Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • Wir haben eben Karate Kid geschaut. Die "neue" Verfilmung mit dem Sohn von Will Smith.

    Meine Tochter ist überzeugt davon, dass das ein Mädchen ist. Mein Mittlerer führte dann an, dass das Kind sich ja in ein Mädchen verliebt und deshalb ein Junge sein muss. (Und außerdem nennt seine Mutter ihn "Sohn")

    Ist meiner Tochter egal. Für sie ist das Kind im Film ein Mädchen - Basta.

  • Ich bräuchte mal eure Hilfe: vor einiger Zeit wurde hier mal ein Video verlinkt, wo Kinder aus der Schweiz (?) Menschen malen sollten, die bei der Feuerwehr, Polizei und als Pilot:in arbeiten. Alle bis auf ein Mädchen haben Männer gemalt und am Ende kamen dann drei in diesen Berufen arbeitende Frauen.

    Ich würde es gerne morgen im Unterricht zeigen, aber ich finde es einfach nicht! Hat zufällig jemand den Link für mich?

  • Ich glaube nicht, lege meine Hand dafür aber nicht ins Feue. Ich weiß nur noch, dass es hier in den Kommentaren auch darum ging, wie die zu zeichnenden Berufe angesagt wurden.

  • Den Test gab es ursprünglich auch in einem englischsprachigen Land - aber an dem Schweizer Beispiel ist halt bestechend, dass es wirklich neutral angesagt wird: Die Lehrerin spricht klar von "einer Person, die...".


    Liebe Grüsse


    Talpa

    PS: Schweizer Lehrpersonen sprechen in echt übrigens nicht immer so langsam. Das ist nur das Durchschnittstempo für eine städtische Primarschulklasse, in der die Hälfte der Kinder nicht deutscher Muttersprache ist und Anweisungen deshalb in diesem etwas gewöhnungsbedürftigen Tempo vorgegeben werden. Ich spreche manchmal auch so und muss über mich selber kichern...

  • Heute beim Kinder- und Jugendkonzert der Stadtkapelle:

    • Alle Mädchen der Musik-Kids (3 bis 6 Jahre) waren als Hexen, alle Jungs als Feuerwehrmänner gekleidet.
    • "Wir danken allen Helfern an der Kuchentheke..." (ausnahmslos Frauen)
    • Und dann gab es einen "Rap-Battle" mit dem Titel "Jungs gegen Mädchen, Mädchen gegen Jungs" - inhaltlich ein Klischee nach dem andern - und ganz viele Kinder im Publikum haben das mitgegrölt, den ganzen Text auswendig! Und die Mütter alle so begeistert und verständnislos, daß ich das nicht toll fand: "Wieso denn? Die Mädels kontern doch, die lassen sich nichts sagen, die sind halt emanzipiert, ohne verbissen zu sein..."
  • "Conny verdient 21% weniger"


    Zitat

    Lea Weber, 23, studiert an der Goethe-Universität in Frankfurt Germanistik und Kunst. Für ihre Abschlussarbeit im Fach „Kunst/ neue Medien und kulturelle Bildung“ hat sie die beliebte Kinderbuch-Figur Conni erwachsen werden lassen – und das Gender-Pay-Gap thematisiert. Wir haben mit ihr darüber gesprochen.


    https://www.jetzt.de/job/die-b…igur-conni-wird-erwachsen

  • Hallo,


    • Und dann gab es einen "Rap-Battle" mit dem Titel "Jungs gegen Mädchen, Mädchen gegen Jungs" - inhaltlich ein Klischee nach dem andern - und ganz viele Kinder im Publikum haben das mitgegrölt, den ganzen Text auswendig! Und die Mütter alle so begeistert und verständnislos, daß ich das nicht toll fand: "Wieso denn? Die Mädels kontern doch, die lassen sich nichts sagen, die sind halt emanzipiert, ohne verbissen zu sein..."


    Ist das das aus Bibi und Tina? Das lieben unsre Hortkinder nun auch schon in der X. Generation... #eek#heul#angst


    Ich kann es so gar nicht leiden, Soviel ich weiß gibt´s am Ende der CD noch ein Lied, in dem es drum geht, daß daß man doch zusammenhalten müsse, aber ich denke, so "fetzig" vorgebracht, bleiben vermutlich doch die Klischees eher hängen...

  • Heute beim Kinder- und Jugendkonzert der Stadtkapelle:

    • [...]
    • Und dann gab es einen "Rap-Battle" mit dem Titel "Jungs gegen Mädchen, Mädchen gegen Jungs" - inhaltlich ein Klischee nach dem andern - und ganz viele Kinder im Publikum haben das mitgegrölt, den ganzen Text auswendig! Und die Mütter alle so begeistert und verständnislos, daß ich das nicht toll fand: "Wieso denn? Die Mädels kontern doch, die lassen sich nichts sagen, die sind halt emanzipiert, ohne verbissen zu sein..."

    Das ist bestimmt das Lied aus “Bibi und Tina - Mädchen gegen Jungs“. Deshalb kannten das alle. Da hatten wir schon engagierte Diskussionen im Freundeskreis, ob das ein sexistischer Kackscheiß-Film ist oder ob er superprima ist. Ich finde, ein Kassenschlager-Film mit Mädchen in den Hauptrollen, den haufenweise neunjährige Jungs kennen und lieben, muss zwangsläufig auch feministisch sein. (Nur deshalb lieben wir Bibi und Tina und können das Lied auswendig. #pfeif)


    Edit: Im Kontext des Films ergibt das Lied irgendwie auch Sinn und man merkt, dass die darin enthaltene Aufzählung von Klischees nur der Kunst dient und nicht der Wahrheit entspricht.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (08/2004) und Sohn (09/2015)

  • Ergänzung, weil Editieren nicht mehr geht: Bibi und Tina sind neben Pippi Langstrumpf und Grundgesetz-Girl aus der Sendung mit der Maus die einzigen Superhelden, die mein Vierjähriger kennt. Also das ist feministisch, ganz sicher. #ja

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (08/2004) und Sohn (09/2015)

  • Hallo,

    Edit: Im Kontext des Films ergibt das Lied irgendwie auch Sinn und man merkt, dass die darin enthaltene Aufzählung von Klischees nur der Kunst dient und nicht der Wahrheit entspricht.


    Ja, ich weiß (auch wenn ich den film nicht kenne). Trotzdem fürchte ich, daß immer wieder mit viel Inbrungst gesungen gesungen doch eher die Kischees hängenbleiben ...


    (Immerhin mögen "meine" auf Arbeit grad mitten im Winter "Das ist der letzte Sommer"... nicht das von Y-titty, sondern auch von Bibi und Tina, das finde ich deutlich angenehmer auszuhalten)

  • Auch wenn Ihr schon wieder ganz woanders seid ...

    Mir hat immer der Vorschlag von Luise F. Pusch gefallen, den sie schon in den 90er Jahren gemacht hat: Einfach immer den neutralen Artikel verwenden, wenn das Geschlecht der Person nicht bekannt ist - also das Bäcker, das Professor, das Lehrer. Sobald ein eindeutiges Geschlecht bekannt ist, einfach den passenden Artikel nutzen: die Bäcker, die Professor, der Lehrer etc.

    Daran könnte ich mich jedenfalls recht fix gewöhnen.


    (Ich erinnere mich, wie ich den entsprechenden Essay von L.F. Pusch damals meinem Vater zu lesen gab, weil ich ihn so interessant fand - überhaupt Feministische Linguistik. Ich dachte wirklich, er würde das ebenfalls interessant finden. Haha. Falsch gedacht. Für ihn alles Unsinn.)


    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Ja, ich weiß (auch wenn ich den film nicht kenne). Trotzdem fürchte ich, daß immer wieder mit viel Inbrungst gesungen gesungen doch eher die Kischees hängenbleiben ...

    Das wird leider so sein. Blöd ist das. Und die Reaktionen der Leute, die Casa beschreibt, lassen leider nichts Gutes erahnen. Trotzdem, Millionen kleiner Jungen kennen und lieben Bibi und Tina. Und leider muss man allein das schon zu schätzen wissen. Vorher ging es ja schon darum, dass in der Regel Jungen nur männliche Protagonisten zur Verfügung stehen.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (08/2004) und Sohn (09/2015)

  • Re gemischte Gruppen: eine schöne Lösung für alle Fälle ist mir noch nicht begegnet. Teilweise akzeptiere ich sprachfluss vor eindeutigkeit. Aber wenn es den nicht stört oder minimal umgelenkt, erwarte ich ein bisschen mühe. Gerade in einem technischen Beruf mit oft mir als einziger Frau ist das oft einfach wichtig. Sonst lande ich mit Pech in einer umkleide mit nur Männern oder sogar in einem Hotelzimmer


    Der doppelpunkt wirkt ganz gut, mal sehen, ob er sich durchsetzt.

  • zum Thema Schreibweise:

    Vielen Dank für die vielen Denkanstösse von eurer Seite.


    Manchmal denke ich, es wäre schon viel gewonnen, wenn sich Frauen konsequent selbst mit der weiblichen Form bezeichnen würden. Ich bin Mitarbeiterin, Kollegin, Pfadfinderin, etc.

    Im Singular. Wenn ich über mich schreibe oder rede.

    Da finde ich es sehr befremdlich, wenn Frauen von sich selbst in der männlichen Form sprechen.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)


    #NazisRaus #BOohneRechts

  • Hab ich früher auch immer gemacht, und zwar sogar mit Drübernachdenken und Begründung: Ich fand zwei Formen doof, weil das sowas Trennendes hatte. Als würde ein Lehrer was grundsätzlich anderes machen als eine Lehrerin.


    Da bin ich mittlerweile von ab. ;)

    Obwohl ich ein Wort für alle immer noch gut fänd. Bloß eben ein geschlechtsneutrales.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?