Gender-Kacke in Schule und Alltag

Liebe interessierte Neu-Rabeneltern,

wenn Ihr Euch für das Forum registrieren möchtet, schickt uns bitte eine Mail an kontakt@rabeneltern.org mit eurem Wunschnickname.
Auch bei Fragen erreicht ihr uns unter der obigen Mail-Adresse.

Herzliche Grüße
das Team von Rabeneltern.org
  • Ich kenne die andere Perspektive, denn ich wurde als Kind sehr sehr oft für einen Junge gehalten. Ich hatte immer kurze Haare, trug nie Kleider oder Röcke und ich habe auch ein recht kräftige, tiefe Stimme. Für mich war dennoch jedes einzelne Mal richtig schlimm. Natürlich konnten mich Unbekannte nicht als Mädchen erkennen, das war eigentlich unmöglich. Und dennoch war ich ja eines und fühlte mich auch so. Ich habe mich nie als Junge gefühlt, auch wenn ich auch gern mit Lego spielte. Genauso gern spielte ich halt auch Mutter-Vater-Kind.

    Eine Szene hat sich mir eingebrannt: Bei einer Tombola wurde mein Los gezogen und ich ging zur Bühne. Mir wurde nicht geglaubt, dass ich die genannte Person sei, denn das sei ja ein Mädchenname und ich ein Junge. Alle haben das gehört und die, die mich kannten, haben gelacht. Nur meine Schwester stand zu mir und stellte klar, dass das mein Los war. Wir waren da noch keine zehn Jahre alt. Das war ganz ganz schrecklich.

    Eigentlich habe ich erst angefangen weiblicher auszusehen, als ich mit dem Studium begann, denn die kurzen Haare und meine Kleidung ließen mich sehr jung erscheinen und das ging mir noch mehr auf die Nerven als die Geschlechtsverwechslung. So richtig lange Haare habe ich erst seit Anfang 30 und ich hoffe ich werde keine Kurzhaaroma, wie es die meisten sind. Jetzt liebe ich meine langen Haare, als Kind fand ich sie schrecklich.

    Zwei meiner Söhne tragen auch längere Haare, wobei zumindest der eine ein kantig-männliches Gesicht hat. Der jüngere wurde und wird oft für ein Mädchen gehalten und obwohl er aus freien Stücken lange Haare trägt, hat er deshalb schon öfter gesagt er werde sie abschneiden. Das finde ich so schade.

    Aus dieser Erfahrung heraus kann ich nur dafür plädieren auch im Alltag eine entsprechend sensible Sprache zu verwenden. "Kind" ist doch eine gute, neutrale Bezeichnung beim über jemand Unbekannten sprechen!?


    Generell ist mein Eindruck, dass kurze Haare bei Mädchen gerade viel viel seltener sind als lange Haare bei Jungs!? Wenn ich meine alten Kindergartenfotos aus den 80ern anschaue, hatten einfach alle die gleiche praktische Kurzhaarfrisur ;)

  • Enaira


    Und ich bin soooo froh, daß meine Kinder nie gemobbt wurden, weil sie in der GS in den "Deutschförderkurs" (ander Bezeichnung für Sammelbecken anders bzw nichtgläubige Kinder) gingen.

    wtf???

    wo wohnt Ihr? sowas habe ich ja noch nie gehört? Deutschförderkurs nicht nach Sprachkenntnissen, sondern nach Religionszugehörigkeit?

    und könnte mir auch grad nicht vorstellen, wieso die muttersprachlich polnischen oder spanischen katholischen Kinder NICHT in den Deutschförderkurs gehen sollten, aber die (hier recht üblich) zugezogenen sachsen-anhaltinischen ungetauften Kinder schon? und die in dritter Generation ein-Großelternteil-kam-aus-der-Türkei Kinder sollen auch in den Deutschförderkurs

    Findet der Reli-Unterricht parallel zum Förderkurs statt?

    ist hier etwas OT, aber ich bin grad echt überrascht.

  • Genau meine Gedanken..... Ist aber eher was für den rassistische Kack.... Thread

    "Wenn Dein Leben schwerer geworden ist, bist Du vielleicht ein Level aufgestiegen?!"

  • martita


    Hier wird Deutsch Förderkurs auch für alle Kinder genommen, die nicht im katholischem oder evangelischem Religionsunterricht angemeldet sind.


    Früher wurden die Kinder von den Horterzieher:innen betreut in einem separaten Bereich betreut. Seit die aber deutlich mehr Kinder haben als sie eigentlich stemmen können, packen sie das nicht mehr und es fehlt bdi uns Raumkapazität. Hier gehen mehr als 600 Kinder in eine Schule die für 350 Kinder ausgelegt ist.

  • Ja...er findet parallel zur Reli-Unterricht statt.


    Meine Tochter war damals das erste Kind, welches in den "Förderkurs" ging, ohne Migrationshintergrund. Die Atheisten schicken ihre Kinder eher in den Reli-Unterricht, als in den FörderKurs...denn da sind ja nur die Muslime


    Das ist eine absolute rassistische Mistkacke...aber irgendwie stört es niemanden..

    Ich habe es mal angesprochen...wurde abgeführt.


    Also die Tatsache das mein blondes Mädchen dahin ging...die verstört viele...


    Wobei ich viel nettes Feedback gerade von den Müttern der anderen Kinder in Förderunterricht bekommen habe...bzgl meiner konsequenten Haltung, dies durchzuziehen.

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • .denn da sind ja nur die Muslime

    Sagen die das oder ist das deine Deutung?

    Es gibt ja noch andere Gründe, atheistische Kinder bewusst in den religionsunterricht zu schicken.

    Mir wurde das so ins Gesicht gesagt..


    "Wie kannst du nur... deine arme Tochter"


    Die fand es dort prima...nette Kinder...die viele Fragen stellten...die meine Tochter nicht nachvollziehen konnte, da es für sie bis dahin völlig egal war, wer was glaubte...anderes aussah ect


    Wir gesagt...nicht alle Eltern waren so drauf...aber doch erschreckend viele

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • Also bei uns gibt es keinen Religionsunterrricht mehr, das müssten die Eltern nebenher mit der Kirche / Moschee / whatever organsisieren.

    Aber es gibt das Unterrichtsfach 'Religion und Ethik'. Wenn dann in diesem Fach über eigene Religion und Gott diskutiert wird (2. Klasse Grundschule) und neben den moslemischen und freikirchlichen Kindern meines über seine Grundsätze (es gibt keinen Gott und ich sehe nicht ein weshalb ich mich vor einem nicht existierenden höheren Wesen herumkommandieren lassen sollte) spricht. Ja dann kann das zu einer 3wöchigen Intervention führen, weil für die moslemischen Kinder a) klar ist dass Gott existiert b) alle 'einheimischen' Kinder sowieso christlich sind und c) Nichtgläubige 'schlechte' Menschen sind. Und da die Lehrerinnen da keine externe Hilfe zugeholt haben (sie haben es uns auch erst im Nachhinein erzählt) und das nur oberflächlich wieder beruhigt haben, wird mein Kind seit 2 Jahren von den moslemischen Kindern ignoriert / drangsaliert etc.. Der neue Lehrer (hier gibt es 1.-3. Klasse und 4.-6. Klasse als Grundschule) fand dann auch nicht, das diese Einstellung schuld sei, sondern unser Kind, dass halt nicht mit der Standardfrisur rumläuft und keinen Fussball spielt ... Er geht jetzt ab nächstes Schuljahr in eine private Schule die explizit religionsfrei ist (und das war auch fast unmöglich zu finden ...)

  • Wäre es nicht möglich, das in der Akte zu notieren? Mein Kind wird mit zweiten Vornamen angesprochen. Es gibt Fachpersonen, die notieren das sofort in der Akte und sprechen es richtig an, auch wenn wir zwei Jahre später wieder kommen. Ich würde nie erwarten, dass die Person sich das so lange merkt. Das ist für die Fachperson ein unbedeutendes Detail, aber meinem Kind bedeutet es sehr viel und es fühlt sich in der eh schon aufregenden oder unangenehmen Situation so viel wohler.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Enaira


    Das ist ja nochmal ne Nummer krasser...


    Wenn ich schon ein offenes UnterrichtsFach anbieten...dann sollten da auch alle Werte gleichwertig behandelt werden.


    In der GS meiner Kinder war nicht alles super...aber sowas hat es dort nicht gegeben.


    Obwohl meinem Sohn auch der Kurzhaarschnitt als bessere Frisur schmackhaft gemacht wurde...Dieses Thema hatte er aber im.Kiga schon durch...er hatte sich da als 3-4 Jähriger die Haare aufGrund Gruppendruck schneiden lassen...ende vom Lied... kein FriseurBesuch bis zum Ende der Grundschule...nur eine Freundin durfte hin und wieder ein wenig an den Konturen arbeiten

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • Ja ich sehe das Problem auch. Aber du kannst das noch so sehr als offenes Unterrichtsfach behandeln, wenn die Kinder schon mit einer geschlossenen Einstellung kommen ... Und wenn dann nur über 'eigene' Erfahrungen geredet wird, dann besteht die 'religiöse Welt' wirklich nur aus christlich / muslimisch. Weil Kindern anderen Hintergrundes gibt es hier nicht und die 'Weltreligionen' kommen auch erst in der 5./6. Klasse dran ... wenn man einen Lehrer hat der sich dafür interessiert. Und die Lehrer sind auch damit überfordert, weil man 'darf' ja keine Religion schlecht machen und alles 'soll' akzeptiert werden. (Zumindest wurde mir das so erklärt)

    Also ähnlich problematisch wie die Jungs / Mädchen -Klassifikation, die auch nur durch aktive Techniken im Schulunterricht aufgebrochen werden können, wenn die Kinder von daheim aus nur die 'traditionellen Rollenbilder' kennen. (um wieder den Weg zurück zur eigentlichen Thematik zu finden)


    Edit: also ich muss zumindest bei allen Aerzten immer angeben ob ich (resp. meine Kinder) weiblich oder männlich sind. Ich erwarte also doch schon, dass das in der Akte steht und dass man das dann korrekt nachlesen kann. Ansonsten frage ich mich, wieso danach gefragt wird. Weil einem Augenarzt / Zahnärztin kann es ja tatsächlich egal sein, welches Geschlecht mein Kind hat ...

  • jascha


    Ich schrieb ja, bis zum Schuljahr 2019/20

    gab es Betreuung über den Hort /VHG aber das gibt es nicht mehr.


    Der Stundenplan ist jetzt so getaktet, dass Deutsch Förder läuft, wenn Religion ist. Geht mein Kind nicht in den Religionsunterricht, muss es zwingend am Deutsch Förder teilnehmen. In die Betreuung der VHG darf es nicht.

    Wenn Kinder die eigentlich dringend Deutsch Förder bräuchten in Religion angemeldet sind, haben die "Pech" gehabt. Oder die Eltern nehmen sie aus dem Religionsunterricht raus. Tun die wenigsten.

    Ich will mein Kind nicht im Religionsunterricht haben. Was dort gelehrt wird, kann ich zum einen nicht überblicken bzw. was ich so mitbekommen habe, möchte ich nicht, das meinen Kind Religion so nahe gebracht wird. Inkl. Albträume usw.

    Und die Lehrer/in sind teilweise auch pädagogisch für mich nicht tragbar. Noch einen Lehrer mehr von dieser Sorte braucht mein Kind nicht. Die bisherigen Lehrer haben genug Schaden angerichtet.

  • Der Stundenplan ist jetzt so getaktet, dass Deutsch Förder läuft, wenn Religion ist. Geht mein Kind nicht in den Religionsunterricht, muss es zwingend am Deutsch Förder teilnehmen. In die Betreuung der VHG darf es nicht.

    Wenn Kinder die eigentlich dringend Deutsch Förder bräuchten in Religion angemeldet sind, haben die "Pech" gehabt. Oder die Eltern nehmen sie aus dem Religionsunterricht raus. Tun die wenigsten.

    Ich will mein Kind nicht im Religionsunterricht haben. Was dort gelehrt wird, kann ich zum einen nicht überblicken bzw. was ich so mitbekommen habe, möchte ich nicht, das meinen Kind Religion so nahe gebracht wird. Inkl. Albträume usw.

    Und die Lehrer/in sind teilweise auch pädagogisch für mich nicht tragbar. Noch einen Lehrer mehr von dieser Sorte braucht mein Kind nicht. Die bisherigen Lehrer haben genug Schaden angerichtet.

    Ich finde das unmöglich. Alleine schon die Wahl Religionsunterricht oder Sprachförderung - was hat das eine mit dem anderen zu tun?


    Aber mich regt Religions- und ethikunterricht an der Schule inzwischen eigentlich auch nur noch auf. Ich finde, der konfessionelle Religionsunterricht gehört durchgehend raus aus der Schule und durch einen Ethik/Gesellschaftskundeunterricht für alle ersetzt wo alle Schüler etwas über alle wichtigen Weltanschauungen lernen und Demokratieerziehung bekommen. (Hier bekommen die Kinder, nicht in ev. oder kath. Religion gehen Ethikunterricht. Zumindet an der GS bestand der zu großen Teilen aus Filme schauen, teilweise mit Filmen, die keine Freigabe für die Altersklasse hatten und wo auch nicht mal drüber gesprochen wurde)

  • Krass! Und das in Berlin. #blink Hier besuchen die meisten Kinder das Fach Lebenskunde und einige Religion - das sind zudem Randfächer, also nie mitten am Tag und es kann daher auch ganz abgewählt werden. Ab der Oberstufe gibt es dann Ethik*, das ist dann Pflichtunterricht. Ab der 9. Klasse heißt es an der Schule hier dann Philiosphie.


    *Ethik ist ein Schulfach mit Rahmenlehrplan und allem drum und dran. Kein Film-Fach.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Jette


    Ich finde das auch unmöglich und ich hätte auch lieber Ethikunterricht für alle. Wer Religionsunterrixht will soll es ausserschulisch machen.

    Da ich aber schon genug private Kämpfe im schulischen Bereich (in dieser Schule)habe, werde ich den nicht auch noch eröffnen.

    Aber ich bin mehr als genervt davon.

  • Exakt so!


    Ich habe das schon mehrfach im Forum gelesen, aber in Berlin ist das eigentlich praktisch unmöglich, weil 2/3 nicht konfessionell gebunden sind und idR noch weniger in den freiwilligen Religionsunterricht gehen. Da müsste es schon sehr viele Kinder im Förderunterricht geben. Also ich glaube dir das, halte es aber für sehr ungewöhnlich.


    Ich kenne es nur so, wie miamaria es beschreibt, und der Hort ist ja ohnehin für den unterschiedlichen Schulschluss verschiedener Klassen besetzt, sodass die Mehrheit dorthin geht (bzw die Älteren nach Hause), und die Handvoll Reli-Kinder in der Schule bleibt.