Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • Aber aber, aber... Das schöne, schöne Schriftbild! Das verhunzt doch jeden Text! Wie sieht das aus? Es geht ja wohl zuallererst um Ästhetik! Und Frauen sind doch immer mitgemeint, das wissen die doch längst. Und nun soll Mann sich umgewöhnen? Ist das nicht etwas zu viel verlangt, Ihr Lieb:innen?


    :D

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

  • Das mit den Vorleseprogrammen wusste ich nicht, das finde ich auch ein gutes Argument.


    Ich persönlich habe mich schon an den Stern gewöhnt, ich bin bei der Stadt Hannover angestellt. Der Doppelpunkt wirkt auf mich im Moment noch ungewohnt. Ich denk, es ist nur eine Frage der Gewöhnung.

  • Wir hatten mal vor ein paar Jahren auch eine Diskussion, wie wir das bei der Arbeit auf der Website umsetzen, und da wurde erklärt, dass das Binnen-I ja nur Männer und Frauen einschließt und somit alle LGBTQ ausgeschlossen sind. Das gender gap, also der Unterstrich, schließt alle ein, wirkte aber auf einige ausgrenzend, da gap=Lücke ja etwas negatives sei. Das * wäre da besser, aber hatte das hier schon angesprochene Problem, dass es sich nicht mit der barrierefreien Website verbinden lässt, wegen der Leseprogramme, die das nicht verarbeiten können. Wie die Diskussion dann ausgegangen ist, weiß ich nicht, ich war nur als Vertretung einmal dabei. Für mich sieht der : irgendwie im Schriftbild harmonischer aus, den hatten wir damals, aus welchen Gründen auch immer aber gar nicht angesprochen.

  • Ich verstehe gerade nicht warum das Binnen-I LGBTQ ausschließt. Homosexuelle sind männlich oder weiblich. Transsexuelle ordnen sich auch einem Geschlecht zu, sind also auch inbegriffen.

  • Ich verstehe gerade nicht warum das Binnen-I LGBTQ ausschließt. Homosexuelle sind männlich oder weiblich. Transsexuelle ordnen sich auch einem Geschlecht zu, sind also auch inbegriffen.

    Inter und queere Menschen aber nicht unbedingt.

    And we're still here
    All together and all alone
    Consumed with fear
    That one day we'll discover
    How empty we've become

  • Ich verstehe gerade nicht warum das Binnen-I LGBTQ ausschließt. Homosexuelle sind männlich oder weiblich. Transsexuelle ordnen sich auch einem Geschlecht zu, sind also auch inbegriffen.

    Inter und queere Menschen aber nicht unbedingt.

    genau, es geht da wohl eher um die geschlechtliche Identität als um sexuelle Präferenzen

  • Ich ecke vermutlich jetzt an, aber durch den stetigen Wandel von Innen zu _Innen zu *innen habe ich ein Gefühl des Unpassenden. Ich fühle mich nicht angesprochen. Bei jedem Mal wo ich SuS in Schulthreads lese kräuseln sich alle Zehennägel (und muss des lateinischen wegen an Schweine denken). Und frage mich nach der Ursache. Ist das Macht der Gewohnheit? Der häufige Wechsel der korrekten Form? Oder das Gefühl, dass das Pferd von hinten aufgezäumt wird, also Diskriminierung zunächst an anderer Stelle beendet werden sollte denn im Schriftbild? Ich ertappe mich immer wieder dabei dass ich denke, dass es im Englischen ja so einfach ist, da ja keine männlichen und weiblichen Formen von z.B. Schülern existieren. Und bemitleide die Franzosen, da in deren Sprache selbst beim Schreiben in der Ich-Form Adjektive männlich oder weiblich sind - wie wird es da eigentlich bei Intersexuellen gehandhabt?

  • Tja, und wie sprecht Ihr gendergerecht?


    In der Schriftsprache ein Sternchen zu setzen, ist das eine. Aber was mache ich nun im Radio? Die gesprochene Pause kommt mir im Moment noch schwer über die Lippen. Eine einheitliche Sprachvorgabe gibt es zumindest bei uns im Funk noch nicht. Gut möglich, dass das eine reine Gewöhnungssache ist, aber im Moment bin ich da noch ratlos und rette mich wie schon immer mit "Schülerinnen und Schüler" z.B., was aber in manchen Zusammenhängen Wortmonster ergibt.

  • Hat hier jemand zufällig eine Website parat, die das mit dem Doppelpunkt zusammenfasst? Wir beginnen auf der Arbeit gerade, die Richtlinien mal wieder auf Stand zu bringen und ich darf Vorüberlegungen anstellen. Der Doppelpunkt ist mir jetzt relativ neu...

  • Hui, den Doppelpunkt finde ich sehr sexy. Im Moment benutze ich das Sternchen, aber ich glaube, ich möchte zum Doppelpunkt wechseln. Danke dafür!

    Wenn ich spreche, bekomme ich die Pause meist hin, ich höre sie aber auch in meinem Fortbildungsalltag sehr oft, gerade aus dem Munde von Universitätsmitarbeiter:innen. Manchmal entflutscht sie mir, aber dann wird es halt die weibliche Form. Da ich in früheren Jahren so oft die männliche benutzt habe, ist das dann eben ausgleichende Gerechtigkeit :-)


    lg roma

    Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat - Kurt Tucholsky

  • Ich ecke vermutlich jetzt an, aber durch den stetigen Wandel von Innen zu _Innen zu *innen habe ich ein Gefühl des Unpassenden. Ich fühle mich nicht angesprochen. Bei jedem Mal wo ich SuS in Schulthreads lese kräuseln sich alle Zehennägel (und muss des lateinischen wegen an Schweine denken). Und frage mich nach der Ursache. Ist das Macht der Gewohnheit? Der häufige Wechsel der korrekten Form? Oder das Gefühl, dass das Pferd von hinten aufgezäumt wird, also Diskriminierung zunächst an anderer Stelle beendet werden sollte denn im Schriftbild? Ich ertappe mich immer wieder dabei dass ich denke, dass es im Englischen ja so einfach ist, da ja keine männlichen und weiblichen Formen von z.B. Schülern existieren. Und bemitleide die Franzosen, da in deren Sprache selbst beim Schreiben in der Ich-Form Adjektive männlich oder weiblich sind - wie wird es da eigentlich bei Intersexuellen gehandhabt?

    Die Fragen kannst du vermutlich nur selbst beantworten :)

    Mir geht es umgekehrt. Ich finde es total befremdlich, wenn ich "Schüler" und "Lehrer"(Pl.) lese.

    Von hinten aufgezäumt finde ich da nichts. Die Macht der Sprache wird immer noch viel zu oft unterschätzt.

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    "Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut." Carolin Emcke


    save me

  • Ich ecke vermutlich jetzt an, aber durch den stetigen Wandel von Innen zu _Innen zu *innen habe ich ein Gefühl des Unpassenden. Ich fühle mich nicht angesprochen. Bei jedem Mal wo ich SuS in Schulthreads lese kräuseln sich alle Zehennägel (und muss des lateinischen wegen an Schweine denken). Und frage mich nach der Ursache. Ist das Macht der Gewohnheit? Der häufige Wechsel der korrekten Form? Oder das Gefühl, dass das Pferd von hinten aufgezäumt wird, also Diskriminierung zunächst an anderer Stelle beendet werden sollte denn im Schriftbild? Ich ertappe mich immer wieder dabei dass ich denke, dass es im Englischen ja so einfach ist, da ja keine männlichen und weiblichen Formen von z.B. Schülern existieren. Und bemitleide die Franzosen, da in deren Sprache selbst beim Schreiben in der Ich-Form Adjektive männlich oder weiblich sind - wie wird es da eigentlich bei Intersexuellen gehandhabt?

    Die Fragen kannst du vermutlich nur selbst beantworten :)

    Mir geht es umgekehrt. Ich finde es total befremdlich, wenn ich "Schüler" und "Lehrer"(Pl.) lese.

    Von hinten aufgezäumt finde ich da nichts. Die Macht der Sprache wird immer noch viel zu oft unterschätzt.

    Vielleicht ist es wirklich schlicht Gewohnheit aus Kindheit. Aber beim Sprechen, sagst Du da immer Lehrerinnen und Lehrer?

    Und mit dem Aufzäumen meine ich z.B. dass es in Punkto Formulare, Umkleiden, Toiletten noch deutlich mehr Handlungsbedarf gibt, auf Inter- und Transmenschen einzugehen. Wenn sich allein und als erstes die Sprache anpasst, hat das in meinen Augen etwas von leeren Worthülsen, ohne auf tagtägliche praktische Hindernisse einzugehen.

  • Aber es ist ein Baustein. Klar würde ich mir wünschen, dass geschlechtsangleichende OPs an inter Kindern verboten werden, dass endlich das blöde Transsexuellengesetz überarbeitet wird, etc. Aber sowas dauert nunmal, da kann man ruhig mit der Sprache schonmal anfangen.


    (Überhaupt geht es ja erstmal darum, das generische Maskulin durch inklusivere Bezeichnungen zu ersetzen, also dass Frauen nicht nur mitgemeint sind. Das funktioniert nämlich nachgewiesenermaßen nicht.)