Gender-Kacke in Schule und Alltag

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  • genau...das hilft sicher...

    Vor allem da Frau Mikich in einer gehobenen Position ist...wenn da der Praktikant ne blöde Bemerkung macht..

    Kann er gehen.

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • Erinnert mich unangenehm an die "Armlänge Abstand" von Frau Reker.

    Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder.
    Dante Alighieri

    Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.

  • Najaaa, ich war auch mal Praktikantin bzw. Hospitantin bei einem großen deutschen Sender. Und wenn ein Redakteur versucht hätte, mir zum Sektchen einen Pornofilm in seinem Hotelzimmer zu zeigen, wäre ich aber sowas von schnell weg gewesen. Wir sind doch keine willenlosen Geschöpfe! Und es stimmt nicht, dass ich dann hätte gehen müssen. Das ist mir zu einfach.


    Natürlich ist das Verhalten unter aller Sau, keine Frage.


    *Fährt Schutzschild hoch*


    Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.


    Kurt Tucholsky (Schloß Gripsholm)

    • Offizieller Beitrag

    Ich spring drauf an - ich find dein Posting wenig emphatisch fuer Frauen, die eben dies erlebten. Kennst du es sogar nicht, dass man anderen Menschen gefallen moechte oder muss? Und dann - Weil es dir nicht passiert ist, ist es anderen nicht passiert? Weil du den Druck nicht spürtest, haben andere ihn nicht gespührt?

    Und wenn ein Redakteur versucht hätte, mir zum Sektchen einen Pornofilm in seinem Hotelzimmer zu zeigen, wäre ich aber sowas von schnell weg gewesen.

    Good for you!


    Nur, wie vielen ging es nicht so, weil sowas eben schleichend anfängt, oder ein Verzweiflungsakt war, oder es liegt in kulturell-anerzogenem Verhalten.


    ich war noch nicht in einer Pornoeinladungssituation, aber durchaus im Job in seltsamen Situationen, wo der Boss Grenzen überschritt und ich nicht wirklich nicht entwinden konnte, weil sonst unsere Arbeits-Beziehung futsch gewesen waere, und dann mein Einkommen und mein Visa. Tja. Ich hab dann die Stelle gewechselt. Der Kerl ist immer noch so drauf. Da war deine Situation vielleicht doch eine andere?

  • ich finde es viel schwerer, sich in einer Situation zu wehren und abzugrenzen, in der man bereits ein Verhältnis/eine Beziehung zum Gegenüber hat, im Vergleich zu einem eindeutigen Angriff eines Fremden. Umso schwerer, wenn ich die Person mag. Ich denke, inzwischen würde och hoffentlich meist klarkommen, aber zu Zeiten als ich Praktika gemacht habe, sah das deutlich schlechter aus. Und ich gelte in meinem Umfeld durchaus als selbstbewusst und "macht was sie will".

  • ich bin SO froh, mit dem thema „bin ich attraktiv für einen neuen partner?“ nichts zu tun zu haben. dafür danke ich gott mehrmals am tag. falls meinem mann mal was passiert, bleibe ich allein. auf den ganze scheiß hab ich keinen bock.

    ich wehre mich auch dagegen. ich habe darauf auch so gar keinen bock. das mit der intimrasur war bei uns so um die 25 ein thema. die männer sagten dann den frauen wie sies gerne hätten. ich fand das schon damals sehr befremdlich.


    ich hatte gestern eine diskussion mit meiner tochter, die sich ja gerne aufreizend (blödes wort) anzieht wenn sie weg geht. ich fragte sie: wieso? sie meinte: weil es mir so gefällt. ich meinte dann zu ihr: dass sie halt so schon gewissen männertypen anzieht. sie meinte: ist mir egal, ich laufe so rum wies mir gefällt. fertig. finde ich ja super. ich habe aber irgendwie so ein vorurteil im kopf. mühsam.

  • :D:D Ach, ich hätte mit noch mehr Tupper gerechnet.


    Also: Das ist genau das, was mir an der Metoo-Debatte auf die Nerven geht. Ich kann doch nicht erst mit meinem Chef auf dem Hotelzimmer einen Porno gucken und dann #metoo schreien. Diese Situation ist zu offensichtlich sexistisch-dumm. Ich erwarte, dass eine erwachsene Frau, die noch ihre 5 Sinne beieinander hat, da den Raum verlässt. Wie soll ich denn meinem Kind glaubhaft beibringen, dass sein Körper ihm gehört und es wenn es sich nicht richtig anfühlt "Nein" sagt, wenn ich das in so einer Situation nicht schaffe? Natürlich ist das unangenehm, geht gegen den anerzogenen Wunsch, zu gefallen, macht Angst. Aber da müssen wir durch. Sonst mache ich Frauen doch wirklich zu Opfern.


    Und da bräuchten wir viel mehr #Notmee! - geschichten. Auch wenn Frau Mikich in diesem Interview etwas dubios rüberkommt, "Hau ab du Blödmann" halte ich für eine bessere Strategie, als stillzuhalten.


    Viel schwieriger find ich diese subtilen sexistischen Machtdemonstrationen etwa im Büro, sexistische Witzchen, Uneindeutigkeiten. Ich glaube übrigens, dass ich auch schon mal einen Job verloren habe, weil ich mich nicht auf Tändeleien eingelassen habe.


    An Tupper bräuchte ich übrigens so einen Suppenteller mit Deckel, den man gut beim Zelten benutzen kann:P


    Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.


    Kurt Tucholsky (Schloß Gripsholm)

  • Marienkaefer

    Das Problem ist dass Frau abwägen muss:


    Duldung unangebrachter Sexuellen Handlungen vs. Job, berufliche Chancen etc.


    Das ist ganz deutlich ein Machtding!!!

    Es geht doch gar nicht um Sex!!!!

    "Wenn Dein Leben schwerer geworden ist, bist Du vielleicht ein Level aufgestiegen?!"

  • Hier muss ich nichts abwägen. Ich verlasse ziemlich fluchtartig den Raum.


    Dann kommt der Job: Bei solch einem offensichtlichen Verstoß gegen seine Fürsorgepflicht als Vorgesetzter, ganz zu schweigen von dem bodenlos-dummen Verhalten als Mann wird dieser Redakteur wenig Chancen haben, die Karriere der Praktikantin zu gefährden. Anders ist es bei subtilerem Vorgehen.


    Was ich hier als Advocata diaboli sagen will: Natürlich sind die Machtstrukturen scheiße und ungerecht, die so etwas überhaupt erst möglich machen. Ich wehre mich aber dagegen, Frauen in solch einer fast schon bilderbuchhaft-sexistischen Situation als handlungsunfähige Opfer zu sehen. Das fände ich unfeministisch. Ich traue einer erwachsenen Frau zu, dass sie soweit Sorge für sich trägt. Ich jedenfalls schaue mir mit niemandem Pornos an. Ich leide unter den schlechten Dialogen:D.


    Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.


    Kurt Tucholsky (Schloß Gripsholm)

    Einmal editiert, zuletzt von Marienkaefer ()

  • Wie soll ich denn meinem Kind glaubhaft beibringen, dass sein Körper ihm gehört und es wenn es sich nicht richtig anfühlt "Nein" sagt, wenn ich das in so einer Situation nicht schaffe?

    Es ist vielmehr ganz wichtig, unseren Kindern beizubringen, dass sie auch dann nicht Schuld an einer Missbrauchssituation sind, wenn sie sich nicht gewehrt haben, wenn sie es nicht geschafft haben, “Nein“ zu sagen, wenn sie Opfer geworden sind. Sonst halten sie nämlich im schlimmsten Fall den Mund und den Missbrauch geheim, weil sie sich schuldig fühlen.

  • Ich verstehe Dein Problem durchaus Marienkaefer, aber ich glaube Du darfst die Tatsache der Existenzbedrohenden Machtstrukturen da nicht unterschätzen und die der individuellen Persönlichkeit. Lösungsstrategien die für mich gelten, gelten für andere eben nicht . Während ich automatisch rel. Aggressiv auf so etwas reagiere, reagieren andere da beschwichtigend und der Dreh- und Angelpunkt ist in meinen Augen einfach (und da finde ich bei aller Kritik, die ich durchaus habedie #meetoo-Debatte elementar wichtig) das wir nicht vorrangig die Reaktion der Frauen diskutieren, sondern den Männern klar machen dass ihr Verhalten so nicht geht, und wenn ich lese, dass so ein Typ noch immer „in Amt und Würden“ ist geht mir persönlich das Messer in der Tasche auf, da ist es schlicht nicht getan mit „Hau ab Du Blödmann“ !

  • Matilda


    Da hast Du natürlich recht.


    Ich hatte einen anderen Aspekt im Sinn: Nur wenn ich als Mutter wirklich davon überzeugt bin, dass mein Körper mir gehört, kann ich das auch glaubhaft meinem Kind vermitteln. Für mich jedenfalls bedeutet das ständiges Wachbleiben dafür und unangenehme Situationen aushalten (sich deutlich abgrenzen in der Öffentlichkeit etc.). Ich achte viel mehr darauf, wie ich meine Grenzen schütze, seit ich ein Kind habe.


    @Kiwi

    uff, ich komme nicht hinterher. Antworte später nochmal, jetzt muss ich raus in die Sonne.

    Wollte aber mal schreiben, dass ich das sehr angenehm finde, dass man hier diskutieren und sein Gesicht wahren kann. Und ein bisschen getuppert werden ist auch mal ganz anregend...


    Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.


    Kurt Tucholsky (Schloß Gripsholm)

    Einmal editiert, zuletzt von Marienkaefer ()

  • Das Problem ist, dass der Grenzübertritt oft schleichend von statten geht.

    Und irgendwann scheint der Moment verpasst, sich da noch gut rauszuziehen, bzw. nicht jede Frau schafft das.


    Gerade als junge Frsu hatte ich ein paar mal solche Situationen, am Anfang noch nett und lustig, dann vielleicht etwas mehr als ich es tun würde und irgendwann war dann die Grenze zum "das ist aber jetzt unangenehm" bereits überschritten und ich wusste nicht, wie ich da jetzt noch reagieren sollte.

    Da fiel es mir wesentlich leichter, einen plötzlichen Grapscher im Club zur Sau zu machen.


    Bei allen Strategien die man vermitteln kann und mut machen, sich zu wehren darf es mE nie dahin kommen, dass die Frau verantwortlich gemacht wird, dass der Mann Grenzen überschreitet.

    We must accept finite disappointment, but never lose infinite hope.

    Martin Luther King, Jr.

    ———-

    ebura mit S (*04), E (*05) und I (*12/21)

  • ich kann nur dazu sagen, das die unangebrachten Situationen, die ich mit 14-25 Jahren erlebt habe....heute mit 48 Kahren ganz anders ausgehen würden.


    Wenn die eigenen Eltern Dinge lustig finden die einer 14 Jährigen auf einer Feier passieren...da scheuerst du dem Kerl nicht einfach eine..... ist doch der Onkel xy..der beste Freund von Papa...?<X


    (heute würde der Kerl am Boden liegen, bevor meine Tochter mitbekommen würde das er sie angrapscht...?...)

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • Hier muss ich nichts abwägen. Ich verlasse ziemlich fluchtartig den Raum.

    Ja! DU nicht!!! Das ist schön für Dich! Dennoch gibt es unzählige Menschen, die nicht stark genug sind, sich zu Sagen "da muss ich nichts abwägen"

    Und es nutzt niemanden zu sagen, selber schuld, wenn Du nicht stark genug bist

    "Wenn Dein Leben schwerer geworden ist, bist Du vielleicht ein Level aufgestiegen?!"

  • das ist nicht immer so einfach. auch als erwachsene frau nicht.


    und ich finde, der fokus gehört IMMER auf den täter, NIE auf das opfer. wie bei mobbing, da werden auch gerne gut gemeint dem opfer tipps zur "stärkung" gegeben, das könne ja nie schaden... doch!!!! denn das opfer ist gut genug, es muss sich nicht ändern, das sollte niemand implizieren dürfen. wir brauchen auch schwache menschen, auch verschüchterte menschen, auch nicht-wehrhafte. was wir nicht brauchen, sind täter, dreiste übergriffige schweine, die müssen weg, und das muss ganz klar werden.

  • Erst einmal möchte ich klarstellen, dass doch wohl alle, die hier mitschreiben, bestehende Macht- und Unterdrückungsstrukturen ändern wollen und sich dazu Gedanken machen. Gesteht das bitte auch mir zu.


    Ich habe nirgendwo geschrieben "Selbst schuld". Dieses Denken begegnet mir ganz oft auch an unerwarteter Stelle (etwa beim "positiven Denken", in der Erziehung "du hast das Kind, was du verdienst" und ähnliche Kacke), und ich finde es ganz furchtbar. Wenn eine Freundin mir diese Geschichte erzählen würde, würde ich sie trösten, gemeinsam auf diesen Scheißkerl schimpfen und überlegen, wie sie jetzt am besten vorgeht. Und Schluss.


    Für mich ist aber die Frage: Nützen uns solche Geschcihten in der Öffentlichkeit, nützt uns die #Meetoo-Debatte so, wie sie momentan geführt wird wirklich in unseren Anliegen weiter oder verfestigt sie Bilder von Handlungsunfähigkeit?


    patrick*star

    Der Focus gehört natürlich auf den Täter. Aber lassen wir uns doch davon nicht hypnotisieren. Wenn wir nur mit dem Zeigefinger zeigen und warten, dass sich irgendwelche größenwahnsinnigen Männchen ändern, reagieren wir doch nur. Ich möchte viel mehr lesen von Frauen, die gesagt haben "mit mir nicht, ich spiele da nicht mit." Das würde mir richtig weiter helfen.


    Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.


    Kurt Tucholsky (Schloß Gripsholm)

  • Ich denke, das mit dem "Opfer stark machen" ist so ein wenig wie: Ich schließe meine Haustüre ab, weil ich keine potentiellen Einbrecher anlocken möchte. Niemand darf ohne Erlaubnis mein haus betreten, niemand darf Sachen aus meinem Haus entwenden. Einbrecher sind in dem Falle Täter, die meine Grenze überschreiten. Und es würde ja niemand sagen: Die dürfen das nicht, wenn du dein Haus offenstehen lassen möchtest, kannst du das tun, die Einbrecher sind schuld, nicht du......

    Nein, ich schließe meine Haustür ab, ich schütze mein Eigentum und ich lerne, wie ich es noch besser schützen kann. Und bei meinem Körper eben auch: Ich lerne, wie ich mich stärken kann, wie ich besser und lauter NEIN sagen kann und wie ich mich zur Wehr setzen kann.

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    Wenn ich mir einen Krankenwagen im Ballettröckchen tätowieren lasse, habe ich Tatütatatütütattoo! #blume
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