Weg! Ideen für Fernwanderung oder Pilgerreise gesucht

  • Gesetzt den Fall, ich müsste dringend weg. Und zwar möglichst bald.


    Zu den Rahmenbedingungen: Ich brauche Abstand. Ich brauche ein Programm. Was mir gut tut, ist Bewegung, frische Luft und Natur. Ich denke an einen Fernwanderweg oder einen Pilgerweg. Zeitlicher Rahmen sollte mindestens acht Wochen sein, gegebenenfalls auch länger. Ich werde allein unterwegs sein oder wahlweise, wenn der Weg und die Anreise es hergeben, auch mit Hund. Ich bin ausdauernd und fit und strenge mich gerne an, habe die entsprechende Ausrüstung (Zelt usw.) oder kann sie anschaffen. Tun wir mal so, als spiele Geld keine Rolle. Fällt euch dazu etwas ein?


    Ich könnte ab Mitte Februar los. Mir fiel spontan die Südhalbkugel ein, Neuseeland zum Beispiel. Wäre das eine gute Reisezeit, gibt es dort Touren, die lang genug sind, dass ich richtig allein sein und zu mir finden kann, die aber nicht zu gefährlich sind, um sie allein zu gehen? Reicht die Zeit, um das vernünftig zu planen? Oder reise ich lieber erst später, im Frühjahr, und bleibe in Europa, wo ich den Hund mitnehmen kann? Ab wann könnte ich dann los, und wohin?


    Ich hoffe auf eure Ideen!

  • Der Jakobsweg?


    Mein Mann lief in 3 Monaten von der Schweiz nach Santiage und noch weiter ans Meer, nach Finisterrre.

    Grosser Sohn: Nov. 02
    Mittlere Tochter: Juni 05
    Kleine Tochter: Juni 09

  • neuseeland klingt danach, als möchtest du wirklich weit weg.


    falls auch etwas näheres in frage kommt: ich bin vergangenen februar vor meiner haustür gestartet und dem geografischen breitengrad entlang einfach stur richtung westen gewandert. ich hatte dazu nur eine woche zeit, aber habe auf diese weise in der näheren und weiteren umgebung orte entdeckt, die ich trotz häufiger wanderungen bis dahin nicht kannte, einfach weil die route so eigenwillig war ;). von deinen kriterien erfüllt hat die aktion: sofort umsetzbar, bewegung, frische luft und bis auf zwei stadtdurchquerungen natur.

    ko_nijntje mit muck (2004), mogli (2006), miep (2007) und mimir (2011)

  • Was für eine witzige Idee, ko_nijntje! Waren denn da keine Zäune, Mauern etc. auf dem Weg? :D Ich seh dich gerade Parcours-mäßig alle möglichen Hindernisse überwinden. #top


    Mein Mann und ich haben mal überlegt, sobald die Kinder aus dem Haus sind und wir uns beruflich einige Zeit freimachen können, Richtung Rom zu marschieren, wie die Pilgerreisenden im Mittelalter. Ob das durchführbar ist, weiß ich nicht, aber das lässt sich sicher recherchieren. ^^

  • sag mal was du möchtest. ...alpin oder eher Wald oder auch mal was entdecken


    Die bekannten Wege in Neuseeland sind mittlerweile alle mit Buchung. Man braucht Fitness und wetterfestigkeit. aufgrund der Fauna nicht gefährlich aber es gilt natürlich was überall gilt. Mitdenken Wetter beobachten und sich nicht überschätzen. Willst du acht Wochen am Stück laufen? Dafür sind die vorgegebenen Wege dort zu kurz. Es gibt neben den grossen viele lohnenswerte Alternativen. Du kannst die Hütten nutzen und brauchst kein Zelt. Und für Neuseeland selber sind acht Wochen natürlich gar nichts☺ als Ziel mit dem Zeitrahmen durchaus ne tolle Option. Kannst du mehrere Touren kombinieren.


    Zum Start empfehle ich gern den able tasman park Norden der sudInsel. Der hat mehre ausstiege und auch restaurants und man kann gut testen was man so braucht an Wasser und essen.


    Die großen Wege sind alle toll. In kaikura gibt's einen netten kustenweg. Ach es gibt einfach megaviel.


    Wenn du schon in der ecke bist. Tasmanien bietet auch viel. Ist weniger überlaufen.


    Da wäre dann alternativ die USA was. Da gibt's ohne ende Ideen. Klima und geographische Vorlieben müsstest du angeben. Zur Inspiration "der große Trip" lesen oder Film gucken.


    In Deutschland ganz toll und eine meiner lieblingsfluchten ist der malerweg im elbsandsteingebirge.


    Ich laufe in diesem Jahr den meeraner höhenweg. Gedacht ist dafür aber nur eine Woche.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Wenn Geld keine Rolle spielt, könntest du wahrscheinlich auch schon morgen einfach loslaufen und die verschiedenen Fernwanderwegen in Deutschland miteinander verbinden. Natürlich wird es dann ‚dazwischen‘ kein besonderer Weg sein, aber es gbt ja z.B. über die Jakobswege durchaus zahlreiche Möglichkeiten. Und einfache Hotels gibts eh fast überall. Ich hätte da in der Ferienzeit eher bedenken, ob man spontan was findet. Da mag das Zelt eine gute Idee sein. Aber dafür muss man es halt auch tragen... ist geschmackssache. Ich würde wohl beides mögen, weil ich doch auch eine warme Dusche am Tag mag und die hat man mit Zelt nicht unbedingt, weil nicht überall Campingplätze in Fußweitreiche sind. Aber man kann natürlich auch beliebig Hotels und Campingplätze abwechselnd nutzen.


    Ich war letztes Jahr auf dem Rothaarsteig, der hat mir sehr gut gefallen. Allerdings dauert der keine 8 Wochen natürlich. Die Wege in D. werden alle nicht so lang sein. Von daher müsste man sie dann kombinieren. Dafür ist es sehr unkompliziert in der Organisation.

    Jetzt in den Wintermonaten muss man in Höhenlagen natürlich Schnee noch bedenken. Aber wenn ich Zeit und Geld hätte... würd ich trotzdem sofort starten.


    Ist bestimmt so oder so eine tolle Idee! Wie auch immer du dich entscheidest, wünsche ich dir viel Spaß und Ruhe!

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

  • Der Jakobsweg?

    Ja, der ist mir auch gleich eingefallen. Aber ich glaube, das passt nicht mit der Reisezeit, da sind dann die Pilgerherbergen überwiegend noch geschlossen oder es liegt Schnee auf Pässen, die passiert werden müssten.

    falls auch etwas näheres in frage kommt: ich bin vergangenen februar vor meiner haustür gestartet und dem geografischen breitengrad entlang einfach stur richtung westen gewandert.

    Im Prinzip käme das auch in Frage, da könnte dann auch der Hund mit. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, es müsste etwas spektakulärer sein. Also in dem Sinne, dass die Natur um mich herum so großartig ist, dass ich mich angenehm klein fühlen kann und mein (mir gerade sehr groß erscheinender) Kummer relativiert wird.


    Daher dachte ich dann an Neuseeland, da gibt's das bestimmt :)


    Pony Hütchen , kennst du dich da aus? Auf Tasmanien war ich vor, ich muss rechnen, ca. 15 Jahren für zwei Monate, und es war großartig. Overland-Track, Wineglass Bay, Freycinet National Park, ich könnte mir durchaus vorstellen, da wieder hinzufahren, allerdings war ich damals mit meinem Mann unterwegs, mit dem mein aktueller Kummer zusammenhängt, da mache ich mir dann doch Sorgen, dass das mit dem Relativieren schief geht...


    Alpin (falls nicht zu anspruchsvoll, ich bin nicht so erfahren) klingt gut, angesichts großer Berge wirkt jeder Kummer winzig, Wald ist aber auch gut. Fitness ist vorhanden, Wetterfestigkeit auch, ich muss keine acht Wochen am Stück laufen, brauche aber ein festes Programm, damit der Kummer nicht überhandnehmen kann. Meinst du denn, dass vier Wochen Vorbereitung für die Planung ausreichen? Und ist dann Mitte Februar bis Mitte April (da ist dann ja schon Herbst) eine gute Reisezeit? Hast du vielleicht Tipps für Webseiten oder Bücher zur Vorbereitung?


    USA als Alternative ist mir auch schon eingefallen, wir waren erst im Sommer dort und ich bin winzige Stückchen des Pacific Crest Trails gewandert, hatte da halt auch Bedenken wegen der Reisezeit, weil es da dann ja noch Winter ist.

  • Aber irgendwie habe ich das Gefühl, es müsste etwas spektakulärer sein. Also in dem Sinne, dass die Natur um mich herum so großartig ist, dass ich mich angenehm klein fühlen kann und mein (mir gerade sehr groß erscheinender) Kummer relativiert wird.

    Dann ist das eher kleinteilige D vermutlich nicht so das Richtige.


    Ich werfe mal noch "Wüste" in den Ring. Wobei ich da von "alleine wandern" eher abraten würde. Du brauchst zumindest einen einheimischen Guide.

    Ich wandere sehr gerne und fand die Wüstenzeiten mit Abstand am Eindrücklichsten.


    Wenn Du am Abend im Freien unter dem riesigen Sternenhimmel einschläfst (wo Du vielmehr Sterne siehst und die Milchstraße z.B. klar und deutlich hervortritt), dann wird alles andere dagegen ganz klein. Wege gibt es nicht. Du läufst einfach und Du triffst auch sonst niemanden. In der Wüste habe ich gemerkt, wie wenig man wirklich braucht. Wasser ist wirklich wichtig, was zu Essen ist hilfreich und vielleicht noch eine Decke für die Nacht.

    ...und es gibt wirklich schöne, abwechslungsreiche und imposante Wüstengegenden.

    Keine Toleranz gegenüber Intoleranz!

  • dann evtl. zusatzlich Richtung Süd-Amerika gucken? Patagonien? war ich noch nicht.

    Ich war letztes jahr im hohen Atlas Marokko wandern. Da könntest du auch Ewigkeiten zubringen. Aber das geht besser mit guide. Also ich würde es ohne nicht machen. Das ist evtl nicht das was du willst. Ansonsten ist das landschaftlich sehr reinigend fürs Gemüt.


    Tasmanien kennst du also schon. Da schaffst du Neuseeland von der Verfassung her gut. Ist eins meiner lieblingsländer und wirklich eine Reise wert. Man kann sehr gut trampen und braucht wenig. Also zum Kopf freikriegen gibt's schlimmeres.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Boah das geht? Wie realisiert ihr das mit dem Kind?


    Ich würde ab Ende Februar nach las Vegas fliegen (den Strip auslassen, Max 1 Tag drüber laufen).

    Dann das Death Valley erkunden und Richtung Joshua tree NP hüpfen, dort x Trails laufen und entweder Richtung Phoenix (mit den 2 anderen coolen NPs) und dort zurück fliegen,

    Oder ab Joshua NP Richtung L.A.umland (!) und dann ab dort zurück fliegen.


    Alternative wäre für mich ab Spät mai nach Vegas, dann dort alles drumherum erkunden und weiter Richtung Utah hoch,

    Bryce Canyon, canyonlands etcpp da gibts so viel!

  • Irland? - da könntest du starten ... dann England .. ich finde die Natur da ist ähnlich gewaltig wie Neuseeland. Und dann fährst du rüber nach island ... und wenns immer noch nicht reicht, Nordwegen/schweden.


    Amerika würde ich, vorallem wegen der "durchleuchtungspraxis" nicht machen. Außerdem würde ich lieber Europa erkunden...


    Ansonsten wünsche ich dir viel Erfolg bei diesem Ding.. ich würde ja mitlaufen... :) (aber bei mir reichts wohl nur für ein Wochenende)

    Wyrd bið ful aræd!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Iverna ()

  • Babane : #knuddel


    Was für eine witzige Idee, ko_nijntje! Waren denn da keine Zäune, Mauern etc. auf dem Weg? Ich seh dich gerade Parcours-mäßig alle möglichen Hindernisse überwinden.

    hihi. ok, ich gebs zu: ich habe gebäude, privatgrundstücke, felder und weiden umlaufen. ausserdem habe ich keine gewässer durchschwommen und bin nur gewandert, nicht geklettert. ich habe einfach den dem breitengrad jeweils nächsten pfad, weg, strasse gewählt. die route war auch so noch abenteuerlich genug ;)

    ko_nijntje mit muck (2004), mogli (2006), miep (2007) und mimir (2011)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ko_nijntje ()

  • Boah das geht? Wie realisiert ihr das mit dem Kind?

    Das Kind wird dann zehn. Der Bruder ist zwölf. Und für die Zeit kümmert sich dann der Papa (ist Lehrer, das lässt sich einrichten).

    Irland? - da könntest du starten ... dann England .. ich finde die Natur da ist ähnlich gewaltig wie Neuseeland.

    Klingt auch gut, ist aber im Februar bestimmt zu kalt, oder?

  • Ich werfe mal den Israel National Trail ins Rennen. Hier einige Links:


    offizielle Seite


    WikiVoyage


    Erlebnisberichte


    Empfehlung


    Das wäre doch mal was anderes, nicht? Für die ganze Strecke sollte man 6-8 Wochen einplanen. Jetzt im Winter kann man auch den südlichen Teil machen, ohne in der Hitze zu verbraten - allerdings ist auf eventuelle Regenfälle in bergigen Regionen zu achten, die die Wadis rasch auffüllen und zur Falle werden lassen.

  • Wow, Anima , das klingt großartig! Danke für diesen Tipp! Auf jeden Fall eine echte Alternative zu meinem bisherigen Favoriten Neuseeland. Da schrecke ich nämlich noch ein bisschen zurück, das ist so weit weg und ich würde dort so gerne den Te Araroa bzw. einen Teil davon gehen, und das passt mit der Reisezeit nicht wirklich optimal. Ich habe gerade schon Christian Seebauer (http://www.israel-trail.com) eine Mail mit ein paar Fragen geschickt, bin mal gespannt, ob und was er antwortet.

  • zum Israeltipp: Und Du könntest Wüste erfahren

    5 von 4 Menschen haben Schwierigkeiten mit Mathematik.

    Das ist fast die Hälfte. Kann man da etwas dagegen tun?

  • zum Israeltipp: Und Du könntest Wüste erfahren


    #top Auf jeden Fall!


    Das Tolle an Israel ist, dass Du auf sehr kleinem Raum sehr unterschiedliche Landschaften hast. Die Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut.

    Keine Toleranz gegenüber Intoleranz!