7 jährige und Urnenbegräbnis

  • Hallo,
    ich habe eine Frage: Vor einer Woche ist ein sehr guter Freund von uns plötzlich gestorben. Er war erst 52 Jahre alt und wir alle, auch unsere Tochter haben ihn sehr geliebt und regelmäßig Zeit miteinander verbracht. Nun ist am Donnerstag die Beerdigung und unsere Tochter möchte mit hingehen. Das ist natürlich für uns in Ordnung und ich finde das auch gut. Aber: Es ist eine Urnenbestattung............ Jetzt frage ich mich - ehrlich gesagt - wie ich unserer Tochter ( die viel fragt und mit der wir über alles reden ) erklären soll, daß ihr Freund nach dem Tod verbrannt wurde und seine Asche nun in der Urne ist. Ich selber habe schon so meine Probleme mit dieser Art Bestattung und daher erst recht keine Ahnung wie ich das gut erklären soll.
    Haben Sie hier irgendwelche Ratschläge?
    Vielen Dank!!!!

    Liebe Grüße,
    Chris mit Frieda Lina,
    "Solange Menschen denken, daß Tiere nicht fühlen müssen Tiere fühlen, daß Menschen nicht denken."







  • Ich hatte letztes Jahr in dieser Situation ein Buch bestellt, über eine Buchhandlung ist das ja am nächsten Tag da, es war von Pernilla Stalfelt und hiess " und was kommt dann?". Gerne später mehr, muss jetzt los...

  • Wie traurig, mein herzliches Beileid!


    Wir waren noch nie bei einer Beerdigung, haben aber schon öfters über das Thema gesprochen, da mehrere Nachbarn in letzter Zeit verstorben sind. Den Aspekt des nach dem Tod nichts mehr spürens hat meine Tochter (auch schon mit 4) gut verstanden, und dass es deshalb OK ist einen Leichnam zu vergraben oder verbrennen. Womit sie konzeptuelle Probleme hat ist die Endgültigkeit (dass Tote leider nicht mehr wieder 'aufwachen'). Aber das ist ja von der Bestattungsart unabhängig...


    Kannst Du vielleicht nochmal erklären, was genau du an der Feuerbestattung problematisch findest?

  • Mein hezliches Beileid!


    Wir haben den Opa auch per Urnenbestattung beerdigt. Meine Kinder fanden das beide sehr spannend und das der große Opa da jetzt drin ist, hat Fragen aufgeworfen.
    Du schreibst, dass Du Probleme mit der art der Bestattung hast - da würde ich erstmal schauen und mir eine Sprachreglung überlegen.


    Wir konnten da recht entspannt drüber reden. Ich habe die Vorstellung, dass der Körper verwest, also wieder zu Erde wird und mit asche gehts einfach ne runde schneller. Aus Erde entwickeln sich wieder neue Dinge - alles wächst. Diesen Kreislauf haben hier beide Kinder gut nachvollziehen können.


    Wir haben sehr persönliche Dinge mit ins Grab gelegt. Auch das war ein schönes abschied nehmen an dem die Kinder teilhaben konnten.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Ich kann mich Vipers Empfehlung für das Staffelt-Buch anschließen. Da wird auf die Verbrennung explizit eingegangen. Unsere Kinder hatten damit keine Probleme, ich anfangs eher.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • Mein herzliches Beileid.


    Ich habe auch ganz offen mit unserem fünfjährigen darüber gesprochen, als meine Oma beigesetzt wurde. Er hat das ganz gut verstanden. Mach dir am besten vorher Gedanken, was für Worte du wählen möchtest, das war das einzige,was ich schier fand, als er fragte.


    Ich wünsche euch ganz viel Kraft.

    "Believe in yourself or nobody will believe in you" (Mark Feehilly)

  • Hier auch ein Votum für "einfach drüber sprechen".


    Ich habe den Kindern (3 & 5 Jahre) schlicht gesagt, dass es nicht schlimm ist, wenn der Körper verbrennt.
    Der tote Mensch braucht ihn nicht mehr. Er fühlt nichts mehr und er kann ihn nicht mehr benutzen.
    Der Körper ist überflüssig geworden.
    Und jeder Mensch kann selbst für sich entscheiden, ob er es schöner findet, wenn der Körper im Sarg in der Erde vergraben wird, oder ob er es schöner findet, wenn er im Feuer verbrannt wird.
    Manche Menschen stellen sich die Erde so dunkel und kalt vor. Und finden Feuer wärmer und heller.

    Froschfamilienmutter grüßt! #ja

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  • Ich würde es einfach so erklären, wie es ist. Meine Kinder wissen, dass es unterschiedliche Bestattungsformen gibt. Du kannst ihnen sagen, dass Du die Urnenbestattung nicht so schön findest. Kinder können die Dinge, wenn man es ihnen normal erklärt, ganz gut akzeptieren.


    ...ich gebe zu, ich habe meinen Kindern in dem Zusammenhang mal sehr unterschiedliche Bestattungsformen aus verschiedenen Kulturen (auch aus dem Altertum) erklärt. Sie fanden das einfach nur interessant. Erwachsene gruseln sich da viel mehr.

    Keine Toleranz gegenüber Intoleranz!

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Katrin ()

  • Guten Abend und entschuldige bitte, dass ich jetzt erst antworte (meine Benachrichtigung hatte nicht funktioniert), ich fürchte, die Beerdigung ist schon vorbei? Es tut mir sehr leid für euch und ich hoffe, ihr habt einen guten Abschied finden können.


    Generell finde ich die beiden Tipps für schwierige Themen und Gespräche hilfreich:


    1. Immer nur genau das beantworten, was das Kind fragt. Dann abwarten, ob eine weitere Frage kommt und genau die beantworten, aber keine zusätzlichen oder weiterführenden Erklärungen. Dann kann das Kind selbst regulieren, wieviel Informationen es wünscht - und verkraften mag. Und man selbst hat eine viel leichtere Aufgabe, weil es nur sehr konkrete Fragen sind.


    Und 2. darf ich immer sagen "das weiß ich nicht", "darüber möchte ich erst mal nachdenken, können wir morgen/am Wochenende/ ein andermal darüber sprechen?"


    Manchmal ist auch ein "was meinst du denn?" hilfreich, um zu ergründen, wieviel Input mein Kind gerade so haben mag oder welche Art Antwort vielleicht erwünscht ist, z.B. eher technische Fakten oder spirituelle Gedanken.



    Alles Gute für euch!