keine zwei jahre alt - aber fünftägige kita-reise machen...!?!?

  • Zitat

    Das ist das absurdeste, was ich schon lange gehört habe. Es gibt keine Gruppendynamik im eigentlichen Sinne bei zweijährigen. Das ist doch ausgemachter Quatsch. Und alleine die Idee solch einer Reise würde mich an den pädagogischen Fähigkeiten der Verantwortlichen zweifeln lassen. Und hinzu kommt, dass mir ein zweijähriges Kind hinterher nicht genau berichten kann, was es erlebt hat. Wenn es danach zu einer Verhaltensänderung kommt, kannst Du nur vermuten, was es erlebt hat. Und da geht meine Phantasie sehr weit.


    Das wäre unter Umständen eine teuer erkaufte Paarzeit. Das ist aus meiner Sicht absolut leichtfertig. Eltern müssen ihre Kinder behüten und nicht irgendwelchen Menschen für 5 Tage übergeben, nur weil sich das vielleicht trendy anhört.


    Danke, Manu!

    Es gibt Tage, an denen Du denkst, dass Du untergehst. Wie stark Du wirklich bist, erkennst Du erst, wenn Du sie überstanden hast...

  • Ich würde meinen Sohn (im Sommer 3) auf gar keinen Fall mitfahren lassen. Er wäre meiner Meinung nach von all den Eindrücken stark gefordert und könnte sich dann aber gegebenenfalls in der Nacht nicht erholen, da einige Kinder nicht gut zur Ruhe kommen, andere nachts wieder aufwachen, nochmal andere morgens sehr früh Radau machen. Am nächsten Tag dann wieder die ganze Zeit Aktion und keine Pause.


    Was für mich noch ein Argument gegen die Mitfahrt wäre: Ich hätte die
    Befürchtung, einem fast zweijährigen nicht ausreichend ERKLÄREN zu
    können, was passiert. Mama und Papa setzen Sohnemann in den Bus und
    holen ihn nicht wieder ab. Und am nächsten Tag auch nicht und am Tag
    danach auch nicht. Kommen Mama und Papa überhaupt nochmal wieder? Ich
    hätte die Befürchtung, durch das fehlende Wissen darum, was genau
    passiert, könnte die Beziehung zu den Eltern belastet werden.


    Mein Sohn hat Weihnachten mit fast 2,5 das erste Mal bei meinen Schwiegereltern geschlafen. Ganz spontan wollte er nicht mit heim. Ich habe ihn gelassen und die ganze Nach-Hause-Fahrt geheult #schäm . Wir hatten also den ersten Paarabend seit fast 2,5 Jahren und ich habe mich nur verkrochen, weil mir die schlimmsten Bilder vor Augen standen (ich halte meine Schwiegereltern nicht für Monster, aber mein Sohn ist von jeher ein Katastrophenschläfer, das hat sich erst Ende letzten Jahres gelegt). Genießen war nicht drin.


    Vor zwei Wochen hat er erstmals bei meinen Eltern geschlafen und wollte mitten in der Nacht seine Mama bei sich haben. Ein Küchengespräch mit der Oma und ganz viel Kuscheln hat die Situation dann doch wieder entspannt, aber wenn in diesem Moment vielleicht noch zwei oder drei andere so Kleine wach geworden wären und bemerkt hätten, dass sie nicht zuhause sind?


    In unseren Kindergärten hier gibt es eine Übernachtung im Kindergarten für alle Jahrgänge ab 3. Zumindest in diesem Jahr mussten mehrere Kinder abgeholt werden (interessanerweise bevorzugt Vorschulkinder).


    Viele Grüße, maFu

  • ich bin absolut geschockt und finde das unglaublich bescheuert!


    ein kind das mit 2 jahren das bedürfnis hat, sich von seinen eltern erholen zu müssen, hat wahrscheinlich so eine problematische lebenssituation, dass nicht eine kitareise, sondern das jugendamt benötigt wird....

    zwei tolle Jungs: 16 + 21 Jahre alt #banane

  • kann ich mir nichtmal bei meiner 4jährigen vorstellen, und die geht auch in eine einrichtung, sehr gerne sogar, und ich bin nicht unbedingt die oberglucke hier. aber nein, ich weiss nichtmal, ob sie eine nacht auswärts schon packen würde alleine (also ohne jemanden von uns, alleine ohne mich war sie schon die nacht über, aber da war papa da).


    zu den kommentaren zu pädagog/innen, erzieher/innen: ich denke kaum, dass die meisten so sind, sicherlich nicht. wenige ausnahmen, wenn überhaupt.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Mein Sohn ist 3,5 und geht sehr sehr gerne in den Kindergarten, zu Oma, zu Freunden.
    Danach will er auch keineswegs abgeholt werden und nicht selten nehme ich ein laut weinendes Kibd mit "ich wooooollte aber noch läääääänger bleiben!".



    Neulich wollte er unbedingt direkt nach dem Kindergarten mit zu einem Freund zum spielen.


    Er war also von 9-14:00 im Kindergarten, danach bei V, dessen Mutter er auch gut kennt und als ich ihn kurz nach 17:00 abgeholt habe, wollte er länger bleiben, war viiiiiel zu kurz da und überhaupt: Tränen.


    Die gabs dann nach dem Abendbrot NOCHMAL.


    Er wollte nicht so lange weg von mir sein, ich hätte auch bei V sein sollen, das war alles viel zu lang.


    Ich glaube dass sich kleine Kinder da selbst überfordern und überschätzen, selbst, wenn sie das wollen.
    Nach den 4 Nächten der Kigafahrt hätten wir wohl 2 Wochen nächtliche Mamasuchaktionen und ein verunsichertes Kind.


    Kinder mit 2 haben in der Fremdbetreuungssituation ein erhöhtes Stresslevel, auch dann, wenn der Bezug zur Erzieherin gut ist.
    Der Ausgleich zuhause ist wichtig!
    Die Rückkehr ins sichere, geborgene, unveränderte Heim.


    Ich würde meinen 3,5-jährigen also nicht zur Kita- oder Kigafahrt mitgeben.

    Süsskram aus den Jahren 2009 und 2012 <3

  • Wenn mir das jemand erzählen würde, würde ich definitiv erstmal denken, dass ich auf den Arm genommen werde - denn das KANN doch niemand ernst meinen...
    Ja, mein Sohn ist sehr "eltern-fixiert", aber selbst die unabhängigsten Kinder, die ich so erlebe, wären in dem Alter maximal zu den Großeltern (oder anderen engeren Bezugspersonen) gegangen. Dort gibt es aber keine anderen Kleinkinder, die vielleicht gerade Mama- oder Papasehnsucht haben, da gibt es eine bekannte, gewohnte Umgebung, nicht tausend neue Eindrücke etc. Und meistens sind es 1-2 Erwachsene, die für diese Zeit nicht viel anderes vorhaben, als eine tolle Zeit mit dem Kind zu haben, auf es eingehen können usw.


    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie das bei einer ganzen Gruppe Kleinkinder funktionieren sollte. Hier gibt es doch immer wieder Fragen, wie man zwei Kinder sinnvoll oder wenigstens nervenschonend für alle Beteiligten gleichzeitig (oder gar kurz nacheinander) ins Bett bringt, wenn man abends alleine ist. So gut wird die Betreuungssituation doch gar nciht sein ("nur" 2 Kinder für eine Person) und alle Kinder sind voll mit den Erlebnissen des Tages. Fallen da die nicht so sprachgewandten Kinder nicht automatisch ein bisschen hinten runter?!


    Mir will echt nicht in den Kopf, warum das gut sein soll...


    Ich habe kein Problem damit dienstlich zu verreisen - mein Sohn ist in seiner gewohnten Umgebung, bei seiner gewohnten Bezugsperson (Papa) - es liegt definitiv nicht daran, dass ich ihn zuu sehr vermissen würde, das krieg ich schon ganz gut hin. ABER... nur solange ich weiß, dass es ihm gut geht.
    Ich könnte das bei so einer Reise nicht. (Wie gesagt unserem Sohn würde ganz sicher auch nicht gut gehen, obwohl er schon 2,5 ist...).
    Ich bin der Meinung, eine Lösung muss immer für die Familie, das Kind, die Situation passen. Hier fällt es mir nur echt schwer, mir ein Kind oder eine Situation vorzustellen, für das bzw. in der das passend ist.

  • Ich persönlich halte auch gar nichts von so frühem ausser Haus schlafen.


    Ansonsten würde ich mich ganz und gar auf mein Bauchgefühl und bloss nicht überreden lassen!

  • Das ist das absurdeste, was ich schon lange gehört habe. Es gibt keine Gruppendynamik im eigentlichen Sinne bei zweijährigen.

    Dem würde ich mich nicht komplett anschließen. Gruppendynamik gibt es sicher:
    Wenn nachts einer Angst bekommt und weint, werden alle anderen mitschreien :S

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Gruppendynamik gibt es sicher:
    Wenn nachts einer Angst bekommt und weint, werden alle anderen mitschreien

    Liebe Threadstarterin,


    inwiefern gibt es denn bei den Eltern eine Gruppendynamik? Ich habe das Gefühl, dass sich bei euch tatsächlich viele von den Erziehern einlullen lassen, von wegen, dass das ja alles ganz super für die Kinder sei, und hach, der XY ist ja genauso alt, der fährt ja auch mit. Du schriebst, es führen noch mehrere Gleichaltrige und mehrere Dreijährige mit? Hast du dich mal mit den Eltern ausgetauscht? Gibt es da KEINE Eltern, die sagen: Nee, ohne uns?
    Ich kann mir das gar nicht vorstellen.

  • Dem würde ich mich nicht komplett anschließen. Gruppendynamik gibt es sicher:
    Wenn nachts einer Angst bekommt und weint, werden alle anderen mitschreien :S


    Du sprichst ein wahres Wort gelassen aus. Das hatte ich nicht bedacht und somit danke für die Ergänzung. :D

  • Um Himmels willen, im ganzen Leben nicht! Nee, echt nicht. Hier wird in der Grundschule in der 4. (!) Klasse eine Klassenfahrt gemacht mit 2 (!) Übernachtungen. Selbst da haben Kinder noch geheult und einer musste sogar abgeholt werden, weil er so schreckliches Heimweh hatte.. Nee, ich bekomme da beim Lesen schon starke Beklemmungen..

    Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun. Orson Welles

  • Hallo,

    erzieherinnen sind alle jung, ja?!


    und die meisten oder gar alle haben noch keine eigenen kinder, schätze ich mal...

    Das war auch mein Gedanke. Früher ohne eigene Kinder konnte ich mir so manches nicht vorstellen bzw. habe mir um manche Sachen gar keine Gedanken gemacht.


    Das war teilweise gut, ich habe heute viel mehr Bedenken, daß was schief laufen könnte oder vor allem auch "was die Eltern denken" als früher und würde manche Aktionen (vonn denen die damaligen kinder aber bis heute schwärmen) nicht mehr machen.
    An anderen Stellen war es aber so, daß ich kein Verständnis für Dinge hatte, die ich heute völlig anders sehe. "Meine" Kiga-Kinder waren deutlich älter, aber ich konnte auchnicht recht nachvollziehen, daß manche Kinder nicht mit auf die (wirklich schöne) Übernachtungsfahrt wollten, weil sie einfach noch nicht so weit waren. (Ich dachte damals tatsächlich eher, die Eltern könnten sich nicht lösen #schäm )


    Ich kann mir gut vorstellen, daß ich mir damals durchaus so eine Fahrt auch mit einem Kleinkind "zugetraut" hätte. Daß es aber absolut nciht darum geht, was ich MIR zutraue und daß Kinder keineswegs so manipulierbare Wesen sind wie ich dachte (Wenn die Eltern XY toll finden, finden die Kinder es automatisch auch, also müssen nur die ELTERN wollen) ist mir erst nach und nach klar geworden.


    Edit:


    Das hatte übrigens seinen Hintergrund NICHT in "pädagogischen Starallüren" als "nur ich bin die richtige fürs Kind" o.ä. sondern tatsächlich darin, daß ich ihnen tatsächlich gutes tun wollte, Erlebnisse schaffen... ich damals aber die individuelle kindliche Entwicklung bzw. die Intensität der Eltern-Kind-Beziehung noch nicht wirklich einschätzen KONNTE.


    Aber ich bin überzeugt davon, daß es "funktionieren" kann. Früher wurden viele Sachen mit einer absoluten Selbstverständlichkeit gemacht und "funktionierten" (Wochenkrippe, Krankenhaus ohne Eltern, Kinderkur alleine...). Die Frage ist, ob ich so was für mein kind möchte, selbst wenn es rein äußerlich "funktionieren" würde. Mir wäre das nichts.


    Darum zur Ausgangsfrage: Nein, für meine Kinder wäre das in dem Alter noch nicht in Frage gekommen, schon gar nciht mit dem Hintergrund, daß nicht mein KIND etwas unbedingt ausprobieren will, sondern ich eher einen "praktischen Nutzen" für mich sähe (Paarzeit).
    Ich könnte diese "Paarzeit" sowieso vor lauter Sorge nicht genießen.

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Wah, Kinderkur allein... Ist OT, ich weiß, aber das hab ich mit 6 Jahren auch gehabt.
    Ganze 6 Wochen waren das!

    Süsskram aus den Jahren 2009 und 2012 <3

  • Zitat

    Wah, Kinderkur allein... Ist OT, ich weiß, aber das hab ich mit 6 Jahren auch gehabt.
    Ganze 6 Wochen waren das!


    Mein Mann auch - und er redet noch heute davon, dass das seine schlimmste Zeit war. Überlebt hat er.

    Es gibt Tage, an denen Du denkst, dass Du untergehst. Wie stark Du wirklich bist, erkennst Du erst, wenn Du sie überstanden hast...

  • Hallo,


    leider keine Zeit alles zu lesen, aber nur kurz: ich fände 2 auch zu früh, meine Tochter ist 5 und will nicht mal 1 Nacht woanders sein, obwohl sie Übernachtungen von ihrem großen Bruder kennt.


    Wäre es eine Idee, dass Ihr mit Kind FeWo in Nähe mietet und er tags bei den anderen sein kann? Dann hättet ihr die Tage freie Elternzeit, und holt ihn am späten Nachmittag wieder ab? Nur so als Idee, wenn Ihr dringend Zeit alleine braucht und sie sonst im Alltag nicht habt/organisieren könnt.


    Ansonsten finde ich das mit 5-Tagen wegfahren vor Klasse 6 viel zu lang, wenn es nicht Oma, Patentante oder eine ähnliche Bezugsperson ist, aber in einer Gruppe gar nicht.
    Hier fahren sie in der 3. Klasse 2 Nächte weg, das ist ok, und es gab eine Abschlussfahrt im Kiga, kurz vor Einschulung, eine Nacht, das war auch ok.
    (Und ich bin nicht besonders gluckig, denke ich - aber für ein 2jähriges Kind, nö.)

    liebe gruesse,
    lara
    mit sohn (05/05)
    und tochter (11/07)


    (**** im alten Forum)

  • Hallo,

    Ansonsten finde ich das mit 5-Tagen wegfahren vor Klasse 6 viel zu lang, wenn es nicht Oma, Patentante oder eine ähnliche Bezugsperson ist, aber in einer Gruppe gar nicht.

    Da wiederum sind Kinder völlig verschieden.


    Meine Kinder sind alle völlig freiwillig und glücklich im Kiga auf die Kigaausfahrt (2 Übernachtungen) und dann von Klasse 1 an auf die 3-tägige Klassenfahrt mitgefahren und wären sicher genau so glücklich auch 5 oder 7 Tage unterwegs gewesen. Auch 5-10-tägige Pfadfindercamps, Kinderfreizeiten usw. waren für sie schon in Grundschulzeiten nicht nur kein Problem sondern tatsächlich ein Gewinn.


    Aber es ist ein R I E S E N unterschied zwischen einem Vor- oder Grundschulkind, daß erstens begreift, auf was es sich einlässt (davon kann man ja bei einem Kleinkind nicht ausgehen) und zweitens seine Meinung dazu von vorn herein deutlich artikulieren kann und ggf auch deutlich macht, wenn es doch heim möchte und einem Kleinkind.

  • Hallo,

    Da wiederum sind Kinder völlig verschieden.


    Meine Kinder sind alle völlig freiwillig und glücklich im Kiga auf die Kigaausfahrt (2 Übernachtungen) und dann von Klasse 1 an auf die 3-tägige Klassenfahrt mitgefahren und wären sicher genau so glücklich auch 5 oder 7 Tage unterwegs gewesen. Auch 5-10-tägige Pfadfindercamps, Kinderfreizeiten usw. waren für sie schon in Grundschulzeiten nicht nur kein Problem sondern tatsächlich ein Gewinn.


    Danke, Trin, Du beruhigst mich gerade ein kleines bisschen mit diesem Bericht.
    Ich sagte ja schon früher, dass ich 2 Jahre auch viel zu klein finde. Mit 2 kann ein Kind nicht wirklich erzählen, was passiert, kann keine längeren Zeiträume abschätzen, die über einen Tag hinaus gehen, ist meist noch eher auf eine Bezugsperson fixiert als auf Anschluß an andere Kinder.


    Aber nach dem Thread hier bin ich mittlerweile schon komplett durch den Wind, was die Kindergartenfahrt unseres Großen mit 4 jetzt angeht... er will aber auf jeden Fall gehen.

  • Ich glaube, dass bei so kleinen Kindern das Gefühl für Zeiträume kaum entwickelt ist. Und könnte mir vorstellen, dass fünf Tage für ein knapp Zweijähriges eine halbe Ewigkeit sind.