Rassistische Kacke im Alltag und sonstwo

  • Vermutlich nix, denn in allen Kerncurricula, die ich kenne, ist das erst in Jahrgang neun Thema.

    #blink


    Das haette ich jetzt echt nicht gedacht. Und finde es schockierend und irgendwie auch unverantwortlich.

    Ich finde das auch echt dramatisch - und ein Punkt, mit dem man AfD und Konsorten einen riesen Gefallen tut. Für mich gehört das Thema eindeutig vor Beginn der Pupertät in der Schule thematisisert - natürlich nicht mit allen Details, aber in groben Zügen. Für mich absolut nicht nachvollziehbar, und war sowohl in meiner DDR-Kindheit als auch in der Kindheit meines Mannes in SH definitiv anders. Warum man Kindern das heute nicht mehr kindgerecht näher bringen kann, erschliesst sich mir absolut nicht.

    Ich sehe das auch so und bin verwundert, dass es in der Schule so gar nicht aufgegriffen wird. Wir sprechen hier viel darüber, haben zusammen das "Tagebuch der Anne Frank"gelesen und als "Hitler das rosa Kaninchen stahl", da hat P. auch mit Oma und Opa in den weihnachtsferien den Kinofilm gesehen. Die Schule will allerdings nicht ran ans Thema...noch nicht. Und ich finde (6. Schuljahr) das es dringend Zeit wird.

    Aber der Verfassungsschutz muss sicherlich noch länger nachdenken, ob da etwas tun sollte...

    Na der muss erst mal noch ein Weilchen beobachten....ausserdem muss er ja gucken ob nicht die bösen Linken noch ein viel schlimmeres "sozialistisches" Malbuch hinterherschieben...so als paralleler Hufeisenschenkel...8o

    "Wir wollen lieber fliegen als kriechen" - Louise Otto-Peters (1819-1895) Frauenrechtlerin


    „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!“ Pippi Langstrumpf


    Men det finns sätt att leva och inte bara överleva - Lena Hallengren 2020

  • Und ich finde (6. Schuljahr) das es dringend Zeit wird.

    Ja! Es gibt auch wirklich viele kinngerechte Buecher zum Thema, das muss nicht immer gleich gruselig sein.


    Ich finde es echt befremdlich, dass das in Frankreich viel frueher Thema in der Schule war... Gut, wir lebten in einer Stadt, die im Krieg sehr stark zerstört worden war. Aber hier leben wir 10km vom nächsten KZ, und das Thema ist Tabu. Das war in meiner Kindheit echt anders.

    Nothing is permanent.

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  • Da muss sich auch etwas geändert haben, denn mein in SH aufgewachsener Mann ist immer noch ganz genervt davon, wie oft die Nazizeit in der Schule Thema war. Ich weiß nicht genau, was sie da gemacht haben, aber das ging sicher nicht erst in der 9. Klasse los.

  • mel_kane ein KZ Besuch sollte irgendwie schon mal im Leben passieren, ab 15 klingt gut. Und sollte vorbereitet und nachbereitet werden.

    Warum? Und ich frage das ganz ernsthaft.

    Ich beschäftige mich gerade sehr intensiv mit den Kriegskindern und Kriegsenkeln (weil ich selbst eine bin) und bin froh, dass wir mit dem Thema mittlerweile einen normaleren Umgang gefunden haben.

    Ich habe in der 3. / 4. Klasse? einen heftigen KZ-Film gesehen (von der Kirchenjugend organisiert) und kann noch zig andere solche Begebenheiten aufzählen. Mit 13 war ich dann in Dachau. Das alles war im nachhinein betrachtet wirklcih nicht gut für mich. Abgesehen davon dass wir gefühlt im Geschichtsunterricht nur dieses Thema hatten.

    Meine Tochter ist jetzt 12. Nie und nimmer würde ich mit ihr mit 15 ein KZ anschauen. Bzw. vielleicht von außen oder ganz behutsam.


    Aufgrund unserer Vergangenheit bereiten wir das Thema mit unseren Kindern entsprechend auf.

    Auch weil wir ihr die aktuellen politischen Geschehnisse vor allem im Osten Deutschlands erklären und sie dafür sensibilisieren wollen.


    Insofern gehe ich jetzt 10 Schritte wieder zurück - nachdem nach meinem Verständnis der Osten Deutschlands sich diesbezüglich moralisch überlegen gefühlt hat, bin ich mir nicht sicher wie die politische Bildung in den Elternhäusern aussieht / ausgesehen hat.

    Die Wahlergebnisse sprechen ja eine deutliche Sprache. Insofern wäre es vielleicht wirklich besser das Thema früher in den Schule / evtl. anders aufbereitet zu besprechen.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • ich finde das Malbuch entsetzlich...


    aber es zeigt einfach nochmal wessen Geistes Kind sie ist.

    Kann niemand sagen DAS wäre eine Partei der Mitte.

    Kann niemand sagen, sie hätten nicht gewusst. wessen Geistes Kind diese Partei ist.


    Und trotzdem diese Wahlergebnisse.

    Grüße von Claraluna


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  • Da muss sich auch etwas geändert haben, denn mein in SH aufgewachsener Mann ist immer noch ganz genervt davon, wie oft die Nazizeit in der Schule Thema war. Ich weiß nicht genau, was sie da gemacht haben, aber das ging sicher nicht erst in der 9. Klasse los.

    Bei uns (NRW damals) ging das im 6. Schuljahr los und wurde tatsächlich episch breit (fächerübergreifend) behandelt...aber ich fand das damals gut.

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  • Aber der Verfassungsschutz muss sicherlich noch länger nachdenken, ob da etwas tun sollte..

    aber natüüürlich. Da ist ja wohl wirklich nicht klar, ob das denn nun volksverhetzend ist oder ob es sich hier nur um künstlerische Freiheit handelt. Ich sage mal "Schere im Kopf".

    Und ob das überhaupt mit der A-Partei zusammen hängt. Also das ist ja wohl wirklich alles nicht so klar.<X<X

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)


    #NazisRaus #BOohneRechts

  • Das Malbuch ist sowas von geschmacklos - einfach nur provokant.


    Zum Thema Holocaust: Ich weiß nicht. Da ich ja Leute kenne, die auch Führungen für Schulklassen machen, diskutiere ich da immer mal wieder drüber. Ob das Sinn macht, verpflichtend Jugendliche da hinzuschicken, die null Interesse haben und null Vorbildung. Ich weiß es nicht genau. Ich erinnere mich noch gut an meinen Besuch mit der Schulklasse, in denen einige meiner bekennend rechten Schulkameraden während des gezeigten Films demonstrativ ihre Schulbrote rausholten und aßen. Erreicht worden sind die sicher nicht - sie haben mich ausgelacht, weil ich so berührt war.

    Jetzt im April kommen ja wieder die Jahrestage der Befreiung und so langsam wird es eng mit Zeitzeugen. Wenn meine Tochter noch Überlebende kennenlernen soll, dann muss sie das jetzt tun. Sie ist 12 und ich habe damit begonnen, sie darauf vorzubereiten, mitzukommen. Mir ist wichtig, dass sie auch nein sagen kann, dann fahre ich ohne sie zur Gedenkveranstaltung, aber ich will sie schon deutlich einladen. Aber ich allein kann das ja auch gut vor- und nachbereiten und die Überlebenden erzählen wohl auch keine Details. Mit einer ganzen Klasse ist das schon deutlich schwerer denke ich. Aber das Thema auszusparen, ist auch keine Lösung.

  • Warum? Und ich frage das ganz ernsthaft.

    Ich beschäftige mich gerade sehr intensiv mit den Kriegskindern und Kriegsenkeln (weil ich selbst eine bin) und bin froh, dass wir mit dem Thema mittlerweile einen normaleren Umgang gefunden haben.

    Ich habe in der 3. / 4. Klasse? einen heftigen KZ-Film gesehen (von der Kirchenjugend organisiert) und kann noch zig andere solche Begebenheiten aufzählen. Mit 13 war ich dann in Dachau. Das alles war im nachhinein betrachtet wirklcih nicht gut für mich. Abgesehen davon dass wir gefühlt im Geschichtsunterricht nur dieses Thema hatten.

    Meine Tochter ist jetzt 12. Nie und nimmer würde ich mit ihr mit 15 ein KZ anschauen. Bzw. vielleicht von außen oder ganz behutsam.

    Weil es Teil der Bildung ist? Es ist einfach ein Teil der Geschichte, und so wie ich denke, dass alle Kinder einen Handstand machen lernen sollten, und mal in der Oper gewesen sein sollten, so gehoert ein KZ Besuch auch mit da dazu. Ich schrieb auch dazu, dass das vorbereitet und nachbereitet gehoert. Das ist in deiner Kindheit bei der Kirchenjugend wohl eher nicht passiert. Ich schrieb von 15 und nicht von 13.


    Ich selbst habe auch zT echt schlimme Filme zu frueh gezeigt bekommen zum Thema KZ, aber ich weiss eben auch, dass man das Thema auch anders angehen kann. Nur weil du und ich schlechte Erfahrungen gemacht hatten, sollte die Konsequenz doch nicht sein, dass man das Thema jetzt vermeidet und total ausklammert, bis zur 9.KLasse.


    Natuerlich wird es immer Menschen geben, die das emotional nicht überstehen. Aber die meisten halte ich fuer fähig ab 15 einen KZ Besuch mitzumachen. So aehnlich wie mit der Altersempfehlung bei Filmen ja auch.

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  • Die Freiwilligkeit ist mir tatsächlich besonders wichtig.. und ich weise da auch an verschiedenen Stellen drauf hin. Aber natürlich ist ein Schul-fahrt per se keine freiwillige Sache, um so mehr freuen wir uns, wenn wir merken, dass die Schüler vorbereitet und interessiert zu uns kommen.


    Ich habe gerade eine Führung für (vorwiegend) Lernförderschüler konzipiert, das ist gleich nochmal eine ganz andere Herausforderung.. dort gibt es im Normalfall keinen Geschichtsunterricht, wie wir ihn kennen..

  • Aber die meisten halte ich fuer fähig ab 15 einen KZ Besuch mitzumachen.

    Wir sind uns einig, dass das ein wichtiges Thema ist.

    Du schreibst mir aber zu absolut und sprichst für andere.

    Es sollte doch jeder selbst entscheiden, was er sich zumuten kann.


    Meine Tochter ist sehr sehr sensibel und hat schon ein Problem wenn in der Klasse Filme geschaut werden, die für ältere sind. Ich weiß also, was so ein Thema bei ihr anrichtet.


    Ich höre deshalb wohl bei Dir einen erhobenen Zeigefinger.. jeder sollte.. .das mag ich nicht.

    Ich denke wenn Du Österreichern erzählen würdest, sie sollten sich unbedingt ein KZ anschauen... das würde wohl ziemliche Empörung auslösen.

    Es soll doch jeder selber Entscheidung wo er den Schwerpunkt seiner Bildung legen mag.

    Und ein KZ-Besuch sehe ich da nicht als notwendig an.

    Grüße von Claraluna


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  • Wir sind uns einig, dass das ein wichtiges Thema ist.

    Du schreibst mir aber zu absolut und sprichst für andere.

    Es sollte doch jeder selbst entscheiden, was er sich zumuten kann.

    Ich glaube, ich schreibe halt so, weil ich mir IMMER bewusst bin, dass es Ausnahmen gibt. Das Leben ist nur mit Ausnahmen machbar. Ich erhebe keinen Zeigefinger, ist zumindest nicht meine Intention. Umgekehrt, kommen mir deine Antworten zum Thema so vor, als ob man das bitte ja nie einführen dürfe und eine Schulklasse niemals nicht als Fahrt ins KZ fahren sollte.


    Fuer mich sollte es Teil des Bildungskanons sein - irgendjemand schrieb hier neulich, dass sie es als wichtig erachte, dass alle ein wenig Latein lernen. Da hast du dich doch auch nicht beschwert? Es ist halt unterschiedliche Meinungen.


    Andersherum - was siehst du denn als wichtig an, um das Thema NS Zeit in der Schule zu behandeln, oder findest du es so, wie es zur Zeit ist (ab Klasse 9) richtig und damit erledigt?

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