Plazentageburt

  • Liebe Anna Otto,
    Ich habe eine Frage zur Plazentageburt.
    Wir erwarten im Herbst unser 5. Kind, es wird wohl meine 4. Spontangeburt werden (erstes Kind KS). Nun hat sich meine Plazenta bei jedem Kind etwas länger Zeit gelassen und gerade beim 4. Kind gab es nach heftigem Ziehen an der Nabelschnur eine starke Blutung, die fast in einer Not-OP endete. Bevor an der Nabelschnur gezogen wurde blutete noch nix. Das weiss ich so genau, weil ich stand und der Boden und meine Beine top sauber waren
    Ich muss sagen, ich kenne mich mit dem Thema Plazentageburt kaum aus und finde auch sehr wenig darüber zu lesen.
    Ist es denn tatsächlich sinnvoll, dass die Plazenta nach 30Minuten geboren wird? Auf welche Daten stützt sich diese Vorgabe, die hier im Umkreis alle Krankenhäuser hatten?
    Als Mehrgebärende habe ich ein erhöhtes Risiko einer nachberuflichen Blutung,ja? Wie hoch ist es genau? Und gibt es Einflussfaktoren? Wo kann ich mich fundiert darüber informieren?
    Wie schnell ist man tatsächlich verblutet nach einer Geburt, vorausgesetzt die Hebammenbetreuung ist sehr gut und die Blutungen werden direkt bemerkt?
    Gestillt habe ich übrigens nach jeder Geburt recht zügig und ausgiebig, daran kann es nicht gelegen haben. Ich bekam jedes Mal nach 30 Minuten einen Oxytocin Tropf, bei Kind zwei und drei sogar direkt nach der Geburt, weil ich da eh dran hing.
    [/quote]

  • also mein (alter) Gyn. meinte seinerzeit, er habe noch gelernt: die Hebamme und der Arzt spielen eine Partie Schach, während sie auf die Nachgeburt warten (und er meinte kein Blitzschach), mMn sind die 30 Minuten eher um den Kreißsaal leer zu kriegen, als medizinisch begründet. Und dass das Ziehen an der Nabelschnur nicht gut ist, sollte eigentlich auch klar sein.

    #rose Sohn (2/92), Sohn (2/97), Tochter (8/01)


    "Das Vorhandensein eigener Kinder, unabhängig von ihrer Zahl, stört die Reinheit des theoretisch-pädagogischen Denkens erheblich"
    G. Laub

  • Danke für die Antwort :)


    Meine (sehr liebe) Hausgeburtshebamme hat nochmal wiederholt, dass die Plazenta Bitte auf jeden Fall nach 30 Minuten da sein soll und sie direkt nach der Geburt einen Oxytocin Tropf anhängen will. Ich hätte aber mal gerne einfach zeit und keinen Stress nach der Geburt

  • Bei der zweiten Geburt hat es eine knappe Stunde gedauert, bis sich die Plazenta löste. Das war aber eine Hausgeburt. Das Baby war zu dem Zeitpunkt noch nicht abgenabelt. Das Baby weinte ganz kurz (für die Hebamme ein Zeichen, dass sich die Planzenta jetzt gelöst hat) und dann merkte ich, dass die Plazent kommt, habe ich kurz aufgerichtet und sie rutschte einfach raus. Die Hebamme hat dann nur nochmal geschaut, ob sie vollständig ist.

    Keine Toleranz gegenüber Intoleranz!

  • Ich hab den Artikel nun mal überflogen und versteh einiges auf Anhieb nicht zu 100%. Aber es scheint wohl schon so zu sein, dass ein aktives Leiten der Nachgeburtsphase laut diesem Artikel von Vorteil ist und Oxytocin sinnvoll erscheint. Mh.
    Wozu ich nix finde: ob es einen Unterschied macht, wie oft die Frau bereits geboren hat.

  • Bei der zweiten Geburt hat es eine knappe Stunde gedauert, bis sich die Plazenta löste. Das war aber eine Hausgeburt. Das Baby war zu dem Zeitpunkt noch nicht abgenabelt. Das Baby weinte ganz kurz (für die Hebamme ein Zeichen, dass sich die Planzenta jetzt gelöst hat) und dann merkte ich, dass die Plazent kommt, habe ich kurz aufgerichtet und sie rutschte einfach raus. Die Hebamme hat dann nur nochmal geschaut, ob sie vollständig ist.


    Ich möchte ja diesmal auch eine HG und genau so wie bei dir hätte ich halt eigentlich gerne die Nachgeburtsphase. Die Hebamme würde aber gerne aktiv gestalten. Mir wäre es aber so wichtig, wenigstens dieses eine Mal diese Phase ohne Stress zu versuchen und erst mal ohne Medikamente.

  • wie lange es bei meinen ersten beiden Geburten gedauert hat, weiß ich nicht mehr, habe ich nicht wahr genommen. Aber bei der 3. war es eine Dreiviertelstunde. Die Hebamme meinte, die Ärzte wollen, dass die Plazenta nach 30 Minuten draußen ist. Danach werden sie wohl schon unruhig. Die Hebamme bei dieser Geburt war aber recht ruhig und die anwesende Ärztin hatte wohl auch "nichts weiter" zu tun. Weiß nicht, ob es weiteres drängeln gegeben hätte, wenn da gleich jemand nach mir vor dem Kreissaal gestanden hätte.

    Es gibt eben Dinge zwischen Himmel und Acker, die wir Schweine nicht verstehen."
    Piggeldy und Frederick

  • Bei der zweiten Geburt hat es eine knappe Stunde gedauert, bis sich die Plazenta löste. Das war aber eine Hausgeburt. Das Baby war zu dem Zeitpunkt noch nicht abgenabelt. Das Baby weinte ganz kurz (für die Hebamme ein Zeichen, dass sich die Planzenta jetzt gelöst hat) und dann merkte ich, dass die Plazent kommt, habe ich kurz aufgerichtet und sie rutschte einfach raus. Die Hebamme hat dann nur nochmal geschaut, ob sie vollständig ist.

    Ach so, noch vergessen: als die Plazenta dann war, haben wir abgenabelt - d.h. Papa und großes Kind zusammen.

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  • Ich möchte ja diesmal auch eine HG und genau so wie bei dir hätte ich halt eigentlich gerne die Nachgeburtsphase. Die Hebamme würde aber gerne aktiv gestalten. Mir wäre es aber so wichtig, wenigstens dieses eine Mal diese Phase ohne Stress zu versuchen und erst mal ohne Medikamente.

    #confused Was soll denn da "aktives Gestalten"? Die allermeisten Probleme bei Geburten entstehen, weil die die Geburtshelfer/innen nicht einfach mal nichts tun können.

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  • Meiner Hebamme wars egal und es waren mehr als 30 Minuten. Ich fands dann aber irgendwann an der Zeit und hab gesagt das ich sie jetzt gebären will und da hat meine Hebamme mich auf den Geburtshocker gesetzt und ich sollte ein bisschen pressen und auf meinen Bauch drücken und dann kam sie auch.

  • Mit dem Begriff "aktives Gestalten" hab ich mich inhaltlich auf den verlinkten Artikel bezogen.
    Also sie möchte gleich nach der Geburt des Kindes einen Oxytocin Tropf dran hängen und dann recht bald alles versuchen, damit die Plazenta innerhalb der 30 Minuten kommt. Ich hingegen hätte mal gerne EINMAL keinen Stress ;)

  • Bei der letzten Geburt (im KH) sollte ich direkt das Kind quasi "stressen", gleich zu stillen und dann wurde recht bald schmerzhaft auf meinen Bauch gedrückt und an der Nabelschnur gezogen und ich sollte verschiedene Positionen einnehmen. Die Blutung trat erst nach dem Ziehen an der Nabelschnur auf.


    Ich möchte sehr gerne mit dieser Hebamme entbinden, aber vor der Plazentageburt graust es mich

  • Bei schnellem Googeln bin ich drauf gestoßen, dass die normale Nachgeburtsphase von wenigen Minuten bis zu einer Stunde dauern kann:
    http://www.babycenter.de/a8814/probleme-mit-der-nachgeburt dort im zweiten Abschnitt zu lesen.


    Ich finde die 30 Minuten auch sehr stressfördernd. Gerade mit deinen Vorerfahrungen sollte man doch ein wenig mehr Zeit einräumen können. Und wie ich las, wirkt das Oxytozin innerhalb von wenigen Minuten, so dass man doch in Ruhe bis zu einer Stunde warten kann, bevor man es (überhaupt) gibt.
    Kannst du es gegeüber deiner HG-Hebamme denn so klar formulieren, dass du mehr Zeit willst?
    Wieso will sie da überhaupt eingreifen? Sie wird doch sicher deine Vorerfahrungen diesbezüglich kennen. Oder war sie evtl. auch mit im KH bei der letzten Geburt?


    Wenn du magst, frag ich mal meine Hebamme. Ich hab zwar bei den beiden Geburten relativ schnell (zw. 20 und 30 Min) die Plazenta geboren, hatte aber nie das Gefühl, dass da irgendjemand in Stress oder Zeitdruck verfallen wäre. Es kam auch nie ein "Zeitlimit" zur Sprache.
    Wundert mich schon, dass deine Hebamme da so bisschen unter Druck steht. #confused

    "Die Natur schafft immer von dem, was möglich ist, das Beste."

    Aristoteles



  • Bei der letzten Geburt war sie dabei im KH, ja. Und sie hat auch an der Nabelschnur gezogen und mir sehr schmerzhaft in den Bauch gedrückt. Erst nach diesem schmerzhaft festen Ziehen fing es an stark zu bluten.
    Ich habe das als sehr traumatisch in Erinnerung, aber die Geburt vorher und ihre Begleitung bis zur Geburt des Kindes waren sehr schön und genau so, wie ich es brauchte. Daher habe ich sie auch für diese Geburt wieder gefragt. Habe aber Angst vor der Nachgeburtsphase.


    Warum sie eingreifen will: weil sie meint, eine Plazenta solle innerhalb von 30 Minuten geboren sein, sonst steige das Risiko für Blutungen. Und da es bei mir immer dauert, will sie mit dem Tropf einer Verspätung vorbeugen. Das stresst mich aber jetzt schon. Ich habe die letzte Geburt komplett die ganze Zeit gestanden, dann alleine mit meinem Mann ein über 4kg Baby geboren und hatte danach ein so großes Bedürfnis nach ein paar Minuten Ruhe. Statt dessen wurde an mir gezogen und in mich rein gedrückt und mein Wunsch wurde nicht respektiert. Wahrscheinlich aus Angst, es könne etwas schief laufen? Ich verstehe es selbst nicht so recht


    Ja Waldfrau wenn du magst, würde mich die Meinung deiner Hebamme sehr interessieren

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  • Hast Du das Deiner Hebamme so klar gesagt, wie Du uns das jetzt schreibst?


    Ich meine schon. Aber oft bin ich wohl doch zu diplomatisch und es fällt mir nicht auf. Ich werde es einfach nochmal ansprechen.

  • Safira ich behalt es im Kopf und geb dir Bescheid, wenn ich meine Hebamme gesprochen hab. Sie hat im Moment Urlaub...

    "Die Natur schafft immer von dem, was möglich ist, das Beste."

    Aristoteles



  • Ich meine schon. Aber oft bin ich wohl doch zu diplomatisch und es fällt mir nicht auf. Ich werde es einfach nochmal ansprechen.

    Ich würde es ihr sehr klar und deutlich sagen - auch, dass Du den Eindruck hattest, dass die Blutungen beim letzten Mal genau durch das Ziehen verursacht wurden und Du wirklich Angst vor der Nachgeburt hast.


    Auch erfahrene Hausgeburtshebammen können manchmal betriebsblind sein, weil sie nur ihre Standards (was ich durchaus nachvollziehen kann) im Blick haben.

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