Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • casa , mit Deiner Familie würd ich gern mal Urlaub machen. Wir sind auch immer die letzten am Badesee oder am Strand und noch ein Eis vorm Schlafengehen gibt's hier durchaus auch mal... ;)

    Meine Große und ich haben, als die zwei Kleinen mit meinem Mann in Urlaub waren, Mousse au chocolat gefrühstückt (und das nicht nur einmal) #freu. Und weil wir nur zu zweit waren, haben wir uns abends noch dreimal in dieser Woche das teure Ben&Jerrys in rauen Mengen gegönnt und frivolerweise auch noch im Bett liegend und Netflix guckend gefuttert #pfeif. (Gesund geht anders, ich weiß :D.)

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • die.lumme Was ich in deinem Bericht nicht ganz rauslesen konnte: Ist das dein Eindruck oder hat die Mutter sich geärgert?

    Ja, sie hat sich massiv geärgert. Aber der Mann ist wie Teflon. Schon immer. Letztendlich ist das ja auch eine sehr gute und gesunde Einstellung, Den bringt nämlich nichts aus seinem seelischen Gleichgewicht oder über seine Grenzen.

    Sie hat sich schnell gefangen und sich den Tag nicht verderben lassen.

    Mir hängen solche Sachen aber immer sehr nach.


    Und dann fallen mir die ganzen anderen Beispiele aus der eigenen Familie und von Freundinnen ein... und frage mich, was man besser machen könnte. Frau und Mann.

  • Ich glaube, bei uns klappt es gut, weil wir mit "vertauschten" Rollen angefangen haben, aber trotzdem die ansozialisierten Rollen in uns drin sind. Mein Mann ist qua persönlicher Aufteilung verantwortlich, ich qua Sozialisation. Das läuft ganz gut.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

  • Mir hilft, zu wissen, daß und wie wir jeweils sozialisiert sind. Und daß wir beide bereit sind, unsere Konditionierungen wahrzunehmen und, wenn möglich, aufzulösen. Und zu wissen, daß das nicht einfach ist und nicht von heute auf morgen geht, also beide auch nachsichtig mit uns selbst und miteinander zu sein. Und ganz wichtig: im Gespräch miteinander bleiben.


    Es gibt ja diesen Ausdruck "als Eltern an einem Strang ziehen" und das wird häufig so verstanden, daß beide Elternteile den Kindern gegenüber eine bestimmte Haltung vertreten und dieselben Regeln durchsetzen. Also zum Beispiel nicht mehr als ein Eis am Tag, kein Haribo nach 17 Uhr, Schlafenszeit um 19 Uhr. Und wenn ein Elternteil eine solche Abmachung nicht einhält, fällt er oder sie damit dem anderen Part in den Rücken.


    Bei uns heißt aber "an einem Strang ziehen", daß wir davon ausgehen, wir Eltern sind ein Team, d.h. hier macht niemand irgendwas, um einem anderen zu schaden. Auch nicht aus Rücksichtslosigkeit. Wir wissen sicher voneinander, daß wir uns um Achtsamkeit bemühen und einander nur das Beste wollen. Das als Grundlage. An diesem Strang ziehen wir beide.

    Innerhalb dieses Teams sind wir aber unterschiedliche Persönlichkeiten und als Frau / als Mann sozialisiert worden, wir haben andere Stärken und Schwächen und Tagesbefindlichkeiten und erlauben oder verwehren den Kindern verschiedene Dinge.


    Die Kinder wissen das und nutzen das. Sie nutzen es nicht aus, aber sie nutzen es für sich. Sie wissen ganz genau, zu wem von uns Erwachsenen sie gehen müssen, wenn sie dies oder jenes tun oder haben wollen. Die allermeisten Regeln sind verhandelbar, je nach Situation.


    "Sei konsequent im wohlverstandenen Sinn" wie bei Kloeters.


    Und das finden wir gut so. Es ist kein Gegeneinander-Ausspielen, sondern ein Ergänzen. Und so ziehen wir mit verschiedenen Kräften an dem einen Strang, eine glückliche Familie sein zu wollen und uns Gutes zu tun.


    Klappt nicht immer natürlich, wir haben auch unsere Baustellen. Aber grundsätzlich fühlen wir uns beide respektiert und geliebt und wissen, daß wir jederzeit miteinander sprechen können, wenn einer von uns beiden mit etwas unzufrieden ist, und daß wir beide dann nach Lösungen suchen.


    Wir müssen nicht absolut gleich ticken. Aber wir müssen über diese Unterschiede sprechen können und aufeinander achten.

  • Nicht ganz ernstzunehmen, aber ein bißchen schon ;).


    Frau kocht

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    Mann kocht:

  • Fuer mich besteht ein Unterschied, ob man eine Routine hat oder ob man einem Zeitplan folgt. Ich habe manchmal das Gefuehl, dass das zT vermischt wird. Routine heisst, dass es einen Abfolge gibt, die aber nicht unbedingt zeitlich gebunden ist. Ich bin da eher pro Routine, und wenn es abends mal so wunderschön am See ist, oder das Buch gerade so spannend ist, oder die Party bei Freunden so nett, dass man bis Mitternacht mit den Kindern dort ist, dann verschiebt sich die Bettgehzeit eben mal. Ja, am nächsten Tag sind die Kinder und vielleicht auch man selbst etwas muede und verknarzt, aber auch damit kann man umgehen lernen. Ausserdem fand ich, dass dann an dem nächsten Abend wir zu allermeist friedlich und frueher zu Bett gegangen sind.


    ABER - ich merke natuerlich auch, dass mancher Mensch sich schwerer damit tut, wenn der Tageszeitablauf durcheinander gerät. Und da muss man als Familie gucken, was passt, was geht, ist mir der Abend am Strand es wert, dass am nächsten Tag der Haussegen vielleicht etwas schiefer hängen wird.


    Welcher Weg gewählt wird, das ist auch mal wieder von den eigenen Erfahrungen, Kultur und Gesellschaft geprägt. In unserer jetztigen Gegend höre ich so oft Erstaunen, dass meine Kinder mitunter erst sehr spät ins Bett gehen, nicht immer, aber halt nicht die hier üblichen 19.30h. Oder Alternativ wird gesagt, dass die Kinder sehr spät ins Bett gehen (20.30). Oder wie oft wurde in der CoronaZeit uns Eltern gratuliert, dass wir Struktur zu Hause und Routine aufrecht erhalten haben. Wie oft gab es Erstaunen, dass man die Aufgaben auch nachmittags oder am Wochenende machen kann. Klar, sind nicht alle so, aber es waren doch sehr viele Stimmen so. zT bekommt Schule damit auch indirekt einen richtig hohen Stellenwert.


    Ich erinnere mich auch an meine eigene Kindheit mit strikter Bettgehzeit. Mein Mann hingegen erinnert sich hauptsächlich daran irgendwann abends muede in einer Ecke eingeschlafen zu sein, mitten aus dem Toben heraus. Andere Familie, andere Kultur. Wer weiss das schon so genau. Aber jetzt sind wir beide Eltern, und ich uebe mich im Loslassen und er übt sich im Routinen einhalten. Manchmal macht er mich Wahnsinnig, manchmal ich ihn. Und dann holen wir beide Luft und versuchen die Perspektive des anderen zu sehen. Und damit bin ich dann bei casa mein Mann und ich sind verschieden, haben verschiedene Meinungen, es gibt Dinge, da werden wir NIE einer Meinung sein. Unsere Kinder wissen das auch und muessen lernen damit umzugehen, dass auch Eltern verschiedener Meinung sein koennen.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Ich mache gerade eine sehr schöne Erfahrung.

    Mein Viertling war vier Jahre in einer Kindergartengruppe, in der ungeschriebenes Gesetz war, dass Jungs nicht mit Mädchen spielen. Und auch nicht mit "deren" Spielzeug.

    Kein Mensch weiß, wer diese Regeln aufgestellt hat, vermutlich werden sie auch in 20 Jahren noch in dieser Gruppe gelten, weil der Durchschnittszweijährige sich dem eben normalerweise anpasst, um Teil des Rudels zu sein, und dann da reinwächst. Solange da keine Erzieher:innen mit Karacho gegensteuern (und dazu ist man hier einfach zu gern konservativ), wird das so bleiben.


    Nun ja. Mein Kind befand sich auf dem Stand: Was Mama auch sagt - es ist trotzdem üblich, dass Jungs mit Jungs und Mädchen mit Mädchen spielen.

    Ferien mit zwei Rabentreffen und eine Einschulung später sind die besten Kumpels zwei Mädchen. "S und P und ich sind ein Nestschaukelteam, weil wir am höchsten schaukeln, so hoch, dass die Nestschaukel abhebt wie ein Ufo. Dann sind wir Aliens."

    Offenbar sind solche Strukturen dann doch leichter zu durchbrechen als ich dachte.


    Ein anderes schönes Beispiel habe ich gestern im Kino gesehen. Ihr kennt das Gesetz amerikanischer Filme: Der Held muss die Angebetete in Sachen Körpergröße überragen. Sie muss zu ihm aufschauen. Seufzend!

    In Tenet haben sie darauf einfach mal ein Ei gepellt, ich war entzückt. Die Lady war einen Kopf größer als der Protagonist und sie haben das in mehreren Szenen sehr bewusst gezeigt und normal sein lassen. Gute Richtung.

    (Leider war sie dennoch nur die Damsel in Distress, und dann auch noch DUMM. #warte)

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Und ich hab gestern mit Genugtuung festgestellt, dass mein Kind den Gendergap sprach. Ganz selbstverständlich.

    Meine 4-jährige sagte kürzlich im Spiel ganz selbstverständlich

    "Kolleginnen und Kollegen"


    Ganz abgesehen davon, dass hier auch männliche Protagonisten in Spielen oft Astronautin oder Architektin oder so sind #top#love

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)


    #NazisRaus #BOohneRechts

  • Duracellmädchen macht sich über das Patriarchat und dessen Folgen Gedanken - die Eingangsfrage war schon sehr schräg:


    "Gibt's Frauen - vor Marie Curie - die was bedeutendes für die Wissenschaft beigetragen haben?"


    Mit ist ausm Hut Hildegard von Bingen eingefallen und die Astronomie, die die Pleseiden (schlimm, dass ich den Namen nicht wusste) entdeckte.


    Wir haben dann darüber gesprochen, dass das Partriachat durchaus verheerende Folgen für die Frauenrechte hatte.

    Als duracellmädchen Politikerinnen mit ins Rennen geworfen hat, sind mir ein paar mehr Namen eingefallen. Aber durchaus erschreckend....


    Ich weiß, was duracellmädchen und ich die nächsten Tage recherchieren

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Leslie Winkle Wir haben damals in der 13 in Physik ein Heft bekommen, das hieß (bzw. heißt) "bedeutende Naturwissenschaftlerinnen", herausgegeben vom "Frauen in der Technik e.V. FiT" und gefördert vom Bundesministerium für Bildung etc. Vielleicht gibt es sowas heute auch noch?

    Es ist jedenfalls sehr spannend und ich habe es noch immer im Schrank stehen. 45 Wissenschaftlerinnen werden porträtiert :)

    Gruß,
    Chrisss *pling*


    Hier werden nur Zähne geputzt, keine Fenster ... #zaehne

  • Es gibt ein Buch zu dem Thema: „Her Story“, das kann ich sehr empfehlen. Ich weiß nicht, ob es das auch auf deutsch gibt, aber die Texte sind kurz und nach zwei Jahren NachGS-Englisch gut Zu verstehen.

  • Die stehen auch drin. Ganz früh gibt es noch Maria die Jüdin, Theano und Trotula.

    Später folgen dann Sophie Brahe, Maria Cunitz, Margaret Cavendish und Kristina, Königin von Schweden. Ich kann ja morgen mal nen Foto des Inhaltsverzeichnisses einstellen.

    Gruß,
    Chrisss *pling*


    Hier werden nur Zähne geputzt, keine Fenster ... #zaehne

  • Ich lese meiner Tochter gerade "Eine Weltgeschichte für junge Leserinnen" vor.


    Liebe Grüsse


    Talpa