Probleme in Mathe 1.Klasse... ich brauch mal Meinungen, vielleicht sind auch Lehrer hier?

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  • Ich bin gerade etwas traurig
    Meine Tochter wurde letztes Jahr eingeschult und hat große Probleme in Mathe.
    Am Anfang ging es noch aber zum Ende hin war es richtig deutlich. Sie hat bei den letzten beiden Tests sogar ganze Aufgabenkomplexe einfach weggelassen oder eben komplett falsch gemacht. Wir üben zu Hause und sie bekam das Jahr über von der Schule Mathe Förderunterricht.


    Nun heute das Zeugnis. Ich möchte euch gerne die Passagen mal abschreiben:


    Im Zahlenraum bis 10 kann J. Additions- und Subtraktionsaufgaben noch nicht sicher genug lösen. Die Übertragung in den Zahlenbereich bis 20 fällt ihr schwer. Bei Aufgaben mit Zehnerübergang zeigt sie auch mit Hilfsmitteln noch große Unsicherheiten.
    Die Struktur des Zwanzigerfeldes ist ihr noch nicht geläufig. J. kann einer Sachsituation noch nicht immer Informationen entnehmen und in eine Zahlaufgabe übertragen.


    Und dann bei Bemerkungen:
    Sie muss sich bemühen, ihre Leistungen im Kompetenzbereich *Zahlen und Operationen* zu verbessern um erfolgreich am Unterricht des 2. Schuljahres mitarbeiten zu können.


    Wie liest sich das für euch? Vielleicht sehe ich das zu emotional aber mir macht das Angst.
    Das sie schon jetzt solche Probleme hat und wenn ich mir ansehe was im 2. Schuljahr auf sie zukommt, bekomme ich fast Panik.


    Bitte bitte, ich brauche mal Input.... :(

    Sei immer Du selbst, außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn.

  • Bei Julie ist es genau so (nur, dass Mathe nicht ihr größtes Problem ist, Deutsch ist weit schlimmer).
    Sie ist nun "relativ sicher" im Zahlenbereich bis 10 (und mit den Fingern), hat im letzten Halbjahr auch konsequent nur Aufgaben im 10er Bereich bekommen, weil alles andere noch keinen Sinn gemacht hat. Mit dem Zahlenbereich 10-20 wird sie nach den Ferien beginnen.
    Dann muss man sehen ... *möglich* dass sie einfach bei Schulstart noch zu klein war und nun aufholt, ebenso gut möglich, dass eine Klasse wiederholt werden muss - ist ja auch kein Beinbruch.


    Julie ist derzeit in Diagnostik, es wird abgeklärt, warum sie diese Probleme hat und was wir tun können.
    Ich kann also nicht viel Tröstendes oder Beruhigendes schreiben.


    Was mich aber interessiert: Wie ist das bei deiner Tochter mit "gelebter Mathematik" im Alltag, z.B. beim Kochen oder mit dem Taschengeld am Kiosk? Da bin ich nämlich immer wieder erstaunt, wie gut mein Kind auf einmal rechnen kann #gruebel

  • Mein Sohn hat heute auch sein Zeugniss bekommen und es klingt bei ihm ganz ähnlich. Leider nicht nur Mathe, sondern auch Deutsch betreffend. Der Schlußsatz lautet: "Dein Arbeitsverhalten wirst du steigern müssen, um in der 2. Klasse erfolgreich arbeiten zu können."


    Mich überrascht oder besorgt das jetzt allerdings nicht, ich kenne seine Probleme, die er in den Bereichen hat, wir arbeiten dran (Ergotherapie zur gezielten Konzentrationsförderung, demnächst wird ein Test bezüglich Lese-Rechtschreibschwäche gemacht etc) und ich hatte vor 3 Wochen ein Gespräch mit seinem Lehrer: In der Tat sieht es bei uns so aus, dass er zwar in die 2. Klasse versetzt wird, aber zum Ende des 1. Halbjahres geschaut wird, wie er mitkommt und wie es ihm emotional geht (er fühlt sich ziemlich überfordert und unter Druck gesetzt, ist extrem unmotiviert und kurz vor Schulverweigerung) und dann wird er gegebenenfalls in die 1. Klasse zurückversetzt. Ich finde das für uns eine gute Lösung.


    Ich würde mir da jetzt bezüglich deiner Tochter nicht so den Kopf machen. Vielleicht braucht es einfach noch einen Entwicklungsschritt, damit es mathemäßig Klick macht bei ihr.

  • Wenn es Deiner Tochter so schwer fällt, obwohl sie übt, würde ich darüber nachdenken, sie auf Dyskalkulie testen zu lassen. Sicher ist Deine Tochter auch unglücklich, weil sie es eigentlich besser können möchte.


    Mir ging es genau so wie Du es bei Deiner Tochter beschreibst: ich habe immer gut geübt und trotzdem wurde ich nicht besser, war immer weit hinterher.


    Bei mir war das so: wenn man mir anhand einer Aufgabe den Lösungsweg erklärt hat, konnte ich ihn nicht auf die nächste Aufgabe übertragen und stand da "wie das Schwein vorm Uhrwerk", wusste nicht weiter und konnte somit auch mit allen Hilfsmitteln nichts anfangen. Ich habe mich durch die ersten 6 Schuljahre gequält, bis ich schließlich getestet wurde. Danach konnte ich "Schablonen" erarbeiten, mit denen ich relativ gut zurecht kam und konnte so mein Abitur machen.

  • *möglich* dass sie einfach bei Schulstart noch zu klein war und nun aufholt, ebenso gut möglich, dass eine Klasse wiederholt werden muss - ist ja auch kein Beinbruch.

    J. ist schon später eingeschult worden, sie wird jetzt im Dezember schon 8.
    Auch im Alltag hat sie Probleme mit dem Rechnen von Geld usw....


    für sie wäre eine Rückstellung sehr schlimm :(
    Aber vielleicht muss ich jetzt erstmal versuchen wieder runterzukommen...

    Sei immer Du selbst, außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn.

  • #knuddel
    Hat die Lehrerin auf dem letzten Elternsprechtag etwas dazu gesagt?
    Wie steht deine Tochter denn in den anderen Fächern? Klappt es mit dem Lesen und Schreiben?

    LG
    rotesPesto mit ♂ Frühling '10, ♂ Sommer '06 und ♂ Herbst '12

  • #knuddel
    Hat die Lehrerin auf dem letzten Elternsprechtag etwas dazu gesagt?
    Wie steht deine Tochter denn in den anderen Fächern? Klappt es mit dem Lesen und Schreiben?

    Sie hat nur gesagt das sie gefördert werden muss und wir eben zu Hause üben sollen. Aber im Zeugnis klingt das für mich so dramatisch :(
    In lesen und schreiben ist sie gut... macht ihr aber auch mehr Spaß

    Sei immer Du selbst, außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn.

  • Hast du es schon mal mit verliebten Zahlen versucht? Auf einen Herz stehen immer die 2 Zahlen die 10 ergeben und die hängst du irgendwo hin wo das Kind jeden Tag (am Anfang mit dir zusammen) drauf schaut.

  • Ronja s Zeugnis Ende der 1. Klang ähnlich. 2.war immer noch schwierig, aber die Lehrerin war sehr entspannt und meint es kommt noch. (sie wurde aber sich mit knapp 6 eingeschult und gehört zu den jüngsten)
    Ich bin mal gespannt was im Zeugnis steht und hoffe sie hat ne 3.
    Aber die verliebten Zahlen sind eine gute Idee, das mach ich mit ihr.
    Und hoffe auch noch auf mehr Tipps.

    LG, Melli
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    Ronja (07/05) #herzen
    Hannah (02/08 ) #herzen
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  • Aber wenn sie im Dezember 8 wird, wäre sie hier ein reguläres Erstklässlerkind.
    Oder in welchem Bundesland seid ihr?


    Zum Thema: Meine Tochter hat auch Schwierigkeiten mit Mathematik. Ich glaube es ist ähnlich wie bei anderen Dingen: Es wächst nicht schneller, wenn man dran zieht. Wenn sie ausschließlich in Mathe Probleme hat, dann braucht sie da vor allem individuelles Material, viel Anschauung und evtl. eine Begutachtung von jemandem mit Dyskalkulieerfahrung.


    Es kann ein Reifungsproblem sein, es kann ein grundsätzliches Problem mit Mengen sein, es kann ein Wahrnehmungsproblem sein.
    Ich rate zur Diagnostik.


    Achja: und der Text liest sich, wie er an klassischen Grundschulen halt formuliert werden soll. Die Eltern sollen halt schon mal auf ein Wiederholungsjahr vorbereitet werden.

  • Gerade wenn sie auch im Alltag Probleme mit dem Rechnen hat, würde ich für eine vernünftige Diagnostik sorgen. Es kann sein, dass sie einfach mehr Zeit braucht- aber vielleicht steckt ja auch ein Problem dahinter. Wenn man darüber Bescheid weiß, kann man viel gezielter helfen.


    Wie geht's ihr denn damit? Leidet sie sehr drunter?


    Ich würde vermutlich auch versuchen, mit ihr zu üben. In erster Linie um zu gucken, ob sie es gemütlich zuhause erklärt vielleicht klarer findet. Und um für mich ein bisschen klarer zu machen, woran es hakt. Das kann dann auch die Diagnostik erleichtern. Vor allem aber würde ich hoffen, dem Kind damit zu vermitteln: Wir packen das gemeinsam an. Auch wenn ich noch nicht so ganz weiß, wie das werden kann, suche ich einen Weg und finde ihn auch!


    Das sehen aber vermutlich die meisten hier anders.

  • Hast du es schon mal mit verliebten Zahlen versucht? Auf einen Herz stehen immer die 2 Zahlen die 10 ergeben und die hängst du irgendwo hin wo das Kind jeden Tag (am Anfang mit dir zusammen) drauf schaut.

    das kannte ich noch nicht, klingt aber gut. Probier ich aus :)


    Marisa: Die meisten Kinder ihrer Klasse werden gerade erst 7, sie ist also schon um einiges älter. Allerdings kommen die kleineren in dieser Klasse meist gut zurecht mit den Aufgaben. Sie leidet momentan eigentlich nicht darunter. Sie merkt schon das es ihr schwer fällt aber es macht ihr eigentlich nicht groß was aus wenn sie nicht alle Aufgaben lösen kann (frag mich nur gerade ob das gut oder schlecht ist #confused )


    Bzgl. der Diagnostik bin ich etwas im Zwiespalt: J. bekam ihr halbes Leben schon Logo und Ergo und irgendwie gaben ihr immer alle das Gefühl sie sei nicht richtig und müsse *therapiert* werden. Mein Mann ist momentan noch total gegen eine Diagnostik weil er meint, wir sollten ihr doch erstmal die Chance geben aufzuholen indem sie eben noch regelmäßiger gefördert wird.

    Sei immer Du selbst, außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn.

  • Mein Sohn hat visuelle Wahrnehmungsstörungen - eine Folge ist es bei ihm der schlecht entwickelte Mengenverständnis. Und dadurch fallen ( fielen?) ihm die Matheaufgaben entsprechend schwer.
    Mit viel Arbeit mit Montessorimaterialen ist sen Mengenverständnis viel besser und so löst er auch die Aufgaben viel besser.


    Da eure Tochter eh Ergo bekommt, kannst du ihre Matheprobleme dem Therapeuten erzählen. Er kann dann entsprechende Übungen mit ihr machen und auch euch empfehlen. ( ich würde keine schriftliche Übungen machen, sondern Materialien holen, wo das Kind Be-Greifen kann.)

  • Hallo,


    ich würde es auch testen lassen. Denn wnn eine Wahrnehmungs- oder/und Teilleistungsschwäche dahintersteht, dann nützen dem kidn weder eine Rückstellung noch noch mehr üben. Dann mag es vielleicht im 10-er oder gar 20-er Bereich die Aufgaben auswendig kennen, kann sie aber nicht übertragen. Und irgendwann reicht es mit dem auswendig lernen eben nicht mehr, dann bricht es zusammen.


    Gerade wenn sie schon Ergo bekommt, könnte es sein, daß einfach Ursachen da sind, die es ihr schwer machen. Und so etwas kann auch ein guter Ergotherapeut spielerisch austesten. Denn wenn es so ist, dann braucht das Kind gezielte Hilfe von Fachleuten.


    Das Problem als solches ist ja da, es wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht von allein verwachsen. Es nicht zu testen, ändert ja ncihts am vorhandensein - sie bekommt nur keine gezielte Hilfe, mit der sie es vielleicht schaffen würde, daß eben gar nicht erst riesige Lücken auftreten. Und sagen die dann: "alles im grünen Bereich, sie ist halt ein Mathe-Spätstarter" könnt ihr dann gelassen sein.


    Montessorimaterialien sind für die einzelnen Lernschritte eine gute Idee, denn die Sachen zu be-hand-eln und es so zu be-greifen führt bei vielen Kindern zum entscheidenden Klick.
    Alleine werden sie aber im Fall einer Teilleistungsschwäche als Hilfe nicht ausreichen.

  • sie bekommt schon seit etwa 2 jahren keine ergo mehr. Die Logo ist vor schulantritt ausgelaufen.
    Wir sind bei einem Pädaudiologen der sie regelmäßig untersucht und der eine Auditive Störung ausgeschlossen hat (das war die diagnose der kinderärztin vor einigen jahren).
    Ich habe gehört das man diese Tests selber zahlen muss, stimmt das?

    Sei immer Du selbst, außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn.

  • Hallo,


    Mit einem Rezept musst du nichts selber zahlen. Lass dir vom KiA eins ausstellen, stellt er sich quer, lass die Lehrerin etwas schreiben, daß sie um Abklärung von XY bittet, oft zieht das.


    Ich würde mich aber erkundigen, welche Praxis sich auf Teilleistungsschwächen usw. spezialisiert hat.

  • Mir fällt nur ein:Grundschulzeugnisse sind keine Arbeitszeugnisse. Sie benennen die Fakten ungeschönt. Das klingt dann leider so.
    Bei meinet Tochter ( 1. Klasse Montessori) wurde gar nicht von Inhaltsentnahme von Sachaufgaben geschrieben.
    Warum schockt dich das so? Kam das so überraschend? Ich hätte jetzt erwartet, daß due Lehrerin dich da vorher schon mal drauf ansprechen hätte müssen.
    Praktische Tips habe ich nicht. Aber du hast sicher ein tolles Kind.

  • Was eine eventuelle Testung angeht, so sollte dir die Schule/das Schulamt helfen können. Nur dort durchgeführte Tests werden nämlich auch bei der Notengebung ggf. akzeptiert. Und kostenlos ist es auch.

    LG
    rotesPesto mit ♂ Frühling '10, ♂ Sommer '06 und ♂ Herbst '12