Beiträge von Miamaria

    Zu dem Berliner Verfahren nochmal: gerade Gemeinschaftsschulen/ISS schauen nicht nur nach dem Schnitt. Je nach Profil können mit Sportaktivitäten, Chormitgliedschaft, Streitschlichter-AG, Verkehrslotsen, Kunstkursen usw. Extrapunkte zugeschrieben werden, die einem vor dem Lostopf bewahren. Und selbst dann kenne ich auch erfolgreiche Widerspruchsnachrücker, wenn die Eltern erfolgreich ins Feld führen können, dass morgens quer durch die Stadt zu fahren unzumutbar ist.

    In Deutschland ist das mit dem "Stallgeruch" nicht so sehr verbreitet, wie z.B. in Frankreich oder Großbritanien. Es geht da aber eher um die Bereiche ganz ganz oben. Auf dem Weg dahin spielen aber soviele Parameter mit rein, dass die allgemeinbindende Schule da nicht so sehr ins Gewicht fällt, vermute ich. Hier studieren ja auch die wenigstens mit denen zusammen, mit denen sie die Schulbank gedrückt haben. Ich fand Bourdieus Argumente dennoch recht aufschlussreich. Denn dass gewisse Kreise eher unter sich bleiben, auch was Partnerschaften angeht, ist ja wohl statistisch untermauerbar. Das hatte Viva auch mal irgendwo verlinkt, oder?

    Ich habe ja nun meine beiden Großen auf einem Gymnasium, was dazu noch einen "elitären" Ruf hat unter Eltern in der Gegend. Ich kann das nichts so bestätigen. Die Kinder haben viel Zeit, die Angebote sind toll und die Lehrkräfte zugewandt. Auf das Vokabellernen achte ich, aber sonst wird sind höchstens mal der Hefter vor einer Arbeit angeschaut. Das berichten auch andere Eltern. Das meiste läuft doch im Unterricht.

    @ Berlin: Hier ist es gar nicht so, dass "alle" aufs Gymnasium wollen. Ich habe letztens mit der Lehrerin einer 6. Klasse gesprochen (aus der sind schon 4 Kinder vorher raus aufs Gymnasium - wobei das alles "Spezialgymnasien" waren: jüdisches, musikalisches und Schnelllerner). Von den jetzigen 6. Klässlern möchte nur einer sich am Gymnasium bewerben, die anderen wollen alle an eine ISS. Da bieten ja viele auch Abitur an.


    Zu den AGs, da bieten aber auch viele Gymnasien ganz tolle Sachen an. Das würde ich mir konkret anschauen, das hat ja nichts mit dem Schultyp zu tun.

    X/


    Ich schließe mich dem allgemeinen Tenor an. Ich habe gerade eben wieder so tolle Beiträge von ihr gelesen und auch Dankesantworterinnen von anderen Userinnen an sie, die ich absolut nachvollziehen konnte. Sie ist auf ihre nicht weichgespülte Art eine tolle Userin, die die Gespräche hier sehr bereichert und auch viel hilft, vielleicht nicht mit "tätscheln", aber mit sehr wertvollen Tipps, Ratschlägen und guten Analysen.

    Hier sieht es genauso aus, mein "Großer" ist mit Abstand der Kleinste in seiner Klasse. Ich bin um jede Hosengröße "froh", die endlich zu klein wird. Aber hier sind es auch die Gene, das ist klar. Sein Papa war ein Langsamwachser (Endgröße dann Durchschnitt, also kein Problem) und ich bin auch eher klein. Meine direkten Verwandten sind gar nicht so kurz geraten, aber auf den Hochzeitsfoto meiner Eltern ist klar zu sehen, dass die geringe Größe von meinem einem Opa stammt (den ich nicht mehr kennen gelernt habe).

    Überbehütet wird meine Tochter nun wirklich nicht. Sie macht es mir mit ihrer doch relativ stark ausgeprägten Ängstlichkeit und vor allem ihrem "Gefallen wollen" (vor allem außer Haus) aber auch nicht ganz leicht, sie sich durchsetzungsstark und den Widrigkeiten trotzend vorzustellen...

    Ja, es geht auch um die Angst, die sich nicht ganz abschütteln lässt. Natürlich möchte ich auch, dass meinen Söhnen nichts Schlimmes geschieht und sie nicht unterdrückt werden, in fiese Strukturen geraten usw. . Aber bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit einfach von vornherein niedriger. Noch hinzu kommt bei uns, dass meine Jungs vom Chrakrakter klar und fest sind. Sie lassen sich auch nicht so schnell ängstigen und verunsichern bzw. haben ihre Strtegien damit umzugehen. Meine Tochter zeigt sich da leider anders und das macht mir derzeit mehr Bauchschmerzen, als es in dem Alter bei den Jungs der Fall war.

    "Die Annahme, dass diese Eigenschaften als weniger wertvoll angesehen sind, ist ja eng mit der Geschlechterzuschreibung verknüpft."


    Was ja an sich schon wahnsinng traurig ist, also die Abwertung des einen gegen das andere. Das wird ja immer wieder gemacht bei vergleichen.

    Wir haben die letzte Plage erfolgreich mit Öl + Essig in allen langen und auch in den lockigen Haaren erfolgreich beseitigt. Sie sind nie wieder gekommen (also nach der zweiten Sicherheitsbehandlung). 15-30 min einwirken lassen, mehrmals mit Shampoo nachwaschen, fertig.

    Aber wäre denn eine neue Krankenkasse überhaupt zuständig, weil die Kosten ja in der alten angfallen sind?


    Wir hatten das mal so ähnlich für unseren Sohn, aber zum Glück nur drei Termine gehabt und nach dem Negativbescheid die Betreuung abgebrochen. Uns wurde auch ein viel weiter entferntere Praxis als möglicher Ausweichort genannt, die wir so nicht hätten geregelt bekommen. Gekündigt haben wir später trotzdem, da kam noch mehr zusammen (war eine BKK).

    Zweitens sehe ich nicht, warum ausgerechnet die EuropäerInnen, mit der eh schon geringen Kinderzahl, ganz auf Kinder verzichten sollen. Es würde viel mehr bringen, wenn die Entwicklungsländer Sozialversicherungen einführen würden und sich dadurch die Familien leisten könnten, weniger Kinder zu bekommen und trotzdem im Alter abgesichert zu sein

    Hier gibt es sehr eindeutige Studien, wonach die Stärkung der Mädchen und Frauen eine Schlüsselrolle zukommt. Sie sind Multiplikatoren. Wenn sie selbst über eine Ehe/Kinderanzahl bestimmen dürfen, sinkt automatisch die Kinderanzahl pro Frau. Jedes Jahr Schulbildung, das ein junges Mädchen bekommt, steigert statistisch ihr zukünftiges Einkommen und senkt ihre statistisch zu erwartene Kinderanzahl. In Europa sank die Geburtenrate auch schon vor der Erfindung/Einführung effektiver Verhütungsmittel sowie von Sozialversicherungen, die Loslösung von althergebrachten Strukturen, in denen den Familien andere vorschrieben wie ein Leben richtig zu führen sei, war damals ausschlaggebend. Wobei natürlich ein abgesichertes Alter sowie Krankenversicherungen oder überhaupt medizinische Versorgung wesentliche Faktoren sein dürften.