Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • doppelnamen bei frauen scheinen ja nicht mehr so en vogue zu sein wie noch vor ca. 15 bis 20 jahren....frage mich, woran das liegt?


    Bis vor ca 16 Jahren gab es nur wenige Namensmöglichkeiten bei Eheschließungen, ess gab den Namen des Ehemanns oder Doppelnamen.
    Frauen die ihren Geburtsnamen behalten wollten, nahmen also Doppelnamen.
    Das "neue" Namensrecht (jede/r behält seinen/ihren Namen, Doppelnamen, ein Ehename und zwar egal ob ursprünglich vom Mann oder der Frau) hat es Frauen dann erst ermöglicht, ihren Geburtsnamen ohne Doppelnamen zu behalten.

    "Über besorgte Bürger wusste er Bescheid. Wo auch immer se sich aufhielten: Sie sprachen immer die gleiche private Sprache in der "traditionelle Werte" und ähnliche Ausdrücke auf "jemanden lynchen" hinaus lief." Terry Pratchett: Die volle Wahrheit
    LG Bryn mit Svanhild (*01), Arfst (*02), Singefried (*09) und Isebrand (*12)

  • warum sollte auch nur die FRAU den doppelnamen tragen?
    welcher name wird "hinten angehängt" - ihrer?
    und was ist mit dem namen der kinder?



    ich finde die doppelnamenlösung denkbar schlecht. weil es eben keine gleichberechtigte lösung ist. wenn das so wäre: bei heirat hängt der mann den frau-namen hinten an und umgekehrt, wäre das auf DER ebene schon mal nicht schlecht.


    aber dann kommt auch die kinder-ebene wieder: wie sollen die heißen? richtig spannend würde es, wenn die kinder heiraten würden... dann würden sich die namen multiplizieren bis zum gehtnichtmehr.


    irgendwann fällt also etwas hinten runter, verläuft und versickert eine familienlinie namentlich, eine ganze namentliche identität wird rausgext. es trifft immer wen, sonst funktioniert es nicht.



    übrigens, trotzdem finde ich es GANZ schlimm, wenn sich leute über doppelnamen lustig machen. ich finde es absolut furchtbar, untragbar und entwürdigend, dass frauen so lange bei der heirat ihre namen abgeben MUSSTEN und bin froh um die wenigen, die wenigstens diese minimal-auswegslösung gewählt haben. unabhängig davon, wie kacke der name hinterher klang.



    für mich persönlich ergibt unter den jetzigen sozialen und auch biologischen gegebenheiten einzig und allein die matrilinearität wirklich übergreifend sinn.


    lg patrick

  • frage mich, woran das liegt?


    Ich kann nur für mich persönlich antworten: Ich finde Doppelnamen doof. Fand ich immer schon und in unserem speziellen Fall wäre es sogar noch extra doof geworden, da wir beide sehr lange Namen und ich noch zusätzlich einen langen Vornamen habe.

  • Bis vor ca 16 Jahren gab es nur wenige Namensmöglichkeiten bei Eheschließungen, ess gab den Namen des Ehemanns oder Doppelnamen.
    Frauen die ihren Geburtsnamen behalten wollten, nahmen also Doppelnamen.
    Das "neue" Namensrecht (jede/r behält seinen/ihren Namen, Doppelnamen, ein Ehename und zwar egal ob ursprünglich vom Mann oder der Frau) hat es Frauen dann erst ermöglicht, ihren Geburtsnamen ohne Doppelnamen zu behalten.


    Das stimmt so nicht, mein Vater hat vor 34 Jahren den Namen meiner Mutter angenommen.

    lg, Marie
    mit L 08/02, C 06/07, P 01/10 und J 02/13

  • Vorher gab es die Pflicht zu einem gemeinsamen Familiennamen so wie auch die Regelung, dass es automatisch der des Mannes wird, wenn das Paar sich nicht einigt. Zu der Zeit war der Doppelname die einizge Möglichkeit, den eigenen Namen zu behalten, wenn der Familiennbame der des anderen Partners/ der anderen Partnerin wurde.



    #idee1

  • PatrickStar: ich habe nach einem unterdessen nicht mehr gültigen Namensrecht geheiratet. Ein Doppelname ohne Bindestrich, SEINER hinten gestellt.
    Damit konnte ich leben.


    Steuern, Amtliches etc komnt dann auf Familie Meier(seiner)-Müller(meiner) adressiert. Finde ich okay.


    Liebe Grüsse


    Talpa


  • Das stimmt so nicht, mein Vater hat vor 34 Jahren den Namen meiner Mutter angenommen.


    Ja, es gab auch Ausnahmen.
    Ich weiß allerdings nicht auf welche Regelungen das fußte. #weissnicht
    Die heutigen vielen Möglichkeiten gibt es jedenfalls erst seit ca 16 Jahren und ich schätze das ist der Grund für die (scheinbare?) Abnahme von Doppelnamen.

    "Über besorgte Bürger wusste er Bescheid. Wo auch immer se sich aufhielten: Sie sprachen immer die gleiche private Sprache in der "traditionelle Werte" und ähnliche Ausdrücke auf "jemanden lynchen" hinaus lief." Terry Pratchett: Die volle Wahrheit
    LG Bryn mit Svanhild (*01), Arfst (*02), Singefried (*09) und Isebrand (*12)

  • dass frauen so lange bei der heirat ihre namen abgeben MUSSTEN



    *hüstel* naja, eigentlich haben sie nur den Namen des Vaters gegen den des Ehemanns eingetauscht. Man könnte das Besitzerwechsel nennen. :D


    Wie war das Namensrecht eigentlich in der DDR? Kann es sein, dass das westdeutsche namensrecht aufgrund der wiedervereinigung geändert wurde, so wie auch Paragraph 218?

  • Wie war das Namensrecht eigentlich in der DDR? Kann es sein, dass das westdeutsche namensrecht aufgrund der wiedervereinigung geändert wurde, so wie auch Paragraph 218?


    Hmm, ich glaube nicht, daß es da einen Zusammenhang gab.
    Als wir damals :D verlobt waren, da gab es 2 große Diskussionen zum Thema Ehe:
    -Namensrecht
    -Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe
    Ich kann mich nicht daran erinnern, den Begriff DDR in dem Zusammenhang gehört zu haben.
    (Im Gegensatz zur Diskussion um §218, da kann ich mich an den Zusammenhang erinnern, obwohl das ja noch länger her ist)

    "Über besorgte Bürger wusste er Bescheid. Wo auch immer se sich aufhielten: Sie sprachen immer die gleiche private Sprache in der "traditionelle Werte" und ähnliche Ausdrücke auf "jemanden lynchen" hinaus lief." Terry Pratchett: Die volle Wahrheit
    LG Bryn mit Svanhild (*01), Arfst (*02), Singefried (*09) und Isebrand (*12)

  • warum sollte auch nur die FRAU den doppelnamen tragen?
    welcher name wird "hinten angehängt" - ihrer?
    und was ist mit dem namen der kinder?



    ich finde die doppelnamenlösung denkbar schlecht. weil es eben keine gleichberechtigte lösung ist. wenn das so wäre: bei heirat hängt der mann den frau-namen hinten an und umgekehrt, wäre das auf DER ebene schon mal nicht schlecht.


    Der Name meines Mannes hängt hinten dran. Andersrum wäre auch möglich, hört sich aber doof an.

    Ich hänge mich erst auf, wenn alle Stricke reißen!

  • das finde cih lustig: der EMMA-Artikel zu Änderung des Namensrechts 1991.


    http://www.emma.de/artikel/ehe…ren-namen-behalten-265002


    Zitat

    Und die alte Tante FAZ führte sich eher auf wie ein vergräzter alter Onkel: Es gebe schließlich Wichtigeres, moserte der Kommentator, bisher sei schließlich noch kein Elend in die Welt gekommen, weil ein Kind nach seinem Vater Müller geheißen habe.

  • Ich habe den Eindruck, dass die Namensfrage heutzutage tatsächlich nicht mehr eine so große emanzipatorische Bedeutung hat wie vor 20 Jahren. Da war ein Doppelname einfach auch ein ganz klares Statement.



    Zum Arbeiten - ich könnte da regelmäßig kotzen #sauer
    Sobald nämlich der Mann (ausreichend) verdient, wird nämlich der Beruf der Frau gerne zum "Hobby". Zur Beschäftigung. Zum Taschengeld, damit sie sich schicke Schuhe kaufen kann. Und nein, diese Aussagen kommen nicht nur von Männern, sondern auch bzw gerade von Frauen. Das macht mich immer besonders fassungslos.
    Toll ist auch das Argument, dass es sich ja gar nicht lohnt, dass sie arbeiten geht, weil die Kinderbetreuungskosten fast genauso hoch sind, wie ihr einkommen. Das lese ich auch hier ganz oft. Aber dass man diese Kosten genauso ihm (zumindest anteilig) anrechnen könnte, das scheint absurd.
    Und das absolute Aufreg-Argument für mich ist, wenn ich zu hören bekomme, dass ich anderen den Job wegnehme (weil wir ja auch ohne meine Berufstätigkeit finanziell auskommen würden). Ja, das wurde auch hier im Forum schon geschrieben. Von Frauen. #haare

    When all hope begins to shatter
    Know that I won't be afraid

  • Wieso gibt es eigentlich so ein großes Gewese um die Namen? Klar, wenn der Name in irgendeiner Form gegen ein Gesetz verstößt, ist es was anderes, aber prinzipiell kann es doch egal sein, ob ich Njnia van der Wald oder Lotte Pustekuchen genannt werden möchte- auch offiziell.

    Ich hänge mich erst auf, wenn alle Stricke reißen!

  • Ich kenne im Gegenzug dazu aber einige Männer mit Doppelnamen.


    Wie auch ein Mann, dessen Bücher hier gern empfohlen werden:
    Herbert Renz-Polster. Seine Frau heißt Dorothea Polster.
    Bin ich grad drüber gestolpert, weil ich mich auf seiner Seite über andere Themen informiere und ich dachte, das passt ja mal super hier her.

    Wer nicht zuweilen zu viel und zu weich empfindet, der empfindet gewiss immer zu wenig.
    Jean Paul

  • Ich würde meinen Namen eintauschen, wenn ich dafür etwas besseres bekäme.


    Eine Freundin von mir hat einen Jungenvornamen als Nachnamen, der schön klingt, international ist, nicht falsch geschrieben oder ausgesprochen wird und mit einem Buchstaben weit vorne im Alphabet anfängt. Sowas fände ich sehr attraktiv. Sie hat den Namen bei der Eheschließung dann auch behalten. Ihr Mann hat allerdings nicht die Chance ergriffen, seinen Namen (Anfangsbuchstabe im Alphabet weiter hinten, VIEL Potential für Falschschreibung) gegen ihren schöneren zu tauschen.


    Momentan ist allerdings nichts besseres im Angebot, im Gegenteil, meine bessere Hälfte würde ggf. freiwillig meinen Namen annehmen.