Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • Auch wenn man es umdrehen kann. Mich ärgert trotzdem, dass es so dasteht.

    EhepartnerIn 1 und 2 wäre doch völlig ausreichend.


    Auch im Hinblick auf gleichgeschlechtliche Ehen.


    Wir waren einmal als Familie im pauschalurlaub.

    Mit Flug, hotel usw.


    Ich habe das alles gebucht, ich habe meine Daten angegeben. Mann und Kinder als mitreisende natürlich angeben müssen.


    Und dann kommen die Reiseunterlagen adressiert an meinen mann. #confused

  • gaagii Das hört sich eindeutig nach Diskriminierung an. Dagegen kann man doch vorgehen!!

    Klar, könnte man, aber will man die Person wirklich als Vermieter haben? Da ist ja vorprogrammiert, dass egal was frau als Hausmeisterin macht nicht gut genug ist....

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    Wenn ich mir einen Krankenwagen im Ballettröckchen tätowieren lasse, habe ich Tatütatatütütattoo! #blume
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  • Ihr könnt das einfach ignorieren. Ich mache bei uns die Erklärung und stehe an erster Stelle bei Ehegatte. Das hat noch nie jemand bemängelt.

    ha. doch, bei uns war ALLES durcheinander. Weil ich nämlich den automatischen Belegabruf eingerichtet habe.. und da wird sortiert nach "Steuerpflichtiger" und dann "Ehepartner" oder so.. also es ist nicht ersichtlich, wo die Frau und wo der Mann reinsoll.. Und plötzlich hieß dann mein Mann wie ich und hatte mein Geburtsdatum. Name ging zu ändern, dann hießen wir beide gleich.. Geburtsdatum lies sich aber (im Wiso) 0,0 ändern. ich habe mehrmals gelöscht.. mir ist das nur aufgefallen, weil am Ende irgendeine Zahl komisch war.

    Achso, er hatte nicht nur meinen Namen, er hatte auch meine ganzen Belege/Einkommen unter seinem Namen.. Also irgendwo ist da ein riesen Bug..

    Ich hab dann nochmal von vorne angefangen, mich aber auch tierisch über dieses "IMMER der Mann ist der Steuerpflichtige" geärgert. Aus Gründen mach das von jeher ich hier..

  • keine Ahnung, ne Zeitlang war es günstiger nicht zusammen veranlagt zu werden bzw. Gab es ja be Zeit vor der Heirat. Das checkt das Programm doch erst am Ende? Ich nutze die Software der akademischen Gesellschaft oder so ähnlich.

    Die Formulare sind doch völlig identisch bei zwei Berufstätigen.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • gaagii Das hört sich eindeutig nach Diskriminierung an. Dagegen kann man doch vorgehen!!

    Klar, könnte man, aber will man die Person wirklich als Vermieter haben? Da ist ja vorprogrammiert, dass egal was frau als Hausmeisterin macht nicht gut genug ist....

    Ich würde daraufhin in jedem Fall etwas Passendes antworten: "Oh, diese "Hausmeistertätigkeiten" meinten sie! Diese, für die man einen Penis braucht. Verzeihung. ich hatte gar nicht begriffen, dass es hier um eine Sexdienstleistung geht."

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Auch wenn man es umdrehen kann. Mich ärgert trotzdem, dass es so dasteht.

    EhepartnerIn 1 und 2 wäre doch völlig ausreichend.

    Genau das. Ich verstehe nicht, warum das nicht schon längst geändert wurde.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Ich freue mich heute mal, über eine Stellenanzeige, gesehen bei LinkedIn. Gepostet von der Head of HR des Fraunhofer IAIS:


    https://www.linkedin.com/feed/…ivity:6691758865190543362


    So muss das gemacht werden, es geht um die Haltung und nicht um (m, w, d).



    "Recruiting: objektiv und schnell

    Bereits in den Stellenausschreibungen wird Wissenschaftlerinnen über die Bildsprache gezeigt, dass sie am Fraunhofer IAIS richtig sind. Im Recruiting selber sind alle Entscheider*innen durch Trainings im Umgang mit unbewussten Vorannahmen geschult. Zusätzlich werden systematisch valide, verlässliche und kalibrierte Verfahren eingesetzt, die die oft auftretenden Benachteiligungen für Frauen verhindern. Gleichzeitig ist der Kontakt zu den Bewerbenden eng, um mögliche Vorbehalte und Ängste zu überwinden. In der Folge bewerben sich auch jene, die es sich zunächst nicht zugetraut hätten – nicht selten sind dies die späteren Champions im Feld."


    " Die Einstellungsquote von Wissenschaftlerinnen hat sich am Fraunhofer IAIS innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt. Das ist für ein Forschungsinstitut, in dem hauptsächlich KI-Spezialist*innen, Data Scientists und Informatiker*innen arbeiten, sehr beachtlich – der Frauenanteil unter diesen Studienabschlüssen ist mit durchschnittlich 17 Prozent gering. Im Jahr 2019 waren am Fraunhofer IAIS 51 Prozent der Eingestellten weiblich. Insgesamt hat das Institut einen Frauenanteil von 27 Prozent."


    Quelle: https://www.iais.fraunhofer.de…seinformation-191113.html

  • Echt, nur 17 %? Das ist krass. Wie kommt das?

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Das sind die Folgen davon, dass Mädchen in Mathe nur Deko sind! #sauer


    Mein Patenkind studiert ein MINT-Fach und hat sich diese Rollenbilder/Vorurteile Charakterbedingt leider immer enorm angezogen. Was ich da an Aufklärungsarbeit geleistet habe, die dutzend Jahre, bzw. noch länger - quasi seit Kindergarten, geht auf keine Kuhhaut. Sie geht ihren Weg, aber immer mit einem Grundgefühl von "eigentlich kann ich das ja nicht gern machen oder können". Und ja, weil sie ein Mädchen ist! #yoga Ihre Verwunderung darüber, dass sie gerne Mathe macht, das zögerliche Glauben, dass sie das auch kann.....seit Grundschule.....

    Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht!


    Aber es hilft ungemein, wenn man ihm im Rahmen seiner Möglichkeiten Wasser gibt, ab und an etwas Dünger und gute Erde zur Verfügung stellt und ihm Schatten spendet wo die Sonne zu stark scheint


  • Zu den Gründen hab ich mal einen total spannenden Vortrag von Prof. Susanne Ihsen gehört, da gibt es zahlreiche Gründe. Zum Beispiel brechen Studentinnen häufiger das Studium ab, weil die ersten Semester sehr theorielastig sind und sie keinen Sinn / Mehrwert für die Gesellschaft darin sehen können oder weil durch die stark ausgeprägte männliche Kultur Menschen herausgefiltert werden, die da nicht reinpassen und als Störfaktor wahrgenommen werden.


    Susanne Ihsen hat eine Toolbox entwickelt, dass ist vielleicht für die Lehrerinnen hier interessant : https://www.google.com/url?sa=…Vaw2tewWOKtxQQV9R0iMA9ctp


    Ich finde auch, dass die bildsprache in der Stellenanzeige ganz klar zeigt, was dazu führen kann, ob sich Frauen oder Männer angesprochen fühlen.


    Wenn ich z. B. einen Lego-Robotik- Kurs in der Schule bewerbe mit:


    - komm zu uns: coole Roboter bauen und kämpfen lassen, knacke geschwindigkeitsrekorde mit deinem selbstfahrenden auto


    Oder


    - komm zu uns und bau einen Futterautomaten für deine Katze, lerne programmieren mit Anna und elsa, finde heraus, wie Roboter die Welt für Menschen besser machen


    Wie wird sich das darauf auswirken, wer in den Kurs kommt?

  • Die Klassenlehrerin meines Drittklässlers sagte zum Halbjahresgespräch, dass es besonders hervorzuheben sei, dass mein Kind mit Mädchen zusammenarbeite - was ja nicht selbstverständlich sei. (Mein Sohn spielt sogar in seiner Freizeit mit Mädchen...)

    Und die Mutter der Klassenkameradin bekam zu hören, dass sie sich keine Sorgen machen solle, die meisten Mädchen seien in Mathe schlecht 🤢


    Immerhin geht sie jetzt in Pension.

  • Ich hatte Informatik im Nebenfach und saß daher in den ersten Semestern in den normalen, wohlgemerkt riesigen Informatikvorlesungen. im Irish Pub (so nach 2-3 Monaten Uni) wurden meine Freundin und ich dann mal relativ plump von ner Jungsgruppe angemacht, die fest davon überzeugt waren, dass wir doch Informatik studieren würden. Uns würden doch alle ihre Kumpels kennen - wir säßen meistens vorne rechts in der Vorlesung (mussten wir tatsächlich, da die Brille von ner Freundin nicht richtig eingestellt war...). Dieses Exponiertsein kostet zusätzlich Kraft - ich habe erst Jahre nach dem Studium angefangen Kleider oder („kurze“) Röcke zu tragen, während des Studiums habe ich fast ausschließlich lange Hosen und ab und zu einen bodenlangen Rock getragen. Ist mir erst danach so richtig aufgefallen, was ich alles gemacht habe um dem dauernden Angebaggertwerden zu entgehen. Als Single war es noch schlimmer - ich konnte immerhin den Freund erwähnen, den ich am WE wieder sehe, das wurde eher akzeptiert #eek#kreischen!!

  • konnte immerhin den Freund erwähnen, den ich am WE wieder sehe, das wurde eher akzeptiert #eek

    Was einfach bodenlos unverschämt ist. Frau als Besitz eines anderen - ok, lassen wir sie in Ruhe. Frau kommuniziert "nein" zählt kaum.

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Kalliope Genau. Das.

    Aber ganz ehrlich: mir ist das damals gar nicht so richtig klar gewesen. Ich fand das zwar irgendwie doof, aber hätte es nie so deutlich in Worte fassen können. Dabei hätte ich mich auch damals als emanzipierte und informierte Frau bezeichnet (war ich wohl auch vergleichsweise).

  • konnte immerhin den Freund erwähnen, den ich am WE wieder sehe, das wurde eher akzeptiert #eek

    Was einfach bodenlos unverschämt ist. Frau als Besitz eines anderen - ok, lassen wir sie in Ruhe. Frau kommuniziert "nein" zählt kaum.

    Selbst Meine 15-jährige Tochter hat das längst verinnerlicht. Sie entgegnet den Anmachen, denen sie sehr regelmäßig ausgesetzt ist, grundsätzlich mit “Ich hab schon einen Freund.“ Das ist das Einzige, was hilft, sonst lassen die Männer nicht locker. Außerdem meint sie, sie sei lieber mit ihrem Freund unterwegs, weil sie da nicht (blöd) angemacht würde. Ätzend. Es ist in den letzten fünfundzwanzig Jahren, seit ich 15 war, kein bisschen besser geworden. Es tröstet mich allerdings, dass sie die Mechanismen und die Frauenfeindlichkeit darin souverän erkennt, das konnte ich damals nicht.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (08/2004) und Sohn (09/2015)

  • mir ist ja neulich was passiert, was mir seit Jahren nicht mehr passiert und generell eigentlich eher selten vorkam: ich wurde angemacht an helllichtem Tag nachmittags um 15h auf dem weg zum einkaufen. ein schätzungsweise ca. 35-50jähriger Mann sprach mich an, er hätte mich gesehen, fände mich interessant und wolle einen Kaffee mit mir trinken. Ich hab freundlich gelächelt und gesagt: nein, danke. und bin weiter gelaufen, er neben mir, hat weitergeredet vom Kaffee. Ich hab nochmals gesagt, dass ich kein Interesse hätte. Seine Frage war dann: ja bist Du denn vergeben?

    also offensichtlich hatte mein nein überhaupt keine Legitimation und stiess auf Unverständnis. Es reichte nicht. Die einzige Erklärung, die er sich vorstellen konnte, warum ich nein sagen würde, wäre, dass ich vergeben bin.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7