Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • Naja, aber ich schrieb ja „gute Gabztagsschule“. Hat jemand von euch „Tomorrow-Die Welt ist voller Lösungen“ gesehen? In dem Bildungsteil wurde eine finnische Schule vorgestellt, Brennpunkt, holla die Waldfee... Da hätte ich keine Bedenken. Ganztag heißt ja nun auch nicht, 8-17j. Eine Freundin hat ihr Kind hier in Hessen in einer Grundschule, staatlich, die fangen um 8:30h, 3 Tage bis 15h, 2 Tage bis 13h. Schönes Nachmittagsangebot mit LEHRERN. In unserem Hort arbeitet nicht ein Pädagoge, das sind alles 450-Euro-Kräfte... Klar ist das billiger. Ich komme hier zu jedem neuen Stundenplan ins Schwitzen mit Organisation, und ich habe nur 2 Kinder die zur Schule laufen können. Aber feste Unterrichtszeiten würden mir hierbei so viel erleichtern.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • Und noch mal zu dem „Ganztagsschule ginge für mein Kind niemals“... Die ganzen Kinder die hier in der Regelschule nicht klar kommen gehen bei uns im Ort auf die Montessori-Schule (so es sich die Eltern leisten können). Da ist dann Ganztag und auf einmal klappt es in der Schule. Ich denke, es ist eine Frage der Schulform bzw. des pädagogischen Konzepts, nicht der Stundenanzahl.

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  • Also hier ist flächendeckendes kostenloses Hortangebot ja noch nicht so lange etabliert, die Träger, die mit den einzelnen Schulen zusammenarbeiten, sind wohl unterschiedlich und ich hörte von guten und schlechten Erfahrungen. (Unsere waren gut.) An unserer GS stieg der Anteil der Hortkinder signifikant (verdreifacht) an nach der Neuregelung! "Hmm, ich weiß nicht. Es ging bisher auch anders, aber wir testen diese kostenlose Möglichkeit vllt doch einmal." wurde zu "X fühlt sich superwohl und kann mit den Freunden nun im Hort spielen" Die Mehrheit der GS-Kinder ging bis 15h. Vollzeit ist damit nicht machbar (geöffnet war bis 18h), aber auch bei TZ nimmt es viel Stress raus, wenn ein Zeitpuffer vorhanden ist. Hier war insofern Betreuungsschlaraffenland, dass man zeitlich sogar sehr flexibel einbuchen konnte. Bis 14h oder doch mal bis 18h - für eine Freiberuflerin super.

  • Ein Hort ist einfach teurer.

    Eine gute gebundene Ganztagsschule ist insgesamt sicher erheblich teurer als Halbtagsschule plus Hort. In der gebundenen Ganttagsschule sind den ganzen Tag Fachkräfte da, sowohl Lehrerinnen als auch Sozialpädagoginnen.


    Ich bin froh, dass hier die GS keinen Ganztag hat, abgesehen von dem Hausaufgabendesaster finde ich die Hort-Option besser. Freier, das Kind kann nach dem Essen auch erstmal ne Runde chillen oder toben, bevor die nächste Verpflichtung komnt.

    Also wir haben hier eine ordentliche Mittagspause. Und gar keine Hausaufgaben.

  • Und noch mal zu dem „Ganztagsschule ginge für mein Kind niemals“... Die ganzen Kinder die hier in der Regelschule nicht klar kommen gehen bei uns im Ort auf die Montessori-Schule (so es sich die Eltern leisten können). Da ist dann Ganztag und auf einmal klappt es in der Schule. Ich denke, es ist eine Frage der Schulform bzw. des pädagogischen Konzepts, nicht der Stundenanzahl.

    Aus meiner Sicht ist das nicht ganz so einfach.

    Leider ist mir das hier zu öffentlich, deshalb nur so viel: Es gibt auch Kinder, für die es einfach nichts ist, den "ganzen" Tag in Gruppen zu verbringen, egal wie toll das Konzept ist.

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • ein guter ganztag lohnt sich mehr, wenn halt alle dabei mitmachen.


    "hort" bzw. oggs ist ansonsten die notlösung für das gekröse, was es nicht anders leisten kann.


    verfechter/innen von gebundenem ganztag wollen die konkurrenz aufbrechen zwischen denen, die zu hause individuell und gut gefördert werden und denen, bei denen das nicht geleistet werden kann.

    indem alle kinder bis 17 h in der gleichen situation sind. danach ist einfach weniger zeit, um zu hause noch riesige unterschiede aufzureißen.


    und wenn alle einzahlen müssen, dann kommt auch eben wie o.g. mehr geld für qualität zusammen.

    ich war jahrelang vorsitzende des trägervereins unserer oggs. da habe ich festgestellt, dass die kinder, die geschickt wurden, ab einem gewissen punkt fast nur noch "nullzahler-kinder" waren.

    wer richtig hätte zahlen müssen, hatte meistens die mutti zu hause und hat sich das gespart. ich selbst und zwei, drei andere ae waren da die ausnahmen - wir hatten ein höheres einkommen, MUSSTEN aber gleichzeitig die oggs in anspruch nehmen.


    das war anfangs noch nicht so. da waren auch die kinder aus besser situierten familien in der oggs. der schleichende umbau hatte auch übrigens eklatante auswirkungen auf das sozialgefüge. ganz andere situation bei z.b. den hausaufgaben.


    nun ja, meinem sohn hats nicht geschadet, der macht demnächst ein sehr gutes abitur. aber ich verstehe die verzweiflung derjenigen, die ihre kinder da hinschicken müssen und nur eine resterampe vorfinden, bei denen das kind dann von denen umgeben ist, denen alles wurscht ist und die mitnehmen, was es für nullo gibt.

  • die Diskussion hier zeigt schön auf, was ich mit meinem post weiter oben meinte...

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Ich muss also mein Kind bewusst schlechter Betreuung aussetzen damit es gerecht ist.

    Vielleicht lasse ich es demnächst mal hungern.


    niemand muss das.

    wie oben gesagt, ein gebundener ganztag muss und kann ja erheblich besser sein als das "hort"-wesen. das habe ich ja oben geschrieben, *seufz*.

    das ist der ansatz derjenigen, die dieses konzept verfechten.


    ich finde es auch schwierig vor dem hintergrund, den nez perce schildert, dass es individuelle kinder gibt, die da ggf. total abbrechen würden.


    die aktuelle situation ist aber ebenso nicht tragbar. ich weiß keine lösung. finde es nur eben nicht akzeptabel, dass für diejenigen, die betreuung brauchen, nur eine bessere notscheiße geboten wird. wenn überhaupt.

  • Aber gerade das ist ja das Problem in unserem kapitalistischen System. Das Geld, die Kosten. Und gerade das Bildungssystem wird kaputt gespart. Eine gute Ganztagesschule würde zu viel kosten...

    Ich finde es auch ungerecht, dass die Bildungschancen so ungleich sind.

    Aber ich finde nicht, dass die Lösung ist "Ganztagsschule für alle". Das ist in meinen Augen undemokratisch. Erst einmal liegt das Recht, die Kinder zu erziehen, bei den Eltern. Die müssen ihre Kinder aufgrund der Schulpflicht in die Schule geben. Aber optimalerweise sollte es da eine gewisse Bandbreite an Wahlmöglichkeiten geben.

    Für manche Kinder / Familien mag die Ganztageschule (in hoffentlich guter Qualität) die richtige Lösung sein. Für manche aber eben nicht. Warum sollen die dann zwangsweise mit reinmüssen? Nur damit es effizienter wird? Aus ideologischen Gründen? Das kann es ja auch nicht sein.

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • Ich wiederhole es noch einmal: Hier in HH hat die Hortreform mit kostenfreier Betreuung bis 16 h für die, die das möchten (nicht "brauchen") die Skepsis gegenüber den Hort doch etwas aufgebrochen. Ganz schnöde über die Kostenschiene. Ohne Gebundenheit.

    Vorher war es ein furchtbares Gezirkel, damit man einen Betreuungsgutschein bekam, der die Arbeits- und Wegzeiten halbwegs abdeckte. Und da nun mehr Kinder eingebucht wurden, war es für den Rest auch attraktiver. Weil ihre Freunde dort waren.

    Keine Resterampe.

  • Ist das vielleicht ein Großstadt-Phänomen? Mein Kind 1 und Kind 3 waren jeweils die einzigen ihrer Klassen, die nicht in der Betreuung waren. Das ganze Sozialleben spielte sich dort ab. (Die Kosten sind nicht horrend hier, aber kostenlos ist es nur mit BuT).

    Kind 2 hat die Betreuung geliebt (und dort auch alle Hausaufgaben erledigt).


    Hier gibt es Betreuung von zwei freien Trägern und von der Stadt - d.h. die Kinder sind nicht um klassenverband nachmittags. Alle Horte sind ziemlich beliebt bei Kindern, die Gruppen mögen (mein Kind 3 zb. kann schon nur entweder Schule oder Verabredung aushalten. Das braucht einfach Zeit allein.)

  • Was ist an einem Hort schlecht O_O wo kommen so undifferenzierte Gedanken her.


    Und wieso muss mein Kind leiden, wenn dein Kind nicht von dir gefördert werden kann? Was soll dieses bestimmen über andere Menschen. Es ist zum Kotzen.


    Der Hort in Leipzig ist i.d.R. sehr gut organisiert und strukturiert. Hausaufgabenzeiten, Erzieher ect. - AGs. Aber natürlich, wenn das eine Kind Nachhilfe in Mathe braucht, kann das der Hort oder die Ganztagesschule nicht leisten. Wie soll das gehen? Wer soll das zahlen? Gruselig, bis um 17 Uhr in der "Schule" sein. NAtürlich, wir streichen den Individualismus weil wenige ein Problem haben. Immer noch: Nein das Defizitäre sollte nicht übernehmen. Das doch furchtbar. Da kann man gleich die DDR wieder einführen.


    Ziel sollte sein eine Betreuungsform zu schaffen die individueller betreut als gebundener Ganztag. Vorteil: Ich nehme mein Kind um 14 Uhr raus, somit bleibt mehr Kapazität für das Kind was bis 17 Uhr bleiben soll. Fertig.

  • Die Akzeptanz wird in der Großstadt höher sein. Außerdem wohnen wir in keinem der besseren Viertel.

    Aber ich selbst war, ehrlich gesagt, auch sehr sehr skeptisch, was für eine Grütze so eine zwangsweise Ansiedlung des Horts in Schulen (früher gingen früher viele Erstklässler noch in ihre alte Kita) ohne extra Platz - Stichwort: multifunktionale Räume #rolleyes - wohl sein muss. Mit Atelier, schon vorhandenen Werkräumen und Bolzplatz lief das aber doch ganz gut.

    Ich habe auch immer die Mütter bedauert, die erzählen, sie müssen sich im Voraus entscheiden, für ein ganzes Jahr. Das erhöht die Einstiegshürden ja ganz enorm, gerade für Kinder, die sich schwertun. Oder auch viele Nachmittagstermine und/oder Therapien haben. Eine flexible, durchlässige Regelung (hier gilt lediglich: Mindesteinbuchung drei Tage pro Woche) ist für den Alltag vieler Familien realistischer.

  • Verpflichtenden Ganztag für alle finde ich nicht gut. Wann haben die Kinder da Zeit für ihre außerschulischen Hobbys, Familie, spielen zu Hause, Freunde außerhalb des Schulumfeldes. Ich fände es einfach nicht schön für meine Kinder, jeden Tag den ganzen Tag im Schulumfeld verbringen zu müssen. Es sind gute Ganztagslösungen/Betreuungsmöglichkeiten notwendig, aber bitte nicht für alle verpflichtend. Wir nutzen die Ganztagsangebote der Schule und den Hort flexibel, mal sind sie lange da, mal nicht je nachdem. Wie wir unsere Freizeit als Familie verbringen, ist unsere Entscheidung, je nach verfügbarer Zeit usw., das kann doch nicht der Staat/das Bundesland/die Stadt verpflichtend für alle festlegen.

    Liebe Grüße, Lillian

    "Okay Hazel Grace?"

  • Und wie sollen ggf. Therapien mit Ganztag laufen? Hier fällt die Förderschule flach weil es dann nicht mehr möglich ist, individuell zu fördern. Verpflichtender Ganztag, Kinder wären 16:00 daheim. Da brauche nich nicht mehr zur Ergo, die Logo unserer Wahl macht nach vier keine Termine da selbst kleine Kinder im Haus sind.


    Einzige Alternative in der Region: Regelschule. #haare#haare#haare

  • Ganz ehrlich...dann muss mal überlegt werden, ob man was Therapie angeht nicht auch mal an anderen Zeiten überlegen muss....ich kann vor 16:00 mit meinen Kindern keine Therapien planen, weil ICH da noch arbeite.

    Hier gibt es keinen Hort. (Eine der ganz wenigen Gemeinden hier die da komplett stur sind) In der örtlichen staatlichen Grundschule mit fast 300 Kindern gibt es eine Schülerinsel mit sagenhaften 80!!!! Plätzen. Für uns gab es nur ein Ausweichen auf eine Privatschule...wer sich das nicht leisten kann ist hier ziemlich gearscht...wir versuchen schon seit einiger Zeit dagegen vor zu gehen, aber hier in dieser-positiv gesagten-strukturkonservativen (man könnte es weit krasser ausdrücken) Ecke rennt man gegen Wände denn -o-Ton- der alten Herrenriege...“früher ging das auch ohne, da müssen sich die jungen Frauen mal überlegen was ihnen wichtiger ist“ ...da möchte ich mit Faulen Eiern schmeißen , echt!