Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • Concealer und Kajal ist für mich schon Schminke, unter ungeschminkt stelle ich mir eher vor: etwas Feuchtigkeitscreme, einmal durch die Haare bürsten, fertig.

    Auf die Idee das Kajal als ungeschmink laufen könnte wär ich gar nicht gekommen. Ungeschminkt bedeutet das was du schreibst.

    Ich habe dunkle Augen und schwarze Wimpern. Letztere nicht mehr so dicht, wie sie mal waren. Mit dem grauen Kajal täusche ich etwas mehr Wimpern vor, als da sind. Ich glaube nicht, dass ihr beiden auch bei genauem Hinsehen feststellen könntet, ob da Kajal drauf ist oder nicht. erst, wenn ich einmal mit Wasser und Seife drübergegangen bin, seht ihr: Aha, das ist jetzt heller. :D Vermutlich denkt ihr eher an so'n schwarzen Khol-Strich?

    तत् त्वम् असि

  • Du würdest bei mir auch nicht immer bemerken, wenn ich Lidschatten nutze - oder braune Mascara. Dennoch steht das Zeug bei mir in der "Schminkabteilung" meines Badschrankes ;)

    Gut geschminkt mag aussehen wie ungeschminkt - aber wegen dem ist da in meiner Definition trotzdem was drauf.

  • ungeschminkt ist für mich, wenn ich gar nichts auftrage, also keine Wimperntusche und auch keine leicht getönte Tagescreme.


    Wenn ich mich schminke heisst das dann im Umkehrschluss nicht, dass ich aussehe, als wäre ich in den Farbtopf gefallen. Für mich gibt es so viele verschiedene Nuancen beim schminken: vom leicht kaschieren bis zu zugekleistert. Und da kommt es doch ganz auf den Anlass an. Auf der Arbeit gibt's ein leichtes, dezentes Tagesmakeup und wenn ich zu einer Hochzeit eingeladen werde, dann wird's natürlich etwas üppiger.

  • Vermutlich denkt ihr eher an so'n schwarzen Khol-Strich?


    Nein.

    Das was du schreibst fällt unter "natürlich geschminkt" oder dezent, wenig, ...wat weiß ich. Aber ungeschminkt bedeutet nun mal gar nix.

    Geschminkt bedeutet nicht zwangsläufig 25 Produkte und 1 Stunde zeitaufwand. Das kann halt auch nur Maskara und ein nude-Lippenstift sein, fertig in 1 Minute #weissnicht

  • Das letzte Mal geschminkt war ich auch an meiner Hochzeit. Wobei ich mich grad frage warum eigentlich ausgerechnet zur Hochzeit...

    Bei mir lag's am Steampunkmotto. Die türkis-violetten Haare und der Mini-Zylinder mit der Tachenuhr verlangten nach Farbe im Gesicht. ;)



    Ich benutze gar keine Schminke mehr. Früher schon, dann aber das ganz andere Level als Grufti.

    #prost



    #freu

    War das ein satirischer Beitrag?

    Ich stell Dir gern mal meinen Mann vor, der findet all diese Dinge völlig grauslich, besonders so rote Krallen.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    In meinem Waldland geht ein Monster um...

  • Zum Thema geschminkte Leute im Fernsehen nur eins: Das sieht - spätestens seit es digitales Fernsehen und standardmäßig Riesenglotzen gibt - sonst echt grauenhaft aus. Jede Pore und jede Unreinheit würde Dir da grotesk vergrößert aus dem Bildschirm entgegenwinken, und die Moderatoren würden glänzen wie die Speckschwarten im Studiolicht. Wenn mich Tausende Leute angucken würden, hätte ich auch gerne eine schöne Frisur und würde mir vorher die Pickel abdecken lassen.

    Ansonsten - soll sich doch jede*r zurechtmachen, wie er/sie will. Der eine steht auf hohe Hacken, die andere auf behaarte Rücken, gibt bestimmt genug von jeder Sorte dass sich zwei finden. Ich bin einfach auch in erster Linie viel zu faul, um ein Riesen-Beutyprogramm zu fahren, deshalb gefalle ich mir der Einfachheit halber ungeschminkt am besten ;)

  • Mal ganz naiv gefragt, warum ist glänzende Haut so negativ besetzt? Die Notwendigkeit, sie zu kaschieren besteht ja nur, weil irgendwann mal beschlossen wurde, dass das nicht gut aussieht. Aber warum eigentlich?


    edit: Ich sehe es ja auch so, dass jede*r sich so stylen soll, wie er oder sie will und sich wohlfühlt. Es gibt wunderschöne geschminkte Menschen und wunderschöne ungeschminkte und wunderschöne, bei denen ich keine Ahnung habe, ob sie geschminkt sind oder nicht. Ich oute mich jetzt auch und gebe zu, dass ich es in den 80ern durchaus nett fand, dass sich so einige Musiker schminkten (machen die heute bestimmt auch, aber so, dass man es nicht sieht). Auch wenn es (inzwischen? schon immer? als geschmacklos verpönt war.


    Aber, gerade nachdem ich jetzt hier in den letzten Tagen mitgelesen habe, habe ich nicht den Eindruck, dass das so eine freie und individuelle Entscheidung ist mit dem Schminken. Individuell gesehen macht natürlich jede das, womit sie sich am wohlsten fühlt und das ist auch richtig so. Aber ich bin mit dem Eindruck zurückgeblieben, dass (außer bei Lehrer*innen - und da reicht auch die Angesteltenblase, muss keine Lebenszeitverbeamtungsblase sein :)) dochein gewisser Druck besteht, nach einer gewissen Norm zu agieren, um Bewerbungsfotos zu erstellen. Es wäre natürlich naiv zu glauben, dass es da keine Normen gäbe. So ist mir klar, dass ich mich als Bankangestellte eher nicht mit Ausschnitt bis zum Bauch ablichten lassen würde; dass die Erscheinung gepflegt sein sollte etc. Aber dass da noch mehr Aufwand betrieben werden muss als mir bewusst war, nämlich in Form von Schminke, und sei es nur, um Glanzeffekte zu vermeiden, das macht mich nachdenklich. Ich kann noch nicht genau den Finger drauflegen, warum. Aber zum Teil sicherlich auch deshalb, weil das für mich dann doch eher wenig mit einer freien Entscheidung zum Schminken zu tun hat. Und ein Foto weckt ja auch eine Erwartungshaltung. ist doch irgendwie komisch, wenn ich auf dem Foto perfekt geschminkt bin, im Arbeitsalltag das dann aber nicht hinkriege.

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

    Einmal editiert, zuletzt von nez perce ()

  • Also was ich so verschwurbelt eigentlich sagen wollte: auf einer individuellen Ebene ist die Entscheidung, sich zu schminken oder nicht, reine Privatsache. Kollektiv gesehen tragen wir dann aber, wenn wir uns schminken, egal ob "auffällig" oder so, dass wir absichtlich ungeschminkt aussehen, doch irgendwo zu einem bestimmten Schönheitsideal bei, oder sehe ich das falsch? Wir kaschieren Unreinheiten, Pickel, Poren, weil die als hässlich gelten.

    Irgendwo finde ich das schade. Es wäre viel schöner, wenn die Notwendigkeit, irgendwas zu kaschieren, nicht bestünde, weil es einfach egal wäre.

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • Zitat

    ist es wirklich so, dass Frauen sich für Bewerbungsfoto schminken müssen?

    Ich habe mich für Makeup entschieden, weil das auf Fotos besser aussieht. Die Makeup-Artist hat eine dreiviertel Stunde an mir herum gemalt und mindestens 5 verschiedene Puder-Farben verwendet, damit ich auf dem Foto ungeschminkt aussehe.

    Für meine letzten Bewerbungsfotos bin ich auf Empfehlung des Fotografen ungeschminkt gekommen und er hat dann die entsprechenden Korrekturen am PC vorgenommen. Kann ich sehr empfehlen.

  • Glänzende Haut wirkt einfach immer etwas weniger frisch. Wenn jemand gut schminken kann, wirkst Du halt auch nicht angemalt (außer das ist der gewollte Effekt), sondern einfach ein bisschen optimiert. Das macht bei einer zweidimensionalen Momentaufnahme wie einem Foto durchaus einen Unterschied. Man macht sich ja über die Klamotte beim Bewerbungsgespräch vermutlich auch mehr Gedanken als an den meisten anderen Arbeitstagen...

    Ich fand übrigens in dieser Hinsicht die Bilder von Angela Merkel bei den letzten Wahlen besonders gelungen. Wir wissen alle, dass sie geschminkt, ausgeleuchtet und retuschiert wude, aber sie sah immer noch aus wie sie selbst.

  • Zitat von nez perce



    Zitat

    Es wäre viel schöner, wenn die Notwendigkeit, irgendwas zu kaschieren, nicht bestünde, weil es einfach egal wäre.



    Im Prinzip gebe ich Dir recht... aber jetzt kommt mein Fall: ich verkaufe Gesundheit. Und meine Worte können für die Gesundheit meines Kunden entscheidend sein. Natürlich ginge das auch ohne Schminke, aber es ist wichtig, dass ich möglichst „glatt“ bin, weil sonst der Kunde mit mir beschäftigt ist, anstatt meine Worte in sein Gehirn zu lassen.

    Ich habe eine unauffällige immergleiche (naja, je nach Tagesform der Frisörin) Kurzhaarfrisur, gehe alle 4 Wochen zum Frisör. Ich höre regelmäßig „Sie waren beim Frisör, sieht gut aus!“.

    Wenn die Kunden auch noch mit der Schwärze meiner Augenringe beschäftigt wären, wäre ich lange nicht so gut und erfolgreich in meinem Beruf. Da gehts um Gesundheit, und oft genug auch Menschenleben.

    Aber bei welchem Beruf zieht man die Grenze?

  • Glänzende Haut und rote Geschtsfarbe wirken angestrengt. Es muss aber immer alles easy-peasy wirken. Souverän. Entspannt. Locker-flockig. Halt immer entgegen dem, was leicht zu bekommen ist.


    Als die Menschen oft hungerten, war moppelig schön: Ein Zeichen von Wohlstand. (Hat mehr als genug zu essen)


    Als die Menschen viel draußen arbeiten mussten, war weiße Haut schön, ein Zeichen des Wohlstandes. (Muss nicht auf dem Feld arbeiten)


    Als die Menschen alle in Büros hockten, war gebräunte Haut schön: Ein Zeichen des Wohlstandes. (Hat viel Urlaub im Süden)


    Jetzt, wo sich alle in preußischer oder meinetwegen protestantischer Arbeitsmoral abrackern und im Stundenraster überbieten, gilt gelassenes, entspanntes Auftreten als das Non Plus Ultra. Ein Zeichen des Wohlstandes. (Ist so gut,, dass er/sie mit ganz wenig Arbeit viiiiel Kohle macht und dabei total locker bleiben kann).

    तत् त्वम् असि

  • gut beobachtet, aoide.



    Für meine letzten Bewerbungsfotos bin ich auf Empfehlung des Fotografen ungeschminkt gekommen und er hat dann die entsprechenden Korrekturen am PC vorgenommen. Kann ich sehr empfehlen.

    Das ist ein sehr unüblicher Tip, außer Du hast schon richtig tolle Haut. Man hat viel schneller ein bisschen Puder im Gesicht verteilt als mit Photoshop die Haut zu optimieren.

    Der Fotograf meinte, schlecht geschminkt sei schwerer zu retouchieren als ungeschminkt. Und mit ein bisschen Puder ist es ja ggf. nicht getan (Stichwort Augenringe).


    Um das, was er mit Photoshop erreicht hat, mit Schminke zu erzielen, hätte ich sehr viel länger gebrauchtund wäre beim Shooting unentspannter gewesen (ich bin nicht gern geschminkt).

  • Optik sollte im Bewerbungsverfahren keine so wichtige Rolle spielen, aber doch fließt sie mit ein. Ich denke die Chancen sind besser, wenn man frisch, fit und dynamisch aussieht, als müde und abgespannt. Und da ist es sicherlich empfehlenswert, z. B. die Augenringe zu kaschierten. Es gibt ja auch Studien, die zeigen, dass Schönheit bei gleicher Qualifikation bevorzugt wird.

    Liebe Grüße, Lillian

    "Okay Hazel Grace?"

  • ...und es gibt ja viele Stimmen, die dafür plädieren, anonymisierte Bewerbungsverfahren zu etablieren!! Um eben genau solche Ungerechtigkeiten zu minimieren...

  • genauso hier - geschminkt ist spätestens dann out, wenn es für ihn als Laien bemerkbar ist. Also „für ihn“ schminken ist hier nicht so einfach. Müsste vermutlich sehr dezent sein. Dass ich Nagellack und Lippenstift an mir überhaupt nicht mag, ist für ihn ne Erleichterung, mein (seltenes) Schminken ist recht unauffällig. Das stört ihn vermutlich nicht.



    Ich hab den Eindruck, dass viele Menschen „geschminkt“ nicht unbedingt schöner finden, aber davon wiederum ein großer Teil „geschminkt“ und „ungeschminkt“ gar nicht richtig zuordnen kann. Dezent geschminkt läuft da nämlich ziemlich oft unter „ungeschminkt“ und „geschminkt“ ist eine Person erst, wenn sie eigentlich stark oder auffällig geschminkt ist.

  • Zu den Stöckelschuhen: naja, die betonen den Hintern und lassen ihn knackiger erscheinen. Knackiger Hintern wirkt jung und stark, biologisch gesehen also das, wohin Männer laut evolutionär erfolgreicher Prägung gerne ihre Samenzellen investieren. Dass sie als sexy gelten wundert mich daher nicht.

    Dass es wiederum Männer gibt, die das gar nicht interessiert mag daran liegen, dass auch geschmeidige, natürliche Bewegungen ein Zeichen von Jugendlichkeit und Fitness sind - und das passt mit Stöckelschuhen nicht immer (bei mir zB gar nicht).


    Reine Haut mit rosigem Tient (egal ob vom Grundton her bleich oder gebräunt) ist auch ein leicht sichtbares Zeichen für Gesundheit, die wiederum auch für die Partnerwahl relevant ist. Das wissen wir, ohne es lernen zu müssen. Deshalb gilt halt das als perfekt.


    Lange Nägel sind ein Zeichen für "nicht selbst anpacken müssen" (auch zB Haushalt) -> Wohlstand.


    Und regenbogenstraße "Ich hab den Eindruck, dass viele Menschen „geschminkt“ nicht unbedingt schöner finden, aber davon wiederum ein großer Teil „geschminkt“ und „ungeschminkt“ gar nicht richtig zuordnen kann. Dezent geschminkt läuft da nämlich ziemlich oft unter „ungeschminkt“ und „geschminkt“ ist eine Person erst, wenn sie eigentlich stark oder auffällig geschminkt ist." hab ich mir auch gedacht.