Wie "erziehe" ich ein Baby?

  • Achtung, bitte nicht am "erziehen" aufhängen... ;-)


    Natürlich will ich das Baby weder anschreien noch klappsen noch sonst was...


    Aber wie zum Henker bringe ich ihr bei, das manche Sachen eben gefährlich sind... Also solche, die man nicht verräumen kann...
    Aktuell: Steckdosen...


    Sie liebt sie, steckt ihre Fingerchen rein, oder ihren Schnuller... Immer und immer wieder...


    Und jedes mal gehe ich hin, Knie mich zu ihr nieder, kurzes prägnantes nein.. Nehme sie weg. Erkläre ihr dabei, dass Steckdosen gefährlich sind...


    Setze sie an anderer stelle vom Zimmer ab und was macht dieses Kind?! Lauthals lachend die nächste Steckdose ansteuern... Immer und immer wieder...ein wunderbares Spiel... Mütter brauchen keine Pause, niemalsnie!


    Ich bin mir sicher, die anderen waren nicht so... Ganz sicher...


    Also, wie macht ihr das?!


    Ach so, die Steckdosen sind natürlich gesichert, aber das sind sie eben nicht überall (also in anderen Haushalten) und sie muss es ja lernen...

  • und sie muss es ja lernen...


    Nö. Ich hab meine zuhause an den gesicherten Steckdosen grabbeln lassen, während ich direkt dabei war, so waren fremde uninteressant. Das die anderswo gefährlich sind, hab ich ihr auch erklärt.


    Auch bei anderen Sachen bezweifel ich, das hier jemals irgendwelche "Erziehungsversuche" gefruchtet haben, irgendwann ließ das Interesse einfach nach. Ich hab meistens versucht, das Interesse auf etwas äquivalentes umzulenken. Also nicht die Medikamentenschublade, sondern die Tupperdosenschublade angeboten.

  • Huhu!


    Ich find, bei den ersteren Kindern lief es gar nicht so geschmeidig ab wie jetzt. Der Papümel bekommt schon irgendwie von den Großen mit, dass es das Wort "STOP" gibt. Die hauen sich ja auch öfter mal ein "STOP" um die Ohren. Zumindest hat er begriffen, dass man "vorerst" besser (kurz) mit dem aufhört, was man grade ausheckt und zumindest mal kurz zu Mama guckt. Leider macht er danach meist weiter, aber mir reicht es schon, wenn er bei wirklich gefährlichen Sachen (am schweren Flurspiegel, der nur so mittel fest hängt, rummanipulieren z.B.) wenigstens mal kurz aufhört, bis ich zu ihm gesprintet bin um ihn aus der Gefahrenzone zu reißen. Bekommt Ella denn keinen "Haltebefehl" von ihren Schwestern mit?
    Schöne Situation letztens: Ich komme ins Bad und sehe grade, wie der Papümel die Brille hochmacht und ein Pixibuch über die Schüssel hält. Ich brülle "STOP", bleibe aber stehen, weil mir klar wird, dass ich es eh nicht mehr schaffen kann. Die Blicke wanderten dann dreimal von mir, zum Klo, zu mir, zum Klo, zu mir, zum Klo - er war sich zumindest unschlüssig. Hat das Buch dann aber doch versenkt. Grrrrrrr....


    lg - roma

    Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat - Kurt Tucholsky

  • Geht nicht, vergiss es. Ich habs aufgegeben ;)


    Ich lass sie hier auch an den gesicherten Steckdosen rumwerken. Wird schnell uninteressant, wenn man darf und dem ganzen nicht so viel Bedeutung zumisst.
    Und in anderen Haushalten gibts viel interessanteres, als Steckdosen, z.B. kann man wunderbar Oma's Nagellacksammlung ausraeumen... ^^

  • Dindy, also die großen haben Super auf ein nein aus der Ferne gehört, ohne Probleme...


    Und Ella?! Die grinst mich breit an... Und macht noch wilder weiter... Flurspiegel ist ein gutes Thema *augenroll*


    Und ob sie von großen sowas nicht kennt? Ehrlich gesagt... Nö... Das brauchen wir bei dem großen gar nicht..

  • Huhu!


    Nee, ich mein auch eher, ob sie nicht mitbekommt, dass die Großen untereinander sich "stoppen". Wenn die großen, coolen, wichtigen, vorbildigen Superschwestern so etwas machen, STOP sagen und STOP beachten, dann machen die kleinen ja oft nach. Ist zumindest hier so. Dass meine Schallwellen da eher wenig ausrichten, ist mir auch klar ...


    P.S.: Ok, und was macht ihr so mit eurem Flurspiegel? Mein Mann hatte ihn letztens schon abgenommen, aber es ist unser einziger Spiegel! Einen hätte ich wirklich gerne im Haus. Andererseits ist er richtig schwer, der würde den Papümel glatt erschlagen ...


    lg - roma

    Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat - Kurt Tucholsky

  • Ha, roma, ich hab grad die ganze zeit gegrübelt, warum dindydingsbums weiß, dass Ella ella heißt, obwohl ich den nic noch nie gelesen habe... Ihr nickwechschufte ;-)


    Also ne... Hier kommt es auch unter den Kindern selber zu stopp-Situationen... Sind halt Mädels und aus dem großen toberaufter schon fast raus..


    Wenn sie bei e erzieherisch durchgreifen wollen, findet diese das genau so belustigend...


    E reagiert leider wenig auf Stopp und nein und ist auch ziemlich rabiat... Beim pekip fangen die anderen babys schon an zu weinen, wenn sie nur angekrabbelt kommt...


    Also wenn ich ihr die Steckdosen lassen soll, bis sie langweilig sind, wie Handhabe ich es, wenn sie andere Babys (oder mich oder sonst wen) mit Gegenständen haut, kratzt, kneift oder an den Haaren zieht? (ja, ich weiß, dass sie das nicht böswillig macht, aber sie hat jetzt schon einen krawalligen Ruf :-O )


    Zum Spiegel: im
    Moment lassen wir sie einfach nicht in den Flur ;-)

  • Huhu!


    Tja, Juni, dann würd ich vermutlich gar nix machen. Alles andere wird doch nur als lustiges Hinundherspielchen ausgelegt, vermute ich ... obwohl ich bei konkreten sehr gefährlichen Situationen doch "StOP" sagen und sie gleichzeitig wegnehmen würde. (öm, andere hauen fällt da bei Babys aber nicht drunter ...)


    lg - roma

    Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat - Kurt Tucholsky

  • Ein kurzes und klares Nein, ggf. dabei die Hand festhalten - ca. 1 Sek., dann SOFORT wieder abwenden und mit genau dem weitermachen, was vorher war.


    Kein langes Erklären, keine Quietschgeräusche (z. B. beim Haareziehen), kein Schimpfen, kein Kreischen, ... denn das sind alles Reaktionen, die Spannung aufbauen. Und die sind auch so hübsch vielfältig - da muss man garantiert öfter probieren, wie man was wann auslösen kann. Spannend...


    Bei der oben beschriebenen Reaktion wird dem Kind ziemlich schnell langweilig. Und verstehen tun sie "nein" relativ bald. Es geht mehr um dieses "was kann ich mit diesem oder jenem auslösen". Letztendlich ist das in etwa vergleichbar mit dem Runterschmeißen. Da wird einfach probiert, ob sie mit derselben Handlung dieselbe Reaktion hervorrufen können.


    Gehst Du konsequent so vor, wie ich es oben beschrieben habe, dann dauert die Phase ungefähr zwei Woche. Ansonsten dauert sie je nach Verhaltenskreativität, Reaktionsvielfalt und Spannungsaufbau recht lange.


    Ach ja, und Dinge wegstellen oder verhindern (also Sicherungen in Steckdosen, Blumentopf mit Erde, diverses andere) ist einfach nur nervenschonend. Es geht in dem Alter noch nicht ums "erziehen". Da geht es ums Lernen, und das ist wichtig. Also, natürlich sollte nicht alles weggestellt werden, damit ein nein auch gelernt werden kann. Ich will damit sagen, dass das Kind das nicht an einem bestimmten Gegenstand festmachen wird. Es wird sich dann eben was anderes suchen, wo es diesen Lernschritt machen kann. Deshalb - Dinge, an denen das Herz hängt und die kaputt gehen können sollten weggeräumt werden.

    Es gibt Tage, an denen Du denkst, dass Du untergehst. Wie stark Du wirklich bist, erkennst Du erst, wenn Du sie überstanden hast...

    Einmal editiert, zuletzt von Hummel32 ()

  • Kinder sind sehr unterschiedlich. Nach den Erfahrungen mit meiner Großen war ich beim Kleinen sehr erstaunt, dass Kinder überhaupt schon auf ein nein hören können bevor sie 2 Jahre alt sind. Bei meiner Tochter half nichts. Falls deine Kleine ähnlich sein sollte wünsche ich dir gute Nerven. Ich erinnere mich noch mit Grausen an die Zeit als sie endlich sicher laufen konnte. Da habe ich die Zeit zurück gesehnt in der sie es noch nicht konnte. #yoga

    Einmal editiert, zuletzt von 1234 ()

  • Ich häng mich mal dran... #trommel


    Ich nehme Sohnemann eingentlich nur bei akut gefährlichen Situationen (Sturzgefahr, heiße Backofentür...) hoch. Nein sagen und wegnehmen hat ansonsten keinen Lerneffekt und er wird dann zornig und versucht, sich freizustrampeln.


    Er ist auch sehr robust; reißt an meinen Haaren und krallt sich mit den Händen in meine Haut rein. Oft muss ich leider Geräusche von mir geben, weil es so weh tut...ja, das interessiert ihn dann brennend, was die mama da von sich gibt... #augen
    Wenn es mir zu arg weh tut, halte ich die Hand fest, was wiederum mit wütendem Gemecker quittiert wird. Oder er versucht, zurückzuhauen. 8o


    Na Ansadi, du machst mir ja Mut..die ersten seitlichen Schritte am Soga entlang werden hier schon eifrig geprobt... :S

  • Ich habe beim Zwerg super Erfahrungen mit dem Babyzeichen für "Nein" (wir haben "Zeigefinger direkt vor der Nase des Zwergs hin und her bewegen" verwendet) gemacht.
    Das Zeichen war für ihn deutlicher wahrnehmbar und es stand ihm auf seinem Weg zum begehrten Objekt "im Weg", d.h. es war wirklich eine Barriere.


    Ausserdem habe ich mir Mühe gegeben, nur einzelne "Verbote" zu haben, aber diese dafür konsequent durchzusetzen. Die Steckdosen sind bei uns phasenweise auch interessant, aber ich versuche es nur zu "kommentieren", nicht zu verbieten, klappt recht gut. Blumen abreissen wiederum tut mir im Herz weh, da habe ich mit viel "Nein" Zeichen, eingreifen, Alternativen zeigen (bei uns daran riechen, hat schon früh sehr gut geklappt), nachfragen ob er verstanden hat.
    Beim Zwerg half es sehr gut, gefühlte tausend Mal zu sagen "dieses Regal ist nicht für dich, das gehört Mutti, das da unten, das ist deines, das gehört dem Zwerg". Er hat später, als er erste Worte sprechen konnte, dann immer wiederholt "Mutti" (auf mein Regal gezeigt), "Zwerg" (auf sein Regal gezeigt). So ging das oft sehr lang hin und her, aber dadurch konnte er wohl verstehen, dass es verschiedene "Besitztümer" gibt ;)
    Klappt nun auch sehr gut, wenn ich mal was esse, das für ihn nicht so geeignet ist (z.B. Pralinen mit Alkohol, harte Nüsse) - er versteht, dass manches Essen nur für mich ist und anderes im Gegenzug nur ihm gehört.


    Ich würde also sagen "erziehen" klappt, aber nur wenn man es nicht übertreibt und die wenigen "Regeln" auch konsquent und ruhig vertritt :)


    Einzig beim Tiere hauen, treten, am Fell ziehen bin ich nicht erfolgreich. Da reagiere ich einfach zu emotional, weil ich die Tiere schützen will. Wir arbeiten dran ;)

  • Ich hab ihn auch einfach immer und immer wieder weggenommen und NEIN gesagt und den Kopf dabei geschüttelt. Das er es verstanden hat, war ganz klar deutlich als er mit knapp über einem Jahr in seinem Babywörterbuch auf eine Steckdose zeigte und den Kopf schüttelte (ebenso beim Herd)
    Übrigens hatte ich in der Zeit in der Steckdosen so interessant waren immer zwei/drei Steckdosensicherungen (die dicken die man mit dem Stecker rauszieht) in der Wickeltasche für Besuche. Zum Beispiel hatten die Schwiegereltern nämlich so doofe Bodensteckdosen... die waren ja noch besser als die Zuhause... da musste IMMER nachgeschaut werden... und die Zwerge können ja so schnell werden!!

    Wie ein Quadrat in einem Kreis,
    eck ich immer wieder an.....




  • Es gibt wirklich 10 Monate alte Babys, die auf "Nein" hören? Das kann ich gar nicht glauben...


    Ich würde mein Kind mit den gesicherten Steckdosen spielen lassen, und anderswo halt aufpassen, d.h. Kind wegnehmen, wenn es dort reingreifen will. Und zwar nicht aus erzieherischen Gründen, sondern einfach, um die Gefahr abzuwenden. Zumindest meine Kinder waren in dem Alter noch lange nicht soweit, zu kapieren, dass manches gefährlich ist. Nur "heiß" haben sie recht schnell begriffen, das ist aber auch irgendwie anschaulicher...

  • Huhu!


    Es gibt wirklich 10 Monate alte Babys, die auf "Nein" hören? Das kann ich gar nicht glauben...


    Ne, nu nicht direkt "hören". Aber erst mal innehalten. Das ist schon sehr praktisch.


    lg - roma

    Toleranz ist der Verdacht, dass der Andere Recht hat - Kurt Tucholsky

  • Als meine Tochter so klein war, hatte ich immer die Einstellung, dass man zwar zeitig mit einem "Nein" beginnen kann - aber wirklich erwarten, dass das Kind sich dann aber von Objekt der Begierde abwendet, das kann man nicht.


    Auch hatte ich das Gefühl, dass lange Erklärungen da wenig Sinn gemacht haben - das geht jetzt, seitdem sie 2 ist, erst halbwegs.


    Grundsätzlich gucke ich immer, welches Risiko ich eingehe, wenn ich Gefahrenquellen nicht aus dem Weg schaffe. Eine Schramme oder eine Beule ist für mich kein Grund, da übermäßige Vorsicht walten zu lassen. Bei Steckdosen, offenen Fenstern, Putzmitteln und Co, kann dagegen auch eine einzige Unvorsichtigkeit fatale Folgen haben, von daher...

    vOp2p2.png 

    There is no foot too small, that it cannot leave an imprint on this world.

    Einmal editiert, zuletzt von staubschaefchen ()

  • Oh Juni was bin ich froh, dass du das hier fragst. Ich habe letztens schon eine solche Frage in meinem "Geburtstthread" gestellt und danach war bis zum neuen Forum keine Aktivität mehr darin. Ich hatte schon Phantasien, dass alle mich so schlimm fänden, dass niemand mehr etwas schreiben wollte.
    Ich habe mir ehrlich gesagt bis vo 2 Monaten gar keine Gedanken darüber gemacht, dass ein kleines Kind (mittlerweile 1 Jahr alt), auf ein kurzes, scharfes "Nein!" nur mit Begeisterungsstürmen reagieren könnte. Aber es ist so, je schärfer, desto begeisterter. Und er sieht dann gar nicht aufmüpfig aus, sondern so richtig glücklich. Und das sind ja nicht nur nervige Situationen (mit vollen Händen in den Brei matschen und dann mir in die Haare packen), sondern halt auch viele richtig gefährliche Situationen, wo es einfach richtig helfen würde wenn er verstehen würde, dass das gerade nicht geht.
    Bin also aufrichtig dankbar für jeden Tipp hier.
    Grüsse, kasi