Gender-Kacke in Schule und Alltag

  • Mann und ich waren in der Stadt und haben auf dem Weg gleich mal Wolle für die Babydecke geholt. Bei uns hat jedes Kind eine eigene Decke bekommen, meist blieb die Farbe dann als Erkennungszeichen, z.b. der Große hat vieles in Grün, die Zwetschge vieles in rot.


    Das nächste wird ein Junge, was die Dame im Geschäft auch gleich erfragt hat.

    Also schleppt sie alle Blautöne an.


    Mein Mann suchte, unter verwunderten Blick der Verkäuferin, dann ein beeriges lila aus.

    #freu

  • "Landgericht Memmingen bestätigt Grundsatzurteil für Geschlechtergerechtigkeit: Frauenverbot in Traditionsverein ist rechtswidrig

    Nachdem ich in der Region wohne, habe ich das interessiert verfolgt und die Zähigkeit der Klägerin bewundert. Nun dürfen also die Frauen auch in den Bach jucken, was ein absehbares Ergebnis des Rechtsstreits war. Ich sehe keinerlei Grund dafür, dass das Gericht hätte anders entscheiden können. Die Tradition des Bachausfischens hat mit dem Geschlecht derjenigen die das gerne machen wollen nichts zu tun.

    Erschreckend ist aber, wie viel Hass und Häme dadurch entstanden sind, wie viele Konflikte im Verein und in Familien. Das was ich da im Umfeld mitbekomme erinnert mich fast schon an amerikanische Verhältnisse was die Bereitschaft zur Polarisierung angeht. Und fast habe ich den Eindruck, die Männer können mit diesem Urteil insgesamt besser umgehen als Frauen, von denen viele betonen, dass sie ja dieses Recht gar nicht hätten haben wollen und über die Klägerin herziehen. Hoffentlich beruhigt sich das alles in ein paar Jahren wieder und die Väter jucken fröhlich mit Töchtern und Söhnen in den Bach. Oder man gibt das alles auf, auch aus Tierschutzgründen, und überlegt sich ein anderes Spektakel.

  • Das mit dem Fischerverein hab ich auch beobachtet. Da meine Schwiegerleute in MM leben und ganz begeistert von dieser Tradition sind. Aber mit denen darüber sprechen möchte ich nun nicht. Meine Schwiegers laufen grundsätzlich nach einem sehr altmodischen Motto, obwohl sie 20 Jahre älter ist als er. Ansonsten fallen dort auch so Sätze in meine Richtung, wie „ach, das entscheidet ja sowieso [dein Mann]“ (da ging es darum, ob wir ein Holzbett für das Kind übernehmen wollen) oder wie heute „für die Wäsche bist ja du verantwortlich, deswegen sag ich dir, was [Kind] an Kleidung mitbringen soll.“


    Ab und an sag ich was, wenn ich nen guten Stand und Tag habe, meistens aber nehm ich’s einfach hin. Sie ist 80, da kann ich nichts mehr drehen.

  • Meine persönliche Erfahrung bestätigt die Studienergebnisse - mein Mann hatte wirklich null Babyerfahrung von seiner Familie her, ganz im.Gegensatz zu mir. Nach seiner "Au pair"-Zeit (vier Wochen quasi Alleinverantwortung für den Säugling) war er so aufmerksam wie ich, hatte einen Ammenschlaf und registrierte kleinste Änderungen beim Kind.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    und genau das lernt dann auch das baby: Papa (oder wer auch immer die betreuung übernommen hat) ist für mich da,

    erkennt meine bedürfnisse und befriedigt diese.


    bei uns fand das in der anfangsphase nicht so intensiv wie bei Talpa statt,

    daher musste mein Mann sich das umso härter später erarbeiten

  • Mit meiner Meinung und meinem persönlichen Beispiel kann ich mich bei Ti.na anschließen. Beim ersten Kind war mein Mann weniger präsent bei der Bedürfnisse Erfüllung. Das bekommt er von der Grundschülerin jetzt deutlich zu spüren. Ich habe meinen Anteil an dieser Entwicklung. Unser zweites Kind braucht Papa sehr. Die Lebensumstände haben sich einfach bei uns so geändert, dass mein Mann sehr viel mehr involviert ist in allem. Er verbringt mehr Zeit mit den Kindern, viel Alltagsorganisation mit dazu gehörender mental load liegt jetzt bei ihm. Ich lerne immer noch, mich da auch unterzuordnen, wenn er sich dort Sachen erkämpft hat.


    Mein Kopf sagt: ich muss nicht die einzige und erste Bezugsperson im Leben meiner Kinder sein, damit es ihnen gut geht. Mein Herz hält den Gedanken jedoch kaum aus.