Beiträge von Kerstin Eggert

    Liebe Frau Eggert,


    ich muss sagen, dass mich ihre Antwort ein bisschen schockiert hat. Es ist sicher tatsächlich nicht leicht, aus der Ferne eine Empfehlung abzugeben und ich war ja auch über den Vorfall schockiert, aber als Fall für eine Beratungsstelle habe ich mich bislang ehrlich gesagt nicht gesehen.

    Liebe Hasenpfeffer,


    schön, dass sich die Lage entspannt hat und der erste Schock längst Vergangenheit ist. Es tut mir leid, dass meine Worte dich erschreckt hatten - das war natürlich nicht meine Absicht. Ich finde Beratungsstellen wunderbar, dort kann man (auf Wunsch auch anonym) oft unentgeltlich, schnell und kompetent Hilfe, Beratung und Information bekommen. Es gibt sie in der Regel nah am Wohnort und sie sind daher für viele Menschen eine praktikable Unterstützung.


    Vielleicht kannst du meine Antwort von damals statt dessen einfach als einen Vorschlag betrachten, den du inzwischen nicht mehr nötig hast?

    Guten Abend und entschuldige bitte, dass ich jetzt erst antworte (meine Benachrichtigung hatte nicht funktioniert), ich fürchte, die Beerdigung ist schon vorbei? Es tut mir sehr leid für euch und ich hoffe, ihr habt einen guten Abschied finden können.


    Generell finde ich die beiden Tipps für schwierige Themen und Gespräche hilfreich:


    1. Immer nur genau das beantworten, was das Kind fragt. Dann abwarten, ob eine weitere Frage kommt und genau die beantworten, aber keine zusätzlichen oder weiterführenden Erklärungen. Dann kann das Kind selbst regulieren, wieviel Informationen es wünscht - und verkraften mag. Und man selbst hat eine viel leichtere Aufgabe, weil es nur sehr konkrete Fragen sind.


    Und 2. darf ich immer sagen "das weiß ich nicht", "darüber möchte ich erst mal nachdenken, können wir morgen/am Wochenende/ ein andermal darüber sprechen?"


    Manchmal ist auch ein "was meinst du denn?" hilfreich, um zu ergründen, wieviel Input mein Kind gerade so haben mag oder welche Art Antwort vielleicht erwünscht ist, z.B. eher technische Fakten oder spirituelle Gedanken.



    Alles Gute für euch!

    Hallo Milane,


    das hört sich alles sehr anstrengend an bei dir. Es kann gut sein, dass deine Sorgen auch ein Ausdruck von Anstrengung sind, ein Warnsignal, dass es auch zu viel an Belastung sein kann.
    Wenn so viel zusammen kommt, bist du ja in einem Alarmzustand und kannst relativ wenig ändern. Dann kann es schon mal passieren, dass man sich wie ein Adler auf einzelne Themen stürzt, auch wenn die Anspannung eigentlich nicht dort herkommt.


    So wie du es beschreibst, scheint es mir sinnvoll, als nächstes mal bei dir zu schauen, was los ist. Dass du mit deiner Tochter bei der Kinderärztin warst, war ja ein wichtiger erster Schritt.


    Ich finde es auch wichtig zu schauen, wo und wie du dich entlasten kannst. Dass kann Alltagsaufgaben betreffen, vielleicht ist es aber sinnvoll, auch deine Ängste und Sorgen mal mit einer kompetenten Person anzusehen. Vielleicht magst du auch ein kleines Tagebuch führen - wann ist es besonders schlimm, wie geht es dir körperlich gerade, wie viel hast z.B. geschlafen, hattest du freie Zeit und hast du sie nutzen können und so weiter. Dann hast du schon einen Überblick und kannst erste Wege erkennen, was hilfreich sein könnte.


    Eine Anlaufstelle kann eine Beratungsstelle sein - schau mal unter www.dajeb.de was es in deiner Nähe gibt - oder natürlich auch andere Personen. Auch eine Psychotherapie kann in Frage kommen, je nachdem, was für dich im Moment wichtig ist.


    Alles Gute für dich!

    Liebe Hasenpfeffer,


    das ist ein schwieriges Thema und aus der Entfernung auch nur sehr schwer einzuschätzen. Deine Ratlosigkeit kann ich gut nachempfinden und möchte dir ans Herz legen, dir vor Ort Hilfe zu suchen. Das kann eine Erziehungsberatungsstelle sein oder ein anderer professioneller Ansprechpartner vor Ort. Wichtig finde ich, dass die ganze familiäre Situation betrachtet werden kann, was hier in diesem Rahmen so nicht möglich ist. Es geht ja nicht nur um die körperlichen Interessen und Aktivitäten deines Sohnes, es geht auch um euer gegenseitiges Vertrauen und die Art, wie ihr als Familie mit schwierigen Situationen umgeht. Möglicherweise ist die Lage gut und schnell zu entspannen, vielleicht steckt aber auch mehr dahinter und bedarf genauerer Klärung, neuer Absprachen und Regeln in der Familie oder anderes. Auch der Punkt des Vertrauens in der Familie - was bedeutet das und wie gehen wir damit um, was erwarte ich von dem anderen - ist allein schon ein sensibles Thema.


    Beratungsstellen in deiner Nähe findest du unter


    www.dajeb.de


    oder auch im Telefonbuch, Internet etc. Vielleicht ist es für dich hilfreich, erst mal deine eigenen Gedanken und Ängste dazu zu klären, für dich selbst zu sortieren, was du auf keinen Fall möchtest, die entsprecheden Maßnahmen umzusetzen (z.B. Handyzugriff?) und zu überlegen, was du selbst als Unterstützung brauchst. Wenn du dich selbst etwas zurecht gefunden hast, kannst du den kommenden Klärungen mit deinem Sohn hoffentlich auch wieder gelassener entgegensehen.



    Alles Gute für euch!

    Liebe Julbats,


    ich glaube, es ist schon fast alles gesagt worden :-) aber ich greife noch mal ein paar Punkte auf.


    Dein Sohn kann seine Ausscheidungen kontrollieren. Das ist was Tolles. Ob und aus welchen Gründen er sich entscheidet, nicht aufs Klo zu gehen - oder ob und aus welchen Gründen er das vielleicht gerade nicht kann - kann und möchte ich aus der Entfernung gar nicht erst spekulieren.


    Die erste Frage ist, ob du es medizinisch hast abklären lassen. Ich gehe eher nicht davon aus, dass es was damit zu tun hat, aber dennoch würde ich den Kinderarzt dazu befragen, ob es eine organische, infektiöse oder sonst wie medizinisch relevante Ursache geben könnte. Du sagtest ja, der Kinderarzt sehe das entspannt, also habt ihr vermutlich drüber gesprochen.


    Dann würde ich überlegen, was möglich ist. Für ihn und für dich. Wie lange kannst du z.B. noch mit Windeln leben, oder was wäre sonst für dich akzeptabel? Und was meinst du, kann dein Sohn im Moment an Kooperation leisten? Dass er nicht in die Hose macht, ist ja wahrscheinlich auch eine Art von Kooperation. Vielleicht ist das mit der Windel zur Zeit sein maximal mögliches Verhalten? Vielleicht geht aber auch noch eine andere Art von Kompromiss? Hast du ihn mal gefragt, was ggf. noch gehen könnte? Mit manchen Vierjährigen kann man so was auch schon mal besprechen. Oder vielleicht die Frage, wie lange er noch die Windel brauchen wird?


    Davon abgesehen finde ich die Überlegung, für dich selbst professionellen Rat (nicht nur hier im Forum) zu suchen, gar nicht schlecht. Wenn es einen (guten) Kinder- und Jugendpsychotherapeuten/-therapeutin in deiner Nähe gibt, wäre es bestimmt eine Art von Entlastung, dort mal ohne deinen Sohn hinzugehen und dich beraten zu lassen. Du kannst die Situation schildern, genau wie hier im Thread und Therapeutin oder Therapeut um eine Einschätzung bitten. Wenn es jemand gutes ist, wird das hilfreich sein. Gerade auch als Entlastung für dich. Um deinen Sohn mache ich mir gerade weniger Sorgen, aber vielleicht wäre es gut, einer Verfestigung der Lage entgegenzusteuern und das könnte ein Ansatz sein. Falls die Therapeutin dann wirklich deinen Sohn mal dazu kennenlernen will, ist es ja auch eine Möglichkeit, noch mal jemanden von außen einen Blick auf die Lage werfen zu lassen. Denn - falls es doch mit der Trennung oder etwas anderem zu tun hat - ist es ja um so besser, je eher es Hilfe gibt.


    Dann würde ich überlegen, was für dich in der gegenwärtigen Situation hilfreich sein kann. Ist es das Saubermachen, das stört? Wer könnte das - hin und wieder - übernehmen? Geht es ums Prinzip? Was steckt für dich dahinter? Ist es die - unnötige? - Arbeit? Geht es um etwas anderes? Was genau nervt dich daran? Immer nur für dich privat gefragt. Also ein wenig Forschungsarbeit für dich selbst an dir selbst, wo ist der entscheidende Punkt? Du sprichst Bequemlichkeit an und dass dich das manchmal sauer macht. Vielleicht kannst du für dich überlegen, ob da ein Ansatzpunkt ist? Wann darfst du mal bequem sein (abgesehen von der Windelfrage)? Wo ist deine Bequemlichkeit, wo kommt die vor im Alltag, wo darf sie vorkommen? Wo kannst du Bequemlichkeit bei anderen gut haben? Wo nicht?


    Und vielleicht wäre es eine Überlegung, ihm das Geschenk einfach so zu geben? Nur, um den Druck etwas zu verringern. Das Flugzeug ist jetzt möglicherweise eh schon zu aufgeladen, um noch entspannt entgegen genommen zu werden :-)


    Alles Gute für euch!

    Liebe Paulala,


    herzlich Willkommen im Forum!


    Erst mal auch von mir die Rückmeldung: du bist in einer wirklich nicht einfachen Situation und das schon seit mehr als 10 Monaten. Das ist eine lange Zeit und eine Schwangerschaft, Geburt und erste Zeit mit dem Baby - und das alles noch alleine - ist eine ziemliche Hausnummer. Da kommt fast jede an oder über ihre Grenzen.


    Um so wichtiger, sich Unterstützung zu suchen und das hast du auch gut gemacht. Ich denke, du hattest auch einfach Pech dabei. Um so wichtiger, dass du nicht nachläßt, sondern den nächsten Schritt angehst. Möglicherweise bist du einfach erschöpft und überfordert, vielleicht bist du aber auch in eine depressive Stimmung gerutscht, das kann gerade bei Überforderung leicht passieren und kommt häufiger vor.


    Ich greife mal gleich dein Beispiel auf. Auf jeden Fall würde ich versuchen, dass du gegessen und auch ausreichend getrunken hast (und auf dem Klo warst etc.), bevor du dein Kind ins Bett bringst. Denn dein Kind spürt wahrscheinlich deine Ungeduld - und dann fällt das Einschlafen noch viel schwerer, bis dass gar nichts mehr geht. Die Strategie "ich und meine Bedürfnisse kommen dran wenn das Kind (endlich) schläft" führt da leider eher in einen Teufelskreis. Also: essen, trinken, und dann möglichst ohne Druck Kind ins Bett bringen. Notfalls den Tagesablauf ein wenig umstrukturieren. Wenn dein Kind noch im Bett rumturnt, ist es vielleicht auch noch nicht schlafbereit? Vielleicht geht es eine halbe Stunde später besser? Oder auch eine halbe Stunde früher, vielleicht ist es schon "über den Punkt rüber"? Da hilft nur Ausprobieren und gut beobachten, sowohl das Kind als auch sich selbst. Was geht, was geht nicht? Wann wird es schwierig, wann wird deine Stimmung schlecht? Was hilft dir?


    Falls sich die Einschlafsituation auf diese Art nicht entschärft, würde ich auch schauen, ob es Alternativen gibt. Kind auf den Rücken binden wurde schon genannt, Spaziergang wäre auch eine Möglichkeit. Vielleicht ist das in-den-Schlaf-stillen auch gerade nicht optimal, vielleicht gibt es andere Einschlaf- und in-den-Schlaf-begleit-Routinen, die gerade für dich besser wären und die für dein Kind auch gut sind? Es geht ja nur darum, dass es euch beiden (!) gut geht und dafür kann es viele verschiedene Wege geben.


    Bei Wellcome würde ich Bescheid sagen, dass die Studentin nicht hilfreich war. Das kannst du einfach machen, das ist nicht petzen oder so. Du brauchst Unterstützung und sie war nicht hilfreich. Das ist für Wellcome auch eine wichtige Information. Vielleicht gibt es eine andere Möglichkeit, vielleicht braucht die Studentin eine klarere Ansage, was du brauchst und was nicht.


    Mit der Psychologin (?) (ich denke auch, es müsste wohl eine Psychiaterin gewesen sein, wenn sie dir Tabletten verschrieben hat) hast du wirklich Pech gehabt. Das war sehr unglücklich von ihr - aber lass dich nach Möglichkeit davon nicht entmutigen. Es gibt auch hilfreiche Therapeutinnen und wenn du erst mal einen Menschen gefunden hast, gibt es oft Empfehlungen, die dann weiter helfen, z.B. zu einer neuen Gynäkologin und so weiter.


    Psychotherapeutische Unterstützung finde ich jedenfalls einen ganz wichtigen Gedanken. Du kannst einfach im Telefonbuch schauen oder googeln, wer bei dir in der Nähe ist und anrufen, um einen Probetermin zu vereinbaren. Wenn du sagst, dass es dringend (!) ist, solltest du zumindest ein Erstgespräch bekommen können (wichtig: nach Kassenzulassung fragen, damit du nicht selbst bezahlen musst). Es gibt auch psychotherapeutische Ambulanzen, an die du dich wenden kannst.


    Und Beratungsstellen haben in der Regel kurzfristige Termine und können helfen, verschiedene Angebote auszuloten und zu schauen, was jetzt aktuell das richtige ist. Unter


    www.dajeb.de


    kannst du Postleitzahlen-geordnet nach Beratungsstellen suchen. Ich würde z.B. nach Frauen- und Familienberatungsstellen gucken. Einige Anlaufstellen für Berlin wurden ja auch schon genannt.


    Das vielleicht noch mal als Anregungen, vielleicht guckst du auch, in welche Richtung du dir vorstellen kannst, als nächstes aktiv zu werden. Es soll ja auch ein Schritt sein, der dich nicht überfordert. Melde dich gern wieder hier im Thread oder starte in den anderen Unterforen Threads, z.B. zur Einschlafsituation, zur Gyn-Suche oder was dir sonst gerade besonders wichtig ist. Die Raben haben fast immer wirklich gute Ideen.


    Alles Gute für euch!

    Hallo Timmama,


    ich möchte vorausschicken, dass deine Frage nicht so ganz sicher zu beantworten ist, weil ich dein Kind ja nicht sehen kann und somit nur aus dem Eindruck heraus antworte. Letztendlich finde ich es am allerwichtigsten, dass du deine Eindrücke gut sortierst und schaust
    - wie geht es ihm, nicht nur beim Abgeben, sondern gerade auch beim Abholen, welchen Gesichtsausdruck hat er, wie verhält er sich?
    - wie geht es dir, was macht dich zuversichtlich und gibt dir Vertrauen, dass dein Kind dort gut aufgehoben ist, was macht dir Angst oder Sorgen?
    - wie geht es den anderen Kindern dort, wie sehen sie aus, wie verhalten sie sich?


    Aber ich will dennoch versuchen, meinen Eindruck zu schildern, aber noch mal betonen, dass es nur ein Eindruck sein kann!


    Es hört sich so an, als wärest du sehr aufmerksam und achtest gut auf die Bedürfnisse deines Kindes. Das ist ja schon mal ganz wichtig und sehr viel wert. Denn wenn es aus irgendwelchen Gründen schief läuft, wirst du es sicher mitkriegen und kannst gegensteuern. Das ist schon mal eine große Sicherheit für deinen Sohn.


    Die Situation ist sicherlich nicht optimal, aber damit müssen sich zur Zeit ja sehr viele Familien rumschlagen und die meisten kommen doch irgendwie klar. Zum Glück sind gut versorgte Kinder ganz gut in der Lage, mit nicht-optimalen Bedingungen klar zu kommen und den einen oder anderen Verdruß auch mal wegzustecken. So schnell ist insbesondere die Bindung meist nicht in Gefahr.


    Vielleicht wäre es gut, noch mal mit der Erzieherin ein Gespräch zu führen, wie die restliche Eingewöhnung laufen kann. Die Erzieher haben ja auch ihre Vorstellungen und ihr Schema im Kopf, wie sie meinen, dass es am besten läuft. Und das ist vermutlich nicht identisch mit deinem. Und die nächste Zeit wird ja unruhig bleiben, so dass eine Abklärung, z.B. wieviel Flexibilität von beiden Seiten möglich ist, vielleicht etwas Verdruß erspart.


    Ganz wichtig finde ich nämlich, dass du den Erzieherinnen dort vertrauen kannst und deinen Sohn mit gutem Gefühl dort hinbringst. Hast du das nicht, spürt er das nämlich höchstwahrscheinlich, dafür haben die Kinder doch ganz enorme Antennen. Und dann wird er unsicher und das merkst du usw. Der Vergleich mit den Großeltern ist natürlich etwas schwierig, denn die kennt er vermutlich schon von Anfang an und vor allem wirst du da vermutlich ein sichereres Gefühl haben, selbst wenn er dort mal kurz unzufrieden oder unglücklich sein sollte. Diesen Status müssen die Erzieherinnen ja erst mal erreichen.


    Wenn dir wohler ist, bis zu den Ferien keine Trennungen mehr zu versuchen, würde ich das klar so sagen und fragen, ob die Erzieherinnen das mitmachen.


    Alles Gute für euch!

    Hallo schlaf-los,


    dein Sohn wird bald ein halbes Jahr alt und hat sich, wie du schreibst, gut entwickelt, das ist wunderbar.


    Grob geschätzt schlafen eigentlich (fast) alle kleinen Kinder nicht so, wie ihre Eltern es sich vorstellen. Ich weiß nicht genau, woher die Vorstellungen kommen, aber fast jeder scheint sie zu haben (ich auch, nebenbei bemerkt). Tatsächlich aber haben die kleinen (und größeren) Kinder fast immer andere Vorstellungen von der Sache.


    Wichtig zu wissen ist, dass Kinder allein oft Angst bekommen, dass sie in der Nähe ihrer Bezugspersonen besser aufgehoben sind, dass sie die Nähe brauchen und oft heftig verlangen. All das scheint ihr ja schon zu berücksichtigen und damit habt ihr ja auch die ersten Monate gut überstanden.


    Ich glaube nicht, dass sein derzeitiges Verhalten auf eine Störung durch die schwierigen ersten Wochen hindeutet. Da es zwischendurch ganz gut geklappt hat, vermute ich eher einen der berühmt-berüchtigten "Entwicklungssprünge", vielleicht auch ein Wachstumsschub. Vielleicht hat er gerade einen besonders hohen Nährstoffbedarf und deine Brust braucht ein paar Tage, um sich darauf einzustellen? (Dazu könntest du auch unsere Hebamme befragen, wenn du möchtest.)
    Vielleicht erlebt er auch gerade tagsüber sehr viel, oder nimmt mehr wahr als noch vor einer Weile und ist deshalb auch nachts mit neuen Eindrücken beschäftigt. Das kann auch mal beängstigend sein (Weinen! Nähe!) und wird mit liebevoller Gegenwart seiner Bezugspersonen wieder vergehen.


    Dass Schlafen etwas Schönes ist, wird er lernen, wenn ihr das Schlafen als etwas Schönes gestaltet, mit Nähe, Kuscheln und ohne Zwang. Dennoch wird er nicht immer dann und auf die Weise schlafen wollen, wie ihr das möchtet. Daher ist es gleichzeitig auch wichtig, auf die Bedürfnisse der Eltern zu achten und rechtzeitig nach neuen Wegen zu suchen. Eine Nacht lang die Brust komplett zum Nuckeln zur Verfügung zu stellen könnte eine Grenze sein, wo man auch als Mutter Selbstfürsorge ernst nehmen möchte (und vielleicht sogar mal einen Schnuller in Erwägung ziehen könnte, wenn sonst nichts hilft und die Phase gar zu lange dauert). Als übermüdete Mutter wird jeder Tag schwieriger als vielleicht nötig. Die Kunst, die Bedürfnisse der Familienmitglieder im Blick zu behalten (aller, auch die der Mutter) ist eine, die jede Familie immer neu üben kann. Patentrezepte sind dabei nach meiner Erfahrung wenig hilfreich, aber es gibt im Forum (Unterforum Schlafen ) eine Menge guter Ideen, die euch vielleicht unterstützen können, euren ganz eigenen Weg zu finden.


    Alles Gute für euch!

    Hallo anna_b,


    in deiner Beschreibung sehe ich keine Anzeichen für eine Bindungsstörung. Dass deine Tochter nicht immer begeistert auf die Trennungssituation im Kindergarten reagiert ist ja verständlich.


    Natürlich ist die Eingewöhnung in den Kindergarten und die erste Lösung vom vertrauten Umfeld etwas besonderes und nicht immer einfach. Eine Gefahr für die Bindung zwischen Eltern und Kind ist diese Situation nicht - es sei denn, diese Bindung war auch vorher schon zerbrechlich oder sehr gestört, wie es zum Glück aber nur sehr selten vorkommt.


    Schädlich ist, wenn die Bedürfnisse des Kindes systematisch oder völlig unvorhersagbar ignoriert oder abgewertet werden, wenn das Kind in eine dauerhafte und schwerwiegende Unsicherheit gerät und nicht mehr verlässlich auf seine Bezugspersonen bauen kann.


    Vermutlich nimmt sie deine Unsicherheit und vielleicht auch Unentschiedenheit wahr und möglicherweise gerät sie selbst auch in einen Konflikt zwischen dableiben wollen und sich nicht von dir trennen wollen. In diesem Fall wäre es hilfreich, wenn du für dich selbst klärst, wie wichtig es dir ist, dass sie regelmäßig in den Kindergarten geht, wie lange diese Zeit täglich sein soll etc. Wenn du das klar hast, kannst du deiner Tochter die Hilfestellung geben, die sie benötigt und ihr auch signalisieren, dass sie dort sicher ist und sich wohl fühlen kann. Sofern du das tatsächlich so siehst. Hast du dagegen Zweifel am Kindergarten oder den Erzieherinnen, wäre es der erste Schritt, diese zu klären und auszuräumen. Du wirst dich dann besser und sicherer fühlen und deine Tochter sich (da wette ich drauf) auch. Kinder fühlen sehr genau, wie klar ihre Bezugspersonen sind - oder eben nicht. Und Unsicherheit führt zu Unsicherheit - nur dass die Kinder dies in der Regel nicht rational klären können, sondern eben mit ihrem Verhalten die wesentlichen Fragen stellen, wie zum Beispiel "meinst du das wirklich ernst?" oder "bist du dir sicher, dass ich hier bleiben soll?"
    Die Antwort wiederum kommt ebenfalls über das Verhalten - deines nämlich. Wenn du ihr ruhig und freundlich hilfst, sich wieder zu beruhigen, ist die Antwort, die bei ihr ankommt "alles in Ordnung"


    Alles Gute für euch!

    Hallo tesha,


    ja, ich glaube wirklich, dass das normal ist. Vermutlich macht nicht jedes Kind diese Phase durch. Aber Sorgen machen würde ich mir an deiner Stelle wirklich nicht.


    Du bist ja für deine Tochter da, sie kann ihre Erfahrungen machen. Und natürlich sind manche Sachen auch unangenehm, für sie, für dich. Wie reagiert sie sonst in emotionalen Situationen? Ist sie sonst eher gelassen?


    Ich persönlich würde sie, solange sie noch in ihrem Schreck steckt, nicht zum Stillen (und auch sonst zu nichts) zu überreden versuchen, sondern möglichst ruhig abwarten, bis sie sich wieder beruhigt hat. Aber sicherlich werdet ihr euren persönlichen Weg finden.


    Alles Gute für Euch!

    Hallo anna_b,


    zu deiner Beschreibung fallen mir verschiedene Ansatzpunkte ein:


    Zum einen klingt es so, als wäre deine Tochter noch nicht sehr lange im Kindergarten, vielleicht sind es also Eingewöhnungsprobleme. Findet sie ähnliche Situationen auch schwierig, wenn ihr euch privat mit anderen Kindern trefft?


    Es könnte sein, dass sie schlicht überfordert ist und noch keine besseren Handlungsalternativen zur Verfügung hat. Da hilft geduldiges Vormachen und ggf. ganz kurze Tipps wie "gib du ihr ein anderes Spielzeug, vielleicht mag sie tauschen". Erklärungen sind oft noch eine Überforderung und erfordern einen Überblick, der in dem Moment gerade nicht vorhanden ist.


    Ebenso könnte es (ggf. auch zusätzlich) der Fall sein, dass sie in diesen Momenten (ggf. auch sehr plötzlich) hungrig, durstig oder müde geworden ist. Vielleicht beobachtest du sie eine Weile und schaust, ob dir Gemeinsamkeiten in den Situationen auffallen, z.B. immer kurz vor dem Mittag, immer wenn sie morgens besonders früh wach war oder anderes. Dann hilft natürlich, die Situation im Vorfeld möglichst schon zu entschärfen, etwas zu Essen und zu Trinken parat zu haben, bevor es eskaltiert etc.


    Die Abhol-Situation klingt mir sehr danach. Vielleicht hilft ein kleiner Snack vor dem Abschied, vielleicht ist aber auch die Situation insgesamt gerade zu viel. Ein kurzer, schneller Abschied könnte helfen, weniger Erklärungen vielleicht, ggf. auch ein früheres Abholen, früher am Tag und nicht erst kurz vor dem Schlafengehen, damit sie noch nicht zu müde ist.


    Wichtig scheint mir noch, dass du als Mutter die Verantwortung bei dir behältst. Sie als Tochter darf es doof finden, abgeholt zu werden, darf aber weder hauen noch sonst anderen weh tun. Manchmal hilft es, die Gefühle noch mal deutlich zu bennen, "Mensch, du siehst aber sauer/traurig/... aus, bist du ärgerlich/enttäuscht/..., dass wir jetzt nach Hause fahren?".


    Kinder entwickeln sich ja alle individuell in ihrem eigenen Tempo, da ist es schon möglich, dass andere in dieser Beziehung weiter sind, das macht gar nichts. Andererseits sieht man aber immer nur einen Ausschnitt und meist ist der eigene Blick wenig objektiv :) Wie oft hat sie denn im Kindergarten solche Konfliktsituationen? Wie oft - und auf welche Weise - greifen die Erzieherinnen ein?


    Vielleicht kannst du deinem Gefühl, dass deine Tochter sehr gut geraten
    ist, noch ein wenig mehr Raum geben. Allein das hilft oft schon sehr,
    denn je entspannter du bist, um so schneller lösen sich Probleme.
    Jedenfalls fast immer ;)


    Alles Gute für euch!

    Hallo Fenghuang,


    dies ist wieder eine Frage, zu der ich (an Deiner Stelle) auf jeden Fall auch die Rabengemeinschaft im Unterforum "Kinder" befragen würde. Gerade die Erfahrung anderer finde ich so hilfreich, derartige Alltagsszenen einzuordnen und einen Umgang damit zu finden, mit dem sich möglichst alle Beteiligten wohlfühlen!


    Aber dennoch will ich natürlich auch antworten, immerhin hast Du ja hier im Beratungsforum gefragt.


    Ich halte den Kloeters-Ansatz des "wer leidet mehr?" hier für hilfreich (für eine ausführlichere Darstellung des Kloeters-Konzepts siehe www.kloetersbriefe.de). Wenn Du Dir die Situationen, die ja anscheinend immer wieder auftreten, ansiehst - was meinst Du, wer leidet mehr?


    Euer Kind, was vermutlich zum einen den Frust des Vaters zu spüren bekommt, zum anderen immer wieder die Erfahrung machen muss, dass es eine Aufgabe nicht schafft, eine durch den Vater gesetzte Herausforderung nicht bewältigt?
    Der Vater des Kindes, der sein Vater-sein vielleicht in Frage gestellt sieht, wenn sein Kind nicht bewältigt, was er für schaffbar und erreichenswert hält?
    Oder Du selbst, die zusieht (?) oder vielleicht auch vermittelt, zwischen den anderen steht oder sich auf eine Seite geschlagen hat?


    Und wer würde mehr leiden, wenn sich etwas ändert? Was könnte sich ändern? Was meinst Du? Was ist realistisch?


    Einen passenden Text kann ich dazu aus dem Stehgreif auch nicht liefern, auch hier möchte ich Dir die Rabenerfahrung ans Herz legen - frag im Kinderforum nach, vielleicht hat jemand etwas passendes parat.


    Wenn Ihr ein gutes Verhältnis habt, könntest Du ihn auch mal fragen, wie er als Kind war - mutig oder zurückhaltend, losstürmend oder vorsichtig etc. - und wie seine wichtigen Bezugspersonen, Eltern, Geschwister, Freunde, Verwandte, ... damit umgegangen sind, was für ihn hilfreich war und so weiter.


    Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch Dein Verhalten, wie sehr kannst du die beiden lassen und darauf vertrauen, dass Vater und Kind es bei einem grundsätzlich guten Verhältnis schon irgendwie hinkriegen?

    Liebe Elsig,


    auch hier noch mal herzliche Glückwünsche zur Geburt!


    Ich kopiere noch einmal meine Anmerkungen aus deinem anderen Thread hier her:
    Säuglinge haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie ihren Tag gestalten und es ist kaum vorhersagbar, wann und wie sich ein Rhythmus entwickelt. Und wie lange er so bleibt wie er gerade ist. Je sicherer du dich als Mutter fühlst - und das kommt mit jedem Tag ein Stückchen mehr! - umso leichter wird es. Deine Tochter spürt, ob du entspannt bist. Die Frage ist also, wie kannst du euren Tagesablauf gestalten, so dass du dich möglichst sicher und entspannt fühlst. Wenn dir feste Tagesabläufe helfen, zum Beispiel jeden Vormittag spazierengehen, dann ist das gut. Fühlst du dich wohler damit, erst mal zu gucken was der Tag bringt und dann zu entscheiden, dann ist das genauso gut. Nimm dir viel Zeit, auch mal etwas auszuprobieren. Wenn es für dich oder deine Tochter zu viel wird, wirst du es merken. Wichtig
    ist auch, immer wieder drauf zu achten, was du für dein Wohlergehen brauchst - wie viel Ruhe, wie viel Sozialkontakte, wie viele Mahlzeiten und so weiter. Gerade die ganz grundlegenden Dinge wie Essen, Trinken, ein bisschen mit anderen Menschen sprechen können schon sehr viel dazu beitragen, im neuen Leben als Mutter anzukommen. Wie viel du davon brauchst, kann dir natürlich niemand sagen, da hilft nur ausprobieren, es ändert sich ja auch im Laufe der Zeit.


    Das, was du gerade erlebst, ist insofern "normal", als dass es oft ganz anders kommt als erwartet! Und dass es Zeit braucht, bis ihr euch aneinander gewöhnt habt. Ein Baby hat viele und sehr dringende Bedürfnisse, aber Mütter haben auch Bedürfnisse, manche davon auch dringend. Sich da zurecht zu finden, ein Gefühl dafür zu bekommen, was als nächstes "dran" sein wird, wo Luft ist für dies oder das - das braucht einfach Zeit und Übung. Mit der Sicherheit kommt dann die Entspannung und es wird leichter.


    Alles Gute für euch!

    Liebe Elsig,


    als allererstes ganz herzliche Glückwünsche zur Geburt eurer kleinen Tochter!


    Das, was du gerade erlebst, ist insofern "normal", als dass es oft ganz anders kommt als erwartet. Und die Umstellung ist ohnehin ja schon riesig und oft auch ganz anders als gedacht. Kommen dann noch die eigenen Erwartungen oder die von anderen dazu, wird es auch nicht einfacher.


    Die körperliche und psychische Umstellung nach der Geburt braucht seine Zeit und je besser du für dich sorgen kannst, dir nach Möglichkeit auch Hilfe und Unterstützung geben läßt, um so besser. In den meisten Fällen findet sich nach einigen Wochen, manchmal auch erst nach den ersten Monaten, ein neues Gleichgewicht. Ein neuer Tagesrhythmus trägt natürlich dazu bei, wobei manche Babys da auch sehr individuell und wandlungsfähig sind, so dass es auch immer wieder Überraschungen geben kann.


    Wenn du allerdings das Gefühl hast, dass dir alles zu viel wird oder du dich gefühlsmäßig in einem Loch wiederfindest, aus dem du nicht herauskommst, ist es wichtig, dass du dir schnell Hilfe holst. Eine erste Ansprechpartnerin kann deine Hebamme oder Frauenärztin sein, wichtig ist, dass du zu diesem Menschen Vertrauen haben kannst. Eine Depression nach der Geburt ist nicht so selten und kann jede treffen. Wichtig ist, sich nicht immer weiter zu schleppen und darauf zu warten, dass es von allein vergeht, sondern sich schnell gute und fachliche Unterstützung zu holen!


    Oft kommen die Glücksgefühle nach einer Weile doch noch, wenn die
    Anspannung etwas nachläßt. Aber nicht bei jedem. Das heißt nicht, dass
    es dann keine stabile und gute Mutter-Kind-Beziehung gibt, es dauert nur
    vielleicht etwas länger und läuft etwas anders als gedacht.


    Ich werde es gleich auch drüben bei deiner anderen Frage schreiben:
    Säuglinge haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie ihren Tag gestalten und es ist kaum vorhersagbar, wann und wie sich ein Rhythmus entwickelt. Und wie lange er so bleibt wie er gerade ist.
    Je sicherer du dich als Mutter fühlst - und das kommt mit jedem Tag ein Stückchen mehr! - umso leichter wird es. Deine Tochter spürt, ob du entspannt bist. Die Frage ist also, wie kannst du euren Tagesablauf gestalten, so dass du dich möglichst sicher und entspannt fühlst. Wenn dir feste Tagesabläufe helfen, zum Beispiel jeden Vormittag spazierengehen, dann ist das gut. Fühlst du dich wohler damit, erst mal zu gucken was der Tag bringt und dann zu entscheiden, dann ist das genauso gut. Nimm dir viel Zeit, auch mal etwas auszuprobieren. Wenn es für dich oder deine Tochter zu viel wird, wirst du es merken. Wichtig ist auch, immer wieder drauf zu achten, was du für dein Wohlergehen brauchst - wie viel Ruhe, wie viel Sozialkontakte, wie viele Mahlzeiten und so weiter. Gerade die ganz grundlegenden Dinge wie Essen, Trinken, ein bisschen mit anderen Menschen sprechen können schon sehr viel dazu beitragen, im neuen Leben als Mutter anzukommen. Wie viel du davon brauchst, kann dir natürlich niemand sagen, da hilft nur ausprobieren, es ändert sich ja auch im Laufe der Zeit.



    Alles Gute für euch!

    Hallo Racker,


    ja, das hört sich anstrengend an.
    Ich schätze, Du bist auf dem richtigen Weg, auszuprobieren was geht, Dich nicht verrückt zu machen, so gelassen wir möglich zu bleiben... 10 Wochen ist ja noch sehr frisch, vielleicht ist er noch dabei, in der Welt anzukommen.
    Liegt vielleicht auch eine (leichte?) Reflux-Problematik vor? Auch die kann auf dem Rücken sehr unangenehm sein. Vielleicht ist es nachts auch einfach zu still und zu unbewegt? Allein und verlassen zu sein ist nun mal das Schlimmste für so ein kleines Kind und wenn es dunkel und still ist liegt der Verdacht nahe und kann nur zerstreut werden, indem man Rettung herbeiruft?


    Aus Expertensicht kann ich auch anfügen, dass mich die Studien zur Gefährlichkeit der Bauchlage nicht überzeugt haben. Als Mutter war ich da aber dennoch vorsichtig und lange in Zwiespalt.


    Kennst Du das Buch "Schlafen und Wachen " von Sears? Oder das "24-Stunden-Baby "? Beide finde ich sehr hilfreich.


    Für Tipps von anderen Userinnen kannst Du auch gern noch einen Thread im Schlafen-Unterforum starten, dort wirst Du noch mehr Antworten bekommen als hier im Expertenforum. Verbindlich sagen, wie lange es dauert oder was mit Sicherheit hilft damit er nachts schläft kann allerdings wohl keiner. Jedes Baby ist anders, jede Mutter natürlich auch, alles muss sich finden. Es wird besser werden, ganz sicher. Aber gewiss ist wohl nur, je gelassener Du bleibst, umso besser. Denn ein Baby spürt natürlich sehr genau, wenn seine Mutter angespannt ist und das macht die Lage nicht besser. Daher finde ich Deinen Weg des Suchens und Ausprobierens genau richtig und wünsche Dir und Euch alles Gute und - trotz allem - erholsame Nächte.

    Hallo Kadi1984,


    du hast ja schon gute und hilfreiche Antworten bekommen.



    Ein paar Argumente und weiterführende Hinweise auf wissenschaftliche Untersuchungen findest du z.B. hier


    http://www.heilpaedagogik-info…f-ein-kind-fernsehen.html
    http://www.sueddeutsche.de/wis…ieselung-schadet-1.597873
    http://sciencev1.orf.at/science/news/110338



    Besonders schwierig finde ich an eurer Situation, dass ihr es ja beide gut meint und "richtig" machen wollt. Nur geht die Auffassung, was gut ist und was nicht, auseinander. Diese Erfahrungen machen, glaube ich, alle Eltern früher oder später. Vielleicht ist die wichtigste Aufgabe dabei auch, respektvoll mit der jeweils anderen Meinung umzugehen?

    Liebe Katharina,


    manche Säuglinge brauchen eine Menge. Liebe, Zuwendung, körperliche Nähe, Stillen. Rund um die Uhr. Deine Tochter scheint eine davon zu sein und sie hat Glück dass sie eine Mutter hat, die ihr da liebevoll entgegen kommen kann. Das ist so unglaublich viel wert, auch wenn es manchmal so anstrengend ist.


    Die gute Nachricht: es kommen auch wieder andere Zeiten, in denen es leichter wird, die Bedürfnisse deiner Tochter zu befriedigen.


    Die schlechte Nachricht: es kann eventuell noch eine Weile dauern. Wie lange es dauert, kann ich dir leider nicht sagen, aber vielleicht ein paar Hinweise geben.


    Aus Deiner Frage lese ich, dass Du ganz viel geleistet hast, solange Deine Tochter noch ganz klein war. Das ist wunderbar. Wichtig ist aber auch, dass Deine eigenen Bedürfnisse nicht völlig untergehen. Eine Weile lang kann man das vielleicht noch abpuffern, aber irgendwann nicht mehr. Jedenfalls nicht immer. Daher möchte ich Dir Mut machen, weiterhin gut auf die Bedürfnisse Deiner Tochter zu achten - aber gleichzeitig auch auf Deine eigenen Bedürfnisse zu achten. Was brauchst DU am dringendsten?


    Schaffst Du es so wie es gerade ist noch ganz gut und hast nicht das Gefühl, unterzugehen? Dann ist alles in Ordnung und irgendwann kommt der Tag, wo Deine Tochter ohne zu Stillen einschläft, vielleicht nachts nur noch ein oder zweimal wach wird oder auf andere Weise signalisiert, dass sie jetzt etwas weniger von Dir braucht.


    Oft ist es so, dass die Kraft nicht ausreicht, um gelassen und fröhlich auf diesen Tag zu warten. Statt dessen kommt vielleicht die Erkenntnis "ich brauche Schlaf! Und zwar mehr als drei Stunden am Stück!" Nur so als Beispiel. Wenn Du ein dringendes Bedürfnis bei Dir selbst wahrnimmst und dieses mit den Bedürfnissen Deiner Tochter zu kollidieren scheint, ist es meiner Meinung nach an der Zeit, Kreativität walten zu lassen:
    Auf welche Art können BEIDE Bedürfnisse einigermaßen befriedigt werden? Was ist für Dich das absolute Mininimum um noch Monate oder sogar Jahre gut weiter machen zu können ohne in Genervtheit und Erschöpfung zu rutschen?
    Worin diese Veränderung bestehen kann, ist so individuell. Wahrscheinlich verändert es sich im Laufe der Zeit immer wieder. Es ist ok, ein bisschen herumzuprobieren. Ich zum Beispiel musste feststellen, dass ich gar nicht schlafen KONNTE wenn ich mal "Zeit für mich" hatte.


    Viele gute Tipps und Ideen findest Du übrigens auf unserer Webseite, zum Thema Stillen und Schlafen, gerade auch bei den Erfahrungsberichten der Rabeneltern. 
    Und ein schönes Buch zum Thema - finde ich - ist von William Sears "Das 24-Stunden-Baby: Kinder mit starken Bedürfnissen verstehen" Du findest es auch in unserer Bibliothek



    Habe ich Deine Fragen damit beantwortet?


    Zitat

    Wie lernt sie schlafen und sich zu beruhigen ohne, dass sie schreien
    muss? Soll ich einfach so weiter machen und warten bis sie von alleine
    die brust nicht mehr will? Wenn ja wie lange kann das dauern? Oder kann
    sie schon mehr als sie oder ich glauben? Aber wie finde ich das raus?

    Ja, ich glaube, Du kannst so weitermachen und sie wird es lernen. Aber achte darauf, ob Du es wirklich kannst - denn eine zufriedene Mutter ist für das Wohlbefinden ihres Kindes auch nicht unwichtig ;) und für ihr eigenes Wohlbefinden geradezu unerläßlich #ja Ob Deine Tochter schon mehr kann als sie zur Zeit zeigt findest Du dann auch ganz bestimmt raus.


    Alles Gute für Euch!

    Hallo anna_b,


    Katinkis Gedanken finde ich sehr schlüssig und auch die Frage nach dem Snack ging mir durch den Kopf.


    Es ist für euch alle gerade eine ziemliche Umstellung und sicher nicht einfach. Vielleicht gehst du auch in Gedanken noch einmal die Anforderungen durch, die im Moment an euch gestellt sind und schaust, ob es Bereiche gibt, in denen du selbst und deine Tochter mal eine Weile lockerlassen könnt. Die Zeit kann mit sehr viel Erholung, Spiel, Spaß und Kuscheln gefüllt werden so gut es eben geht. Denn je angespannter du bist, um so angespannter wird auch deine Tochter sein und das kann sich dann sehr hochschaukeln, was schade ist.


    Vielleicht könnt ihr eine klare Struktur des unbedingt nötigen finden und dieses dann auch nicht täglich verhandeln, sondern freundlich durchsetzen? Es kann auch sein, dass allzuviel Mitbestimmung deine Tochter zusätzlich unter Stress setzt, weil Wählen können/dürfen/müssen auch anstrengend ist. Vielleicht hilft es auch, einen Plan zu zeichnen, an dem deine Tochter erkennen kann, wer an welchem Tag zuständig ist. Oder ein bestimmtes Ritual welches morgens und abends Platz läßt für etwas, was euch beiden gut tut. Das kann die Vorlesegeschichte am Abend sein, ein gemeinsamer Kakao am Morgen oder etwas ganz anderes, hauptsache, es ist jeden Tag verläßlich eingebaut.


    Und dann hilft vermutlich vor allem Geduld und langer Atem. Vielleicht dauert es ein halbes Jahr, bis sich ein neues System eingespielt hat?


    Alles Gute für Euch!

    Hallo Helimami,

    Hallo liebe Raben!

    Hallo! (Kleine Frage vorweg: dir ist bewusst, dass du die Frage im Beratungsforum gestellt hast und nicht im allgemeinen Forumsbereich? Hier wirst du auch Antworten von anderen Forumsteilnehmern bekommen, aber nicht so viele, weil dieses Unterforum nur bestimmte Öffnungszeiten hat. Dafür bekommst du hier unseren Expertenrat :) Du kannst die Frage übrigens problemlos noch ein zweites mal im Kinder-Unterforum stellen, wenn du möchtest.)


    Insgesamt stellst du die Situation bei der Tagesmutter und vorher/ hinterher sehr schön und einfühlsam dar und es hört sich sehr gut durchdacht und sorgfältig vorbereitet an.


    Aber was mir auffällt: weil dein Sohn beim Abgeben bei der TM weint, stellst du dieses schöne Konzept sehr in Frage. Guck mal:


    und zerreißt mir jedes Mal das Herz. Mal schlimmer, mal weniger schlimm. Ich weiß nicht wie ich das werten und einordnen soll. Es macht mich fertig. Uns es wird einfach nicht besser!

    Wie soll ich nur damit umgehen? Jeden morgen fahre ich mit zusammengekrampftem Herzen da weg...

    Ich bin langsam echt tief verunsichert und traurig und zweifle natürlich wieder die Richtigkeit von allem an was wir da mit unserem Kind machen. Sollte er nur zuhause betreut werden? Aber von wem? Ist er noch zu jung für eine Betreuung? Hat die Eingewöhnung vor fast 10 Monaten oder die Bindung an die TM doch nicht so gut funktioniert?

    Hat ja aber leider nicht funktioniert :-/

    Mir ist auch erst nach dem Schreiben noch bewusst geworden, dass er auch nach dem Abholen öfter echt seelischen Stress hat. Abholen und heimfahren (ist nur ein paar Straßen weit) ist problemlos und fröhlich, aber kaum sind wir daheim brennen alle Sicherungen durch. Er haut auch oft nach mir, will dies und das - wenn er es hat will er es wieder nicht. Will auf den Arm, stößt mich aber immer wieder weg usw...

    Irgendwie ist das alles sehr ausweglos :-(

    Fällt dir was auf?


    Dem gegenüber steht ein Kind, dass sich anscheinend bei der Tagesmutter wohl fühlt, dass sich dort schnell beruhigt, sich gut eingelebt hat. Und das ja doch schon seit einer längeren Zeit und an den jeweiligen Tagen für einige Stunden. Wenn es wirklich so verkehrt wäre wie es dir anscheinend vorkommt, dann wäre er in der Zeit bei der Tagesmutter sicherlich nicht so zufrieden und gut gelaunt.

    Zitat

    Sie vermutet, dass der Zwerg das Weinen
    als sein "Abschiedsritual" braucht. Aber sie sagt auch, dass sie das so
    noch nicht hatte, dass ein Kind so lange an so einem Ritual festhält,
    wenn doch sonst alles während der Betreuungszeit völlig unauffällig ist.

    Ich vermute eher, dass er deine Anspannung vor dem Abgeben spürt und deshalb selbst in Anspannung gerät. Kinder sind unglaublich sensibel was Besorgnis, Anspannung, Unsicherheit bei Erwachsenen angeht. Und natürlich am aller sensibelsten bei den eigenen Eltern. Er kriegt das sicher mit, dass du unsicher und angespannt bist. Und wird es auch. Denn deine Sicherheit signalisiert ihm "alles ok" (z.B. wenn du ihn bei den Großeltern läßt) und umgekehrt gibt deine Anspannung ihm das Zeichen "Achtung! Gefahr!" Das bringt ihn auch in Spannung. Wenn er sich bei der Tagesmutter wohl und sicher fühlt (und so klingt es ja), dann ist das mit kurz weinen schnell wieder vorbei, Weinen ist auch eine gute Methode, Spannung loszuwerden und dann scheint er sich ja wieder sicher zu fühlen.
    Somit wäre mein Ansatz nicht bei deinem Sohn, nicht was fehlt ihm, was braucht er, ... sondern bei DIR. Was fehlt DIR, was brauchst DU um dich sicherer und vertrauensvoller zu fühlen. Derzeit erwartest du glaube ich von deinem Sohn das entscheidende Signal "alles ok" um dich zu entspannen. Und das kann er dir natürlich nicht geben, denn er braucht ja gerade genau dieses Signal von dir. :) 
    Und falls dieser Ansatz dich nicht weiterbringt und dir auch sonst nichts mehr einfällt: so wie sich die Situation liest, geht es ihm dort gut, er ist sicher und zuverlässig betreut, er hat eine gute und stabile Situation.


    Auch wenn er nach dem Abholen nicht 100%ig pflegeleicht ist. Es war ja auch ein langer Tag für ihn, vielleicht ist er dann auch mal groggy - oder vielleicht überträgt sich auch wieder Anspannung, denn vermutlich wirst du ihn nach dem Abholen auch sehr genau beobachten, um zu überprüfen, ob ihm nichts fehlt. Auch das kann wieder genau die Anspannung hervorrufen. Achte doch mal darauf.


    Und, abschließend, finde ich eigentlich, dass er es auch doof finden darf, abgegeben zu werden. Wenn er sich schnell beruhigt und alle Anzeichen dafür sprechen, dass es ihm dort gut geht - warum sollte er nicht dennoch die Trennung von dir blöd finden? Ich finde, das ist irgendwie doch auch verständlich und sein gutes Recht? Und doch bedeutet es nicht, dass ihm etwas fehlt oder es ihm schlecht geht.


    Alles Gute für euch!