Gender-Kacke in Schule und Alltag

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  • Kalliope ich find deine Erfahrungen echt interessant und wertvoll. Zudem mein eigenes Sprachgefühl auch irgendwie nicht repräsentativ ist.


    Lösungen habe ich aber auch keine.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Ich bin da noch etwas in der ätschibätschi-Stimmung: sollen die Jungs doch mal merken, wie es ist, wenn man (haha!) immer erst kurz innehalten muss, um zu checken „achja, ich bin ja mitgemeint“.

    Damit sind die Nichtbinären leider immer noch nicht wirklich inkludiert, aber da sind wir mit der Findung von vernünftigen Formulierungen (z.B. …fachkraft oder …person) auf dem Wege.

  • die.lumme Ich finde leider es stiftet unnötig Verwirrung wenn ich als Zuhörer erstmal checken muss, dass der beschriebene Sachverhalt nicht spezifisch auf Ärztinnen zutrifft, sondern auf Ärzte jeden Geschlechts.


    Edit: nur mein persönliches empfinden.

  • Mir ging es da bisher wie die.lumme.

    Wobei ich den Gedanken, dass durch das „en“ hinten (Patientinnen) auch die männliche Form enthalten ist, auch sehr nett und für die Männer hoffentlich versöhnlich finde.

    Sie sind doch dadurch eindeutig mehr mitgemeint als Frauen, wenn gar kein „in“ im Wort vorkommt (Patienten).

  • die.lumme mir geht es ja eher so, dass ich bei dem ersten Teil des Wortes erstmal männlich denke und beim Plural eher weiblich. Es mischt sich in meinem Hirn so angenehm. Selbst bei Ärzt: weiß man ja eigentlich nicht was Folgen wird und bei dem :innen, klickt es dann “ach ja, alle sind gemeint”. Es funzt bei mir echt gut.

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  • Was ganz anderes: ich war gestern mit drei Kindern in einem Freibad.

    Die drei Kinder sind männlich (7), weiblich (9) und männlich (11), haben alle langes Haar und tragen Badehosen.


    Auf dem Heimweg sagt der 7jährige Junge, wie toll es war und ob wir da mal wieder hingehen.

    Die beiden älteren: eher nicht, lieber wie immer an den See, hier seien die Leute so komisch.

    Auf meine Nachfrage hin erfahre ich, daß sie mehrmals angesprochen wurden, sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen, daß Mädchen in ihrem Alter nicht mehr oben ohne rumlaufen sollten.


    Der 11jährige Junge möchte nun bei einem eventuellen nächsten Freibadbesuch einen Badeanzug oder Bikini tragen, um nicht mehr darauf angesprochen zu werden.

    Das 9jährige Mädchen will bei nur-Badehose bleiben, aber überlegt, sich die Haare abzuschneiden.


    (Und ich will diese gendernormative Kackscheiße endlich abschaffen! #crying)

  • Ach, und: das 9jährige Mädchen nimmt an einem Ferienzirkus teil und hat berichtet, daß bei der Gruppeneinteilung nur die Jungs Clown wählen durften und nur die Mädchen Seiltanzen. (Es gab auch Sparten für beide Geschlechter.) Sie macht jetzt also Seiltanzen und muß zur Aufführung ein Ballettröckchen tragen. "Ist halt so im Zirkus." #haare

  • @casa das ist wirklich fies.

    und ich bin immer wieder baff, dass es heutzutage Menschen gibt, die IM FREIBAD fremde Kinder auf ihre Kleidung ansprechen!

    Dafür gibt es in meinen Augen überhaupt keine Rechtfertigung oder vernünftige Erklärung!


    wegen gendergerechter Sprache: in Texten und Vorträgen versuche ich, wo immer möglich, neutrale Formulierungen zu finden (Fachkraft, Betriebsleitung, Kundschaft) und sage ansonsten Patientinnen und Patienten oder Schülerinnen und Schüler. Das entspricht am ehesten meinem Sprachgefühl und dadurch vermeide ich inhaltliche Verständnisprobleme oder Irritationen. Was ich gar nicht mag ist "Mitglieder:innen", das ist mir in letzter Zeit häufiger aufgefallen und finde es tatsächlich eine sinnlose Wortschöpfung, ähnlich wäre "Kinder:innen"


    lg martita

  • @casa 's Storys:

    das ist so mies. Ich kann mich noch so genau an den Moment erinnern, als ich als Kind aufgegeben habe und einfach daran geglaubt habe, dass ich schlecht bin im Fußball und niemals so gut wie mein Sandkastenfreund sein werde. Ich war wütend und traurig und fühlte mich ausgeschlossen. Alles in mir schrie, dass das doch nicht richtig sein kann, aber es gab nichts und niemandem in meinem Umfeld, der den vielen blöden Ansagen etwas entgegen gesetzt hätte. Und so musste es ja schließlich stimmen: ich bin ein Mädchen, also bin ich schlecht im Fußball.


    Ich habe erst als Erwachsene diese Schlüsselsituation als solche erkannt. Es wäre immer noch ungerecht gewesen, aber ich hätte dagegen abgekämpft, wenn nur irgendjemand mir die Worte dafür gegeben hätte.

  • unglaublich.

    „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“


    Abraham Lincoln

  • Ich finde die lösungsstrategien von @casa s "kindern" total cool.

    Dem Mädel scheint es wichtig zu sein, in Badehose zu schwimmen, dafür halt die Haare kürzen, dem Knaben scheinen die Haare wichtig zu sein, dann eben Bikini.

    Nur nicht dem Druck der Gesellschaft nachgeben, in den Schritt schauen, welches Geschlecht man hat und demnach die entsprechende Frisur und Kleidung anziehen.

    "Wenn Dein Leben schwerer geworden ist, bist Du vielleicht ein Level aufgestiegen?!"

  • Leslie Winkle ja, auf den ersten Blick sind das gute Ideen, aber auch sie führen zu Anpassung. Es war auch nicht ganz ernst gemeint, jedenfalls setzen sie es noch nicht wirklich um.


    J. ist später eingefallen, daß er es auch blöd fände, wenn er mit Bikini schwimmt und dann jemanden trifft, der oder die ihn kennt und dann rumerzählt, daß J. im Bikini schwimmt und eine ***Schimpfwort für Trans*-Menschen*** ist. Das wäre ihm auch nicht recht.


    Es sollte ja beides möglich sein: lange Haare, Badehose UND fröhliches schwimmen, ohne angequatscht zu werden deshalb.

    (Sie meinten, es wäre gar nicht unfreundlich gewesen oder so, aber halt nervig.)

    Wir wollen nochmal drüber reden und Sätze sammeln, die die Kinder dann sagen können, wenn sowas kommt.

  • @casa


    Ich habe die Story meinem Sohn erzählt...er hat auch hüftlange Haare... man sieht ihm jetzt mit 13 Jahren auch an, dass er ein Junge ist.

    Gang...Stimme...Klamotten..


    Er meinte...

    "Sowas passiert mir auch ständig...Letztes auf dem Herrenklo...ich wasch mir die Hände...kommt ne Stimme aus dem off....Junge Dame, sie sind hier falsch" 8o


    Er hat sich dann umgedreht und gefragt..."meine Schwester ist schon draußen???"


    Er ist da echt schmerzbefreit...

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • daß J. im Bikini schwimmt und eine Transe ist.

    Muss da diese abwertende Wortwahl sein? Meine Tochter ist Trans, aber ganz sicher keine „Transe“…

    Ich verstehe casa so, dass j. Befürchtet mit diesem Wort beleidigt zu werden. Leider ist das ein häufig benutztes Schimpfwort so wie Schwuchtel auch.

    "Wenn Dein Leben schwerer geworden ist, bist Du vielleicht ein Level aufgestiegen?!"

  • daß J. im Bikini schwimmt und eine Transe ist.

    Muss da diese abwertende Wortwahl sein? Meine Tochter ist Trans, aber ganz sicher keine „Transe“…

    Ich verstehe casa so, dass j. Befürchtet mit diesem Wort beleidigt zu werden. Leider ist das ein häufig benutztes Schimpfwort so wie Schwuchtel auch.

    Ich denke auch, dass das die Intention war. Dennoch sind beide Worte verletzend, auch dein zweites Beispiel für Schimpfworte..

  • Almarna es tut mir leid, bitte entschuldige. Ich habe meinen Beitrag den mods gemeldet und darum gebeten, das Wort zu ändern.

    J. hatte es wörtlich so gesagt, weil er Sorge hat, dann so genannt zu werden. Aber ich habe nicht daran gedacht, daß es triggern oder hier beim Lesen unangenehm sein könnte. Das war unbedacht. Wirklich, sorry.

  • Almarna es tut mir leid, bitte entschuldige. Ich habe meinen Beitrag den mods gemeldet und darum gebeten, das Wort zu ändern.

    J. hatte es wörtlich so gesagt, weil er Sorge hat, dann so genannt zu werden. Aber ich habe nicht daran gedacht, daß es triggern oder hier beim Lesen unangenehm sein könnte. Das war unbedacht. Wirklich, sorry.

    Danke. Alles gut. #knuddel Man sollte nicht kurz vor dem schlafen gehen auf Posts antworten.