Wenn lernen und Hausaufgaben erledigen schlechte Noten hervorbringen

  • Bei unserem Mittleren rückte die Lehrerin im Gespräch - als wir mit den Ergebnissen aus der Begabungsdiagnostik bei ihr saßen - dann eher zufällig damit heraus, dass unser Kind das einzige in seinem Jahrgang war, das die Aufgaben des höchsten Niveaus gelöst hat...das könnten wir den VERA-Ergebnissen nicht selbst ansehen.

    Hi,


    nach meinem Post fing ich mir mal wieder die "googlelitis" ein und habe sehr oft lesen müssen, das die VERA 3 Testergebnisse so rein garnichts aussagen. Wenn überhaupt, dann sind diese nur ein Indiz für die Lehrkraft, mit dem Sie den Wissensstand von einem oder mehreren Schüler/n besser einschätzen kann.#taetschel


    LG




    P.s. Ich halte Trin's Anmerkung bezüglich der Inhaltlichen Unterforderung und der Überforderung aus fülle und Zeitnot durchaus für möglich. Das macht für mich mehr Sinn als mögliche Langeweile wegen einer Hochbegabung. Dafür spricht auch, dass er heute trotz Bestechung nur sehr widerwillig seine Deutschhausaufgaben(Adjektive und Substantive aus einem vorher abzuschreibendem Text, ca. 70 Wörter, raussuchen und in eine selbstgemachte Tabelle eintragen. Die adjektive sollten dann gesteigert werden und die Substantive, falls möglich, getrennt werden. Alles in allem ca. 1,5 A4 Seiten Schreibarbeit.) nach 45 min Gejammer, Wut, Tränen und der Erklärung das er heute in Religion nicht ein mal dran gekommen ist obwohl er alles wusste und immer nur die "eine Schülerin" dran kam, er deshalb noch zu emotional aufgewühlt wäre und darum seine HA nicht machen könne, in 15min. durchaus leserlich und fehlerfrei ins Deutschheft geklatscht hat.#hammer

  • Hallo Trin,


    Ich habs gerade erst gelesen.


    Was "danach" ist, spielt vordergründig natürlich keine Rolle. Ich streich das mal aus meinem Kopf.:)


    Er hat es nicht vorgeschlagen, es wird aktzeptiert, weil gerade eben ein Wunsch da ist, für den er Geld braucht. Mein Sohn teilt deine leichte Abneigung bezüglich eines Belohnungsystems. Er hat das schon seit Kindergartenzeiten abgelehnt. Kein Sternchen, keine Leseraupenperle, kein lesedackelkörperteil usw. hat ihn je länger als 2 Wochen motiviert und überhaupt hat die Lehrkraft nur blöde Dinge in ihrer Schatzkiste.



    Ja er darf jederzeit aufhören, er durfte (es gab nie den richtigen Zeitpunkt) sich aussuchen wann er HA macht. Ich gebe mir sehr viel Mühe ihn immer zu trösten ihm gut zuzureden. Ich habe verständnis und vermeide vorhaltungen. Es ist nicht immer einfach, der Gedanke, dass seine jetzige KLK druck ausübt, hilft beim ruhig bleiben.(Um das mal gesagt zu haben)


    Abgerechnet wird hier bei uns Wöchentlich. Damit ist er einverstanden.

    Am Wochenende wird dann verhandelt, was sehr gut und was weniger gut lief und auf der Basis wird dann der Geldbetrag ermittelt, den er bekommt. Ob ihm das jetzt hilft, ich glaube nicht. Wenn ich ihn frage, sagt er weniger und schwerere Aufgaben oder das HA ja eigentlich nicht so wichtig sind und er sie ja nicht braucht, weil er ja im Untericht aufpasst.


    LG

  • Er hat es nicht vorgeschlagen, es wird aktzeptiert, weil gerade eben ein Wunsch da ist, für den er Geld braucht. Mein Sohn teilt deine leichte Abneigung bezüglich eines Belohnungsystems.


    Ich habe keine leichte, ich habe riesige Abneigungen gegen Belohnungssysteme. Die einzige Version, in der ich mich eventuell drauf einlassen könnte, wenn mein Kind den ganz dringenden Wunsch hätte, eins für sich auszuprobieren, wäre die obige.


    Ich hatte es so verstanden, daß dein Sohn es von sich aus so vorgeschlagen hatte.


    Von außen vorgegeben hätte es hier nie funktioniert. Wie sagte meine Tochter mal (da war sie vielleicht 4): "Mama, Belohnungen sind auch nur Strafen, Die versprechen uns die Großen ja nur, damit wir tun, was SIE wollen und damit sie uns was wieder wegnehmen können, wenn wir nicht machen, was SIE wollen!"

    (Beim wegnehmen ging es nicht um die konkrete Sache an sich, sondern um die Verheißung, es gäbe XY - die wird bei "Fehlverhalten" weggenommen und das war aus ihrer Sicht im Grunde auch eine Strafe).


    Und ein andres meiner Kind befand: Oma hatte ihm für die Sache A (ich glaube es war die Teilnahme an einem Schwimmkurs), die Belohnung B (irgend ein Spielzeug) versprochen.

    Wenn es also freiwillig auf B verzichte, muss es also auch A nicht tun.


    In eurem Falle - er bekommt Geld für die Erledigung der HA - verzichtet er auf das Geld, muss er auch die HA nicht machen (bzw. darf zumindest toben und meckern, wenn sich das Geld nur auf diesen Part bezog).


    Daß Oma trotzdem auf "A" bestehen wollte, fand es zutiefst ungerecht, denn Deal ist Deal und wenn er seine "Bezahlung" nicht will, muss er auch die Arbeit dafür nicht tun.


    Kindliche Logik - aber ziemlich genial und zutreffend. Nur leider wird die Schule dieser Logik nicht so gern folgen.


    Das "Aufhören" bezog sich übriges nicht auf die HA an sich sondern auf das Ding mit dem Belohnungssystem. Es sollte seine Entscheidung sein, ob er dieses Spiel spielen will oder nicht.

    All das genannte würde mich wie gesagt davon abhalten (neben ganz vielen anderen Gründen, die aufzuzählen wohl den Strang sprengen würde) .


    Ansonsten - meine Kinder haben alle ADS-Tendenzen (ohne H, darum gerade bei Jungs oft übersehen), eins ist getestet HB und die anderen nicht so wirklich weniger pfiffig. Aber letzteres nützt einem speziell in Kombination mit dem ersten wenig, wenn es um das Thema Schule geht. Leider. Sie haben alle ihren Umgang damit gefunden, aber ich schreib lieber nicht, wie lange das teilweise gedauert hat.


    Ganz wichtig finde ich, daß man in der ganzen Zeit emotional beim Kind steht und egal was ist, fest daran glaubt, daß es irgendwann "alles gut" wird. Nicht auf die Weise, die ich mir vorstelle. Nicht so, wie die Lehrer das aus ihrer Sicht verständlicherweise wollen.


    Aber gut.


    Bisher stimmt´s bei uns.

  • Liebe Trin,


    deine Abneigung gegenüber Belohnungssystemen kenne ich, und bei deinen Kindern hätten die offenbar auch nie funktioniert, wenn sie eine solche Abneigung dagegen haben.


    Meine Erfahrungen sind allerdings vollkommen anders. Zum einen bei mir selbst: ich habe noch als ich schon recht groß war (5? 6?) häufig nachts ins Bett gepullert, weil ich immer geträumt habe, ich säße auf dem Klo. Meine Eltern brachten mich zu einem Psychologen, der ein Belohnungssystem gemacht hat: In einen Kalender sollte ich Sonnen- und Regentage eintragen, für jeden Sonnentag bekam ich beim nächsten Treffen ein Gummibärchen. Ich war dann nur noch 1x dort, das Problem war erledigt. Und das bei einem Thema, wo ich gedacht hätte, dass ich da noch nicht mal selbst Einfluss drauf habe. Schließlich kann ich ja nicht steuern, was ich träume.


    Auch bei meinen Kindern hat es prima funktioniert. Wir hatten bei T mal eine kleine Sache im KiGa-Alter, bei Q etwas im ersten Schuljahr, lief beides prima - obwohl es nicht von ihnen selbst angeregt wurde.

    Ich stimme dir voll zu, dass man individuell entscheiden sollte, ob ein Belohnungssystem für *dieses* Kind passt. Ein Belohnungssystem nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn das Kind selbst es vorschlägt, wäre aus meiner Sicht zu eng gegriffen.


    Was wir jetzt schon seit Jahren machen, allerdings weniger ein Werkzeug zum Erzeugen guter Noten sein soll, sondern mehr eine Belohnung für gute Leistungen/Ergebnisse und etwas, das den Kindern das Gefühl gibt "wir machen etwas Tolles, und ich habe es ermöglicht", ist eine Liste, wo wir besondere Leistungen eintragen (Gürtelprüfung, 1 in der Schule, Referat gehalten usw.), und wo die Kinder sich für jeden Eintrag eine gemeinsame Aktivität aussuchen können. Früher wollten sie oft Essen gehen, jetzt machen wir meistens sowas wie Bowlen, Klettern, Escape-Room, Laser Tag (als das noch nicht altersbeschränkt war, jetzt müssen wir noch warten..), usw.


    Beste Grüße

    Sabine

    Sabine '69 mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Hallo,


    Ja, in der Erziehung bzw. generell im Umgang mit Menschen "funktioniert" manches. Gut oder richtig aus pädagogischer Sicht finden muss ich es trotzdem nicht, nur weil etwas "funktioniert". #weissnicht


    Aber ich denke, hier ist nicht der Ort für Grundsatzdiskussionen...


    Im Falle des Kindes hier, würde ich ihm das komplette Taschengeld ohne Hintergrund auszahlen. Wenn man es vor sich selbst begründen muss (das Kind braucht sicher keine Begründung), dann kann man es je nach Woche als "Belohnung" sehen oder als Trost für das Leiden. (im kloeterschen Sinne) .

  • Hallo Trin,


    das was du da bezüglich Kindlicher Logik schreibst und mit Beispielhaften Aussagen deiner Kinder unterstreichst, ist etwas, dem man sich leider sehr selten bewusst ist. Ich lese da eine wunderbare grundeinstellung zu Kindern heraus, nämlich: Kinder sind immer, auf ihre eigentümliche Art, geniale kleine wesen. Warum mir dieses Bewusstsein bei meinen eigenen Kindern immer mal wieder abhanden kommt, will mir irgendwie nicht in den Sinn.(Sehr hilfreich)


    Danach: wird er sehr wahrscheinlich auf eine weitere Bezahlung verzichten. Ich werde ihm da auch keine Steine in den Weg legen. Mit etwas Glück (und Anerkennung von der KLK) wird er seine HA wieder machen. Heute war er nun einer der wenigen, der die gestrige HA(Schreibarbeit) gemacht hat. Auf sowas steht er total, so fand er die Herausforderung in letzter Zeit nur im Sportunterricht.

    Hat er vill. zu hohe Ansprüche an sich selbst und macht sich dann selbst fertig?


    Lg


    P.s. Ich mag Belohnungssysteme auch nicht. Da gibt es eine BBT Folge(ja ich mag seichte Unterhaltung) die sehr schön versinnbildlicht, was genau da bei dem zu belohnenden angesprochen werden soll.

    Gründe warum mir das nicht sonderlich gefällt, hab ich auch genug, die müssen hier jetzt aber wirklich nicht rein.

  • Hallo,


    Warum mir dieses Bewusstsein bei meinen eigenen Kindern immer mal wieder abhanden kommt, will mir irgendwie nicht in den Sinn.(Sehr hilfreich)


    Ja, das kenne ich. EIGENTLICH weiß´man so vieles, aber der Alltag frisst dann so vieles auf...


    Was sagt er denn selbst, was ihm helfen könnte? Vielleicht kann man in einer guten Phase mal drüber reden. Vielleicht braucht er das Gemotze zum Dampf ablassen? Vielleicht hilft es ihm sogar, ein gemeinsames Motz-Ritual vorne anzustellen... (natürlich nur, wenn er sich davon nicht veralbert fühlt).

    Was kann seine Stimmung heben, hat er ein Gefühl dazu?


    Vermutlich braucht es eine Mischung aus da sein, Verständnis haben und trösten, gnadenlos helfen (nur, wenn er das möchte), auch mal aushalten, wenn er sich für "nicht machen und Ärger in der Schule aushalten" entscheidet... usw. , ja nach Situation und Stimmung.


    Ich habe mMn recht viel hingenommen, wenn es den Kindern emotional nicht gut ging, aber einige Sachen waren recht klar. Wenn sie über irgend etwas sauer waren (frühes aufstehen, unverschiebbare Termine, fertig zu stellende Arbeitsblätter mit seltsamen Aufgabenstellungen... ) durften sie darüber motzen und meckern. Für seine Gefühle kann keiner was und raus müssen sie, das war ihr gutes Recht.

    Nicht OK war aber MICH zu beschimpfen. Dann habe ich mir auch mal das Recht genommen, zu gehen und später wiederzukommen. das habe sie ganz gut verstanden.


    (BBT gehört übrigens zu den Sachen, die ich mit meinen (inzwischen großen) Kids ganz gerne angucke. :DDie anderen Sachen, die sie so schauen, sind inzwischen nicht mehr Mama-tauglich, da gruselt mich zu sehr (GoT o.ä.) . )


    Die Sache mit der Über- und Unterforderung würde ich so oder so im Blick behalten. Denn leider kann das Schwierig werden, weil der Kreislauf ungut werden kann. Kind versteht viel, langweilt sich im Kopf. Kann aber nicht ausreichend schnell und "zuverlässig" zeigen, was es kann. Die Lehrer denken - verständlicherweise - es hat den Stoff noch nicht drauf (sonst würde es ja weniger Fehler machen und schneller sein können) und fordern noch mehr Übung.

    Das Kind selber sieht immer und immer wieder, wie viel leichter es den anderen offenbar fällt und daß es selber TROTZ üben (mehr als andere sogar ) weiterhin MEHR Fehler macht. (weil das Gehirn ab einem bestimmten Bekanntheitsgrad auf Grund fehlender Neureize einfach in den Sparmodus geht - und eventuelle Konzentrationsschwierigkeiten das "aufmerksam sein können" nicht besser machen)


    Kein Kind denkt dann: "Eventuell habe ich Probleme mit der Konzentration, dem Arbeitsspeicher oder der Arbeitsgeschwindigkeit". Es denkt irgendwann "Ich bin eh zu dumm, lernen nützt bei mir sowieso nichts".

    Und das wird dann ganz fatal. Da ggf,. rechtzeitig gegenzusteuern (wenn es überhaupt möglich ist) ist nicht einfach.

  • Ich hab auch zeitweise einen Teil der Hausaufgabe für Junior gemacht.

    Wenn man mit links schreibt bekommt man eine gute1./2. Klasse-Jungs-Schrift hin.

    Mein Mittlerer hat ein großes Problem mit den ständigen Wiederholungen, da hat das wenigstens ein wenig geholfen.

    Wenn du nach dem Menschen suchst, der dein Leben verändert,
    Dann schaue in den Spiegel.

  • Ja, das kenne ich. EIGENTLICH weiß´man so vieles, aber der Alltag frisst dann so vieles auf...

    Hi Trin,

    damit sich das "EIGENTLICH" nicht so schnell wieder in ein "EIGENTLICH NICHT" wandelt, nutze ich den Fred hier gleich mal als: "Ich-merke-mir-das-jetzt-mit-technischer-Unterstützung", Tagebuch.


    Was sagt er denn selbst, was ihm helfen könnte? Vielleicht kann man in einer guten Phase mal drüber reden.


    Er sagt: weniger und schwerer oder garnicht.

    Ich sehe (das kam mir gestern in den Sinn): Auf dem Fussball/Kinderspielplatz,

    den wir regelmässig besuchen, gibt es 3 unterschiedliche "Kindphasen".
    1. Er spielt mit mir Fussball = gelangweilt, demotiviert, jammert und redet dauerhaft, unagespannt, lustlos, gefühlt unfähig.
    2. Er spielt mit jüngeren/gleichaltrigen = großmäulig, quatschmacher und redet und redet und redet,
    aktiv, unangespannt, gewollt unfähig.
    3. Er spielt mit Älteren/Vereinsspielern/Fussballverückten = energiegeladen, still (so lange die Energie reicht), hoch motiviert, sehr angespannt, überlegt(so lang die Energie reicht), nach 5. min konnte er mithalten.
    (Nach dem Tag musste er dann erst mal 2 Stunden schlafen gehen)

    Ich fragte ihn mal nach der Schule, was für Ziele er denn hat. Zur Antwort bekamm ich: "Ich WOLLTE in Sport mal Erster werden, naja habe ich geschaft!", davor und danach:
    Davor: Sein sportlicher Ehrgeiz stürtzte in richtung 0.
    Davor: Weigerung, dem ausserschulischen Sport fortzuführen (hat aber auch teils durch Krankheit ausfallen müssen).
    Davor: Lange krankheitsbedingte Lehrkraftwechsel.
    Danach: Kein sportlicher Ehrgeiz mehr vorhanden, nix, nada und absolut überhaupt so garnicht mehr da :-).
    Danach: Aufgabewünsche und Wechselwünsche des ausserschulischen Sportes. (Jetzt geht er doch wieder,
    weil sein Trainer[spezialisiert auf ADS und ADHS Kinder]
    das kenne und er zumindest die Vertragslaufzeit zuendbringen soll. Alternativen? Nö! Uninteressant! Später vielleicht.)
    Danach: Kam der Schul-Tuniertag...ich hörte nur immer...müssen Erster werden...wäre doch toll wenn...Erster. Naja sie wurden Erster...zu 0. Seither geht es wieder mit der Motivation im Sport.(Leider hat er "vergessen", mir mitzuteilen, dass man hätte zuschauen können.)

    In einer guten Phase: Hmmm, haben wir bisher nur (Leistung war nie wirklich, aber auch, Thema, da er sehr Ergeizig ist/war) über soziale Dinge "geredet", das erschien mir wichtig, da ich den Eindruck habe/hatte, dass ihm das (das das das und das!) die gößten Probleme bereitet. Er nahm Tipps diesbezüglich an und setzte sie um. (Ich hörte 2 Jahre nur im täglichen Wechsel: "Ich habe keine Freunde, ich habe Freunde usw.". Mir wurde von Fachspezifischerseite gesagt, dass sich das auf der weiterführenden Schule gibt und er sicher "mehr" Kinder trifft, die auf seiner Welle "reiten". Ich habe Zweifel)


    Vielleicht braucht er das Gemotze zum Dampf ablassen? Vielleicht hilft es ihm sogar, ein gemeinsames Motz-Ritual vorne anzustellen... (natürlich nur, wenn er sich davon nicht veralbert fühlt).

    Was kann seine Stimmung heben, hat er ein Gefühl dazu?


    Bei der Deutschschreibhausaufgabe hatte ich in der Tat das Gefühl, er müsse das jetzt tun, um "abzu"Dampfen. Ging ja dann auch schnell. Bei anderen HA sehe ich das eher als, nicht-schon-wieder-der-selbe-sche*ß, Dampf.
    (Ich hab vor ner Woche mal das Mathebuch durchgeblättert#weissnicht, da kommt nix Neues mehr#heul, nur das Selbe in anders:stupid:)

    Gemeinsames motzen führt hier unweigerlich zum nichterledigen der HA, zur freude der KLK, die sich dann zurecht fragt: "Was ist denn dein Dad für einer". Er scheint in der Tat keinen Filter zu haben und informiert fröhlich vor sich hin. Es "zerstört" seine emotionale Stabilität, wenn in ihm das Gefühl aufkommt, dass meine Auffassung von "Schule und lernen" der seiner KLK wiederspricht. (Achtung, das "lese" ich aus ihm heraus, deshalb besteht hier kein Anspruch auf Richtigkeit.)

    "Was kann seine Stimmung heben, hat er ein Gefühl dazu?"
    Ja hat er: Besser-sein-als-Andere-aber-nur-wenns-in-seine-Möglichkeiten-passt-weil-sonst-ist-auch-blöd-im-dauer-vergleich-zu-jedem-und-allem-stehen-bis-zum-umfallen-erster-sein-wollen-Gefühl.
    Klappt das alles so wie er sich das vorstellt (Lob von aussen bringt keine Änderung der Stimmung und seine Meinung wird immer schwerer gewichtet), ist er der glücklichste Junge der Welt.
    Ich würd das jetzt mal als: "Er sucht eine angemessene Herrausvorderung (die sich nach seinem Ehrgeiz richtet.) und wenns klappt ist gut, wenn nicht, wird es dann halt gut.", interpretieren wollen.

    und


    Freunde.

    Vermutlich braucht es eine Mischung aus da sein, Verständnis haben und trösten, gnadenlos helfen (nur, wenn er das möchte), auch mal aushalten, wenn er sich für "nicht machen und Ärger in der Schule aushalten" entscheidet... usw. , ja nach Situation und Stimmung.



    Ja ist ein Nähgarnakt:).

    Ich habe mMn recht viel hingenommen, wenn es den Kindern emotional nicht gut ging, aber einige Sachen waren recht klar. Wenn sie über irgend etwas sauer waren (frühes aufstehen, unverschiebbare Termine, fertig zu stellende Arbeitsblätter mit seltsamen Aufgabenstellungen... ) durften sie darüber motzen und meckern. Für seine Gefühle kann keiner was und raus müssen sie, das war ihr gutes Recht.

    Nicht OK war aber MICH zu beschimpfen. Dann habe ich mir auch mal das Recht genommen, zu gehen und später wiederzukommen. das habe sie ganz gut verstanden.

    Ist so, hinnehmen wie es ist, scheint auch hier ein wichtiger Teil der Lösung zu sein. Wir arbeiten dran#hammer.

    Er beschimpft nicht, er stichelt und spricht allzuoft aus, was Wahr ist. War schon immer blöd, wenn man von seinem/n Kind/ern auf sehr subtiele Art gesagt bekommt, wie sche*ße man sich gerade mal wieder verhalten hat. Als sehr schlimm empfinde ich dann immer, wenn die Situation keine alternative Lösung bereithält. Horror, wirklich, echt jetzt. Ganz dunkel wird mir dann, wenn "Denkzeit" ist und mir doch eine Alternative einfällt. Das Mensch sein, ganz speziell Eltern, ist schon so eine Kunst für sich.


    Die Sache mit der Über- und Unterforderung würde ich so oder so im Blick behalten. Denn leider kann das Schwierig werden, weil der Kreislauf ungut werden kann. Kind versteht viel, langweilt sich im Kopf. Kann aber nicht ausreichend schnell und "zuverlässig" zeigen, was es kann. Die Lehrer denken - verständlicherweise - es hat den Stoff noch nicht drauf (sonst würde es ja weniger Fehler machen und schneller sein können) und fordern noch mehr Übung.

    Das Kind selber sieht immer und immer wieder, wie viel leichter es den anderen offenbar fällt und daß es selber TROTZ üben (mehr als andere sogar ) weiterhin MEHR Fehler macht. (weil das Gehirn ab einem bestimmten Bekanntheitsgrad auf Grund fehlender Neureize einfach in den Sparmodus geht - und eventuelle Konzentrationsschwierigkeiten das "aufmerksam sein können" nicht besser machen)


    Kein Kind denkt dann: "Eventuell habe ich Probleme mit der Konzentration, dem Arbeitsspeicher oder der Arbeitsgeschwindigkeit". Es denkt irgendwann "Ich bin eh zu dumm, lernen nützt bei mir sowieso nichts".

    Und das wird dann ganz fatal. Da ggf,. rechtzeitig gegenzusteuern (wenn es überhaupt möglich ist) ist nicht einfach.



    #eekOhje und ich dachte immer, wenn er das sagt (fing vor 4-5 Monaten an), dass ich ihm irgend wie dieses Gefühl durch eine Erwartungshaltung oder irgend ein unbewusstes Handeln, in ihm auslöse. Ihm nicht oft genug vermittle, dass er Clever ist. ???#hilfe???#eek 


    Lg


    GoT: Ich mochte die Simpsonsfolge über G.R.R. Martin sehr:D! Ich kenne die Folgen bis zur 6. Staffel alle, und ich liebe es. Verrat an jeder Ecke, Sadismus der sich, in Rache, sehr bildlich ausleben darf. Sieg um jeden Preis. Der Krieg im Krieg der den Krieg in dem Krieg aufzeigt. Die Bücher kenne ich im übrigen nicht. (ein.Ex.Serienjunkie.)

  • Ich hab auch zeitweise einen Teil der Hausaufgabe für Junior gemacht.

    Wenn man mit links schreibt bekommt man eine gute1./2. Klasse-Jungs-Schrift hin.

    Mein Mittlerer hat ein großes Problem mit den ständigen Wiederholungen, da hat das wenigstens ein wenig geholfen.

    Hallo Astridk,


    Ich werde, und das hat seinen Grund, nie mals das schreiben für ihn übernehmen. Zum einen ist die KLK so ganz und garnicht blöd und wird das merken. Zum zweiten kann ich das nicht wirklich besser#super. Zum dritten hat mein Schützling schon einmal beiläufig erwähnt bzw. gefragt warum er denn als einziger in seiner Klasse die Schulaufgaben(allgemein alles) selber machen muss, schließlich machen bei allen anderen ja die Eltern alles (bin ich naiv, wenn ich ihm nicht glaube?).


    Wenn ich beim HA-machen helfe, dann nur in soweit, dass ich Tips gebe, wie etwas zu lösen ist. Ich werde ab heute dann seine MatheHA bis zur nächsten Klassenarbeit machen(sofern es wiederholungen sind, also immer). Ich sage das Ergebniss, er schreibt. Bin gespannt, was passiert. Sehr gespannt.


    Ich wollte noch anmerken, das meine bessere hälfte für Deutsch besser geeignet ist. Es gab ein mal die Situation, da war er "mal wieder zu dumm"(seine Worte) zum HA machen. Es ging um Adjektive und Mama kam zum helfen, innerhalb von 1min. wurde aus dem "Ich bin zu dumm" eine Diskusion, warum er recht hat und Mama falsch liegt.(Er hatte recht, sagt sie). Wenn die beiden sich nicht ständig nur anschreien würden....(Normale gespräche gibts da nur selten)


    Lg

  • Da ich die Editierfunktion übers Handy noch nicht gefunden hab:


    Na immerhin war ich bei 4 Aufgaben schneller als er, ich wusste also das Ergebniss, bevor er es hinschrieb genau vier mal. #warte (Stress = 0, Spass hoch, Arbeitszeit = 4min.) :stupid:


    Lg

  • Jupp, hab ich auch schon empfohlen.


    Einer von vielen... ich kann die Schrift meines Sohnes so gut, dass da niemand was merkt.

    Meiner war echt selig, wenn ich ihm was abgenommen habe, dass er wirklich perfekt beherrscht hat.

    Wenn du nach dem Menschen suchst, der dein Leben verändert,
    Dann schaue in den Spiegel.