Gender-Kacke in Schule und Alltag

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  • Kannst Du da echt nichts machen?


    Nur diskutieren und nerven. Effektiv verhindern - nein. Ich bin da auf deren Bereitschaft angewiesen, mich freundlicherweise ein bisschen mitentscheiden zu lassen.

    Das ist sehr, sehr ärgerlich. Zumal es ja entscheidende Nachteile für meine Einnnahmen bringt, denn für Schullesungen ist ein rosa Cover mehr oder weniger ein Ausschlusskriterium.
    (Was natürlich auch wieder sexistischer Dreck ist: Das klassische "für Jungs gemachte" Buch wird grundsätzlich lieber in der Schule herangezogen, als das "für Mädchen gemachte". Aber das entscheiden wieder andere.)

  • Meine Güte, wie ärgerlich. Ich nehme mir vor, mehr Bücher mit rosa Cover im Buchladen wenigstens anzusehen. Meist fallen die bei mir schon raus, weil ich ihnen Sexismus unterstelle.

  • ohnezahn, stell doch hier den Amazon -link rein, wenn das Buch tatsächlich rosa wird. Vielleicht können einige von uns in der Bewertung was schreiben a la tolles Buch aber warum das rosa Cover? Wahrscheinlich bewirkt es nichts, aber trotzdem.

    Immer auf Fettnäpfchensuche...


    Chaosqueen mit Chaosprinzessin ( #female 3/13)

  • ohnezahn, stell doch hier den Amazon -link rein, wenn das Buch tatsächlich rosa wird. Vielleicht können einige von uns in der Bewertung was schreiben a la tolles Buch aber warum das rosa Cover? Wahrscheinlich bewirkt es nichts, aber trotzdem.


    Das lesen die Stellen, die das entscheiden, ja nicht mal.
    Ich hatte das im gleichen Verlag schon mal: Jugendbuch, Schwerpunkt halb Love, halb Crime, recht großer Actionanteil. Zwei Perspektivfiguren: Junge, Mädchen.
    Hauen die mir ein Kitchcover voller roter Herzchen drauf.

    Hat nicht funktioniert.


    Die argumentieren halt damit, dass die Buchhändler das so wollen, bzw. dass die Buchhändler überwiegend solche Bücher bestellen. Die Buchhändler behaupten entrüstet das Gegenteil.

  • Ich wär so naiv gewesen zu glauben, dass man da als Autorin ein Mitspracherecht hat, ist ja schließlich "dein" buch. Oder den Text zurückziehen, wenn sie sowas machen. Vermutlich für die zukünftige Zusammenarbeit nicht förderlich..

    "Warum haben Sie das getan?" frage ich.

    "Um die neue Welt schneller anfangen zu lassen, denn die alte muss geschubst werden, damit sie schneller umfällt..."

  • Man könnte den Vertrag auflösen. Aber dann muss man den Vorschuss zurückzahlen (muss man sich leisten können) und die Illustratorin trägt den Schaden, die verliert dann nämlich ihren fest eingeplanten Auftrag.

    Im Kinderbuch ist Selfpublishing leider auch noch keine Lösung.


    Grundsätzlich haben die Verlage natürlich Interesse dran, dass die Autoren ihre Bücher am Ende gern hochhalten. Aber bei einigen ist das eben eine sehr theoretische Aussage.

    Wobei ich mir vorstellen kan, wie schwierig das für den Vertrieb ist, denn dere Aufgabe ist es ja, das Buch so gestalten zu lassen, dass es möglichst gut verkauft wird. Wenn sich deren Analysen mit dem Inhalt des Buches beißen, ist das ein Problem. Andererseits gehen die Maßnahmen aufgrund der Analysen ja auch oft genug schief.

  • Ich beschäftige mich ja recht viel mit Kinderbüchern und bin über lovelybooks auch schon mit vielen Autoren ins Gespräch gekommen und so ziemlich alle, auch die Etablierten, beklagen dieses Gender-Problem und die schwierige Zusammenarbeit mit den Verlagen. Der Markt ist extrem hart umkämpft und es gibt nur ganz, ganz wenige Bücher die sich länger als eine Saison halten können. Die meisten Verlage haben dann eine handvoll Bücher, die sie mit sehr viel Aufwand vermarkten und die von den großen Buchhandelsketten dann auch in größeren Mengen gekauft werden. Die große Masse an Neuerscheinungen fällt aber "unter den Tisch" und wird oft gar nicht geordert, so dass der Buchhandel dann oft neue interessante Bücher gar nicht oder nur in kleinen Mengen im Regal hat, während er die gepuschten Bücher sehr prominent platziert. Und Cover sind als Eyecatcher da ein ganz wichtiges Kriterium.

    Die Zielgruppe Mädchen ist wohl doch (leider) deutlich größer, als die der Jungen. Da beißt sich aber dann auch wieder die Katze in den Schwanz: Biete ich v.a. offensichtliche "Mädchenbücher" an, so werden die Jungs noch seltener zugreifen, weil sie sich nicht angesprochen fühlen und die Zielgruppe wird noch kleiner etc.

  • Neulich im Supermarkt an der Kasse. Eltern mit etwa anderthalbjährigem Kind. Papa sprintet zurück zur Quengelware und schnauzt seine Frau an "warum hast Du nicht das rosa Ei genommen?!" und tauscht das neutrale gegen ein rosa Ei aus.


    Wie zum Henker sollen es da die Verlage und Buchhändler richtig machen?


    Ich finde das alles beschissen und unsagbar traurig, wie wenig Einfluss die Autoren da haben.


    Könnte man das selbe Buch nicht mit zwei Einbänden drucken? Das wäre mal cool :diablo:

  • Das ist sehr, sehr ärgerlich. Zumal es ja entscheidende Nachteile für meine Einnnahmen bringt, denn für Schullesungen ist ein rosa Cover mehr oder weniger ein Ausschlusskriterium.
    (Was natürlich auch wieder sexistischer Dreck ist: Das klassische "für Jungs gemachte" Buch wird grundsätzlich lieber in der Schule herangezogen, als das "für Mädchen gemachte". Aber das entscheiden wieder andere.)

    Wäre das nicht auch ein ökonomisches Argument für den Vertrieb?

  • Puh, ich hätte auch gedacht, dass Autorinnen da mehr mitspracherecht haben bei der Covergestaltung #blink


    Aber weil ich grade nach einer Lesung wieder drauf gestoßen bin, wollte ich mal den Aviva Verlag dalassen ( https://www.aviva-verlag.de/ ) der sich auf Frauen in der Literatur spezialisiert hat. Ist ja ähnlich wie bei Malerinnen und Komponistinnen, dass sie über Jahrhunderte immer einer schweren Stand hatten und wahrscheinlich auch noch haben. Die Verlegerin ist eine alte Bekannte und ich finde die Arbeit toll. Aber schade, dass es wohl auch immer noch so aktuell ist. Und wahrscheinlich auch noch bleibt. #hmpf

    We must accept finite disappointment, but never lose infinite hope.

    Martin Luther King, Jr.

    ———-

    ebura mit S (*04), E (*05) und #paket (12/21)

  • Das ist sehr, sehr ärgerlich. Zumal es ja entscheidende Nachteile für meine Einnnahmen bringt, denn für Schullesungen ist ein rosa Cover mehr oder weniger ein Ausschlusskriterium.
    (Was natürlich auch wieder sexistischer Dreck ist: Das klassische "für Jungs gemachte" Buch wird grundsätzlich lieber in der Schule herangezogen, als das "für Mädchen gemachte". Aber das entscheiden wieder andere.)

    Wäre das nicht auch ein ökonomisches Argument für den Vertrieb?

    Den Teil übernimmt halt in der Regel das Marketing, und das agiert, wenn es nicht anders soll, hart nach Zahlen. Sprich: Verkaufserfahrungen. Was doof, weil rückwärts orientiert ist. Aber leider die Regel... Und ein kleines bisschen Verständnis hab ich da sogar für die Verlage... Wenn die nicht grade Randomhouse heißen, haben sie nämlich ordentlich zu kämpfen. Da im Vertrieb neue Wege zu gehen kann richtig sein, ist aber erstmal sehr sehr riskant.

  • Das ist sehr, sehr ärgerlich. Zumal es ja entscheidende Nachteile für meine Einnnahmen bringt, denn für Schullesungen ist ein rosa Cover mehr oder weniger ein Ausschlusskriterium.
    (Was natürlich auch wieder sexistischer Dreck ist: Das klassische "für Jungs gemachte" Buch wird grundsätzlich lieber in der Schule herangezogen, als das "für Mädchen gemachte". Aber das entscheiden wieder andere.)

    Wäre das nicht auch ein ökonomisches Argument für den Vertrieb?

    Den Teil übernimmt halt in der Regel das Marketing, und das agiert, wenn es nicht anders soll, hart nach Zahlen. Sprich: Verkaufserfahrungen. Was doof, weil rückwärts orientiert ist. Aber leider die Regel... Und ein kleines bisschen Verständnis hab ich da sogar für die Verlage... Wenn die nicht grade Randomhouse heißen, haben sie nämlich ordentlich zu kämpfen. Da im Vertrieb neue Wege zu gehen kann richtig sein, ist aber erstmal sehr sehr riskant.

    #freu

    Der Verlag HEIßT aber Randomhouse #lol


    Ob ich Lesungen geben kann oder nicht, ist dem Vertrieb erst mal vollkommen egal. Die argumentieren mit "dem Buchhandel". Damit meinen sie den Zenttraleinkauf der großen Kette(n), denn die nehmen letztlich den größten Stapel ab. Oder auch nicht.
    Es würde mir, wenn ich ehrlich sein soll, vermutlich weniger ausmachen, wenn es zuverlässig erfolgreich funtionieren würde. Tut es aber nicht.

  • Passt bedingt, ist keine Genderkacke, aber ein gender-Thema:

    Artikel Die Wikinger-Kriegerin von Birka

    Rubrik History reloaded. Artikel über ein 1878 entdecktes Grab mit Skelett, wurde als "mächtiger Wikingerkireger" interpretiert. Jetzt zeigte die DNA-Analyse: es war eine Frau. Zwischentitel des Artikels "Die Unfähigkeit, eine Frau zu sehen".
    Ich finde den Text lesenswert.

  • Ja, das habe ich diese Woche auch mitgekriegt und mich total gefreut. Vielleicht, vielleicht bringt das ja ein bisschen Bewegung in so manche festgefahrenen Frauen- und Männerbilder (Mann Jagt, Frau sammelt und das ist bis heute so usw.).

  • Wenn jetzt Herr Pöhner noch anfängt, gendergerecht zu formulieren, bin ich fast zufrieden - die "Forscher" des 20ten und 21ten Jhdts sind also durchaus auch Forscherinnen.


    Übrigens tut der momentane Pressehype um die DNS-"Sensation" den Forschenden in der Archäologie unrecht. Skelette des "falschen" Geschlechts sind durch die Zeiten bekannt und in der Forschungsliteratur auch besprochen. Das Sex nicht Gender ist, mag sich im Wissenschaftsjournalismus nicht so durchgesetzt haben - an den Unis allerdings durchaus (zumindest an Herrn Pöhners und meiniger Alma Mater)

  • Vielen Dank für den interessanten Link. Der Artikel selbst ist keine Gender-Kacke, aber es wird doch mehrfach Gender-Kacke beschrieben. Ich finde, er passt perfekt hierher.

    Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es verstehen.


    Konfuzius