Betreuung für Säuglinge und Kinder unter 3 Jahren

  • Teilzeitkräfte sind bei uns eher tageweise an und abwesend. Und die Arbeitszeiten sind immer gleich bei ums (kein wöchentlicher Wechsel).

  • Zur Schweizer Situation: Krippen sind hier ja erst in den letzten 12 JAhren so wirklich an "boomen". Noch als ich (Jg.75) klein war, wurde das Ideal der Hausfrau und Mutter sehr gross geschrieben und die wenigen Kinderkrippen, die es in den Städten gab, war halt für die "Unglücklichen", die das Pech hatten arbeiten zu müssen. Sie hatten keinen besonders guten Ruf, aber ich kann nicht sagen, ob das halt generell "Pfuui" war oder die Betreuungstandards wirklich nciht sonderlich hoch.


    In den grösseren Städten "musste" man quasi dann Krippen eröffnen, denn die gesellschaftliche Realität wandelte sich auch in der Schweiz, es gab immer mehr berufstätige Mütter, die ihren Lebensunterhalt selber verdienen mussten. Dann kamen erste Arbeitgeberkrippen, zumeist in Krankenhäusern.


    Dann wurde die Krippen-Anschub-Finanzierung des Bundes lanciert. Denn es war klar: der Bund, bzw. die Kantone wollen keine öffentlichen Krippen, so wie Kindergärten und Schulen. Aber nun stellte man Gelder bereit, damit man Krippen gründen könne.


    Das braucht eimmer noch viel Arbeit, man musste eine Bedürfnisabklärung machen, eine Defizitgarantie der Gemeinde bekommen etc.


    Aber mittlerweile war auch klar: die Krippen, überhaupt die ausserfamiliäre Kinderbetreuung wird von den Familien gewünscht!


    Da die meisten Krippen von privaten Trägern, bzw. Vereinen geführt werden, konnte man natürlich auch das Niveau hochhalten...man musste es ja nicht finanzieren. Als Grundlage für die Betreuungsschlüssel wurden meist die kantonalen Pflegekinderverordnungen genommen.


    Ironischerweise gilt das strenge Pflegekindergesetzt nur dort wo es um Betreuung geht, nicht bei Bildungseinrichtungen, die ja dann von öffentlicher Hand finanziert werden. Nun gut.Egal.


    Diese Anschubfinanzierung traff auf jedenfall ins Schwarze, hier im Kanton Thurgau hat sich die Anzahl der Kinderkrippen in den letzten 10 Jahren verdoppelt (auf 44) und alle sind ausgelastet.


    Das Negative: zum einen hat es immer noch zuwenige Plätze, dann meist nur in Städten und meist sind sie teuer (wenn die Gemeinden nix bezuschussen) Das und das fehlende Wissen einer breiten Schicht in der Gesellschaft (sind ja nicht damit aufgewachsen) führt nicht selten zu Wildwüchsen.


    Hey, da bezahlen Eltern 120 SFr. pro Tag für die Betreuung ihres Babys, dass muss doch eine Goldgrube sein (*Ironie off*)


    Also gründete man eine (bewillingsfreie) Spielgruppe und bietet dann Ganztagesplätze für die ganze Woche für 10 Kinder an, die auch gerne noch übernachten dürfen....was dann aber *upps* eigentlich ja bewillligungspflichtig wäre und so niemals nicht erlaubt ist.


    Aber wo kein Kläger, da kein Richter....viele Eltern sind froh um günstige flexible Betreuung, und die Gemeinden um billige Kinderaufbewahrungen, damit sie nichts bezuschussen müssen. Also drücken alle fest die Augen zu und hoffen, dass schon alles gut geht. Aber ich kann da auch nur begrenzt den Eltern Vorwürfe machen. Wer weiss denn schon vor der Geburt eines Kindes die Unterschiede zwischen einer Krappelgruppe, Spielgruppe, Krippe, Hort, PeKiP-Gruppe und einem Pikler-Raum...und kennt die Kantonale Pflegekinderverordnung.... ;)


    Mein Jüngster besuchte ein Jahr lang (er begann mit 8 Wochen) einen Tag pro Woche eine Kinderkrippe. Eine kleine, kuschelige, Wohlfühlkrippe, die von Freundinnen von mir gegründet wurden. Einerseits brauchte ich Entlastung, andererseits brauchte die Krippe zur Gründung "damals" genügend Kinder. Mittlerweile ist sie voll und sehr gewachsen. Aber damals stand alles noch auf der Kippe.


    Ich hatte immer ein sehr gutes Gefühl dabei und die Betreuerinnen waren ganz stolz auf ihren Jüngsten. Er durfte bei der Leiterin im Büro schlafen, damit er dort auch seine Ruhe hatte...und sie hatte ihn gerne um sich.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)


  • Ironischerweise gilt das strenge Pflegekindergesetzt nur dort wo es um Betreuung geht, nicht bei Bildungseinrichtungen, die ja dann von öffentlicher Hand finanziert werden. Nun gut.Egal.


    hehe, lustig, gell. ich hab mir das grad neulich überlegt. elfchen kommt im sommer in den kindergarten. 15-20 kinder, ein/e kindergärtner/in, manchmal noch eine zweite kraft. keine eingewöhnung, that's it. sie wird dann 4 jahre und 4 monate sein.
    und das war bei mir nicht anders. ab montag 1. april 1983 (fiktive zahl, ich weiss das datum nicht mehr, ich war 4.5) ging ich in den kindergarten. da wurde nix eingewöhnt, da war eine kindergärtnerin udn wir waren 20 kinder, mindestens. (geschadet hats mir nicht :D )

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Bei uns ist der Stichtag am 31.Juli, das heisst, die Jüngsten sind wirklich gerade 4 Jahre alt. Bis 21 Kinder pro Gruppe, eine Kindergärtnerin.


    Bei unserer àltesten fand das ganze in einem Klassenzimmer in einem Oberstufenschulhaus statt, die Toiletten auf dem Flur einen Stock tiefer. Es haben etliche Kinder immer wieder in die Hosen gepieselt, weil sie Angst hatten aufs Klo zu gehen.


    Mein Jüngster kam zum Glück mit 5 Jahren in den KiGa (Augustkind), ich hätte ihn sonst zurückstellen lassen. Ich bin gar kein Fan vom der Verschiebung des Stichtags.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • ich konnte mir nie vorstellen, meine kinder unter drei fremdbetreuen zu lassen, aber mein sohn kam dann mit 2 in eine krippengruppe, weil die einfach perfekt war, kinder 2-3 jahre alt, 4 betreuer auf 12 kinder, extrem bedürfnisorientierter umgang ( manchmal denke ich, da gings ihm besser als zu haus #angst), mir hat das auch ungelaublich gut getan, ich hab zum teil mal freiraum gehabt ( kein babysitter oder oma/opa in der nähe) und gearbeitet ( das ist für mich aber zweitrangiger grund, das hab ich u.a. gemacht, weils mir spass macht dort zu arbeiten)
    ich könnte mir durchaus vorstellen, diesmal evtl sogar noch früher anzufangen, aber nur, wenn die bedingungen auch wieder so optimal sind...

  • Dieses "Da geht es dem Kind besser als zu Hause" .. oder da wird mit dem Kind mehr gemacht als ich zu Hause mache .. DAS ist fuer mich immer der Punkt, wo ich so ganz anders denke.


    Prinzipiell kann ich mich siggeroo nur anschliessen, wobei ich es nicht fix an einem Alter festmachen wuerde. Meine Grosse war mit knapp 2 an zwei Vormittagen in einer Waldspielgruppe. Ohne jede Eingewoehnung ist sie da supergerne hingegangen bei 2 Erziehern plus ein Elternteil auf 10 (?) Zweijaehrigen. Wobei mir der Betreuungsschluessel da wirklich total egal war ... mein Kind ging dort offensichtlich gerne hin, hat viel erlebt und es hat ihr gut getan. Mit meiner Mittleren konnte ich in dem Alter kaum zu Eltern-Kind-Gruppen gehen .. hab ich zwar gemacht, weil ich dachte, es waere gut fuer sie .. aber sie hat dort eigentlich immer die komplette Zeit an mir geklebt und keinerlei Interesse am Kontakt zu den anderen Kindern gehabt. Fuer sie waere eine Fremdbetreuung damals undenkbar gewesen bzw. mE auf ihre Kosten gegangen.


    Aber .. was ich halt immer so unschoen finde, ist dieses Ausgliedern der Kinder. Da kann die Krippe noch so fantastisch sein mit perfektem Betreuungsschluessel und super Programm etc. .. im Endeffekt geht das Kind dort in einen Raum, der nur aus kleinen Kindern besteht plus Erwachsenen, deren einziger Fokus eben diese Kinder sind. Und genau das halte ich eher fuer .. hm .. nicht unbedingt schaedlich, aber unnatuerlich. Ich denke in den ersten 1-2 Jahren braucht ein Kind vor allem wirklich enge, nicht wechselnde Bezugspersonen .. ob das nun die Mutter, der Vater oder eine bezahlte Person ist, ist egal. Und danach halte ich einen wachsenden Freiraum der Kinder fuer sehr wichtig ... aber eben nicht "eingesperrt" in eine Kita mit optimalem Foerderangebot, sondern draussen in der Natur, im echten Leben. Meine Idealvorstellung geht da in Richtung von einem Bauernhof/Selbstversorgung, wo Kinder neben der Arbeit mitleben koennen .. am besten in einer Gemeinschaft mit anderen Familien und Kindern allen Alters. Natuerlich ist das eine Utopie fernab der Realitaet und man muss halt das Beste aus dem machen, was man hat. Aber ich halte dieses Ausgliedern der Kinder in Ganztagskitas und spaeter Schulhorte fuer problematisch. Nicht weil die Kinder dort schaden nehmen, sondern weil sich die Gesellschaft dadurch wandelt. Weil Kinder sich in ihrem ganzen Leben viel zu sehr als Mittelpunkt empfinden .. weil sie nicht erleben wie sie Teil eines Gesamtlebens sind, sondern eben nur in ihrem eigenen Raum sicher aufbewahrt werden. Das belastet mich schon .. weil es mir fuer meine eigenen Kinder weh tut .. denn auch ich werde ihnen diese Wald-und Wiesen- Freiheit nicht bieten koennen ... aber auch, weil ich denke, dass viele Probleme in unserer Gesellschaft darin begruendet liegen. Ich halte es einfach nicht fuer richtig, dass Kinder sich nur als Teil einer meist gleichaltrigen Kindergruppe erfahren bzw. dann abends als Teil ihrer Kleinfamilie. Wenn meine Kinder daheim sind, dann sind sie zumindest Teil meines Alltags, der eben gerade nicht darin besteht, dass ich mich den ganzen Tag auf die Kinder konzentriere und mit ihnen bastel/spiele usw. mache. Nein, ich arbeite .. zwar "nur" als Hausfrau, aber es ist eben auch Arbeit. Und meine Kinder erleben genau das mit .. und ich halte das gerade fuer kleine Kinder fuer sehr wichtig.


    Nur so meine Gedanken dazu .. ich verurteile natuerlich niemanden, der seine Kinder betreuen laesst. Ich denke auch nicht, dass gute Betreuung einem Kind schadet. Ich denke aber auch, dass kein Kind, das in einer normalen Familie aufwaechst, diese Betreuung braucht bzw. ein Kind, das sie nicht bekommt etwas versaeumt. Und fuer unsere Gemeinschaft halte ich persoenlich diese Entwicklung zur reinen Leistungsgesellschaft fuer fatal und sehr bedauerlich.


    Ich selbst habe auch keine Probleme fuer mich zu sagen, ich will nicht ausser Haus arbeiten. Ich bin auch trotz meines Berufes recht zuversichtlich, dass ich spaeter einen Einstieg schaffe, sofern ich ihn denn will. Ich bin es nur unendlich Leid, mir staendig zufluestern lassen zu muessen, dass ich meine Rente ruiniere, meine Karriere ruiniere und es ja ach so wahnsinnig toll fuer die Knirpse ist, wenn sie mit einem Jahr endlich zur Krippe duerfen und Freunde finden.


    (so .. muss es schnell abschicken .. hoffentlich nicht allzu kraus und falsch).


    LG

  • Naja, ich bin zwar immer etwas skeptisch dieser Utopie gegenüber, wie Kinder besser im Alltagsleben "integriert" werden - aber das ist bei mir durch meine Arbeit bedingt, ich kenne den (nicht vorhandenen) Kindheitsbegriff im historischen Rahmen und kann es mir nicht so wirklich für uns vorstellen.
    Ich kann den Gedanken aber gut nachvollziehen.


    ilsebilse: ich bin überzeugt, dass es hier auch schwarze Schafe gibt, natürlich. Aber ich kenne jetzt doch mehrere Einrichtungen und praktisch nur krippenbetreute Kinder - und so Zustände habe ich noch nie gehört (zum Glück!). Ich habe auch den Verdacht, dass es sich um den Träger handeln muss, der schon in der Presse rumgeschwirrt ist - bzw, ich hoffe es... Und wie gesagt, auch mit grosszügigster Auslegung der Vorschriften ist 6 Kinder unter 1,5 mit einer Person nicht erlaubt. Ich bin ehrlich entsetzt, dass sich da die Eltern nicht wehren.
    Ich habe jetzt extra ein bisschen gezählt bei den letzten Malen abholen und bringen, weil ja die Randzeiten interessant und meistens das Problem sind:
    Beispielhaft, morgens: 5 Kinder, 2 Erzieherinnen, die Auszubildende kommt mit uns gleichzeitig an. Abends: 5 Kinder (von 6 Monaten bis 4 Jahren), 2 Erzieherinnen, die dritte Person verlässt gerade das Haus, als ich komme. In der ganzen Zeit bei Talpita habe ich erst einmal erlebt, dass nur jemand im Haus war, da waren es dann noch zwei Kinder. In der Kita beim Grossen war er eine Weile einmal wöchentlich der Erste, wir kamen mit der Erzieherin an. Normalerweise haben die zwei dann die knappe Stunde bis "Verstärkung" da war, alleine verbracht, manchmal war ein zweites Kind dabei.


    Trin: wie escargot schreibt, sind verkürzte Arbeitszeiten hier sehr unüblich. Mit "vollen" Arbeitstagen lässt sich natürlich besser planen, denke ich.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Talpa: ich glaube, dass sich die Eltern da nicht wehren, hat einerseits ganz viel mit Nicht-Wissen zu tun und dann auch mit der Unterschätzung der Aufgabe von Kinderbetreuung an sich. (" Wieso braucht es da überhaupt eine Ausbildung?)


    Und ich muss sagen, dass ich aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit im Spielgruppenbereich, schon einiges an kruden Vorstellungen und Einrichtungen erlebt habe. Was für mich, auch immer gegen eine Tagsmutter gesprochen hatte. Ich habe zuviele Tagesmütter erlebt, die ganz, ganz schlecht über "ihre" abgebenden Mütter gesprochen haben, obwohl, die ihnen ja ermöglichten ein EInkommen zu Hause zu erarbeiten und so ihr Lebensvorstellung zu verwirklichen...

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Talpa:
    Bis dato bin ich davon ausgegangen, dass die von Dir genannten Krippenverhältnisse (am Beispiel euerer Krippe) der Standard in der Schweiz wären. Nun schwant mir zumindest, dass es da zwar einen festgelegten Standard gibt, der aber an _wohl nicht wenigen Stellen (ich erinnere an die Bewerbungen der Erzieherinnen, die sich dann für genannten Krippe als das geringste Übel :S entschieden hatten)_ zu hinken scheint. Ich hoffe sehr, dass es sich dabei nur um "ein paar" schwarze Schafe handelt. Befürchte aber anderes.


    Von euren Kigagruppengrößen mit 20-25 Kindern und einer Erzieherin hatte ich schon mehrfach gehört (das ist auch Tagungen und Weiterbildungen immer wieder einmal Thema).

    Die Krippe meiner Kinder arbeitet auch mehr als vorbildlich. Trotzdem ist sie_leider_ zwar beispielgebend, aber eben nicht der Standard, den man allerorten antrifft. Der schwankt doch stark. Noch dazu sind die Personalschlüssel und Mindestverordnungen von Bundesland zu Bundesland verschieden.

  • Daroan: ja, das wäre ein (!) Grund gewesen, der bei mir auch immer gegen Tagesmütter gesprochen hätte.


    Ilsebilse: eben, ich hoffe weiterhin, dass es nur einige schwarze Schafe sind - wobei ich sagen muss, in die Krippe direkt neben der jetzigen hätte ich die Kleine nicht gegeben. Keine Ahnung, wie der Schlüssel dort ist, mir hat der Ton gereicht, den ich ab und zu miterlebt habe.
    Aber wie gesagt: städtisch GIBT es Vorschriften und die beschriebene Kita scheint die nicht einzuhalten. Das geht gar nicht!
    Niemand dreht hier einer Kita einen Strick draus, wenn mal krankheitsbedingt ein paar Tage der Schlüssel nicht eingehalten werden kann - aber bei Deiner Freundin ist das ja offenbar der Normalzustand... #sauer


    Kita - Kindergarten. Naja, das sind zwei paar Schuhe. Kindergarten zählt hier zum Schulsystem (ist in Zürich auch zwei Jahre Pflicht) und wird dementsprechend behandelt. Ja, 25 Kinder und eine Kindergärtnerin sind normal (in unserem Fall kommen da dann noch die Hälfte der Kinder mit Sprachförderbedarf und/oder anderen Defiziten dazu - dafür gibt es dann aber noch Heilpädagogik-Prozente zusätzlich). Aber man muss auch sehem, dass dies dann nur 4 Stunden am Tag sind, mit Programm gefüllt und es "eigentlich" so gedacht ist, dass die Kinder dann zu Mittag zuhause sind.
    Hortbetreuung ist dann wieder ein anderes Thema, da ist der Schlüssel wieder etwas besser...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ilsebilse: doch, die "Talpa-Verhältnisse" können schon als Standard-Verhältnisse angesehen werden, denn die Vorschriften und die Bewiligungsverfahren sind streng. Es gab eine Phase der Goldgräberstimmung doch mittlerweile ist, so mein Eindruck, da Ruhe eingekehrt und das Bewusstesein, dass man mit Kinderbetreuungseinrichtungen, eben doch nicht wirklich Gewinn machen kann.


    Das Problem sehe ich eher bei den bewilligungsfreien, privaten Kinderbetreuungsangeboten. Der Spielgruppenverband selber hätte eine Bewilligunspflicht begrüsst, was aber von der Regierung abgelehnt wurde.


    Kindergarten: Ja, eben: Bildungseinrichtung deshalb andere Gesetzgebung. Obwohl ich persönlich eine kleinere maximale Gruppengrösse und mehr Ansprüche an Raumangebot und Einrichtung begrüssen würde.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Ilsebilse: Ich mache mich mal schlau, wo und wie man diese Zustände melden kann, anonym.
    Das geht so nicht, unter keinen Umständen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • So, hier der Auszug aus den Bewilligungsrichtlinien der Stadt Zürich:
    (als pdf auf der homepage der Stadt so zu finden)

    "2.4.2
    Eine
    Kindergruppe umfasst in der Regel 11 Plätze

    2.4.3
    Kinder
    unter 18 Monaten beanspruchen 1,5 Plätze. Kindergartenkinder beanspruchen 0,5
    Plätze. Behinderte Kinder beanspruchen je nach Betreuungsbedürfnis mehr als
    einen Platz.


    2.5.1
    In
    der Kindergruppe ist jederzeit eine ausgebildete Betreuungsperson anwesend.

    2.5.2
    Gruppen
    bis 7 Plätze: eine Doppelbesetzung ist anzustreben.

    2.5.3
    Gruppen
    mit mehr als 7 Plätzen: eine Doppelbesetzung ist zu gewährleisten.

    2.5.4
    Der
    Krippenleitung ist ausreichend Kapazität für die pädagogische und
    administrative Leitung zur Verfügung zu stellen.
    "




    Wenn mir Deine Freundin bestätigen kann, dass diese Schlüssel regelmässig NICHT eingehalten werden, dann habe ich die Stelle gefunden, bei der ich es melden kann. (Nur zur Klarstellung: das heisst, eine Einzelperson - und zwar eine ausgebildete Erzieherin - darf nicht für mehr als 4 Kinder unter 18 Monaten zuständig sein!)
    Du verstehst, dass ich wirklich ihre Bestätigung brauche, weil ich da sonst etwas ins Rollen bringe, das wir evtl. bereuen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Dieses "Da geht es dem Kind besser als zu Hause" .. oder da wird mit dem Kind mehr gemacht als ich zu Hause mache .. DAS ist fuer mich immer der Punkt, wo ich so ganz anders denke.


    generell sehe ich es wie du, ich hab ja nur für meine stuation geschrieben, und wenns mir nicht wirklich gut geht, hat mein kind auch nciht viel von mir.
    im falle meines sohnes wär er ja die vormittage allein mit mir gewesen, die anderen 2 waren im kiga.
    er war in einer traumhaften kleinen bedüfnisorientierten gruppe.
    die im übrigen wenig programm machen, viel wert auf draussen sein und freispiel legen...
    ja, ich bin der meinung, dass es ihm da teilweise besser ging als bei mir.
    also, wenn er sonst eben 24 std bei mir verbracht hat, so war er dort die vormittage.
    aber ich hab sonst eben auch keinen babysitter ( hab immer noch nicht den perfekten gefunden ;) ), und brauchte diese auszeit mal komplett ohne kinder auch für mich :)
    hätt ich nicht so einen perfekten platz gefunden, hätt ichs mir aber nicht vorstellen können..


  • Trin: wie escargot schreibt, sind verkürzte Arbeitszeiten hier sehr unüblich. Mit "vollen" Arbeitstagen lässt sich natürlich besser planen, denke ich.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    hi talpa,
    wie machen das bei euch denn die erzieherinnen mit eigenen kindern? arbeiten die auch vollzeit?


    ich schreib mal kurz von mir, unsere kita ist von 6-17 uhr geöffnet. ich habe 3 kinder 8-4 jahre. ich arbeite "mittelschicht", d. von 8-15 uhr, alles andere finde ich persönlich für meine kinder nicht zumutbar, da ich auch noch immer 35 min hin und zurück fahre ( wenn es gut läuft),
    ich berichte einfach mal von meiner vertretungszeit in der krippe ( normalerweise habe ich kiga kinder von 2-4 jahren), ich hab die kinder um 8 von erzieherin s. abgeholt und bin in den krippenraum gegangen. kurz vor 15 uhr haben wir wieder die gruppe gewechselt zur erzieherin T. die spätdienst hatte. also hatten manche kinder 3 verschiedene erzieherinnen und 2 verschiedene räume. für die 1 jährigen find ich das schon hart 8I , aber weiß sonst auch nicht wie man die berufsanforderungen (immer nur eine bezugsperson für die kleinen) und meine eigene familie unter den hier geltenden bedingungen vereinbaren soll #weissnicht

  • Soraya, dieses typische "Muttern-arbeitet-halbtags" ist - zumindest im städtischen Bereich - überhaupt nicht verbreitet. Für mich ist das (in meinem Umfeld) einfach "typisch deutsch".
    Üblicherweise arbeiten der grosse Teil der Mütter Teilzeit und unterdessen auch immer mehr Väter. Aber das heisst normalerweise 40% oder 60% - also zwei ganze Tage, drei ganze Tage. Das lässt sich auch oft besser mit dem zweiten Elternteil abtauschen etc.
    (Wir arbeiten beide rund 80% - ich etwas weniger, meistens).


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Hallo,

    Zitat

    Trin: wie escargot schreibt, sind verkürzte Arbeitszeiten hier sehr
    unüblich. Mit "vollen" Arbeitstagen lässt sich natürlich besser planen,
    denke ich.

    Talpa, Ihr arbeitet doch selber verkürzt? Das war doch immer etwas, was du als eine Art Schweizer Errugenschaft präsentiert hast? Zumindest kam es so bei mir an. Oder gilt das nur für Akademiker und nicht für "normale" Leute wie Erzieherinnen?


    Warum sollte das ausgerechnet im Erzieherbereich anders sein und dort plötzlich alle Vollzeit arbeiten? Haben die weniger Recht auf Familie oder die Familie auf sie, so daß sie voll arbeiten sollen? (Damit die Krippenkinder es besser haben).


    Tagweise aufteieln würde ja genau so wenig Sinn machen, dann haben die Kinder 2-3 Tage den einen Teil der Erzieher(innen) und den Rest die anderen? Am Ende ist das genau so ein hin-und-her, nur anders verteilt. Gerade für Kidner die sich sehr eng an EiNE Person binden (Was nun mal im Krippenbereich sehr oft ist) fände cih so ein tagweises gehüpfe dfast noch fataler.


    Ja, vielleicht bin ich tatsächlich zu wenig belastbar, aber ich merke, daß ich mit 30 Stunden in der Woche, in denen ich mich um andrer Leute Kinder kümmere, beruflich mehr als ausgelastet bin. Und daß meine eigenen Kinder, so groß sie auch sind, doch auch noch ein bissel Kraft von mir haben wollen. Abgesehen vom Zeitfaktort (2 Leute mit sehr unregelmäßigen Diensten so zu koordinieren, daß die Kinder trotzdem versorgt sind, ist anstrengend - aktuell haben wir getrennt Urlaub, damit die Kindenr nicht in den ferien ganz alleine sind).


    Und nein, so lange es nach Stunden gerechnet wird statt nach Kindern kommt man mit Vollkräften NICHT besser.
    Denn wenn statt den pro Erzieherin erlaubten 6 U3 VOLLTZEITKindern (=9 Stunden) mehrere 4-Stundenkinder (die ja eben noch nicht mal eine volle Zählstelle ergeben) gemeldet sind, heißt das ja nicht, daß sie auch NACHeinender kämen und dann von einer Vollzeitkraft als "Vollzeitplatz" betreut werden könntern.
    Nein, in der Kernzeit sind alle da und da ist es mit Teilzeitkräften, die dann kommen, wenn die meisten Kinder da sind, einfach deutlich flexibler. Auch wenn das heißt, daß in den Randstunden aufgeteilt wird.

  • Ja, Trin, verkürzt - aber eben, tageweise. Was dann auch heisst, dass ich kaum ein Kind kenne, das jeden Tag in der Krippe ist. Also arbeitet Erzieherin X Montag, Mittwoch und Donnerstag. Nehmen wir an, ein Kind hat in der Anmeldung auch diese Tage - also wird natürlich versucht, erstmal das Kind und Erzieherin X zusammenzubringen, sie wird also wahrscheinlich erste Bezugserzieherin. Dann kommen ja weitere Bezugspersonen dazu.
    Und ich glaube tatsächlich, es ist einfacher mit zwei 8einhalb Stunden Schichten den Tag "aufzuteilen", wie mit drei 4-6 Stunden Schichten, nicht?
    So ist es normalerweise so, dass die Kinder, die lange da sind, einen "Schichtwechsel" erleben, der sich aber über mehrere Stunden erstreckt, weil die zwei Personen ja eine ganze Weile gemeinsam da sind.


    Ich kenne es einfach hauptsächlich so, daher kann ich natürlich nur beurteilen, wie das läuft. Und ich finde eben, dass es so machbar ist, nicht zuviel Unruhe im Tag zu haben.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich wiederrum kann mit der Vorstellung einem Kind unter drei geht es generell besser zu Hause nix anfangen.
    Für mich ist die Situation ganz alleine drei Jahre mit Mama zu Hause auch nicht grundsätzlich die günstigste für das Kind.


    SChon mal sowieso nicht mit so einer frustrierten Mutter die ich wäre, wenn ich drei Jahre mit meinem Kind alleine zu Hause wäre.
    Ich glaube aber auch, dass Kinder von weiteren Bezugspersonen profitieren (sei es Oma, Freunde, Erzeiherinnen), dass sie vom Kontakt mit anderen Kindern profitieren und das auch das Angebot dass ihnen eine gute Kita bietet gut für sie ist.


    Für mich wäre es auch deshalb nicht denkbar, weil ich einfach in meinem Umfeld sehe, dass die Betreuung des Kindes zu Hause bis zum dritten Lebensjahr fast immer dazu führt, dass die Rollenverteilung zu Hause sich so quasi automatisch festlegt ist, dass also die Mütter für Kinder und Haushalt und die Väter für das Geldverdienen zuständig sind. Das will ich nicht für mich, oder für meinen Mann oder für meine Kinder.


    Trotzdem sehe ich auch Familien für die es gut und richtig ist ihre Kinder unter drei zu Hause zu Betreuen. Bei denen es gut läuft und die total grlücklich sind damit. Das finde ich auch schön und richtig, nur eben nicht per se besser.


    Sehr nervt mich auf jeden Fall, dass die Kitaplatzdebatte in Deutschland grundsätzlich fast nur über die Quantität geführt wird.
    Ich will verdammt noch mal nicht irgendeinen Kitaplatz, sondern einen Guten.
    Dazu gehört einfach ein besserer Betreuungsschlüssel, regelmäßige Weiterbildung von ErzieherInnen und eine klare Debatte darüber was wir eigentlich für unsere Kinder wollen, wenn sie familienergänzend betreut werden. Dazu gehört aber auch dass der ErziehInnenberuf viel zu schlecht bezahlt ist.
    Wir brauchen mehr Geld für eine bessere Bezahlung der Menschen, die sich um unsere Kinder kümmern und da jeden Tag richtig viel leisten. Statt dessen geht das Geld an ganz andere Stellen und das ärgert mich unheimlich.

    Hagebutte,
    zwei Töchter 02/07, 07/09 und ein Sohn 3/13


    Das A klemmt, daher geht es hin und wieder verloren....

  • Hallo,


    2 Vollzeitkräfte das hieße 12 Vollzeitkinder (Was an sich schon spannend ist, weil eine Vollzeiterzieherin 8 Stunden arbeitet, ein VollzeitPLATZ aber 9 Stunden umfasst).


    Gehen wir davon aus, daß mindstens 1/3 der Kinder Teilzeitkinder sind , sind wir bei bis zu 16 Kindern in der Kernzeit, mindestens. Auf 2 Erziehrinnen.


    Bei einer Öffnungszeit von 6-18 Uhr, die in der Regel auch ausgenutzt wird, würden sich die Dienstzeiten, in denen sie zu zweit sind, um gerade mal 4 Stunden überschneiden, also nicht mal die komplette Kernzeit umfassen. Den Rest der Zeit (also vor 10 Uhr) wären sie alleine da. Ich würde dann lieber Teilzeitkräfte haben, die man so planen kann, so daß sie in der Kernzeit zumdienst wenigstens theoretisch zu dritt sind (Meist ist ja doch einer krank, hat Urlaub muss in einer anderen Gruppe aushelfen...) , auch wenn das heißt, daß in den Randstunden noch mal gewechselt werden muss, weil dann die Gruppen zusammengelegt werden.


    Bei einer tagweisen Aufteilung von Teilzeitkräften würden die "alleine in der Gruppe"-Zeiten nochma deutlich größer. Ob das tatsächlich besser ist?


    Daß Kinder nur tagweise in die Krippe kommen, erlebe ich hier fast nie. Zum einen ist bei den Eltern verkürzes, noch dazu tageweise verteiltes arbeiten ebenfalls unüblich und zum anderen ist hier die Mentalität zum größten Teil: Wenn ich den Platz bezahle, bringe ich das Kind auch, auch wenn ich frei habe (unter anderem auch, damit auch die Mutter mal kinderfrei hat, was ich ja auch irgendwie verstehen kann) oder weil es einem ja oft vermittelt wird, daß es dem Kind in der Krippe so viel besser geht und es mehr Bildung bekommt und all das. )


    Ist es tatsächlich in der Schweiz generell so, daß man seine Arbeitzeiten auch im Büro, als Krankenpfleger, Verkäuferin... so anpassen kann, daß man nur dann arbeitet, wenn in der Krippe die Lieblingserzieherin da ist? Was passiert, wenn andere Eltern auch nur da arbeiten wollen? Bleiben die Kranken ungepflegt udn die Läden geschlossen? So richtig vorstellen kann ich mir das nicht.


    Oder ist das einer der Punkte, in denen ihr ganz persönlich wohl einfach Glück habt?

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