Gender-Kacke in Schule und Alltag

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  • Och. Das ist hier auch so. Xanthippe bin ich gern. Die Meinungen meines Umfelds sind mir inzwischen so egal. Ich plane, dereinst eine böse bissige klugscheißerische Alte zu werden. Da freue ich mich schon drauf.

    Haha, ja so in etwa plane ich das auch.

    #herzKleiner Zwerg 07/14

    #herzMinizwerg 06/17

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  • Weil sich viele Betroffene an ihn wandten, hat der Hamburger Jugendhilfeexperte Wolfgang Hammer eine kleine Studie über Kindesentziehungen durch den Staat erstellt. Eine Auswertung von 42 Fallverläufen aus sechs Bundesländern von 2014 bis 2019 weist nach, dass Alleinerziehenden die schulpflichtigen Kinder weggenommen wurden, ohne dass es Hinweise auf Gewalt oder Vernachlässigung in den Familien gab. Der Grund war ein Verdacht auf zu enge Mutter-Kind-Bindungen.

    Zwei Drittel der Fälle stammen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen, die übrigen aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Hammer nennt die Ergebnisse „fachlich, humanitär und verfassungsrechtlich nicht tragbar“.


    Der studierte Soziologe war selbst bis 2013 Referatsleiter für Jugendhilfe in der Hamburger Sozialbehörde und setzt sich seither weiter für Kinderrechte ein. Nach einer Anhörung im Bundestag im Sommer 2017 seien insgesamt 167 Fälle an ihn herantragen worden. Auch Mitarbeiter von Jugendämtern versorgten ihn mit Unterlagen, mit der Bitte, die Dinge aufzubereiten und publik zu machen.


    Hammer wählte nun 42 Fälle für eine Analyse aus. Bei den Betroffenen handelt es sich um 39 Mütter und drei Omas, die Kinder sind zwischen 8 und 16 Jahren alt. Die meisten Mütter hatten Abitur, neun von ihnen hatten einen Uni-Abschluss.

    Die Frauen hätten sich meist von sich aus ans Jugendamt gewandt mit der Hoffnung auf eine Mutter-Kind-Kur oder andere Unterstützung für sich und ihr Kind. Sie hätten sich beim Amt „vertrauensvoll geöffnet“ und auch über „Erziehungsprobleme und Überlastung im Alltag“ gesprochen. „Die Hoffnungen wurden nicht erfüllt“, schreibt Hammer. Um so entsetzter seien die Frauen gewesen, als ihre Beschreibungen später Grund für eine Fremd­unterbringung waren.

    Bei allen 39 Müttern ging die zuständige Fachkraft im Jugendamt von einer zu engen oder zu belasteten Mutter-Kind-Beziehung aus – ohne ein psychologisches oder psychiatrisches Gutachten einzuholen, sondern aufgrund von eigenen Einschätzungen sowie von Nachbarn, Ex-Partnern und deren Eltern, die „durchweg extrem zu Lasten der Mütter ausfielen“.

    Die Frauen seien an der „Hilfeplanung“ erst nur formal, später gar nicht beteiligt worden. Die Hälfte von ihnen habe der Fremdplatzierung des Kindes formal erst mal zugestimmt, in der Hoffnung, durch ihre „Mitwirkungsbereitschaft“ die Chancen auf eine schnelle Rückkehr zu erhöhen. Dies hätten sich die Frauen später als schweren Fehler angelastet, weil sie damit ihr Kind selbst ins Heim verbannten. Den Kindern sei gesagt worden, sie seien im Heim, weil ihre Eltern nicht mehr in der Lage seien, sie zu erziehen.


    Eine klassische Argumentation war, dass der Wunsch der Mutter, ihr Kind möge zu Hause leben, als „Zeichen einer Störung“ ausgelegt wurde, schreibt Hammer. Auch die Wünsche der Kinder, wieder bei der Mutter zu sein, seien als Krankheitszeichen interpretiert worden.

    „Er akzeptiert weder die Regeln der Einrichtung noch zeigt er Einsicht, dass er nur hier eine Chance hat, sich von der Mutter zu befreien“, heißt es im Bericht eines Heimes über einen Zwölfjährigen. Die wöchentlichen Telefonate mit ihr brächten ihn immer wieder zum Weinen. „Für die nächsten drei Monate sollten deshalb die Kontakte zur Mutter eingefroren werden.“ Da Sohn und Mutter die Einsicht fehle, sei auch die Beteiligung an der Hilfeplanung „nicht sachdienlich“, notiert das Amt.

    Eine zu enge Mutter-Kind-Bindung könne in der Tat dazu führen, dass das Kind zu kurz komme, sagt auch Hammer. Doch bei den Fällen gebe es dafür keine faktenbasierte Begründung, sondern nur Spekulation. Einige der von den Jugendämtern vorgelegten ärztlichen Stellungnahmen seien entstanden, ohne dass diese die Mutter zu Gesicht bekommen hätten.


    Hammer traf sich mit sechs Jugendamtsmitarbeitern, die selbst diese Praxis kritisieren. Sie klagten, dass es gegenüber früher eine „deutlich herabgesetzte Eingriffsschwelle“ gebe und die Theorie sogenannter symbiotischer Mutter-Kind-Beziehungen gerade bei jüngeren Fachkräften „hoch im Kurs“ sei.

    Die gute Nachricht: Bei all jenen Fällen, die vor dem Familiengericht landeten, gaben die Richter externe Gutachten in Auftrag. Und die hatten die Mütter – bis auf eine Ausnahme – so weit entlastet, dass sie entgegen der Meinung des Jugendamts die Rückkehr in die Herkunftsfamilie empfahlen. Nur lebten die Kinder in den meisten Fällen da schon mehrere Monate in den Heimen.

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    Drei von vier dieser Fälle, die sich zum größten Teil in Norddeutschland abspielen, sind inzwischen abgeschlossen. Und 25 Kinder leben heute wieder bei ihren Müttern. Sie haben gelitten. Vor dem Eingriff des Staates waren sie gut in der Schule, keines von Versetzung bedroht. „Ihr Gesundheitszustand und das schulische Erscheinungsbild hat sich deutlich verschlechtert“, schreibt Hammer nun. Allein 17 von ihnen leiden unter Adipositas, neun von ihnen drohten mit Selbstmord, 23 wurden schlecht in der Schule, jeder zweite zeigte sich aggressiv.

    Hammer hat sein Papier an die Forschungsstelle problematische Kinderschutzverläufe in Mainz geschickt, die bis Jahresende im Auftrag des Bundestags untersuchen soll, ob die Jugendämter zu Unrecht Kinder aus Familien nehmen. Der Soziologe schränkt ein, dass die von ihm ehrenamtlich erstellte Studie nicht geplant und repräsentativ sei, sondern „aus der Not geboren“.“


    https://taz.de/Fragwuerdige-Inobhutnahmen/!5636682/


    keine ahnung, was ich davon halten soll. hat sich hier jemand damit beschäftigt?

    „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“


    Abraham Lincoln

  • Ich finde den Text extrem krass. Was für eine absolut schreckliche Praxis, zumal sich die Mütter selbst ans Amt gewandt hatten, um Hilfe (!) zu bekommen.


    Und dann solche Anordnungen aufgrund von Hörensagen (Nachbarn, Ex-Partner etc) zu treffen erscheint mir einfach auch zutiefst unprofessionell.

    #herzKleiner Zwerg 07/14

    #herzMinizwerg 06/17

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  • keine ahnung, was ich davon halten soll. hat sich hier jemand damit beschäftigt?

    Ich habe mich nicht im Großen damit beschäftigt, wundere mich aber nicht. Ich bin schonmal mit einer Bekannten aneinandergeraten, die Kínderschutzbeauftragte ist und mir von einem "ganz ganz krassen Fall" berichtet hat, der mit Argusaugen beobachtet wird, weil eine alleinerziehende Mutter (niedriger sozialer Status) mit ihrem Kindergartensohn im Familienbett schläft. In Ihrer Supervisionsgruppen sind sich angeblich alle einig, dass das auf jeden Fall Symptom einer gestörten Mutter-Kind-Beziehung ist.

  • Ich finde das unfassbar. Es ist auch fernab meiner Realität, weil die Jugendämter, mit denen ich zusammenarbeite (Süddeutschland) alle die Philosophie haben, so lange es irgendwie geht mit ambulanten Hilfen zu arbeiten. Die Tendenz ist da eher gegenläufig, also so, dass teilweise eher zu lange gezögert wird ein Kind aus der Familie zu nehmen, auch wenn das Kind körperlicher Gewalt ausgesetzt ist. Zumal es ja auch eine Kostenfrage ist (was jetzt nüchterner klingt als ich es meine).


    Bei der Schilderung in dem Bericht wird mir eiskalt :(

  • Ich bin fassungslos über diesen Bericht, VivaLaVida


    Das Absurdeste daran ist ja, wie es sowohl Müttern als auch Kindern zur Last gelegt wird und als unnatürlich hingestellt wird, daß sie unter der Trennung leiden. Und daß das die Entscheidung des JA offenbar noch betoniert. Was sind da für emotionslose Gestalten am Werk bei den Ämtern?

  • Ich bin auch erstaunt. Ich beobachte auch, dass Kinder viel zu lange in Familien bleiben, in denen sie massiv vernachlässigt oder misshandelt werden. Außerdem frage ich mich, wie es zu diesen Fällen kam. Wenn ich es richtig verstehe sind das welche, die dem Journalisten gezielt gemeldet wurden, oder? Es ist immer noch schlimm, ja, aber es ist natürlich alles andere als repräsentativ.

    Merkwürdig auch: Wer wendet sich denn ans JA, wenn sie eine Mutter-Kind-Kur will? Das ist doch gar nicht die richtige Anlaufstelle?

  • Ich bin nicht erstaunt. Es belegt das, was ich mit Jugendämtern erlebt und hier verschiedentlich angedeutet habe und von anderen Müttern weiß (mehr dazu z.B. bei Barbara Thieme). Wenn dann noch ein Ex da ist, der die Mutter fertigmachen will und pathologisiert, kann sie schnell die Hölle auf Erden erleben. Super, dass jetzt zumindest einmal die Spitze des Eisbergs an die Öffentlichkeit kommt und da offensichtlich ein Robin Hood sich der Sache angenommen hat. Weil du ja als Betroffene niemals nicht an die Öffentlichkeit gehen darfst, sonst bist du dein Kind ganz schnell los.


    Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.


    Kurt Tucholsky (Schloß Gripsholm)

  • Hier gab es doch neulich die Schilderung einer fragwürdigen Inobhutnahme durchs Jugendamt (allerdings nicht AE und ganz andere Begründung).

    Ich könnte mir vorstellen, dass es beides nebeneinander und zeitgleich gibt - die ungerechtfertigten Eingriffe und Schikanen wie auch viel zu langes Abwarten.


    Wie viel Ermessensspielraum in der Umsetzung papierner Vorgaben haben eigentlich einzelne Sachbearbeiter, Abteilungen, Bereiche?

  • Wer ist Barbara Thieme?


    Ich glaube auch, dass es beides gibt. Und das, was ich hier von der Überlastung der Mitarbeiter*innen mitbekomme, macht Fehler auch nochmal wahrscheinlicher.

  • Also den Wunsch von Mutter und Kind wieder beisammen zu sein als Zeichen einer Störrung zu sehen ist kein Zeichen von Überlastung, das ist was ganz anderes.


    Ich habe das auch schon erlebt, zum Glück nicht beim Jugendamt, aber bei einem Psychater, der ein Problem mit meiner engen Bindung zu meinem Sohn hatte, und auch meine Bindung zu meiner Tochter fanden schon Leute doof, Da wurde mir dann grundsetzlich unterstellt, ich würde mein Kind manipulieren.


    Da kann ich mir schon gut vorstellen, dass solche Leute beim Jugendamt echt Schaden anrichten können.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • es geht hier um mütter.

    das ist wichtig festzustellen.


    Also den Wunsch von Mutter und Kind wieder beisammen zu sein als Zeichen einer Störrung zu sehen ist kein Zeichen von Überlastung, das ist was ganz anderes.

    !!!!!!!!!



    genau so. ich würde das hier in dem zusammenhang noch anbringen.


    https://www.bmjv.de/SharedDocs…SorgeUndUmgangsrecht.html



    nahezu unbeachtet von der öffentlichkeit laufen solche horrordinger ab... also, gezielt flachgehalten.


    würde das durchkommen, würde ich meinen nichten wirklich empfehlen, sich sterilisieren zu lassen, sobald sie geschlechtsreif sind.


    es heißt "patriarchat", nicht "maskulinat", und das aus gutem grund...


    ich bin inzwischen müde und möchte nicht mehr diskutieren und bin einfach froh, dass mein sohn knapp 18 ist und ich jetzt keine weiteren kinder mehr bekomme.

  • ich verstehe nicht, kannst du erläutern? Da steht doch, dass keinem Elternteil das Sorgerecht entzogen werden kann, oder? Das ist doch eigentlich positiv, oder nicht?

    Vielleicht stehe ich auch einfach auf dem Schlauch? Hilf mir runter, bitte!

    Weihnachtskind 2013

    Sternenkind 11/2017

    Sternenkind 08/2019

  • Das Problem ist, dass dies manche getrennte Väter als willkommene Hilge sehen werden, um weiter massiven Einfluss auf die Exfrau zu haben.


    Für vernünftige Eltern ist das eigentlich unproblematisch. Aber leider gibt es halt auch die anderen (und wie ich fürchte, nicht soooo selten).


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Wenn sich die Frau trennt, weil der Kerl n Arsch ist, kann sie nicht das alleinige Sorgerecht bekommen. Auch wenn sich der Arsch nen Scheißdreck um die Kinder kümmert.

    Aber er kann ihr immer noch das Leben schwer machen, weil er für jede Aktion zustimmen muss.


    Ich werd meiner Tochter nahelegen, niemals zu heiraten und bei der Geburt zu sagen, dass sie nicht weiß, wer der Vater ist.


    Edit: Talpa hats etwas vornehmer ausgedrückt.

    Wer nicht zuweilen zu viel und zu weich empfindet, der empfindet gewiss immer zu wenig.
    Jean Paul

    Einmal editiert, zuletzt von Pamela ()