Krieg gegen Frauen

  • Lieben Dank, das interessiert mich sehr.


    Danke auch an alle anderen die hier sehr komplexe Antworten geben, ich lese mit großem Interesse mit.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • Ich sehe das sehr ähnlich wie Sakura. Grundsätzlich glaube ich nicht, dass eine Hälfte der Weltbevölkerung Krieg gegen den anderen Teil führt, nur aufgrund des andren Geschlechts. Wie Sakura schrieb, der Kern des Problems liegt für mich in der körperlichen Überlegenheit. Die kann sich genauso gegen Kinder, egal welchen Geschlechts, gegen Tiere oder gegen Alte richten, wenn sie physisch oder psychisch unterlegen oder abhängig sind.

    Menschen werden meiner Ansicht nach von drei elementaren Urtrieben geleitet: Sex, Essen und trinken und Macht. Macht kommt immer dann zum Zuge, wenn die anderen Grundbedürfnisse befriedigt sind. Das kann sich ebenso gegen andere Länder richten. Das hat Trump doch gerade erst eindrucksvoll dargestellt; stimmt ihr nicht mit uns/für uns, drehen wir euch den Hahn ab.

    Es führen Impfgegner Krieg gegen Impfbefürworter usw., usw.. seit den 60ern ist doch hier viel passiert, zumindest in unseren Breiten. Ich habe mich persönlich noch nie benachteiligt gefühlt, würde noch nie Opfer von sexueller Gewalt und fühle mich als Frau extrem wohl und gut.

  • Da es jetzt so oft vorkam, habe ich doch das Bedürfnis dazu etwas zu schreiben. Obwohl ich mich im netzöffentlichen Teil eigentlich zurück halten wollte.

    Die "körperliche Überlegenheit" von Männern gegenüber Frauen ist doch kein rein Biologisches Phänomen.

    Da trägt die Sozialisation einen großen Anteil dran.

    Jungs wird mehr zugetraut als Mädchen. Jungs werden weniger ausgebremst und eher zur Bewegung motiviert. Jungs haben oft ein besseres Körpergefühl als Mädchen weil sie oft viel mehr ausprobieren durften.

    Jungs werden so sozialisiert, dass es ihnen peinlich ist zu sagen "mir sind die Umzugskartons aber zu schwer, ich möchte lieber die Suppe für die UmzugshelferInnen kochen". Und dann schleppen sie die Kisten trotzdem und haben danach Muskelkater und ein Erfolgserlebnis, weil es eben doch ging.

    Bei Frauen/Mädchen wird viel öfter zugelassen, dass sie etwas nicht versuchen, oder aufgeben, weil sie sich das nicht zutrauen. Und wenn man die Suppe kocht, statt die Kartons zu schleppen, dann bilden sich halt weniger Muskeln.

    Ich kenne einige Frauen die Sport machen, die stärker sind als einige meiner männlichen Freunde.

    Ich kenne eine Teenagerin die in ihrer Klassen den Großteil der Jungs im Armdrücken besiegt. Und wenn die LehrerInnen Hilfe beim Tragen brauchen, dann fragen die trotzdem "ein paar starke Jungen".

    Das ist so ätzend.

    Wir müssen aufhören über Generationen den Frauen und Mädchen einzureden sie seien körperlich unterlegen.

    Wir müssen aufhören so zu tun als ob ALLE Männer stärker wären als ALLE Frauen.

    Wenn Frauen sich mehr zutrauen und mehr trainieren würden, hätten sie gegen viel mehr Männer eine Chance.

    Und selbst wenn im Schnitt ("alle Männer zusammengezählt" verglichen mit "alle Frauen zusammengezählt") die Männer stärker sind, ist das nur eine Statiskik, die im Einzelfall egal ist, weil im Einzelfall kommt es darauf an sich gegen den Einzellfall zu wehren, und im Einzelfall kann ich es schaffen Stärker zu ein als eine ganze Menge Männer.

    Lg
    Annanita


    "Schlaf ist billiger Ersatz für Kaffee" Fatoni

  • Ich unterschreibe bei rosarot - der Start des Threads hat mich ziemlich gegruselt, aber so viele Beiträge sind jetzt so toll und fundiert, dass ich neugierig und oft nickend mitlese. Danke!!
    Und Annanita das sehe ich auch so. Das, was viele Männer mehr an Muskeln mitbringen, machen viele Frauen durch Willen und Klugheit wett, meiner Erfahrung nach. Ich könnte jetzt dutzende Beispiele aufzählen, wie ich mit meinen knapp 50 Kilo, wohingegen der Typ mit den aufgepumpten Armen, u.s.w.u.s.f. -

    Die Wahrnehmung und die ständigen Schubladen bieten aber eben kaum eine Möglichkeit, das eigene Bild da unverzerrt zu halten. Was bekommen Frauen zu hören wenn sie was schleppen? “Oh, das hätte ich dir gar nicht zugetraut! Hui, da will sich aber jemand beweisen!“. Und das ist dann Anerkennung.


    Ein bisschen zusammenhanglos, aber weil ich es heute früh in der Zeitung gelesen habe und so beeindruckt war: eine feministische Autorin hat erzählt, dass sie von vielen Trans-Menschen krasse Erlebnisse gehört hat, wie massiv anders sie vor, bzw dann nach ihrer Angleichung behandelt wurden. Was ausreden lassen, Belehrungen, Kompetenz etc anging. Eigentlich ein spannendes Thema, denn bessere Einblicke in beide geschlechtlichen Lebenswelten kann ja kaum jemand geben.

  • Die "körperliche Überlegenheit" von Männern gegenüber Frauen ist doch kein rein Biologisches Phänomen.

    Da trägt die Sozialisation einen großen Anteil dran.

    Das ist auf jeden Fall so, ja.


    Ich denke darüber hinaus, dass die Ursachen, die Wirkungen und die Ausprägungen noch vielfältiger sind, als es Deine Beispiele zeigen.


    Sexualität und Lust sind unglaublich starke Treiber für Gewalt und Machtausübung an Frauen. Aber auch die Machtdemonstration per se, wie z.B. bei Vergewaltigungen.

    Natürlich geht es großteilig auf die Sozialisierung zurück.


    Aber darüber hinaus geht es auch um die Urangst des Mannes, Kinder "durchfüttern" zu müssen, die von einem anderen Vater stammen. Deswegen auch diese Zwangsmaßnahmen wie z.B. Keuschheitsgürtel oder Genitalverstümmelung oder Kinderheirat.

    Daher auch die Bräuche mit dem weißen Braukleid, der Hochzeitsnacht, dem "Jungfräulichkeitsbeweis"; es ist für die Herren sehr wichtig (gewesen), dass die Frau vorher nicht von jemand anderem geschwängert war.


    Nur als Disclaimer:

    Heute und hierzulande ist das alles wesentlich liberaler und entspannter geworden. Ich kenne keinen Mann, der sich weigert mit einer Frau zu schlafen, nur weil sie vor ihm schon einen oder mehrere andere Sexualpartner hatte.

    Aber das war nicht immer so und sexuelle Treue ist auch in unserem Kulturkreis noch immer sehr wichtig in einer Partnerschaft. In anderen Kulturkreisen gilt die Jungfräulichkeit auch heute noch viel mehr als bei uns.


    Also ja: Die Macht der Frau liegt u.a. auch im Lebenempfangen und -gebären und darin, dem Mann die Angst vor dem untergejubelten Kind nicht nehmen zu können.

    Seit über 2.000 Jahren wird die weibliche Beschneidung praktiziert, u.a. auch um die weibliche Lust zu dämpfen oder auch, um möglichen Verkehr der Frau mit anderen Männern gänzlich zu verhindern. Das ist schon sehr krass.


    Der Gegenentwurf dazu:

    Die Weiblichkeitskulte in früheren/anderen (Historikerinnen bitte vortreten) Kulturen sind da ein wunderbarer Ausdruck der Verehrung der Frau als Lebensspender.


    Die Macht der Frau hat ihre zwei Seiten...


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen."

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  • Ich lese gespannt mit und wollte auch wenn es eher ein paar Seiten vorher gepasst hätte noch was zu den weichgespülten veganen Männern sage,das mir schon länger unter den Nägeln brennt. Ich habe vor zwei oder drei Jahren Attila Hildmann in einer hippen talk runde gesehen, in der er sich stolz damit gebrüstet hat, langjährige Erfahrung in der Pick up artist scene gesammelt zu haben. Ich hab daraufhin recherchiert, weil ich mit dem Namen nix anfangen konnte und seit dem kotze ich, wenn ich den Typ sehe! Und diese Szene ist eine riesige Geldmaschine, in der Männer anderen Männern beibringen, wie sie Frauen gefügig machen.

  • mit dem bin ich vor einem jahr übelst aneinander geraten, nachdem er vorher immer schleimfreundlich zu mir war. er hat seine trottelfollower virtuell auf mich gehetzt und es war wirklich schlimm, ich wurde stramm bedroht. ein äußerst gestörter, ultraaggressiver typ ist das.

  • mit dem bin ich vor einem jahr übelst aneinander geraten, nachdem er vorher immer schleimfreundlich zu mir war. er hat seine trottelfollower virtuell auf mich gehetzt und es war wirklich schlimm, ich wurde stramm bedroht. ein äußerst gestörter, ultraaggressiver typ ist das.

    #eek wie krass ist das denn bitte! Das tut mir sehr leid!

  • Ich fürchte, dass ist bei ihm eine durchaus übliche Masche.

    Er hat doch erst letzthin eine Journalistin übelst beschimpft?


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Wenn er aus dieser Szene kommt, wundert das auch nicht. Wahrscheinlich findet er sich dabei um so cooler<X

  • Der junge Mann hat bei mir vollkommen verloren, seit ich zuschauen musste, wie er bei einem großen Schaukochen einen älteren Mann auf die Bühne zerrte und bloßstellte. Der ist wirklich bösartig unterwegs.

  • Der junge Mann hat bei mir vollkommen verloren, seit ich zuschauen musste, wie er bei einem großen Schaukochen einen älteren Mann auf die Bühne zerrte und bloßstellte. Der ist wirklich bösartig unterwegs.

    Nuja das ist ein gesellschaftlicher Trend andere vor zu führen. Bei ihm gehört das zum aufgebautem Image.

    Doof ist halt leider das neue Lustig...

    "Er meinte dann so... darauf meinte ich dann... und das fanden wir voll witzig..."

    Das Wort "witzig" transformiert so langsam zum Wort "dämlich" .

    Schwer zu ertragen aber auch das werden wir tolerieren müssen.


    Ansonsten geht der Typ gar nicht egal was er da am Herd fabriziert. Kein Stil, kein Respekt und keine Ehre.

  • Ja, es mag sein, daß die Anzeigenzahlen gestiegen sind. Mir sind als junge Frau Sachen passiert, die mit "Männer/Jungs sind halt so" abgetan wurden - die ich, sollten sie meinen Kindern passieren, sofort und ohne zu zögern anzeigen würde.

    Ja...ja...genau so! Es schaudert mich wie sehr auch ich noch damit aufgewachsen bin, mit diesem "das ist halt so", "Männer sind halt so", "da musst DU aufpassen"...etc.pp.


    Auch den Rest mag ich so unterschreiben...


    Und ganz nebenbei, zum Thema Angstmache...ich war gestern am späten nachmittag laufen, als ich loslief dämmerte es, als ich zurück kam war es dunkel und prompt spricht mich ein nachbar darauf an, ich solle das besser nicht mehr machen, im dunklen laufen..."wir haben doch jetzt so viele Flüchtlinge hier!"...#blink

    Und dann muss man ja auch noch Zeit haben einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen!“
    Astrid Lindgren


    Für bunte Vielfalt statt brauner Einfalt!