Spielbesuch - Stell ich mich an?

  • Ich finde es schräg ein so junges Kind ohne Bescheid zu sagen bei Nachbarn zu lassen.

    Hier läuft es so dass man sich abspricht. Wenn Nachbarskinder hier sind und die Mutter weg muss, ruft sie kurz an. Sagt dann auch durchaus dass es ihr recht wäre wenn wir die Kinder in der Zeit bei uns tüddeln damit sie in der Zeit den Kopf frei hat, bzw ein Weihnachtsgeschenk abholen kann.

    Genauso rief sie mich an um abzusprechen dass die Kinder allein bei ihr seien, weil sie kurz wegmüsse. Ob das für uns okay wäre?

    Ich kann unter diesen Umständen vertrauen, wenn ich glauben müsste dass sie die Kinder evtl unbeaufsichtigt rausschickt weil sie das normal findet könnte ich das nicht.

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Ich finde es auch eher nicht gut ein so kleines Kind ohne selber Zuhause zu sein sich selbst zu überlassen.


    Wir hatten eine ähnliches Situation im Urlaub.

    Unser Sohn hatte eine Spielkollegin, die mit ihren drei Jahren immer alleine auf dem Campingplatz unterwegs war (auf dem Platz wird Auto gefahren, und es gibt viele, die sich nicht an die vorgegebene Schrittgeschwindigkeit halten...).

    Besagte Freundin war bei uns und spielte mit unserem Sohn. Irgendwann, bestimmt drei, vier Stunden später tauchte die Mutter auf, um ihre Tochter abzuholen. Die Eltern hatten in aller Seelenruhe in der 15 km entfernten Stadt eine Shopping-Tour gemacht...

    Ohne vorher Bescheid zu sagen, ohne Handynummer...

    Mir klappte der Unterkiefer runter und ich war echt sprachlos. Wenn wir weggefahren wären, wäre die Kleine alleine auf dem Platz rumgeirrt.

    O-Ton Mutter: Ach, die F. weiß ja, wo der Wohnwagenschlüssel versteckt ist. #stirn#hammer

  • Unser 5-Jähriger spielt durchaus mal alleine draußen und landet dabei gelegentlich auch bei Nachbarskindern zu Hause. Er würde durchdrehen, wenn ich/sein Papa/der große Bruder währenddessen einfach weggingen, ohne ihm Bescheid zu sagen und niemand da wäre, wenn er nach Hause möchte. Insofern würde es das kleine Mädchen auch mal dazu befragen, wie es solche Situationen findet und dann der Mutter ggf. eine entsprechende Rückmeldung geben.

  • Der Thread hat schon ein paar Tage geruht - aber ich war noch nicht mit Denken fertig...


    Darf ich euch nochmal fragen, wie das mit der Gegenseitigkeit ist bei euch?

    Ich finde viele von euch da nämlich sehr streng. Besuch nur, wenn Gegenbesuch möglich ist? Sich selbst als kostenlosen Babysitter ausgenützt zu sehen? Gerade, wenn das Kind offensichtlich eigentlich eine nette Spielpartnerin darstellt für die eigenen Kinder.


    Ich habe das immer im etwas größeren Rahmen gesehen - habe aber auch schon gemerkt, dass das manchmal falsch war.

    Ich hab einen ganzen Sommer lang ein Zwillingspärchen hier bei uns gehabt. Gegenbesuche waren da eher nicht möglich und wurden von der Mutter auch nicht angeboten. Aber die Kinder haben schön zusammen gespielt und ich hab nur manchmal heimlich geseufzt, weil eines der Kinder entwicklungsverzögert war und ich einen "echten" Spielbesuch und ein Kleinkind gekriegt habe zum Hüten. Aber nun, das war halt so und die Kinder haben sich sichtlich wohl gefühlt.

    Andererseits habe ich auch schon versucht, mein Kind (für den Zeitraum von ein paar Monaten) bei einer anderen Familie zu parken, einmal die Woche zwei Stunden, weil ich da arbeiten musste. Das hat die Familie zwar dann erlaubt, aber ich habe gemerkt, dass sie, als sich die Situation geändert hatte (ich im Mutterschutz), sehr darauf aus waren, dass ich mich dafür revanchieren sollte. Ich hab also hochschwanger und eigentlich weiterhin der Unterstützung bedürftig dann im Anschluss das andere Kind sehr oft hier zu Besuch gehabt, was wirklich über meine Kräfte ging. Aber das war ja ungleich gewesen bis dahin...


    Und zurück zur Ausgangssituation hier im Thread: Die Mutter ist alleinerziehend. Findet ihr nicht, dass das allein schon ein Grund ist, ein Auge zuzudrücken, wenn es um Gegenseitigkeit geht? Ich meine damit nicht, dass das eine Entschuldigung für mangelnde Erreichbarkeit ist - da würde ich sie schon ansprechen. Aber auf Gegenseitigkeit pochen, wenn man selbst in der komfortablen Lage ist, dass das Kind halt so mitlaufen kann? Wäre doch eine gute Gelegenheit, jemandem eventuell eine wertvolle Hilfe zu sein, oder?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ernie ()

  • Ernie Das mit dem alleinerziehend habe ich überlesen. Kommt etwas auf die Umstände an, ob ich da mehr Unterstützung bieten würde. Wenn sie nur ein Kind hat dann sehe ich da nicht so einen Grund eigentlich. Wenn sie 5 hat auf jeden Fall. Ich bin ja selbst teilzeit-AE und würde niemals davon ausgehen dass ich meine Kinder deshalb öfter anderswo spielen lasse als selbst ein Kind einlade.


    Zum 'revanchieren': Ich versuche das vor allem andersherum so zu gestalten dass ich da ausgleichend eingreife. Meine Kinder wollen beide immer sehr gerne woanders spielen, keine Ahnung warum. Wenn ich mit anderen Eltern einen Spieltermin vereinbare, versuche ich deutlich anzubieten dass es auch bei uns geht. Aber wenn freie Wahl ist, landen meine Kinder IMMER beim anderen Kind #weissnicht Das ist für mich eigentlich ganz toll denn ich hab dann Ruhe zuhause - aber da die anderen Eltern das ja vielleicht auch mal toll finden versuche ich da regulierend einzugreifen. Meist ohne Erfolg though. Gerade heute ne SMS verschickt mit der Frage 'Mag X heute zu uns zum Spielen kommen?' und die Antwort bekommen 'X möchte gerne zuhause bleiben, kann Y vielleicht zu uns kommen?' Naja mir soll's recht sein.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Anja ()

  • Die Threadstarterin hat aber drei Kinder und ist schwanger (sieht man leider am Handy nicht). Da dann nochmal ein Kind dazu...

    Es kommt halt wirklich auf das Besucherkind an. Manche Kinder laufen so nebenher, andere sind einfach anstrengend, die wollte ich dann nicht so oft in Wohnung haben.

    holly mit großer Tochter (07/03) und kleinem Sohn (06/06)

  • Holly, nur zwei plus schwanger. Dafür nen Mann, der etwa 50 Stunden ausser Haus ist und ne Doktorarbeit, die bis Oktober abgegeben werden will. Deswegen schrieb ich auch, dass meine/unsere Kapazitäten da begrenzt sind. Damit geht es mir nicht um Spielbesuch an sich, da das Kind wie gesagt absolut unproblematisch ist. Es geht mir hauptsächlich darum, dass ich vorher nach unseren Plänen gefragt werden möchte, wenn die Mutter während der Spielbesuchszeit weg muss/will und ich da nicht noch "hinterherlaufen" mag. Aber ich habe jetzt ihre Handynummer gespeichert und werde so beim nächsten Spielbesuch mal Kontakt aufnehmen.


    Ja, die Mutter ist alleinerziehend und hat noch den kleineren Bruder zu Hause (etwa 1 Jahr alt).


    rheinländerin: Meine Tochter würde so reagieren wie dein Kind.


    tannemarie, das ist ja extrem krass #hmpf


    Miriam, auch interessant...einfach mal so bis 21 Uhr bleiben #blink


    Schoko, genau so würde ich das auch machen. Als die Kleine einmal hier spielen wollte und Mann und kleines Kind mich zum Bahnhof bringen wollten, hab ich meine Tochter und das Kind auch nochmal rübergeschickt, damit sie sagt, dass die beiden für 15 Minuten alleine zu Hause sind und ob das ok ist.


    Ich habe eure Bedenken definitiv im Hinterkopf und gucke, ob ich da vielleicht unauffällig noch ein bisschen mehr rauskriegen kann... wie es dem Kind damit geht z.B.

    Mit der Großen (2011), dem Kleinen (2014), dem Ministernchen (2015) und wieder guter Hoffnung (Mai 2018)

  • Ich persönlich erwarte keine gegenseitigen Gefälligkeiten, außer, wir haben es mit den anderen Eltern ausdrücklich so vereinbart.


    Normalerweise besuchen sich die Kinder immer abwechselnd, mal bleiben sie zum Abendessen und mal nicht.


    Die Nachbarskinder wollen zB nicht zu uns kommen, so dass unsere Kinder immer dort drüben sind. Allerdings bin ich dann trotzdem zu Hause erreichbar oder bleibe zumindest nicht stundenlang außer Haus.

    Und darum geht es ja bei der TE.


    Vorrangig achte ich darauf, ob es den Kindern gefällt, aber berücksichtige auch unsere Bedürfnisse als Eltern. Die Zwillinge hätte ich zB nicht den ganzen Sommer über eingeladen, wenn es mir zu viel geworden wäre. Ein reger Kontakt ist ja trotzdem möglich, aber nicht um jeden Preis.


    Richtige Babysitterdienste würde ich von vornherein absprechen, damit es da nicht zu Missverständnissen kommt. Also zB ganz klar: montags hole ich alle Kinder ab und koche für sie. Dafür wird mein Kind freitags mit zum Sport gefahren oder so.


    Wir hatten früher immer mit einer Freundin eine Fahrgemeinschaft und da haben unsere Eltern auch immer recht gleichmäßig die Wochen aufgeteilt, wer wann zur Schule mitgenommen und abgeholt wird.