Italien mit Großfamilie und ÖPNV?

  • ..kann das was werden? Wir wollen nächstes Jahr endlich mal ins Ausland fahren mit den Kindern, haben kein Auto und würden gern nach Italien. Wir wohnen in Süddeutschland, Gatte arbeitet bei der Bahn (deshalb fahren wir sehr günstig, nächstes Jahr soweit ich weiß auch im Ausland) und weil es so vielleicht noch nicht kompliziert genug ist wollen wir auch noch Zelten (es sei denn, wir hätten eine andere, günstige Möglichkeit). Kinder sind dann 12, 9, 7 und 2 Jahre alt, reiselustig und Bahn-erfahren. Ach ja, wir wollen ungefähr zwei Wochen unterwegs sein.


    Wir sind relativ offen, wo es hingehen soll - ich denk mal es muss nicht unbedingt bis in den Süden runtergehen. Wir würden gern in den Pfingstferien (2018) fahren, ist da überall schon viel los? Schön wäre eine Kombi aus alte Städte ansehen (gern auch eine Touri-Attraktion, das wurde von den Kindern gewünscht), Baden und einfach das Land erleben (leckere Sachen auf dem Markt einkaufen, auf Plätzen sitzen und Eis schlecken...) Wir könnten sicher auch erst an einen Ort ein paar Tage bleiben und dann nochmal woanders hin.


    Klappt sowas? Gibt es Regionen mit gut ausgebautem Bus- oder Bahnnetz? Ich bin vor knapp 20 Jahren mal vom Gardasee nach Umbrien mit dem Zug gefahren, zumindest die Leute von denen ich losgefahren bin (Italienkenner aber Autofahrer) fanden es ziemlich abenteuerlich, hat aber alles geklappt...


    Würde mich sehr über Tipps freuen!

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Ich bin mit einem Kind letzten Herbst mit dem Zug von Zürich nach Grosseto gefahren, nachher Regionalbus. Ging sehr gut.


    Nach Stress in Vorjahren haben wir in Mailand mindestens eine Stunde Aufenthalt eingeplant. Da war früher Zugsverspätung normal, und dann ist der reservierte Platz weg. Diesmal ging es natürlich problemlos und pünktlich - haben dann in Milano was gegessen.


    Milano hat einen eher schlechten Ruf wegen Sicherheit, es würde viel geklaut. Bei uns und unseren Bekannten wars bisher kein Problem. Vielleicht mit Gepäckbergen drauf achten.


    Für mich ungewohnt: Zugang zu den Bahnsteigen hat in Milano nur, wer auch ein Zugticket hat. So Flughafen-mässig. Bewaffnete Uniformierte inklusive.


    Die Preise für Hochgeschwindigkeitszüge sind gestaffelt, verschieden teuere Kontingente. Du bist das wohl gewöhnt, für mich aus der Schweiz war es ungewohnt. Früh buchen lohnt sich. Wenn die günstigsten 2.-Klass-Tickets weg sind, hat es vielleicht noch 1. Klasse.


    Auf trenitalia gibt es vergünstigte Ticket-Kontingente, z.B. Kinder gratis.

    Auf der SBB-Seite fand ich diese Angebote nicht, erst auf der Trenitalia-Seite mit Suche ab Grenze (Como S Giovanni). Habe also Tickets ohne Reservation bis Grenze Italien gekauft, dann mit Reservation ab Grenze. Die Plätze waren auch 1. Klasse alle belegt, ausser unsere mit Res. ab Grenze Italien.


    Die DB bietet ja glaub einen Gepäckservice. Wie zuverlässig der ist, weiss ich nicht, aber mit Zelt-Gepäck...


    Tipps für Gegenden, in denen Pfingsten was los ist, habe ich leider keine. Nun gut, die Städte sind natürlich immer da. Ich war schon mit Kindern in Pisa und Venedig... schön, aber ohne garantiertes Badewetter zu Pfingsten.


    Schöne Ferien!

  • Faustregel: je Süd, desto chaotisch...

    In Südtirol funktioniert der ÖV mit schon fast beängstigender Präzision, in Sizilien empfiehlt es sich, etwas Geduld mitzubringen...


    Wichtig finde ich: genügend Wasser und Knabberzeug, um allfällige Zwangspausen unbeschadet zu überstehen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Wir waren letztes Jahr an Pfingsten ( also baden-Württ. Pfingstferien) in Latium, also südlich von Rom. Das Dörfchen hieß Sperlonga, war Wunder- wunderschön , direkt am Meer, und die vereinzelten anderen Touris kannten ihr alle nach 2 Tagen. Heißt es war wirklich leer, den Strand hatten wir immer für uns. In der Nähe sind viele Ausgrabunsstätten, eine auch ganz nah zu Fuß erreichbar. In Rom waren wir mit dem Zug einen Tag, da wars wahnsinnig voll, aber trotzdem toll.

    Wir waren aber sonst mit dem Mietwagen unterwegs, von daher kann ich von den Öffis her nix sagen, stelle mir aber eher schwierig vor...

    Aber die Italiener im Dorf waren alle sowas von nett zu den Kindern, das war ganz toll und beeindruckend.

    LG und viel Spaß beim planen!

  • Faustregel: je Süd, desto chaotisch...

    :D


    Ich fand beim Planen eines Interrail-Urlaubs die Seite http://www.rail.cc sehr nützlich. Zum Beispiel über Nachtzüge https://rail.cc/de/nachtzug/italien/it


    Ach ja, bei Interrail sind pro Erwachsener bis 2 eigene Kinder bis 12j gratis. Gilt aber nicht für die Reservationsgebühren bei Hochgeschwindigkeits- und Nachtzügen.


    *edit*: die erwachsene Begleitperson muss nicht verwandt sein.

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  • P.S. Der Zug von Sperlonga nach Rom rein war wahnsinnig pünktlich, sauber, ordentlich, klimatisiert, da können sich unsere Nahverkehrszüge echt was davon abschneiden.

  • Nachtzug ist toll - ich kenne die Strecke Milano-Siracusa. Zuverlässig, aber auch zuverlässig ungefähr 3 Stunden zu spät :D Das sollte man auf der Strecke schon einberechnen.


    In Sizilien würde ich dann eher auf die Busse verweisen, die funktionieren etwas besser.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich schlag mal ganz vorsichtig Venedig vor. Wir sind damals auch mit dem Zug hingefahren (von Innsbruck aus), das hat prima geklappt. Am Lido gibt es recht günstige Camping Plätze, die Stadt und Umgebung ist durch die Vaporetti (= Wassertaxi) super erschlossen und man kann dort irrsinnig viel entdecken. Es gibt Trubel und ruhige Ecken und durchs Wohnen am Lido kann man auch gut etwas Sand, Strand und Sonne einbauen. Die Glashersteller in Murano stell ich mir für Kinder total spannend vor (die Erlauben nämlich auch den Blick hinter die Kulissen). Es gibt große Märkte... Ich fand Venedig genial!


    Mit den Großen könnte man dazu den "Herrn der Diebe" lesen und/oder "Die Heimkehr des Bären".

  • Im Norden Italiens zumindest habe ich hervorragende Erfahrungen gemacht. Ich bin mit den Kindern auf verschiedenen Reisen quer durch Benelux, Frankreich, die Schweiz und Italien gezuckelt, das ging alles problemlos. Die Züge in Norditalien waren superpünktlich, bequem, bezahlbar - alles bestens, gerne wieder :)


    Wobei wir einmal in Ventimiglia stundenlang stillstanden weils irgendwo auf der Strecke gebrannt hat, und die Information für Reisende die des Italienischen nicht mächtig waren, war nichtexistent. Aber das würde mich nicht davon abhalten meine eigenen kreativen Reiseerfahrungen zu machen #freu (die ja wohl zwangsläufig dazugehören).


    Grundsätzlich immer so planen dass ein Plan B möglich ist, gerade wenn Kinder dabei sind. Und wie Talpa schreibt, immer Wasser, etwas Essen und Bücher etc dabeihaben, und ne große Portion Gelassenheit und Improvisationstalent. Dann ist eine Zugfahrt mMn tausendmal toller und entspannender als eine Autofahrt. Oder Fliegen.

  • Dann ist eine Zugfahrt mMn tausendmal toller und entspannender als eine Autofahrt. Oder Fliegen.

    #lol

    Oder die Kombi, die braucht wirklich gute Nerven... Mein Sohn erzählt immer wieder gerne die Geschichte, in der seine Mutter am Flughafen von Mailand eine Säule tritt.

    Die Reise stand unter keinem guten Stern, bereits am Bahnhof in der Schweiz war klar, dass ein böööööööses Wort (das frau unbedingt lernen sollte, um in Italien Überraschungen zu vermeiden: sciopero = Streik) herumschwebt... ja, supi, die Zugangestellten streiken - macht aber nix, der Ersatzbus brachte uns gut nach Mailand, praktisch ohne Verspätung. Zum Flughafen dann privates Busunternehmen, die Streikgefahr schon mal gebannt... Aber auf dem Flughafen die tolle Überraschung: nachmittags streiken die Flughafenangestellten #motz

    Einige verzweifelte Anrufe später dann wieder zurück zum Bahnhof, denn zum Glück arbeiten die Bähnler ja unterdessen wieder... Mit dem Nachtzug haben wir unser Ziel dann doch noch erreicht... (Dafür, dass wir nur ein verlängertes Wochenende dort waren, war die Gesamtreisezeit von 48 Stunden schon noch imposant).


    Liebe Grüsse


    Talpa


  • das klingt ja schonmal sehr gut! danke euch allen!


    Almarna das hätte ich jetzt garnicht gedacht, dass jemand Venedig vorschlägt... Das klingt sehr spannend! (Herrn der Diebe kennen zumindest die Großen schon!) Was ist denn "recht günstig" für einen Campingplatz? Wir haben bisher meistens in der Jugendherberge oder über ADFC Dachgeber gezeltet, und davor ohne Kinder..


    Improvisieren können wir auf jeden Fall, und wir sind ja grundsätzlich individualreise- und ÖPNV-erfahren (und begeistert davon!)

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Hmm - die Pfingstferien 2018 liegen zum größten Teil noch im Mai, da kann man im Norden Italiens schon mal Pech haben und eine Woche bei 15 Grad und Nieselregen erwischen. Das in Verbindung mit Camping wär für mich nix.

    Um die Jahreszeit würde ich mindestens bis Grosseto fahren, das wurde ja weiter oben schon erwähnt. Von dort aus ist man fix am Thyrrenischen Meer, wo es unzählige Campingplätze und sehr, sehr schöne Strände gibt. In der Gegend ist es meist schon schön warm, wenn in der nördlichen Toskana noch die Regenwolken festhängen.

    Man muss nur ein bisschen aufpassen, dass die Unterkunft nicht genau in der Einflugschneise des Militärflughafens liegt. Das müsste über Internet-Bewertungen auch rauszubekommen sein.

  • Wollt ihr das Zelt für 6 Personen plus Schlafsäcke und Isomatten, Kleidung usw. dann in der Bahn mitnehmen?

    Das stell ich mir heftig vor, grad wenn mit Kindern umgestiegen wird.


    Sonst haben ja nur wenige Bundesländer Pfingstferien.

    Ich schätze da ist noch nicht so viel los.

    Endlich Frühling!


    #sonne

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Mondschein ()

  • Wir haben sehr kleine Zelte, Mondschein ! Wir waren letzten Sommer dchon mal zwei Wochen unterwegs, allerdings an verschiedenen Stationen. Bis auf die Zelte hatten wir da auch alles dabei. Das ging eigentlich ganz gut. Wir hatten überlegt unseren guten alten ulfbo mitzunehmen, der freut sich bestimmt wenn er mal wieder raus darf..

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • Danke für eure Berichte. Wir müssen überlegen, wo wir hinwollen. Halbwegs sicheres zumindest frühlingshaftes Wetter wäre schon schön.. unsere Kinder sind echt süß: der eine fragt: "Weisst du was ich mir wünsche?" "Was denn?" "Dass wir mal mit dem Nachtzug fahren, und dann will ich das untere Bett haben..!" Die anderen sagen auf die Frage, was sie im Urlaub machen möchten: "Sachen anschauen, Museen und so!" #love 


    Vielleicht machen wir eine Rundreise? Muss nochmal abchecken wie das ist mit den Bahner-Tickets.

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • ...so, ich hab jetzt nochmal den Camping-Thread durch"gearbeitet" und dort einen Traum-Campingplatz gefunden: http://www.legrigue.it Klingt wie gemacht für uns, die holen uns sogar am Bahnhof ab...


    Möglicherweise werden wir also mit dem Nachtzug von München nach Rom fahren, dort 2-3 Tage bleiben, von dort mit dem Zug und evtl. Zwischenstopp dorthin fahren und etwas mehr als eine Woche bleiben, dann über Mailand zurück nach Hause.


    Blöde Frage: Obst- und Gemüsemäßig wäre es wahrscheinlich schon schlauer, in den Sommerferien zu fahren, oder?


    Eine Frage zu Rom: ist da im Sommer oder zu Pfingsten mehr los? Ich glaube ich war im September da, das ist aber auch schon fast 20 Jahre her. Voll wird es wahrscheinlich immer sein, oder?

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • An Pfingsten wird es voller sein - aber Sommer ist dafür fast unerträglich heiss (und ich mag warm).


    Wie meinst du das obst- und gemüsemässige?


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • In Rom hat im August fast alles geschlossen (Restaurants und Geschäfte), das ist ziemlich öde, finde ich. Und heiß ist es auch. Dafür nicht ganz so voll. Trotzdem würde ich das definitiv an Pfingsten machen.

    Dann sind in Italien die Unterkünfte im Juli und August wirklich doppelt so teuer wie im Mai/Anfang Juni.

    Aaaber: Cinque terre ist schon sehr nördlich, das könnte mit viel Pech eine verregnete Woche werden (hatte ich ja weiter oben schon geschrieben). Insofern: wenn's Euch in Rom vorrangig ums Sightseeing geht und der Campingplatz auch im August bezahlbar ist, würde ich für die Sommerferien plädieren. Ich bin aber auch jemand, der es im Urlaub warm und sonnig braucht, das ist bei vielen ja anders.

  • Ich schlag mal ganz vorsichtig Venedig vor. Wir sind damals auch mit dem Zug hingefahren (von Innsbruck aus), das hat prima geklappt. Am Lido gibt es recht günstige Camping Plätze, die Stadt und Umgebung ist durch die Vaporetti (= Wassertaxi) super erschlossen und man kann dort irrsinnig viel entdecken. Es gibt Trubel und ruhige Ecken und durchs Wohnen am Lido kann man auch gut etwas Sand, Strand und Sonne einbauen. Die Glashersteller in Murano stell ich mir für Kinder total spannend vor (die Erlauben nämlich auch den Blick hinter die Kulissen). Es gibt große Märkte... Ich fand Venedig genial!


    Mit den Großen könnte man dazu den "Herrn der Diebe" lesen und/oder "Die Heimkehr des Bären".

    Das waren exakt meine ersten Gedanken #applaus


    Wenn ihr 2 Wochen Zeit habt würde ich nicht zu weit südlich anpeilen, im Norden klappt das in Italien prima mit den Zügen. Und wettermäßig ist es an Pfingsten da eigentlich auch schon fast badetauglich.


    Wir waren letzten November mit 4 Kindern (10,8,5 und 2) für eine Woche in Venedig und es war traumhaft! Wir sind mit dem Nachtzug von München aus hin, das war total entspannt und toll für die Kinder. Pfingsten ist die Stadt sicher voller, aber von dort könnt ihr auch prima entweder direkt zum Lido (quasi der Stadtstrand) zum Zelten oder ein Stück weiter an der Adria entlang, da kenn ich mich leider nicht aus. In der Stadt geht sowieso alles nur zu Fuß und per Wasserbus, für die Kinder war es ein Riesenerlebnis.