Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • In Deutschland gab's das durchaus auch. Immerhin reflektiert es zutreffend, dass der Status der Ehefrau vom Status ihres Mannes wesentlich abhing. Mein Vater hat das noch so erlebt, dass seine Mutter nach dem Tod ihres Mannes deutlich an Kontakten/Ansehen eingebüßt hat (jedenfalls in seiner Wahrnehmung). Das war für ihn ein wesentliches Argument für Erwerbstätigkeit von Frauen - "etwas eigenes haben."


    Nun ja, meine Großmutter (Norddeutschland) war ihr ganzes Leben immer "die Witwe des Dr. XXX", die hatte es immer leicht durch diese Kontakte. Es wundert mich kein bisschen, dass sie nie wieder geheiratet hat (Anfang 1954 verwitwet, meine Mutter war erst drei ;().


    Erinnert ihr euch noch an die Dr.-Best-Werbung mit der "Zahnarztfrau"? #hammer

  • Erinnert ihr euch noch an die Dr.-Best-Werbung mit der "Zahnarztfrau"? #hammer


    Ach du liebe Güte, ja! Damals habe ich das aber noch gar nicht so realisiert, wie dämlich das war.


    Und war "Dr. Best" der mit den markanten Augenbrauen, oder verwechsle ich das?

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • Ach, die Dame riet den Zuschauern zu einer bestimmten Zahncreme, weil sie als "Zahnarztfrau" das ja so gut beurteilen konnte.
    Hintergrund war glaub ich, dass ZahnärztInnen nicht selbst Werbung für ein Produkt machen durften und zu behaupten man sei Zahnartz/Zahärztin irgendwie Amtsanmaßung war. Also war die Zahnarztfrau die billige Lösung... ;)


    Hier: https://www.youtube.com/watch?v=wYkHQvpjun0


    Ab 0:54

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Rattenkind ()

  • Ich begeb mich mal auf Glatteis.


    Las eben einen ausführlichen Bericht über Boris Nemzow. Ich will den Mann nun keineswegs posthum diskreditieren und sehe seine Ermordung zweifelsfrei im selben Licht wie die Attentate auf die Charlie-Hebdo-Redaktion: Ersticken der Meinungsfreiheit, in Russland scheinbar klarer hinsichtlich der Urheberschaft, aber von der Idee her dasselbe.


    Was mir auffiel, war: Er war unterwegs in Begleitung des Models xy. Er hat 4 Kinder von 3 verschiedenen Frauen. Stand da so unkommentiert.


    Also, wie hätte die Presse reagiert, wäre eine politische AktivistIN erschossen worden, die mit einem männlichen Funboy unterwegs gewesen wäre und schon 4 Kinder von 3 Männern hatte?


    My two cents.

  • Anders Aoide, definitiv anders.


    Was sehr schade ist. Ich bin mir sicher, dass es in dem entsprechend Fall ausgeschlachtet worden wäre. Wobei ich jetzt schon ein paar mal gehört habe, dass die russische einstellung diesbezüglich wohl etwas lockerer ist...zumindest was die Männer betrifft.


    Kiwi

    "Wir wollen lieber fliegen als kriechen" - Louise Otto-Peters (1819-1895) Frauenrechtlerin


    „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!“ Pippi Langstrumpf

  • Hm, so ganz klar ist mir nicht, worauf du hinaus willst.
    Ich finde sein Privat- und Sexualleben in dem Fall einfach völlig irrelevant, daher fällt es wahrscheinlich auch nur in einem Nebensatz. Ich weiß auch nicht, ob es bei einer Frau so groß anders gewesen wäre...




    Was sagt ihr denn zu der Debatte um die Offenlegung der Gehälter? Da gibt es ja gerade mächtig Widerstand von seiten der Unternehmen, dabei könnte es doch ganz generell (nicht nur für Frauen) interessant sein, wie das Gehaltsgefüge so aussieht...

  • Ich fände Offenlegung der Gehälter gut! Alleine schon, weil dann ein Arbeitgeber nicht mehr die Mitarbeiter gegeneinander ausspielen könnte und jeder gucken kann, ob er im Markt Vergleich vernünftig bezahlt wird.

    Immer auf Fettnäpfchensuche...


    Chaosqueen mit Chaosprinzessin ( #female 3/13)

  • aoide, ich habe DAS GLEICHE auch gedacht bzgl. boris nemzow. nachdem er aber mordopfer geworden ist... und ja, ich glaube schon, bei einer frau wäre da anders berichtet worden und das privat- bzw. sexualleben wäre sehr in den vordergrund gezerrt worden.



    das mit der offenlegung der gehälter finde ich im prinzip gut.


    den widerstand gibt es natürlich, weil dadurch vercheckerungen und ungerechtigkeiten auffallen und angeprangert werden können. es sollten transparente richtlinien existieren, der wirtschaftliche erfolg MUSS entkoppelt werden vom "verhandlungsgeschick" (der fähigkeit, sich selbst als babo zu positionieren und zu verkaufen) und GEkoppelt werden an nachvollziehbare kriterien (da, wo möglich, bietet sich umsatzbezug an, das dürfte sogar unternehmern in die karten spielen, ansonsten eine mischung aus qualifikation und erfahrung bzw. aufgabenbezug).


    im öffentlichen dienst herrscht auch transparenz, und mit der transparenz und der durchregelung kommt die fairness.


    gegner des ganzen kreischen hysterisch rum, dass ja damit dem "sozialistischen einheitslohn" tür und tor geöffnet sei, was ich natürlich lächerlich finde. niemand redet davon, unterschiedlich qualifizierte mit unterschiedlichem aufgabenspektrum gleich zu besolden.



    aber die drecks-vercheckerungen, die es hier auch zuhauf gibt, müssen mal ausgemerzt werden. soziale ungerechtigkeit deluxe. hier gilt z.b.: je frauenfeindlicher der mitarbeiter, desto erfolgreicher bei gehaltsverhandlungen...



    lg patrick

  • Ich finde es schwierig. Es gibt auch Leute, deren berufliche oder menschliche Qualitäten so sind, dass man sie nur beschäftigt, weil/ wenn sie wenig kosten. Und wenn dann jeder sieht, dass der XY nur wenig verdient...das kann auch negativ sein für den Betroffenen.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Hm, so ganz klar ist mir nicht, worauf du hinaus willst.
    Ich finde sein Privat- und Sexualleben in dem Fall einfach völlig irrelevant, daher fällt es wahrscheinlich auch nur in einem Nebensatz. Ich weiß auch nicht, ob es bei einer Frau so groß anders gewesen wäre...


    es IST völlig irrelevant, wäre er aber eine Frau mit freizügiger Sexualität, würde man anders über ihn/sie berichten. Darauf will sie hinaus.

    Ich hänge mich erst auf, wenn alle Stricke reißen!

  • FHm ok. Ich glaube, ich hätte in diesem speziellen Fall einfach erwartet, dass es egal wie rum nicht der Hauptaufhänger gewesen wäre.
    Aber generell ist es natürlich so, dass Mann mit vielen Frauen = toller Hecht, Frau mit vielen Männern = Schlampe #augen#sauer



    das mit der offenlegung der gehälter finde ich im prinzip gut.


    den widerstand gibt es natürlich, weil dadurch vercheckerungen und ungerechtigkeiten auffallen und angeprangert werden können. es sollten transparente richtlinien existieren, der wirtschaftliche erfolg MUSS entkoppelt werden vom "verhandlungsgeschick" (der fähigkeit, sich selbst als babo zu positionieren und zu verkaufen) und GEkoppelt werden an nachvollziehbare kriterien (da, wo möglich, bietet sich umsatzbezug an, das dürfte sogar unternehmern in die karten spielen, ansonsten eine mischung aus qualifikation und erfahrung bzw. aufgabenbezug).


    Das sehe ich ganz genauso. Denn so gäbe es nämlich auch eine Basis, an der sich orientiert werden kann. Die Gehälter wären dann doch trotzdem noch unterschiedlich, je nach Betriebszugehörigkeit, Verantwortungsgebiet, Zusatzqualifikationen etc (d.h. im Schnitt würden die Frauen doch allein dadurch eh immer noch weniger Verdienen, also kein Grund zur Sorge #stumm#sauer ). Aber es würde verhindert, dass zwei auf gleichem Level beginnende Leute unterschiedliche Gehälter erhalten, nur weil eine von ihnen eine Frau ist. Oder mit Migrationshintergrund. Oder oder...
    Aber die Gesamte-Gehaltsdebatte ist ja nochmal ein sehr weites Feld mit viel Aufregungspotential, nicht nur im Bezug auf Gender-Kacke.

  • Ich finde es schwierig. Es gibt auch Leute, deren berufliche oder menschliche Qualitäten so sind, dass man sie nur beschäftigt, weil/ wenn sie wenig kosten. Und wenn dann jeder sieht, dass der XY nur wenig verdient...das kann auch negativ sein für den Betroffenen.


    Ich könnte meinen, dass man das auch als Anlass sehen könnte, solche Arbeiten, die Menschen die es tun, den Mehrwert davon an sich und den Wert von geld im Allgemeinen neu zu bewerten. Individuell und gesamtgesellschaftlich. Aber in einem kapitalistischem System ist so etwas natürlich... schwierig.

    Ich hänge mich erst auf, wenn alle Stricke reißen!

  • In einer kleinen Firma wie meiner, geht es ja nicht nur um den Wert der Arbeit an sich, sondern man muss auch mit dem Menschen klar kommen. UNd manche Menschen tue ich mir nur an, stundenweise, weil sie wenig kosten. Harter Fakt. Brutal ich weiss. Aber für den betroffenen Menschen ist es immer noch die bessere Lösung als gar keinen Job. Also, in den konkreten Fällen, die ich vor Augen habe.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • einer kleinen Firma wie meiner, geht es ja nicht nur um den Wert der Arbeit an sich, sondern man muss auch mit dem Menschen klar kommen. UNd manche Menschen tue ich mir nur an, stundenweise, weil sie wenig kosten.



    ich finde es wünschenswert, dass soziale Fähigkeiten auch finanziell entlohnt werden. Viele Systeme belohnen Umsätze, projektabschlüsse, usw. aber es wird nicht belohnt, wenn jemand im Kollegium sich darum kümmert, dass neue MitarbeiterInnen sich wohl fühlen und integeriert werden, wenn sich jemand drum kümmert, Räume zu gestalten, Blumen zu gießen und Geburtstagslisten zu pflegen oder bei Konflikten zu vermitteln.


    Dabei sorgt das alles für mehr mitarbeiterInnen-zufriedenheit und dazu, dass Leute sich wohl fühlen, bessere leistungen bringen können, nicht kündigen. Im endeffekt ein finanzieller gewinn für das unternehmen.

  • Ganz kurz zum Thema Berichterstattung: Suuuuuper fand ich ja die Frauen-Fußball-WM, bei der so Kommentarie fielen wie: "Die sympathische junge Stürmerin mit dem niedlichen Pferdeschwanz hat sich noch kurz vorm Spiel blonde Strähnchen machen lassen..."
    Dazu gab's dann sogar irgendwo einen Artikel, der ein Männer-Fußballspiel in gleicher Weise kommentierte, was absolut lächerlich wirkte. "Der toughe Abwehrspieler mit der frechen brünetten Haartolle ist am Ball. Er spielt einen langen Pass nach vorn - Müllermeierschulze nimmt elegant an. Die beiden gehen auch privat häufig zusammen auf Shopping-Tour, da verwundert es nicht, dass sie sich blind verstehen. " #freu
    Leider find ich das im Original nicht wieder, das war noch viel besser. :D

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    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


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