Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • Ich kann deine Gedanken gut verstehen, Leslie Winkle aber wenn es darum gehen soll, dass Mädchen überhaupt erstmal mit Fußball in Berührung kommen, finde ich das nachvollziehbar. Aber man könnte eigentlich auch eine "Fußball für Anfänger*innen" - Gruppe machen, um zu verhindern, dass die schon länger Spielenden (vermutlich überwiegend Jungs) das an sich reißen.

  • Ich finde Mädchenfußball so was wie Frauenquote. Doof, aber nötig. Lustiger weise können die Jungs dann mit den Mädels aus der Mädelsmannschaft einträchtig kicken, in der selben gings nicht...

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Ich finde Mädchenfußball doof. Ich wuerde da eher einen Projekttag Fussball an der Schule machen und eben auch ein paar fussballerinnen präsentieren. Vorbilder helfen da echt. Fussball in den USA war sehr weiblich dominiert und dennoch spielten da die Jungs mit. Und es gab nicht extra Jungensfussball. Ich halte wirklich nicht viel davon Kinder so frueh im Sport zu trennen und dann auch noch die Leistung unterschiedlich zu bewerten (Stichwort BJS).


    Andererseits beim Turnen ist es schon von jeher so, dass da schon ganz frueh getrennt wird, was aber auch daran liegt, dass Männerturnen doch sehr sehr anders ist als Frauenturnen. Bei ziemlich allen Teamsports ist es bis ins Teeniealter gemischt und das finde ich auch gut so.


    Ich haette eher die Befürchtung, dass wenn man jetzt Maedchenfussball einführt, dass das ein 2.Klasse-Fussball wird oder Ruf gibt, und es die bestehenden Rollenbilder noch mehr zementiert.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

  • Ich kann deinen Kollegen da verstehen, Leslie Winkle . In meiner alten Kanzlei gab es eine Fußballmannschaft, die war gar nicht explizit für Männer, aber da sind auch nur die Männer hingegangen. Und ich wollte in so einer Situation auch nicht die einzige Frau sein (dabei bin ich das im Job ganz oft).

    "Every day, in every vay, ve get better and better."

  • Ich frage mich gerade, wann man denn ansetzen müsste, um gar nicht erst in so eine doofe Dynamik zu kommen (also, dass Mädchen nicht angespielt werden z.B.)? Frauen als Trainerinnen auch für die Jungs wäre schonmal cool.


    Ansonsten sehe ich das ähnlich wie Kalliope : manchmal braucht es eben doofe Maßnahmen wie Quoten oder reine Mädchen- oder Frauengruppen, um einer bestehenden Benachteiligung entgegenzuwirken. (Wie ist das eigentlich mit Jungs in "Mädchen" Sportarten? Gibt es da Benachteiligung?)


    Gab es nicht auch mal eine Studie, nach der Mädchen, die in reinen Mädchenklassen unterrichtet werden, besser in Mathe und Physik abschneiden?


    Für Kinder, die nicht in das binäre Geschlechtersystem passen ist das natürlich extra blöd. Ich sehe da im Moment aber keine allgemeingültige Lösung sondern eher individuelle Ansätze je nach Situation.

  • Solche Veranstaltungen sind so stark geschlechtlich markiert, dass zum Fußball halt nur Jungs gehen, dazu muss es gar nicht jungenfussball heißen. Für mådchen ist es ein enormer Kraftakt, sich solche männlichen Räume erobern zu müssen.

  • Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in der 3. oder 4. Klasse beim Adventswichteln "eine Runde Fußball spielen" gewann, die ich dann - natürlich - nicht einlösen konnte. Dabei hätte ich mich schon gefreut, aber für den Jungen, der das Zettelchen geschrieben hatte, war ganz klar, dass "das Mädchen" nicht Fußball spielt.

  • Ohne Mädchenfußball spielen Mädchen in der Regel gar kein Fußball. Wenn sie aber beim Mädchenfußball erstmal begriffen haben, dass sie ganz normal Fußball spielen können, dann kicken sie auch in der Pause mal mit den Jungs. So ungefähr kenne ich es jedenfalls von meiner Tochter. Nützt ja nix. Man selbst kann etwas nachhelfen, indem man nicht von Fußball und Frauenfußball redet, sondern von Frauenfußball und Männerfußball. Oder nur von Fußball. So fände ich es auch in der Schule okay - Fußballangebot für Jungen, Fußballangebot für Mädchen, statt Fußball und Fußball für Mädchen.


    Ich fand es in den USA sehr interessant, dass dort Fußball ein typischer Mädchensport war - offensichtlich liegt die Geschlechterzuordnung nicht an der Sportart.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (08/2004) und Sohn (09/2015)

  • Hier in den Dörfern ist Fußball bis zum Ende der Grundschule tatsächlich gemischt. Ich sehe hier immer bummelig ein Drittel Mädchen in den Mannschaften.

    Die Kinder- und Jugendfeuerwehr hier ist paritätisch besetzt...

    Scheint regional sehr unterschiedlich zu sein.

  • Hier braucht es auch extra Mädchenfußball, damit die Mädels spielen können. Leider. Insofern ist der Vergleich mit der Quote für mich passend. Warum ich trotzdem noch nie von Jungsvoltigieren oder Jungsballett gelesen habe, ist natürlich trotzdem eine spannende Frage.

  • Die Profi-Ballettschulen vergeben die Schulplätze paritätisch. Bei den Amateuren ist ab und zu ein Junge in der Klasse.


    Synchronschwimmen und rhythmische Sportgymnastik sind auch Sportarten bei denen normalerweise keine Männer mitmachen.

  • Warum ich trotzdem noch nie von Jungsvoltigieren oder Jungsballett gelesen habe, ist natürlich trotzdem eine spannende Frage.

    Meine Hypothese wäre, dass das daran liegt, dass weiblich markierte Tätigkeiten als weniger erstrebenswert gelten und sich daher auch Erwachsene weniger dafür einsetzen, dass Jungs da mitmachen dürfen.

    "Every day, in every vay, ve get better and better."

  • Es ist auch oft kein Platz, den Jungen oder Männer sich erobern müssen. Sie verlieren ihren höheren Status nicht, nur weil sie in der Minderheit sind.


    Da muss man sich nur mal Erzieher im Kiga angucken.

  • Ohne Mädchenfußball spielen Mädchen in der Regel gar kein Fußball.

    Das habe ich so noch nicht beobachtet. Im Gegenteil, eigentlich sind da immer 1-3 Maedchen dabei pro Jahrgang. Im Gegensatz zum Tanzen, da gibt es pro Tanzschule 1-2 Jungs.



    Es ist auch oft kein Platz, den Jungen oder Männer sich erobern müssen. Sie verlieren ihren höheren Status nicht, nur weil sie in der Minderheit sind.

    Ein tanzender Junge muss ganz schoen um seinen Ruf kämpfen. Wird als "Maedchen" bezeichnet und abgewertet, denn Jungens tanzen höchstens Hiphop.

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    ~a.joy~

  • Unsere Erfahrung ist, dass gerade die Maedchen da sehr abschätzig und ausgrenzend reagieren.

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    ~a.joy~

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