 2h kommen soll. Nur hatte ich da Unglück im
    Glück und habe eine Stundentin zugeteilt bekommen (weil ich ja kein so
    ganz dramatischer Fall bin) , die den ersten Termin am Vortag verschoben
    hat, und dann eine Stunde später kam als vereinbart. Bevor sie ging,
    sagte sie dann, dass sie nun 2 Wochen eh weg sei und sich anschließend
    mal melde.. . Klar, sie macht das ehrenamtlich aber etwas mehr
    Verlässlichkeit würde ich mir schon wünschen. In der Zeit in der sie
    hier war hat sie das Kind in den Schlaf geschaukelt, so dass es abends
    nicht richtig müde wurde. So eine richtige Entlastung ist sie also
    irgendwie nicht. Ich denke daran, dass ich sie weder absage.


    Bei einem "Alleinerziehenden-Café" war ich auch schon, aber da war sonst
    niemand, so dass ich wieder gegangen bin. Eine weitere
    Alleinerziehenden-Gruppe habe ich gefunde, aber die war noch im Aufbau,
    so dass man da eher mitarbeiten soll. Dafür hab ich gerade keine
    Energie.


    Der Vater des Kindes wohnt zu weit weg um zu helfen (ist
    auch nicht interessiert) und, meine Familie auch. Schwierig finde ich
    auch mit anderen "Müttern" mich darüber auszutauschen. Ich habe in der
    Krabbelgruppe 2 Mütter kennen gelernt, aber ich finde es schwierig
    ehrlich zu antworten wenn sie fragen 'und wie geht es bei euch?', denn
    bei denen läuft alles immer super. Und ich verstehe auch, das man nicht
    mit einer Mutter zu tun haben will, die so viel jammert.


    Aber all das Suchen nach Hilfe das braucht aus so viel Zeit und bisher kam so wenig dabei herum.


    Ich stehe zue Zeit um 7h auf, das Kind schläft tagsüber maximal 1h, aber
    nur wenn es getragen oder geschoben wird, dann wenn es um 21h schläft (wacht dann noch 2 mal auf in der Nacht),
    dann kann ich schnell duschen, aufräumen, essen, schwupps ist es schnell
    22h und ich habe noch eine Stunde um mich auszuruhen, oder eben
    irgendwelche Dinge zu erledigen.


    ich glaube was ich brauche ist jemand, bei dem ich mich ausheulen kann und Strategien zur Bewältigung des Alltags entwickeln.


    Vielleicht hat jemand eine Idee an wen ich mich wenden kann?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Paulala ()

  • Oje, das hört sich krass an! Ich wollte nicht wieder rausklicken, erst mal den hier: #knuddel



    Für lokale tipps: In welcher region bist du denn (ungefähre himmelsrichtung)?


    Edit: und willkommen im forum!!!

    Weihnachtskind 2013
    ________


    Bin auch #einrabe 
    hier und dort im Rabenflohmarkt zu finden #rabe

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Mondkalb ()

  • Phu, das klingt extrem anstrengend! Ich wollte dich auch nicht wegklicken!
    Ich finde es toll, dass du dir Hilfe suchst und hoffe du findest bald richtig Hilfe!
    In dem Alter fand ich meine kleine Zwetschke auch sehr sehr anstrengend! (Anstrengend ist sie mit 1 1/2 auch noch, aber es ist anders und ich tu mir jetzt viel leichter damit.)


    Darf ich ein paar Gedanken aufschreiben?
    Kannst du wo anders zu einem Psychologen gehen?
    Frauenärztin wechseln, wenn du dich bei deiner unwohl fühlst?
    Kannst du bei der ehrenamtlichen Hilfe angeben, was du dir wünschst? Also zB dass deine Tochter eben NICHT schlafen soll in der Zeit (außer es ist der Mittagsschlaf, für den dann nicht du sie tragen musst)? Oder lieber Haushaltshilfe? Von einem Mal würde ich noch nicht absagen, außer sie war dir extrem unsympathisch. Auch Studenten können was drauf haben, und vielleicht war sie auch einfach nervös und ist sogar froh, wenn du genauer benennen kannst, was dir helfen würde? Wenn sie weiterhin unzuverlässig ist, ist das natürlich trotzdem nix).
    Gibt es die Möglichkeit zur familienergänzenden Betreuung und würdest du das wollen?
    Kannst du abends eine Kleinigkeit essen, bevor du deine Tochter schlafen legst?
    Falls sie in der Trage schneller einschläft: Spaziergang und dann noch stillen wenn du sie von der Trage ins Bett legst?

  • Willkommen im Forum, Paulala!


    Ich finde es sehr gut, dass du weitere Schritte gegangen bist, um Hilfe zu bekommen - dich nämlich hier im Forum angemeldet hast und hier fragst, weil du nicht weiter weißt wohin. Das braucht viel Mut, ich weiß.


    Vor einiger Zeit war ich selbst in einer ähnlichen Situation: alleinerziehend mit Kind, schon in der Schwangerschaft auf mich gestellt, keinerlei Entlastung und depressive Tendenzen. So wie du, war ich erschöpft und hab das glaube ich nur aufgrund meines jungen Alters damals durchgehalten. Heute könnte ich das nicht mehr schaffen, da bin ich sicher. Bei mir hat es die Zeit gerichtet und ein früher Kindergartenstart (mit 11 Monaten). Aber in deinem Fall ist das wohl nicht die (einzige) Lösung.


    Ich schreibe mal auf, was mir dazu einfällt und dann kannst du mal gucken, was du jeweils davon hälst:


    * eine Tagesmutter nimmt dein Kindlein immer mal - mehrmals die Woche, täglich, ein paar Stunden, mehrere Stunden ... je nachdem, was du brauchst. Wenn du keine Tagesmutter kennst, dann
    * meldest du dich beim Jugendamt und bittest um ein zeitnahes Gespräch. Erklär, dass du überfordert bist und dir Hilfe erhoffst. Zum Beispiel in der Form der Finanzierung einer Tagesmutter (ich vermute, es ist finanziell eng? Nur eine Vermutung, das muss natürlich nicht so sein) oder Kinderfrau. Zudem eventuell eine Familienhilfe, je nachdem wie antriebslos du bist und Hilfe brauchst deinen Alltag zu organisieren. Ob letzteres gewährt wird weiß ich leider nicht, es ist nur eine Idee.
    * telefoniere mindestens 6 Kassentherapeuten ab, dokumentiere deren Antworten (sofern sie negativ sind für einen möglichst sofortigen Therapiebeginn), wenn du 6 negative Antworten bekommen hast, kannst du dir auch eine privat abrechende Therapeutin/Therapeut suchen, die dann per Erstattungsverfahren trotzdem von der Kasse übernommen werden müssen.
    * Wenn du es finanziell leisten kannst, such dir einen Babysitter für dein Kind für mehrmals wöchentlich 1-2 Stunden. Diese Zeit klingt erstmal gering, wird aber am Anfang schon viel Entlastung bringen.
    * Mir hat das Tragen meines Kindes auf dem Rücken auch zum Durchatmen verholfen. So war es aus meinem "Gesichtsfeld", trotzdem zufrieden an mir dran und ich konnte mal durchatmen und meine Hände benutzen um Haushaltsdinge am Tag zu machen.



    Ich wüsste auch gern, in welcher Gegend zu wohnst, denn vielleicht kann man auch so organisieren, dass du etwas umsorgt wirst und dir vielleicht jemand etwas abnimmt. Das Rabenforum ist groß, die Leute engagiert ...


    Wenn du dich aussprechen möchtest, dann kannst du das natürlich hier tun und dann wirst du Zuspruch bekommen. Ich stell mich auch gern telefonisch zur Verfügung, wenn dir das lieber ist. In jedem Fall bist du nicht allein, auch wenn sich das so anfühlt! #knuddel

  • hey, erstmal kann ich dich beruhigen - es ist völlig normal, dass du erschöpft bist und fertig!! und sogar, dass du mal ausrastest. mach dich deswegen nicht fertig, es ist hammerhart ein baby großzuziehen. und allein ist es eigentlich übermenschlich, bzw es ist gut und überlebensnotwendig, dass du dir hilfe suchst. auch wenn das natürlich kraft zusätzlich kostet, aber bitte geb nicht auf!!! es hört sich super an, was du schon alles ausprobiert hast. ich würde mich durchsus trauen, in der krabbelgruppe auch von den anstrengungen zu reden. es geht mit sicherheit nicht nur dir so, sondern sehr viele mütter - so meine erfahrungen - sind erschöpft und gefordert bis ans limit. auch wenn sie nicht getrennt sind, ist der mann häufig den ganzen tag im büro. da sitzen soviele mamas den ganzen tag isoliert zuhause und drehen am rad, glaub mir. versuch dich zu öffnen und schau, ob hinter den heile-welt-fassaden nicht andere frauen sind, die sich über etwas gesellschaft und gegenseitige rückenstärkung freuen wie hulle!
    was mir sonst einfällt: hier in meiner stadt (hamburg) gibts ne beratungsstelle speziell für frauen, die bieten auch krisenberatungen an, in schwierigen phasen aller art. oder guck mal nach elternschulen, mütterbegegnungsstellen, nachbarschafts- oder stadtteile-treffs?? oder pro familia, diakonie, caritas ... manche haben so angebote wie müttertreffs, frühstücke, müttercafé? oder wenigstens beratungsangeboten?
    versuche, nicht in der isolation zu versacken, bitte! das wichtigste ist, dass du dir jemanden zum reden suchst, ne mama zum gemeinsamen schieben, in den park gehen, die babys auf ne decke legen. in dem alter interessieren fie sich ja schon für altersgenossen. da fällt mir ein, ich war in der zeit auch beim mama-yoga, wo alle ihre würmer mitbrachten. hinterher quatsch ne mama an, ob ihr kaffeetrinken geht... alles ist besser als zuviel allein zu sein!!!
    und nicht zuletzt - hastu schon über eine tagesmutter oder kita nachgedacht? willstu wieder arbeiten? warte nicht zulang damit, wenn es geht. außenluft und ne andere aufgabe tut dir gut. und ein umfeld mit anderen kindern und unterschiedlichen bezugspersonen deinem baby!! da brauchstu null schlechtes gewissen haben. um ein kind großzuziehen braucht es ein ganzes dorf (afrikanisches sprichwort)... da du das nicht hast, kann eine betreuungseinrichtung das etwas kompensieren.
    ich drück dir soooo die daumen! lass dich nicht unterkriegen ja? und sei gut und liebevoll zu dir selbst, wann immer es geht. du leistest schwerstarbeit!!!

  • Ich finde es auch sehr gut und sehr wichtig, dass Du Dir Hilfe holen möchtest. Schade, dass es noch nicht so geklappt hat, wie Du es Dir vorstellst.


    Eine Therapie muss Dir niemand verschreiben, Du kannst Dir "einfach" einen Termin geben lassen. Dazu suchst Du Dir in Frage kommende Therapeuten raus und telefonierst sie durch, ich bin so recht schnell an einen ersten Termin gekommen. Fünf Termine kannst Du zum ausprobieren machen, dann beantragt die Therapeutin die Therapie bei Deiner Kasse. Oder Du probierst noch mal eine andere... Für diese Termine bräuchtest Du natürlich auch eine Betreuung für Dein Kind. Evtl. käme dafür die Studentin in Frage musst ein Babysitter.


    Vielleicht wäre auch eine Mutter- Kind- Kur etwas für Dich? Meine erste habe ich mit einer Kurberatung beantragt, der Hausarzt, der mir dafür das Attest ausgestellt hat kannte mich auch noch nicht gut. Wurde sofort genehmigt.


    Gibt es eine Stillgruppe in Deiner Nähe? Die fand ich hilfreicher als die Krabbelgruppe, in der ich war.


    Wenn Die der Austausch mit Erwachsenen fehlt: vielleicht kannst Du Dich zum Mittagsschlaf mit einer anderen Mutter zum spazieren gehen verabreden? Oder zum Spielplatz Besuch?


    Kannst Du Deinem Kind aus einem Buch vorlesen, das Du gerade liest? Sich hinlegen oder die Augen zumachen, während es in einem sichern Bereich spielt? Hilft es Dir mit Kopfhörern ein Hörbuch oder Musik zu hören während ihr stillt?

    mit 8 und 9 fest an der Hand, 11 und 14 für immer im Herzen und neuer Hoffnung 16


  • Hey Du,


    dass ist alles einfach hammerhart. Lass Dich #knuddel . Ich bin kein Experte :D würde aber die Einschlafsituation entschärfen. Mach doch das Kind bettfertig und nimm es noch mal mit in die Küche. In dem Alter hat mein Sohn ganz gern mal eine Weile im Laufstall gespielt. Wäre das was? Alternativ Rückentrage. Und Du kochst für Dich und isst erstmal zu abend. Dann lässt sich die Welt deutlich besser ertragen. Warum isst Du nicht mit Kind? Auf Dauer ist es sicher das Sinnvollste. Danach nimm es doch mit ins WoZi und lass noch etwas spielen, mach Fernseher an, schau was Nettes, lies was... bis das Kind wirklich wirklich müde wird.

  • #knuddel


    Du leistest sehr viel!


    Wegen der Depressionen: kennst du Schatten und Licht? Klick


    Wegen der Erschöpfung: Antidepressiva und Stillen können auch troz gesunder Ernährung zu Vitamin - und Mineralstoffmängeln führen. Ich kann die Empfehlen bei deinem Hausarzt mal Vitamin B (12 und 6, eventuell mehr), Ferritin, Magensium, Vitamin D3 und auch die Schilddrüse testen zu lassen. Solche Mängel sind nicht selten, gerade bei Stress (den du eindeutig hast) und können auch zu Erschöpfung und Depressionen führen!


    Ansonsten finde ich es ganz toll, wie du dich um dich kümmerst und wie bedacht du an die Situation heran gehst!


    Eventuell kannst du noch bei dem Verein Wellcome Klick Unterstützung für zu Hause bekommen.


    Ich wünsche dir alles Gute!


    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von susali ()

  • Mir fällt leider auch nur ein zu fragen, wo Du wohnst - vielleicht können wir irgendwie helfen?

  • Wenn du Probleme hast die niedergelassenen Psychotherapeuten in deiner Stadt zu finden, dann hilft auch die kassenärztliche Vereinigung dabei. Zumindest hier kann man eine Liste abrufen mit Therapeuten, die noch zeitnah Termine anbieten können.
    Ich könnte mir schon vorstellen, dass eine Psychotherapie etwas für dich sein könnte, wenn du eine zuverlässige Person zum reden und für ein sinnvolles Feedback brauchst.


    Deine Erschöpfung finde ich so für sich nicht ungewöhnlich. Babys sind natürlich ganz toll, aber sie sind eben auch megaanstrengend. Ich habe auch mit Partner damals oft geheult vor Erschöpfung und dabei hat mein Mann das Kind damals tgl für 1-2 Stunden abends genommen. Das summiert sich in deinem Fall ja auch auf.


    Eine Mutter-Kind Kur finde ich auch eine gute Idee. Ist aber sicherlich nur ein Anfang. Ist halt wie ein kleiner Urlaub. Manchmal muss man etwas Zähne zeigen bei den Kassen, aber oft gehts auch direkt so durch. Wenn du das machen möchtest, kannst du bei deiner Krankenkasse anrufen und dann schicken die dir die Anträge. Damit gehst du dann zu deinem Hausarzt und füllst sie mit ihm aus. Und du hast eigenene Bögen, in denen du vorallem deine Erschöpfung mit ihren Auswirkungen unverblümt aufschreibst. Die Anträge schickst du dann zurück an die Krankenkasse und die entscheiden dann darüber.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Miriam ()

  • Zumindest bei uns bietet die SOS-Familienhilfe (die machen auch die SOS Kinderdörfer) Therapeuten an, zu denen man kostenlos gehen kann. Gerade bei Überforderung, Gewaltanwendung, Gewalterfahrungen in der eigenen Kindheit, etc..

    Wenn sie sich nicht öffnet, dann ist es nicht deine Tür.

    (unbekannter Verfasser)

    Dechslein: 7/2013

  • Ich finde , du machst das ziemlich toll, dass du dir Hilfe holst, auch wenn es schwer ist und du bisher noch keinen wirklichen Erfolg hattest - gib nicht auf!
    Ich könnte mir auch vorstellen, dass eine Psychotherapie gut für dich wäre - falls du möchtest, kannst du zb hier
    mal suchen, da kannst du auch nach Kasse oder privat trennen oder auch das Therapieverfahren wählen.
    Leider ist in vielen Städten ein Therapieplatz nicht leicht zu bekommen, da lohnt es sich wirklich, wie oben schon geschrieben, eine Liste zu machen und zu dokumentieren, wie lange du wo warten müsstest. Und mit dieser Liste dann zu deiner Krankenkasse zu gehen und zu verlangen, dass du einen privat abrechnenden Therapeuten nehmen darfst, weil du zeitnah etwas brauchst.


    Vielleicht bekommst du aber auch schnell einen Platz!


    Und: dass man an seine Grenzen und darüber hinaus kommt, das kenne ich (leider) auch sehr gut, das ist wahnsinnig anstrengend und man möchte ja eigentlich viel stärker sein. Manchmal schafft man es einfach nicht.


    Ich wünsche dir alles Liebe und halt noch weiter durch!

  • #knuddel hier ist schon so viel geschrieben worden was ich einfach unterschreibe. Aufgefallen ist mir die Einschlafsituation: iss möglichst selber was richtiges, bevor Du Dein Kind zum schlafen bringen willst. An der Ecke kannst Du direkt was verändern. Nimm Dich wichtig genug. Kannst Du Dein Kind irgendwo parken während Du duschst? (und wenn es erst mal brüllt #angst - meine fanden es in dem Alter spannend wenn ich hinter dem Duschvorhang verschwunden bin und es eventuell ein extra Spielzeug gab ), frisch geduscht und satt zu sein ist für mich was enorm wichtiges, dann hab ich wieder mehr Nerven für anderes.


    Und noch was: eine zu niedrige Dosierung eines Antidepressivums ist auch nicht sinnvoll und wirkt oft einfach nicht (weil Du schriebst du nimmst nur wenig). Wenn Du überall nicht ernst genommen wirst, auch von der verschreibenden Ärztin, vermute ich mal dass Du Dich in der Öffentlichkeit sehr gut zusammenreißen kannst und Deine Not tatsächlich nicht wahrgenommen wird. Das was Du hier schreibst ist nämlich wirklich heftig! Körperlich verschiedenes abklären wurde ja schon geschrieben. Alles Gute und schnelle Hilfe.

  • Vielen Dank für eure bisherigen Antworten, ich bin gerührt von den Reaktionen.


    Um auf die Fragen zu antworten:


    - ich wohne in Berlin
    - wir haben ab November einen Kita-Platz zugesagt bekommen (da sollte
    aber nichts mehr dazwischen kommen), erstmal halbtags denn:
    - mein befristeter Arbeitsvertrag lief kurz vor Mutterschutz aus, so dass ich
    jetzt wieder suche. Realistisch dann ab Januar nach den Kitaferien.
    - die Studentin kommt von Wellcome.
    -wir gehen morgends meist spazieren und nachmittags seit er krabbeln kann (seit 2 Monaten) auf den Spielplatz.
    - ich habe irgendwie ein Kind, das ständig Aufmerksamkeit braucht und
    (noch) nicht gut alleine sein kann. Ich kann kaum den Raum verlassen
    (Toilette oder so) ohne dass er weint oder mir nachläuft. Kochen ist da
    fast unmöglich, er wuselt mir zwischen den Beinen rum und will nach 2
    Minuten auf den Arm, also koche ich abends. Idealerweise essen wir auch
    zusammen dasselbe.
    - in der Trage schläft er ganz gut, nur eben nicht abends, da bekommt er einen Wutanfall und zappelt drin herum.


    Dass ich mir einen Psychotherapeuten selbst suchen kann/muss wusste ich
    nicht. Danke für die Hinweise dazu, ich werde dem nachgehen.


    Ich finde es enorm schwierig sich in dem Beratungs- und Hilfsangebotsdschungel zurecht zu finden und das Passende zu finden.
    ich dachte eigentlich mit der Hilfe von wellcome habe ich schon mal 2h die
    Woche gewonnen, aber irgendwie war es anstrengender als ohne, aber
    vielleicht sollte ich ihr eine zweite Chance geben.


    Ich glaube ich muss mir erst mal klar werden, WAS mir helfen kann und dann gucken
    wo ich diese Hilfe bekomme. Im Moment ist das noch dieses
    'Ich-kann-nicht-mehr' was sich irgendwie auf alles bezieht.
    Ihr habt da viele Ideen gehabt, ich gucke mir das alles genauer an.


    rökja scheibt "vermute ich mal dass Du Dich in der Öffentlichkeit sehr gut
    zusammenreißen kannst und Deine Not tatsächlich nicht wahrgenommen wird"
    das stimmt vielleicht. Vielleicht auch bedingt. Denn wenn ich sehe, dass
    die Psychologin keine richtige Zeit hat mir zuzuhören, dann erwarte ich
    auch keine Hilfe, auch um nicht noch verletzt zu werden. Im ersten
    Gespräch hab ich schon viele Details erwähnt, sie meinte dann, ich mache
    das alles sehr gut und was die Überforderung mit dem Kind betrifft,
    kann sie mir auch nicht helfen. Sie hat halt nur die Tabletten
    verschrieben..)


    Mein Hausarzt hat gerade Urlaub.


    Vielen vielen Dank für eure Reaktionen, ich bin wirklich sehr gerührt und es fühlt sich schon etwas weniger schlimm an.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Paulala ()

  • die Psychologin

    Sie hat halt nur die Tabletten
    verschrieben..)

    klugscheiß-modus an: dann war das eine Psychiaterin, Psychologen dürfen keine Medikamente verschreiben. Wenn die nicht extra Psychotherapie macht läuft das leider auf solche kurzen Gespräche raus, in denen Dir, wenn Du Pech hast, nicht richtig zugehört wird, die Zeit dafür ist einfach in der Regel in einer psychiatrischen Praxis leider nicht da ( Es gibt auch andere Psychiater, die sich Zeit nehmen, ist aber schwierig abzurechnen für die). Ärztliche oder psychologische Psychotherapie sieht anders aus, da nimmt sich jemand wirklich 45-50 Minuten Zeit für Dich.
    Such Dir da jemanden, wie es in Berlin aussehe weiß ich leider nicht, aber da gibt es ja einige Raben.

  • Liebe Paulala


    Das klingt wirklich nicht schön.
    Mir ging es das erste Jahr ähnlich, ich war aber nicht alleine. Was mein Glück war.
    Was mir wirklich half, war die Psychotherapie. Erst dann ging es besser. Langsam aber stetig.
    Hast du eine Hausärztin die sich kümmern könnte, dass du einen Therapieplatz bekommst?
    Evtl. kann auch wellcome noch Tipps geben, also nicht die Studentin sondern der Verein an sich. Die sind oft gut vernetzt.
    Wenn du dich mit Betroffenen austauschen magst, dann ist Schatten und Licht eine gute Adresse. Es gibt auch eine Facebookgruppe zu postpartale Depressionen, da bin ich zB aktiv.

  • https://www.kvberlin.de/60arztsuche/suchep.php


    Die haben leider keine Liste hinterlegt, wer aktuell Termine frei hat. Aber du könntest dir damit schon mal angucken, wo es Praxen in deiner Nähe gibt und die dann abtelefonieren.
    In Frage kommen psychologische Psychotherapeuten (die haben Psychologie studiert) und psychotherapeutisch tätige Ärzte (die haben Medizin studiert und dann eine entsprechende psychotherapeutische Ausbildung gemacht).
    Psychiater sind nur für Medikamente zuständig und für Diagnostik z.B. Die meisten Psychiater machen aber wohl selber keine Gesprächstherapie und daher haben sie wenig Zeit. Ist aber manchmal auch echt komplex zu durchschauen, wer da was genau macht. Wenn du aber mit deiner Psychiaterin nochmal sprichst, könntest du sie natürlich theoretisch nach einer Gesprächstherapie fragen. Ich würde wohl nochmal einen Termin mit ihr machen und gucken, ob sie die Tablettendosis nicht erhöhen muss. Aber das müsst ihr natürlich miteinander besprechen.


    Mein 1.Sohn war damals auch so sehr auf direkten, ununterbrochenen Kontakt angewiesen. Ist sicherlich nicht unnormal (falls deine Umwelt dir das vermitteln sollte...). Du brauchst nur etwas mehr Hilfe und ich finde es großartig, dass du dafür Sorge trägst.


    Edit: die scheinen hier freie Plätze zu koordinieren: http://www.psychotherapeutenka…/nachrichten/5748773.html

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Miriam ()

  • Hallo liebe Paulala,


    du hast schon viele tolle Tipps bekommen.


    Ich war vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation und bin dann kurzfristig in meinem Bezirk bei einer Psychologischen Beratungsstelle untergekommen wo ich einfach mit jemandem sprechen konnte.


    Ich hab diese Beratungsstelle leider nicht wiedergefunden im Netz aber wollte dir mal den Link vom Berliner-Krisendienst dalassen: http://www.berliner-krisendienst.de/


    Liebe Grüße

    Viele Grüße von Mir mit Drittklässler +


    ehemals Jungsmama

  • liebe paulala,


    zu all den tipps noch einen weiteren: sprich doch einmal mit deinem hausarzt über eine kur. ich habe oft alleinerziehende, junge mütter in der beratung, die unter überforderung und erschöpfung leiden - verständlicherweise. eine kur ist in so einer situation oft sehr hilfreich und vom zeitraum her könnte es ja gut noch vor den kita-beginn passen.


    alles gute für dich!

  • Hallo auch von mir


    in welcher ecke von berlin wohnst du denn?
    wenn es zufällig die nähe ist, könnte man sich zumindest ja mal treffen :)


    ansonsten kann ich leider nichts beitragen und wünsche dir alles gute!