Gender-Kacke in Schule und Alltag

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  • ein großer teil der frauen siht das problem tatsächlich nicht, ein Teil weil eben, wie talpa beschrieb, diese sehr subrile Genderprägung Früchte trägt und ein Teil der einfach höllisch bequem ist und sich mitlerweile lieber wieder in bequemen alten Rollenbildern einistet als selbst den Hintern hochzu kriegen...so viele meiner Altersgenossinnen findet es einfach viel bequemer das "Heimchen am Herd" (achtung, bewusst provokativ ausgedrückt) abzugeben als sich eben selbst in die reale Welt zu stürzen


    Das Ulkigste daran finde ich, dass die Entscheidung für das Modell "eine/r verdient Geld, eine/r stellt die Kinderbetreuung sicher" ja ziemlich riskant ist, weil man eben erst einmal alles auf eine Karte setzt. Trotzdem würden oft dieselben Menschen, die ihr gesamtes Einkommen von einer Person abhängig machen und dafür bereit sind, mit der Kinderbetreuung einen ziemlich anstrengenden Job zu übernehmen, sich eher nicht z.B. selbstständig machen. Und umgekehrt gibt es wenige Unternehmer_innen, die bereit wären, sich auf das Hausmann/Hausfrau-Modell einzulassen.


    #gruebel


    Ich versuche das Thema jetzt in unserem Mütterzentrum in dem ich Mitglied bin aufzugreifen. Ich weiß noch nicht wie, ich denke ich werde es immer mal ansprechen und dann in einem Plenum mal fragen ob wir was tun können.


    Da ist der Umgangston immer sehr herzlich, aber auch eher in die Richtung "Die X ist ein richtiges Mädchen, so hübsch wie sie ist und an ihrer Mama hängt." oder "Der Y ist schon ein richtiger Kerl mit seinen 1,5 Jahren!" Das stört mich schon im alltäglichen Umgang, als ich im Programm aber die Übernachtungspartys sah, wollte ich das schon gerne mal ansprechen.


    Wenn man die Leute nicht von ihrer genderfixierten Sprache abbringen kann, dann lässt sich vielleicht zumindest das Programm erweitern. Beispiele:


    Zitat

    Wir amüsieren uns königlich! Wir verkleiden uns als Adelige, mit feinen Gewändern und Juwelen, wir schminken uns magisch glitzernde Masken und verwandeln uns in was wir wollen! Fesselnde Spiele, fantastische Geschichten und feine Bastelarbeiten erwarten uns ebenso wie ein kaiserliches Mahl am Abend und ein fürstliches Frühstück am nächsten Morgen.


    Zitat

    Sei die Heldin deines eigenen Abenteuers! In Wettspielen werden wir mutig sein wie Mulan, siegreich wie Merida. Mit Säge und Hammer werden wir schöne Dinge herstellen, geschickt und kunstfertig wie Rapunzel. Schließlich versammeln wir uns um ein Lagerfeuer und hören aufregende Abenteuergeschichten. Dazu stärken wir uns mit Köstlichkeiten aus der weiten Welt.



    Er möchte halt, dass sie seinen bekommen - mit dem gleichen Recht, wie ich möchte, dass sie meinen haben. Das ist schon schwierig!


    Du kannst das Problem verschieben, indem du ihn nicht heiratest, dann heißt das erste Kind ja erst einmal automatisch wie du.


    Eine Lösung könnte bei so einem Thema sein, dass ihr um den Namen spielt (ein Wettbewerb oder eine Wette oder Münzwurf oder so). Für mich persönlich wäre da allerdings Voraussetzung, dass meine bessere Hälfte anerkennt, dass ich ebenfalls ein berechtigtes Interesse am gemeinsamen Namen mit den Kindern habe.


    Stell dir vor, dein Mann würde die Kinder kriegen, nicht du. Wie sähst du die Lage dann?

  • Du kannst das Problem verschieben, indem du ihn nicht heiratest, dann heißt das erste Kind ja erst einmal automatisch wie du.


    Eine Lösung könnte bei so einem Thema sein, dass ihr um den Namen spielt (ein Wettbewerb oder eine Wette oder Münzwurf oder so). Für mich persönlich wäre da allerdings Voraussetzung, dass meine bessere Hälfte anerkennt, dass ich ebenfalls ein berechtigtes Interesse am gemeinsamen Namen mit den Kindern habe.


    Stell dir vor, dein Mann würde die Kinder kriegen, nicht du. Wie sähst du die Lage dann?

    Die Kinder könnten auch wenn wir nicht verheiratet sind, direkt seinen Namen bekommen. Hat eine Freundin von mir so gemacht. Heiraten oder nicht ist also für den Kindernamen egal (und eh noch nicht konkret geplant).
    Spielen... jaaa... ich bin nicht so der Spieler. ;) Normalerweise steh ich sehr auf Kompromisse. Momenan steht noch eine andere Streitfrage im Raum, Taufe oder nicht. Da verhandeln wir grad dran rum... nicht taufen und seinen Namen kriegen oder taufen und meinen Namen kriegen. Aber nicht taufen fühlt sich für ihn genauso doof an wie mein Name für die Kids - und umgekehrt. Ein guter Kompromiss ist halt, wenn am Ende beide unzufrieden sind. #pinch


    Wenn er die Kinder kriegen würde... wär ich immer noch die letzte meines Namens (und er hat Geschwister, davon ein eher Macho-mäßier Mann, dessen Kinder sicher seinen Namen kriegen) und würde wollen, dass die Kids wie ich heißen.
    Darum, wer sie auf die Welt bringt, geht's mir gar nicht. Da er zuhause bleiben wird, hat er sicher auch genug "Arbeit" mit dem Nachwuchs. Und muss sogar überall erklären, warum er nicht so heißt wie die Kinder.
    Andererseits ist es ja schon ziemlich normal, dass Kinder anders heißen als (zuweilen sogar beide) Elternteile.
    Ach, ich weiß auch nicht! :S

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    In meinem Waldland geht ein Monster um...

  • Rattenkind: Mein Mann und ich tragen unsere Geburtsnamen und die Kinder tragen meinen Namen. Wenn nicht irgendjemand damit anfängt, wie soll es sich dann ändern?


    schon so lange ich denken kann, wollte ch meinen Namen behalten. Und dass meine Kinder meinen Namen tragen, wollte ich auch.
    Ich wohne in einer Gegend, in der mehr als die Hälfte aller Kinder nicht ehelich geboren werden, da sind unterschiedliche Namen wirklich keine Seltenheit.


    Und Verbundenheit zeigt sich doch nicht nur am gemeinsamen Namen.

  • Münze oder Wettbewerb ist super - wenn wir uns nicht einigen können, veranstalten wir Schnick-Schnack-Schnuck-Turniere oder werfen eine Münze. Hin und wieder auch mit einer hält zwei Gegenstände hinterm Rücken, vertauscht ein paar Mal und die andere Person wählt. Manchmal ist es einem einfach gleich viel wert, und wenn dann eine unabhängige Instanz entscheidet, belastet es zumindest hier die Beziehung nicht so.
    Das hat nicht wirklich etwas mit Leichtfertigkeit zu tun, sondern ist eigentlich eine sehr ernste Angelegenheit - die auch Spaß machen, aber auch je nach Thema sehr spannend sein kann. Hin und wieder sind wir uns mit dem komischen Gefühl nach der Feststellung des Ergebnisses auch wieder so einig, dass wir einvernehmlich den anderen Weg beschreiten. Die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Anliegen ist da ja eigentlich inhärent.


    Namensweitergabe find ich aber auch wichtig, danach ist bei uns die Namenswahl fürs Kind entschieden worden (wir haben beide unsere Namen behalten) - sein Bruder und dessen Kinder tragen bereits den Namen seiner Frau und er ist somit der letzte, mit einem durchaus wohlklingenden und seltenen Namen, während ich einiges an Geschwistern vorzuweisen habe (und einen häufigeren, nicht besonders romantischen Namen).
    Im Bekanntenkreis haben wir auch eine, bei der es so war (dort war es ihr Name, der jetzt Ehe- und Kindername ist).


    Hilft dir aber ja leider auch nicht weiter :wacko:


    Wenn es aber das Gefühl ist, dass ihn dann Andere schräg finden, solltet ihr nochmal darüber reden, ob das wirklich schwerwiegender ist als dieser Teil deiner Identität, der dir wichtig ist und der ansonsten endgültig keine Fortführung erfährt. Ich finde die Entscheidung heute noch ein bißchen blöder als bei der Hochzeit, weil die Schwiegereltern sich zu wirklich ignoranten Unannehmlichkeiten entwickelt haben, aber mir ist sehr klar, dass dieses Stück Identität mir einfach weniger bedeutet als meinem Mann, dass er jetzt das größere Bauchgrummeln hätte. Das ist es mir wert, und ich kann mich daran freuen, dass mein Mann und meine Tochter als zusätzliches Zeichen ihrer Verbundenheit den gleichen Namen tragen. (Kann man auch kurz mit Kloetern zusammenfassen - wer leidet mehr?)

  • Das Ulkigste daran finde ich, dass die Entscheidung für das Modell "eine/r verdient Geld, eine/r stellt die Kinderbetreuung sicher" ja ziemlich riskant ist, weil man eben erst einmal alles auf eine Karte setzt


    Mir ärgern solche Aussagen. Ich habe mich nicht freiwillig dafür entschieden. Absolut nicht und ich bin kreuzunglücklich damit. Ich darf mich entscheiden, einen unterqualifizierten Job anzunehmen, damit zumindest ein bisschen Geld rein kommt oder ich muss mich selbstständig machen (ist im Moment der Plan, aber ich bin nicht so zu 100% die Unternehmerin, leider). Ich habe nicht alles auf eine Karte gesetzt, ich wurde dazu gezwungen, weil ich trotz meiner Qualifikationen (immerhin 2 Studienabschlüsse) mit Kind keinen Job mehr gefunden habe. Ok, wir hätte umziehen können - dann hätte mein Mann seinen Job aufgeben müssen und ich meine Familie dafür, dass sich die Rollen dann uU vertauschen. Ist das sicherer? Ich fasse es selber nicht, dass es so ist bei mir. Hätte mir das mal jemand vor einigen Jahren erzählt, ich hätte sie lauthals ausgelacht.


    Ich habe Sachen gehört wie "Das kann ich einem 2jährigen Kind nicht zumuten, dass die Mama arbeitet." Von demjenigen, mit dem ich ein Jobinterview hatte. Was hätte ich gerne eine Tonaufnahme davon gehabt #kreischen Nun ja. Es war einfach bescheuert das erste Kind in einem befristeten Vertrag zu bekommen. Selber schuld.

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Zitat

    Ich dachte immer, das gabs nur "früher" im finsteren 19. Jahrhundert und in besonders konservativen Gegenden!


    Leider nicht, nein.


    Zitat


    Ich habe Sachen gehört wie "Das kann ich einem 2jährigen Kind nicht zumuten, dass die Mama arbeitet." Von demjenigen, mit dem ich ein Jobinterview hatte. Was hätte ich gerne eine Tonaufnahme davon gehabt #kreischen


    *ultimativ gewaltfreier Smiley mit riesigem Hackebeil*


    Wie gut aber, dass wir jetzt wissen, dass 'Gender-Kacke' doch gar kein Thema zu sein braucht.

  • Mir ärgern solche Aussagen. Ich habe mich nicht freiwillig dafür entschieden. Absolut nicht und ich bin kreuzunglücklich damit. Ich darf mich entscheiden, einen unterqualifizierten Job anzunehmen, damit zumindest ein bisschen Geld rein kommt oder ich muss mich selbstständig machen (ist im Moment der Plan, aber ich bin nicht so zu 100% die Unternehmerin, leider). Ich habe nicht alles auf eine Karte gesetzt, ich wurde dazu gezwungen, weil ich trotz meiner Qualifikationen (immerhin 2 Studienabschlüsse) mit Kind keinen Job mehr gefunden habe. Ok, wir hätte umziehen können - dann hätte mein Mann seinen Job aufgeben müssen und ich meine Familie dafür, dass sich die Rollen dann uU vertauschen. Ist das sicherer? Ich fasse es selber nicht, dass es so ist bei mir. Hätte mir das mal jemand vor einigen Jahren erzählt, ich hätte sie lauthals ausgelacht.


    Ich habe Sachen gehört wie "Das kann ich einem 2jährigen Kind nicht zumuten, dass die Mama arbeitet." Von demjenigen, mit dem ich ein Jobinterview hatte. Was hätte ich gerne eine Tonaufnahme davon gehabt #kreischen Nun ja. Es war einfach bescheuert das erste Kind in einem befristeten Vertrag zu bekommen. Selber schuld.


    Sowas ist bitter und es ist ätzend das soetwas immer noch Realität ist. Exakt das Argument, dass du dir im Jobinterview anhören musstest ist dasjenige, dass ich mir hier kreisrund im Bekanntenkreis anhören muss. Nur drei meiner Freundinnen mit Kindern arbeiten, und das liegt nicht an dem von dir geschilderten Problem Kalliope. Ich lebe in einer ländlichen, deutlich konservativ geprägten gegend und die Mädels haben fast alle gut ausgebildete und ordentlich verdienende Ehemänner und ziehen sich auf dieses -wiederwärtige- Argument zurück, sie arbeiten nicht, weil: sie eben die "richtigen" Prioritäten setzen...ganz im Gegensatz zu mir, denn mir ist offenbar das Wohl meiner Kinder furchtbar egal #stumm .


    Aoife und Ainu...ich musste ein wenig schmunzeln bei Eurer Unterhaltung über die Ehemänner...ich habe ja zumindest diesbezüglich ein wenig "fehlgegriffen"...mein Joe, sieht diese Unterschiede zwar durchaus, findet sie aber "nebensächlich", er ist der Meinung, frau müsse sich daran nicht permanent "aufhängen" und bezeugt mir gerne was diese Diskussion angeht einen gewalten "Stock im ...". Er ist zwar definitiv 100% engagierter Vater und in unserem Haushalt die "Hausfrau" und findet es gut und wichtig dass ich zu 50% (naja mittlerweile bin ich auf 35-40% abgesoffen) die nfinanzielle Verantwortung trage, ist aber ein meister "blöder Machosprüche" und neigt mitunter zum saublöden Alphamännchenverhalten. Im übriegen ist das etwas, das zu Beginn unserer beziehung der Sache viel "Würze" gegeben hat mich aber seit Kinder da sind dauerhaft ärgert und zu einem unserer größten streitpunkte geworden ist. Er ist wahrlich kein Chauvie und er "liebt Frauen" ("richtige" Frauen, wie er oft betont, keine Aufziehpüppchen) aber er ist verhältnissmäßig blind und ungeschickt was seine Sprache angeht...was mich natürlich eine immer extremere Gegen- Position einnehmen lässt.
    Was dazu führt, dass meine Große mich kürzlich tatsächlich fragte, was denn nun eigentlich so schlimm daran sei "ein Mädchen zu sein"...ich muss gestehen dass mich das erschreckt hat und tatsächlich auch meinen Mann ein bißchen (ein kleines bißchen) aufgeweckt hat. Denn diese Aussage war Ergebniss einer saublöden Diskussion über Lipgloss (die Große ist 6 und wollte wie einige ihre Klassenkameradinnen Lipgloss zur Schule tragen) zwar waren Joe und ich uns einig, dass es dafür zu früh sei, aber Monsieur konnte es sich mal wieder nicht verkneifen einen für ihn allzusymptomatischen Spruch nach zu schieben, der erneut eine Diskussion zwischen uns anfachte und Tochterkind zu eben jener frage führte. Er meinte nämlich: "Wenn Du dann mal alt genug dafür bist wendest du Dich besser an mich, Deine Mutter hat nicht soviel Sinn für so einen "Mädchenkram" #kreischen !"


    Das ist sowohl von der Formulierung als auch von der faktischen Richtigkeit her Humbug, denn ich schminke mich durchaus und bin tatsächlich gerne Frau....


    Dieses Thema verfolgt mich also bis an den Frühstückstisch zu Hause und macht mich zunehmend stinkig weil es eben auch in meiner Ehe ein Streitpunkt....


    Kiwi

  • Das Ulkigste daran finde ich, dass die Entscheidung für das Modell "eine/r verdient Geld, eine/r stellt die Kinderbetreuung sicher" ja ziemlich riskant ist, weil man eben erst einmal alles auf eine Karte setzt. Trotzdem würden oft dieselben Menschen, die ihr gesamtes Einkommen von einer Person abhängig machen und dafür bereit sind, mit der Kinderbetreuung einen ziemlich anstrengenden Job zu übernehmen, sich eher nicht z.B. selbstständig machen. Und umgekehrt gibt es wenige Unternehmer_innen, die bereit wären, sich auf das Hausmann/Hausfrau-Modell einzulassen.


    #gruebel





    a) zum thema "bequem in den alten rollenbildern einnisten" = das habe ich auch mal so gedacht. mittlerweile bin ich sehr weit davon weg.


    ich mache _alles_ alleine und kann daher beurteilen, was was bedeutet.


    in manchen fällen ist das "imaltenrollenbildeinnisten" alternativlos, weil einfach die ressourcen nicht DA sind, die reibungsverluste aufzufangen. ein mann, der komplett so sozialisiert ist, dass kinder NICHT seine zuständigkeit sind und dass er zwar gern nach feierabend und am wochenende "mithilft" aber letztlich verantwortung bei der mutter liegt, der kann lieb und nett sein und vielleicht im kleinen rahmen eine entwicklung durchmachen, aber ohne wirklich drastischen schlag (tod der mutter) wird sich diese einstellung NIE wirklich rauskriegen lassen. und selbst DANN - ich kenne einige witwer, bei denen die frauen jung gestorben sind. darunter einen, der wirklich zum ae-mann wurde (der einzige mir bekannte). der das angenommen hat und für alles zuständig ist. die anderen haben alle (!) die verantwortung an ihre eigene mutter oder die next weitergereicht; letztere wird z.t. sogar "mama" genannt, was ich gruselig finde.


    natürlich kann man auch versuchen, solche männer gar nicht als partner zu wählen für die kinderaufzucht. aber ich würde behaupten, sie machen den absoluten mega-großteil ihres geschlechts aus.


    umgekehrt ist es so, dass die bedeutung von unterhalt-sichern und die verantwortung für den eigenen wirtschaftlichen unterhalt sowie den der familie noch immer nicht bei vielen frauen angekommen ist. selbst die, die eigentlich wirklich gut verdienen und den unterhalt reinholen. eine enge freundin, alleinernährerin einer 4köpfigen familie (gym-lehrerin, verbeamtet, geld also kein problem), sagt, sie ist zwar mit ihrem job an sich zufrieden und unterrichtet gern etc., aber sie sehnt sich nach zeit nur mit der familie und empfindet es als total total total unnatürlich und schlimm, dass sie in die ernährerinnenrolle gepresst ist (mann geisteswissenschaftler, absolut chancenlos am arbeitsmarkt). ich selbst habe ein deluxe-benotetes studium abgeschlossen und seit meinem 12. lebensjahr IMMER geld verdient und ja, auch ich sehne mich danach, das nicht zu müssen oder zumindest eine zeitlang nicht. der verdiendruck ist für jeden schlimm, aber mit weiblicher sozialisation kommt noch das gefühl hinzu "eigentlich sollte ich das nicht müssen".


    gegen so eine sozialisation muss man erst mal auch IN SICH SELBST anarbeiten, wenn man das will.
    dann muss man noch beim/mit dem mann schwerst arbeiten, um chancen auf unterstützung zu haben; ansonsten kann man gleich die doppelverantwortung hinnehmen (ich empfehle das nicht weiter).




    so. und DAS war erst INNEN.



    dann kommen wir nun zum arbeitsmarkt. wie das selbst für wirklich gute fachkräfte aussieht -> siehe mein persönlicher problemthread. siehe kalliopes aussage.


    ganz ehrlich, wenn auf einen wirklich jahrelang eingeprügelt wird, weil man keinen job kriegt ODER trotz qualifikation total gedemütigt und degradiert wird, dann geht irgendwann nichts mehr und man hat keine kraft für irgendwas. geschweige denn für die familie. warum sollte man solch einen weg gehen müssen?


    warum sollen xtausend lemminge erst mal im fluss ertrinken, damit hinterher die anderen rüberkommen? nein, ich meine inzwischen, es muss ANDERE wege geben. die nicht blutopfer von pionierinnen (und es sind NICHT die männer oder nur sehr selten) verlangen.


    ich halte es für sehr legitim, zur maximierung des individuellen wohlbefindens auf eine rollenverteilung zurückzugreifen, die ich eigentlich ablehne und die ich eigentlich am liebsten abgeschafft sähe. aber ich fürchte, es ist eben zuviel verlangt von millionen individuen mit unterschiedlicher ressourcenausstattung und vorgeschichte, sich _gegen alles_ zu stellen mit ihrem ganzen persönlichen leben.


    außerdem finde ICH, dass die "reale welt" eben NICHT in einem unternehmen ist, wo die leute gequält, getreten, gedemütigt und ausgebeutet werden. die reale welt ist da, wo kinder groß werden und wo natur lebt. wo essen gekocht und kleidung gemacht wird. das sind reale dinge. sehe ich vielleicht etwas romantisch... aber ich habe auch wahrhaft von der "realen welt" der wirtschaft die fresse dick bis zum anschlag. übrigens gönne ich den scheiß-arbeitgebern JEDESMAL, wenn sich jemand top qualifiziertes deren krallen entziehen kann und stattdessen - vielleicht auch nur temporär - frei ist.



    zum thema unternehmertum:


    ich glaube, unternehmertum ist unter hausfrauen weit verbreitet; viele hausfrauen entscheiden sich irgendwann für eine (meist kleine) selbständigkeit. anständige jobs zu bekommen ist schon ohne lücke im lebenslauf nicht leicht. daher greifen dann auch viele auf freiberufliche sachen oder trageberatung oder einen kleinen (online-)laden etc. zurück, wenn die familienphase wieder raum dafür lässt. das sind aber eben keine großunternehmerinnen, die irgendwann im managermagazin landen. und warum sollte das auch sein? warum sollten die frauen, die doch ihre ressourcen in die familie stecken wollen, diese darauf verwenden, ein großes oder zumindest mittelständisches unternehmen aufzuziehen? das sind doch ganz verschiedene paare schuhe.



    lg, patrick

  • ach ja, hier auch zum namen:


    nur über meine leiche hätte ich a) meinen namen irgendwie abgegeben oder b) zugelassen, dass meine kinder anders heißen als ich.


    ich bin extreme verfechterin der matrilinearität.

  • Die heißen entweder nach ihm oder nach mir. Und sie müssen alle gleich heißen. Sonst hätte man ja die Mädchen nach mir und die Jungs nach ihm nennen können oder so. Darf man aber nicht. Das ist wirklich ein Streitpunkt. Wie löst man sowas?


    Wir hatten ein ähnliches 'Problem'. Wir wollten auch beide unsere Namen behalten und wußten dann nicht, wie wir das mit den Kindern fair regeln sollen. Wir haben uns dann auf eine Lotterie geeinigt. Wenn das erste Kind ein Bub wird, heißen alle Kinder wie mein Mann, wird das erste Kind ein Mädchen, heißen alle Kinder wie ich. Das ist nun nicht ganz 100%ig fair, weil ja die Wahrscheinlichkeit für einen Buben etwas höher ist als für ein Mädchen, aber wir waren damit trotzdem beide zufrieden.

  • [ Momenan steht noch eine andere Streitfrage im Raum, Taufe oder nicht. Da verhandeln wir grad dran rum... nicht taufen und seinen Namen kriegen oder taufen und meinen Namen kriegen. Aber nicht taufen fühlt sich für ihn genauso doof an wie mein Name für die Kids - und umgekehrt. Ein guter Kompromiss ist halt, wenn am Ende beide unzufrieden sind. #pinch



    Also, er würde gern (christlich) taufen und Du nicht?


    Da würde ich Prioritäten setzen:
    Einen Namen trägt man meist ein Leben lang und läßt sich (außer durch Heirat) nur sehr schwer ablegen.
    Ein Kirchenaustritt ist dagegen schnell erklärt und ob Eure Kinder gläubige, praktizierende Christen werden oder nicht, hängt nicht von der Taufe ab.
    Und das sage ich, obwohl ICH massive Probleme mit einer christlichen Taufe meiner Kinder hätte, vermutlich würde ich mir ganz oft Torfrock anhören und MIR die christliche Taufe kleinreden.
    https://www.youtube.com/watch?v=Cq2DAzMsCiA
    http://www.songtexte.com/songt…ollos-taufe-53c20b35.html

    "Über besorgte Bürger wusste er Bescheid. Wo auch immer se sich aufhielten: Sie sprachen immer die gleiche private Sprache in der "traditionelle Werte" und ähnliche Ausdrücke auf "jemanden lynchen" hinaus lief." Terry Pratchett: Die volle Wahrheit
    LG Bryn mit Svanhild (*01), Arfst (*02), Singefried (*09) und Isebrand (*12)


  • Mir ärgern solche Aussagen. Ich habe mich nicht freiwillig dafür entschieden. Absolut nicht und ich bin kreuzunglücklich damit. Ich darf mich entscheiden, einen unterqualifizierten Job anzunehmen, damit zumindest ein bisschen Geld rein kommt oder ich muss mich selbstständig machen (ist im Moment der Plan, aber ich bin nicht so zu 100% die Unternehmerin, leider). Ich habe nicht alles auf eine Karte gesetzt, ich wurde dazu gezwungen, weil ich trotz meiner Qualifikationen (immerhin 2 Studienabschlüsse) mit Kind keinen Job mehr gefunden habe. Ok, wir hätte umziehen können - dann hätte mein Mann seinen Job aufgeben müssen und ich meine Familie dafür, dass sich die Rollen dann uU vertauschen. Ist das sicherer? Ich fasse es selber nicht, dass es so ist bei mir. Hätte mir das mal jemand vor einigen Jahren erzählt, ich hätte sie lauthals ausgelacht.


    Ich habe Sachen gehört wie "Das kann ich einem 2jährigen Kind nicht zumuten, dass die Mama arbeitet." Von demjenigen, mit dem ich ein Jobinterview hatte. Was hätte ich gerne eine Tonaufnahme davon gehabt #kreischen Nun ja. Es war einfach bescheuert das erste Kind in einem befristeten Vertrag zu bekommen. Selber schuld.


    danke kalliope. ich bin ja gerade in einer ähnlichen situation und finds zum würgen. diese abhängigkeit ist grässlich. und ich kann den tag, an dem ich wieder eigenes geld verdiene kaum abwarten.
    und hätte mir jemand sowas in einem vorstellungsgespräch gesagt, ich hätte dem eine predigt gehalten, wäre aufgestanden und gegangen, hoffe ich zumindest ;) sowas geht gar nicht.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Ich habe es nicht im Jobinterview selber gehört, sondern einige Zeit danach, als ich bereits eine Ablehnung hatte. Wollte ich nur richtig stellen, das hatte ich verquer formuliert.

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Wegen des namens: ich wohne mit meinen Kindern alleine, sie haben den Namen des Vaters und keine sau interessiert das.


    Aber deine Kinder haben den gleichen Nachnamen.
    Wenn du drei Kinder hast, die zwei verschiedene Nachnamen tragen und du trägst einen dritten, dann kriegt man doch den ein oder anderen abfälligen Blick ab. :S

    Das B in Pegida steht für Bildung.

  • @Taufe: Ich bin nicht christlich, aber es kann durchaus etwas tröstlcihes haben, zu wissen, dass man eventuell eine Chance auf ein Leben im Himmel hätte, sofern man "sündenfrei" gelebt hat. Wenn man nicht getauft ist, ist das gar nicht möglich.

    Ich hänge mich erst auf, wenn alle Stricke reißen!

  • @Taufe: Ich bin nicht christlich, aber es kann durchaus etwas tröstlcihes haben, zu wissen, dass man eventuell eine Chance auf ein Leben im Himmel hätte, sofern man "sündenfrei" gelebt hat. Wenn man nicht getauft ist, ist das gar nicht möglich.


    Das ist das Prinzip der Pascalschen Wette, man ist im Zweifelsfall auf der sicheren Seite ;)


    Meines Wissens muss man nicht getauft sein, sondern an Gott glauben, um in den Himmel zu kommen. Die Taufe ist keine Eintrittskarte. ;)

    Das B in Pegida steht für Bildung.

  • naja, patrick, es kommt wie so oft draufan, wen du fragst ;) alle wege führen nach rom #stumm

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7