Länger kranke Kinder und die Arbeit

  • Hier gibt es -Beamtin- 7,5 Tage pro Kind unter 12. Nicht mehr als 15 insgesamt , egal wie viele Kinder . Mann hat Null, darf 3 Tage unbezahlt frei nehmen . Wir haben Hilfe durch die Oma . Bei langen Sachen muss man sich sich selbst krank schreiben lassen . Inzwischen hilft meine flexible Arbeitszeit sehr.

    Gruß omega.

  • Vielen Dank für eure Antworten. Das scheint ja echt irgendwie eine Lücke zu sein.


    Ich dachte jetzt auch erstmal gar nicht unbedingt an chronische Krankheiten, sondern tatsächlich erstmal an spontane längerwierige Erkrankungen. So kurzfristig sind ja dann so Dinge wie aupair (mal ganz abgesehen von kosten/Platz) meist gar nicht möglich.


    Zum Krankenhaus Trin selbst das ist ja nicht unbedingt eine Lösung. Als meine Tochter jetzt in der Klinik war, wurde erwartet, dass ich zur Visite da bin. Zwischen 9 und 11. um da dann auch weitere Untersuchungen zu autorisieren.


    Klar, unbezahlte Freistellung ist eine (finanziell beschissene) Möglichkeit- aber auch da muss der ag ja erstmal mitmachen.


    Ich komme zu dem schluss:

    Entweder flexibel sein plus super Chef (wie Fussel )

    Job (temporär) aufgeben

    Oder illegalerweise selbst krank schreiben lassen.

    Verrückt eigentlich.

    The darkest nights mean you see the stars the most #mond

  • Kleiner Hinweis: Sich selbst wegen psychischer Probleme krank schreiben zu lassen kann einem deutliche Nachteile einbringen, wenn man sich privat (zusatz-)versichern will. Ich habe das vor Jahren mal für 2 Tage(!) gemacht, als uns ein Krippenplatz aus heiterem Himmel gekündigt wurde und ich wegen Gedankenkarussel nicht schlafen und Auto fahren konnte. Habe kurz danach eine private Kranken-Zusatzversicherung beantragt und deswegen einen Ausschluss für psychische Erkrankungen bekommen. Ich kann nach ein paar Jahren beantragen, dass sie den Ausschluss wieder aufheben. Das finde ich auch völlig unmöglich.


    Ein ähnliches Problem wie mit Kind länger krank sehe ich ehrlich gesagt auch in die andere Richtung: was passiert, wenn die (weiter weg wohnenden) Eltern krank/dement etc werden und man sich da kümmern muss? Meine Schwester war letztes Jahr um den Tod meines Vaters herum ca. 2 Wochen selbst krank geschrieben, aber das kann sich ja auch länger hinziehen....

  • Wir haben eine Babysitter Oma. Also eine ältere Dame, die die Kinder betreut. Sie deckt die Zeiten ab, wo die Kinder nicht mehr akut krank sind, aber noch nicht in die Betreuung dürfen.

    Sie ist eine große Hilfe, aber:

    Wir zahlen sie natürlich.

    Arztbesuche macht sie nur bei Nachuntersuchungen und wenn die Praxis öffentlich erreichbar ist.

    Bei Krankenhaus wird's ganz schwierig.

    "Kannst du schon den Sommer riechen? Wie er duftet? Wie er schmeckt?" #sonne

  • Ich habe das vor Jahren mal für 2 Tage(!) gemacht, als uns ein Krippenplatz aus heiterem Himmel gekündigt wurde und ich wegen Gedankenkarussel nicht schlafen und Auto fahren konnte. Habe kurz danach eine private Kranken-Zusatzversicherung beantragt und deswegen einen Ausschluss für psychische Erkrankungen bekommen. Ich kann nach ein paar Jahren beantragen, dass sie den Ausschluss wieder aufheben. Das finde ich auch völlig unmöglich.

    wie krass. :(

    _________________________________________

    erst abschicken, dann korrektur lesen. :D

  • Ich weiss, dass ist nicht der optimale Lösungsweg und finanziell nur durchführbar, wenn man genug auf der hohen Kante hat oder bereit ist ins ALG 2 zu gehen


    https://www.pflege-durch-angeh…om-beruf-fuer-die-pflege/


    Ich hab GsD eine sehr gute Chefin und die ist sehr an guten Lösungen orientiert. Notfalls auch, das ich mich krank schreiben lasse und dann ins Krankengeld gehe o.ä.

    Ich bin jedes Mal dankbar, dass ich recht gesunde Kinder habe und noch nie wirklich meine 20 Tage pro Kind aufgebraucht habe.

    Und ich hab meist ordentlich Überstunden, so dass ich die erstmal nehmen könnte bevor ich alles andere ausreizen muss

  • Ein ähnliches Problem wie mit Kind länger krank sehe ich ehrlich gesagt auch in die andere Richtung: was passiert, wenn die (weiter weg wohnenden) Eltern krank/dement etc werden und man sich da kümmern muss? Meine Schwester war letztes Jahr um den Tod meines Vaters herum ca. 2 Wochen selbst krank geschrieben, aber das kann sich ja auch länger hinziehen....

    Dafür gibt es nach dem Pflegezeitgesetz Ansprüche auf kurzzeitige (bis zu zehn Tage) und auch längerfristige Freistellung. Ich meine, da sind bis zu sechs Monate vorgesehen, in denen man die Arbeitszeit reduzieren kann oder gar nicht arbeitet. Es gibt uU etwas Pflegegeld (ist aber nicht viel), der Arbeitgeber zahlt den Lohn idR nicht weiter. Da geben einige Tarife mehr her.

    Bei uns sind die ersten zwei Tage "Kind krank" immer bezahlt, so dass ich nur einmal drei Tage Kinderkrankengeld der GKV in Anspruch nehmen musste. Da war ein Kind im KH, und die zweite erst 18 Monate alt und noch nicht im KiGa. Mein Mann war damals in Elternzeit und ich Vollzeit beschäftigt. Einer von uns war immer im KH, der andere bei der Kleinen. Das geht also generell auch mit nicht berufstätigem Partner.

    Falls man Anspruch auf Pflegegeld hat.


    Ich kenne es von Kollegen und aus der Familie so, dass die Kinder und deren Partner sich abwechseln mit der Pflege / Betreuung. Ein Pflegedienst entstresst ungemein, denn dann verbleibt eher Quality Time, und bei großer Entfernung geht es ohnehin oft nicht anders. Wenn ich zB in nur 35 km Entfernung meine Schwiegermutter betreuen müsste, läge mein Haushalt und alles andere komplett brach. Das wäre hier, mit eigenen Kindern und Tieren, gar nicht möglich. Klappt ja zeitlich so schon nur so gerade eben. Und wenn ich Pflegezeit nähme, würde das Geld fehlen, mit dem ich mir auch Abwesenheit von daheim "erkaufen" kann. #hmpf


    Bei dauerhaft zu pflegenden Kindern wird ein Elternteil langfristig wohl nicht mehr uneingeschränkt oder im alten Job arbeiten können. Falls es dann mit dem Pflegegeld finanzielle nicht reicht, gibt es immer noch Harz4. #hmpf


    Edit:

    Ups, da war ich zu langsam. #zwinker

    LG
    Marion mit zwei Mädels 04/04 und 05/06

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von mary69 ()

  • Ich habe das Problem aktuell. Mein etwas spezieller Sohn lässt sich bisher nicht in den Kindergarten eingewöhnen, ich bin alleinerziehend und kann schlicht nicht arbeiten, weil er sich von niemandem außer mir betreuen lässt.


    Ab seinem dritten Geburtstag war ich 20 Tage kindkrank, dann hatte ich zwei Wochen Urlaub und jetzt bin ich wieder erstmal zehn Tage kindkrank.


    Nachdem ich seit vielen Jahren sowieso wegen Depressionen beim Psychiater in Behandlung bin, hat der gesagt, er wird mich langfristig krankschreiben. Seiner Meinung nach bin ich schlicht nicht arbeitsfähig, wenn das Kind nicht betreut werden kann und ich sämtliche Belastungen, die damit zusammenhängen zu tragen habe.

    Und wenn ich mir meine Existenz- und Zukunftsängste und die dazugehörigen schlaflosen Nächte anschaue, habe ich jetzt langsam das Gefühl, dass das nicht Beschiss, sondern tatsächlich gerechtfertigt ist. Bei anderen Menschen würde ich es grundsätzlich gerechtfertigt finden, nur bei mir tu ich mich schwer.


    Irgendwelche privaten Versicherungen sind bei mir eh schon hinfällig, von daher macht das keinen Unterschied.

    Personenbedingt vom AG gekündigt werden, kann ich mit dieser Lösung allerdings schon.


    Ansonsten bleibt länger kindkrank schreiben lassen und ALG II beantragen, weil es dann ja kein Krankengeld gibt oder bei Pflegegrad des Angehörigen Pflegezeit plus ALG II.


    Nicht besonders erbaulich das Ganze... als ob es so schon nicht schwer genug wäre...



    Ebura und Dindymene ich drücke euch die Daumen, dass ihr euch darum bald keine Gedanken mehr macht, weil eure Odyssee schnellstmöglich ein Ende hat.

    Liebe Grüße,
    snoopy mit Tweety (12/05) und Grumpy (11/14, SSW35)

  • Oh man Snoopy, wie extrem beschxxxen. Das ist so mies, das manchmal alles auf einmal kommt, von einer allein getragen werden muss, und dann auch noch einfach keine sinnvolle Unterstützung zu bekommen ist.

  • Danke Mehrnoosh !


    Wobei ich mich schon sehr unterstützt fühle, einfach dadurch, dass ich eine tolle Kinderärztin und einen tollen Psychiater habe, die mich problemlos so lang krankschreiben. (Und die Kinderärztin, die im April schon erkannt hat, dass er so speziell ist, dass man gleich Diagnostik und Hilfen anleiern sollte, noch bevor die Eingewöhnung anfängt, sonst hätten wir jetzt wohl fast ein Jahr verloren).

    Das könnte ja auch ganz anders sein, aber das mag ich mir gar nicht ausmalen...


    Was ich irgendwie blöd finde ist, dass fremde Menschen dafür bezahlt werden würden, wenn sie mein Kind im Kindergarten begleiten, um es zu integrieren. Wenn ich das mache, geht das natürlich nicht.


    Aber auch das wäre für Ebura ja keine Lösung. 😒

    Liebe Grüße,
    snoopy mit Tweety (12/05) und Grumpy (11/14, SSW35)

  • Ohje, Snoopy , für Alleinerziehende ist es echt noch doppelt schwer! Da empfinde ich unsere Situation schon als Jammern auf hohem Niveau, denn wir können das immerhin zu Zweit irgendwie schultern. Unvorstellbar, da alleine durchzumüssen und dann auch noch ohne Entlastung von Großeltern oder sozialem Netz.


    Liebe Grüße

    roma

    Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat - Kurt Tucholsky

  • Ich finde ganz und gar nicht, dass das Jammern auf hohem Niveau ist. #knuddel


    Und ich wollte auch gar nicht den Thread kapern. Aber ich habe mich zwangsläufig in den letzten Monaten damit befasst und es gibt tatsächlich keine guten Lösungen. Und gleich noch weniger, wenn die Kinder dann über 12 sind und keinen SBA oder Pflegegrad haben. Chronisch oder länger kranke Kinder scheinen irgendwie nicht vorgesehen oder Privatvergnügen zu sein.


    Manchmal habe ich übrigens das Gefühl, dass es auch Vorteile hat, quasi einziges Elternteil zu sein. Ich erwarte von Grumpys Vater nichts (abgesehen vom Kindesunterhalt), also kann er mich auch nicht enttäuschen. Ich setze nicht meine Hoffnung auf Entlastung auf ihn und er umgekehrt, sodass zwischen den Erwachsenen auch noch eine Baustelle entsteht. So etwas stelle ich mir nämlich durchaus belastend vor. Ich kann mich grad nicht vernünftig ausdrücken, aber ihr versteht vielleicht, was ich meine.

    Zumindest erlebe ich solche Streitigkeiten bei so ziemlich allen ganz normalen gesunden Zwei-Eltern-Familien mit gesunden Kindern um mich rum. Jeder Partner hat die Erwartung, dass der andere ihn jetzt entlasten müsste und das führt dann zu Konflikten. Oder wer jetzt beim MD-kranken Kind bleibt, weil beide das Gefühl haben, in der Arbeit nicht fehlen zu können.

    Sowas bleibt mir gänzlich erspart.


    Sorry für das off topic #schäm

    Liebe Grüße,
    snoopy mit Tweety (12/05) und Grumpy (11/14, SSW35)

  • Mit 14 Jahren musste meine Tochter mal in die Klinik zum MRT und ich fand es so krass, dass die Kinderkranktage echt nur bis 12 gehen, weil da konnte ich sie einfach nicht alleine hinschicken, weder logistisch noch emotional. Habe dann einen Tag Urlaub genommen. Mittlerweile habe ich einen neuen Job, bei dem ich zwar 38 Stunden die Woche arbeite, aber ohne Probleme Homeoffice machen kann, wenn so ein Ernstfall eintritt; tut er zum Glück aber selten. Mein Mann ist ebenso flexibel.

    Wir sind das Gegenteil von traurig!

  • Ich wollte mich nochmal für eure Antworten hier bedanken. Ging dann irgendwie unter.


    Das ist wirklich eine große Lücke finde ich. Also gerade diese "zwischendrin" Situationen.

    Also wenn einem mal noch 2 Tage "fehlen" lässt sich das oft regeln (Urlaub, Überstunden, selbst krank...) und wenn ein langfristiger Pflegefall eintritt gibt es auch Möglichkeiten bzw. dann muss man sowieso ganz neu planen.

    Aber der kurzfristige, nicht planbare Ausfall scheint mir wirklich einfach Pech.

    Auch das Ding zur Pflege angehöriger wäre schwierig, wenn lange keine Diagnose da ist und man ja von Woche zu Woche hofft.


    Bei uns werden es am Ende mindestens 3 Monate sein, da muss man wirklich verdammt viel Glück haben, seinen Job nicht zu verlieren. Und so lange würde einen ja auch ein Hausarzt nicht notfalls krank schreiben.


    Ich habe in der Klinik einige Eltern kennengelernt mit diesem Problem (übrigens nicht nur Mütter, sondern auch viele Väter). Besonders krass bei Lehrern, da ist ja auch das Alter der Kinder egal.

    Aber auch einige Kinder über 12, die dringend auf die Begleitung angewiesen waren.


    Ich frage mich nur, wer sich dafür einsetzen würde, diese Lücke zu schließen?

    Wahrscheinlich ist das auch nicht mehrheitsfähig :(

    The darkest nights mean you see the stars the most #mond