Beiträge von Nachtkerze

    FrauMahlzahn - danke dass du das noch mal so betonst mit der emotionalen Bindung. Ein wenig habe ich es schon bei meinen Kindern gemerkt, aber wenn du es so aufschreibst, fallen mir noch zig Beispiele ein, wo es "klickte" zwischen Lehrendem und Lernendem.


    Mittagsschlaf waere eine gute Idee, nur ist die Schule lang und er kommt erst um 17.00 aus der Schule heim. Ein Tag hat halt nur 24h, seine Interessen braeuchten viel mehr Zeit. Vielleicht ist es halt so, dass er ersteinmal bis auf weiteres sich auf die Ferien beschraenken muss...

    Hallo ihr,


    Ich komme immer wieder auf das Thema, wie man Menschen dazu motiviert ein Thema zu erlernen, dass sie nicht wirklich lernen wollen, aber halt "muessen". Idealerweise ist das natuerlich intrinsische Motivation (also aus eigenem Interesse heraus), und nicht extrinsische (durch Belohnung oder Bestrafung).


    Bei meinen eigenen Kindern kann ich ganz gut Interesse wecken indem ich selbst Interesse und Enthusiasmus zeige, Dinge "anbiete" (ein Film, ein Buch, ein Gespraech), oder gute Gruende finde und darlege, warum ein Thema wichtig ist zu erlernen (aus langfristiger Sicht heraus - sei es um beim Kampfsport einen Guertel zu kriegen, um Autofahren zu duerfen, sich mit Menschen unterhalten zu koennen (zum Sprache lernen)). All das klappt nur (oder besser), wenn ich eine emotionale Bindung habe zu meinen Kindern (oder auch fremden Kindern und Menschen). Und noch einfacher ist, wenn der Mensch aus sich heraus etwas erlernen moechte.


    Wie geht man aber mit Menschen um, die keinen Bock haben, die man aber dennoch begleiten muss. Ein Bsp: ein Student bewirbt sich auf ein Projekt, zeigt keinerlei Motivation, kommt zu spaet, surft lieber im Netz, aber minimalst das was zu erwarten ist. Gespraeche gab es zum Thema: warum hast du dich fuer das Projekt entschlossen (A: weil mich sonst niemand genommen hat und ich es fuers Studium brauche). was erwartest du? wie kannst du dich einbringen? (keine Antworten). Also, gab es eine genauere Erwartungshaltung an ihn mit Zeitplan und detailiertem Projektplan, was bis wann zu erledigen ist. Auch das fuehrte zu nichts. Er hatte null Bock. Wie haette man ihm helfen koennen? Kann man solchen Studenten helfen? Wie findet man einen Draht? Wie geht man damit um, wenn man eine ganze Klasse hat, mit Schuelern, die lieber anderes machen wuerden?


    noch ein Beispiel: mein Kind moechte ein Instrument lernen, aber wenn es zum Ueben kommt, ist immer anderes wichtiger. Zum Musikunterricht geht es aber gerne und wenn es dann man sich ueberwindet, dann spielt es lange und gerne. Wie motiviert man das Kind, dass es regelmaessiger uebt? Oder laesst man einfach los?


    noch ein Beispiel: mein Kind wollte unbedingt Schreibschrift lernen (mit 4 Jahren); die Lehrerin meinte zu ihm, er sei zu jung. Er findet die Buchstaben nach wie vor wunderschoen, aber er hat kein Selbstvertrauen mehr, dass er das selbst lernen koennte, weil er ist ja noch zu klein. Er verschliesst sich da voellig. Gut, er ist klein und braucht es nicht koennen, aber es kommt auch in anderen Situationen immer wieder vor, dass andere sein Selbstinteresse killen. Wie kann man seinem Kind helfen da wieder Motivation zu finden, oder die Meinungen anderer Autoritaetspersonen nicht so ernst zu nehmen?


    Noch ein Beispiel: mein aeltester lernt am liebsten nach 21h. Wenn ich ihn lassen wuerde, wuerde er oft gerne sich einige Stunden mit seinen Themen auseinandersetzen. Nur wird er dann am naechsten Tag totmuede in der Schule sein. Tagsueber ist anderes wichtiger. Er hat ganz klar Motivation, nur zur falschen Zeit. Wie hilft man ihm? Wie macht man das in der Schule, in der die Themen ja sogar stuendlich vorgegeben sind?


    Es ist immer einfach Menschen zu unterrichten, wenn sie selbst Motivation haben, oder man Moeglichkeiten ueber die obengenannten Ideen findet. Aber, was wenn diese klassischen Wege nicht funktionieren? Gibt es da noch weitere Tips und Ideen, vielleicht sogar Buecher? Oder muss man da als Lernbegleiter einfach immer wieder einen individuelle Loesung suchen?

    Bei uns ist Konzentration ein Hauptproblem. Mein grosser findet Schreiben totlangweilig und malt beim Diktatueben gerne nebenher (oder traeumt auch einfach). Bei uns hilft ein Timer und ein daran erinnern, dass das mit der geteilten Aufmerksamkeit nicht so recht funktioniert und dann nichts richtig gut wird (sprich, die Diktate haben zigtausen Fehler und fehlende Satzteile ).

    Wir haben einen Waeschekorb mit Schafsfell ausgelegt und von der Decke gehaengt, das hat anfangs gerreicht. Genutzt haben wir es nur beim 2.. Das erste Baby hasste es allein zu schlafen, und das dritte brauchte es nicht. Beim 2. war es allerdings eine grosse Erleichterung :-)

    Schade, dass ich das erst jetzt lese - wir wohnen in Finistere :-) Nur hat das Leben in den letzten Monaten verquer gespielt. Auf Crozon sind wir oft und gerne :-)

    Es ist nicht nur eine Studie, sondern sehr viele Studien haben einen Zusammenhang festgestellt. Du kannst ja selbst einfach mal nachlesen ;-) Den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalitaet brauchst du mir nicht erklaeren. Wirklich nicht ;-) Das warum ist nicht so klar, das vaginal Mikroklima ist eine Theorie unter anderen.


    Ich habe vor ein paar Jahren einen Vergleich gelesen, dass die Menschen bei uns heute weniger Kalorien essen als in den 70ern, insbesondere weniger Fett, sich aber im Durchschnitt eben auch noch deutlich weniger bewegen.

    Das kenne ich auch so, und auch, dass man seither viel mehr Kohlenhydrate gegessen hat, weil ja Fett ganz ganz boese wurde, was man ja heute wieder anders sieht.

    Es gibt doch Studien die gezeigt haben, dass ein Kaiserschnitt das Übergewichts Risiko des Kindes verdoppelt. Ist halt so. Risiko heißt doch nicht, dass es auf jeden zutrifft, aber auf manche. Und einzelne Gegenbeispiele aendern die Statistik auch nicht.


    Sommerwind . Das meinte ich. Das was Menschen heute weniger an weißem Zucker essen, machen sie bestimmt wett mit den anderen suessungsprodukten. Das geht doch einher mit gemuesechips, die nicht wirklich gesuendee sind, aber halt so tun als ob, oder der muesliriegel statt dem schokokeks, ist eher noch kalorienhaltiger.



    Zur Bewegung unserer Kinder. Ich glaube ja, dass wir unseren Kindern durchaus mehr Freiraum geben koennten. Die Zeiten sind sicher, in anderen Industrienationen, Japan zB, fahren auch schon kleinste Kinder alleine mit unähnlich und Bus oder gehen einkaufen. Aber es ist dort normal. Hier haben die Kinder erst viel späterer diese Freiheiten. In meiner Kindheit dürften wir ab 4 alleine in den Kindergarten laufen. Mit gefährlicher Straße und 1.5km Laufweg. Aber da das alle machten, war das kein Problem. 10 Jahre aparter ging das schon nicht mehr und es galt als unmoeglich und nicht machbar.

    Meine Kinder sind noch nicht so alt, in soweit fehlt mir da wirklich die Erfahrung. Aber ich begleite ihr Lernen gerne, und sie lassen sich bisher auch sehr gut begleiten. Beide auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Ich denke auch, dass das Lernen im klassenverband ganz anders funktioniert, als das Lernen daheim. Vielleicht moegen Paedogogen deshalb kein Homeschooling betreiben. Wobei in unserer Homeschoolingcommunity in den USA sehr viele LehrerInnen waren.

    Vielleicht sind meine Kinder noch nicht alt genug - aber ich habe keine Probleme damit sie beim Lernen zu unterstuetzen. Ich unterrichte gerne, und habe mir da viel beigebracht an didaktischen Faehigkeiten. Wobei meine Erfahrungen sich auf Kindergruppen und Klassen und Studenten beschraenkt. Und das Homeschooling meiner eigenen Kinder. Der Gedanke, dass Eltern keine Lehrer sein sollten oder koennen, ist fuer mich was deutsches und ist im anglophonen Raum nicht so anzutreffen, wo homeschooling erlaubt ist und praktziert wird. Ich denke, da fehlt vielen einfach die Vorstellung und Vorbilder, wie man das machen kann.

    Wir sind noch ein bisschen am Feintuning: dass man "Arschloch" nicht zwingend im Hort während dem ruhigen Spiel schmettern sollte, muss sie noch üben...

    Wobei ich dann immer wieder ueberrascht bin, was fuer Lieder in Europa im Supermarkt/Laden als Hintergrundsmusik laufen, da schlackern mir manchmal die Ohren und meine Kinder fragen nach, was das alles heisst, und warum das ok ist so zu singen....

    Alusra Der Zuckerkonsum ist in den letzten 10Jahren in Deutschland etwas zurueckgegangen, ist aber immernoch hoeher als in den 70ern. Dazu kommt, dass man heutzutage ja gerne auf Alternative Suessungsmittel ausweicht - HOnig, Agave, Ahornsirup etc. Statistiken spukt google aus.


    Der BMI geht seit Jahren stetig nach oben, auch bei Kindern. Kinder koennen sich heute weniger geschickt bewegen und haben weniger Ausdauer - auch dazu gibt es Studien. Und meine Kindheitserfahrungen stimmen nicht mit deinen ueberein. In soweit, scheinst du etwas in einer Insel zu leben.


    Kleidungsgroesse 38 im Jahre 2017 ist nicht gleich der Kleidungsgroesse 38 im Jahre1975 - schon mal Vintagekleider gekauft? Die Industrie passt sich dem Frauenkoerper an. Und frauen wollen immer kleinere Kleidungsgroessen kaufen.

    Ja, Kindergarten ist hier verschulter, aber es wird auch ganz gezielt Bewegung gemacht. Bewegung ist eben auch Teil der Verschulung. Mein Eindruck ist, dass es in Deutschland das Angebot gibt, aber es wird nicht weiter ermutigt. Mag das Kind nicht, dann eben halt nicht.

    Auch bei der Schule seh ich keine krasse Verschlechterung was Bewegung betrifft, auch eher Verbesserung zu meiner Kindheit.

    Ich finde den Sportunterricht deutlich waschiger und weniger fordernd; wobei das ein Ei und Henne Problem ist. Ist der Sportunterricht schlechter, weil die Kinder schlechter sind, oder weil die Lehrer weniger fordern? Oder habe ich dich jetzt falsch verstanden?

    Ich war die einzige meinem Physik LK und weder vor mir noch nach mir gab es ein Maedchen. Das war damals (im Westen) nicht normal. Es wurden viele daemliche Witze gerissen, bring doch nen Kuchen mit, mach mal nen Kaffee. Und wer war fuer die Protokolle zustaendig? Im Studium ging es dann aehnlich weiter....

    Da war ich unklar. Sorry. Ich habe mich anfangs vorsichtiger ausgedrueckt, weil ich mir nicht wirklich sicher war, dass es nur Frauen sind, aber ich kann mich wirklich an keinen einzigen Mann erinnern, der mir je gesagt hat, wie schwierig Mathe ist und was fuer ne Niete er in Mathe war. Und irritierend war und ist fuer mich auch, wenn dabei noch ein gewisser Stolz und eine Selbstverstaendlichkeit miteinhergeht. Ich kann das gar nicht so gut in Worte fassen, was das fuer Gespraeche sind und wie die laufen.

    @Katermaeuschen, ich hoere diese Saetze hauptsaechlich von Frauen und Muettern und die Saetze sollten ein Beispiel oder auch ein moeglicher Grund dafuer sein, warum Maedchen sich weniger Mathematik zu trauen. Ich hoere so etwas nicht von Maennern. Ich kann mich an keinen Mann erinnern, er mir mal sagte "Mathe konnte ich noch nie". Frauen dagegen gibt es wie Sand am Meer. Und dieses Bild vermitteln sie dann als Muetter an ihre Toechter weiter.


    Was denkst du denn, warum es so viele Maedchen gibt, die sich keine Mathe zutrauen und das schon mit 5-6Jahren?

    Sakuko gut, ich kenne Menschen mit Leserechtschreibschwaeche, die sowas sagen. Aber vielleicht ist mein Umfeld doch nicht durchschnittlich? Ich frage mich ja manchmal, wie die Menschen in Island mit dem Thema umgehen - dort ist es doch ziehmlich gleich wie viele Maedchen und Jungen Mathe moegen und koennen.

    Sakuko das glaube ich nicht. Ich habe sowas noch nie zum Thema Aufsatz schreiben gehoert, oder Buecher lesen. Ich lese viel und las ohne Kinder noch viel mehr und noch nie habe ich von jemanden gehoert "Lesen ist einfach nicht mein Ding", oder "im Lesen war ich noch nie wirklich gut". Oder auch in den Homeschooling Communities gibt es so viele Muetter, die sich vor der Mathe fuerchten. Grundschulmathematik! Ich versteh's nicht, das ist reine Arithmetik, und keine Zauberei. Und ich denke durchaus, dass das an die Kinder, besonders Maedchen weitergegeben wird.


    Und Hochschulmathematik ist ja nochmal was ganz anderes als Schulmathematik. Das eine hat mit dem anderen recht wenig zu tun.

    Neulich hab ich mich mit einer Kollegin unterhalten, die (wie ich bis dato nicht wusste) auf einer Mädchenschule war.

    Sie meint, in ihrer Klasse waren die allermeisten Schülerinnen auch der Überzeugung "Mathe kann ich eh nicht."

    Es gab da doch neulich eine Studie, dass selbst 5-6jaehrige Maedchen sich viel weniger zutrauen in Mathe als Jungen. Ich denke, es ist kulturell vorgepraegt. Und wenn ich daran denke, wie oft ich selbst gehoert habe "man, du studierst Physik, das habe ich noch nie kapiert", oder "mathe war nie mein Ding", auch von studierten Frauen, dann wundert mich das nicht, dass die Maedchen auch heute noch so denken.