Gender-Kacke in Schule und Alltag


  • Das ist sicher eine Gemengelage aus echten Hindernissen (in der Wirtschaft jedenfalls), sozialisierten Rollenvorstellungen und dem Unwillen, "aus der Rolle zu fallen" auf beiden Seiten. Als ich erzählt habe, wie schnell ich wieder arbeiten wollte, kam (ziemlich ausschließlich von Frauen) die ganze Palette von: "Überleg es Dir doch nochmal, es ist total schön mit Kind zuhause", über: "Also, ob Du das schaffst? Ich hätte das ja körperlich überhaupt nicht gekonnt! Bleib doch vorsichtshalber ein halbes Jahr länger daheim!", bis hin zu: "Du willst so schnell wieder arbeiten? Also ich bin ja hundert Prozent Mutter!*". Dagegen an zu reden, ist auch nicht immer einfach und ich kann mir gut vorstellen, dass viele gerade beim ersten Kind nicht auch noch gegen diesen Gegenwind kämpfen wollen (nicht dass man als neue Mutter sowieso alles "falsch" machte und Millionen ungebetene Tipps bekäme...). Und beim zweiten hat sich's dann ja schon so schön eingespielt...



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    * Hab ich echt wortwörtlich so gehört. Unfassbar.

    Ich mach es mir jetzt (da nur Handy weil noch im Urlaub) etwas bequem, wenn ich bei Rattenkind, deren Erfahrungen sich inkl. der dummen Sprüchr mit den meinen decken , unterschreibe.
    Ich halte das nicht für ein "Frauenproblem" sondern für ein Probldm der sozialen Rollenerfüllung. Seien wir mal ehrlich, wenn sich mein Mann hier aus dem Staub machen würde, wäre das eine echte organisatorische Umstellung , aber ich wäre durchaus in der Lage trotz vorhandenem und extrem ärgerlichen genderpaygap mich und meine Kinder zu Not auch alleine zu versorgen.
    Meiner Nachbarin (sie war in leitender Funktion bei der regionalen V-Bank, tätig...vor nunmehr 10 Jahten, das jüngste Kind ist 5)wäre das nicht möglich, denn sie hat mit der Geburt des ersten Kindes aufgehört zu arbeiten und sich bereitwillig und sehenden Auges in ein für sie ungerechtes und gefährliches System gegeben. Im guten Glauben, dass ihr Mann bei ihr bleibt...ich hoffe sehr für sie, dass sie recht behält, denn sonst wird es da extrem eng...das aber hat nichts mit ihrem Geschlevht sondern mit ihrer gewählten sozialen Rolle zu tun. Deshalb zu ich mich sehr schwer damit die Thematik so rein frauembezogen zu betrachten. Vielleicht ist mein Lebensumfels ja so unterschiedlich, aber hier geben zahlreiche Frauen ihre z.T. Hochqualifizierten und gut bezahlten Jobs z.T. Ohne Not auf. Nicht ohne auf diejenigen herab zu sehen die das anders handhaben, und soooo nicht als 100% - Mütter durchgehen.


    Allerdings verabschiede ich mich jetzt hier aus der Diskussion, es mag Dinge in diesem Bereich geben, die sich mir nicht erschließen weil meine Lebenssituation sich stark (auch ideoligisch) unterscheidet und weil ich Gefahr laufe hier erneut Lebensentwürfe gegenüberzustellen die hier extrem schnell die Emitionen hochkochen lassen werden, da die rein auf Frauen reduzierte Problematik mir zum großen Teil ein Ergebniss der von mir absolut abgelehnten Einverdiener-um nicht in diesem speziellen Fall der sgn. Hausgrauenehe (bei der Sie Max. Zuverdient) zu sein scheint.


    All dies ändert für mich nichts daran, dass ich der Ansicht bin , dass man die Situation Alleinerziehender Eltern (meinetwegen auch der Alleinerziehenden Mütter UND Väter) dringend verbessern muss.



    Edit: ich mag dich übrigens falsch verstanden haben @happy spider, aber ich finde den Vergleich mit der Black lives matter -Kampange eher unpassend.

    2 Mal editiert, zuletzt von Kiwi ()

  • @Kiwi also ich würde mich gern weiter mit dir unterhalten, du weißt, dass ich dich mag #knuddel


    Du hast Recht mit der Gefahr, die von der gewählten sozialen Rolle ausgeht! Aber ohne Dir was Böses zu wollen: als Frau sich und mehrere Kinder alleine ernähren zu können, ist eine sehr privilegierte Möglichkeit.


    Außerhalb vom Rabendorf gibt es leider viel weniger Ärztinnen, Juristinnen, Lehrerinnen. Die meisten "Frauenjobs" sind so schlecht bezahlt, dass es auch Vollzeit berufstätig nicht reicht, um eine Familie zu ernähren. (Einzelhandel, Erzieher, Altenpflege...) Abgesehen davon, dass es extrem schwierig ist, als AE Vollzeit zu arbeiten, aber das gilt für alle natürlich.


    Ich hatte es ja oben schon gesagt, hier nochmal deutlicher:
    Die Situation aller AE sollte verbessert werden!


    Aber für Mütter stellen Kinder das größere Armutsrisiko dar.

  • In meinem rückständigen Umfeld ist es nicht möglich mit Kindern Vollzeit zu arbeiten. Die Strukturen einerseits tragen dafür Sorgen, dazu die Aufgabendelegierung der Schule an das Elternhaus, dazu die gesellschafltichen Ansprüche an die Mutterrolle.


    Ich erlebe bei meinen alleinerziehenden Kolleginnnen (und die haben alle schon Schulkinder!) dass sie sich ständig vierteln müssten. Man erwartet, dass sie dem armen Ex nicht auf der Tasche liegen, sondern sich selbständig finanziell absichern, dass sie gut zu den Kindern schauen, was natürlich liebevoll selbstgekochte Mahlzeiten am häuslichen Esstisch beinhaltet, dass sie die Aufgaben kontrollieren, Vocabulaire abfragen, Hobbys ermöglichen und natürlich jederzeit wissen wo das Kind ist und dafür schauen, dass es sinnvoll beschäftigt ist.


    Glück hat, wer ein gutes Umfeld, oder gar Grosseltern nebendran hat, die dann einspringen. Aber sonst?


    Den einen Mann, im Dorf, den ich kenne der AE ist (Kind ist 13) arbeitet voll und überlässt das Kind sich mehrheitlich selber (wir haben hier weder Mittagsverpflegung, noch Hort, noch Blockzeiten in der Schule, geschweige denn Ganztagesschulen)
    Wäre der eine Mutter (und nciht ein bedauernswerter Vater), dann hätte man ihn längst wegen Vernachlässigung des Kindes in der Luft zerfetzt.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Nachtrag:


    Zitat von Myrte

    Die meisten "Frauenjobs" sind so schlecht bezahlt, dass es auch Vollzeit berufstätig nicht reicht, um eine Familie zu ernähren. (Einzelhandel, Erzieher, Altenpflege...)

    Und da ist ja die Frage wieder: wieso ergreifen soviele junge Mädchen "Frauenberufe" von denen klar ist, dass sie schlecht bis sehr schlecht bezahlt sind?

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • #kuss @Myrte


    Ich wollte mich auch nicht "schmollend" davon machen, sondern nur die Diskussion nicht in ein anderes "Fahrwasser" bringen, dafür ist sie zu wichtig.


    Du hast mich übrigens prima erwischt in meinem gut bürgerlichen Elfenbeinturm in dem ich dazu neige auszublenden, dass es neben den vielen Akademikerinnen und gut qualifizierten Frauen auch noch diejenigen gibt, die trotz Vollzeitarbeit nicht leben können #schäm ...
    Da krankt etwas komplett im System, ich würde mir wünschen das zumindest (auch auf das bezogen was Daoran schreibt) wenn es betreuungstechnusch und gehaltstechnusch gewährleistet wäre, dass es jedem Elternteil möglich ist sich und die Kinder zu versorgen.


    Was Lücken u d Versäumnisse im Unterhaltstecht angeht gar nicht zu reden...

  • Uns so normal kann es ja nicht sein, den ungerechten Gegenwind merkt ihr beide doch auch.

    Das ist aber eine falsche Schlussfolgerung so wie Du meine Zitate zusammengefügt hast!
    Denn das mit Normal schrieb ich dazu, dass mein Mann völlig selbstverständlich hier die Verantwortung trägt.


    Das mit dem Gegenwind steht dem allein gegenüber und das ist ätzend und blöd, ja.

  • @Kiwi #kuss


    @Daroan ich weiß es nicht! Ist das wegen der Genderkacke in der Schule? Mädchen können kein Mathe und so?
    Andererseits ist halt auch nicht jeder dafür geschaffen, im MINT Bereich zu arbeiten.
    Es sollte generell niemand Vollzeit arbeiten und trotzdem aufstocken müssen! Dann sind die Berufe unterbezahlt!


    Ich habe in meiner Arbeit einige AE kennengelernt, die Verkäuferin waren, ich glaube, das ist der häufigste Ausbildungsberuf bei Frauen. Und mit Öffnungszeiten bis 20:00 und damit kein heimkommen vor 21:00 ist es halt schwierig mit Kindern. Nur vormittags zu arbeiten geht bei vielen AG nicht, weil diese Schichten bei allen beliebt sind.


    Aber ich sträube mich dagegen, nur bessere Kinderbetreuung zu fordern. Ich bin kein Fan von 24-Stunden-Kitas oä.


    Mit der Berufswahl hast du schon recht, aber die Jugendlichen mit 16-18 Jahren wissen halt noch nicht, ob überhaupt und wann sie mal Familie möchten und was das bedeutet. Schwierig...

  • Ich finde den Vergleich mit den Blacklivematters auch ungünstig, da unterschiedliche Ausgangslagen vorhanden sind:


    Bei der Kampagne geht es um Rassismus, dem die Weißen nun mal nicht nicht ausgesetzt sind. Und zwar oft sehr persönlicher Rassismus, der bei den Polizisten vorherrscht.


    Nun wird aber diese Genderpaygap eben oft auch darauf bezogen, dass viele Frauen in bestimmten sehr niedrig bezahlten Lohnsektoren arbeiten, wo die Männer allerdings eben im selben Job auch nicht mehr verdienen. (im selben Status natürlich. dass ein Leiter mehr verdient als eine Kassiererin ist klar) Man muss da schon gleiches mit gleichem vergleichen.


    Ich weigere mich, diese Berufe als Frauenarbeit zu bezeichnen, von daher muss natürlich grundsätzlich für die dort arbeitenden Menschen getan werden, egal ob männlich oder weiblich. Und hinzu kommt noch, dass stark daran gearbeitet werden muss, diese Geschlechtseinteilung dieser Gebiete vorzunehmen.


    Ich bin sehrwohl dafür, diese Probleme auch zu benennen in Hinsicht auf eine Sexismusdebatte. Aber wenn es um eine generelle Gesetzgebung geht, dann muss ich einfach ALLE Menschen ansprechen und eben nicht nur den größten Teil.


    Oder sind alle missbrauchten Jungs in Deutschland auch nur Kollateralschaden, weil erheblich mehr Mädchen Opfer sexueller Gewalt werden? Fände doch sicher jeder daneben. Auch wenn es an anderer Stelle sinnvoll ist, in speziellen Fällen dann wiederum das Geschlecht mit zubetrachten. Bei Zwangsehen zB. von minderjährigen Mädchen oder den Bacha Bazi, die ja nun wiederum nur Jungs sind.


    Das ist alles irgendwie etwas wirr, ich kann das grad nicht richtig in Worte fassen.

    #post - #post - 3 - 4 - #post - #post - 7 - #post - 9 - #post- 11 - 12 - #post - #post - 15 - 16 - 17 - #post- #post - 20 - 21 - 22 - 23 - 24

    Bonus #post


  • nigiri: Sorry, wenn du nicht weisst, welche geschlechtsspezifischen probleme frauen haben, dann geh doch bitte googeln. Selbtsverständlich wirken sich diese probleme auch auf alleinerziehende aus. Ich hab jetzt eigentlich keine lust mehr, den erklarbär zu geben, wenn dann immer wieder jemand neu in die diskussion einsteigt. Am besten noch jemand, der nicht betroffen und sich "gar nicht vorstellen kann, dass das so ist." Erinnert mich stark an die situation, wenn frauen versuchen männern zu erklären, dass sie als frau problem a, b oder c haben und die männer reagieren mit: "also, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das so ist, du bist bestimmt nur zu empfindlich."


    Vielleicht haben ja andere alleinerziehende hier mehr geduld.

    Nachdem ich den ganzen Vormittag und den halben Nachmittag im Zahnarztstuhl hing und darüber nachsinnen konnte, was ich hierzu sagen will, - grundsätzliche Differenzierung - wann dagegen Differenzierung Verwässerung bedeutet - warum es so schwer ist, sich mit komplexen Zusammenhängen jenseits einfacher Antworten auseinanderzusetzen - warum genau das so wichtig ist u.s.f. - warum es so anstrengend ist, wenn frau immer wieder von vorne anfangen muss - warum unsolidarische Frauen schwer erträglich sind, nicht sehen wollende aber noch schwerer erträglich - beschränke ich mich nur auf danke, @happy spider, dass du das so klar und deutlich aussprichst.

    तत् त्वम् असि


  • doch, ich finde den vergleich mit black lives matter gut... denn genau das ist es doch: es geht um sexismus, dem männer nun mal einfach nicht ausgesetzt sind. und der genderpaygap ist das, was übrigbleibt, wenn man die tatsache, dass viele frauen teilzeit oder in unterbezahlten berufen arbeiten, rausrechnet. es geht darum, dass man dann eben nicht sagt: aber die jungs habens doch auch nicht einfach. es geht nun mal dann eben mal nicht um jungs.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Ich verstehe, dass wenn man bewusst ausschliesslich von alleinerziehenden Müttern spricht, damit auch die Realität spiegelt. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass man damit auch die bestehenden Strukturen zementiert. Also, dass bei einer Trennung die wenigsten Mütter sich getrauen zu sagen, dass sie gerne ohne Kinder ausziehen würden. Das bei einer Trennung viele Väter immer noch denken, dass ja die Kinder weiterhin ausschliesslich "Mutter-Sache" sind. Das die Gesellschaft, die sowieso das Bild der tugendhaft sichselbst aufopfernden Mutter...(jaja, Mutterliebe, ihr wisst ja, gibt nichts grösseres....) eigentlich nicht wirklich Handlungsbedarf sieht, "weil das sich ja so gehört".
    Evtl. bräuchte es eine ganz neue Sprache.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Heute im Bewerbungsgespräch um eine Position als Sekretärin (Teilzeit, nichts Riesiges) nach dem typischen Gespräch über meine vermeintliche Überqualifizierung als Akademikerin (ich arbeite selbständig und benötige derzeit noch eine Basistätigkeit, die ich stressfrei machen kann):


    Sagt der Typ doch, daß er "ohne gender-mäßig daneben hauen zu wollen, findet, daß Frauen solche Jobs besser könnten als Männer, weil es sich ja um keine Alphatätigkeit handele".


    *puh*

  • Nein es geht nicht um Jungs, es geht nicht um Männer sondern ganz allgemein um Eltern. Eltern denen es nicht möglich ist sich allein um ihre Kinder kümmern zu können. Aus bezreuungstechnuschen und wirtschaftlichen Gründen.


    Genderpaygap und die sonstige Benachteiligung von Frauen sind ein gänzlich anderer Aspekt...eine Aufhebung des Genderpaygaps würde an der defizitären Situation Alleinerziehender Mütter NICHTS ändern. Die Tatsache das es mehr allein erziehende Mütter als Väter gibt hat ebenfalls mit diesem speziellen Effekt nichts zu tun.



    Ich bin nicht sicher wie Du @Aoide das meinst, solltest Du allerdings mich mit "schwer erträglicher unsolidarischer Frau meinen, nur weil ich nicht 100% mit der von Dir favorisierten Meinung konform gehe , wäre ich ernsthaft...angepisst.

  • Bei mir im Büro ist zur Zeit wenig los, also hab ich mir meine Arbeit in den letzten Tagen selbst gesucht.


    Ich hatte die blöde Idee, mal ein paar Auswertungen zum Thema "Gleichberechtigung" und "Gender Pay Gap" zu erstellen - zumal bei uns immer kommuniziert wird, dass absolute Lohngleichheit gegeben ist.


    Und ich möchte schreiend davonrennen. Es gibt bei uns 7 Karrierestufen, 7 die niedrigste, 1 die höchste. Gesamthaft sind 30% Frauen im Unternehmen. In Stufe 7 sind es fast 70%, in Stufe 1 dann noch 2%. Die Glasdecke befindet sich bei Stufe 4... Frauen erhalten durchgängig über alle Stufen die besseren Leistungsbeurteilungen - damit dann die Männer befördert werden. Die wenigen Frauen in den hohen Karrierestufen sind durchwegs Akademikerinnen - die Männer nicht. Und ratet mal, wer mehr verdient.


    Nicht zu fassen - 2016... <X

    You never forget a person who came to you with a torch in the dark.

  • Die wenigen Frauen in den hohen Karrierestufen sind durchwegs Akademikerinnen - die Männer nicht. Und ratet mal, wer mehr verdient.


    wundert mich nicht. frauen haben bei schulabgang durchschnittlich auch die besserem abinoten. wenn ich einfach nur mal die paar beispiele in meiner klasse damals angucke: viele der jungs haben glänzende karrieren hingelegt, die meisten von ihnen sind durchs gymnasium irgendwie so durchgeschlittert. da greifen eben andere mechanismen.
    ich habe oft das gefühl, als frau musst du doppelt so gut sein fachlich, um nur halb so weit zu kommen.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Zitat von Ainu

    viele der jungs haben glänzende karrieren hingelegt

    Ich denke, das hat auch damit zu tun, dass sie glänzende Karrieren hinlegen wollten. Ich vermute, dass man Jungs schon früh vermittelt, dass es wichtig ist wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Während man Frauen vermittelt, das Geld nicht so wichtig ist, hauptsache man macht gerne was man tut.


    Deshalb lernen wir Frauen gerne Berufe die finanziell nichts einbringen, machen uns selbständig mit Ein-frau-Betrieben, die gerade mal so knapp rentieren und studieren Orchideenfächer....

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Genderpaygap und die sonstige Benachteiligung von Frauen sind ein gänzlich anderer Aspekt...eine Aufhebung des Genderpaygaps würde an der defizitären Situation Alleinerziehender Mütter NICHTS ändern. Die Tatsache das es mehr allein erziehende Mütter als Väter gibt hat ebenfalls mit diesem speziellen Effekt nichts zu tun.

    Natürlich hat die Genderpaygap etwas damit zu tun, dass es mehr allein erziehende Frauen als Männer gibt: "Mein Mann verdient viel mehr als ich, deshalb gehe ich in Elternzeit." "Es lohnt sich gar für mich nicht zu arbeiten, die Kinderbetreuung frisst sonst meinen ganzen Lohn." Und schwupps bleibt die Aufteilung während der Beziehung und nach einer Trennung ganz genau so.


    Und natürlich ist es einfacher, allein erziehend zu sein, wenn frau ohne Genderpaygap mehr verdient und sich eine Putzhilfe und ab und zu einen Babysitter leisten kann.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (08/2004) und Sohn (09/2015)

  • @Matilda ja, so sehe ich das auch. Außerdem muss eine Frau, wenn sie mehr verdient, weniger arbeiten, um über die Runden zu kommen.


    @lara *würg*


    @Amber stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen, dass Frauen in ähnlichen Situationen besser qualifiziert sein müssen.

  • Ich kenne die Deutschen Zahlen zum Genderpaygab nicht, aber ich denke, dass der nur einen Teil des ganzen ausmacht. Denn:
    "Ein grösserer Teil der Lohnunterschiede beruht auf Kriterien wie unterschiedliche Qualifikation, unterschiedliche berufliche Stellung, Tätigkeitsbereiche etc. Die diesbezüglichen geschlechterbezogenen Ungleichheiten sind offensichtlich strukturell bedingt. Die Mehrheit der Frauen (57.8 % im Vergleich mit 13,6 % der Männer) arbeitet denn auch in einer Teilzeitstelle, häufig im Niedriglohnsektor und in prekären Arbeitsverhältnissen mit schlechteren sozialen Absicherungen sowie mit geringeren Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen. In Führungs- und Entscheidpositionen sind Frauen wenig vertreten." (http://www.skmr.ch/de/themenbe…nkommensunterschiede.html) Ich meine, wenn du im Niedriglohnsektor bist, dann macht der Penderpaygap auch nicht die Welt aus. Laut diesem Artikel sind die grössten Genderpaygabs in höheren Positionen, also dort wo sowieso der Frauenanteil sehr gering ist. Eigentlich beginnt es also dort, wo man kleinen Mädchen beibringt, dass es gewisse Dinge für Mädchen gibt und andere für Jungs. Und dass es Berufe für Mädchen gibt und andere für Jungs. Tja, Pech, dass die schönen Mädchenberufe so schlecht bezahlt sind, wenig Weiterbildungs- und Karrierechancen beeinhalten, aber man kann sie bestimmt gut in Teilzeit ausüben und so noch für die Kinder da sein, während der Mann Geld für die Familie verdient.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Also wenn mein Mann unsere gegenseitige Vereinbarung über Versorgung und Arbeitsteilung (und übrigens auch dieses altmodische Eheversprechen) aufkündigen würde, hätte ich endlich mal richtig viel Kapazitäten frei, mich meinem beruflichen Fortkommen zu widmen. Dann würde ich mir nämlich eine eigene Wohnung suchen und er könnte sich um den ganzen Scheiß hier kümmern. Unterhalt würde ich gerne zahlen, wenn ich denn mal genug verdiene und die Kinder sehe ich ja auch mindestens jedes zweite Wochenende und in den Ferien. :) Klingt gut. Wo ist mein Nachteil daran? ^^
    Achja, ich wäre dann ja eine unverantwortliche Rabenmutter. #stirn #finger


    Zur Erklärung "ohne Not" Hausfrau zu werden.
    Ich kopiere hier nochmal, was ich oben schon schrieb:
    Da bin ich froh, dass er wenigstens das Geld verdient, damit das nicht AUCH NOCH an mir hängt. Ich bin nämlich eine von diesen hoffnungslos Naiven, die meint, wenn jemand anders Familieneinkommen erwirtschaftet, muss sie sich nicht den nächsten Burn-Out Orden verdienen. Einer reicht mir egoistischem Schmarotzer nämlich.


    Warum Frauen sich um die Kinder kümmern? Weil es niemand anderes macht.
    Schlechte Kinderbetreuung, keine Familien Unterstützung, Vater mit schlechten Arbeitszeiten und nicht adäquat ausgebildetem Verantwortungsbewusstsein... Sozialisation auf allen Seiten, die dann entsprechend Druck erzeugt...
    Und eben: Frauen sind für ALLES VERANTWORTLICH!! IHRE Kinder zu ernähren, IHRE Kinder zu erziehen, IHREN Haushalt zu machen....