Betreuung für Säuglinge und Kinder unter 3 Jahren

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  • odette, ich habe mir diesmal 1,5 Jahre Elternzeit genommen - und das ist bei mir schon recht gewagt und ich halte mir durchaus die Option offen, früher wiedereinzusteigen, damit der Zug nicht abgefahren ist. Bei der Großen waren es 8 Monate und dann zum Tagesvati halbtags, mit einem Jahr voll. Das fand ich für mich und für sie super. Und wenn ich mir vorstelle, die Große jetzt noch zu hause zu haben - ich kann ihr einfach nicht das bieten, was sie braucht: viele Kinder um sich rum. Ich wünsche mir oft für meine Kinder dieses Dorf aus dem Sprichwort um mich rum, das das Kind miterzieht.

    Do one thing everyday that scares you - Eleanor Roosevelt
    When you reach for the stars, you may not quite get one, but you won't come up with a handful of mud either - Leo Burnett

  • Ich bin grade echt traurig, wenn ich das hier lese. Ich mag unsere Krippengruppe (im KiGa) aus verschiedenen Gründen sehr gern. Aber der Betreuungsschlüssel ist im gegensatz zu manchem hier geposteten ein Desaster :(


    Nur hat man hier im Ort nicht so die Auswahl :(

  • Talpa
    Ich hab auch nie 3 Jahre ausgesetzt. Insofern verstehe ich es voll und ganz. Zwischen 5 Monaten und 3 Jahre gibt's aber noch einiges :-).


    Was du von deiner Tochter ezählst hört sich gut an. Unserer liebt es den großen beim Spielen zuzugucken (von meinem Schoß aus). Also kann ich mir dass sehr gut vorstellen :-).


    Gibt's da noch andere Babies? Oder warum wird deine am Schoß gehalten?

  • Ich unterschreibe mal bei Lisero. So ähnlich es bei uns auch (habe jetzt ja schon 2 Schulkinder *gg*)
    Familiengruppen sind eine geniale Erfindung :-)
    Und betreuung ab eunem Jahr finde ich OK, solange es feste Bezugspersonen gibt.


    LG,
    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • also ich verurteile niemanden,wer sein kind betreuen muss,will.
    aber in eine krippe würde ich mein kind unter zwei auf gar keinen fall tun,wenn dann tagesmutter,oma u. opa,klar oma opa ist luxus.ich hatte diesen luxus bei meinem großen kind.nun werde ich dies nicht mehr in diesem umfang haben,deswegen bleibe ich auf alle fälle zwei jahre zuhause,oder sogar drei.das wäre aber für uns luxus,was eigentl.nicht geht.aber dann würde mein gehalt fast für die betreuung drauf gehen,wenn ich halbtags gehe,also unlogisch ,ganztags möchte ich nicht,ich will für meine kinder noch da sein..
    ich habe schon in krippen gearbeitet,meiner meinung nach ist das nichts für meine kinder.

  • Gibt's da noch andere Babies? Oder warum wird deine am Schoß gehalten?


    Unter einem Jahr dürfen pro Gruppe nur 2 sein und auch innerhalb der Institution nur eine bestimmte Anzahl. Das ist einerseits ein Problem, weil Säuglingsplätze dementsprechend sehr, sehr rar und begehrt sind - aber andererseits natürlich auch eine richtig gute Sache: zuviele Säuglinge in einer Gruppe sind einfach nicht zu betreuen, dass wirklich allen gerecht werden kann.
    Dementsprechend bin ich da bei Lisero und Annie - Familiengruppen sind ideal. Sie helfen auch, den Betreuungsschlüssel vernünftig zu halten.


    Auf dem Schoss wird sie (oder auch andere) schlichtweg gehalten, weil sie es braucht. Wenn ein Kind fröhlich auf der Krabbeldecke liegt, darf es das - wenn es mehr Nähe braucht, bekommt es die.
    In der Krippe meines Sohnes hatten einige BetreuerInnen einen Tragetuchkurs gemacht und da war es ganz üblich, dass das Jüngste im Tuch beim täglichen Ablauf mit dabei war. In der Krippe meiner Tochter ist das nicht üblich - ich sage jetzt nicht, dass vor allem die deutschen Betreuerinnen besonder ablehnend reagiert hatten, als ich vorgeschlagen habe, ich zeige ihnen, wie der Ergo funktioniert #stumm - aber getragen, geschuckelt und geschmust wird trotzdem ganz bedürfnisorientiert.
    (Klein-Talpos Hauptbezugsperson meinte mal: "Ich mache mir doch nicht das Leben schwer! Wenn ein Kind Körperkontakt braucht und ihn bekommt, ist es doch viel zufriedener und meine Arbeit viel einfacher")


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Zur Ausgangsfrage:


    Kind 1 war mit 7 Monaten in einer Großpflegestelle - 2 TaMu haben sich um acht Kinder zwischen 6 Monaten und 3 Jahren gekümmert. Tatsächlich waren es zwei U1, drei U2 und drei U3 Kinder. Und es war noch die Mutter der einen TaMu mit dabei, die in der Küche gekocht hat. Das hat ziemlich gut geklappt. Auch wenn ich davon ausgehe, dass nicht immer sofort auf Nepomuks Bedürfnisse eingegangen wurde. Aber die TaMu waren beide sehr liebevoll und den Kindern zu gewandt. (Und meine beiden anderen Kinder mussten in dem Alter auch manchmal warten, weil ich mich erst noch um Nepomuk kümmern musste - sobald man mehr als ein Kind hat, ist das halt so #weissnicht).


    Kind 2 und 3 waren mit 14, bzw. 12 Monaten in der Kita. Es ist ein offenes Konzept mit extra Gruppe für die Kleinen. Dort dann ein Betreuungsschlüssel von 1:3-1:4. Finde ich für Kinder über eins vertretbar. Zumal es dann noch einen Extradienst gibt, der wickelt, etc. Sprich, die Erzieherinnen, die bei den Kleinen sind, müssen sich darum nicht kümmern.


    UND - für mich ganz wichtig - was ich aber auch erst beim Dritten so richtig wahrgenommen habe - die kleinen Kinder haben nicht nur die Erzieherinnen: Die sind die Lieblinge aller, gerade der größeren Kinder. Momentan haben sie ein acht Monate altes Mädchen dort und Kasimir liebt es. Und spielt echt super ausdauernd und liebevoll mit ihr. Was da die Kleinen an zusätzlicher Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen, sollte man echt nicht unterschätzen. Das funktioniert so natürlich nur in altersgemischten Einrichtungen - ist meiner Meinung nach aber ein riesiger Pluspunkt für dieses System.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Juju, wenn ich so "hilfe, meine Schwiegermutter hat xy gemacht"-Postings hier so lese (und die sind ja nicht sooooooo selten) frage ich mich, ob Blutsverwandtschaft jetzt wirklich das einzige Kriterium sein sollte, nach der man seine Betreuung aussucht.


    Ich schätze an Krippen unter anderem, dass eben nicht eine Person alleine ist - sondern dass es eine Kontrolle gibt.
    Gäbe es aber nur solche Krippen, wie manche hier beschreiben, würde ich auch auf jeden Fall eine Tagesmutter bevorzugen (aber lange suchen und anfangs wohl immer etwas skeptisch und ängstlich sein). Ich habe nämlich schlechte Erfahrungen mit Tagesmutterbetreuung gemacht...


    Liebe Grüsse


    Talpa


  • Ich wiederhole gerne, was ich schon oft geschrieben habe: Ich kann mir nicht vorstellen, 3 Jahre nicht in meinem Beruf zu arbeiten - aus ganz vielen Gründen.


    Und ich wiederhole gern noch einmal, daßerwerbstätige Eltern nicht zwangsläufig Fremdbetreuung/Krippe/o.ä. für das Kind/die Kinder heißen muß.
    Es gibt auch andere Möglichkeiten., z.B. daß beide Elternteile nur 50% arbeiten.

    "Über besorgte Bürger wusste er Bescheid. Wo auch immer se sich aufhielten: Sie sprachen immer die gleiche private Sprache in der "traditionelle Werte" und ähnliche Ausdrücke auf "jemanden lynchen" hinaus lief." Terry Pratchett: Die volle Wahrheit
    LG Bryn mit Svanhild (*01), Arfst (*02), Singefried (*09) und Isebrand (*12)

  • Genau, Bryn, es gibt unzählige Möglichkeiten, Familie, Beruf, Betreuung etc. zu "managen" - und auch das finde ich gut und wichtig!
    (Es sollte ja halbwegs bekannt sein, dass auch ich und mein Mann beide Teilzeit arbeiten - den Positionen und Berufen geschuldet allerdings etwas mehr als jedeR 50%)


    Oh ja, Hermine, gestern habe ich das Kleinchen abgeholt, da hat sich beim Verabschieden ein kleines Mädchen demonstrativ zwischen mich und sie gedrängt und ihr über den Kopf gestreichelt - so als wollte sie nochmal "ihr Revier" markieren. Sie sind sehr süss mit den Kleinen.


    Liebe Grüsse


    Talpa


  • Hmm ich überlege gerade welchen triftigen Grund es gibt ein Kind mit 5 Monaten mit solch schlechten Betreuungsschlüssel in eine Krippe zu geben?


    Hmm... welcher Grund. Neben beruflichen, d. h. dass ein Niedriglohn eben nicht ausreicht um auf Dauer eine Familie zu ernähren, könnte es in Zukunft auch Druck vom Arbeitgeber sein: "Wie jetzt, Sie wollen länger als ein Jahr zu Hause bleiben - es gibt doch eine Kitaplatzgarantie."


    Deswegen bin ich gegen die Kitaplatzgarantie ab 1 Jahr - weil sie Eltern, die das nicht wollen, im Berufsleben irrsinnig unter Druck setzt. Früher konnte man einfach sagen, man bekommt keinen Kitaplatz und fertig. Jetzt kann man sich vermutlich drauf gefasst machen, sich vor dem Arbeitgeber rechtfertigen zu müssen weshalb man länger als ein Jahr sein Kind betreuen möchte. Und bekommt vermutlich gleich den Stempel "arbeitsunwillig" aufgedrückt.

    Diejenigen die ihr Kind früh fremd betreuen lassen haben - warum habt ihr es gemacht und war bei euh der Schlüssel ok?


    Ich war mitten in der Ausbildung, bekam eine Menge Druck dem ich mich damals nicht gewachsen fühlte. Und nein, der Schlüssel war keinesfalls okay für mich, auch die Betreuung fand ich nicht gut (genug), und erst recht hätte ich mein Kind gern weniger als 8 Stunden am Tag in die Kita gegeben. Und bis heute mache ich mir Vorwürfe deswegen.


    Ganz aufhören mit arbeiten kann ich aus diversen Gründen nicht. Ob die triftig sind... nun ja, wer soll das beurteilen? :S Aber ich kann die Dauer der Betreuung recht gut beeinflussen, so dass ich inzwischen dazu tendiere, die tägliche Betreuungszeit meines Kindes auf ein Minimum zu reduzieren. Sie geht dann, wenn der Personalschlüssel am besten ist (d. h. nicht zu den Randzeiten) und wenn die gemeinsamen Aktivitäten stattfinden. So werde ich es auch mit der Kleinen machen, sie vermutlich auch recht früh in eine Kita gehen müssen wird.


    Talpa, soll ich was noch erschreckenderes erzählen? Es gibt in unserer Kita mindestens ein Dutzend Kinder, denen es in der Kita besser geht, als zu Hause.


    Da empfinde ich es immer als den falschen Ansatz, die Kinder ganztags in einer Kita unterzubringen. Denn das was den Kindern fehlt (eine liebevolle Bezugsperson, individuelle Förderung) kann auch bei einem Betreuungsschlüssel von 1:6 und schlechter nicht geleistet werden. Und ob ein kind nun 12 oder 24 Stunden seinen suchtkranken oder gewaltbereiten Eltern ausgesetzt ist... #weissnicht

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  • @staubschaefchen - angesichts einer Platzabdeckung zwischen 30-40% sollt man wenig Probleme haben, seinen AG zu erklären, dass man keinen Platz findet. Momentan gibt es ja zu wenig Plätze - damit ist der Druck nicht sooo wahnsinnig hoch.

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  • Denn das was den Kindern fehlt (eine liebevolle Bezugsperson, individuelle Förderung) kann auch bei einem Betreuungsschlüssel von 1:6 und schlechter nicht geleistet werden. Und ob ein kind nun 12 oder 24 Stunden seinen suchtkranken oder gewaltbereiten Eltern ausgesetzt ist...


    Andererseits kann eine - gut begleitete - Entlastung der Eltern durchaus mal eine Verbesserung auch für das Kind bedeuten.
    Das habe ich live miterleben dürfen, wir wohnten neben einem "Kinderhaus", das neben einer Mutter-Kind-Gruppe auch begleitetes Wohnen für die Mütter angeboten hat, bei dem sie schrittweise in ein eigenständiges Leben mit den Kindern begleitet wurden. Anfangs haben die Kinder zum Beispiel noch drei mal die Woche im Kinderhaus übernachtet, dann immer weniger etc... Und die Mütter bekamen zu jeder Tages- und Nachtzeit Hilfe, wenn sie eine Krise hatten.


    Aber das ist jetzt ein bisschen OT, sorry.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Talpa, soll ich was noch erschreckenderes erzählen? Es gibt in unserer Kita mindestens ein Dutzend Kinder, denen es in der Kita besser geht, als zu Hause.


    Da empfinde ich es immer als den falschen Ansatz, die Kinder ganztags in einer Kita unterzubringen. Denn das was den Kindern fehlt (eine liebevolle Bezugsperson, individuelle Förderung) kann auch bei einem Betreuungsschlüssel von 1:6 und schlechter nicht geleistet werden. Und ob ein kind nun 12 oder 24 Stunden seinen suchtkranken oder gewaltbereiten Eltern ausgesetzt ist... #weissnicht[/quote]


    Da geht es primär darum den Eltern Verschnaufpausen zu verschaffen und um ein Auge auf den Gesundheits- und Allgemeinzustand der Kinder zu haben nicht um liebevolle Betreuung, klingt leider hart, ist aber so.

  • talpa,ich vertraue meinen eltern oder die meines partners.
    wie gesagt ich habe ihn zwei krippen gearbeitet,und wieder aufgehört,weil ich die zustände nicht gut fand.
    und ich möchte nicht das mein kind unter solchen umständen seinen vormittag,oder gar ganzen tag verbringen muss..(in versch.windeln rumläuft,oder weinend warten muss bis es getröstet wird. usw..)
    kontakte zu andren kindern bekommt er bei mir zuhause genug,anregung auch,ich bin ja schließl.vom fach..so gut wie ich selbst kann keiner mein kind betreuen,von daher bleib ich daheim!!! und ich genieße es sehr!!!! in meinem beruf betreue ich ja andre kinder,und meins dann???? schon ein grund mehr zuhause zu bleiben..bei meinem großen war ich in ausbildung,schon da habe ich geschaut ,dass ich nur halbtags weg bin,meine ausbildung lief dann eben länger ..

  • Hui, ich glaube unsere Krippe ist ein ziemlich positives Beispiel. Pro Gruppe höchstens 10 Kinder (meist weniger, weil Plätze für Geschwister freigehalten werden) auf drei Erzieherinnen. Außerhalb der Kernzeiten also vor halb neun und am späten Nachmittag ist alles eher offen und die Kinder (jeden Tag ne andere Zahl, je navh Bedarf) werden von mehreren Erzieherinnem betreut, die später dann "ihre" Kinder einsammeln und in den Gruppenraum gehen. So kommt es auch vor, dass.man zu den Zeiten ne 1:2 Betreuung hat.
    Alle super liebevoll und meine Kleine kommt mit allen Erzieherinnen gut aus. Ich hab da noch nie ein Kind (außer mal ein Mädel beim Bringen) heulen sehen/hören.
    Die sind da sehr montegeprägt und ich finde, dass sie da so viele tolle Erfahrungen macht.
    Achja, die Kinder sind zwischen 12 und 36 Monaten alt.

  • Hallo.


    Wie es bei Krippenplätzen bei uns ist, kann ich nicht sagen. Es gibt so wenige und sie sind für uns ÖPNV mäßig schlecht zu erreichen, dass wir uns nicht darum bemüht haben.


    Dafür boomen bei uns Tagesmütter-Gemeinschaften, 2-3 Tagesmütter in einer "Dienstwohnung", die dann bis zu 10 Kinder unter 3 betreuen. Also gibt es in der Regel einen Schlüssel von 1:5.
    Wobei alleine schon die Gruppengröße für die Kleinsten enormen Steß bedeutet, weil auch wenig lenkend in die Gruppenstuktur eingegriffen werden kann.
    Wenn die Gruppe gut altersdurchmischt ist, könnte das vielleicht sogar funktionieren, die Realität ist aber oft 4 Kinder knapp über einem Jahr, 4 2-jährige und 2 3-jährige.
    Die einzelnen Betreuungszeiten variieren stark zwischen 4 Stunden täglich bis im Extrem 45 Stunden die Woche.


    Die Ausbildung ist ein Kurs mit 160 (?) Stunden.
    Das Jugendamt zahlt 5€ pro Kind und Stunde, bzw. 6€ wenn die Tagesmutter Erzieherin ist.
    Die Eltern zahlen einen Beitrag, der nach Stunden und Einkommen gestaffelt ist, an das Jugendamt.
    Z.B. ca. 350€ für 30 Stunden bei über 70.000€ brutto Jahresfamilieneinkommen.


    Die Einrichtung, in der wir die Eingewöhnung versucht haben, hatte noch eine Praktikantin, aber das allgemeine Klima war nicht sehr bedürfnisorientiert. Von Beziehungspartenschaft konnte auch keine Rede sein und eingewöhnt werden kann ja erst, wenn die Mutter nicht mehr da ist.
    Wobei die älteren Kinder tatsächlich eine recht gute Bindung zu den Betreuerinnen zu haben schienen.


    Die anderen Eltern, die ich kennenlernen durfte, haben sich in meinen Augen einfach nicht mit frühkindlicher Entwicklung beschäftigt und haben die offensichtlichen Probleme einfach nicht gesehen.
    Die meisten Kinder zeigen ja auch erstmal keine "Symptome".
    Generell gilt es aber hier als normal, dass Kind ab 1 allerspätestens ab 2 betreuen zu lassen. Oft auch aus finanziellen Gründen. Probleme werden da im allgemeinen nicht gesehen, weder beim Betreuungsschlüssel noch bei der Qualität.


    Meine Nachfrage beim Jugendamt (vermittelt bei uns die Kontakte zu den Tagesmüttern) ergab, dass in unserem Stadtbezirk nur noch eine Tagesmutter alleine arbeitet und offensichtlich mehr Wert auf die Ausstattung, wie Garten/Dachterasse oder ähnliches, gelegt wird als auf die Gruppenstuktur, das Essen etc.


    Generell gibt mir die Entwicklung zu denken, weil unter solchen Bedingungen vieles wie Sprachförderung, angeleitetes Sozialverhalten etc einfach nicht möglich ist.


    Eine Krippe mit einem 1:2 Schlüssel wäre mein Traum.


    Wir haben jetzt die Betreuung verschoben und haben uns nur für eine KITA ab 2 beworben, wo es sehr unwahrscheinlich ist, dass wir den Platz bekommen. Aber sonst müsste ich KITA und ein Auto finanzieren so, dass sich arbeiten definitiv nicht lohnt.


    LG
    Brina

  • Ich weiß jetzt nicht, ob das mitzählt. Meine Kleine geht in eine Gruppe für Kinder von 1,5 - 3 Jahre, allerdings nur morgens.


    10 Kinder und 2 bzw. manchmal auch 3 Erzieherinnen. Und es ist wunderschön da. Da die Eingewöhnung schwierig war, habe ich dort ziemlich lange Zeit verbracht und kann jetzt ganz überzeugt sagen, da stimmt alles. Und bin jetzt schon ganz traurig, wenn wir dort nicht mehr hingehen.


    Deswegen finde ich es so erschreckend, was Trin schreibt. Dass die Eltern das nicht mitkriegen....


    Trin, darf ich Dich mal was fragen - und wenn es völlig daneben ist, dann darfst Du mir das auch gerne sagen. Ich lese immer Deine Schilderungen von deiner Arbeit und kenne das von hier gar nicht. Haben wir da jetzt einfach Glück oder.... #angst kann es auch mit der Ost-West-Situation zusammenhängen?

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.


  • Da empfinde ich es immer als den falschen Ansatz, die Kinder ganztags in einer Kita unterzubringen. Denn das was den Kindern fehlt (eine liebevolle Bezugsperson, individuelle Förderung) kann auch bei einem Betreuungsschlüssel von 1:6 und schlechter nicht geleistet werden. Und ob ein kind nun 12 oder 24 Stunden seinen suchtkranken oder gewaltbereiten Eltern ausgesetzt ist... #weissnicht


    Das sollte kein Ansatz sein. Das ist leider Fakt. Das war nochmal die Verdeutlichung, dass nicht alle Eltern wirklich gewillt sind, mehr Qualität für ihre Kinder und/oder fremde Kinder zu bezahlen. Auf jedes Kind, in meiner Kita, dem es daheim nicht besser geht, als in der Kita kommen mindestens 10 Kinder, wo die Kita ein hoher Preis für die Berufstätigkeit der Eltern ist.
    Dass das Elternhaus auch bei 9h und mehr, die das Kind in der Kita verbringt, einen größeren Einfluß hat sehe ich von beiden Seiten, ich sehe meine eigene Tochter, die trotz Kita, ganz klar am meisten von zu Hause beeinflusst ist und ich sehe tagtäglich Kinder unterschiedlicher Elternhäuser und es ist an den Kindern zu sehen, ob sie in der Kita die einzigen Bildungserfahrungen machen oder nicht.

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."


  • Ein Kinderhaus, oder eine Einrichtung in der Familien mit Problemen betreut werden, ist etwas völlig anderes als das Kind aus der Alkoholikerfamilie, das dann eben 12 Stunden täglich in einer Einrichung verbringt, in der der Betreuungsschlüssel unterirdisch ist und somit nicht einmal die physiologischen Bedürfnisse wirklich gestillt werden können, geschweige denn dass auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen eingegangen werden kann.


    Ich bin nicht gegen die "Entlastung" von Eltern indem man ihnen einen Kita- oder Krippenplatz anbietet - wenn diese Entlastung tatsächlich zur Verbesserung der Lebenssituation der Eltern (und damit auch der Kinder) beiträgt. Das kann man von der Massenbtreuung hier in Deutschland keinesfalls behaupten, oder nur in ganz wenigen Fällen. Ich bin lediglich dagegen, dass man statt Familien mit Suchtproblematik oder sonstigen schwerwiegenden Problemen individuell zu helfen (z. B. durch Familienhilfe, betreutes Wohnen, was du ja so gesehen geschildert hast), deren Kinder einfach in die Kita "abschiebt" und meint, das wäre Hilfe genug.

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