Beiträge von Eva

    Ich habe Ähnliches oft miterlebt (bzw. bemerkt), als meine Mutter als AE mit mir unterwegs war früher und konnte das als Kind / Jugendliche überhaupt nicht einordnen. Bei meiner besten Freundin, die noch relativ "frisch" alleinerziehend ist, beobachte ich auch, dass es doch einige Mitmenschen gibt, die ihr anders begegnen als früher (immerhin nicht mehr so viele wie früher bei meiner Mutter). Bei meiner Mutter damals erinnere ich mich noch lebhaft an einige Mutter-Tochter-Urlaube, in denen wir irgendwie einen Exoten-Status hatten - wie gesagt, ich konnte nicht einordnen, was es damit auf sich hatte und an welchen Stellen meine Mutter echt genervt war damals, ich habe einfach nicht verstanden, was da los war, nur, dass irgendwas komisch und irritierend war im Umgang. Aber viele Frauen, die mit ihren Männern oder kompletten Familien unterwegs waren, hatten so eine unterschwellige Abneigung und Feindseligkeit uns gegenüber an sich, während viele Männer eher außergewöhnlich freundlich waren oder schienen. Im Alltag damals habe ich das nicht so wahrgenommen, da waren wir eher von Leuten umgeben, die wir schon lange kannten, Nachbarschaft, Familie meiner Mutter oder Arbeitskolleg/innen von ihr. Mit den Eltern meiner Freunde gab es damals irgendwie gar keine Berührungspunkte.

    Bei meiner Freundin jetzt wiederholt sich da vieles, und anscheinend empfinden einige Frauen eine unbemannte Mutter wirklich als größere Konkurrenz und Bedrohung ihrer eigenen Beziehung, weil sich diese gewissermaßen in ihrem "Revier" aufhält und ihnen als potentielle Männerwegschnapperin erscheint. Bei Singlefrauen ohne Kinder ist das irgendwie nochmal anders, die führen normalerweise ein anderes Leben und halten sich eher selten dort auf, wo wegen der Kinder ein größeres Eltern- oder Väteraufkommen ist. wie z. B. Samstag beim Fußballspiel des Nachwuchses.

    (Also dazu muss ich aber sagen, dass sich zum Glück in meiner Lebenswelt heute die meisten Leute bei solchen Gelegenheiten völlig normal verhalten, aber die, von denen dann so ein unterschwelliges Mißtrauen ausgeht, begegnen einem eben auch.)

    Ich lage mal bei einem Orthopäden auf der Liege - in Unterhosen. In irgendeinem Zusammenhang erwähnte ich, dass ich alleinerziehend sei. Da fing er an mit einer Tirade: "Jaja, den Mann in den Wald schicken, das könnt ihr. Aber was mit den Kindern ist, das ist euch egal! Und hinterher tuts euch auf einmal leid."

    Das ist ja wohl absolut unglaublich. <XUnd sowas ist auch noch Arzt. (Ich glaube, ich hätte in dem Augenblick am liebsten dafür gesorgt, dass der Orthopäde dringend einen Orthopäden benötigt.)

    Irgendwie erinnert mich das an den Film "Being John Malkovich". Ist lange her, dass ich den mal gesehen habe, und ich fand das damals faszinierend, aber auch ein bisschen verstörend. Kennt den eigentlich ausser mir novh jemand?

    "Mama, warum hast du so ein komisches Unterhemd an?"

    Das erinnert mich an einen Kindermund von mir selber, als ich sogar schon im Grundschulalter war. Meine Mutter hatte damals überwiegend Hosen getragen, selten mal einen Rock, und Kleider so gut wie nie. Alles was irgendwie einteilig war, war für mich also total ungewohnt. Nun hatte die Tochter unserer Nachbarn, damals so ungefähr 20, für irgendeinen festlichen Anlass ein langes Kleid von ihren Eltern bekommen, das ziemlich schick und total teuer gewesen war und hat es, als wir mal dort zu Besuch waren, ganz stolz vorgeführt. Alle bewunderten den tollen Schnitt, den schönen Stoff und machten jede Menge Komplimente. Mein Kommentar: "Oh, wie schön, ein neues Nachthemd!" Ich erinnere mich noch heute daran, dass daraufhin alle Anwesenden ein bisschen wie schockgefrostet guckten, besonders meine Mutter. #schäm#angst:D

    "graue Wölfe", das ist eine radikale türkische Gruppierung, die leider genau diesen Leisefuchs als Gruß haben.

    Oh, das habe ich ja noch nie gehört, ich werde mich gleich mal belesen. Ich glaube, bei uns ist das Zeichen im Kindergarten auch noch deutlich öfter im Einsatz als in der Grundschule, für die Vorleserunde oder den Morgenkreis. Der Kindergarten wird ja wahrscheinlich heute durch die jüngere Schwester schonmal mit dem Leiseeinhorn bekanntgemacht :D, ich fürchte allerdings, das wird bei den Erzieherinnen nicht ernstlich auf Gegenliebe stoßen ...

    Die haben allerdings ansonsten häufiger solche Events und Workshops mit afrikanischen Trommeln, und das vereinbarte Zeichen zum Leisesein von dem Veranstalter/Trommellehrer besteht darin, dass die Fingerspitzen an beiden Händen zu so "Os" zusammengelegt und dann auf den Kopf gelegt werden (versteht man was ich meine? Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht.) Da die Events schon öfter stattgefunden haben und alle Beteiligten immer begeistert sind, ist das Zeichen zumindest im Kindergarten schon bekannt und wirkungsvoll, das wäre vielleicht eine für die Erzieherinnen akzeptable Variante.

    Bei uns gab es am WE eher eine Kindergeste bzw. Situationskomik, ich weiß gerade nicht, ob es geschrieben genauso lustig ist, aber ich versuchs mal:


    Der Herr Sohn war auf einem Kindergeburtstag eingeladen, insgesamt waren es nur 4 Kinder, nämlich das Geburtstagskind (guter Freund von meinem Sohn seit dem Kindergarten), ein weiterer gemeinsamer Freund (gleichzeitig bester Freund von meinem Sohn seit quasi Geburt), eben mein Sohn und die jüngere Schwester vom Geburtstagskind (kommt dieses Jahr zur Schule). Beim Essen haben waren speziell die drei Jungs recht laut und quietschig und machten Quatsch, die kleine Schwester guckt immer mit großer Begeisterung und unbedingtem Lerneifer #idee18o#top, was die großen Jungs alles so anstellen und sagen. Irgendwann sagte dann die Mutter des Geburtstagskindes zu den dreien: "Sagt mal, ihr kennt doch alle noch den Leisefuchs (machte das entsprechende Zeichen mit der Hand), gibt es den denn in der 4. Klasse nicht mehr?" Mein Sohn und der gemeinsame Freund ganz trocken und ernsthaft quasi einstimmig: "Doch doch, aber alle stehen ja so auf Einhörner, sogar die Frau XY (Lehrerin). Deshalb gibt es bei uns jetzt das Leise-Einhorn" (machten entsprechende Geste: einen Zeigefinger auf den Mund gelegt, die andere Hand mit ausgestrecktem Mittelfinger an die Stirn).

    (Ich muss vielleicht noch dazu sagen, dass das in der Situation jetzt ganz spontan ohne so einen unangenehm pubertär-sexualisierten Fäkalhumor-Beigeschmack rüberkam. Das erklärt vielleicht, dass wir Erwachsenen erstmal vor Lachen umgekippt sind, bevor wir dann doch noch erklärt haben, dass das trotzdem schlechtes Benehmen ist.)

    Bei mir ist das auch so, an manchen Stellen merke ich es mehr, an anderen weniger. Sehr spannend ist das immer, wenn ein lieber Freund zu Besuch kommt, der hobbymäßig andere Leute massiert und es richtig gut drauf hat, an den richtigen Stellen Verspannungen zu lösen. Der drückt dann auch ganz gerne mal an irgendwelchen Punkten auf meinen Füßen oder Händen rum und wir amüsieren uns über die Effekte.

    was hab ich immer geschmunzelt, wenn eure Kinder euch als alt tituliert haben. Nun trifft es mich doch noch selbst. ;-) )

    Hihi, das erinnert mich daran, als mein Sohn im Kindergarten (mit knapp3) mal verkündet hat: "Also, F. (Eine ebenfalls ungefähr dreijährige Freundin in seiner Gruppe) ist eine Damenfrau. Und F.s Mama ist eine echte Dame." Naja, dummerweise habe ich dann gefragt: "Soso, eine Dame. Was bin ich denn?" Strahlt er mich an: "Liebe, alte Mama."

    Hmpf, tja, der Container ... das Gemeine ist, der geheimnisvolle Altkleidercontainerauskenner, dessen Telefonnummer mir mein Mann noch besorgt hatte, hat sogar zurückgerufen, leider nur einmal und zwar, als ich nicht da war. Nach all dem Hickhack habe ich mich aber nicht mehr getraut, den blöden Container einfach selbst aufzumachen, ganz zu schweigen davon, dass ich davon ausgehe, dass er inzwischen sowieso schon mindestens zweimal geleert wurde. Also habe ich jetzt ganz unspektakulär bei der Bank eine neue EC-Karte beantragt. Bei der Gelegenheit habe ich auch noch festgestellt, dass ich einen neuen Personalausweis brauche, jedenfalls, wenn ich zu Pfingsten nach Malta will und dass der Kinderausweis vom Herrn Sohn bereits nach 5 Jahren abläuft und der deshalb auch einen neuen braucht, wenn er mitsoll (und das soll er natürlich). Das Gute ist, bei uns im Rathaus kann man quasi direkt neben dem Schreibtisch der Mitarbeiter mit den Antragsformularen vom freundlichen Computer ein biometrisches Passbild machen lassen für recht wenig Geld. Dafür, dass ich darauf sowieso blöd und wie mindestens hundert aussehe, spare ich mir wenigstens einmal Rumgerenne und dann doch wieder vergessen oder versehentlich irgendwo reinschmeißen.

    Nebenbei hat das Kind sich nach Weihnachten / Silvester eine amtliche Lungenentzündung eingehandelt, an der wir jetzt herumdoktern, zum Glück wird es langsam besser. Über dem Gedöns ist mir dann ehrlich gesagt auch ein wenig die Puste ausgegangen, an der immer aussichtsloser werdenden Mission Altkleidercontainer weiter zu basteln. Trotzdem gebe ich zu, dass es sehr unbefriedigend ist, dass das nach der ganzen Bein-Ausreißerei jetzt so banal langweilig endet ... (und dass ich mich nicht einfach ganz zu Anfang aufgerafft und getraut habe, in einer Nacht- und Nebelaktion den Bolzenschneider zu aktivieren #hmpf)

    Puh, jetzt habe ich einen ellenlangen Beitrag geschrieben, auf eine falsche Taste gedrückt und nun ist alles weg (passt ja auch zum Thema verpeilt). Nun gut, auf ein Neues, etwas kürzer vielleicht. Ich wollte ja nochmal ein Update im Portemonnaie-Drama geben. Es gab nach diversen Telefonaten jedenfalls einen zumindest für mich spektakulären Höhepunkt, dem dann leider völlig unspektakulär die Luft entwichen ist, und das kam so: ich war inzwischen wild entschlossen, dem blöden Container tatsächlich mit einem Bolzenschneider zu Leibe zu rücken. Darüber habe ich mit meinem Mann gesprochen, der allerdings (leider oder zum Glück, je nachdem) viel vernünftiger ist als ich und versucht hat, mich zu überzeugen, dass ich erstens, wenn ich erwischt werde (was sehr wahrscheinlich ist), noch viel mehr Ärger am Hals hängen habe als sowieso schon und zweitens aus diesem Grund auch keinen unschuldigen, hilfsbereiten potentiellen Bolzenschneiderbesitzer mit hineinziehen sollte. Na gut, habe ich auf seinen Rat gehört und stattdessen die Polizei angerufen. Und jetzt kommt der Höhepunkt: Der Polizist war nett und hat sich als echter Freund und Helfer erwiesen und mir empfohlen, mir einen Bolzenschneider zu besorgen!!! (Also nicht, dass ich alleine auf eigene Faust und so ... , aber der hatte gute Ideen, wie ich an mein Zeugs kommen könnte) Ich habe also Hurra geschrieen und mich sofort auf den Weg zum Baumarkt meines Vertrauens gemacht. Tja, und während ich noch unterwegs war, kam dann der Anruf, der meinen Tatendrang ganz unspektakulär verpuffen ließ, weil der Polizist nämlich seinen Vorgesetzten befragt hat, und der hat dann zwar bedauert, aber trotzdem festgestellt, dass wir leider den Container nicht öffnen können dürfen.

    Na ja, ich warte jetzt noch 2 Tage auf einen Rückruf von einem weiteren Altkleidercontainerauskenner der Region, dessen Kontaktdaten mein Mann in der Zwischenzeit noch aufgetrieben hat. Danach werde ich wohl, wenn kein Wunder passiert, wohl doch endlich eine neue EC-Karte bestellen müssen. Immerhin habe ich jetzt eine Menge netter Telefonkontakte mit wildfremden Leuten gehabt und festgestellt, dass ich es ganz überwiegend mit freundlichen, hilfsbereiten Menschen zu tun hatte. Also ohne Witz, das hat mich ernsthaft getröstet bei der ganzen Aktion. Also, falls sich noch etwas ergibt, werde ich natürlich weiter berichten!


    PS. Unsere Nachbarn haben uns aus Peru ein nettes Urlaubsmitbringsel-Paket mitgebracht, da war u. a. so eine Art Trekking-Geldbörse drin. Mein Sohn meinte: "Mama, das ist ein Zeichen, dass du dringend ein neues Portemonnaie brauchst. Nimm doch erstmal dieses."

    Hallo zusammen, ich wünsche erstmal frohe Weihnachten gehabt zu haben ... also die Kurzfassung: Ich habe erstmal meine Karte sperren lassen, aber noch keine neue bestellt, weil ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben habe ...


    Die etwas längere Fassung: Ich habe tatsächlich jemanden bei der Entsorgungsfirma erreicht, der kompetent und für mein Empfinden sehr vernünftig war. Die Kompetenz äusserte sich dadurch, dass er mir endlich eindeutig sagen konnte, 1. wem alles der Container eindeutig nicht gehört, (seiner Firma leider auch nicht) und 2. wem das Grundstück, auf dem er steht, eindeutig gehört (das wussten nicht einmal die Leute bei der Stadt). Sehr vernünftig und überaus sympathisch fand ich ihn, weil sein Rat, den er mir gegeben hat, lautete: "Nein nein, nicht Schneidbrenner!"

    ...

    ...

    ...

    "Nehmen sie nen anständigen Bolzenschneider, das reicht!"


    (Also der Form halber hat er mir empfohlen, die Gesellschaft, die Grundstückseigentümer ist, vorsichtshalber noch zu kontaktieren.) Das habe ich auch getan, war ein ziemlich s hwieriges Untrfangen, da vor Weihnachten überhaupt jemanden zu erreichen. Als ich das dann geschafft hatte, hat man mir erzählt, dass für die Aufstellung irgendwelcher Container auf ihren Grundstücken der Architekt zuständig sei. Ach so. Der war allerdings vor Weihnachten nicht erreichbar, weil immer bei Aussenterminen (wahrscheinlich Designplaketten auf toll aufgestellte Papiertonnen kleben oder so).

    Weil es da nicht so recht vorwärts ging und die Container eh zu 99% illegal da stehen, habe ich dann auch noch das Ordnungsamt angerufen, die haben dann kein Klischee er füllt: der Mitarbeiter war 1. erreichbar, 2. freundlich und mitfühlend und hilfsbereit, 3. vernünftig, pragmatisch und unbürokratisch (Bolzenschneiderempfehlung!) Und 4. relativ uninteressiert und wenig pingelig, wenn es um Pillepalle-Ordnungswidrigkeiten geht.

    Dann war Weihnachten, mit bis dahin total aufgedrehtem ADS-Sohn, krankem Opa (mein Schwiegervater, lieb, aber anstrengend), leicht verstimmter Opa-Lebensgefährtin und aufgrund der ADS-Auswirkungen beim Kind deprimierten Oma (meine Mutter, hrzenslieb, aber total überfordert mit dem Enkel, den sie nicht sehr oft sieht), hustendem, migränegeplagtem Mann und dazwischen ich. Uff.

    Ach ja, gestern habe ich den Architektn erreicht, der weiss erwartungsgmäss von nix. Jetzt bleibt mir nur noch Polizei oder doch Bolzenschneider, würde ich sagen. Ich rege mich nicht mehr auf (Weihnachten hat mich in dieser Hinsicht ohnehin gründlich kuriert) und freue mich, dass ich wenigstens einige ausgesprochen nette Gespräche mit angenehmen Leuten hatte. Ausserdem suche ich jezt noch eine Gelegenheit, um Star Wars zu gucken und mich zu betrinken (Silvester geht nicht, da ist mein Kind ja dabei).


    Ich werde dann über das Endergebnis berichten.


    LG allerseits, Eva

    So, ich kann noch mal ein kurzes Update geben: nach langem Hin und Her habe ich nun zu 99,9 % herausgefunden, wer den Altkleidercontainer aufgestellt hat, nachdem weder der Marktleiter noch die Stadtverwaltung irgendwas dazu wussten. 100% sicher bin ich natürlich erst, wenn ich in dem Unternehmen jemanden erreiche, aber immerhin scheint es überhaupt jemanden zu geben, der zuständig ist. Gestern Abend nach gefühlten 100 Telefongesprächen mit lauter Menschen, die alle irgendwie nicht zuständig waren und dementsprechend von nix wussten, war ich schon so weit, dass ich mir am liebsten im Baumarkt einen Schneidbrenner geliehen und Fakten geschaffen hätte. Nach Zügelung meiner kriminellen Energie und Rumgesuche in Abfallfibel und Internet aber dann heute Morgen immerhin ein Teilerfolg! #applausJetzt muss nur noch einer erreichbar sein und mir idealerweise den Container legal öffnen!

    Ach danke, dass ihr euch so viele Gedanken um mich und mein Zeugs macht, das finde ich echt lieb von euch. Ich habe gerade beim DRK angerufen (denen gehört der Container anscheinend), aber da ist erst ab 17.00 Uhr jemand erreichbar, der für unser Dorf hier zuständig ist. Also nochmal eine Runde warten. Reinklettern ginge rein technisch zum Glück schon gar nicht, es sei denn, man ist eine Maus oder so. Ich hoffe ja auch, dass ich jemanden erreiche, der mir die Sachen da wieder rausfischen kann oder mich fischen lässt). Aber ich finde, die Geschichte hat schon mindestens einen goldenen Deppenorden am Bande mit Troddel für mich verdient. #dance

    Ach ja, um die ganze Sache noch abzurunden: als ich dann wieder auf dem Heimweg war, ist mir aufgefallen, dass der Schreibwarenladen unerklärlicherweise immer noch aufhatte. Beim Blick auf die Uhr habe ich dann gemerkt, dass ich zuvor zuhause auf den einzigen Wecker geschaut hatte, der noch Sommerzeit anzeigt. Die ganze Hetzerei war also von vorneherein völlig überflüssig.

    Tja, im Dezember ist es eben schon um 17.00 Uhr stockduster. Ist jedes Jahr so und doch immer wieder überraschend. Und Weihnachten kommt auch immer so plötzlich.#hammer#hammer#hammer

    Ich glaube, heute habe ich vorläufig den Vogel abgeschossen in punkto Verpeiltheit. Erst fing es ganz harmlos damit an, dass ich für meinen Sohn noch mal eben schnell ein Geodreieck für die Schule besorgen wollte. Na ja, " mal eben schnell" ist bei mir leider höchst verdächtig, dass das nur in die Botz gehen kann ... jedenfalls mit meiner Freundin telefoniert, sie hat mich gebeten, für ihren Sohn gleich eins mitzubringen. Kein Problem, jederzeit gerne, beim Erzählen merke ich dann, es wird langsam dunkel. Ich schaue auf die Uhr, erschrecke, 17.50 Uhr, um 18.00 Uhr schliesst das Schreibwarengeschäft, also in Windeseile in Schuhe und Jacke gesprungen und losgerast. Beim Rausgehen schnell noch an der Tür den Beutel mit 2 alten Jogginghosen für den Altkleidercontainer geschnappt (wenn ich einen Aufräumanfall habe, muss ich ihn nutzen, solange er anhält, sonst fliegen die alten Sachen nächstes Jahr um die Zeit nämlich immer noch in der Wohnung rum).


    Runter in den Laden gehetzt, noch kurz vor knapp zwei prachtvolle Geodreiecke ausgesucht, an der Kasse erstmal mein Kleingeld versehentlich auf den Boden gekippt, mit rotem Kopf rumgekrochen und alles wieder eingesammelt, den Laden dann endlich mit meiner Beute schleunigst wieder verlassen. Dann auf dem Rückweg Portemonnaie und Geodreiecke ganz gewohnheitsmässig in den Einkaufsbeutel auf dem Beifahrersitz gestopft und zum Altkleidercontainer gefahren, der sich direkt neben unserem Supermarkt befindet. Spontan beschlossen, ein wenig Nervennahrung für heute Abend zu besorgen, wenn ich schonmal da bin. Den Einkaufsbeutel mit den alten Hosen habe ich gleich mitgenommen und schwungvoll und zufrieden mit mir und meiner ganz untypischen Effektivität und Ordnungsliebe in den Altkleidercontainer befördert, schliesslich will ich den alten Hosen vor Entsorgung nicht erst noch den Supermarkt zeigen. An der Kasse schliesslich ist mir dann aufgefallen, was da leider schiefgegangen ist ...


    Zum Glück hatte ich wenigstens meinen Autoschlüssel in die Jackentasche gesteckt. Die Kassiererin war dann so nett, mir den Marktleiter herbeizuholen, der mit mir dann total hilfsbereit und freundlich an dem blöden Container rumgesucht hat, ob da eine Telefonnummer oder wenigstens ein Hinweis auf den Aufsteller zu finden ist (natürlich nicht), weil er mir dazu selber auch nix sagen konnte, weil die Stelle, an der der Container steht, nicht mehr zum Grundstück des Marktes, sondern der Stadt gehört. Ich rechne ihm hoch an, dass er mir völlig freundlich und sachlich den Rat gegeben hat, 1. meine EC-Karte sperren zu lassen, die jetzt zusammen mit 2 Jogginghosen und 2 Geodreiecken im anonymen Container des Grauens liegt, und 2. morgen bei der Stadt anzurufen, um vielleicht doch noch etwas zu erfahren. Jeder andere wäre wahrscheinlich vor Lachen zusammengebrochen.

    Samstag Abend, wir sind bei einer Familienfeier, beim Warten auf das Essen spielt der Herr Sohn mit seiner Grosscousine "Stadt, Land, Fluss". Buchstabe H ist gefragt, Gegrübel allenthalben. Pötzlich überkommt ihn eine Erleuchtung: "Ich weiss eine Krankheit mit H - Herpes!" 8o 

    Hallo, ich kenne sowas Ähnliches auch von mir, zumindest habe ich den Eindruck, dass es was ganz Ähnliches ist. Bei mir geht es nicht ums Schreiben, sondern ums Autofahren. Ich habe verschiedene Möglichkeiten / Strecken, um zur Arbeit zu kommen, manchmal möchte ich auf dem Weg noch etwas erledigen / eine andere Strecke fahren, um einen Baustellen-Stau zu vermeiden o. ä. Mir ist es schon oft passiert, dass ich morgens mit dem festen Vorsatz im Auto sitze und aufbreche, nicht über die Autobahn, sondern nur Landstraße zu fahren. Keine 5 Minuten später befinde ich mich plötzlich auf der Autobahn-Auffahrt und kann mich nicht erinnern, wie zum Geier ich bis dahin gekommen bin. Genauso auf dem Rückweg: noch während ich daran denke, dass ich jetzt links abbiegen müsste, hat meine Hand den Blinker schon rechts gesetzt und ich habe mich automatisch in die entsprechende Fahrspur eingeordnet. Ich bin auch schonmal versehentlich zu weit in Richtung Arbeit gefahren, obwohl ich zum Arzt wollte und vorher hätte abbiegen müssen. Irgendwie scheinen Kopf und automatisierte Tätigkeit komplett entkoppelt zu sein. Mir passiert das öfter, wenn ich allgemein ein etwas höheres Stresslevel habe, dabei muss die aktuelle Situation gerade gar nicht besonders stressig sein.

    Ich hatte das übrigens auch schon als Jugendliche - als ich noch mit dem Fahrrad zur Schule gefahren bin. Damals war es aber noch nicht so ausgeprägt, so scheint es mir heute in der Erinnerung.

    Neulich fand mein Sohn, Papa sollte sich mal wieder rasieren, damit er sich weniger kratzig anfühlt. Daraus entwickelte sich ein Gespräch darüber, dass er selbst beim erwachsen werden neben einigen anderen Veränderungen sich wohl u.a. auch mit Bartwuchs anfreunden müssen wird. Spontaner, entsetzter Kommentar vom Sohn: "Nee, oder?!?!!! #kreischen" Später stand er dann vorm Spiegel,beäugte sich kritisch und stellte dann staubtrocken fest:"Aber ne Glatze krieg ich nicht. Ich finde, mit Haaren sehe ich einfach cooler aus."

    Hach ja, der Musikgeschmack der Kinder ... mein Sohn mag AC/DC und findet Udo Lindenberg sehr cool, vor allem "Plan B", da er sich über die Texte tatsächlich oft Gedanken macht. Aus diesem Grund fand er bis vor kurzem Helene Fischer eher doof. Dann haben wir DFB-Pokalfinale geguckt und Helene Fischer tauchte in der Halbzeitpause und hinterher im Interview auf, und im Rausch über den BVB-Sieg fand er dann gemeinsam mit seinem besten Kumpel Helene Fischer total hübsch und nett (die Musik findet er immer noch doof, aber die hat ja freundlich gelächelt und lauter nette Dinge über den BVB gesagt, und seitdem darf ich nicht mehr lästern, ohne dass ich höre: "Das gehört sich nicht, Mama. Die ist totaaal nett und kann ja nichts dafür, dass sie komisches Zeug singt.") Ansonsten hat er meine U2-CDs von früher in sein Kinderzimmer geschleppt und fand eine Zeit lang "Sunday, bloody Sunday" eine passende Untermalung für Rechtschreibkurs. Tote Hosen fand er auch lange super, ist ihm jetzt allerdings anscheinend nicht mehr aktuell genug. Im Kindergarten hat er allerdings (auch mit seinem besten Freund zusammen, die beiden zusammen sind ein echtes Duo infernale) mit dem, was er so für kindgerechtes Liedgut hält, für bleibende Erinnerungen bei den Erzieherinnen gesorgt: "An Tagen wie diesen, an Tagen wie diesen, an Tagen wie diesen haben wir ewig dauernd keine Zeit", oder grölend gemeinsam in der Nestschaukel hängend: "Hier gibts nur Wasser überall, und wir haben nichts zu trinken ... wir brauchen Rum, Rum, Rum, sonst verdursten wir" oder auch: "Die Mamas kochen und wir saufen Schnaps, und wir feiern die ganze Nacht." Die armen Erzieherinnen müssen wunders was gedacht haben, was wir zu Hause üblicherweise in unserer Freizeit anstellen.

    Ich habe bei uns mittlerweile den Überblick verloren, was der Herr Sohn an Karten und Wackelminions doppelt oder gar nicht hat, weil hier unter den Kindern der kollektive Minionswahn ausgebrochen ist. Es wird hier hin- und her getauscht, teilweise auch mal verschenkt oder bei REWE an der Kasse auch gelegentlich fremde Menschen angesprochen, ob man vielleicht die nicht benötigten Sammelkarten haben darf (solange das höflich und nicht penetrant und nicht dauernd passiert und Kunden und Kassierer/innen nicht eh schon gestresst sind, lasse ich das zu), und ich gehe stark davon aus, dass das spätestens nächste Woche bei uns in der Schule verboten wird, wie vor einiger Zeit die Star-Wars-Karten (zum Glück). Dann werden ausgiebig die Sammelalben verglichen, Quartett mit den Karten gespielt und die Vorzüge von Flauschi dem Einhorn mit denen von Grus Auto verglichen etc. Obendrein sind manche Karten anscheinend so cool, dass man sie mindestens dreimal braucht, doppelt oder gar einfach reicht nicht.

    Ich führe nach Spielbesuchen bei Sohnemanns bestem Freund (wo sich im Laufe des Nachmittags meist noch andere Kinder aus der Nachbarschaft einfinden) manchmal Gespräche, die an absurdes Theater erinnern: "Mama, weisst du, wir müssen unbedingt noch einkaufen." "Äähh ... nö, wir haben alles?! " "Nein, haben wir nicht, ich brauche dringend Dave mit Furzkanone. Dave ist megacool, der hat 5 Einhörner, 4 Gefrierstrahler und volle Bananas. Bittebittebitte gib dir einen Ruck, REWE hat heute bis 21.00 Uhr offen." #hammer

    Ähm, langer Rede kurzer Sinn, wenn hier der Wahn etwas nachgelassen hat und wieder Aussicht besteht, ein wenig Überblick zu bekommen, kann ich gerne nachschauen, was wir doppelt haben und ggf. abgeben.