Argumente für Konsequenzen - im Gegensatz zu Stafen - gesucht!


  • Wenn man dazu neigt, gewalttätig zu werden, mag selbst das kurzzeitige wegsperren immer noch das "kleiner der beiden großen Übel" zu sein. (Keine Angst, so habe ich das bei dir nicht verstanden!!!). Aber das macht es ja noch lange nicht GUT.


    Da hast Du natürlich Recht! Ich versuche nur Wege zu finden was ich tun kann wenn ich wütend bin und nicht losbrüllen will. Bis jetzt fand ich da das "kleinere Übel" besser, aber gerade letzte Woche gab es eine Situation, wo ich gemerkt habe, dass ihn das schon kränkt und dass er das schon als Strafe ansieht auch wenn ich es gar nicht so meine. :S
    Ich hab's schon mal geschrieben, aber ich lese Dich so gerne. Deine Worte geben mir immer so viel Input. Jetzt gerade habe ich auch gemerkt, dass ich mir andere Strategien ausdenken muss, dass das ins Zimmer tragen vielleicht das kleinere Übel ist, dass es da aber auch eine bessere Lösung geben muss (vielleicht hör ich dann einfach fünf Minuten lang laut Musik oder sowas :D).


    Für mich war es ein langer Weg, bis ich dahin gekommen bin, dass es gar keine Konsequenzen geben muss. Und die logischen Konsequenzen (Kind nass, Schwester weint etc.) sind einfach da, da muss man sich nichts ausdenken.


    Das ist aber keine natürliche Konsequenz mehr. ICH greife ein (halte die Hand fest, sage, dass das nicht in Ordnung ist, nehme die Banane wieder weg und gebe sie zurück und trage den Großen aus dem Zimmer). Das ist eine logische Konsequenz. Es entspricht meinem Wertesystem und dem unserer Gesellschaft (Gewalt und Sachen wegnehmen ist nicht in Ordnung).


    Also ich würde in der Situation die Banane nicht wieder wegnehmen, sondern nur bitten dass die Banane wieder zurück gegeben wird. Denn wie Du selbst schreibst:

    Zitat

    (Gewalt und Sachen wegnehmen ist nicht in Ordnung)


    Ob das die richtige Lösung ist weiß ich aber auch nicht...

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von zsuzsmuzs ()

  • Hallo,


    Hm, keine Ahung, wie andere das empfinden, vielleicht ist das auch kulturell oder familiär geprägt, aber ich empfinde es für mich tatsächlich als natürlich UND logisch, daß ich eingreife, wenn (m)ein Kind geschlagen wird, egal von wem #weissnicht


    Ich hab ja auch nichts gegen logische Konsequenzen - so lange der Begriff nicht verwendet wird, um Strafenm darunter zu verstecken. Logisch: der Tisch ist nass, einer wischt ab. Für mich nicht mehr logisch: Ich streite mit meinem Kind oder strafe es gar, bis das KIND es macht, weil ich das so will.


    carlotta


    Es stimmt, ich kann nur festlegen, was für MICH logisch ist. Und darauf achten, wie es dem anderen damit geht. Ich kann dem Kind aber auch nicht permant dieWelt heile machen, ist ein Luftballon kaputt, kann ich ihm, wenn ich noch einen habe, den anbieten. Habe ich keinen, geht es nun mal nicht. Und den zerplatzen heile zaubern,. kann ich auch nicht. Ich denke, das gehört zum Lernprozess im Leben dazu. Es ist für mcih aber etwas anderes, wenn ich so etwas künstlich schaffe, indem ich z.B. eine Sache, die ich problemlos reparieren KÖNNE kaputt lasse, damit das Kind irgendwas draus lernt. .


    Generell zu sagen: "Ist doch egal was man macht und wie man es nennt, irgendwer wird es immer anders empfinden " ist für mich aber eine zu große Beliebigkeit. Mir wurde udn wird z.B. gerne erzählt, daß ich Schläge(!) als logische Konsequenz für Versehen empfunden habe und daß die doch darum in Ordnung sind. Weil ich sie als "gerecht" empfand. (Stimmt zwar gar nicht, aber offenbar habe ich das gut vorspielen können, weil es so erwartet wurde).


    Ich denke schon, daß ein achtsamer Umgang mit Sprache auch ein achtsameres Verhalten bewirken KANN (wenn es auch kein Automatismus ist) während eine Umdeutung ("Strafen nennen wir jetzt netter und vor allem akzeptabler klingend auch "logische Konsequenzen") schädliche Strukturen nur feststampfen kann (ich könnte aus anderen Bereichen Beispiele bringen, das geht aber zu weit)


    Eine in Absprache mit dem Kind und seinem Einverständnis gefundene Lösung (Ich habe XY kaputtgemacht,inzwischen tut es mir leid und darum mache ich für dich Z z.B.) , würde ich tatsächlich nicht als Strafe oder "Erziehung(smaßnmahme) bezeichnen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Das mit dem Getränk war ja nur ein Beispiel für jede beliebige andere Situation.
    Wenn ich ihnen das nächste Mal keinen Trinkhalm mehr gebe (du schriebst, anderes Trinkgefäß, etc.), dann gibt auch auch wieder Streit, weil sie auf den Halm pochen. Also doch geben und wieder Geklecker haben und doch wieder Mama die aufwischt.


    Sie wissen, dass sie es selbst aufwischen sollen.


    Was ist denn mit Kindergarten und Schule? Da lebt keiner eine Beziehung, da gibt es gemeingültige Regeln. Komischerweise klappt dort die Einhaltung, und dort wird sie durchgesetzt. Kind darf eben erst vom Tisch weg, wenn es selbst aufgewischt hat.


    Mag aber auch am Extremfall liegen, beim Großen läuft die Autismusdiagnose an. Und bei ihm klappt es auch nicht gut in KiGa und Schule. Die Jüngeren gucken sich sein Verhalten hier zuhause aber ab.

    #male01/05, #female08/07, #female08/09 und #male08/11



    The most dangerous risk of all - the risk of spending your life not doing what you want on the bet you can buy yourself the freedom to do it later

  • Mir hat mal jemand gesagt, dass es vorallem die innere Haltung ausmacht, ob es wirklich eine natürlich Konsequenz ist oder eine Strafe.


    zB. das Kind hampelt rum und der Luftballon zerplatzt. Da kann man ja sich so wunderbar ranhängen "Ich habe dir das gleich gesagt und hättest du halt..wenn du auf mich hören würdest...natürlich war es der letzte..und jetzt gibt es halt keinen mehr...da kannst du was draus lernen...brauchst gar nicht so rumzuheulen..." dann ist das eine ganz unschöne Situation, die Meilen davon entfernt ist, was in meinen Augen eine natürlich Konsequenz sein sollte.
    Also wenn der Ballon platzt, es war der letzte und das Kind weint, dann tröste ich es in erster Linie. Weil in der Regel hat das Kind ja seine Erfahrung schon gemacht, ich muss es ihm nicht noch auf die Nase binden. Wenn es sich beruhigt hat, dann können wir immer noch über die Situation sprechen. Wieso das jetzt passiert ist und was wir nun machen wollen.


    Wut: wenn ich ganz wütend bin, dann rufe ich meine Mutter an und lass den Dampf bei ihr ab. Sie bringt mich immer wieder runter und liebt die Kinder genauso wie ich. Manchmal springt sie dann auch ins Auto und holt ein Kind ab, damit wir alle durchatmen können.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • qafi: ich finde es logisch, dass Kinder anders reagieren als in der Familie. Ich reagiere bei meinem Mann auch viel emotionaler als bei einem Arbeitskollegen. Man hat halt mehr Abstand.


    ...und ich bin der Meinung, dass man auch in der Schule merkt, ob das Kind sich von einer Lehrperson akzeptiert fühlt oder nicht. Zumindest bei meinen Kindern ist das unheimlich wichtig.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Ich finde es wirklich spannend wieviele Konnotationen das Wort "Erziehung" hat. Ich hätte es nie als "Ich forme mein Kind wie ich das will" verstanden.
    Aber ich sehe es als Aufgabe der Eltern (und Erzieher und etc.) an das Kind zu einem selbstbestimmten Leben in diese (weit weg von perfekten) Welt zu befähigen und bis dahin (und darüber hinaus) zu begleiten. Wege und Mittel dahin sind natürlich so unterschiedlich wie Menschen es sind. Da Kinder, wenn sie auf die Welt kommen, diese erste endecken müssen. Gebe ich als Eltern den Rahmen vor innerhalb dessen sie das tun können. Dieser Rahmen ist bestimmt durch die Bedürfnisse des Kindes, evtl. der anderen Kinder, der Eltern, anderer Menschen, lebensnotwendigen Dingen, der Spielregeln der Gesellschaft und natürlich auch der Wertvorstellungen der Eltern. Im Idealfall wird der Rahmen umso größer je älter und selbstständiger ein Kind wird.
    Und so würde ich dieses Thema einordnen: Was passiert wenn der Rahmen verlassen wird? Manchmal ist das eine natürliche Konsequenz, manchmal auch eine von den Eltern erdachte, die auch vom Kind als willkürlich empfunden werden kann.
    Bei den Folgen gibt es sicher Dinge über die wir uns alle einig sind: Wenn ein Zweijähriger auf die Straße rennen will, wird er festgehalten. Sch* auf sein Bedürfnis die Welt der Straße zu entdecken. Bei manchen Dingen lernt das Kind eben die Welt kennen: Wenn das Eis runter gefallen ist und der Eiswagen schon weg oder das Geld alle, dann gibt es eben kein Eis. Bei anderen Dingen hingegen sind Eltern, Lehrer oder Erzieher in der Pflicht: Zur Schule muss man gehen, egal ob man Lust hat oder nicht (Freilerner ausgenommen ;) ). Sicher muss man schauen, ob es in der Schule ein Problem geht und man kann diskutieren welche Schule - aber Lesen, Schreiben, Rechnen lernen ist eben nicht diskutierbar. Aber bei vielen kleineren Dingen drum herum wie mit "Trinkhalm rumsauen" gibt es eben keine allgemeingültige Regelung.

  • Was ist denn mit Kindergarten und Schule? Da lebt keiner eine Beziehung, da gibt es gemeingültige Regeln.


    natürlich haben auch erzieher und lehrer eine beziehung zum kind.


    nur selten eine so innige und liebevolle wie die eltern. ;)


    aber auch da gilt: wenn ich einen schüler wirklich *sehe*, ihn ernst nehme und eine beziehung zu ihm aufbaue, die über "wir halten uns an unsere klassenregeln, weil wir die alle gut finden" hinausgeht - dann kann ich überhaupt nur einfluss nehmen.

    Denn Gott in seiner Weisheit hat es den Menschen unmöglich gemacht, mit Hilfe ihrer eigenen Weisheit Gott zu erkennen.
    Stattdessen beschloss er, alle zu retten, die einer scheinbar so unsinnigen Botschaft glauben. 1 Kor 1,21

  • Ich empfinde die gesamte Materie ziemlich verwirrend und für mich nicht klar durchschaubar. Werde weiter lesen und hoffentlich mehr Klarheit bekommen. Man lernt ja nie aus.


    Ich finde den Umgang mit Babys (inzwischen) total einfach, weil er für mich instinktgeleitet ist, stillen, tragen, nicht schreien lassen, nachts bei sich haben. Aber bei der "Erziehung" versagen meine Instinkte, und das aus eigener Erfahrung in der Kindheit Gelernte leitet mich. Natürlich überdenke ich und mache sehr viel anders als meine Eltern. Z.B. was ich selbst als Kind als negativ empfunden habe. Aber wie man mit größeren Kindern "richtig" umgeht erschließt sich für mich nicht so einfach wie der Umgang mit einem Baby (wobei ich auch dort eine 180 Grad Wendung machen musste vom Erlernten, aber es war dort aufgrund der starken Instinkte viel einfacher).

    #male01/05, #female08/07, #female08/09 und #male08/11



    The most dangerous risk of all - the risk of spending your life not doing what you want on the bet you can buy yourself the freedom to do it later

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von qafi () aus folgendem Grund: Ergänzung


  • Was ist denn mit Kindergarten und Schule? Da lebt keiner eine Beziehung, da gibt es gemeingültige Regeln. Komischerweise klappt dort die Einhaltung, und dort wird sie durchgesetzt. Kind darf eben erst vom Tisch weg, wenn es selbst aufgewischt hat.


    Also mein Kind ist im Kindergarten überangepasst. Wenn sie nur etwas winzig kleines "falsch" bzw. nicht den Regeln entsprechend macht, dann bricht für sie eine Welt zusammen. Ich würde mir wirklich wünschen, dass sie sich ein bisschen weniger an die Regeln halten würde, denn ich sehe, wie schlecht es ihr mit den vielen Rgeln geht. Sie muss auch immer richtig viel Dampf ablassen so bald wir sie abholen. Mich macht das sehr traurig und ich finde es auch nicht toll, dass sie sich dort an die (teilweise ziemlich bekloppten) Regeln hält.


    Ich würde gerne nochmal auf die Bananengeschichte zurückkommen. Was ist in der Situation richtig? Soll die Banane wieder abgenommen werden, oder nicht?
    Und ich sehe grad, dass mein letzter Satz missverständlich war. Gewalt und Sachen wegnehmen ist natürlich nicht in Ordnung. Meine Unsicherheit bezog sich auf das "wieder weg nehmen".

  • Bananengeschichte: das kann man so gar nicht sagen. Ich würde erstmal sehen wie es den Kindern geht, wie war die Situation im Vorfeld, hat es noch mehr Bananen oder war es die letzte?
    Hätte es noch mehr Bananen, dann würde ich die erstmal lassen wo sie ist und Kind trösten, das geschlagen worden ist (wenn es das denn braucht) und dann noch eine Banane auftischen.


    Wenn es nun die allerletzte ist und das Kleine weniger wegen dem Schlag als wegen der Banane weint, dann würde ich das Grosse bitten das Ding zurückzugeben. Evtl. einen Kompromiss finden (noch einmal abbeissen, dann zurückgeben)
    Aber evtl. ging es ja gar nciht um die Banane, sondern das Grosse hatte einen miesen Tag, fühlte sich schlecht und hat das Kleine als Blitzableiter benutzt. Dann kann es auch sein, dass ich entscheide ihm nun einfach die Banane zu lassen, Kleines tröste wegen dem Schlag, eine Alternative herzaubere und später mit dem Grossen noch spreche und schaue, was es nun noch braucht um wieder auf den Damm zu kommen.


    UNd ja. solche Situationen sind supernervig.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Was, wenn Kind sich weigert aufzuwischen? Was ist dann die logische Konsequenz?

    mein kommentar dazu wäre vorher: "wenn du den tisch einsaust, dann wischt du es bitte selber weg - sonst gebe ich dir keinen trinkhalm mehr".


    jetzt mal vorausgesetzt, der saubere tisch ist mir wichtig - was ja legitim ist.


    dann kann das kind sich entscheiden: weiter rumsauen - und halt hinterher sauberwischen. oder das rumgesaue lassen. die bis dahin entstandene sauerebi würde ich dann kommentarlos wegwischen.


    saut das kind weiter und wischt es dann nicht selber weg, wische ich - aber es gibt auch nächstes mal keinen trinkhalm.
    jedenfalls nicht ohne zu klären, wie damit umgegangen wird und dass ich keine trinkhalme mehr ausgebe, wenn sich an vereinbarungen nicht gehalten wird.


    für mich ist da schon ein erziehungsziel. nämlich, dass man für die konsequenzen des eigenen handelns die verantwortung übernimmt. die konsequenz aus der sauerei ist: der tisch ist dreckig. wenn der nicht gewischt wird, dann wird das auf dauer eklig. wenn derjenige, der normalerweise den tisch wischt die mutwillig veranstatltete sauerei - die über das normale maß von tisch-sauerei hinausgeht nicht willens ist, wegzuwischen, muss der wischen, der sie veranstaltet hat. oder man muss sich anders einigen.


    ich finde schon, dass kinder lernen können, dass ihre spaß-sauere (so legitim ich die finde) arbeit verursacht. und dass sie nicht damit rechnen können, dass sich immer jemand findet, der ihnen hinterherwischt, weil er sie so lieb hat.


    nicht, dass hinterherwischen weil man das kind so lieb hat grundsätzlich was falsches wäre. aber ab irgendeinem punkt (der verm. bei jedem unterschiedlich ist) kann ein kind die verantwortung übernehmen.


    und an dem punkt ziehe ich meine grenze und sage "dazu bin ich nicht mehr bereit. das kannst du selber wegmachen".


    und das kind kann sich entscheiden, ob ihm die sauerei so viel spaß macht, dass es das aufwischen wert ist - oder ob es nicht so wichtig ist.


    wenn das kind saut und sich dann weigert aufzuwischen, ist für mich trinkhalme rationieren die logische konsequenz.
    aber man kann es auch als strafe betrachten.

    Kind haut jüngeres Geschwisterchen fest auf den Kopf und entreißt ihm dessen Banane, weil die eigene schon aufgegessen ist. Dieses kann sich nicht wehren.

    *ich* würde das jüngere und hilflosere kind schützen. die banane wegnehmen und das ältere kind aus der situation nehmen.


    ich würde mich zunächst um das kleinere kind kümmern, trösten, banane schälen, whatever und dann mit dem großen kind sprechen, warum es so vorgegangen ist.


    entweder kann man klarstellen, dass eine zweite banane kein problem ist - sofern genug da sind - aber dann bitte friedlich danach gefragt/eine aus dem obstkorb genommen wird, ansatt das kleinere geschwist zu schlagen und sich mit gewalt zu nehmen.


    oder - wenn es die letzte banane war - sagen, dass es unfair ist, dass jedes kind eine banane bekommt und dass man gerne in zukunft mehr bananen einkaufen kann - aber mit gewalt in dieser familie nichts weggenommen wird.
    (und nein - ich finde es nicht vergleichbar dann zu sagen, der erwachsene darf dem älteren kind dann die banane auch nicht "mit gewalt" wegnehmen. natürlich wende ich keine körperliche gewalt an für eine banane oder schlage das kind auf den kopf, um ihm zu zeigen, wie böse es war.)

    Denn Gott in seiner Weisheit hat es den Menschen unmöglich gemacht, mit Hilfe ihrer eigenen Weisheit Gott zu erkennen.
    Stattdessen beschloss er, alle zu retten, die einer scheinbar so unsinnigen Botschaft glauben. 1 Kor 1,21


  • (und nein - ich finde es nicht vergleichbar dann zu sagen, der erwachsene darf dem älteren kind dann die banane auch nicht "mit gewalt" wegnehmen. natürlich wende ich keine körperliche gewalt an für eine banane oder schlage das kind auf den kopf, um ihm zu zeigen, wie böse es war.)


    Meinem Kind könnte ich die Banane nicht ohne körperliche Gewalt wieder abnehmen, ich müsste sie ihm tatsächlich aus der Hand reißen.
    Warum darfst Du als Erwachsener die Banane wegnehmen, wenn das Kind das nicht darf? Mir kommt das ungerecht und unlogisch vor. Ich bin der Meinung, dass wenn ich will, dass mein Kind lernt, dass es keine Gewalt gegen Kleinere anwenden darf, dass ich dann mit gutem Beispiel voran gehen muss und ihm folglich die Banane nicht wieder abnehme wenn es sie nicht von alleine hergeben will.
    Mich erinnert das an die Situation dass ein Kind laut ist und die Eltern ihm dann zubrüllen dass es doch bitte leiser reden soll. Vielleicht mache ich da aber auch einen Denkfehler.


    Zitat

    dass man für die konsequenzen des eigenen handelns die verantwortung übernimmt.


    Da gebe ich Dir Recht, aber ich hatte bisher das Gefühl dass das von alleine kommt, wenn ich als Erwachsene das vorlebe.

  • Sie entscheiden sich in meinen Augen dafür, ihr Kind als vollwertigen Menschen anzuerkennen. Sie entscheiden, wie sie selbst sein wollen. Sie entscheiden, wie SIE das Miteinander leben wollen, aber sie entscheiden nicht, wie die anderen (Partner, Kinder) das Miteinander leben sollen.



    naja, das ist ja ein System, das ist keine losgelöste zweierbeziehung. aber darum geht es nicht. die erwachsenen entscheiden es. nciht das kind.


    und im gegensatz zu trin erziehe ich mein kind nicht ZU etwas, sonder ich erziehe es einfach.


    ich persönlcih halte an dem begriff fest, weil er für mich eine sehr breite bedeutung hat, und dadurch die kommunikation mit anderen erleichtert. mit ca. 99% der leute nämlich. außer dem 1%, der darauf besteht, seine Kinder nciht zu erziehen. und ich bin, wie gesagt, der meinung, dass ich mein kind erziehe und jeder das tut, deswegen verwende cih den begriff natürlich.


    aber ich glaube halt auch, dass es keine Nicht-Erziehung gibt. Ich gehe mit meinem Kind in eine Interaktion, mit einem bestimmten Ziel und bestimmten Vorstellungen. Wäre mein kind z.B. dauerhaft gewalttätig, könnte ich es zwar immer noch als eigenständigen menschen wahrnehmen und seine bedürfnisse und aktionen achten, aber ich hätte doch den dringenden wunsch, etwas daran zu verändern und würde das auch tun. d.h., ich würde davon ausgehen, dass etwas nicht stimmt und gegebenenfalls intervenieren, z.b. durch gespräche, ausgleichende tätigkeiten, veränderung meines verhaltens. Ich würde also versuchen, mein kind wieder mit der vorstellung in übereinstimmung zu bringen, die ich von einem gesunden kind habe (dass es nämlich versucht zu kooperieren).


    aber genau in diesem moment erziehe ich. denn ich wende meine eigenen masstäbe und meine wahrheit (Vorstellung von dem, was kinder sind und brauchen) auf mein Kind an. ich halte mich an mein eigenes theoretisches Konstrukt und wende die methoden an, die cih für mcih selbst als richtig erkannt habe. und das ist genau, was alle anderen eltern auch machen. nur unterschieden sich möglciherweise ihre grundannahmen (z.b., dass kinder prinzipiell korrigiert werden müsse. oder dass strafen wirksam sind) und ihre methoden.


    zu dem beispiel mit der banane: ich kann grundsätzlich die überlegung verstehen: wir nehmen dem anderen nichts weg, also nehme ich meinem kind auch nichts weg. ich halte das auch prinzipiell für richtig und glaube, dass das funktionieren kann, wenn man selbst sehr, sehr gut durchgearbeitet ist :D ist man das nicht, merken das die kinder und es wird dauerhaft zu konflikten führen.


    ich bin das nicht und ich würde das jüngere kind schützen. also, wenn ich keinen zugang zum älteren kind finde, würde cih ihm durchaus die banane wegnehmen. denn der schutz des schwächeren steht für mcih über dem recht auf 'mir darf niemand was aus der hand nehmen'. ich bin auhc recht froh, dass es eine polizei gibt, an die ich mich wenden kann, wenn mich jemand beklaut und ich das nicht mit dem dieb bequatschen muss. trotzdem gibt es natürlich auch noch 20 andere wege, mit der situation umzugehen und wie ich das tue, hängt vermutlich ganz stark von der tagesform aller beteiligten ab. und natürlich von der ursache für den diebstahl. wenndas ältere kind die banane klaut, weil es eine banane essen will, lässt sich die situation vermutlich schneller lösen, als wenn es die banane genommen hat, um einen konflikt zu provozieren. dann reagiert es natürlich auch ganz anders auf meine intervention.


    und es hängt von den umständen ab: habe ich noch eine banane, drücke ich die dem jüngeren kind in die hand und schaue dem älteren kind tief in die augen und sage ihm: "das nächste mal sagst du mri einfach bescheid und cih gebe dir deine eigene." handelt es sich um die banane, die das jüngere kind gerade von der Oma geschenkt bekommen hat und das ältere kind hat aus eifersucht gehandelt, kann ich diese lösung grad mal eben knicken. vor allem, wenn ich keine zweite banane habe :D

  • happy spider : *nickt* kann Deine Argumentation gut verstehen. Ob ich jetzt "gut durchgearbeitet" bin (was genau meinst Du damit? #confused) oder nicht, weiß ich nicht, aber ich glaube für uns passt unser Weg besser.
    Ich habe letzten Sommer ein Theaterstück gesehen, dass die Thematik bearbeitet hat, ob Strafen wie Gefängnis etc. überhaupt sinnvoll sind, oder ob sie nur noch mehr Probleme schaffen. Das hat mich sehr zum nachdenken gebracht.

  • ich lehne strafen als Erziehungsmittel ab (auch wenn ich sie schon angewendet habe). Das beispiel mit der Polizei bezog sich nur auf den Schutz- und Wiederbeschaffungsaspekt. Ob Gefängnisstrafen für straffällig gewordene personen sinnvoll sind oder nicht, wollte ich nicht diskutieren.



    Mit gut durchgearbeitet meine ich, dass man entweder sehr gute vorbilder hatte, oder aber sich alte Muster bewusst gemacht und erfolgreich bearbeitet hat und auch in schwierigen Situationen (Müdigkeit, Stress, Wut) umsichtig und achtsam agieren kann. ich weiß, dass ich das nicht immer kann und deshalb Situationen nciht immer durchschaue. daraus resultiert dann z.B. ambivalenz und fehlende Authentizität. ich persönlich bin der meinung, dass Klarheit und die wahrung persönlicher grenzen sehr wichtig für uns als familie ist, wichtiger, als z.B. meinem Kind nicht etwas aus der hand zu nehmen (z.b. auch meinem kleinen die Kamera, die er aus wut gerade auf den boden donnern will). sprich, würde cih meine grenze (jeder hat das recht, dass die dinge die ihm gehören, ganz bleiben.) nicht wahren, würde cih so wütend auf meinen sohn werden, dass der schaden viel größer wäre als wenn ich nur seine körperliche grenze übergehe und ihm die kamera wegnehme.


    Und man sollte sich vor augen halten, dass für ein kleines kind so eine Banane ungefähr genauso wichtig sein kann, wie z.B. für einen erwachsenen sein laptop. oder die unersetzbare erinnerung an die oma. mir selbst ist es dann wichtig, diese grenze des kindes vor dem anderen kind zu schützen und nicht zu sagen: "ach komm, ich tröste dich halt." aber wie gesagt, es kommt immer auf die spezielle situation an.

  • Warum darfst Du als Erwachsener die Banane wegnehmen, wenn das Kind das nicht darf? Mir kommt das ungerecht und unlogisch vor. Ich bin der Meinung, dass wenn ich will, dass mein Kind lernt, dass es keine Gewalt gegen Kleinere anwenden darf, dass ich dann mit gutem Beispiel voran gehen muss und ihm folglich die Banane nicht wieder abnehme wenn es sie nicht von alleine hergeben will.

    mir kommt es ungerecht und unlogisch vor, dass ein kind einfach einem schwächeren die banane wegnehmen und dann auch noch diese behalten darf.


    ungerecht, weil es sich etwas nimmt, was ihm nicht gehört. welches signal gebe ich damit dem unterlegenen kind? "pech gehabt? wehr dich halt nächstes mal!" "hau zurück"? "in unserer familie musst du auf deine sachen achten, sonst sind sie weg"?


    es war unrecht die banane zu nehmen - als erwachsener, die um die langfristigen konsequenzen weiß, habe ich die verantwortung diese ungerechtigkeit wieder gerade zu rücken.


    und wenn das kind keine einsicht zeigt, dann nehme ich ihm die banane wieder weg und gebe sie seinem geschwist.
    wenn ich dazu gewalt anwenden müsst, würde es vermutlich darauf hianuslaufen, dass das geschwist als ersatz etwas bekommt, was das andere kind weit lieber mag als eine banane.


    das gute beispiel hat mein kind an mir in jeder situation, in dem ich es um etwas bitte, anstatt es ihm aus der hand zu nehmen.
    aber in dem moment, wo es sich familienfeindlich verhält, greife ich ein. wegnehmen wird nicht toleriert.


    ich denke, manchmal kann man nicht das absolut richtige tun, sondern nur das relativ richtige.

    Denn Gott in seiner Weisheit hat es den Menschen unmöglich gemacht, mit Hilfe ihrer eigenen Weisheit Gott zu erkennen.
    Stattdessen beschloss er, alle zu retten, die einer scheinbar so unsinnigen Botschaft glauben. 1 Kor 1,21

  • Nachtrag: es kommt natürlich auch ganz stark auf das alter des kindes an. Mit einer 7jährigen hat man ganz andere verbale Optionen als mit einer 1jährigen. und ich habe keine hemmungen, einem 1jährigen kind etwas aus der hand zu nehmen. ich begründe das natürlich, aber ich erwarte keine Einsicht.

  • Meinem Kind könnte ich die Banane nicht ohne körperliche Gewalt wieder abnehmen, ich müsste sie ihm tatsächlich aus der Hand reißen.
    Warum darfst Du als Erwachsener die Banane wegnehmen, wenn das Kind das nicht darf? Mir kommt das ungerecht und unlogisch vor.


    Weil ich damit die als richtig angesehen Ordnung von "jeder bekommt seinen Teil" wieder aufrichte, während das Kind diese Ordnung durch seinen "Übergriff" zerstört hatte. Ich sehe da einen riesigen Unterschied. Meine Handlung des Wegnehmens kann ich auch sinnvoll erläutern mit "es ist gerecht, dass jeder das behalten darf, was ihm zusteht", es ist eine Handlung, die sich an das Allgemeinwohl richtet, denn sie hält diese Ordnung aufrecht, die für alle praktisch ist, wenn man mal der Unterlegene ist. Das Wegnehmen durch das größere Kind (kann ja im Übrigen auch das kleinere sein #freu ) hingegen war ein Akt des Egoismus.
    Ich würde es auch bevorzugen, wenn das Kind von selbst einsieht, dass es die Banane zurückgeben sollte, tritt das aber nicht sofort ein, würde ich sie ihm abnehmen. Wenn dazu natürlich Gewalt nötig wäre, liegt die Situation ganz anders meiner Meinung nach, darauf würde ich es nicht ankommen lassen wollen.


    Im Übrigen verwende ich den Begriff "erziehen" durchaus auch für erwachsene Menschen (so habe ich meinen Mann dahin gehend erzogen, dass er seine dreckigen Klamotten nicht mehr auf den Boden wirft und zwar indem ich ihm eine sinnvolle Alternative geboten habe) und obwohl ich die Diskussion um die Worte nachvollziehen kann, hat er für mich nicht diese negative Konnotation und daher empfinde ich eine Abwendung vom Begriff als solchen für mich persönlich nicht als nötig. Wer darunter Dressur versteht, wird den Begriff nicht verwenden wollen, das leuchtet mir ein. Nur verstehe ich nicht, warum Menschen, für den er eher in die Richtung von Sozialisation und "Hilfe zum Einleben in eine soziale Gruppe" bedeutet, sich nun auch von dem Begriff verabschieden sollten.

  • ich lehne strafen als Erziehungsmittel ab (auch wenn ich sie schon angewendet habe). Das beispiel mit der Polizei bezog sich nur auf den Schutz- und Wiederbeschaffungsaspekt. Ob Gefängnisstrafen für straffällig gewordene personen sinnvoll sind oder nicht, wollte ich nicht diskutieren.


    Das ist mir schon klar, ich wollte auch nicht darüber diskutieren. Mich hatte es damals sehr aufgewühlt und ich habe danach vieles hinterfragt und anders gesehen als vorher und es hat mir geholfen unseren Weg zu finden und darum hatte ich es erwähnt. :)


    carlotta : Nein, das kleine Kind sieht nicht, dass es "Pech gehabt hat", oder dass es zurückhauen soll. Wie kommst Du darauf? #confused Es sieht, dass man solche Dinge auch ohne Gewalt klären kann und dass einem anderen nichts weggenommen wird. Meistens machen wir es so, dass ich bitte, wenn dann nichts kommt erkläre ich dem kleinen Kind, dass das große Kind sich gerade schlecht fühlt/sauer ist/was auch immer und wir später noch mal fragen. Wenn das große Kind sich beruhigt hat, dann war es bis jetzt immer bereit das Geklaut wieder zurückzugeben.
    Und ja, wenn man die Banane dem großen Kind einfach so aus der Hand nehmen kann, dann ist das meiner Meinung nach etwas anderes. Bei UNS wäre das aber sicher nicht möglich.


    Zitat

    es war unrecht die banane zu nehmen - als erwachsener, die um die langfristigen konsequenzen weiß, habe ich die verantwortung diese ungerechtigkeit wieder gerade zu rücken.


    Hm... das finde ich schwierig, da Gerechtigkeit ja etwas sehr subjektives ist.


    Zitat

    das gute beispiel hat mein kind an mir in jeder situation, in dem ich es um etwas bitte, anstatt es ihm aus der hand zu nehmen.
    aber in dem moment, wo es sich familienfeindlich verhält, greife ich ein. wegnehmen wird nicht toleriert.


    Auch wenn das jetzt Haarspalterei ist, aber es ist halt nicht in jeder Situtation so.


    So ich merke gerade dass mir das Thema grad zu heiß wird, daher klinke ich mich lieber aus und geh zurück in den Read Only Modus. #schäm

  • Wenn das große Kind sich beruhigt hat, dann war es bis jetzt immer bereit das Geklaut wieder zurückzugeben.



    wenn meine tochter sich schlecht fühlt, würde sie die banane kaputt machen oder aufessen. denn es geht ja dann um eskalation. klar, wenn man weiß, man muss nur in 5 min nochmal fragen, dann ist das eine gute lösung, die wir hier auch so praktizieren.


    wenn man die sache aber nicht zurückbekommt, dann hat das kind gelernt: "ok, mama nimmt niemandem was weg, aber mir darf man was wegnehmen."


    Zitat

    Das ist mir schon klar, ich wollte auch nicht darüber diskutieren. Mich hatte es damals sehr aufgewühlt und ich habe danach vieles hinterfragt und anders gesehen als vorher und es hat mir geholfen unseren Weg zu finden und darum hatte ich es erwähnt.


    verstehe :)