Beiträge von Miriam

    Vielleicht kann dir auch dein Hausarzt noch einen Tip geben für einen passenden Facharzt. Oft kennen die sich untereinander doch ganz gut oder kennen zumindest vom hörensagen her, wer sich für welche Themen besonders interessiert.

    Ich würde mich auch mal umhören, ob es einen versierten Arzt für Hüften bei euch gibt. Eine zweite Meinung ist sowieso nicht verkehrt, wenn dir der 1.Arzt nicht wirklich helfen kann. Wir haben für unseren Sohn damals so einen Arzt aufgesucht und das war hilffeich.


    Es gibt auch Kliniken für manuelle Therapie, die ambulant behandeln. Aber ob das für dich das richtige wäre, weiß ich nicht. Mir hat das damals sehr geholfen, als ich in jungen Jahren starke Schmerzen in der Lendenwirbelsäulenregion entwickelt hatte. Da fiel auch den normalen Ärzten damals nichts mehr ein, weil die primär meine Wirbelsäule in den Fokus genommen hatten. In der Klinik hatten die da nochmal einen ganz anderen, neutralen Blick drauf, denn es war bei mir damals ein muskuläres Problem und der Befund an der Bandscheibe nur zufällig auch da. Die gucken halt nochmal alles an, was da so in der Nähe ist. Den Besuch musste ich damals allerdings privat bezahlen, obwohl das approbierte Ärzte sind. Die hatten halt keine Kassenzulassung. Ich weiß nicht, ob das heute so viele Jahre später immer noch so ist. Es war aber in jedem Fall bezahlbar.


    Aufgeben würde ich an dem Punkt jetzt noch nicht, denn du bist eingeschränkt und ob das langfristig das richtige wäre, ist doch ungewiss. Bewegungsmangel ist schließlich auch nicht gerade gut.

    Das ist unfassbar, Nachtkerze 😞 Gewalt in der Pflege ist ja leider auch nochmal so ein Thema. Die meisten Schwestern und Pfleger sind toll. Aber ich hatte auch mal so eine Schwester im Wochenbett, die richtig gemein war. Das macht einen echt fertig.


    Nollaun, ich würde das auch so verstehen, ja. Ich habe die Leitlinie aber nur überflogen gestern, muss ich ehrlich sagen.

    Es gibt noch so einige Probleme Dinge nicht mehr zu machen, die man aber früher immer gemacht hat. Das gilt bestimmt auch für das CTG, könnte ich mir vorstellen. Denn 1. die Patienten erwarten ein CTG in den Wochen vor der Geburt, 2. ist ein CTG ungefährlich/nicht invasiv und womöglich entdeckt man ja doch eine Frau, die ihre Wehen nicht bemerkt. Wobei man sich da dann auch nach der Konsequenz fragen dürfte, wenn das Kind schon kommen darf. Vielleicht gibt es auch noch mehr Punkte, aber hier schreibt ja scheinbar niemand, der in der Geburtshilfe arbeitet und das ausführen könnte.

    Die Krankenkassen hingegen steuern normalerweise sehr wohl gegen, indem Diagnostik, die nicht sicher Sinn hat, einfach nicht mehr bezahlt wird. Ärzte können das dann trotzdem machen, aber bekommen kein Geld dafür. Ob das für das CTG zutrifft, kann ich nicht sagen.

    Insgesamt muss aber im Gesundheitswesen sehr viel immer wieder gerechtfertigt werden. Es gibt da unglaublich viele Regeln, deren Einhaltung viel Zeit kostet.


    Ein Venenzugang gehört da aber sicher nicht dazu. Der kostet fast nichts und wird von daher ohnehin nicht separat bezahlt. Es müsste Untersuchungen geben, welche Risiken ein Zugang hat, denn die gibt es natürlich. Aber das ist dann sicherlich eine allgemeine Untersuchung und passt so nicht auf die Geburtshilfe, denn da muss der Zugang meistens nicht allzulange drin bleiben und die werdenden Mütter sind im Risiko sicher anders als der übliche 70 Jährige Lungenentzündungspatient z.B.

    Vielleicht gibt es ja irgendwo eine kleine Studie dazu, das ist natürlich öglich. Aber ich kenne sie nicht.

    Ein ganz anderes Problem ist die Übergriffigkeit, die durch Ärzte anscheinend immer wieder passiert. Mir selber ist das in den letzten Jahren nicht mehr passiert. In jungen Jahren aber durchaus öfter.

    Es kommt aber ganz ohne Frage auch heute durchaus immer noch vor. Man hört es ja immer wieder. Der eine oder andere Arzt hat hier in der Region seinen Ruf weg.

    Das ist aber längst nicht bei allen Ärzten der Fall. Wie in jeder Berufsgruppe gibt es da schwarze Schafe. In der Geburtshilfe finde ich es trotzdem oft besonders schwierig, weil es da so viele hausinterne Verfahrensanweisungen gibt... da bleibt wenig Raum für freie Gestaltung.


    Jedenfalls kann keine Leitlinie/Statistik für eine gute Arzt-Patienten Beziehung sorgen.

    Eine gute Arzt-Patientenbeziehung alleine ist auch nichts, wenn es an Fachkompetenz mangelt.

    Leitlinien werden von Fachgremien erstellt. Die sind danach für die Ärzte auch grundsätzlich erstmal bindend. Wer davon abweicht, muss dies begründen. Also mal eben anders machen, ist gerade in der Geburtshilfe tückisch, wenn man nicht verklagt werden will.


    Mediziner haben in der Tat weniger Statistik studiert, als es jemand getan hat, der sich eben auf Statistik versiert hat. Allerdings gibt es längst schon entsprechende Abteilungen in den Universitäten, die u.a. wissenschaftliche Untersuchungen begleiten und die Statistik im Auge behalten. So inkompetent scheint mir das ganze nicht zu sein.


    Niemand rät einer 25 Jährigen zur Mammographie, wenn es dafür keinen konkreten Anlass gibt. Das wäre doch auch Unsinn. Das sagt die Empfehlung zur Mammographie doch auch gar nicht aus. Bei den älteren Frauen könnte es aber sinnvoll sein. Abschließend geklärt ist es aber letztlich noch nicht. Die Sache basiert doch auf evidenzbasierten Daten, so weit sie denn vorliegen. Denn Daten aus dem Umland sind nicht zwingend gleichbedeutend für die deutsche Bevölkerung.

    Bei der Mammographie ist nicht die Statistik das Problem. Sondern die ethische Frage, ob es schlimmer ist viele Frauen unnötig zu ängstigen oder alternativ einen zusätzlichen Todesfall in Kauf zu nehmen. Da diese Frage dermassen brisant ist, ist diese Sache auch noch nicht wirklich abschließend geklärt. Die Daten werden noch weiter ausgewertet. Vielleicht wird uns die Untersuchung später nicht mehr angeboten. Ist durchaus denkbar. Und erst dann kann man sagen ‚ist halt so‘.


    Wird die Empfehlung dann vom Fachgremium verabschiedet, hat sich der Arzt aber erstmal daran zu halten eigentlich. Ich denke, es hat erhebliche Vorteile wenn nicht jeder Arzt alles neu erfinden muss, sondern gewisse Abläufe auch standartisiert sind mit der Option abzuweichen, wenn es sinnvoll erscheint. Eben weil ein Arzt Medizin studiert hat und nicht primär Statistik. Es ist also sinnvoll, wenn gewisse Dinge von Fachgremien eingeschätzt werden. An den Universitäten gibt es inzwischen mathematische Institute, die den Statistikteil im Auge behalten bei den wissenschaftlichen Abhandlungen und da kommt zumindest hier auch keiner dran vorbei.


    Die Leitlinien sollen aus wissenschaftlichen Arbeiten hervorgehen. Evidenzbasierte Daten sind dafür entscheidend. Man kann in der Leitlinie auch nachlesen, wie sicher evidenzbasiert die Empfehlung eigentlich ist. Da gibt es jeweils Abstufungen in der Formulierung. Problem ist aber: es gibt längst nicht immer evidenzbasierte Daten... ist vielleicht auch eine Frage der Finanzierung oft. Bzw. wirft man sich eher auf die besonders wichtigen Fragestellungen. Und wenn es keine Daten gibt, wirds kompliziert. Steht aber schon dann auch so drin in den Leitlinien.


    Alles hat seine Tücken... Ich hab z.B. damals auch viel auf die Aussage vertraut, Hausgeburten wären sicherer, weil Interventionsarm. Und da ist unter bestimmten Gesichtspunkten auch vielleicht durchaus was dran. Mir ging es jedenfalls bei Geburt 2 (Hausgeburt) super, während Geburt 1 (Krankenhaus) durch unnötige Interventionen verpfuscht wurde.

    Aber diese Daten sind halt auch alles andere als evidenzbasiert. Es gehen halt nur gesunde Frauen in ein Geburtshaus oder machen eine Hausgeburt. So funktioniert die Statistik dann ja auch nicht. Sondern es erscheint uns nur plausibel. Diese Daten sind überhaupt nicht vergleichbar.


    Wenn man jetzt zum Zugang zurückkommt. Es gibt wahrscheinlich keine Daten, das ein Zugang das Leben der Mutter retten kann. Aber es gibt umgekehrt eben auch keine Untersuchung, das er das nicht könnte. Wenn man dann mal jemanden mit Hypovolämie erlebt hat, entscheidet man dann eben eher so oder anders. Deswegen hätte ich mir als junge Frau damals eher keinen Zugang machen lassen. Und würde es heute anders sehen, weil ich letztes Jahr in einer ganz anderen Situation mal gesehen habe was eine Hypovolämie mit einem jungen Mann gemacht hat, der eigentlich Sportlervenen hatte. Das ändert eben die Perspektive.


    Hier ist mal eine Leitlinie zum Thema CTG: http://www.awmf.org/uploads/tx…schaft_Geburt_2014-06.pdf Ich hab sie nur überflogenund hab schon schönere Leitlinien gesehen. Aber sie passt noch am ehesten zum Thema hier.

    huehnchen69, mir geht es eigentlich nicht nur um die Bewertung von Stastiken. Das ist sicher ein wichtiger Punkt in diesem Strang! Ich habe aber keine Lust diesbezüglich jetzt auf Literatursuche zu gehen, da ich weder ein Kind erwarte, noch beabsichtige Hebamme o.ä. zu werden.

    Es geht mir eher darum auch die Persepektive von Leuten aus der Medizin aufzuzeigen. Und dafür ist das auch mit der Mammographie so ein Beispiel. Rein statistisch gesehen ist diese Untersuchung durchaus fragwürdig. Eben weil man auch nicht wissen kann, wie schlecht es den falsch-positiv getesteten Frauen geht. Deswegen finde ich das auch ein günstiges Beispiel, weil es kontrovers ist. Denn jetzt erst kommt die emotionale Komponente zu tragen. Ich habe die genauen Zahlen nicht mehr im Kopf.

    Es geht um diesen speziellen Einzelfall. Nur diese eine Frau. Wie würde es dem niedergelassenen Frauenarzt gehen, wenn er vom Screening abgeraten hat und dann ist diese Frau erkrankt und er hat sie da sitzen in seiner Praxis? Und fragt sich, ob er sie doch lieber überzeugt hätte dort hinzugehen...

    Um diesbezüglich sich selber zu schützen, kann ein Arzt sicherlich ergebnisoffen beraten und das ist auch das Ziel der Sache eigentlich und sollte Ergebnis dieses Seminars oben sein. Aber wenn man dann mal ein Rollenspiel macht, stellt man erst fest, wie schwer das ist sich komplett neutral zu verhalten. Ich hab das damals ausprobiert. Ich habe die Ärztin gespielt und eine Freundin die Patientin und es gab noch 5 Zuschauer. Die ‚Patientin‘ fühlte sich mit der Entscheidung überfordert und hat mir wieder gespiegelt, dass ihr das zu wenig war. Sie hat unbewusst darauf gewartet, dass ich ihr jetzt irgendwas rate. Die Zuschauer haben die Neutralität der Beratung beobachtet und waren zufrieden. Sie konnten aber nachvollziehen, warum die ‚Patientin‘ sich überfordert fühlte, weil es eben keinen Rat in die eine oder andere Richtung gab. War also auch wieder nicht richtig.


    Wäre ich jetzt Gynäkologin in einem Kreissaal würde ich wohl auch eine neutrale Beratung anstreben. Ich hatte ja selber eine Hausgeburt. Aber dazu gehört dann u.U, auch Tacheles reden und sagen, was im schlimmsten Fall passieren kann. Das wird dann aber von der Frau wiederrum als Drohung aufgefasst, was irgendwie logisch ist. Wie soll man denn bei solchen Sachen vorgehen, die emotional stark besetzt sind, aber trotzdem besprochen werden müssten? Da erscheint es als Arzt wirklich im ersten Moment einfacher einen Zugang zu legen und man erspart sich ein Gespräch, was einfach gar nicht neutral laufen kann, weil die Gefahr von Blutungen den Frauen Angst macht.


    Ich muss jetzt erst zur Arbeit....

    Nochmal wegen der Sichtweise von Ärzten... ich hab mir das mal überlegt. Wenn es jetzt meinetwegen ein statistisches Risiko von 3% gäbe eine schwere Blutung zu erleiden, die einen schnellen Zugang erfordern würde...


    Wäre ich jetzt die Schwangere, würde ich denken: ‚Na gut, 3% sind nicht wenig. Aber wahrscheinlich triffts mich ja wohl eher nicht‘. Und das ist ja auch realistisch und ich könnte mich sogesehen evt. auch gegen den Zugang entscheiden.


    Wenn man jetzt aber der Arzt ist, dann gehts ja nicht mehr nur um diese speziell eine Geburt. Sondern der Arzt wird in jedem Fall im Laufe des Jahres mehrmals mit diesem Notfall konfrontiert werden. Nur eben ohne vorher zu wissen, wen es treffen wird. Und da wäre es ganz schön vermessen zu sagen, die 3% wären weniger wichtig.


    Wir hatten was ähnliches in einem Seminar. Da ging es exemplarisch um das Brustkrebsvorsorgescreening und ob da die Risiken und der Aufwand überhaupt im Verhältnis stehen. Also um die Bewertung statistischer Daten. Wir waren uns im Seminar schnell einig, dass das Brustkrebsscreening eigentlich totaler Quatsch ist, weil es so viele falsch-positive Ergebnisse gibt und entsprechend viele Frauen unnötig Angst haben. Der Seminarleiter sagte dann nur ganz trocken zu uns: „Die Argumentation ist sicher richtig. Aber Sie haben trotzdem gerade eine Frau zum Tode verurteilt. Bitte bedenken Sie das auch“. Für Ärzte kann einfach diese eine Frau nicht egal sein, denn er ist an ihrer Seite beim sterben. Sehr wohl möglich ist hingegen sicherlich über das reale Risiko aufzuklären und dann die Entscheidung der Patientin zu überlassen...


    Oder ein anderes Beispiel. Meine Hausgeburtshebamme von damals, die ich ansonsten sehr schätze, rät den jungen Müttern davon ab beim Baby den Stoffwechselscreeningtest machen zu lassen, weil man dafür ja Blut abnehmen muss aus der Ferse. Das geht mir bis heute nach, denn dieser Test kann für ein kranken Kind lebensrettend sein oder zumindest vor lebenslanger schwerer Schädigung bewahren. Wenn man die Erkrankung dem Kind anmerkt, ist es schon zu spät und Schäden sind schon da. Natürlich ist das statistische Risiko für jedes Baby klein. Von daher kann man sich als Mutter so entscheiden. Denn da geht es nur um dieses eine Kind.

    Aber als Hebamme vom Screening abzuraten, finde ich unfassbar, denn sie wird in ihrer Laufbahn theoretisch durchaus mal ein Baby übersehen so. Einfach weil eine Hebamme an alle Kinder denken muss und nicht nur an dieses eine. Denn sie wird bei den vielen Geburten irgendwann die Nadel im Heuhaufen wirklich finden. Und dann ist Holland in Not.

    Es ist moralisch doch wohl in Ordnung alle Babys kurz zu ärgern, damit auch die kranken Kinder überleben.

    Was meinst du denn mit Asthmaspray?

    Cortisonsprays wirken frühestens nach einer Woche langsam, wenn man neu anfängt und es auch regelmässig anwendet. Das kann sinnvoll sein, muss aber dein Arzt mit dir entscheiden. Leute, die noch wochenlang nach einem Infekt husten, profitieren manchmal davon. Für Asthmatiker ist es fast immer zwingend nötig.


    Oder meinst du ein Spray, das die Bronchien weit stellt? Das hilft natürlich nur dann, wenn die Atemwege wirklich spastisch zu sind, was ja nicht unbedingt der Fall sein muss, wenn du sonst kein Asthma hast. Das kann dir auch nur dein Arzt sagen, wie er das einschätzt.


    Genug trinken ist eine Maßnahme, die auch sinnvoll ist... wenn die Schleimhäute trocken sind, reizt das noch zusätzlich.

    Zitat Nollaun: „Nicht jeder Notfall erfordert einen Zugang, siehe oben das Beispiel mit dem direkten Spritzen mancher Mittel.„


    Aber dafür braucht man auch trotzdem eine Vene. Und wenn man die nicht mehr auffinden kann, ist das keine gangbare Lösung.

    Ich würde mir heute einen Zugang eher lieber früh legen lassen, wenn man das noch ganz in Ruhe machen kann und der Arzt Zeit hat sorgfältig die optimale Stelle zu suchen. So wurde es bei meiner ersten Geburt damals auch gemacht und als es dann stressig wurde unter der Geburt fand ich sowieso schon die ganze Aufregung schlimm. Da hätte ich auch keine Freude mehr am Zugang legen gehabt und die Leute um mich rum erst Recht nicht.

    Ein Notfallkatheter über den Hals wäre so mein persönlicher Albtraum, weil das nicht ungefährlich ist, wenn man das auch noch schnell machen muss. Man kann auch den Knochen anbohren, wenn es wirklich dringend ist und darüber Infusionen geben. Stelle ich mir persönlich aber auch nicht gerade angenehm vor. Sprich: das möchte ich für mich wirklich nicht riskieren. Das darf aber jeder für sich abwägen, das ist klar. Nur sollte man das wissen, finde ich, worauf man sich im schlimmsten Fall so einlässt, damit man das für sich abwägen kann.

    Außerdem habe ich relativ schlechte Venen und ich hab schon mehrfach bei Krankheit erlebt, dass es bei mir schnell ausgesprochen schwierig wird überhaupt noch Blut abzunehmen. Ein Zugang wäre da noch komplizierter, weil die Dinger sind ja doch noch etwas dicker.


    Mein 2.Kind war dann eine Hausgeburt ohne Venenzugang. Wenn alles gut läuft, ist das natürlich viel schöner. Aber da habe ich mich damals eben auch bewusst dafür entschieden, dass es im Notfall dann richtig blöd sein könnte. Das habe ich damals für mich abgewogen.


    Wenn du keinen Zugang möchtest, würde ich also den Ärzten wohl signalisieren, das dir klar ist, welche Problematik dies im schlimmsten Fall bedeutet und du dich aber trotzdem so entschieden hast. Es kann sein, dass denen das im ersten Moment trotzdem nicht zusagt, weil die Ärzte ja meistens dann die Anweisung vom Chef haben, eben immer einen Zugang zu legen und sicher auch hinter dieser Dienstanweisung auch stehen. Aber netto werden die das schon akzeptieren, wenn du klar und deutlich sagst, dass dir evt. Risiken bewusst sind und du aber trotzdem so entscheidest. Denn dann können die das so in deine Akte reinschreiben und sind dann eigentlich aus dem Schneider (wenn der Zugang dort eigentlich Standart wäre, würde man sonst später womöglich befürchten, der Arzt hätte den Zugang vergessen und entsprechend einen hausinternen Fehler begangen).

    Das könnte dann tatsächlich ein persönliches Problem sein, was es nur hier gibt. Wir haben einen Hausarzt am Ort. Der ist aber der Ehemann von der Kinderärztin, die ihre Praxis eben im anderen Stadtteil hat. Die wünschen es nicht, wenn da hin-und hergewechselt wird. Theoretisch dürften die das ja eigentlich trotzdem nicht merken. Praktisch habe ich es aber schon einmal gemacht, weil kein Auto da war und es kam nicht so gut an.


    Aber ansonsten stimmt das. Das ist wirklich eine Option, die in vielen Fällen funktionieren könnte.

    Nee, ist hier schwierig ohne Auto zum KIA zu kommen. Da ist man ziemlich lange unterwegs. Wäre das Kind fit genug für so eine Tour, könnte es auch einfach zur Schule gehen.

    Ich vermute jetzt mal, es geht den meisten Leuten eher so, weil es wird ja nicht in jedem Stadtteil ein Kinderarzt zugelassen. Es sei denn man wohnt jetzt ganz zentral.


    Ich schätze, ich würde im Fall des Falles beim nächsten Mal das Sekretariat anrufen und mich dann von der Klassenlehrerin zurückrufen lassen. Sie kann dann ja zuhause einen Kontrollanruf machen, wenn sie möchte. Aber ich werde nicht zuhause bleiben, wenn es bloss um ein Attest geht und nicht weil das Kind mich braucht. Die Lehrerin würde daraufhin vermutlich sperren. Ergo müsste man sich dann an den Schulrektor wenden usw. Aber das muss man wohl wirklich mal ausprobieren, was passiert. Solange es kein Abschlussjahrgang ist, dürfte ja theoretisch letztlich nicht viel passieren können.

    Puuh, mein Sohn kam vorhin in die Küche und meinte, es stimmt was nicht. Ich habe schon einen Adrenalinschub bekommen, denn mein Mann und ich können heute beide nicht frei nehmen. Mein Sohn wäre in der Lage bei Krankheit auch ein paar Stunden alleine hier zu bleiben, solange er nicht richtig dolle krank ist. Aber heute ist ja der letzte Tag vor den Ferien... und der KIA hat heute Abend nicht mehr auf.... Es stellte sich dann raus, das es doch was anderes war beim Kind.

    Aber wer zahlt denn den Verdienstausfall, wenn die Eltern keine Kindkranktage mehr haben altersbedingt, wenn der ganze Schaden nur der Attestpflicht zuzurechnen ist? Der Gesetzgeber geht ja offenbar auch davon aus, dass Jugendliche auch mal alleine zuhause ausruhen können, wenn sie erkältet sind? Ist einfach nur dumm.

    Eine gesetzliche Grundlage würde mich da auch mal interessieren. Vielleicht frage ich nächstes Mal mal die Lehrerin, die uns da geschimpft hatte.

    Diese Atteste kosten hier schon 25 Jahre lang 5 Euro. Und eine AU wird hier für Kinder nicht ausgestellt. Die Praxen haben sich damals einheitlich für diese Gebühr entschieden und da gibt es auch keine Ausnahmen oder mogeln. Mag auch ein gewisser Protest dahinter stecken, weil diese Schulatteste auch für die Ärzte lästig sind. Oft sind die Kinder gar nicht so krank, so dass mind. die Hälfte der Kinder gar nicht zum Arzt kämen, wenn es diese Attestregelungen nicht gäbe.


    Ich ärgere mich da eher über die Schulen. Ich bin letztes Mal angeschnauzt worden, weil wir kein Attest besorgt haben. Mein Mann wusste das nicht und ich war selber nicht zuhause. Die kennen uns, der Bruder ist zeitgleich normal in der Schule. Wir fehlen sonst nie um die Ferien herum. Da mag doch auch ein bisschen Augenmaß möglich sein.

    Die können meinetwegen bei uns anrufen und kontrollieren, dass das Kind tatsächlich zuhause fristet. Aber das wir extra nur wegen eines Attestes zum Kinderarzt kutschieren müssen, dort ewig warten und noch mehr Krankheiten mit heim nehmen, dabei leidet mein Sohn... weil er Migräne hat, bei der der Arzt doch nichts tun kann. Find ich unnötig und unmöglich.

    Die Schule kann es ohne Attest nicht kontrollieren. Der Kinderarzt kann eigentlich auch kein Attest ausstellen ohne das Kind gesehen zu haben. Der Leidtragende ist das Kind. Nur weil andere Leute meinen sich nicht an die Regeln halten zu müssen (Ferien beginnen eben nicht schon am Freitag).

    Ich glaube die Kardiologen setzen da auch erstmal auf die hausärztliche Versorgung und wenn die nicht ausreicht eben auf die stationäre Versorgung. Die meisten niedergelassenen Fachärzte kümmern sich primär eher um chronisch Kranke, sehen sich aber eher nicht als Akuttherapeuten. Ich habe seltenst je einen akuten Facharzttermin bekommen, egal wie dringend es ist. Theoretisch sollen die Hausärzte das im wesentlichen leisten. Was sicherlich auch viel verlangt ist.


    In eurem Fall könnte deine Mutter vielleicht profitieren, wenn sie kurzfristig unterkommt, wenn der Hausarzt selber keine Idee mehr hat. Wobei es eben durchaus Therapieoptionen gibt, die man ambulant nicht machen kann. Dann liefe es doch auf die stationäre Aufnahme hinaus.


    Die Chance einen Facharzttermin spontan zu bekommen steigt, wenn euer Hausarzt nächstes Mal versucht einen dringenden Termin zu erwirken. Ob das mit diesen speziellen Überweisungen auch gut funktioniert, habe ich noch nicht ausprobiert.

    Die MMR Impfung kann sie doch jetzt noch machen lassen. Das ist zeitlich drin.

    Und mit der Hepatitis B Impfung kann sie zumindest noch starten. Ob der Impftiter bis dahin ausreicht, ist nicht unbedingt gesagt. Aber: es gibt nicht wenige Menschen, die generell nicht auf die Hep B Impfung ansprechen und diese Leute dürfen auch trotzdem im Krankenhaus arbeiten. Für sie gelten aber tlw. dann andere Regeln, wenn doch mal was schief gelaufen ist.


    Eine richtige Impfpflicht gibt es eigentlich nicht. Aber die Krankenhäuser dürfen sich ihre Praktikanten natürlich aussuchen. Und mit der Berufsgenossenschaft kann das halt schon Scherereien geben, wenn da was passiert. Daher kann ich die Ablehnung an dem Punkt schon irgendwie nachvollziehen.


    Ansonsten ist das für den Kinderarzt so eine Sache. Das Mädchen darf selber entscheiden, sobald sie die nötige Reife hat. Der Kinderarzt will vermutlich lieber eine einstimmige Lösung mit den Erziehungsberechtigten finden um Ärger zu vermeiden. Im Grunde darf er das Mädchen aber wirklich impfen, wenn sie das so will und die Sache auch versteht, auch wenn die Eltern dies nicht möchten. Deswegen können Mädchen auch irgendwann die Pille bekommen ohne die Eltern zu fragen.

    Kind im Krankenhaus klingt nach großem Streß.

    Mir geht es da wie Zitrulle. Wenn ich Gastritis bekomme, weil einfach gerade alles etwas viel wird, dann nehme ich lieber einen Protonenpumpenhemmer für ein paar Tage. Das hilft schnell und effektiv. Weil die Bauchschmerzen dann richtig fies sind und man dummerweise gleichzeitig auch voll einsatzbereit bleiben muss. Im Krankenhaus gibt es die sicher vorrätig. Ist nur die Frage, ob sie dir davon geben dürfen, wenn du nicht Patientin bist.

    Kann vielleicht jemand zu deinem Hausarzt gehen für dich und ein Rezept organisieren? Wenn du vorher dort anrufst und deine Situation schilderst, wird dein Hausarzt das bestimmt so verordnen für ein paar Tage. Ist ja nicht ungewöhnlich.


    Wenn ich mir ‚nur‘ den Magen verdorben habe, ist es was anderes. Dann probiere ich es auch eher mit den den Tips, die hier im Strang alle schon genannt wurden (Nüsse kauen, Haferschleim etc.). Aber wenn deutlich Streß dazu kommt, reicht mir das nicht.

    Sehr schön! Welches Glück für den Mann, das ihr dort gewesen seid!


    Wenn deine Kleidung sich nicht mehr waschen lässt oder beschädigt wurde, hast du einen Haftpflichtanspruch der Versicherung des Patienten ggü. Da kann die Polizei für dich die Kontakte vermitteln.

    Mir wurde das letztes Jahr gleich angeboten, als ich in einer nicht unähnlichen Situation war. Meine Kleidung lies sich aber reinigen, so dass ich darauf verzichtet habe.

    Dafür punktest du gesundheitlich ;-)


    Ich bin immer gerne mit dem Rad gefahren. Zum umziehen brauche ich vielleicht 5 min plus 2 min Waschbecken, wenn es warm ist, um sich mal kurz zu erfrischen.

    Dafür ist der Parkplatz für Räder deutlich näher am Haus, so dass ich netto bei 10km Fahrt eigentlich nahezu gleichschnell an der Uni/am Einsatzort war.


    Leider muss ich die nächsten Wochen 15 km pro Weg fahren und dies auch noch bergauf. Da ist es für mich dann nicht mehr realistisch mit dem Rad zu fahren. Aber mir fehlt die tägliche Fahrradrunde jetzt schon. Für die Stimmung hatte das durchaus positive Aspekte.

    Na ja, im Moment sind aber auch wirklich unglaublich viele Leute krank. Da habe ich dann schon Verständnis, wenn der Hausarzt Probleme hat noch alle dran zu nehmen. So viele Leute kann man kaum abarbeiten. Die Freude des Arztes hält sich da auch in Grenzen.


    Hier kommt man zeitnah dran, wenn man einen Termin hat. Wenn man als Notfall dazwischenkommen muss, versuchen die Arzthelferinnen die Leute möglichst zwischen den Terminen zu verteilen, aber das klappt nicht immer optimal. Im Prinzip sind für einen Notfalltermin 5 min eingeplant. Für einen normalen Termin planen die meisten Ärzte hier 10-15 min ein, weil das oft dann längere Gespräche sind. Aber manchmal reicht die Zeit dann trotzdem nicht aus. Wenn sich Krankheitswellen abzeichnen, vergeben die weniger geplante Termine, aber das kann man halt auch nicht den ganzen Winter so machen.


    Und dann gibt es ja noch die richtigen Notfälle... damit habe ich selber letztes Jahr mal die Sprechstunde gekillt, weil ich mit akuter Luftnot/Fieber einfach nicht warten konnte. Dafür mussten dann alle anderen Patienten länger warten. Ist dann halt so. Und ich war da echt froh. Die Arzthelferin hat sofort bemerkt, dass ich am Ende bin und sofort dran kommen muss. Dafür warte ich dann beim nächsten Mal auch gerne was länger.


    Ich hab vor 20 Jahren mal bei einem Kinderarzt gearbeitet. Da mussten die Leute auch sehr lange warten im Winter. Von der Terminplanung her hätte man das nur entzerren können, wenn man von vorneherein Termine ausserhalb der Sprechstundenzeit ausgegeben hätte. Wir haben das auch mal ausprobiert. Es zeigte sich dann aber, dass die Leute dann von neuen Sprechstundenzeiten ausgegangen sind und wir dann ausserhalb der Winterschnupfensaison die Leute nicht mehr motivieren konnten zu den üblichen Sprechstundenzeiten zu kommen. Das im Sommer die Praxis im Mittag oder auch abends um 20 Uhr geschlossen ist, wollten die Leute dann nicht mehr einsehen.


    Schlecht geplante Praxen gibt es aber sicherlich auch. Bei meiner Gyn warte ich z.B. immer 1-1,5h. Und das ist dann auch zu verstehen, wenn es mal so ist. Aber wenn es immer so ist, wundere ich mich doch etwas, weil Gyns ja nicht so oft Notfälle betreuen.

    Aber gerade die Hausärzte und Kinderärzte haben es schon schwer mit dem Terminwesen.