Lesen durch schreiben, völliger Unsinn?

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  • Kalliope: kannst du einen Link zum Stern Artikel einstellen oder ist der nicht freizugänglich?


    Spiegel, nicht Stern. War in der gleichen Ausgabe wie das im ersten Beitrag verlinkte Interview. Der Artikel ist aber nur in der Bezahlvariante zu bekommen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2013-25.html

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Interessanter Thread. Ich lese, daß die Methode offensichtlich unterschiedlich interpretiert und umgesetzt wird.
    Hier in HH höre ich von vielen Eltern, daß Lehrer extra darum gebeten hätten, nicht zu verbessern. Wie das bei uns auf dem zweiten Elternabend war, erinnere ich nicht so genau, ich glaube, die Empfehlung war "nur ausgelassene bzw. so nicht hörbare Laute", Rechtschreibfehler dagegen seien ok.
    Im Unterricht haben sie am Ende der ersten mal vorsichtig begonnen, Rechtschreibregeln zu besprechen. Aber als falsch angestrichen wird rein gar nichts. Nett-diplomatisch nachgefragt, daß man ja doch noch mal überlegen könne...


    Diese Art der Umsetzung finde ich furchtbar. Am schlimmsten finde ich, daß kein fester Referenzwert vermittelt wird. Auch, wenn die Kinder dies und jenes nicht gleich können müssen, sollte sich das mMn ruhig in einer nachsichtigen Beurteilung niederschlagen, aber nicht darin, für eine gewissen Zeit die Fehler als völlig in Ordnung zu deklarieren. Es ist in Ordnung, Fehler zu machen, aber dennoch kann man sie doch verbessern.


    Ich hab beruflich sehr viel mit Rechtschreibung zu tun, ich kann da schlicht nicht zugucken und die Klappe halten. Zu Hause gibt's "Erwachsenendeutsch", und meine Tochter weiß, daß ich ihr jeden Fehler anstreiche. Nein, sie ist darüber nicht begeistert, aber in der Schule wird ihr tatsächlich vermittelt, das sei alles so richtig. Das betrifft ja nicht nur die Rechtschreibung, sondern auch die Grammatik. Weil zum Beispiel die Endungen in der Umgangssprache verschliffen und verschluckt werden. Alles in Ordnung, alles bubu. Sie hat null Bezugspunkt, an dem sie sich orientieren kann. Geschriebenes, nun selbst Gelesenes erscheint ihr mitunter FALSCH (!), weil es doch eigentlich anders klingt. Sie hat das "Schreiben nach Gehör" (so läuft die Methode hier in der Praxis) total verinnerlicht.


    Auf immer gleiche Fehler wird offenbar überhaupt nicht eingegangen, als ich diesbezüglich einmal nachfragte, ob es Übungen gibt, mit denen ich mein Kind unterstützen kann, kam "das lernt das Kind im Laufe der Zeit". Dabei ging es nicht mal um Rechtschreibung, sondern Lauterkennung - also die Vorstufe, die am Ende der Ersten durchaus sitzen soll.


    Ich kenne im Bekanntenkreis viele Eltern, die tatsächlich ihren Kindern zuhause die korrekte Rechtschreibung zeigen.
    Und wir reden zu Hause jetzt auch oft überdeutlich, damit H. die richtigen Endungen heraushört.


  • Genau das ist es, was der Spiegelartikel thematisiert.

    LG, Kalliope


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  • meine kinder wollten im uebrigen immer wissen wie "man das richtig schreibt". hartnaeckig. klar hab ich ihnen das -nett verpackt- auch gesagt.


    Uns wurde ausdrücklich gesagt, wir dürften auf keinen Fall "richtig" oder "falsch" sagen auch wenn das Kind selbst so nachfragt.


    Man dürfe dann sagen "so wie es in den Büchern steht". #stirn


    ich kann heute kaum mehr glauben, daß ich mich daran gehalten habe. #augen


    Ab Klasse drei waren dann an allem Übel die Eltern schuld.


    Wie schon geschrieben: ich glaube gerne, daß diese Methode für viele Kinder ein Segen ist, WENN sie richtig umgesetzt wird. SO wie bei uns diese Methode umgesetzt wird ist sie ärgerlicher Nonsens.

    Viele Grüße
    Elena mit Mini1 (*2004) und Mini2 (*2006)

  • was meinst du mit "schwer zu finden"? Dd - Dach, Tt - Tasse - was ist daran schwer zu finden? Dass sich die Kinder am Anfang noch für das falsche entscheiden (insbesondere, wenn es vom Klang identisch ist) ist vollkommen nebensächlich. Solange sie noch nicht lesen können, muss man ihnen den Unterschied d - t auch nicht verklickern. und *wenn* sie lesen können, muss man schauen mit welcher hilfe sie den unterschied klarkriegen. das ist dann bei dem einen eine regel wie das wort verlängern - beim anderen ist es die silbenmethode oder einprägen.


    Die deutsche Sprache hat 40 Phoneme. Sind die alle in deiner Tabelle zu finden? Das ist toll, dann hätte ich gerne die Info, welche das ist.


    Ansonsten nochmal: ich habe in meinen Posts bisher betont, dass es mir um die Kinder geht, die, aus welchen Gründen auch immer, rechtschreibschwach sind. Und diese Kinder finden die Laute nicht in der Tabelle. Das ist mein Erfahrungswert sowie der Erfahrungswert einiger anderer, Studien gibt es auch dazu, kann ich dir gerne raussuchen.


    Zitat

    das viel erwähnte scha ist sehr wohl auf jeder guten anlauttabelle. jeder vokal hat zwei bilder E wie esel - E wie ente.


    da übt man beim gemeinsamen lautieren zu unterscheiden: ist das ein ente-E oder ist das ein esel-E? ist das ein oma-O oder ein ordner-O?


    da werden probleme heraufbeschworen, die in der realität keine sind.


    carlotta, ernsthaft, das ist toll für dich und deine Schüler, dass du da keine Probleme hast/siehst. Meine Realität sieht anders aus.



    Zitat


    ich frage mich ehrlich, ob du dir so eine anlauttabelle schon mal genau angeguckt hast.


    Echt, das fragst du dich? Das amüsiert mich.

    Liebe Grüße von Rafiki mit M1(*05) und M2 (*07)

  • elena, ich hab mich immer rausgewunden i dem ich gesagt habe, dass ich es lesen kann und weiss, was es bedeuten soll aber dass man es eigentlich soundso schreibt.

  • Hallo,


    Auch früher gab es Kdiner mit Rechtscheoibproblemen verschiedenster Ausprägung, teilweise sind sie sogar auf der Förderschule gelendet, weil sie dank fehlener Lese- und Rechtschreibkenntnisse die Anforderungen nciht schaffen konnten.


    Ein Kind mit echter Rechtschreibschwäche unabhängig von der Methode braucht mehr und andere Hilfe als in der Grundschule geboten wird. Es wird nie eine Methode geben, nach der ALLE Kinder problemlos lesen und schreiben lernen.


    Wie gesagt ich arbeite an einer Schule, die eher die klassische Fibelmethode verwendet und es gibt eine Menge Kinder, die freiwillig keine Zeile mehr schreiben würden als für die HA gefordert ist. Und andere, die zwar vielleicht mal 2 Sätzchen schreiben, bei denen aber bei denen die Rechtschreibung dann ähnlich "kreativ" ist wie bei Kindern die mit freiem Schreiben anfangen.
    Im Umterricht 7x "Wir gehen in den Zoo" zu schreiben scheint keine Garantie zu sein, daß im Brief an die Erzieherin dann nicht doch steht "Mogen gen wier in den so!" und auch 3 Zeilen "Eule" verhindern nicht, daß unter dem gemalten Bild "Oile" oder auch mal "Äule" steht.


    Rafiki
    Leider (oder zum Glück) haben meine Kinder nicht gewusst, daß man mit der Anlauttabelle gar nicht lesen und schreiben lernen kann. Und sie wussten auch nicht, daß sie nicht in der Lage sind, die Laute zuzuordnen. die haben das nämlich einfach gmacht. So was aber auch... ;)


    Wie gesagt, die Laut-Zeichen-Zuordnung müssen Kinder mit Fiblmethode genau so leisten und ich kann nicht nachvollziehen, warum die das können sollen und andere nicht. Magst du mir das erklären?


    Und wie gesagt, wirklich rechtschreibschwache Kinder brauchen auch mit den klassichen Methoden zusätzliche Hilfe. Vielleicht sogar Hilfe, um sich überhaupt erst mal überhaupt wieder an Schreiben ranzutraun, nachdem sie 1, 2 3 Jahre lang nur vermittelt bekamen, daß sie es eben NICHT können.


    In der Klasse meines Sohnes war ein Schuler, der aus einer Schule kam, die mit Fibellehrgang arbeitete. Er war Ende der ersten Klasse schon so davon überzeugt, zu dumm zum schreiben zu sein, daß er es komplett verweigerte. Nach einer Weile "nicht schreiben müssen" traute er sich vorsichtig ran und als er merkte, es ist OK so wie es ist, wurde er mutiger. Kurze Zeit später schrieb er Geschichten, zuerst mit dem PC, dann auch mit der Hand.
    Erst dann war er überhaupt in der Lage, andere Unterstützung (gezielte Therapie) anzunehmen.


    Menschen sind halt verschieden.

  • Genau so war es bei uns auch. Zwei Jahre lang.


    Und dann, in Klasse drei, sollte plötzlich die Rechtschreibung stimmen und von einem auf den anderen Tag ging es nur noch darum, RS zu pauken #augen , Diktate zu schreiben, miese Noten einzusacken.


    Mir ist bewusst, dass die Methode sinnvoll sein kann, da habe ich leider rein gar nichts von, wenn sie bei drei von drei Kindern (unterschiedliche Lehrer und zwei unterschiediche Schulen) so umgesetzt wird. #stirn
    Und leider hat keines meiner Kinder mit dieser Methode irgendetwas freiwillig geschrieben. Mein Sohn malt Comics - aber da sucht er sich die Inhalte der Sprechblasen irgendwo zum Abschreiben und malt ab.

  • *kurz reinhusch*



    was meinst du mit "schwer zu finden"? Dd - Dach, Tt - Tasse - was ist daran schwer zu finden?


    Hat Rafiki doch dazu geschrieben, Auslautverhärtung. Wir sagen /kint/ aber schreiben Kind.


    Meine Kinder haben anfangs immer ech statt ich geschrieben, weil das 'i' in /ich/ so offen ausgesprochen wird dass es wie ein geschlossenes 'e' klingt.


    Wir sagen auch /schtraße/, aber schreiben Straße und wir sagen /saite/ aber schreiben mal Seite und mal Saite.


    Ess gipt unzehlige Baispihle für dieh Grafehm-Fonehm-Inkonsistentz im Doitschn.


    Wobei das Deutsche im Vergleich zu vielen anderen Sprachen eine eher konsistente Orthografie hat. Englisch, Dänisch und Französisch sind zB wesentlich krasser.
    Finnisch hingegen ist das Paradebeispiel für eine hohe Konsistenz #super


    *wieder raushusch*

  • Hallo,

    Zitat

    Wir sagen auch /schtraße/, aber schreiben Straße und wir sagen /saite/ aber schreiben mal Seite und mal Saite.

    Aber genau das müssen doch auch Kinder lernen, die nach der Fibelmethode lernen?


    Ich meine, man kann sie 3 Zeilen "Straße" oder "Spiel" schreiben lassen und hoffen, sie merken es sich dann (was bei Kindern die gerade gut nicht übers sehen und schreiben lernen oft genug nicht der Fall ist), aber man kann nicht alle St und Sp worte der deutschen Sprache auf diese Weise auswendig lernen. Das wäre zeitlich uneffektiv und auch vom normalen Gehirn gar nicht leistbar.


    Und ich habs ja schon ein paar mal gefragt: Und warum sollten "Fibelkinder" in der Lage sein, diesen Übertrag irgendwann zu schaffen, ander aber nicht?

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Die deutsche Sprache hat 40 Phoneme. Sind die alle in deiner Tabelle zu finden? Das ist toll, dann hätte ich gerne die Info, welche das ist.

    meine schule arbeitet in klasse 1 mit der jojo fibel. online habe ich leider nur bilder der ersten seite gefunden:


    http://www.cornelsen.de/bgd/97…29934_COVER2D_4C_B300.png


    auf der rückseite sind noch mal etwa genauso viele.


    ich verstehe allerdings das problem auch immer noch nicht: man braucht nicht alle 40 phoneme auf einmal um zu verstehen, wie das prinzip lesen/schreiben funktioniert.
    und wie trin schon schrieb: in einem fibellehrgang müssen die auch alle thematisiert werden, wo ist der unterschied?

    Hat Rafiki doch dazu geschrieben, Auslautverhärtung. Wir sagen /kint/ aber schreiben Kind.

    ein kind, das noch nicht lesen kann und sich mit der anlauttabelle kerze - insel-i - nashorn - tasse heraussucht braucht diese information aber nicht. denn es kann noch nicht lesen. es wird sich nichts falsch einprägen.


    in dem moment in dem es lesen kann sage ich ihm "bei kind is ne schwierigkeit drin. du hast richtig ein T gehört am ende - aber es ist gar keins. wenn du das wort verlängerst, dann hörst du, dass sich da ein d versteckt: kind - kinder. das kann man nicht hören - es wird aber trotzdem so geschrieben. verbesser das bitte." ODER "du kannst es diesmal so lassen, wenn dir schon die hand wehtut, oder du verbesserst es, wenn du dich einen moment ausgeruht hast".


    und die regel, dass man wörter verlängert um den auslaut zu hören, die musst du auch kindern mit fibellehrgang beibringen. auch, wenn sie in der zweiten klasse 30 mal KIND richtig abgeschrieben haben.


    Meine Kinder haben anfangs immer ech statt ich geschrieben, weil das 'i' in /ich/ so offen ausgesprochen wird dass es wie ein geschlossenes 'e' klingt.

    ja und? in dem moment, wo klar ist, sie können jetzt aber lesen, kann man ihnen sagen "pass auf - ich höre da auch ein ente-e - aber es wird trotzdem mit insel-i geschrieben. ist nicht logisch, aber ist so. du kannst jetzt gut genug schreiben, um darauf zu achten."


    Wir sagen auch /schtraße/, aber schreiben Straße und wir sagen /saite/ aber schreiben mal Seite und mal Saite.

    St habe ich z.B. extra eingeführt und ausgiebig geübt. wenn man vergleicht mit worten, die tatsächlich mit sch geschrieben werden, bemerkt man auch einen unterschied
    schule
    schdraße
    schein
    schdern


    es klingt nicht wirklich gleich. und seite/saite kannst du so oder so nur mit regel lernen - denn ich sage es gerne immer wieder: nur weil es ein paar mal richtig abgeschrieben oder als lernwort trainiert wurde, heißt das nicht, dass es tatsächlich dauerhaft gekonnt ist.



    diese "phonem-probleme" sind keine. WENN man sie thematisiert und trainiert. das muss man natürlich auch machen. 3 jahre lang drauf warten, dass sich alle kinder das sämtlichst von alleine erschließen *ist* unsinn. das ist aber auch nicht lesen durch schreiben. auch nicht, wenn das herr prof jansen und diverse andere leute behaupten.


    man muss rechtzeitig mit sinnvollem, der methode angepasstem rechtschreibtraining anfangen. mMn spätestens hälfte 1. klasse. bei den fitten kindern der leistungsspitze schon früher.
    das lässt sich aber über entsprechendes freiarbeitsmaterial sehr entspannt lösen. es ist kein hausgemachtes problem der methode.

    Denn Gott in seiner Weisheit hat es den Menschen unmöglich gemacht, mit Hilfe ihrer eigenen Weisheit Gott zu erkennen.
    Stattdessen beschloss er, alle zu retten, die einer scheinbar so unsinnigen Botschaft glauben. 1 Kor 1,21

  • trin aber heute haben viel mehr kinder gravierende rechtschreibmaengel die es eigentlich koennen muessten. auch und beaonders noch ab klasse 7. mit der silben bzw fibelmethode wird an den entscheidenden stellen eben gemeinsam eingefuehrt. die kontrolle ist dann einfacher. und ja ich finde je oefter eine falsche schreibweise optisch aufgenommen wird desto tiefer praegt sie sich ein.

  • Der Thread macht mir gerade wieder extrem deutlich, warum ich nicht Lehrerin sein möchte/werde.


    Interessant, um wieviel kompetenter sich offenbar viele fühlen, als die Personen, deren Beruf das ist.
    Es braucht sich niemand auf den Schlips getreten zu fühlen, ich wage nicht im Geringsten die jeweilige Einzelsituation zu werten. Es geht mir um den Grundtenor, der hier mitschwingt...
    Den kann ich nicht nachvollziehen - ich habe mein Kind in Expertenhände gegeben. Klar, ich halte ein Auge drauf, aber ich halte mich in keiner Weise für kompetenter in Fachdidaktik als sie.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • trin aber heute haben viel mehr kinder gravierende rechtschreibmaengel die es eigentlich koennen muessten. auch und beaonders noch ab klasse 7.

    das war früher nicht anders.


    wobei meine persönliche theorie ist, dass das diktattraining (und nichts anderes ist es. es wird gezielt für ein diktat trainiert - nicht rechtschreibung an sich) deswegen nicht zum ziel führt, weil eine latte von lernworten verinnerlicht werden soll. das funktioniert aber bei den kindern gut, die visuell lernen. alle anderen pressen sich die lernworte ins kurzzeitgedächtnis und sobald das diktat durch ist, ist die schreibweise wieder vergessen.


    meiner erfahrung nach ist ein effektiver weg zu guter rechtschreibung regelmäßige kurzdiktate *ohne* lernworte und üben. und zwar als einzeldiktat mit unterbrechung, sobald ein fehler geschrieben wird. halt! du hast jetzt baum kleingeschrieben. warum?
    weil so trainiert wird, die bekannten regeln beim schreiben anzuwenden.


    oder diktate zu schreiben und falsche worte zu unterkringeln und dann falsch noch mal drunter zu schreiben mit einem hinweis, wieviele fehler sich drin verstecken - und dann die schüler selber auf fehlersuche gehen zu lassen.

    mit der silben bzw fibelmethode wird an den entscheidenden stellen eben gemeinsam eingefuehrt.

    eingeführt ist nicht gelernt.


    die kontrolle ist dann einfacher.

    vordergründig ja - aber für einen großteil der schüler ist es nicht nachhaltig. was nützt es dir, wenn du bei einem kind im diktat null fehler hattest bei der korrektur und im aufsatz drei wochen später schreibt es 2/3 der lernwörter wieder falsch?


    und ja ich finde je oefter eine falsche schreibweise optisch aufgenommen wird desto tiefer praegt sie sich ein.

    das ist nachweislich nicht so. außer - wie schong eschrieben - bei visuellen lerntypen. bei anderen prägt sich nichts ein. weder im guten, noch im schlechten.

    Denn Gott in seiner Weisheit hat es den Menschen unmöglich gemacht, mit Hilfe ihrer eigenen Weisheit Gott zu erkennen.
    Stattdessen beschloss er, alle zu retten, die einer scheinbar so unsinnigen Botschaft glauben. 1 Kor 1,21

  • Intererssant, was hier so berichtet wird.


    Da bin ich doch froh, dass die Methode bei meiner Tochter (erste Klasse) recht flexibel ohne Dogmatismus gehandhabt wird.


    Die Lehrerin steht auf dem Standpunkt, dass man Kindern, die soweit sind, Rechtschreibregeln erklären kann und macht das auch selbst. Also Regeln, die in der Klasse erst später eingeführt werden (z. B. hat sie meiner Tochter erklärt, woran man erkennt, ob ein Wort mit d oder t am Ende geschrieben wird).
    Bei viel geschriebenen Wörtern sagt sie den Kindern, sie sollen sich die richtige Rechtschreibung merken. Ich darf auch erklären und korrigiert wird auch zum Teil.

  • Denn Gott in seiner Weisheit hat es den Menschen unmöglich gemacht, mit Hilfe ihrer eigenen Weisheit Gott zu erkennen.
    Stattdessen beschloss er, alle zu retten, die einer scheinbar so unsinnigen Botschaft glauben. 1 Kor 1,21

  • Ich will dann nochmal betonen: ich habe mein Wissen aus dem Spiegelartikel und habe mir nach ein bisschen Recherche eine Meinung gebildet. Ich maße mir hier kein Expertentum zu, ich will nur einiges wissen. Und anscheinend bestätigen ja alle hier schreibenden Pädagogen, dass das Lesen durch Schreiben in Kombination mit Verbesserung funktioniert. Nichts anderes sagt doch der Spiegelartikel #weissnicht Aber er sagt eben auch, dass die originäre Methode, bei der das Verbessern eben erst in der 3. oder 4. Klasse anfängt erhebliche Probleme mit sich bringt. Und das bestätigen hier viele Eltern, bei deren Kindern es eben so läuft.


    Insofern lese ich hier eigentlich genau das, was ich recherchiert habe: Lesen durch Schreiben ist ein gutes Mittel um Kindern beides beizubringen, nur sollte man nicht erst in der 3. oder 4. Klasse anfangen mit Korrekturen, sondern sanft, sobald ein Kind eben lesen kann.

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Hallo,

    trin aber heute haben viel mehr kinder gravierende rechtschreibmaengel die es eigentlich koennen muessten. auch und beaonders noch ab klasse 7. mit der silben bzw fibelmethode wird an den entscheidenden stellen eben gemeinsam eingefuehrt. die kontrolle ist dann einfacher. und ja ich finde je oefter eine falsche schreibweise optisch aufgenommen wird desto tiefer praegt sie sich ein.

    Ich bleib dabei - dann sollten die Bedingungen so gestaltet werden, daß dem Lehrer eine vernünftige individuelle Kontrolle und Begleitung möglich ist statt zu alten Methoden zu greifen, weil dann nicht so auffällt, wo die EIGENLICHEN Probleme im Systhem liegen (zu große Klassen, zu viele Forderungen die ein Lehrer nebenbei noch zu erfüllen hat...).


    Und Wie Carlotta sagt: Eingeführt ist noch lange nicht gelernt, das erlebe ich täglich bei der Hausaufgabenbegleitung auf Arbeit. Und Lesen durch schreiben heißt NICHT daß 2 Jahre lang nicht korrigiert wird und ab Klasse 3 plötzlich alles richtig sein soll.


    Ob tatsächlich heute mehr Kinder derart massive Rechtschreibprobleme haben ist im übringe auch nicht unumstritten, "früher" sind Kinder mit diversen Rechtschreibproblemen (Dyslexie, LTS...) z.B. oft aus den untersuchungen rausgefallen, weil es nicht als Teilleistungsschwäche erkannt wurde und sie auf einer Förderschule landeten.


    Im Übrigen wurde uns als Kind schon immer erzählt, wie schlecht doch unsere Schrift und unsere Rechtschreibung heutzutage wäre, "als wir Kinder waren, mussten wir noch seitenweise abschreiben und bekamen was auf die Finger wenn wir schmierten, aber wir haben es gelernt und sind heute dankbar für die Strenge!" Nun ja, vermutlich auch irgendwie so ein Generationending...


    Wie gesagt, statt zu alten Zöpfen zurückzukehren, die keineswegs jedem Kind stehen, bin ich dafür den angefangenen Weg noch konseqquwenter weiterzugehen und Bedinungen zu schaffen, die ein echtes individuelles Lernen bzw. dem Lehrere eine individuelle Begleitung - und damit eine Methodenvielfalt - ermöglichen.

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()

  • das ist nachweislich nicht so. außer - wie schong eschrieben - bei visuellen lerntypen. bei anderen prägt sich nichts ein. weder im guten, noch im schlechten.


    carlotta, gibt es eigentlich auch Studien, welche Lerntypen prozentual wie vertreten sind?
    Müßte individuelles Lernen nicht eigentlich bedeuten, daß man beim Thema Methode(n) auf den Lerntypus Rücksicht nimmt?


    Bezogen auf die Links: Im ausführlichen Print-Artikel des "Spiegels" wurde Herr Brügelmann nicht nur als Vertreter dieses Lagers, sondern als ihre zentrale Figur - neben Reichen - dargestellt. Der entscheidende Multiplikator, sozusagen.


    Es bleibt die Frage, warum der Ansatz offensichtlich je nach Bundesland / Schule (oder gar Lehrer?) so unterschiedlich umgesetzt wird. Gibt es denn kein Referenzwerk dafür? Ist das schwammig und mißverständlich und jeder kann sein eigenes Süppchen kochen? Im "Spiegel" war einer der Hauptkritikpunkte, daß eine Evaluation der Methode nie stattgefunden hat.

  • Hallo,

    carlotta, gibt es eigentlich auch Studien, welche Lerntypen prozentual wie vertreten sind?
    Müßte individuelles Lernen nicht eigentlich bedeuten, daß man beim Thema Methode(n) auf den Lerntypus Rücksicht nimmt?

    Selbstverständlich. Darum wäre eine Rückkehr zur alten Fibelmethode in meinen Augen ein großer Fehler.


    Denn sie bewirkt keineswegs, daß alle Kinder problemlos Rechtschreibung lernen (Wie gesag, ich habs ja täglich vor auf Arbeit mir), schränkt aber die Fähigkeit, sich kreativ schriftlich auszudrücken lange Zeit stark ein. Und das wiederum kann bei einigen Kindern zu einer generellen schreibunlust führen, weil es ihnen entweder langweilig ist oder sie permanent nur vor sich sehen, daß sie eben NICHT (richtig) schreiben können.


    ich selbner habe meine Aufsätze auch oft so kurz wie möglich gehalten, obwohl ich viel mehr im Kopf hatte. Denn mehr auf dem Papier bot immer die Möglichekit zu mehr Fehlern und Inhalt 1, Ausrdruck1, Rechtschreibung 3, Schrift (trotz größßter Mühe) 4 - Gesamtnote maximal ein Grad besser als die schlechteste Teilnote = Gesamt 3 motiviert auch nicht gerade dazu, in Zukunft mehr zu tun.


    Eine Methodenvielfalt finde ich am Besten und die ist mMn bei freien, individuellen, aber gut begleiteten Ansätzen am ehesten zu gewährliesten.