Lesen durch schreiben, völliger Unsinn?

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  • Kann ich nicht bestätigen. In der Klasse meines Großen wurde danach verfahren und parallel dazu wurde die Rechtschreibung vermittelt. Er hat damit zügig und ohne jede Scheu schreiben gelernt, die Rechtschreibung kam dann kurz danach.
    Ich denke, die Lehrpersonen müssen da auch einfach klug mit umgehen. Drei Jahre lang nichts korrigieren und dann alles, das ist natürlich doof. Aber die Kinder erstmal schreiben lassen, ihren Drang, sich das anzueignen, nicht zu bremsen, und behutsam dazu die Regeln zu vermitteln, ist eine andere Sache.

    Widersprich dir selbst! Die anderen sind nicht immer da.

  • Mein Sohn benutzt eine Anlauttabelle und hat heute, mit minimaler Unterstützung aber ohne Vorsagen, folgenden Text auf eine Postkarte selbst geschrieben:


    HALO JULIA HIR FRITZ
    HALO JULIA ICH MÖCHTE DICH BALD BESUCHEN


    Ich habe ein Wunderkind! #banane


    Scherz beiseite. Klar funktioniert das. Quasi alle Fünf- Sechsjährigen in unserem Kindergarten können das. #weissnicht


    (Ah! ICh hab's wohl begriffen. Es funktioniert nicht, denn der Text enthält ja Fehler. Massive Fehler. Und wenn ich die nicht sofort ausmerze, dann wird Fritz später deutliche Schwierigkeiten bei seiner Dissertation bekommen? Ist es das, was Herr Jansen meint?)

    Trillian grüßt






    “Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?“ (Douglas Adams)

  • Warum? Er hat doch in vielem Recht, der gute Mann. Edit: bezog sich auf Happy spider. Besonders wichtig finde ich, dass Lrs-Kinder nicht mehr unter diesem System leiden müssen. Dass ein großteil der Kinder nach allen ansätzen und Methoden erfolgreich lernt,.liegt nun einmal nicht immer an der Methode.

    Liebe Grüße von Rafiki mit M1(*05) und M2 (*07)

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  • meine tochter hat ebenfalls mit anlauttabelle schreiben gelernt udn selbstverständlcih haben sie parallel auch erste rechtschreibregeln gelernt und geübt.


    we kommt er darauf, dass lehrerInnen 3 jahre lang nichts korrigieren? das ist keine objektive auseinandersetzung mit dem thema und dann auch noch der letzte hinweis auf die nachhilfe. börks.


    ja, es gibt kritik an der methode. andere haben es geschafft, sich dazu differenziert und sachlich zu äußern. dem herrn im interview fehlt es wohl an der nötige emotionalen distanz.

  • Ja, Rafiki? Ich habe dazu noch gar keine Meinung eigentlich - und auch überhaupt keine Erfahrung... Auf der einen Seite sehe ich meinen Sohn, und ich finde es wirklich toll, wie viel Spaß es ihm macht, seine Gedanken rudimentär aufs Papier zu bringen - auf der anderen Seite sehe ich auch irre viele Azubis, bei deren Rechtschreibung es mich gruselt...

    Trillian grüßt






    “Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?“ (Douglas Adams)

  • Hallo,


    Dafür daß die Methode teilweise grottig umgesetzt wird oder Sachen als "Lesen durch Schreiben"-Meethode bezeichnet werden, kann die Methode nichts.


    Gut umgesetzt finde ich sie sehr gut geeignet, um Kindern sowohl die Freude am freien Schreiben als auch die Rechtschreibregeln zu vermitteln. Denn letzeres passiert ja durchaus.


    Schüler mit schlechter Rechtschreibung und Legastheniker gab es immer und sie haben es auch mit der klassischen Methode schwer (wie ich täglich auf Arbeit feststellen kann), sie haben
    dort aber nicht mal den Vorteil, für einen guten INHALT Anerkennung und damit Ermutigung fürs weitermachen zu bekommen, denn der ist schließlich zumindest im Lernprozess meist vorgegeben.


    Wenn dieser Herr Recht hat, habe ich wohl hier 4 "falsche" Kinder, denn sie konnten sowohl mit der Anlauttabelle umgehen (brauchten sie aber nciht lange) als auch durchaus die unterschiedlichen Laute heraushören und den Buchstaben zuordnen (was nebenbei ja auch Kinder, die nach klassischer Fibelmethode lernen, können müssen, wenn sie nicht JEDES Wort durch reines einpauken lernen sollen).


    Aber meine Kinder lernen ja auch sonst nach einer der ganz furchtbaren ;) reformpädagogischen Methode, vielleicht sind sie dadurch fürs "nicht frei, sondern nur durch Lehrerführung lernen können" verdorben. ;)


    Kritisch sehe ich tatsächlich die Umsetzung in manchen Gegenden - daß eine Methode, die für 6 Jahre angelegt istnur 2 Jahre laufen darf und in jahr 3 dann erwartet wird, daß die Kinder neben den Vorteilen dieser Methode trotzdem auch das können, was bei der klassischen Fibelmethode erwaret wird.


    Aber das macht ja nicht die Methode falsch sondern nur die Umsetzung.

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Tja, ich fand das früher eigentlich immer ganz gut und schlüssig für mich.


    Nun habe ich den direkten Vergleich:
    ein Kind, das ganz "traditionell" Lesen und Schreiben gelernt hat (sogar noch mit der überarbeiteten Version meiner Fibel :) )
    ein Kind, das die neue Methode benutzte.


    Was soll ich sagen: die Unterschiede sind teils gravierend :S Dabei hatte ich eigentlich den Eindruck, dass es nicht schlecht umgesetzt wurde. Aber das Ergebnis?!


    Kurz gesagt: die Rechtschreibung von Tochter Nr 2 ist beispielsweise im Englischen (Muttersprache Nr 2) wesentlich besser als im Deutschen.

    When all hope begins to shatter
    Know that I won't be afraid

  • Hallo,


    Wie alt sind deine Kinder? (OK, nachgesehen, die jüngere ist 8 oder 9? also 3. Klasse?) Dann wäre sie ja gerade mal in der "Halbzeit" der Methode.
    Wie gesagt, Lesen durch Schreiben ist auf 5-6 Schuljahre angelegt und erst danach kann man mMn einen Vergleich ziehen. Alles andere wäre unfair.


    Wie gesagt, ich habe durch meine Arbeit den direkten Vergleich.
    Ich sehe bei meinen Mädels z.B. daß die Rechtschreibung so mit 10-12 noch mal stark angezogen hat (ich vermute eine Kombination aus Interesse, Reife und der sensiblen Begleitung durch die Schule) und mMn nicht mehr von der Gleichaltriger zu unterscheiden ist.
    Wenn ich dagegen die Geschichten oder die aufgeschriebenen Forschungsergebnisse vergleiche, die sie im Grundschulalter geschrieben haben, habe ich schon das Gefühl, daß sie (damit meine ich nicht nur meine eigenen sondern generell die Kinder ihrer Schule) da inhaltlich den Kindern, die nach der Fibelmethode lernen, immer deutlich voraus waren.


    Ich bin allerdings der Meinung, es wird nie DIE Methode für alle geben und finde darum (im Gegensatz zu Herrn Jansen), daß Schule noch individueller werden muss und eine breite Palete an Möglichkeiten und individueller Begleitung von freiem Lernen anbieten sollte - und nicht (wieder) noch lehrerzentrierter und vereinheitlichter werden darf.

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Meine Kinder haben beide nach der Methode schreiben gelernt und schreiben beide, dass es die Sau graust.

  • Hallo,
    bei uns wird auch nach dieser Methode gelernt und ich bin nicht damit zufrieden.
    Ob es an der Methode ansich oder an der Umsetzung der Lehrerin liegt kann ich nicht einschätzen. Daher kann ich auch nicht Urteilen ob der Artikel richtig oder falsch ist.
    Ich weiß aber das unser Kind am Ende der 4.Klasse sehr schlecht schreibt.
    Ich finde das es daran liegt, das den Kindern garnicht gezeigt wird, das es falsch ist.
    Es wird weder Angestrichen, das sie ein Wort falsch geschrieben haben noch wird die richtige Form hingeschrieben. Wie sollen die Kinder dann wissen, das sie einen Fehler gemacht haben. Sie denken ja das es so richtig ist. Sie schreiben den Fehler ins Heft, lernen den Fehler so und schreiben es dann auch zur Probe in der falschen Form. Und keiner ändert etwas daran.
    LG Sabine

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  • Ich schliesse mich voll und ganz Trin an.
    Rechtschreibung verbessert sich meiner Meinung nach in erster Linie durch das Lesen. Da kenne ich sogar einen Erwachsenen, bei dem das der Fall war.


    Ich fand den Artikel sehr einseitig.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Meine Kinder lernen beide nach dieser Methode, sie schreiben mittlerweile sehr viele Wörter richtig. Bei meiner Tochter sind z.b. kaum noch Fehler in Texten. Sie kommt in die vierte klasse. Sie liest auch viel.
    Mein Sohn liest wenig, trotzdem hat er verhältnismäßig wenig Fehler, zumindest was die sprechfehler betrifft.

    Falls jemand seinen Clown sucht, den hatte ich zum Frühstück!

  • Ich hab die Methode eigenmächtig unterwandert, nachdem ich bei den 3.-Klässern gesehen habe, wie grottenschlecht die geschrieben haben im Gegensatz zu den 4. Klassen, die noch nicht nach der Methode unterrichtet wurden.


    Meiner Tochter habe ich gesagt, dass sie im Geschichtenheft gerne so schreiben kann, wie sie will. Aber überall sonst soll sie bitte richtig schreiben (also mal nen Moment nachdenken).
    Sie hat aber - wie ich - ein gutes Gefühl für Sprache und Schrift und es macht ihr Spaß. Und sie will richtig schreiben.
    In Diktaten hatte sie bisher immer 1er und 2er.


    Mit den 3.Klässern vom letzten Jahr (also den jetzigen 4.Klässern) haben wir viel geübt. Bei einem Jungen war die Mutter sehr dahinter, er hat sich um 3 Noten im Diktat verbessert.


    Ja, ich halte die Methode, bzw. die Umsetzung für Quatsch.

    Es gibt Tage, an denen Du denkst, dass Du untergehst. Wie stark Du wirklich bist, erkennst Du erst, wenn Du sie überstanden hast...

  • Ich habe dazu im Einschulungsthread schon was geschrieben. Außer dem kurzen Interview gab es ja noch einen ellenlangen Artikel im Spiegel dazu, der mMn zum Kontext dieses Interviews dazugehört. Ich kopiere meine Antwort von drüben einfach mal hierher:


    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Wo in aller Welt steht denn geschrieben, dass nicht korrigiert wird?!
    Das las ich zum ersten Mal im Artikel.
    Und klar, dann ist es Quatsch. Aber bei meinem Sohn ist es so umgesetzt, dass das "freie Schreiben" wirklich frei ist - und parallel dazu ab der ersten Klasse Rechtschreiberegeln geübt werden. Deshalb fand ich den Artikel so schräg.
    Es kam bei mir etwa so an, als hätte jemand über continiuum concept geschrieben und dabei eine Familie gezeigt, die aus Faulheit die Kinder einfach sich selbst überlässt.


    Lese- und Schreibkompetenzen sind ein grosses Thema hier, bei den hiesigen Migrantenzahlen. Dennoch habe von Lehrerseite noch nichts gegen die Methode gehört.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich fand das stellenweise interessant:



    http://www.grundschulservice.de/Elternbrief%20Nr.%2013.htm



    Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Methode, finde aber parallel sollte die Rechtschreibung nach Regeln früh eingeführt werden. Hier passiert das Anfang der zweiten Klasse und das finde ich zu spät. Meiner Tochter habe ich schon einige einfache Regeln erklärt, die sie mal mehr mal weniger umsetzt. Bei einigen vielbenutzen Wörter sage ich ihr, dass sie sich merken soll, wie sie geschrieben werden. "vür" oder "fiel" ist so ein Klassiker, das muss einfach nicht sein.


    Die Lehrerin findet das so OK. Ich denke, man macht es den Kinder leichter, wenn man frühzeitig damit anfängt. Jedenfalls habe ich keine Lust dann in der dritten Klasse ständig Rechtschreibtrainung zu machen, weil plötzlich korrekt geschrieben werden soll.

  • Hallo,

    Zitat

    Ich finde das es daran liegt, das den Kindern garnicht gezeigt wird, das es falsch ist.
    Es wird weder Angestrichen, das sie ein Wort falsch geschrieben haben noch wird die richtige Form hingeschrieben. Wie sollen die Kinder dann wissen, das sie einen Fehler gemacht haben. Sie denken ja das es so richtig ist.

    Das hat mit der Lesen durch Schreiben Methode ungefähr so viel zu tun, wie ein Schwimmkurs, der daraus besteht, die Kinder, die Lust dazu haben ohne jede Anleitung plantschen zu lassen.


    Die Methode heißt LESEN durch Schreiben und nicht "Jeder schreibt wie er will". Es geht darum, daß sich die Kinder ihre LESEkompetenz zum großen Teil über das Schreiben erarbeiten (Buchstaben kennenlernen, zusammenfügen, wiedererkennen...) statt parallel das Lesen an langweiligen Sinnlostexte wie "Ma-ma O-ma am (Bildchen dazu)" - in denen übrigens auch in der Regel eine Menge Grammatikfehler, fehlende Kommes, ganze Worte... stecken um die erstlese nicht zu verwirren- zu üben.


    Gleichzeitig wird parallel(!) die Rechtschreibung vermittelt und das freie Schreiben (bei dem dann angezeigt wird, was das Kind schon kennt und noch falsch schreibt, nicht aber Fehler, die darüber hinausgehen) gefördert.


    Für den Rechtschreiberwerb gibt es viele verschiedene Methoden, viele arbeiten mit Lernwortboxen, verschiedenen Rechtschreibmaterialien usw.


    Ich kann auch nicht beghaupten, ich biete einen Schwimmkurs an und lasse die Kinder nur plantschen - erwarte dann aber,daß alle nach 10 Stunden das Seepferdchen schaffen und er es nicht schafft, wird insWasser geworfen. Wassergewöhnung und Zeit zum plantschen ist toll, aber die Kinder brauchen zum Schwimmen lernen gleichzeitig auch Anleitung.
    Und wenn mein Kurs viel Zeit für einen unbeschwerten Umgang mit dem Wasser, zum Tauchen, für Wasserspiele ... lässt und als Ziel hat, auf jedes Kind individuell einzugehen und es auf seinem Stand abzuholen, muß ich den Kindern auch die Zeit zugestehen, die sie brauchen, um die Bewegungen zu lernen und kann nicht fordern, daß sie es nach der Hälfte der erfahrugnsgemäß benütigten Zeit können.


    So seh ichs auch mit dem Lesen und Schreiben.
    Wie gesagt, an der Schule wo ich arbeite, wird beides nach der klassischen Fibelmethode gelehrt, auch da gibt es eine Menge Kinder, die in Klasse 3 und 4 nicht gut und schon gar nicht gerne lesen oder schreiben.

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Hallo,
    ich glaube ja, dass die Erfolge der Methode daher kommen, dass viele Eltern zuhause ihren Kinder die Rechtschreibung in Eigenregie beibringen, weil sie die unzähligen "vür"s und "for"s und "libe Mama"s nicht mehr ertragen. :D


    Ein soziales Selektionsinstrument ist sie sicher und zwar ein sehr starkes.


    lG
    Tigeraug