Betreuung für Säuglinge und Kinder unter 3 Jahren

  • belleamie, da bin ich ganz bei dir :)


    meine große war bis knapp 2 mit mir allein, dann kam die kleine schwester, undmit knapp 4 kam sie erst in den kiga.
    wir haben bis dahin sporadische treffen mit freundinnen gehabt, kurzzeitig babyschwimmen und als nr2 dann da war ab und zu rabentreffen.
    spielplätze hab ich gemieden, dh sie war wirklich in erster linie mit mir zusammen, und ist von allen kindern eigentlich die sozialste hier ( nicht nur altersbedingt, sie war "schon immer" so), eingewöhnt in den kiga war sie problem und tränenlos vom ersten tag an.


    ich bin mir ganz sicher, dass kinder unter drei nicht andere kinder "brauchen", und ich finde, wie du, auch nicht, dass sie sowas schon so früh lernen müssen. ist ja auch oft (zumidnest hier) nicht nur von den eltern sondern von den krippen ein argument, dass es für die soziale entwicklung so wichtig sei, schon früh im kontakt mit anderen kindern zu sein, vor allem gleichaltrige.
    glaub ich nicht.
    aber ich galub auch nicht, dass es ihnen schadte, wenn sie GUT betreut sind...


    ich war total glücklich, dass ich für meinen sohn die traumhafte gruppe gefunden habe, weil ich es brauchte.
    die betreuer total bedürfnisorientiert, und eben nicht so schnell genervt wie ich manchmal, wenn ich einfach pause gebraucht hätt.
    er hat dort an seinen langen tagen nen super mittagsschlaf gemacht (zu hause kam er da nie zur ruhe, und das hat ihm echt gefehlt), und sie haben eben kein programm gemacht oder, die kinder durften einfach vor sich hinspielen, oder kuscheln vorlesen was auch immer sie grad brauchten.
    unter den bedingungen würd ich mein kind immer wieder guten gewissens abgeben.
    ich bin aber auch froh, dass ich in der lage bin, das flexibel zu entscheiden, und nicht einen betreuungsplatz finden MUSS...

  • Also erstmal: ich bin bei zwei Sachen ganz eindeutig auch Eurer Meinung: Krippen/Tagesmütter etc sind Angebote für Eltern bzw. Familien, um Erwerbstätigkeit und Familie unter einen Hut bringen zu können.
    Sie sind in keiner Weise für das Kindswohl bzw. die Entwicklung des Kindes nötig... Sie müssen nur so beschaffen sein, dass sie eine Ergänzung zur Familie darstellen können, den kindlichen Bedürfnissen entsprechen und im Idealfall dem Kind genauso Anreize bieten können wie ein Zuhause das tut.
    Und ausserdem bin ich auch nicht der Meinung, dass Kinder eine bestimmte Form von Kinderkontakten zwingend brauchen, à la: jedes Kind ohne grosses Geschwister sollte einmal die Woche xy Stunden mit einem einen Jahr älteren Kind verbringen... Das wäre ja mal Quatsch... Kinder sind sehr unterschiedlich und sehr flexibel: sie kommen damit zurecht, das Erstgeborene zu sein oder das letzte von Sieben...


    Aber wovon ich überzeugt bin: es gibt Kinder, die haben schon früh das "Verlangen" (Bedürfnis wäre das falsche Wort, denn ich denke, sie kommen auch damit zurecht, wenn dieses "Verlangen-Bedürfnis" nicht gestillt wird) nach anderen Kindern. Mir ist völlig klar, dass dies individuell ist.
    Aber ich habe hier zwei Kinder sitzen, die in Gesellschaft anderer Kinder schon sehr früh aufgeblüht sind und die Riesenspass daran hatten/haben, mitten im Trubel zu sitzen. Sie mögen natürlich auch Erwachsene, aber wirklich fasziniert hat beide schon im Alter von 6 Monaten jedes Kind in Sichtweite. Meine Tochter hat bei jedem Nachbarskind, dass am Garten vorbeilief einen richtig langen Hals bekommen, damit sie es ja lange sehen kann... ;)
    Die beiden wären ideale Grossfamilienkinder.
    Und deshalb ist es für uns natürlich nett, dass sie einigen Kinderkontakt in der Krippe bekommen - aber um wieder zu Euch zu kommen: nein, ich erachte das in keiner Weise als notwendig oder zwingend. Sondern schlicht und einfach als nette Ergänzung zu uns, die wir nunmal einfach keine Grossfamilie sind und die Verwandtschaft leider über mehrere Länder verstreut haben.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Talpa, das ist bei uns genauso, das kleine grüffelchen liegt mit ihren 7 Monaten in der Krippe begeistert inmitten der anderen Kinder und kräht fröhlich herum...bei der Großen war das nicht anders...was ich nicht weiß ist, ob das gewöhnung oder Veranlagung ist, was ich meine ist, wenn Baby kaum Kontakt zu anderen Kindern hat wird es das auch nicht zwangsläufig vermissen, wenn der Kontakt allerdings da ist kann sich das Interesse natürlich entwickeln...Bei der kleinen ist es so das sie durch ihre Schwester und deren Freunde/-innen natürlich immer viele Kinder zu Gesicht bekam und diese auch spannend fand, wir bei der großen allerdings bis sie zur TaMu kam kaum Kontakt mit anderen Kindern hatte und auch kein großes Interesse hatte wenn sie mal eines traf, trotzdem nei der taMu aber in Gesselschaft der anderen Kinder regelrecht aufgeblüht ist...


    Daher weiß ich nicht recht ob das ganze Veranlagung ist oder schlicht Angebot.


    Was völlig klar ist, ist das die Betreuung so kleiner Kinder in diesem Moment in erster Linie für mich (und auch meinen Mann) wichtig ist, aber , und da sind wir uns ja GsD in diesem Thread rel. einig, müssen in einem funktionierenden Familiengefüge die bedürfnisse aller Familienmitglieder betrachtet und soweit wie möglich erfüllt werden.


    (man, das klingt ja wie das Wort zum Sonntag, vielleicht bewerbe ich mich doch noch als Pabst...)


    kiwi

    "Wir wollen lieber fliegen als kriechen" - Louise Otto-Peters (1819-1895) Frauenrechtlerin


    „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!“ Pippi Langstrumpf

  • Ich hol den Thread mal hoch und möchte ein Beispiel geben, wie ich es mir eben nicht vorstellen kann.
    Wir haben kürzlich eine private Krippe angeschaut. Also das heisst wir hatten ein Gespräch mit der Leiterin, die Krippe wird in Kürze eröffnet. Privat heist in dem Fall komplett unsubventionniert und die Beiträge sind nicht ans Einkommen angepasst. Da kostet ein Tag dann CHF140.- (also ein Tag pro Woche kostet im Monat 560.-). Das nur zur Info.
    Einige Dinge tönten ja ok: die Geschwister können sich mal besuchen, stillen ist natürlich ok, der Rythmus des Babys wird respektiert. Wie das aber gehen soll mit der geplanten Organisation ist mir ein Rätsel: es gibt zwei grosse Gruppen, eine von 4Monaten bis 2 Jahre und eine von 2 bis 4. Bei den Kleinen sinds 25 Kinder, bei den Grossen glaube ich 20. Für die Kleinen gibts 5 Erzieherinnen. Die Gruppe ist zwar altersgemischt, aber da können gut und gerne 10-15 U1 Kinder dabei sein...
    Da kann ich mich echt nur am Kopf kratzen und fragen, wie das gehen soll, ohne die Bedürfnisse der Kinder komplett zu ignorieren. Ich fands dann auch ein wenig irritierend, dass sie wesentlich mehr von der Deko als vom Umgang mit den Kindern gesprochen hat...
    Naja, zum Glück sind wir nicht auf dies Institution angewiesen...

  • Kann mir evtl jemand auf die schnelle weiterhelfen?
    Ich suche den Artikel, in dem stand, dass bei Kindern unter 2 bei fremdbetreuung mehr stresshormone nachzuweisen sind.
    Da gabs ne Langzeitstudie, in der ua auch festgestellt wurde, dass die Linder häufiger später Klassen wiederholen müssen usw.

    Süsskram aus den Jahren 2009 und 2012 <3

  • Ich nehme mal an, Du meinst die NICHD Studie...
    (Über die habe ich mich schon geäussert, ich finde die Ergebnisse massiv diskutierbar)
    edit: zum Beispiel gibt es eine Studie, die besagt, dass Kinder die U3 betreut wurden, später eher aufs Gymnasium gehen ( #augen und nein, ich glaube da nicht an einen ursächlichen Zusammenhang - die Studienverfasser übrigens auch nicht)


    Aber kuck doch mal im Wikipediaartikel "Kinderkrippe" nach, da hat es einen guten Stand der aktuellen Dinge und eine Auflistung der meisten Studien.


    Liebe Grüsse


    Talpa

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