Betreuung für Säuglinge und Kinder unter 3 Jahren

  • Ich bin so frei und eröffne den Diskussionsthread, um Yolandas Thema nicht zu sprengen.


    Als erstes werfe ich mal einige von R.H.Largos Kriterien, die eine Tagesstätte erfüllen muss, in den Raum (in der Neuauflage von Babyjahre, Anhang):
    - Gruppengrösse: 8 Plätze für 1 Säugling und 7 Kleinkinder; 10 Plätze für 2 bis 6jährige Kinder
    - Kinderbetreuerverhältnisse: jünger als 18 Monate: eine anwesende (!!!) Person für 2 bis 3 Kinder; 18-36 Monate: 1:4; 37-60 Monate 1:5
    - Mehr als eine Bezugsperson, das Kind hat jederzeit Zugang zu einer vertrauten Person
    - eine ausgebildete Person auf eine nicht ausgebildete Person (PraktikantInnen und Lehrlinge)
    - Gruppenstabilität: mehrheitlich feste Wochen/Tagesgruppe.


    Bei uns waren/sind die Betreuerverhältnisse wie bei Littlebeaver beschrieben, bei Säuglingen 1:2 - und das heisst nicht das, was Trin beschreibt, dass dieses Verhältnis nur auf dem Papier besteht - sondern das hat (mit aussergewöhnlichen Engpässen von Krankheit etc. mal als Ausnahme) tatsächlich so zu bestehen, auch an den Randzeiten. Und das wird - zum Glück - auch kontrolliert.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Hallo,


    Talpa, ich hab einfach lange genug da gearbeitet um zu wissen, daß es HIER anders ist. Und daß ich HIER kein Kind in die Krippe geben würde. Dabei spielt für mich die Einstellung der Leute (erschreckend viele halten nichts von bedürfnisorientiertem Umgang oder verstehen darunter etwas völlig anderes als ich) fast die größere Rolle gegenüber dem Betreuerverhältnis, aber auch das ist einfach mies und wird nicht besser.


    Wie wird das eigentlich finanziert, wenn die öffentliche Vorgabe ist: 1 zu 6 (1 Vollkraft auf 6 VOLL = 9 Stunden angemeldete Kinder) und die gesamte Öffnungszeit abgedeckt werden muss und die meisten Kindr "nur" 6 stunden angemeldet sind (und dann logischerweise 3 Kinder für 2 Zählplätze braucht, bei 4-Stundenkindern noch mehr)?
    Woher sollen dann die Leute kommen?


    Und ich sah auch, daß die Eltern, auch die engagierten, leider meist nur einen Bruchteil dessen mitbekommen, was läuft. Ich war teilweise echt entsetzt darüber, daß sie das ihren Kindern zumuten, bis ich merkte, daß sie es tatsächlich nicht mitbekommen. Damit will ich keinem hier im Forum so was unterstellen, es war meine Wahrnehmung HIER.


    Aber ich werde nicht in die Diskussion einsteigen, mit nachdenklichen Bemerkungen zu Krippenbetreuung hat man in diesem Forum von vorn herein verloren (das haben mir die Diskussionen der letzten jahre gezeigt) und dazu fehlt mir derzeit einfach die Kraft... (Die geht derzeit drauf, um teilweise in Doppeldiensten Kinder zu betreuen...)

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Zitat von »ginger«
    Mein drittes Kind ist nun ein halbes Jahr und ich kann mir eben gar nicht vorstellen wie sowas funktionieren kann. Wie ist
    Da der Betreuungsschlüssel. Wer trägt die Babies, wer wickelt, wer tröstet. Was machen die da mit denen??


    Ich setze hier mal an:
    Es trägt, wickelt, tröstet, füttert, spielt etc. wer immer dem Kind bekannt und vertraut ist. Will heissen, erstmal nur die erste BezugserzieherIn, dann wird möglichst noch in der Eingewöhnungsphase mindestens eine zweite Person eingeführt - und dann langsam ausgedehnt.
    Oft ist es so, dass eine Person vielleicht gerade mit drei, vier Kindern ein Büchlein anschaut und eine zweite wickelt gerade zwei Kinder (natürlich hintereinander, aber Mäxchen kommt immer so gerne mit ins Bad wenn Fienchen gewickelt wird, da geht das in einem Aufwasch), während die dritte ein Kind in den Schlaf begleitet und die vierte, evtl mit Kinderhilfe, den Znüni vorbereitet.


    Eine sehr wichtige Funktion bei Säuglingen haben die täglichen Übergabegespräche (sie sind auch Teil der Ausbildung, was war X letzthin stolz, als sie ihr erstes Gespräch selbst führen durfte). Von praktischen Details (geschlafen von-bis, gegessen was-wieviel-wann über "hat heute vor allem im Bällebad gespielt" zu "oh, der Entwicklungsschritt war aber mächtig" gehört da alles rein und sollte nur in absoluten Ausnahmen weggelassen werden.
    Der Dialog zwischen Bezugspersonen und Eltern ist wahnsinnig wichtig!


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Trin, bitte, bleib da! Ich finde Deine nachdenklichen Worte sehr wichtig!
    Und Du hast vollkommen recht, in das was Du beschreibst, würde ich MEIN Kind auch nicht geben, wenn ich es auch nur irgendwie vermeiden könnte.


    Ich kann mal versuchen aufzudröseln, wie das zu finanzieren und zu regeln ist - also, wir sprechen da von den hiesigen Gruppengrössen, 6-8 Kinder, in unserem Fall 2 Gruppen in einem Haus, eine "Kleine" und eine "Grosse".
    Arbeitszeit ist hier 8,4 Stunden. Das heisst, mit Frühdienst und Spätdienst können die Öffnungszeiten so abgedeckt werden, dass die meiste Zeit die "Vollbesetzung" an Betreuungspersonal da ist. Die wenigsten Eltern geben ihre Kinder täglich die volle Öffnungszeit ab, die meisten lösen das ähnlich wie wir: einer gibt ab, einer holt - dann gibt das durchschnittlich 7-8 Stunden pro Kind, würde ich schätzen. Wenn man jetzt noch die Dienstpläne so taktet, dass sie mit den üblichen Bring-Holzeiten der Kinder zusammenfallen, geht das wirklich, dass nur ganz selten mal ("Huch, was ist denn heute los, alle Eltern kommen so früh") wirklich längere Zeit zuwenig Leute im Haus sind.
    In unserem Fall deckt unter anderem die Krippenleiterin eine der Randzeiten ab - so hat sie zwei Fliegen mit einer Klappe: sie kennt die Kinder und Eltern besser und es gibt weniger Engpässe.


    Finanziert? Nunja, ich denke mal, unsere Beiträge sind schon nicht ganz mit denen in Deutschland zu vergleichen. Auch für von der Stadt subventionierte Plätze geht immer noch ein nicht unerheblicher Teil des Einkommens für die Betreuung drauf - aber ehrlich, das ist es wert!


    Also nochmal: ich finde es sehr wichtig, dass Du mitdiskutierst - denn Du siehst die andere Seite, Du kannst auch sagen, was Du aus ErzieherInnensicht wichtig und nötig findest. Und eben, wie es möglich ist, auch ein "nicht eigenes" Kind bedürfnisorientiert zu betreuen.
    Ich würde mich über Deinen Input sehr freuen!


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich selber kann auch sagen,hier kommen auf 10 U3 Kinder nur 2 Erzieher. Es weinte immer wieder ein Kind ohne das sich wer gekümmert hätte.
    Ich habe meinen Sohn wieder raus genommen,die Einstellung sie heulen 3 Wochen und dann haben sie verstanden das es schön ist,ist ein no go!
    Wobei wir hier auch Krippen haben die da deutlich besser sind und eine langsame Eingewöhnung machen und sich kümmern.

    Liebe Grüße,Lakritze mit Sohn 10.09, Bonussohn 1.05 und Käfermäuschen 2.17

  • Auch hier eine kritsche Stimme: "Nein, ich würde mein Kind bei den Zuständen bei uns NIE in eine Krippe geben." Hier gibt es auch 12 Plätze für Kinder ab 8 Wochen. Dafür zuständig 1 ausgebildete Erzieherin und 1 Helferin. 1 Ersatzkraft falls wer krank ist kann angerufen werden. Niemals möchte ich, dass mein Kind in so einem jungen Alter eine 1:6 Betreuung hat und ich bin auch der Meinung, dass ein Helfer nicht für 6 Kinder zuständig sein sollte. Ich kann und will mir nicht vorstellen, wie das funktioniert. Selbst wenn nicht immer alle das sind und ein paar Kinder evtl. schlafen. Was ist wenn einer gerade wickelt und ein anderes Kind erbricht? Oder 3 Kinder weinen gleichzeitig?
    Ich hatte als Schülerin im Krankenhaus immer 4 Kinder pro Schicht (bei den Frühchen!) und das war extrem! Noch 2 mehr, bei denen sich schon einige fortbewegen und essen können usw. Nein, ich kanns mir nicht vorstellen!
    Ich bleibe zu Hause bis mein Sohn ca. 2 Jahre ist und dann arbeiten wir beide Teilzeit. Der Rest der Zeit wird von einer guten Freundin (ebenfalls mit 2 Kindern) abgedeckt, die mein Sohn von Geburt auf kennt! Und mit 3 schauen wir dann mal, ob er schon in den Kindergarten kann.
    Ich habe nichts gegen Fremdbetreuung und bin mir sicher, dass es bei vielen aus finanziellen und persönlichen Gründen nicht ohne Krippe geht, aber ich würde das solange es geht vermeiden wollen....

  • Ich bin ganz fest überzeugt, dass der Betreuungsschlüssel einer der wichtigsten Faktoren überhaupt ist - so liebevoll und bedürfnisorientiert kann eine Person gar nicht sein, dass sie 10 Kindern permanent gerecht wird.


    Das ist also für mich ein Muss - und das pädagogische Konzept dann die Kür, da haben die Eltern wieder unterschiedliche Präferenzen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich Reihe mich mal in trins nachdenklichen Worte ein.
    Ich bin zwar nicht direkt in der Krippe, aber sie ist im Haus und ich habe schon da vertreten (allein das ist ja nicht wirklich kindgerecht) und zu uns in den Kindergarten kommen die Kinder ab 2 Jahren.


    Der Personalschlüssel von largo ist traumhaft - in Regelkatalog wird der garantiert niemals durchgesetzt. Ichseheauch, dass selbst bei den Eltern die ansprüche am Kind nicht so hoch sind. "Satt und sauber" ist leider oft Devise auf beiden Seiten.

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Vorab: Für mich wäre es undenkbar ein Kind abzugeben mit 6 Monaten da ich davon überzeugt bin dass mein Kind nicht weinen muss weil die Bedürfnisse nicht gestillt werden.


    So wie Trin es beschreibt scheint es nicht möglich zu sein. Ein 1:2 Schlüssel wäre für mich denkbar (grundsätzlich ;-)), alles andere halte ich für. Hmm ich weiß nicht welches Wort ich einsetzen soll? Alles andere stelle ich mir fürs Baby extrem ungesund vor.


    Wenn ich jetzt weiter oben lese Bälle Bad gespielt etc. Geht's ja um deutlich ältere. Mein Sohn jetzt macht eigentlich nix außer stillen und sich rumtragen lassen. OK vielleicht spielt er mal 10 Minuten alleine.


    Wenn ich mir jetzt denke er würde die restliche Zeit brüllen?


    Für mich ist es sowieso sehr wichtig das Kinder sprechen können sollten sie fremd betreut werden.


    Hmm ich überlege gerade welchen triftigen Grund es gibt ein Kind mit 5 Monaten mit solch schlechten Betreuungsschlüssel in eine Krippe zu geben?


    Diejenigen die ihr Kind früh fremd betreuen lassen haben - warum habt ihr es gemacht und war bei euh der Schlüssel ok?


    Hmm krass finde ich auch wenn da Personen arbeiten für die schreien lassen ok ist :-(. Vor allem da die fremdbetreuung ja immer früher 'starten soll'.


    Ginger

  • Also wir haben uns bewusst gegen die Betreuung unter 3 Jahren entschieden. Und das, obwohl das hier in Sachsen sehr schwierig ist, da es aus der Geschichte heraus so ist, dass die meisten Kinder hier mit spätestens einem Jahr in der Krippe sind. Teilweise ist das sicherlich auch darin begründet, dass die Familien auf das Einkommen der Frau angewiesen sind, aber es gibt auch nicht wenige Frauen, die das Kind morgens in die Krippe bringen und den Rest des Tages keiner Arbeit (außer der Hausarbeit) nachgehen. Als Begründung habe ich da oft gehört "weil das bei uns immer so war und gut ist".


    Wir kommen eben nicht aus der ehemaligen DDR und kennen diese Art der Betreuung nicht. Wir sind mit 3 Jahren in den Kindergarten gegangen und zwar von 8 bis 12 Uhr. Danach haben wir zuhause zu Mittag gegessen und den Rest des Tages da mit Familie und Freunden verbracht. Uns wurde im Rahmen dieser "Betreuung" durch die Familie auch vermittelt, dass Familienleben wichtig ist. Und es war keineswegs so, dass wir dadurch weniger Zeit mit Kindern verbracht hätten oder unsere spätere schulische Laufbahn darunter gelitten hätte, dass man uns keine Frühförderung zugedacht hatte. Wir können beide mit gutem Gewissen behaupten, dass wir eine schöne Kindheit hatten und problemlos die Schule mit Abitur und später einem Studium abgeschlossen haben.


    Nun ist es heute natürlich gerade finanziell für viele nicht möglich, volle drei Jahre zuhause zu bleiben. Und für diese Familien ist es gut, dass es entsprechende Betreuungsmöglichkeiten gibt. Allerdings störe ich mich persönlich schon daran, dass inzwischen suggeriert wird, dass Betreuung U3 lebensnotwendig ist, wenn man dem Kind ein glückliche und gute Zukunft bescheren will. Wir haben uns bewusst entschieden, dass wir unsere Arbeitszeiten nach Möglichkeit eben so einrichten, dass unser Sohn erst mit 3 Jahren in den Kindergarten gehen wird - und wenn er dann geht, dann auch erst einmal nur halbtags. Wir erwarten vorher noch unser zweites Kind und wollen unseren Kindern auch das Gefühl "Familie" vermitteln.


    Wie gesagt, für Familien, die auf eine außerhäusige Betreuung angewiesen sind, ist es gut und wichtig, dass es hierfür Möglichkeiten gibt. Aber es stört mich, dass einem - zumindest hier im Osten - immer wieder vermittelt wird, dass nur die Krippe der richtige Weg ist. Frei nach dem Motto dieser einen Politikerin, dass die Kinder bei den Eltern verdummen. Das finde ich eben nicht gut.


    Und als wir uns nun die Kindergärten der Gegend angeschaut haben - die bieten eigentlich alle auch Krippenplätze an - habe ich mich in den meisten Einrichtungen auch darin bestätigt gefühlt, dass ich es mir für unsere Kinder anders wünsche. Ein Drei-, Vier- oder Fünfjähriger geht mit gewissen Dingen sicherlich anders um als ein 8 Monate altes Baby. Ich hätte da echte Bauchschmerzen gehabt, meinen Kleinen da zu lassen. Aber wie gesagt, es gibt sicher auch gute und wichtige Gründe, wenn es eben sein muss. Aber hier im Osten sind mir zu viele Fälle bekannt, wo es nicht sein müsste und trotzdem gemacht wird. Da tun mir die Kleinen wirklich leid.


    Letzten Endes muss das aber jeder für sich entscheiden und den einzig wahren Weg wird es da nicht geben.

    Sternenkind 11/2004 #kerze
    Junge 10/2010 #herz
    Junge 8/2013 #herz
    Sternenkind 9/2015 #kerze

  • Der Personalschlüssel von largo ist traumhaft - in Regelkatalog wird der garantiert niemals durchgesetzt.


    Largos Empfehlung deckt sich ungefähr mit dem städtisch vorgeschriebenen Schlüssel - und der wird, wie gesagt, auch kontrolliert.


    Was mich mehr erschreckt ist, wie vielen Eltern in der Betreuung Qualität nicht soooo wichtig ist.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Bei uns sind es Familiengruppen. Zwei Integrationsgruppen und zwei Regelgruppen.
    In den Regelgruppen kommen 18 Kinder, davon 7 U3 auf ZWEI Erzieher. Und nein, keiner von uns findet das toll. Wir sind mit Hängen und Würgen auf Praktikanten angewiesen. FSJler kriegen wir nicht, da haben nur die Integrationsgruppen mit drei Erziehern und einem Heilpädagogen ein Anrecht drauf.


    In meiner Gruppe haben mitten im Jahr drei neue Kinder eingewöhnen müssen. Bei der einen dauerte es drei Wochen, beim anderen drei Tage. Das kann einfach sehr unterschiedlich sein.
    Obwohl der Betreuungssschlüssel im Klo liegt und stinkt, empfinde ich den Umgang mit der Eingewöhnung und den Kindern als besser, als in der Krippe in der ich gearbeitet habe. Dort war der Schlüssel definitiv besser, es waren 10 Kinder auf vier Leute, es gab keine älteren Kinder in der Gruppe, so dass alles in dem Stockwerk in dem die Krippe lag auf Kleine ausgerichtet war. Es wurde nicht in einer Großküche gekocht, sondern direkt vor Ort. Klingt alles super, war es aber nicht. Woran das lag? Vielleicht an der Einstellung den Kindern gegenüber? Ich hatte immer den Eindruck das die Erzieherinnen dort sich ständig gefragt haben was sie denn mit den kleinen da anfangen sollen. Ich selbst war damals noch so frisch, dass ich es mir ebenfalls aus den Fingern saugen musste. Gelernt hab ich von den kolleginnen nur, dass das Feld mir nicht liegt und wenig Spaß macht und das man ausser Pflege und rausgehen wenig machen kann.
    Komisch, aber in der Einrichtung in der ich jetzt bin, sieht das irgendwie anders aus.


    Bei uns werden Kinder ab einem Jahr aufgenommen. Auch meine Tochter ist mit einem Jahr in die Kita gekommen. Es handelt sich um Familiengruppen, also keine reine Krippe. Ich hatte niemals den Eindruck das ein Kind vernachlässigt wurde wenn es geweint hat, aber ich kriege durchaus mit, das die Kollegen ebenso wie wir, am Stock gehen.
    Meiner Meinung nach ist an einer Fremdbetreuung ab einem Jahr (Früher kann ich nicht mitreden) nichts auszusetzen wenn der Umgang stimmt. Aber die Bedingungen sind mehr als mies. Und daran muss sich unbedingt was ändern. Es ist kein Wunder, das so viele keinen Bock mehr auf ihren Job haben. Leider.

    Achly. #female (<<< Für Shevek) Großmeisterin der Holzschnitzer, Waldkobold. Rote Wuschelhaare, grüne Augen. OHREN.
    Die Ziege ist kein Fressen!

    Meine Kommata sind Individualisten!

    Wo ist meine Kuh?

  • Talpa, soll ich was noch erschreckenderes erzählen? Es gibt in unserer Kita mindestens ein Dutzend Kinder, denen es in der Kita besser geht, als zu Hause.

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Können wir versuchen ausnahmsweise mal auf Wertungen zu verzichten in der Diskussion (damit meine ich Nebensätze wie "ich kann mir keine trifftigen Gründe vorstellen" oder "uns wurde vermittelt, wie wichtig Familienlebn ist" etc. )?


    Ich bin sehr gerne bereit zu erklären, wie es bei uns läuft, was uns wichtig ist etc und mir anzuhören, was andere wichtig finden - aber auf eine Diskussion, die nur darauf hinausläuft, generell gegen U3 zu stänker, habe ich null Lust - dazu könnt Ihr die Suchfunktion im Archivforum bemühen, da habe ich bereits genug Geduld bewiesen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich moechte hier einwerfen das als ich zum forum gekommen bin mir unter anderem sehr gut gefallen hat das fremdbetreuung unter 3 fuer den grossteil hier unvorstellbar war..das hat sich auch hier sehr geaendert ...
    Die tendenz geht immrr mehr zu
    K8nd bekommen und nach 6mon bis 1 jahr ausserhaeusig betreuuen lassen
    Oft auch wegst ueberforderung oder weil man zeit fuer sich moechtr

  • In Schleswig-Holstein, besser in unserer Krippe (1-3 Jahre), sind es auf 10 Kinder 2,4 Stellen.
    Ich finde das zu wenig.
    Deshalb waren meine Kinder nicht in der Krippe.


    Ich habe aber auch das sehr große Glück, dass meine Mutter meine Arbeitstage übernimmt.

  • Talpa
    Ich kann mir nicht vorstellen welchen Grund es so früh gibt ... Hab ich geschrieben und ist für mich nicht wertend.


    Ich komme aus Ö du aus CH. Dass erklärt warum es für mich so anders ist. Es gibt keine bezahlte Elternzeit in CH bzw. Karenzzeit oder?

  • Leslie, und gerade DIE Kinder wären auf eine gute Betreuung und Zuwendung angewiesen.
    Es gibt ja Untersuchungen, dass bei qualitati guter Betreuung immer noch das Elternhaus den grössten Einfluss auf die Kinder hat.


    Lisero: ich sehe das eigentlich so - das Alter der Kinder ist eigentlich zweitrangig ud spielt vor allem im "technischen" Bereich eine Rolle: zuerst muss der pflegerische Anteil gedeckt sein (füttern, wickeln, schlafen etc), dann kommen die Betreuungsfunktionen dazu - da kann man einfach rechnen: so und soviele Stunden pro Tag für "Pflege", da bleibt nichts mehr über für anderes, wenn das eine Person allein leisten muss.


    Ginger: Bällebad war ein Beispiel von meiner Tochter, letzte Woche. Vor einm halben Jahr lautete die Info: heute hat Talpita recht lange mit Mäxchen auf der Decke gelegen und die zwei haben gegluggst miteinander. Ausserdem rollt Mäxchen (8 Monate damals) immer Richtung Talpita, er versucht Kontakt mit ihr aufzunehmen, sie findet es spannend. Und Lisa (Lehrling) hat ein neues Fingerspiel mit ihr gespielt, das mochte sie.
    Sonst war sie heute vor allem bei Nina (Erzieherin) auf dem Schoss und hat den Grösseren zugeschaut.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich kenne als Mutter beides, mein Sohn war früh (ab 6 Monate) fremdbetreut, allerdings war die Krippensituation damals schon so grausig in Berlin dass ich mir ne Tagesmutter gesucht habe und die Mädchen sind mit mir zuhause (derzeit 3 und 1.5 Jahre alt).


    Familienergänzende Betreuung kann toll funktionieren und auch eine Bereicherung fürs Kind sein, mein Sohn hat die Tagesmutter geliebt und ging erst mit knapp 4 in einen richtigen Kindergarten, die Absprachen haben klasse funktioniert und er hat auch von den anderen Kindern dort sehr profitiert.


    U3 Betreuung in Kindergärten insbesondere nicht privaten stehe ich sehr kritisch gegenüber, aber es ist hier so wie Leslie schreibt, genügend Kindern gehts da immernoch besser als zuhause. Gute Tagesmütter oder ideal besetzte Krippen können aber für die ganze Familie eine Bereicherung sein, für das Kind und für die Eltern.


    Leisten kann es sich nur kaum jemand. Ich bin deswegen u.a. zuhause, fühle mich auch in keinster Weise schuldig deswegen, ich koste so den Staat nämlich weniger als wenn ich arbeiten gehen würde und zwei vollfinanzierte Kitaplätze besetzen würde.


    sry, bisschen wirr wegen Stillkind.

  • Talpa
    Ich kann mir nicht vorstellen welchen Grund es so früh gibt ... Hab ich geschrieben und ist für mich nicht wertend.


    Ich komme aus Ö du aus CH. Dass erklärt warum es für mich so anders ist. Es gibt keine bezahlte Elternzeit in CH bzw. Karenzzeit oder?


    Ich bin auch in Öserreich aufgewachsen ;)
    Ja, wir kennen hier in der Schweiz keine Karenz, bzw nur 14 Wochen.
    Aber das ist nicht der Hauptgrund für die meisten, die ich kenne.


    Ich wiederhole gerne, was ich schon oft geschrieben habe: Ich kann mir nicht vorstellen, 3 Jahre nicht in meinem Beruf zu arbeiten - aus ganz vielen Gründen. Aber ICH kann mir wunderbar vorstellen, dass es anderen Menschen da ganz anders geht. Und finde das auch völlig okay.


    Odette: ausser dem, was ich Dir glaube ich schon mal geschrieben habe: "das ist eine komplett subjektive Wahrnehmung Deinerseits, ich bin schon länger hier als Du und empfinde es nicht so" - no comment. Auf Posts dieser Art werde ich nicht mehr antworten #yoga


    Liebe Grüsse


    Talpa