Gender-Kacke in Schule und Alltag

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  • Da hat die Gesellschaft noch einen weiten Weg vor sich

    Das finde ich gar nicht.

    Ich finde Kinder auf der Arbeit nicht erstrebenswert - weder für den AG, das Kind noch den Arbeitnehmer und das Arbeitsergebnis.

    Eine bessere Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben wäre super, genau wie die Bereitschaft für flexible individuelle Lösungen.

  • Ich halte einen gesetzlichen Mutterschutz für enorm wichtig, um Mütter in der Phase rund um die Geburt zu schützen. Ja, ich weiß, es gibt Frauen die bis zum Tag der Geburt und direkt danach wieder fit sind. Aber es gibt eben auch die anderen Frauen. Die dann nicht auch noch Kraft aufwenden sollen, die für ihre und des Babys Gesundheit nötige Pause durchzusetzen.

    Liebe Grüße von Peppi mit Groß-S, Klein-S und Mini-S




  • korrekt.


    ich finde "jobs mit enormem konkurrenzdruck" schädlich, ungesund, schlecht, müssen weg an sich. da muss man sich als gesellschaft ändern. und das private ist immer politisch.


    umgekehrt auch, wenn halt betreuungsangebote mangels nachfrage runterreguliert werden oder die schule auf die mütter als ressource selbstverständlich zugreift. damit meine ich nicht subtilen, individuell empfundenen sozialen druck, als "fönmama" zu kommen oder vorzulesen, sondern die knallharte abforderung, dass unterricht zu hause angeregt, gestaltet, durchgeführt werden soll (COVID). wäre per se niemand verfügbar gewesen, da selbstverständlich durch workforce absorbiert, hätte sich das nicht so ergeben.


    lg patrick

  • ich verstehe deine Aussage nicht.

    Hier im Forum war irgendwann mal Konsens - Homeoffice mit präsenten Kindern geht gar nicht.

    Warum soll das dann bei der Arbeit gehen?


    Ich erzähle ein persönliches Erlebnis. Hab ein Bewerbungsgespräch geführt. Lange geplant. Eine Stunde.

    Tja eine halbe Stunde habe ich dann mit dem Kind auf Mutters Schoß geplaudert. War nett. Für mich.

    Aber nein, eingestellt habe ich sie nicht. Ich kam dann nämlich zu dem Schluss, wenn sie es nicht mal schafft sich so zu organisieren, dass sie für eine Stunde ein konzentriertes Gespräch mit mir führen kann, wird das so weitergehen.


    Meine Mitarbeiter dürfen super flexibel arbeiten, ich hab kein Problem mit Kindern mit und da im Hintergrund. Im Gegenteil. Wir haben alle esin sehr freundschaftliches Verhältnis und ich fand es schon in den 00er Jahren sehr erfrischend wie meine Kolleg*innen aus Schweden, UK usw usf. mit dem Kinderthema umgegangen sind. Die waren präsent. Ich habe von meinen Kindern erzählt. Ganz andere Atmospähre als hier in Deutschland.


    Wenn es aber massiv in die Arbeit eingreift ist das unfair fürs Team und für die anderen. Die haben auch ihre Befindlichkeiten und letztendlich muss dann das Team die nicht gemachte Arbeit auffangen.


    Insofern ja - unsere Gesellschaft hat einen weiten Weg vor sich. Aber ganz bestimmt nicht so als dürften sich Familine mit Kindern arbeitstechnisch alles rausnehmen. Kinder zu kriegen ist eine freie Entscheidung. Und letztendlich gibt es auch Mitarbeiter*innen, die Angehörige pflegen usw usf... oder welche die einfach mehr Freizeit haben wollen. Alle haben ein Anrecht so ihren Platz zu finden, dass es passt.

    Und da ein Unternehmen letztendlich nicht zum Selbstzweck da ist.... muss es halt auch da passen.


    grübel... warum schreib ich das jetzt alles? Vermutlich weil mich das Thema beschäftigt.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • War es früher total ok, in seiner Familie uns seinem Haushalt aufzugehen, ist jetzt nach einem Jahr entsprechender Konsens, dass die Frau selbstverständlich wieder arbeiten geht.

    Ich finde das verblüffendste daran immer noch, dass sich der Elternzeitanspruch ja gar nicht geändert hat, sondern nur ZUSÄTZLICH für einen bestimmten Zeitraum Anspruch auf Geld besteht, der vorher für die meisten Familien gar nicht bestand. Dass sich die Leute da auf einmal daran orientieren und es als Argument für alles Mögliche herhalten muss (inklusive warum der Mann leider keine Elternzeit nehmen kann, weil das Elterngeld ja nicht ausreicht, sein Einkommen zu ersetzen, das aber für den etablierten Lebensstandard gebraucht wird).


    Das andere ist, dass diese ganzen Diskussionen immer sehr arbeitnehmer-fixiert sind und Unternehmer:innen irgendwie kaum vorkommen. Meine Oma hat ihre Kinder in den vierziger und fünfziger Jahren geboren. Sie hat zusammen mit ihrem Mann ein Lebensmittelgeschäft geführt, da war auch damals nix mit Elternzeit und "zuhause bleiben" (abgesehen davon, dass das Stammgeschäft im selben Haus war wie die Wohnung).

  • ch finde das verblüffendste daran immer noch, dass sich der Elternzeitanspruch ja gar nicht geändert hat, sondern nur ZUSÄTZLICH für einen bestimmten Zeitraum Anspruch auf Geld besteht, der vorher für die meisten Familien gar nicht bestand.

    die Entwicklung habe ich auch mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Mal völlig wertfrei.


    Mit Wertung: hat leider nicht dazu geführt, dass es für Väter selbstverständlich wird Teilzeit zu arbeiten


    Unternehmer ja - ich denke Unternehmer haben einfach ein völlig anderes Verständnis.... ähnlich wie Leute, die Karriere priorisieren... wobei hüstel... die suchen sich dann halt die teilzeitarbeitende Grundschullehrerin

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Es geht doch gar nicht darum, daß Kinder jetzt regelmäßig mit zur Arbeit genommen werden.


    Sondern um die Akzeptanz, WENN es mal passiert, weil Zuhause der AufnahmeZustand herrscht.


    Über 60 % fanden es nurmal nicht ok, das Herr Hofreiter sein Kind (einmal) dabei hatte.



    Und mir hat mal ne Teamleitung gesagt..man müsste vor dem Kinderkriegen schon überlegen, wie man die Betreuung regelt....sonst sollte man sich keine Kinder anschaffen.

    Ja danke auch... die nächsten 10-12 Jahre vorplanen funktioniert ja auch super

    LG paulina mit paula (11.05)
    + paul (04.08)

  • Meine Mitarbeiter dürfen super flexibel arbeiten, ich hab kein Problem mit Kindern mit und da im Hintergrund. Im Gegenteil. Wir haben alle esin sehr freundschaftliches Verhältnis und ich fand es schon in den 00er Jahren sehr erfrischend wie meine Kolleg*innen aus Schweden, UK usw usf. mit dem Kinderthema umgegangen sind. Die waren präsent. Ich habe von meinen Kindern erzählt. Ganz andere Atmospähre als hier in Deutschland.


    Wenn es aber massiv in die Arbeit eingreift ist das unfair fürs Team und für die anderen. Die haben auch ihre Befindlichkeiten und letztendlich muss dann das Team die nicht gemachte Arbeit

    Das fände ich auch völlig ok - bzw tue es auch. Mein Job erlaubt es, im Notfall auch mal ein Kind für einen halben Tag mit kann.

    Und das würde sehr, sehr viele Menschen entlasten in vielen Situationen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Was geht und was möglich ist (und frau/man möchte), sind ja nochmal unterschiedliche Dinge.

    Ich kann mich mit Kind nebendran nicht konzentrieren, wenn Anton Hofreiter mit Kind auf dem Schoß den Ausschuss leiten kann und das funktioniert, soll er das von mir aus machen.

    Meine waren auch schon mal mit dem KV in Terminen. War kein Problem. Kommt aber halt aufs Kind, die Eltern und die Situation an.

  • ich verstehe deine Aussage nicht.

    Hier im Forum war irgendwann mal Konsens - Homeoffice mit präsenten Kindern geht gar nicht.

    Warum soll das dann bei der Arbeit gehen?

    Das ist kein Konsens und war es nie.

    Es ergab sich irgendwie, dass jene, die HO mit Kind unproblematisch oder gut fanden, das nicht mehr all zu laut geäußert haben, weil es bei denen, die es nicht so cool fanden, nicht besonders gut ankam.


    Ich persönlich kann sehr gut mit Kind(ern) zu Hause arbeiten; lediglich ein von der Schule vorgegebenes Lernprogramm kann ich nicht parallel abspulen.


    Aber es ging ja auch nicht darum, dass wir jetzt alle täglich unsere Kinder mit zur Arbeit nehmen, sondern um Ausnahmefälle, wenn zB die KiTa kurzfristig schließt und beide Eltern auf Arbeit anwesend sein müssen oder wollen.

  • Die Reitlehrerin meiner meiner Tochter bringt seit der Geburt ihres Kindes ihr Kind mit zu den Kursen. Mit Baby war das kein Ding, aber jetzt mit Kleinkind ist sie die Hälfte der Zeit mit dessen Beaufsichtigung und Zurechtweisung beschäftigt, oder damit, das Kind süß zu finden und mit ihm zu reden. Ich saß da jetzt einmal daneben und war super genervt, die Reitschüler:innen haben in der Zeit eigentlich nichts gemacht, außer im Schritt im Kreis zu laufen. Es gibt mMn viele Berufe, die nicht ausgeübt werden können, wenn das Kind dabei ist. Auch Arbeitssicherheit ist da ein wichtiger Aspekt (Labor, Krankenhaus, Werkstatt, Baustelle).

  • claraluna , Susan Sto Helit

    Also, wenn man/frau mal das Kind mitnehmen kann, kann das doch auch für die Unternehmerseite gut sein? Ich habe da das Interesse meiner Arbeitgeberinnen, und die Bedürfnisse meiner Kinder und mir im Blick.


    Ich arbeite z.B. Teilzeit nur drei Tage pro Woche. Selten kommt es vor, dass sich ein Besprechungstermin wegen Dringlichkeit und Verfügbarkeit der anderen Teilnehmer nur auf einen meiner freien Tage legen lässt. Da sitzt dann mal das Kind auf dem Schoss bei der Videokonferenz oder begleitet mich auf die Baustelle. Ich muss halt schauen, dass sich die Länge der Besprechung in Grenzen hält. Die Alternative für das Projekt wäre, dass der Termin ohne mich statt findet, oder teils erst Wochen später. Beides nicht wirklich zielführend für die Abeitgeberseite.


    Ich schaue, dass das selten vorkommt, aber habe bislang durchweg positives Feedback dazu bekommen. Und für mich passt es auch. Das bedeutet nämlich im Umkehrschluss, dass ich mir auch mal problemlos freinehmen bzw. früher gehen kann, an den viel weiter oben erwähnten Basteltagen, Sportfest, Elternsprechtagen, Arztterminen und was es sonst noch so hat mit kleinen Kindern.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Meine Reitlehrerin hat auch ihre Kinder dabei (4 und 2).
    Wir haben einen kleinen Spielplatz gleich neben dem Reitplatz und ich merke in 8 von 10 Stunden tatsächlich nicht mal, ob ein Kind oder sogar beide dabei sind. In den anderen beiden Stunden ist sie dann mal ein oder zweimal für ein paar Augenblicke abgelenkt. Einmal waren es 5 Minuten, weil es einen Sturz von der Rutsche gab. Die haben wir hinten dran gehangen.

  • @ Studierende: Sorry, dass ich so knapp schrieb. Ja, ich bekam den Sockelbetrag. Aber eben nur den, da kein eigenes Einkommen. Urlaubssemester waren auch kein Problem, aber das war nur eine Formalie in meinem Fall (und für alle, die kein BaföG bekomen).


    Was ich so ungünstig finde: Mein Partner bekam keine Elternzeit. Wir waren vor dem ersten Kind beide in Studierendenjobs befristet angestellt. Mein Vertrag lief aus, seinen durften wir nicht gefährden, er wäre nicht verlängert worden, wenn er versucht hätte "Vätermonate" zu nehmen. Dami blieben uns bei Kind 1 und 2 (altes Elterngeld 24 Monate á 300 Euro Elterngeld und bei Kind 3 dann quasi nur noch die Hälfte). Alleinerziehend war ich nicht und er konnte keine Elternzeit nehmen - damit war unsere Konstellation nicht berücksichtigt, denn ich konnte seine Monate auch nicht bekommen.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Sehe ich auch so. Manchmal ist es eben so, dass es schwer anders geht. Klar, funktioniert es nicht an allen Arbeitsorten, aber doch an vielen. Hier haben sowohl ich an der Uni als auch mein Partner schon an einzelnen Tagen mal eins der Kinder dabei gehabt. Und Menschen, die auch einen Teil zu Hause arbeiten, müssen das ja in der Regel auch mit den Kindern koordinieren. Alle Lehrkräfte, die ich kenne, arbeiten z.B. auch am Abend und Wochenende - mit Kindern drum herum. Wenn es besonders arg ist (Kita-Streik o.ä.) wird dann auch mal das Kind mit zu Schule gebracht.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Tja..mein letzter Blick war bei 62%...Kinder haben auf der Arbeit nichts zu suchen.

    In der Regel kann man auch nicht gleichzeitig vernünftig arbeiten und sich um die Kinder kümmern, auch wenn es immer Konstellationen gibt, wo das punktuell funktionieren kann.

  • Ich meinte Unternehmer:innen als Eltern :)


    Wenn patrick*star zum Beispiel gegen lange Arbeitszeiten wettert - das (be)trifft vor allem Arbeitnehmer:innen. Für Unternehmer:innen gelten keinerlei Arbeitsschutzvorschriften, nur die Regel "Selbstständige arbeiten selbst + ständig" bzw. so viel, wie sie für erforderlich halten.


    Als Nicht-Mutter finde ich es eigentlich immer nett, wenn ab und zu mal Kinder dabei sind.

  • Ach ja: auch mein Mann hatte schon die Kinder dabei - in Notfällen.

    Und genau dafür sollte es möglich sein.


    Passend zum Genderkacke-Thema hat mir der kleine Sohn am Abend dann genau erklärt, warum ich als Frau dann nicht auf die Baustelle dürfe: das sei gefährlich UND man werde dreckig!

    #blink

    #lol



    Ach ja, wir reden von dem Kind, das auf Ausgrabungen gestillt wurde...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Was ich so ungünstig finde: Mein Partner bekam keine Elternzeit. Wir waren vor dem ersten Kind beide in Studierendenjobs befristet angestellt. Mein Vertrag lief aus, seinen durften wir nicht gefährden, er wäre nicht verlängert worden, wenn er versucht hätte "Vätermonate" zu nehmen. Dami blieben uns bei Kind 1 und 2 (altes Elterngeld 24 Monate á 300 Euro Elterngeld und bei Kind 3 dann quasi nur noch die Hälfte). Alleinerziehend war ich nicht und er konnte keine Elternzeit nehmen - damit war unsere Konstellation nicht berücksichtigt, denn ich konnte seine Monate auch nicht bekommen.

    Das ist aber ja eigentlich kein Studiumsproblem sondern einfach die Krux mit befristeten Verträgen. Hat eine Freundin auch so erlebt und ja, natürlich wurde ihr Vertrag nicht verlängert als sie die Schwangerschaft verkündet hatte #rolleyes Da könnte man ja gleich Mal weitermachen und dieses ganze furchtbare Post-doc-Wissenschaftssystem aufräumen. Das ist ja auch eher familienfeindlich.


    Dass man nur den Sockelbetrag bekommt, liegt halt am insgesamt niedrigen Einkommen. Wobei für mich 300 Euro schon viel Geld waren. Aber klar, eine Wohnung bekommt man davon nicht gemietet.