Brauche Rückenstärkung bzgl. des Kindergartens

  • Ich finde das mit dem Windeln auslaufen lassen gar keine so schlechte Idee.

    Kinder haben noch recht wenig Verständnis für begrenzte Ressourcen. Vlt kann man die "Verarsche" ja in ein Bildliches zeigen uminterpretieren.

    Ich ärgere mich über Windeln und Windelmüll und Sterni ist jetzt leider sehr an Windeln gewöhnt. Ich werde das Verfahren mal meinem Partner zeigen und dann schauen wir wie das für uns passt. Bin da über jeden Strohhalm dankbar.

  • Danke für Deine ausführliche Antwort. Wie gut, dass Ihr einen Weg gefunden habt, mit dem sich Dein Sohn wohlfühlt. Das Thema ist so sensibel, und bei uns haben leider ein Großelternpaar und der Kiga für enorme Probleme gesorgt, die wir nun bewältigen müssen. Unser Sohn kann bestens Blase und Darm kontrollieren, bittet lediglich für das große Geschäft um eine Windel. Er hatte begonnen, es auch mal auf der Toilette oder im Wald auszuprobieren und wurde dann massiv genötigt und sogar erpresst. Dies hatte zur Folge, dass er absichtlich begann, den Stuhlgang einzuhalten und jegliches Ausprobieren wieder abgebrochen hat.

  • Ich hätte nicht reinlesen sollen.


    Ich habe im anderen Thread etwas dazu geschrieben, ich danke Trin, und die anderen können ihre verteilten Arschkarten für sich behalten, vor allem die, die jetzt so tun, als wäre ich ein Monster und sich erschreckt haben. Also echt.


    Weiß gar nicht, warum ich mich noch bemüht habe, etwas dazu zu schreiben vorher.

    Fiawin mit d9be2134.gif
    age.png


    Die Krähen schrein und ziehen schwirren Flugs zur Stadt.

    Bald wird es schnein. Weh dem, der keine Heimat hat.


    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Wer Extremitäten hat, kann keine Kugel sein.

  • beziehst du das nicht zu sehr auf dich?


    vielleicht ging es eher darum Frau Dechse eben den Rücken zu stärken statt gegen dich.

    du warst nunmal in einer gegenposition und ich denke, dass es nicht um etwas persönliches ging.


    ansonsten finde ich es sehr schade, dass man anscheinend in diesem thread gerade ungewollt eine seite

    einnehmen muss und zwar entweder Fiawin oder Frau Dechse.

    Ich nehme jedenfalls bei euch beiden immer sehr viel mit.

  • Ich finde das mit dem Windeln auslaufen lassen gar keine so schlechte Idee.

    Kinder haben noch recht wenig Verständnis für begrenzte Ressourcen. Vlt kann man die "Verarsche" ja in ein Bildliches zeigen uminterpretieren.

    Ich ärgere mich über Windeln und Windelmüll und Sterni ist jetzt leider sehr an Windeln gewöhnt. Ich werde das Verfahren mal meinem Partner zeigen und dann schauen wir wie das für uns passt. Bin da über jeden Strohhalm dankbar.

    Über Deinen Beitrag musste ich in den vergangenen Tagen immer mal wieder nachdenken. Wickeln, egal in welcher Form, ist nicht ohne den Einsatz von Ressourcen möglich. Dennoch wäre es für mich seltsam, mein Kind mit dem Argument, wir sollten uns ressourcenschonender verhalten, dazu zu bringen, auf Windel zu verzichten. Schließlich war ich diejenige, die sich für ressourcenfressendes Wickeln entschieden und das Kind an Windeln gewöhnt hat. Deshalb fühle ich mich verantwortlich, dem Kind dieses Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, so lange es gebraucht wird.


    Grundsätzlich verstehe ich den Aufriss, der manchmal um das Sauber- und Trockenwerden gemacht wird, nicht. Windeln sind ein Hilfsmittel wie viele andere auch, und ich vertraue darauf, dass mein Kind sehr gerne und völlig von alleine auf Hilfsmittel verzichtet, wenn es gut ohne klarkommt. Ich selbst würde auch keine Kontaktlinsen tragen, wenn ich ohne gut sehen könnte, oder keine Tampons nutzen, wenn ich mich mit freiem Menstruieren wohl fühlen würde.

  • Seit Freitag ist L. tagsüber ganz ohne Windeln, auf eigenen Wunsch. Er war ab Tag zwei sehr begeistert davon, ohne Windel zu sein (vorher neugierig-hinspürend), und wenn was in die Hose geht, dann sind das Ausnahmen, er merkt fast immer, wenn er muss.

    Insgesamt hat er einen riesigen Sprung gemacht, will ganz viel selbst machen, das er sich bisher nicht zugetraut hat.

    Ein großer Knckpunkt scheint die Angst vor der Toilette gewesen zu sein, die ihm die Erzieherin wirklich toll genommen hat.

    Die Entwicklung lief jetzt auch auch ohne weitere Anstöße oder Aufforderungen des Kindergartens ab, es sollte bei der einen Stunde ohne Windel im Kindergarten bleiben, bis er selbst danach fragt, sie länger auszulassen. Wir wurden drauf hingewiesen, ihm jetzt Zeit zu lassen, so lange er braucht und ihn umgekehrt auch nicht zu bremsen, wenn er ohne Windel sein will.


    Er hatte begonnen, es auch mal auf der Toilette oder im Wald auszuprobieren und wurde dann massiv genötigt und sogar erpresst. Dies hatte zur Folge, dass er absichtlich begann, den Stuhlgang einzuhalten und jegliches Ausprobieren wieder abgebrochen hat.

    Das ist ja übel, rheinländerin! :(

    Vor allem Einhalten kann ja wirklich gesundheitsschädlich werden. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr das gut hinkriegt.

    Bei uns hatten auch (meine) Großeltern Ende letzten Jahres was total Blödes gesagt, dass ihn in Kombination mit ein paar (harmlosen!) Bemerkungen des Kindergartens total aus der Bahn geworfen hat. Vorher wollte er Töpfchen ausprobieren und fand alles spannend, danach hat er beim Anblick des Töpfchens geweint.

    Das war auch mit Grund dafür, dass ich bereit war, das Vorgehen des Kindergartens auszuprobieren - er war "eigentlich" schon vor einem halben Jahr so weit.

    Und hat damals zum Entkrampfen der Situation sehr geholfen, L. zu versichern, dass wir ihn so lange wickeln, wie er das noch braucht. Das nahm absurde Formen an, er hat mit dem Papa nach Windeln für Erwachsene geschaut, und sich rückversichert, dass der ihn auch dann noch wickelt, wenn er schon groß ist.

    Aber das war für ihn in dem Moment so wichtig, zu wissen, dass er nicht gezwungen wird.


    Und diese Sorge scheinen wir ihm gut genommen zu haben. Er ist dem Thema gegenüber jetzt sehr 'frei'.
    Aber weil er sich damals so deutlich geäußert hat, bin ich mir auch sicher, dass ich es jetzt merken würde, wenn was nicht okay für ihn wäre.


    ansonsten finde ich es sehr schade, dass man anscheinend in diesem thread gerade ungewollt eine seite

    einnehmen muss und zwar entweder Fiawin oder Frau Dechse.


    Muss man nicht. Ich denke, zwischen Fiawin und mir ist alles soweit klar. Und auch als es das nicht war - ja, es tut gut, in einer Verunsicherung zu lesen: ich sehe das so wie du / du kannst deiner Wahrnehmung trauen. Andererseits finde ich es immer schwierig, wenn sich in Threads Seiten auftun. Deshalb habe ich mich dazu auch nicht weiter geäußert.

    ...und dann öffnet sich diese kleine Faust, und präsentiert mir einen fast zur Unkenntlichkeit zusammengequetschten Klumpen Gänseblümchen, und ich platze vor Glück.


    #rose 

  • Ich weiß, das ich diese Entscheidung getroffen habe und ich ärgere mich jetzt halt über die Entscheidung. Muss ich jetzt aber damit Leben.

    Sterni meint zudem wenn die Windeln zuneige gehen: "wir müssen neue Windeln kaufen."

    Sie ist schon ab und zu einige Tage ohne Windeln. Verabschieden will sie sich aber nicht.


    Ich freue mich für Dechse, dass das so schön geklappt hat und es allen damit gut geht. Bei mir wird das sicher noch eine Weile dauern weil die Tagesmutter da auch meint, wir müssten eben belohnen und das kann ich nicht. Mit Belohnungen zu arbeiten fühlt sich für mich komplett falsch an.

  • Ich weiß, das ich diese Entscheidung getroffen habe und ich ärgere mich jetzt halt über die Entscheidung. Muss ich jetzt aber damit Leben.

    Sterni meint zudem wenn die Windeln zuneige gehen: "wir müssen neue Windeln kaufen."

    Sie ist schon ab und zu einige Tage ohne Windeln. Verabschieden will sie sich aber nicht.


    Ich freue mich für Dechse, dass das so schön geklappt hat und es allen damit gut geht. Bei mir wird das sicher noch eine Weile dauern weil die Tagesmutter da auch meint, wir müssten eben belohnen und das kann ich nicht. Mit Belohnungen zu arbeiten fühlt sich für mich komplett falsch an.

    Ihr könnt doch auch in Zukunft bei leer werdender Windelpackung darauf hinweisen, dann sensibilsiert Ihr zumindest dafür, dass die Windeln gekauft werden müssen und Geld kosten.


    Meint die Tagesmutter, dass die Kinder ohne Belohnungen nicht trocken und sauber würden? Oder geht es ihr darum, den Prozess zu beschleunigen? Ich gehe wirklich davon aus, dass gesunde Kinder von alleine irgendwann keine Windeln mehr brauchen und verstehe nicht, warum manchmal so ein Aufriss gemacht wird, um ohnehin Eintretendes auf einen anderen Zeitpunkt zu verlagern.

  • Ich gehe wirklich davon aus, dass gesunde Kinder von alleine irgendwann keine Windeln mehr brauchen und verstehe nicht, warum manchmal so ein Aufriss gemacht wird, um ohnehin Eintretendes auf einen anderen Zeitpunkt zu verlagern.

    Ich denke, das ist vielen aber nicht bewusst, rheinländerin, dass es bei Kindern irgendwann "klick" macht. Das ist sehr verankert, dass man an Kindern" ziehen" muss.

    Hinzukommt, dass es ja auch sehr individuell ist, ob man das Weiterwickeln oder die Begleitung beim Trockenwerden als Mehraufwand sieht. Ich glaube, das hat zuhause viel mit persönlichen Ressourcen zu tun, und im Kindergarten eben mit der Organisation.

    Ist doch auch nicht anders bei vielen anderen Dingen. Spontan fällt mir Einschlafstillen ein. Klar, irgendwann hört das Kind alleine damit auf. Aber was, wenn man vorher an seine prsönlichen Grenzen kommt als Mama? Und ich finde, diese Grenze darf auch gezogen werden, bevor man "wirklich nicht mehr kann". Natürlich auch mit Blick auf die Bedürftigkeit des Kindes. Zumal ich es auch differenzierter sehe, dass eine Entwicklung irgendwann ohnehin eintritt. Denn dieser Zeitpunkt ist ja immer auch von den Impulsen abhängig, die das Kind bekommt. Und mit Impulsen meine ich jetzt keine gezielten Anregungen, sondern das, was sich aus dem individuellen Zusammenleben einer individuellen Familie ergibt.


    Belohnungen sehe ich auch kritisch. Vor allem weil das gerne umschwenkt zu Strafen, wenn es nicht die gewünschte Wirkung erzielt.

    (Ich meine: Von Fachpersonal, das damit als Methode arbeitet.)

    ...und dann öffnet sich diese kleine Faust, und präsentiert mir einen fast zur Unkenntlichkeit zusammengequetschten Klumpen Gänseblümchen, und ich platze vor Glück.


    #rose 

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Frau Dechse ()

  • Sterni ist da schon ziemlich cool und weiß was sie braucht. Die lässt sich nicht reinreden. Ich muss jetzt damit leben, dass ich den vermeintlich einfachen Weg genommen habe.

    Ich denke auch das passiert von allein und Iwan schnallt sie es.

    Wünschen darf man ja. Kindergartenstart ist am 1.9. die haben gesagt ist kein Problem wenn sie bis dahin noch Windeln braucht. Ich glaube die Tagesmutter hat sie lieber mit Windeln.

  • Ich bezweifle sehr, dass es nicht bekannt sein könnte, dass Kinder viele Dinge von ganz alleine beginnen, wenn sie so weit sind. Bevor das Sauberwerden Thema wird, haben Eltern das doch schon ganz oft erlebt, besonders auffällig beim Krabbeln, Laufen oder Sprechen.


    Die persönlichen Ressourcen im Blick zu haben und zu berücksichtigen, halte ich gleichfalls für sehr wichtig. Gleichzeitig nehme ich wahr, dass gerade dieses Thema aus mir unbekanntem Grund speziell zu sein scheint und meiner Beobachtung nach meist nicht Überlastung der Grund für steuerndes Eingreifen ist. Bei uns im Kindergarten gab es z. B. überhaupt keine Eingriffe oder Gespräche mit den Eltern, als mehrere 3-jährige Wickelkinder dort waren. Stress gemacht wurde erst, als es ingesamt deutlich weniger zu wickelnde Kinder gab, diese aber älter als 3. Inzwischen ist mein Sohn das einzige Kind in seiner Gruppe, das alle paar Tage mal nur für das große Geschäft nach verlässlicher Vorankündigung eine Windel braucht. Es gibt viele Kinder ohne Windeln, die häufig in die Hose machen und umgezogen werden müssen, was im Waldkindergarten gerade im Winter aufwendig ist. Druck gemacht wird aber meinem Sohn und uns. Dasselbe beobachten wir bei einem Großelternpaar, das kommentarlos mehrmals täglich ähnlich alte weitere Enkelkinder umzieht, aber unseren nahezu nie in die Hose machenden Sohn unter Druck setzt.

  • Ich denke, da spielt Autorität eine große Rolle.

    Der Freud fand ja schon sehr früh raus, dass Gewalt beim Töpfchentraining einen autoritären Charakter erzeuge. Doof nur wenn man solche Erkenntnisse für das Gegenteil benutzt als sie Gedacht waren. Um autoritäre Strukturen zu erhalten autoritäre Charaktere erschaffen.

    Den Eltern das was von Fehlentwicklung und Falischen Phasen und so zu verwirren, dass sie Denken da muss ich jetzt eingreifen sonst gibt s da Störungen.


    Das ganze ist ziemlich zusammengesponnen . Klar gibt es da keine Direkten Zusammenhänge doch ich denke. Das wenn Gewalt ausgeübt wird immer eine Angst oder Schwäche dahinter steckt.

  • Ich gehe wirklich davon aus, dass gesunde Kinder von alleine irgendwann keine Windeln mehr brauchen und verstehe nicht, warum manchmal so ein Aufriss gemacht wird, um ohnehin Eintretendes auf einen anderen Zeitpunkt zu verlagern.

    Ich denke, das ist vielen aber nicht bewusst, rheinländerin, dass es bei Kindern irgendwann "klick" macht. Das ist sehr verankert, dass man an Kindern" ziehen" muss.


    ja, das habe ich gestern gerade erst wieder gehört.


    bei vielen Eltern sitzt tief drin,

    dass man alles beibringen muss, sonst wird sich das nie weiter entwickeln.

    dann würde das kind immer ... windel brauchen, angezogen werden müssen, im elternbett schlafen, ...

    also wenn man sich als eltern nicht drum kümmert, dann passiert da nix.


    wobei ich beim wickeln eine andere Meinung als viele Raben hier habe:

    ich finde es schon sehr erstrebenswert ohne Windeln, also windeln früh abzuschaffen.

    und nein, ich will mir nicht vowerfen lassen, dass ich diese doch hätte gar nicht erst einführen müssen.

    anders wäre es für uns nicht praktikabel. dann wäre also die familienplanung am wickeln gescheitert.