Beiträge von Eva

    Hmpf, tja, der Container ... das Gemeine ist, der geheimnisvolle Altkleidercontainerauskenner, dessen Telefonnummer mir mein Mann noch besorgt hatte, hat sogar zurückgerufen, leider nur einmal und zwar, als ich nicht da war. Nach all dem Hickhack habe ich mich aber nicht mehr getraut, den blöden Container einfach selbst aufzumachen, ganz zu schweigen davon, dass ich davon ausgehe, dass er inzwischen sowieso schon mindestens zweimal geleert wurde. Also habe ich jetzt ganz unspektakulär bei der Bank eine neue EC-Karte beantragt. Bei der Gelegenheit habe ich auch noch festgestellt, dass ich einen neuen Personalausweis brauche, jedenfalls, wenn ich zu Pfingsten nach Malta will und dass der Kinderausweis vom Herrn Sohn bereits nach 5 Jahren abläuft und der deshalb auch einen neuen braucht, wenn er mitsoll (und das soll er natürlich). Das Gute ist, bei uns im Rathaus kann man quasi direkt neben dem Schreibtisch der Mitarbeiter mit den Antragsformularen vom freundlichen Computer ein biometrisches Passbild machen lassen für recht wenig Geld. Dafür, dass ich darauf sowieso blöd und wie mindestens hundert aussehe, spare ich mir wenigstens einmal Rumgerenne und dann doch wieder vergessen oder versehentlich irgendwo reinschmeißen.

    Nebenbei hat das Kind sich nach Weihnachten / Silvester eine amtliche Lungenentzündung eingehandelt, an der wir jetzt herumdoktern, zum Glück wird es langsam besser. Über dem Gedöns ist mir dann ehrlich gesagt auch ein wenig die Puste ausgegangen, an der immer aussichtsloser werdenden Mission Altkleidercontainer weiter zu basteln. Trotzdem gebe ich zu, dass es sehr unbefriedigend ist, dass das nach der ganzen Bein-Ausreißerei jetzt so banal langweilig endet ... (und dass ich mich nicht einfach ganz zu Anfang aufgerafft und getraut habe, in einer Nacht- und Nebelaktion den Bolzenschneider zu aktivieren #hmpf)

    Puh, jetzt habe ich einen ellenlangen Beitrag geschrieben, auf eine falsche Taste gedrückt und nun ist alles weg (passt ja auch zum Thema verpeilt). Nun gut, auf ein Neues, etwas kürzer vielleicht. Ich wollte ja nochmal ein Update im Portemonnaie-Drama geben. Es gab nach diversen Telefonaten jedenfalls einen zumindest für mich spektakulären Höhepunkt, dem dann leider völlig unspektakulär die Luft entwichen ist, und das kam so: ich war inzwischen wild entschlossen, dem blöden Container tatsächlich mit einem Bolzenschneider zu Leibe zu rücken. Darüber habe ich mit meinem Mann gesprochen, der allerdings (leider oder zum Glück, je nachdem) viel vernünftiger ist als ich und versucht hat, mich zu überzeugen, dass ich erstens, wenn ich erwischt werde (was sehr wahrscheinlich ist), noch viel mehr Ärger am Hals hängen habe als sowieso schon und zweitens aus diesem Grund auch keinen unschuldigen, hilfsbereiten potentiellen Bolzenschneiderbesitzer mit hineinziehen sollte. Na gut, habe ich auf seinen Rat gehört und stattdessen die Polizei angerufen. Und jetzt kommt der Höhepunkt: Der Polizist war nett und hat sich als echter Freund und Helfer erwiesen und mir empfohlen, mir einen Bolzenschneider zu besorgen!!! (Also nicht, dass ich alleine auf eigene Faust und so ... , aber der hatte gute Ideen, wie ich an mein Zeugs kommen könnte) Ich habe also Hurra geschrieen und mich sofort auf den Weg zum Baumarkt meines Vertrauens gemacht. Tja, und während ich noch unterwegs war, kam dann der Anruf, der meinen Tatendrang ganz unspektakulär verpuffen ließ, weil der Polizist nämlich seinen Vorgesetzten befragt hat, und der hat dann zwar bedauert, aber trotzdem festgestellt, dass wir leider den Container nicht öffnen können dürfen.

    Na ja, ich warte jetzt noch 2 Tage auf einen Rückruf von einem weiteren Altkleidercontainerauskenner der Region, dessen Kontaktdaten mein Mann in der Zwischenzeit noch aufgetrieben hat. Danach werde ich wohl, wenn kein Wunder passiert, wohl doch endlich eine neue EC-Karte bestellen müssen. Immerhin habe ich jetzt eine Menge netter Telefonkontakte mit wildfremden Leuten gehabt und festgestellt, dass ich es ganz überwiegend mit freundlichen, hilfsbereiten Menschen zu tun hatte. Also ohne Witz, das hat mich ernsthaft getröstet bei der ganzen Aktion. Also, falls sich noch etwas ergibt, werde ich natürlich weiter berichten!


    PS. Unsere Nachbarn haben uns aus Peru ein nettes Urlaubsmitbringsel-Paket mitgebracht, da war u. a. so eine Art Trekking-Geldbörse drin. Mein Sohn meinte: "Mama, das ist ein Zeichen, dass du dringend ein neues Portemonnaie brauchst. Nimm doch erstmal dieses."

    Hallo zusammen, ich wünsche erstmal frohe Weihnachten gehabt zu haben ... also die Kurzfassung: Ich habe erstmal meine Karte sperren lassen, aber noch keine neue bestellt, weil ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben habe ...


    Die etwas längere Fassung: Ich habe tatsächlich jemanden bei der Entsorgungsfirma erreicht, der kompetent und für mein Empfinden sehr vernünftig war. Die Kompetenz äusserte sich dadurch, dass er mir endlich eindeutig sagen konnte, 1. wem alles der Container eindeutig nicht gehört, (seiner Firma leider auch nicht) und 2. wem das Grundstück, auf dem er steht, eindeutig gehört (das wussten nicht einmal die Leute bei der Stadt). Sehr vernünftig und überaus sympathisch fand ich ihn, weil sein Rat, den er mir gegeben hat, lautete: "Nein nein, nicht Schneidbrenner!"

    ...

    ...

    ...

    "Nehmen sie nen anständigen Bolzenschneider, das reicht!"


    (Also der Form halber hat er mir empfohlen, die Gesellschaft, die Grundstückseigentümer ist, vorsichtshalber noch zu kontaktieren.) Das habe ich auch getan, war ein ziemlich s hwieriges Untrfangen, da vor Weihnachten überhaupt jemanden zu erreichen. Als ich das dann geschafft hatte, hat man mir erzählt, dass für die Aufstellung irgendwelcher Container auf ihren Grundstücken der Architekt zuständig sei. Ach so. Der war allerdings vor Weihnachten nicht erreichbar, weil immer bei Aussenterminen (wahrscheinlich Designplaketten auf toll aufgestellte Papiertonnen kleben oder so).

    Weil es da nicht so recht vorwärts ging und die Container eh zu 99% illegal da stehen, habe ich dann auch noch das Ordnungsamt angerufen, die haben dann kein Klischee er füllt: der Mitarbeiter war 1. erreichbar, 2. freundlich und mitfühlend und hilfsbereit, 3. vernünftig, pragmatisch und unbürokratisch (Bolzenschneiderempfehlung!) Und 4. relativ uninteressiert und wenig pingelig, wenn es um Pillepalle-Ordnungswidrigkeiten geht.

    Dann war Weihnachten, mit bis dahin total aufgedrehtem ADS-Sohn, krankem Opa (mein Schwiegervater, lieb, aber anstrengend), leicht verstimmter Opa-Lebensgefährtin und aufgrund der ADS-Auswirkungen beim Kind deprimierten Oma (meine Mutter, hrzenslieb, aber total überfordert mit dem Enkel, den sie nicht sehr oft sieht), hustendem, migränegeplagtem Mann und dazwischen ich. Uff.

    Ach ja, gestern habe ich den Architektn erreicht, der weiss erwartungsgmäss von nix. Jetzt bleibt mir nur noch Polizei oder doch Bolzenschneider, würde ich sagen. Ich rege mich nicht mehr auf (Weihnachten hat mich in dieser Hinsicht ohnehin gründlich kuriert) und freue mich, dass ich wenigstens einige ausgesprochen nette Gespräche mit angenehmen Leuten hatte. Ausserdem suche ich jezt noch eine Gelegenheit, um Star Wars zu gucken und mich zu betrinken (Silvester geht nicht, da ist mein Kind ja dabei).


    Ich werde dann über das Endergebnis berichten.


    LG allerseits, Eva

    So, ich kann noch mal ein kurzes Update geben: nach langem Hin und Her habe ich nun zu 99,9 % herausgefunden, wer den Altkleidercontainer aufgestellt hat, nachdem weder der Marktleiter noch die Stadtverwaltung irgendwas dazu wussten. 100% sicher bin ich natürlich erst, wenn ich in dem Unternehmen jemanden erreiche, aber immerhin scheint es überhaupt jemanden zu geben, der zuständig ist. Gestern Abend nach gefühlten 100 Telefongesprächen mit lauter Menschen, die alle irgendwie nicht zuständig waren und dementsprechend von nix wussten, war ich schon so weit, dass ich mir am liebsten im Baumarkt einen Schneidbrenner geliehen und Fakten geschaffen hätte. Nach Zügelung meiner kriminellen Energie und Rumgesuche in Abfallfibel und Internet aber dann heute Morgen immerhin ein Teilerfolg! #applausJetzt muss nur noch einer erreichbar sein und mir idealerweise den Container legal öffnen!

    Ach danke, dass ihr euch so viele Gedanken um mich und mein Zeugs macht, das finde ich echt lieb von euch. Ich habe gerade beim DRK angerufen (denen gehört der Container anscheinend), aber da ist erst ab 17.00 Uhr jemand erreichbar, der für unser Dorf hier zuständig ist. Also nochmal eine Runde warten. Reinklettern ginge rein technisch zum Glück schon gar nicht, es sei denn, man ist eine Maus oder so. Ich hoffe ja auch, dass ich jemanden erreiche, der mir die Sachen da wieder rausfischen kann oder mich fischen lässt). Aber ich finde, die Geschichte hat schon mindestens einen goldenen Deppenorden am Bande mit Troddel für mich verdient. #dance

    Ach ja, um die ganze Sache noch abzurunden: als ich dann wieder auf dem Heimweg war, ist mir aufgefallen, dass der Schreibwarenladen unerklärlicherweise immer noch aufhatte. Beim Blick auf die Uhr habe ich dann gemerkt, dass ich zuvor zuhause auf den einzigen Wecker geschaut hatte, der noch Sommerzeit anzeigt. Die ganze Hetzerei war also von vorneherein völlig überflüssig.

    Tja, im Dezember ist es eben schon um 17.00 Uhr stockduster. Ist jedes Jahr so und doch immer wieder überraschend. Und Weihnachten kommt auch immer so plötzlich.#hammer#hammer#hammer

    Ich glaube, heute habe ich vorläufig den Vogel abgeschossen in punkto Verpeiltheit. Erst fing es ganz harmlos damit an, dass ich für meinen Sohn noch mal eben schnell ein Geodreieck für die Schule besorgen wollte. Na ja, " mal eben schnell" ist bei mir leider höchst verdächtig, dass das nur in die Botz gehen kann ... jedenfalls mit meiner Freundin telefoniert, sie hat mich gebeten, für ihren Sohn gleich eins mitzubringen. Kein Problem, jederzeit gerne, beim Erzählen merke ich dann, es wird langsam dunkel. Ich schaue auf die Uhr, erschrecke, 17.50 Uhr, um 18.00 Uhr schliesst das Schreibwarengeschäft, also in Windeseile in Schuhe und Jacke gesprungen und losgerast. Beim Rausgehen schnell noch an der Tür den Beutel mit 2 alten Jogginghosen für den Altkleidercontainer geschnappt (wenn ich einen Aufräumanfall habe, muss ich ihn nutzen, solange er anhält, sonst fliegen die alten Sachen nächstes Jahr um die Zeit nämlich immer noch in der Wohnung rum).


    Runter in den Laden gehetzt, noch kurz vor knapp zwei prachtvolle Geodreiecke ausgesucht, an der Kasse erstmal mein Kleingeld versehentlich auf den Boden gekippt, mit rotem Kopf rumgekrochen und alles wieder eingesammelt, den Laden dann endlich mit meiner Beute schleunigst wieder verlassen. Dann auf dem Rückweg Portemonnaie und Geodreiecke ganz gewohnheitsmässig in den Einkaufsbeutel auf dem Beifahrersitz gestopft und zum Altkleidercontainer gefahren, der sich direkt neben unserem Supermarkt befindet. Spontan beschlossen, ein wenig Nervennahrung für heute Abend zu besorgen, wenn ich schonmal da bin. Den Einkaufsbeutel mit den alten Hosen habe ich gleich mitgenommen und schwungvoll und zufrieden mit mir und meiner ganz untypischen Effektivität und Ordnungsliebe in den Altkleidercontainer befördert, schliesslich will ich den alten Hosen vor Entsorgung nicht erst noch den Supermarkt zeigen. An der Kasse schliesslich ist mir dann aufgefallen, was da leider schiefgegangen ist ...


    Zum Glück hatte ich wenigstens meinen Autoschlüssel in die Jackentasche gesteckt. Die Kassiererin war dann so nett, mir den Marktleiter herbeizuholen, der mit mir dann total hilfsbereit und freundlich an dem blöden Container rumgesucht hat, ob da eine Telefonnummer oder wenigstens ein Hinweis auf den Aufsteller zu finden ist (natürlich nicht), weil er mir dazu selber auch nix sagen konnte, weil die Stelle, an der der Container steht, nicht mehr zum Grundstück des Marktes, sondern der Stadt gehört. Ich rechne ihm hoch an, dass er mir völlig freundlich und sachlich den Rat gegeben hat, 1. meine EC-Karte sperren zu lassen, die jetzt zusammen mit 2 Jogginghosen und 2 Geodreiecken im anonymen Container des Grauens liegt, und 2. morgen bei der Stadt anzurufen, um vielleicht doch noch etwas zu erfahren. Jeder andere wäre wahrscheinlich vor Lachen zusammengebrochen.

    Samstag Abend, wir sind bei einer Familienfeier, beim Warten auf das Essen spielt der Herr Sohn mit seiner Grosscousine "Stadt, Land, Fluss". Buchstabe H ist gefragt, Gegrübel allenthalben. Pötzlich überkommt ihn eine Erleuchtung: "Ich weiss eine Krankheit mit H - Herpes!" 8o 

    Hallo, ich kenne sowas Ähnliches auch von mir, zumindest habe ich den Eindruck, dass es was ganz Ähnliches ist. Bei mir geht es nicht ums Schreiben, sondern ums Autofahren. Ich habe verschiedene Möglichkeiten / Strecken, um zur Arbeit zu kommen, manchmal möchte ich auf dem Weg noch etwas erledigen / eine andere Strecke fahren, um einen Baustellen-Stau zu vermeiden o. ä. Mir ist es schon oft passiert, dass ich morgens mit dem festen Vorsatz im Auto sitze und aufbreche, nicht über die Autobahn, sondern nur Landstraße zu fahren. Keine 5 Minuten später befinde ich mich plötzlich auf der Autobahn-Auffahrt und kann mich nicht erinnern, wie zum Geier ich bis dahin gekommen bin. Genauso auf dem Rückweg: noch während ich daran denke, dass ich jetzt links abbiegen müsste, hat meine Hand den Blinker schon rechts gesetzt und ich habe mich automatisch in die entsprechende Fahrspur eingeordnet. Ich bin auch schonmal versehentlich zu weit in Richtung Arbeit gefahren, obwohl ich zum Arzt wollte und vorher hätte abbiegen müssen. Irgendwie scheinen Kopf und automatisierte Tätigkeit komplett entkoppelt zu sein. Mir passiert das öfter, wenn ich allgemein ein etwas höheres Stresslevel habe, dabei muss die aktuelle Situation gerade gar nicht besonders stressig sein.

    Ich hatte das übrigens auch schon als Jugendliche - als ich noch mit dem Fahrrad zur Schule gefahren bin. Damals war es aber noch nicht so ausgeprägt, so scheint es mir heute in der Erinnerung.

    Neulich fand mein Sohn, Papa sollte sich mal wieder rasieren, damit er sich weniger kratzig anfühlt. Daraus entwickelte sich ein Gespräch darüber, dass er selbst beim erwachsen werden neben einigen anderen Veränderungen sich wohl u.a. auch mit Bartwuchs anfreunden müssen wird. Spontaner, entsetzter Kommentar vom Sohn: "Nee, oder?!?!!! #kreischen" Später stand er dann vorm Spiegel,beäugte sich kritisch und stellte dann staubtrocken fest:"Aber ne Glatze krieg ich nicht. Ich finde, mit Haaren sehe ich einfach cooler aus."

    Hach ja, der Musikgeschmack der Kinder ... mein Sohn mag AC/DC und findet Udo Lindenberg sehr cool, vor allem "Plan B", da er sich über die Texte tatsächlich oft Gedanken macht. Aus diesem Grund fand er bis vor kurzem Helene Fischer eher doof. Dann haben wir DFB-Pokalfinale geguckt und Helene Fischer tauchte in der Halbzeitpause und hinterher im Interview auf, und im Rausch über den BVB-Sieg fand er dann gemeinsam mit seinem besten Kumpel Helene Fischer total hübsch und nett (die Musik findet er immer noch doof, aber die hat ja freundlich gelächelt und lauter nette Dinge über den BVB gesagt, und seitdem darf ich nicht mehr lästern, ohne dass ich höre: "Das gehört sich nicht, Mama. Die ist totaaal nett und kann ja nichts dafür, dass sie komisches Zeug singt.") Ansonsten hat er meine U2-CDs von früher in sein Kinderzimmer geschleppt und fand eine Zeit lang "Sunday, bloody Sunday" eine passende Untermalung für Rechtschreibkurs. Tote Hosen fand er auch lange super, ist ihm jetzt allerdings anscheinend nicht mehr aktuell genug. Im Kindergarten hat er allerdings (auch mit seinem besten Freund zusammen, die beiden zusammen sind ein echtes Duo infernale) mit dem, was er so für kindgerechtes Liedgut hält, für bleibende Erinnerungen bei den Erzieherinnen gesorgt: "An Tagen wie diesen, an Tagen wie diesen, an Tagen wie diesen haben wir ewig dauernd keine Zeit", oder grölend gemeinsam in der Nestschaukel hängend: "Hier gibts nur Wasser überall, und wir haben nichts zu trinken ... wir brauchen Rum, Rum, Rum, sonst verdursten wir" oder auch: "Die Mamas kochen und wir saufen Schnaps, und wir feiern die ganze Nacht." Die armen Erzieherinnen müssen wunders was gedacht haben, was wir zu Hause üblicherweise in unserer Freizeit anstellen.

    Ich habe bei uns mittlerweile den Überblick verloren, was der Herr Sohn an Karten und Wackelminions doppelt oder gar nicht hat, weil hier unter den Kindern der kollektive Minionswahn ausgebrochen ist. Es wird hier hin- und her getauscht, teilweise auch mal verschenkt oder bei REWE an der Kasse auch gelegentlich fremde Menschen angesprochen, ob man vielleicht die nicht benötigten Sammelkarten haben darf (solange das höflich und nicht penetrant und nicht dauernd passiert und Kunden und Kassierer/innen nicht eh schon gestresst sind, lasse ich das zu), und ich gehe stark davon aus, dass das spätestens nächste Woche bei uns in der Schule verboten wird, wie vor einiger Zeit die Star-Wars-Karten (zum Glück). Dann werden ausgiebig die Sammelalben verglichen, Quartett mit den Karten gespielt und die Vorzüge von Flauschi dem Einhorn mit denen von Grus Auto verglichen etc. Obendrein sind manche Karten anscheinend so cool, dass man sie mindestens dreimal braucht, doppelt oder gar einfach reicht nicht.

    Ich führe nach Spielbesuchen bei Sohnemanns bestem Freund (wo sich im Laufe des Nachmittags meist noch andere Kinder aus der Nachbarschaft einfinden) manchmal Gespräche, die an absurdes Theater erinnern: "Mama, weisst du, wir müssen unbedingt noch einkaufen." "Äähh ... nö, wir haben alles?! " "Nein, haben wir nicht, ich brauche dringend Dave mit Furzkanone. Dave ist megacool, der hat 5 Einhörner, 4 Gefrierstrahler und volle Bananas. Bittebittebitte gib dir einen Ruck, REWE hat heute bis 21.00 Uhr offen." #hammer

    Ähm, langer Rede kurzer Sinn, wenn hier der Wahn etwas nachgelassen hat und wieder Aussicht besteht, ein wenig Überblick zu bekommen, kann ich gerne nachschauen, was wir doppelt haben und ggf. abgeben.

    Ich finde die französischen Busfahrer auch cool #super

    Was mir noch auffällt bei den Busfahrern, ist zwar wahrscheinlich eine Frage meiner persönlichen Sehgewohnheiten oder Geschmacks und nicht repräsentativ, aber ich finde nicht, dass die Männer mit den Röcken irgendwie unkorrekt aussehen oder so (mich würden davon abgesehen auch Shorts absolut nicht stören, ich finde es sowieso immer bescheuert, sich und anderen mit so einem Käse wie Lange-Hosen-Zwang für Busfahrer das Leben unnötig schwer zu machen, als obs nichts Wichtigeres gäbe). Wie gesagt, meine persönlichen Sehgewohnheiten und mein Geschmack sind statistisch bestimmt nicht relevant, aber ich denke, ich bin bestimmt nicht (mehr) die Einzige, die bei Männern in Röcken nix seltsam findet, und das wäre für mein Empfinden schon ein Schritt in die richtige Richtung. Also dass man Leute (egal jetzt, ob Männer oder Frauen) mit Dingen, die einen im Grunde nichts angehen, einfach mal in Ruhe lassen kann.

    Zitat

    Deinen Beitrag verstehe ich so, dass die die Dr. Sommer-Seiten (scheinbar genau wie deine Mutter) nicht in Ordnung findest. Habe ich das richtig verstanden? Wenn ja, warum? Was ist an Aufklärung denn schlecht?

    Nein, ich habe grundsätzlich gar nichts gegen die Dr. Sommer-Seiten, ich fand sie nur damals aus ganz anderen Gründen als meine Mutter doof. Meine Mutter hielt die Seiten wohl wirklich für tendenziell jugendgefährdend, viel zu viel Nacktheit und Sex und so. Ich hatte damit nun so gar kein Problem, nur ging das, was ich an Information hätte daraus ziehen können, komplett an meiner Lebenswelt vorbei. Vieles, was dort an Anatomischem erklärt wurde, war mir sowieso seit langem klar, bei manchen Fragen habe ich mich damals nur gewundert, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, nach solchen Selbstverständlichkeiten zu fragen (heute ist mir wesentlich klarer als damals, dass es viele Jugendliche gibt, die z. B. große Unsicherheiten im Hinblick auf die Beschaffenheit ihrer Genitalien mit sich herumtragen, die nichts mit medizinischen Fragen zu tun haben, und tatsächlich auch viele, die über Verhütungsmittel und ihre Funktionsweise, Zyklus bei Frauen, körperliche Veränderungen in der Pubertät nicht wirklich genug wissen und auch keine geeigneten Ansprechpartner haben). Rein biologisch war mir längst alles klar, und die Fragen, die mich bewegt haben, waren eher solche wie: Ich sehe aus wie eine Giraffe und werde bestenfalls als asexuelles Wesen wahrgenommen, von dem man wenigstens die Hausaufgaben abschreiben kann. Wenn ich mich hübsch mache, werde ich höchstens dafür ausgelacht, aber eigentlich möchte ich überhaupt als Mensch mal wahrgenommen und gemocht werden, nicht nur, um in der 5-Min.-Pause von mir in Englisch gebrieft zu werden. Wenn dann jemand, der mich überhaupt erstmal nett findet, auch noch merkt, dass ich hübsche Beine habe, um so besser, mir hätte es schon gereicht, wenn mir wenigstens mal jemand nicht unter die Nase gerieben hätte, wie hässlich ich bin. Ich war in der Pubertät viel zu einsam, um mich für Sex über das Biologische hinaus zu interessieren. (Tja, heute denke ich, dass mein Asperger damals eine große Rolle gespielt hat, aber damals wusste ich da genau nichts von.)

    Ich würde sie meinem Sohn nicht kaufen, aber wenn er selber bereit ist, sein Taschengeld dafür auszugeben, könnte er das meinetwegen machen (interessiert ihn aber noch nicht mit 9, ich glaube nicht mal, dass er oder einer seiner Kumpels sich überhaupt der Existenz dieser Zeitschrift bewusst ist). Ich selber habe die Bravo eine Zeit lang heimlich gelesen, aber auch schnellstens alle Popcorn- oder Poprocky-Hefte gekauft, wenn etwas über die Spider Murphy Gang drinstand (peinlich, peinlich, aber zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, ich war da erst 14). Meine Mutter hätte es mir nicht verboten, fand die Zeitschrift aber doof (heute verstehe ich das) und machte sich wohl etwas Sorgen wegen der Dr. Sommer-Seiten (völlig unnötig, fand ich nach ca. 3 Heften selber doof und habe insgesamt sicher keinen Schaden dadurch davongetragen). Deshalb habe ich die Zeitschriften immer im Schrank versteckt und jede Menge ausgeschnittene Spider-Murphy-Gang-Artikel und Bilder in die Album-Cover gestopft (Hach, die waren schon toll damals, so große Album-Cover). Ich wollte keine hochnotpeinlichen Fragen oder abfällige Bemerkungen über meine Helden hören #schäm .

    Später dann, als meine Freundin und ich (eigentlich) aus dem Bravo-Alter raus waren, haben wir uns öfters am WE bei ihr getroffen und vor irgendwelchen sonstigen Unternehmungen länger bei ihr im Zimmer geklönt, Musik gehört, uns geschminkt (notfalls gegenseitig) etc. Meine Freundin hat eine jüngere Schwester, die zu der Zeit ohnehin immer ein wenig neidisch war, weil wir schon viel mehr durften, auch abends weggehen etc., und die gerade im besten Bravo-Alter war. Meine Freundin und ich haben dann gemeinerweise immer aus ihrem Zimmer alle einschlägigen Zeitschriften gemopst, gekichert, komische Psychotests gemacht, bei welchem Typ "süßen Boys" wir evtl. landen könnten und endlos gelästert, was "die Kinder" doch für doofes Zeugs für ernst nehmen und uns wahnsinnig erhaben über sowas gefühlt. Das gab einige Male echt unschöne dramatische Szenen, weil die Schwester natürlich zu Recht wütend wurde und sich das nicht einfach gefallen lassen wollte. Irgendwann einmal hat uns dann die Mutter meiner Freundin echt rundgemacht deswegen, danach haben wir dann doch wieder mehr Nettigkeit gegenüber der Schwester an den Tag gelegt (aber wir konnten nicht mehr Bravo lesen, denn sie zu fragen, ob wir sie ausleihen dürfen, war ja sowas von unter unserer Würde und peinlich ...)

    Hallo luxa-rosenburg , ich kann zwar vielleicht nicht viel Hilfreiches beitragen, weil mein Sohn zwar heute (mit 9) immer noch nicht super unproblematisch schläft, aber auch nie so extrem schwierig (wenn ich allerdings mal geklagt habe, lag natürlich auch immer alles an mir, weil ich ihn nicht habe weinen lassen/ zuviel gestillt habe/ zu wenig an feste Zeiten gewöhnt habe ..., ich bin sicher, du kennst die Liste). Wir hatten auch öfters größere Einschlafdramen, Nächte, in denen ich mich nicht bewegen konnte, weil dann die Brust aus dem Mund gerutscht ist und Kind erstmal wieder wühlte und weinte etc. Einschlafen ist auch heute noch nicht einfach für ihn, und morgens länger schlafen klappt auch erst nach ca. 10 Tagen Ferien, vorher ist da anscheinend noch zu viel innere Anspannung übrig.

    Was bei uns zumindest etwas geholfen hat, wenn Einschlafen ganz schwierig war, klingt vielleicht schräg, aber vielleicht mögt ihr in der Richtung mal probieren, man kann auf jeden Fall keinen Schaden damit anrichten: Yoga-Atmung für die Mutter (oder den Vater, wenn der gerade das Kind im Arm hat und zur Ruhe bringen möchte) und damit auch ein bisschen fürs Kind (als Baby und Kleinkind hatte mein Atemrhythmus v. a. bei Körperkontakt einen recht großen Einfluss auf den kindlichen Atemrhythmus), indem ruhig und tief ein- und dann doppelt so lange wieder ausgeatmet wird. Das lange, tiefe Ausatmen ist wichtig, das aktiviert den Parasympathikus und das erleichtert das Entspannen. Um das Kind mit eineinhalb zum tiefen Ausatmen zu bringen, kann man auch nette Pustespiele machen mit Wattebällchen oder mit Seifenblasen (nicht nachts , aber als Spiel zwischendurch am Nachmittag vielleicht). Mein Sohn übt das heute manchmal z. B. mit Kirschkerne-Weitspucken, das geht natürlich noch nicht bei so einem kleinen Kind. Aber vielleicht sind jetzt ja auch Tiergeräusche interessant: Brüllen wie ein Löwe, kräftig zischen wie eine Schlange etc.

    Wie gesagt, klingt vielleicht etwas abgefahren, aber es hat geholfen, wenn ich abends mal wieder einen unzufriedenen Maulwurf auf und neben mir herumwühlen hatte, heute hilft es mir unabhängig vom Kind zum selbst runterkommen und beim Kind hat es gerade vorgestern durchschlagende Wirkung bei einem ätzenden Heuschnupfenanfall gezeigt (also in dem Fall Kirschkerne-Weitspucken), ich war selber verblüfft.

    Viele Grüße und alles Gute, Eva

    Das mit dem Lachflash ging mir beruflich mal vor ca. 20 Jahren so (gerade nochmal nachgerechnet, schluck, das ist wirklich schon so lange her ...) Zu der Abteilung (bestand aus 6 Frauen und 1 Mann), in der ich damals arbeitete, gehörte seit kurzem auch eine Sekretärin, die als eine ihrer ersten Amtshandlungen erstmal das vorher länger unbesetzte Sekretariat gründlich aufgeräumt und entrümpelt hat. Bei der Gelegenheit hat sie in irgendeinem ollen Schrank ein "Handbuch für Sekretärinnen" von ca. 1972 (genau weiss ich es nicht mehr) gefunden. Dieses Buch war so geil, dass wir uns tagelang in den Mittagspausen unter hemmungslosen Gelächter gegenseitig die krassesten Passagen vorgelesen haben. Besonders toll war u.a. eine Stelle, die ungefähr so lautete: "... Sollten sie von Natur aus beispielsweise eine besonders schöne rote Haarfarbe haben, ihr Chef jedoch Blond bevorzugen, so sollten Sie sich entschliessen, dieser Vorliebe Rechnung zu tragen und ihr Haar färben lassen ..." Auch mit Tips in punkto Bekleidung, Taschentücher, Rocklänge etc. wurde nicht gespart, damit die Sekretärin auch ja repräsentativ ist und den wichtigen Chef nicht blamiert, wenn womöglich ein anderer Mr. Wichtig zu Besuch kommt. Zu alt darf man aus diesen Gründen natürlich auch nicht sein, aber das erledigt sich von selbst, weil eine so repräsentative Person ja eh bald weggeheiratet wird (wenn sie immer brav die Haare färbt, vielleicht sogar vom Chef, die Glückliche).

    Das Schlimme ist ja, dass dieses Buch nicht nur vollkommen ernst gemeint war, sondern die darin beschriebenen Ansichten in den 70gern noch für normal und sogar kaufens- und lesenswert befunden wurden. Eigentlich hätten wir Knochen kotzen können, aber das war so dermassen absurd, dass wir uns vor Lachen nur noch ausschütten konnten.

    Das liegt an der mit zunehmendem Alter einsetzenden Hexifizierung und ist völlig normal.halloween-smiley-85.gif

    Ich habe eine Narbe in der Augenbraue, die früher (bis vor ca. 5 Jahren) immer wetterfühlig war. Seitdem nicht mehr. Ich will sofort re-hexifiziert werden!

    ... oder kann sich die Alters-Hexifizierung noch anders äußern (hoff)? Ich hätte Sommersprossen, Verschwinden von Heuschnupfen, eine große Nase, einen unordentlichen Haushalt und Wellensittiche zu bieten (leider keine schwarze Katze, wie ursprünglich geplant). Reicht das?

    Hier aktuell kein Kindermund, sondern Kinderschreibe: In der Schule werden gerade Aufsätze geübt, genauer gesagt, Bildergeschichten. Der Herr Sohn schafft es zwar problemlos, sozusagen die technisch konkreten Minimalanforderungen zu erfüllen (in einer Erzählzeit bleiben, zu jedem Bild etwas schreiben, vollständige Sätze verwenden, das Wort "hatte" wenigstens meistens mit Doppel-t schreiben ...), fasst sich aber immer sehr kurz, und ausführlichere Beschreibungen von Gefühlen, Beweggründen und ähnlich unheimlichem Zeugs gibt es möglichst gar nicht. Die Lehrerin hat ihn erstmal gelobt, dass er Rechtschreibung nicht nur gut kann, sondern sogar manchmal anwendet, und dann angeregt, z. B. mal wörtliche Rede einzubauen, um die Geschichten etwas anzureichern und weniger dröge zu gestalten. O.k., "wörtliche Rede einbauen" ist auch für mein Kind konkret genug, wird also umgesetzt. In der Geschichte jedenfalls geht ein Vater 2 Kinder aus dem Garten zum Essen hereinholen, und fängt dann selber draussen zu spielen an, bis sich der Rest der Familie wundert, wo Papa nun bleibt. Mit wörtlicher Rede garniert klingt das bei meinem Kind jetzt so: "Als er sie holte sagte er: "Ich gehe noch mal aufs Klo!" Er ging aber auf der Wippe balancieren. ..." Das Pamphlet hat er dann seiner Lehrerin gezeigt und mit ungefähr diesem #top "Mission Aufsatz schreiben erfüllt!" Gesichtsausdruck am Nachmittag mir. Wie die Lehrerin geguckt hat, weiss ich leider nicht.