Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • Ich finde das in manchen englisch-sprachigen Reportagen sehr spannend, dass zumindest ich bis weit in die Geschichte hinein nicht weiß, ob die ProtagonistInnen männlich oder weiblich sind, wenn ich die Vornamen nicht einordnen kann.

    Das hatte ich beim Simultanübersetzen von Deutsch nach Schweizerdeutsch. Wenn ich den Namen nicht kenne, muss ich raten, denn auf Schweizerdeutsch wird immer ein Artikel mitgenannt. Also wenn steht "Yui sagte..., Sora antwortete...", erzählte ich "Der Yui häd gseit, d'Sora häd antwort geh..." und merkte manchmal erst nach ein paar Absätzen bis Seiten, wenn ich falsch lag und dass Yui weiblich und Sora männlich ist.

  • Trans oder nicht ist selbstdefinition. Das ist ja das schöne, alle dürfen, niemand muss :)

    Und genauso die, die weder noch möchten - ich hoffe schwer, dass in wenigen Generationen "Geschlechter" anders gedacht werden, offener.


    Ich verstehe wohl, was Du meinst, VivaLaVida. Bei mir ist wohl der einzige Aspekt des "Weiblichen", der mich wirklich stört, die Aussenwahrnehmung und die daraus resultierende Diskriminierung. Das nicht "voll" genommen werden. Deshalb stört es mich auch so sehr, mit der männlichen Berufsbezeichnung genannt zu werden - für mich fühlt sich das so an, als würde ich nur dann "voll" zählen und nicht stolz auf mich, als nunmal Person in meinem Beruf dastehen können.

    Aber ich glaube, ich kann nachvollziehen, was Du störend an der weiblichen Form findest.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Trans oder nicht ist selbstdefinition. Das ist ja das schöne, alle dürfen, niemand muss :)

    Und genauso die, die weder noch möchten - ich hoffe schwer, dass in wenigen Generationen "Geschlechter" anders gedacht werden, offener.

    Die gängige Definition von "trans" schließt nicht-binäre Personen mit ein; also alle die, die sich mit dem ihnen zugewiesenen Geschlecht nicht oder nur teilweise identifizieren. Ob man sich selbst dann da sieht oder nicht, bleibt einem ja selbst überlassen.


    Ein häufiger Kitikpunk gegenüber trans Menschen ist ja, dass wir die gängigen Geschlechterklischees zementieren würden. Das mag auf einige Individuen zutreffen, ich erlebe im Allgemeinen eher das Gegenteil, nämlich den Versuch, die Binarität der Geschlechter aufzulösen.


  • Das nicht "voll" genommen werden. Deshalb stört es mich auch so sehr, mit der männlichen Berufsbezeichnung genannt zu werden -

    schrecklich.


    hatte das gerade erst heute in einer fotogruppe. dort wurde mir allen ernstes von einigen herren geraten, doch mal die bedienungsanleitung zu lesen bezüglich meiner technischen frage. #sauer


    in einem anderen forum bin ich mit neutralem namen angemeldet und dort ist mir so etwas noch nie passiert.


    ich weiss, dass es nichts hilft, damit defensiv umzugehen. aber manchmal will ich einfach nur kurz was klären und eben keine genderdebatte führen. ;)

    „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt und wir gewinnen“ (Warren Buffett)

  • Ich fand des positiv, dass ich bei den ganzen Formularen in Deutschland in letzter Zeit nicht nur Mann oder Frau, sondern auch divers angeben könnte.