Wie sieht euer perfekter Arbeitstag aus?

  • Hmmm -perfekter Arbeitstag -


    Kollegin ist da, um Telefon und Türdienst zu machen, Technik arbeitet störungsfrei, Chefin hat keine Scheißlaune, ich kann alle Urkunden zügig abarbeiten weil alles im Flow ist -keine Ösen haken, keine Oplaten brechen, das Siegelwachs mal nicht so stinkt *örgs* ...


    Keine Sonderwünsche - ich kann ganz in Ruhe einen Kaffee nebenbei trinken und nicht durch die Stockwerke hetzen wie Co der Tarantel gestochen weil überall alles gleichzeitig erledigt sein muss .... und mein Dictatordner ist am Ende des Dienstes auch LEER!!!!


    ICH MÖCHTE EINMAL nur EINMAL alles erledigt haben - wenn ich nach Hause gehe ... bittteeeeeee *fleh*


    Ach so ... und an diesem Tag wird noch eine super nette kompetente Kollegin eingestellt, die bleibt und alles prima kann, ordentlich ist und kein Parfüm trägt! #applaus#ja#super

  • Ohne zu sagen, was alles nicht passieren darf, ist das ganz schön schwierig. Also: ich habe den ganzen Tag Unterricht, aber nur in der Oberstufe und bei den ganz kleinen. In meinen Pausen habe ich tatsächlich Zeit genug, das Klo zu begrüßen und vielleicht in etwas zu beißen. Kann in Ruhe meine Post und Mails abarbeiten. Und gehe am Nachmittag nach Hause und weiß, heute gehen viele meiner SchülerInnen leichter nach Hause, als sie gekommen sind, weil ich für sie da war, weil ich immer eines ihrer Probleme lösen konnte. Ob das nun Lernprobleme sind oder Schwierigkeiten der Integration meiner Zuwanderer-Schützlinge, soziale Probleme oder was auch immer. An den meisten Tagen gelingt zumindest Letzteres.

  • Aoide : so eine Lehrerin wünsche ich mir für meine Kinder! Dein Beitrag hat gerade ein wenig mein Herz berührt und ich wünsche dir, und allen Kindern, die dir begegnen, dass du dir das weiter bewahren kannst! #knuddel

  • Danke dir Beth . Es ist auch für mich schön, eine wirklich sinnvolle Aufgabe zu haben (im Job, nicht nur im Ehrenamt). Aber ich beobachte auch zunehmend, dass es mich auffrisst. Die Geschichten, die manche meiner Kinder so mit sich herumtragen, kann ich nicht professionell in der Schule lassen. Einen Job wie meinen kann man nicht mit halber Stelle tun (abgesehen davon, dass irgendwie ja auch das Häusken abbezahlt werden sollte) und es bleibt für mich unterm Strich immer wieder zu wenig Zeit und Kraft, mir selber gut zu tun. Ich arbeite dran.